Archiv für 21. Dezember 2017

Neuer städtischer Service?

Besuch Dein Amputat am Grab

Kein Witz: In Regensburg können Betroffene von Amputationen ihr eigenes Bein am Grab besuchen. Der zuständige Amtsleiter bietet sogar persönliche Begleitung zu der Begräbnisstätte an, wo neben den Amputaten auch „Restasche“, die bei der Reinigung des Krematoriums anfällt, in Urnen beigesetzt wurde.

Unter diesem Kreuz sollen sich laut dem Leiter des Bürgerzentrums verbrannte Amputate und bei Reingungsarbeiten anfallende "Restasche" befinden - schicklich in Urnen beigesetzt. Foto: as

Unter diesem Kreuz sollen sich laut dem Leiter des Bürgerzentrums verbrannte Amputate und bei Reingungsarbeiten anfallende „Restasche“ befinden – schicklich in Urnen beigesetzt. Foto: as

„Stadtamhof“ und „Steinweg“ – so heißen die alten Teile des Bergfriedhofs am Dreifaltigkeitsberg. Wer von der Trauerhalle kommend über das fast schon idyllische Gelände dort hin flaniert, stößt irgendwann auf ein sechs Meter hohes Kreuz mit goldenem Christus, eingerahmt von zwei reich geschmückten Gräbern für anonyme Bestattungen und Bänken zum Beten und Verweilen. Was kaum einer weiß: Hier können Betroffene, denen im Evangelischen Krankenhaus irgendwann einmal eine Hand, ein Arm oder ein Fuß abgenommen werden musste, ihr eigenes Amputat besuchen. So steht es zumindest in einer Mail, die Peter Müller, Amtsleiter des Regensburger Bürgerzentrums und damit zuständig für das städtische Bestattungswesen und Krematorium, im Mai 2017 an einen Betroffenen verfasst hat.