Archiv für 26. Juli 2013

Zum Festpreis und mit Fertigstellungsgarantie hat die BAM Sports GmbH den Zuschlag für den Bau des neuen Stadions erhalten. Insgesamt wird die Stadt rund 52 Millionen Euro ausgeben.
Das Siegermodell der BAM GmbH. Foto: Peter Ferstl/ Stadt Regensburg

Das Siegermodell der BAM GmbH. Foto: Peter Ferstl/ Stadt Regensburg

Im Juni 2015 soll es fertig sein das neue Regensburger Fußballstadion. Am Freitag präsentiert Oberbürgermeister Hans Schaidinger unter großem Presserummel und den Augen der versammelten Jahn-Spitze den Entwurf, der das Rennen gemacht und dem der Stadtrat bereits am Donnerstag – gegen die Stimmen der Linken und der ödp – in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt hat. Den Zuschlag unter anfänglich fünf Bietern, die sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligt haben, erhielt die BAM Sports GmbH. Trotz des aufwändigen und komplizierten Vergabeverfahrens, das die Stadtverwaltung „bis an den Stehkragen gefordert“ habe, gab es bis zum Ablauf der Einspruchsfrist am Mittwoch keine Rüge von anderen Bietern.

Seitenhieb auf SPD

Das Düsseldorfer Unternehmen, eine Tochter der BAM Deutschland AG, die wiederum eine Tochter der milliardenschweren niederländischen Royal BAM Group ist, baut zum Netto-Preis von 27,5 Millionen Euro das Stadion (19,8 Millionen) und übernimmt die Überplanung des umgebenden Geländes. Das Angebot beinhalte einen „Festpreis mit Fertigstellungsgarantie“, so Schaidinger, der sich einen Seitenhieb auf den Koalitionspartner SPD nicht verkneifen konnte: Wer behauptet habe, der Spatenstich könne 2013 erfolgen, der habe „eben keine Ahnung“. Mit dem Preis liege man am unteren Ende der Spannbreite von Angeboten, die zuletzt zwischen 25,8 und 33 Millionen Euro gelegen habe. Doch auch in punkto Architektur und „Nachhaltigkeit“ habe der Entwurf am Besten abgeschnitten.

Alles außer A-Länderspiele

Der Entwurf ist für etwas mehr als 15.000 Zuschauer ausgelegt und bietet Erweiterungsmöglichkeiten auf bis zu 18.000. „Damit erfüllen wir die Vorgaben für alle Ligen mit Ausnahme von A-Länderspielen.“ Eingeplant sind auch Büroflächen für den SSV Jahn und den Bayerischen Fußballverband. Den Witterungsschutz bezeichnet Schaidinger als „Alleinstellungsmerkmal“ des Regensburger Stadions. Unter anderem knapp 1.000 hochpreisige Business-Plätze sollen dafür sorgen, dass der Jahn irgendwann dazu in der Lage sein wird, der Stadt das zu bezahlen, was im Juni 2011 in einem „Letter of Intent“ zwischen dem Verein und der Stadt vereinbart wurde: eine „rentierliche Miete“, der die „reinen Baukosten“ zugrunde gelegt werden sollen. Wie hoch diese Miete sein könnte, mochte Schaidinger noch nicht beziffern, ließ aber durchblicken, dass der Jahn wohl nur in der ersten Liga in der Lage sein dürfte, diese Miete tatsächlich kostendeckend zu entrichten. „Wir können dem Jahn nur abverlangen, was er leisten kann.“ Geld soll aber auch durch die Vermietung von Kiosken und anderen – noch nicht näher definierten – Funktionen hereinkommen.

Spatenstich im Januar

Der Spatenstich soll im Januar 2014 erfolgen. Bis zur Fertigstellung wird die Stadt Regensburg nach derzeitigen Planungen insgesamt rund 52 Millionen Euro ausgeben. Neben den 27,5 Millionen für BAM gehören dazu etwa zwölf Millionen für die innere und fünf für die äußere Erschließung, sowie ein nicht näher definierter Posten „für Unvorhergesehenes“, so Schaidinger.

Was passiert mit dem alten Stadion?

Etwas verschnupft zeigt sich Schaidinger über Spekulationen zur Fläche des alten Jahn-Stadions in Prüfening. Wird das Bauteam Tretzel, das den Verein mehrfach vor der Insolvenz bewahrt hat, hier bevorzugt behandelt werden? „Es ist schon lange klar, was dort passiert.“ Ein Teil diene der Brauerei Bischofshof als Erweiterungsfläche, der größte Teil werde für den Bau einer Grundschule benötigt. Der Rest wird für Wohnbebauung verwendet. „Das wird öffentlich ausgeschrieben.“

Was Fans skandieren…

„Wir machen mit der Entscheidung deutlich, dass wir den SSV Jahn als sportliches Aushängeschild in Ostbayern unterstützen wollen.“ Man baue eben jetzt keine Wohnungen für 27 Millionen, sondern ein Stadion. Das sei für eine Stadt der Größe Regensburgs eine wichtige und notwendige Infrastruktureinrichtung. Schaidinger: „Vielleicht kriegt der Jahn ja jetzt seine Fans dazu, nicht zu skandieren, dass nur sie der Jahn seien und andere nicht.“ Alle eingereichten Modelle für das Stadion können vom 29. Juli bis zum 9. August im Neuen Rathaus besichtigt werden (Raum 004, Montag bis Freitag von 10 bis 18, Samstag von 10 bis 16 Uhr).