Archiv für 13. Juli 2012

Viel Dreck und Zukäufe

Mieses Zeugnis für die REWAG

Die höchste Beteiligung der E.ON AG in ganz Bayern, der höchste CO2-Ausstoß, kaum selbst produzierter Strom: eine beschämende Bilanz für die REWAG. Über das neue Energiekonzept des Energieversorgers darf die Öffentlichkeit nichts erfahren.

REWAG-Chef Norbert Breidenbach (re.) bei der Eröffnung einer neuen Windkraftanlage. Trotz solcher Investitionen hinkt die REWAG bei den Erneuerbaren weit hinterher. Foto: REWAG

Rankings. Wenn es in Regensburg darum geht, dann wird das meistens groß und öffentlich abgefeiert: eine der lebenswertesten Städte, jede Menge Arbeitsplätze, glücklichste Bewohner usw. usf.. Was der Stadt billig ist, kann dem kommunalen Energieversorger nur recht sein: Auch dort feiert man Rankings. Zuletzt im Juni vermeldete die REWAG, dass man es (einem Bericht der Bildzeitung zufolge) bei einer Umfrage in über 1.400 Kommunen zu den günstigsten Energieversorgern auf Platz 7 geschafft habe.

CO2: gestiegen statt gesunken

Beschämend für die REWAG ist allerdings ein anderes Ranking: Im bayernweiten Vergleich der zehn größten Städte ist der Strom, den der Regensburger Energieversorger verkauft der dreckigste: Über 830.000 Tonnen CO2 wurden 2010 in die Luft geblasen – das ist fast mehr als das Doppelte wie in den vergleichbaren Städten wie Augsburg (459.000) oder Würzburg (485.000). Darauf weist das Regensburger Bündnis für Atomausstieg und Erneuerbare Energien in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Gegenüber 2009 hat die REWAG demnach ihren CO2-Ausstoß sogar noch um 110.000 Tonnen erhöht. Beim Pro-Kopf-Ausstoß liegt die REWAG auf dem letzten Platz in Bayern.

„Rechte Dritter“ stechen Rechte der Bürger

Erst kürzlich hat der Regensburger Stadtrat ein neues Energiekonzept für die REWAG diskutiert – Details durfte die Öffentlichkeit nicht erfahren. Mit Verweis auf „Rechte Dritter“, die der Geheimhaltung unterlägen, blieben Bürger und Medien, aber auch Verbände bei den Beratungen darüber außen vor. Wo diese „Rechte Dritter“ liegen ist klar auszumachen: Der Energieriese E.ON ist mit 35,48 Prozent an der REWAG beteiligt – das ist übrigens die höchste Beteiligung der E:ON bei einen kommunalen Energieversorger in ganz Bayern.

Strom: 96 Prozent werden eingekauft

Eigenen Strom produziert die REWAG kaum: Fast 96 Prozent werden zugekauft, etwa ein Drittel stammt aus erneuerbaren Energien, Platz 7 im Ranking der zehn größten Städte Bayerns ist das. Nach den Beratungen zum Energiekonzept verschickte CSU-Fraktionschef Christian Schlegl eine Jubelmitteilung, in der davon die Rede ist, dass die Versorgung aller Privathaushalte mit „grünem Strom“ noch vor 2020 zu erreichen sei. Geschehen werde dies – die REWAG produziert selbst, wie erwähnt, fast keinen Strom – erneut zu einem großen Teil durch Zukäufe, aber auch neue eigene Anlagen. Die Stadträte der Linken, Irmgard Freihoffer und Richard Spieß, kritisierten denn auch das Konzept als „kaum ambitioniert“. Es gebe noch jede Menge Luft nach oben. Wie dieses Konzept aber konkret aussieht, wird mit Rücksicht auf die E.ON geheim gehalten. Durchgesickert ist immerhin eines: Ursprünglich wollte die REWAG bis 2020 300 Millionen Euro in den Ausbau der Erneuerbaren investieren, dieser Anteil ist auf knapp über 100 Millionen Euro geschrumpft.
Kulturausschuss: Stadtarchiv und Koordnationsstelle in der Kritik

Unger und Wolbergs gehen auf Distanz

Klemens Unger ist ja gerne mal der Prügelknabe für alles Mögliche, was im Kulturbereich in Regensburg schief läuft. Häufig fällt es dem Kulturreferenten auch schwer, sich aus den Miseren, die ihm – sei es zu Recht oder zu Unrecht – angedichtet werden, rauszuwinden. Ganz anders in der letzten Sitzung des Kulturausschusses: Diplomatisch, aber unmissverständlich distanziert sich Unger von den personellen Problemfällen seines Hauses, allen voran von Dr. Martin Angerer. Der ist in letzter Zeit vor allem durch Abwesenheit und eine weiße Seite im Jahresbericht 2011 des Kulturreferats aufgefallen. Schützenhilfe bekam Unger dabei von Bürgermeister Joachim Wolbergs, der ungewöhnlich deutliche Worte fand.