Archiv für 20. April 2009

bosDer nachdrückliche Protest hat offenbar Wirkung gezeigt. Am Donnerstag wird der Schulausschuss aller Voraussicht nach einen Antrag verabschieden, der die Unterbringung der staatlichen Berufsoberschule (FOS/BOS) in einem Gebäude garantieren soll. Zumindest langfristig. Derzeit ist die BOS zweigeteilt, eine Gebäude steht am Ziegelweg, das andere an der Landshuter Straße. In der Vergangenheit hatte die Koalition noch betont, dass eine Unterbringung in einem Gebäude zwar wünschenswert, aber nicht möglich sei. Zuletzt im Rahmen einer Podiumsdiskussion an der BOS am Ziegelweg (oben im Bild). Das zunächst vorgesehene Gelände an der Plato-Wild-Straße biete nicht genügend Platz, lautete eine Begründung. Das sei finanziell nicht zu schultern, eine weitere. Dafür hagelte es Kritik von Schülern, Lehrern und Elternvertreterinnen. Der scheint gefruchtet zu haben: Die aktuelle Verwaltungsvorlage ist ein regelrechtes Plädoyer für die Einhäusigkeit. Eine gemeinsame Unterbringung aller Ausbildungsrichtungen erscheine „unabdingbar“ heißt darin. „Die Einhäusigkeit ist aus Sicht der Schulverwaltung (…) langfristig vermutlich sogar die wirtschaftlichere Lösung“, ist weiter zu lesen. Es wird eingeräumt, dass die momentanen Gebäude an Ziegelweg und Landshuter Straße teure Sanierungsfälle am Ende Ihrer Lebenszeit sind. Selbst Kultusminister Siegfried Schneider wird zitiert, der für FOS und BOS das Prinzip „ein Schulleiter – ein Kollegium – ein Schulhaus“ ausgegeben hatte. Ein mehr als deutliches Bekenntnis also. Jahrelanger Protest zeigt Wirkung 2010 soll nun mit einem Neubau begonnen werden, nicht an der Plato-Wild-, sondern an der angrenzenden Daimlerstraße. Allerdings wird die BOS „für eine längere Übergangszeit“ weiter auf zwei Gebäude, den Neubau an der Daimler und das Altgebäude an der Landshuter Straße aufgeteilt sein, ehe Richtung Plato-Wild-Straße erweitert wird. Das Grundstück sei groß genug, um „die angestrebte Einhäusigkeit der BOS“ herstellen zu können, so die Verwaltung. Mit dieser klaren Haltung für die Einhäusigkeit ist ein Paradigmenwechsel insbesondere bei der CSU eingetreten. Dort hatte Schulbürgermeister Gerhard Weber zwar seit Jahren für eine einhäusige Lösung (in Burgweinting) plädiert, bei seinen Parteikollegen allerdings über Jahre hinweg keine Mehrheit gefunden. Zuletzt hatte Gerhard Weber gemeinsam mit seinem Bürgermeisterkollegen Joachim Wolbergs eine Lösung mit zwei Gebäuden sogar verteidigt. Offenbar ist die die Kritik aber doch angekommen. Bürgermeister Weber ließ Erweiterungsmöglichkeiten prüfen, um doch noch die Einhäusigkeit zu verwirklichen und wurde an der Daimlerstraße fündig. Dass überhaupt gebaut wird, ist vor allem der SPD geschuldet Dass überhaupt gebaut wird, ist vor allem ein Erfolg der Betroffenen selbst – Kollegium, Elternvertretern und Schülerinnen der Berufsoberschule. Seit Jahren fordern sie einen Neubau. Immer wieder gab es entsprechende Versprechungen, die nicht eingehalten wurden. Nun hat der jahrelange Protest gefruchtet. Zwar waren im aktuellen Haushalt keine Mittel vorgesehen, aber vor allem die SPD machte Druck. Ebenso Schulbürgermeister Gerhard Weber, der dem entsprechenden Passus im Schulausschuss zunächst demonstrativ seine Zustimmung verweigert hatte. Schließlich wurde dem Vorhaben von der Koalition Priorität eingeräumt. Wie von Insidern zu hören ist, gegen den Widerstand des Oberbürgermeisters. Nun scheint es – entgegen erster Ankündigungen – auch mit der Einhäusigkeit zu klappen. Finanziert werden soll der Neubau über ein PPP-Modell. Zwar hat sich die Koalition ausgebeten, den Bau gegebenenfalls konventionell, das heißt aus dem städtischen Haushalt, zu finanzieren. Allerdings hatte Oberbürgermeister Hans Schaidinger kürzlich vermeldet: „Ohne PPP geht’s gar nimmer.“