Archiv für 14. Juli 2017

Was wird nun aus Gerhard Ludwig Müller? Foto: Archiv/ Staudinger

Was wird nun aus Gerhard Ludwig Müller? Foto: Archiv/ Staudinger

Die näheren Umstände der Ablösung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Präfekt der römischen Glaubenskongregation sind weiter ungeklärt. Nun wurde bekannt, dass gegen Müller Ende 2015 in Rom eine Anzeige wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch erstattet wurde. Nicht nur in Regensburg gehen zudem die Fragen um, was aus ihm wird bzw. ob und mit welcher Begründung Kardinal Müller weiterhin Bezüge von Diözese Regensburg erhalten wird. Die Pressestelle des bischöflichen Ordinariats gibt dazu nichts preis.

Die Ablösung von Kardinal Müller als Präfekt der Glaubenskongregation gilt als beispiellos. Von einem „Erdbeben im Vatikan“ war die Rede. In diesem Zusammenhang dürfte eine Anzeige gegen Müller wegen Vertuschung eines sexuellen Missbrauchs nicht unbedeutend gewesen sein. Diese wurde Ende 2015 beim Kirchenanwalt (Promotor Iustitiae) des vatikanischen Strafgerichts eingereicht. In der viereinhalb DIN-A4-Seiten langen, penibel ausgearbeiteten Anzeige, die unserer Redaktion vorliegt, wird Müller beschuldigt, im Zusammenhang der Wiedereinsetzung des Geistlichen Peter K. seine Aufsichtspflicht verletzt zu haben.

Spatenstich fürs Marina-Quartier 2013: Oberbürgermeister Hans Schaidinger im Kreis von Projektentwicklern und Bauunternehmern. Eine Eigenentwicklung des ursprünglich städtischen Areals war nicht erwünscht. Foto: pm
Weitere Ungereimtheiten beim Schlachthof-Deal

„Marina-Quartier“: 17 Millionen Euro verschenkt?

Entsorgung von Altlasten und ein sündteures Veranstaltungszentrum – mittlerweile ist allgemein bekannt, dass das „Marina-Quartier“ für die Stadt Regensburg ein Draufzahlgeschäft ist. Doch möglicherweise wurde noch weitaus mehr Geld verschenkt, als bislang bekannt. Eine mehrfach preisgekrönte Masterarbeit kommt zu dem Ergebnis: Niedrig geschätzt hätte die Stadt Regensburg mit der Eigenentwicklung des Areals rund 17 Millionen Euro verdienen können. Der Verwaltung war diese Arbeit bekannt. Im Stadtrat wurde sie nicht einmal diskutiert.