Diskussion um mediale Verantwortung

„Bisschen cooler, bisschen weniger 1984“

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Die zweite Ausgabe der „Regensburger Gespräche“ drehte sich am Dienstag um das Thema „Alles für den Klick? Berichterstattung in Zeiten sozialer Netzwerke“. Das Theater Regensburg hatte in sein Haus am Haidplatz geladen, um über die Verantwortung des Journalismus in Recherche, Aufbereitung und Präsentation von Inhalten zu diskutieren. Dabei standen besonders im Fokus: Print vs. online, Clickbait und der richtige Umgang mit Hasskommentaren.

Das Podium im Theater am Haidplatz. Von links nach rechts: Christian Kucznierz, Esther Slevogt, Ruth Zapf, Christian Schiffer und Moritz Tschermak. Foto: om

Das Podium im Theater am Haidplatz. Von links nach rechts: Christian Kucznierz, Esther Slevogt, Ruth Zapf, Christian Schiffer und Moritz Tschermak. Foto: om

Der Tag hätte kaum besser passen können. Kurz nach 10 Uhr vormittags verkündete der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle das Urteil des Zweiten Senats, dass die neonazistische Partei NPD nicht verboten werde. Blöd dabei: Bereits wenige Minuten vorher verbreiteten zahlreiche Medien, darunter Spiegel Online, Phoenix, FAZ.net und das Erste per Eilmeldungen, Push-Nachrichten und dergleichen mehr die Falschmeldung, die NPD sei verboten.

Was war passiert? Die Redaktionen konnten schlichtweg nicht die Verlesung der Verfahrensanträge von der Verkündung des Urteils unterscheiden und/oder schrieben voneinander ab. Ein Lehrstück vorschneller Berichterstattung im Wettbewerb um die allererste Schlagzeile. Ein Negativbeispiel, das geradewegs in die Diskussion des Abends führt.

Auf dem Podium: Christian Kucznierz (Mittelbayerische Zeitung), Esther Slevogt (nachtkritik.de), Moritz Tschermak (BILDblog) und Christian Schiffer (Bayerischer Rundfunk), der kurzfristig für den „aus persönlichen Gründen“ verhinderten Chefredakteur der Huffington Post, Sebastian Matthes eingesprungen ist. Moderiert wird die Diskussion von Ruth Zapf (Theater Regensburg).

Dotzler: Diametraler Gegensatz von Online-Journalismus und gedruckten Blättern

Vor dem eigentlichen Gespräch liefert der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Dotzler (Universität Regensburg) einen etwa viertelstündigen Impulsvortrag zur Rolle von Onlinemedien im Vergleich zu klassischen Printausgaben.

Dotzler konstatiert, dass Onlinejournalismus in „diametralem Gegensatz“ zu gedruckten Nachrichten stünden. So seien Zeitungen in der Auslage eines Kiosks ein begrenztes Ganzes und zeichnen sich (nicht nur materiell) durch Integrität aus, während Onlinenachrichten immer und überall abrufbar und diffus seien.

Im Zusammenhang mit den Falschmeldungen bei der NPD-Urteilsverkündung spricht Dotzler von einer „vollständigen Inversion der Zeitungssituation“. Als wertend möchte er beide Thesen nicht verstanden wissen. Dotzler spricht von einer „feindlichen Übernahme“ der Zeitung durch das Internet und der „Selbstkannibalisierung der gedruckten Blätter“, die gedruckt, aber eben auch online zugleich sein wollen.

Kein Kulturpessimismus!

Die Unterschiede zwischen zwischen print und online spielen auch in der Diskussion zunächst die Hauptrolle. Für Moritz Tschermak etwa ist die praktizierte und erwartete Schnelligkeit des Onlinejournalismus‘ die Hauptursache für faktische Fehler. So könne man beispielsweise bei Spiegel Online täglich Fehler finden, während der gedruckte SPIEGEL kaum faktische Irrtümer enthalte.

Christian Schiffer findet, dass Qualität von Journalismus nicht von seiner Form abhänge. Es sei egal wo schlechter Journalismus stattfinde, schließlich hätte es ihn auch vorher schon gegeben: „Früher waren es große Buchstaben auf totem Holz“. Online werden Fehler allerdings stärker wahrgenommen, können dafür aber schneller korrigiert werden. „Es ist nicht alles besser geworden, aber schlechter erst recht nicht“, so Schiffer.

Kucznierz: „MZ denkt vom Thema her“

Der MZ-Ressortleiter für Politik, Christian Kucznierz, sieht das ähnlich. So versuche sein „Medienhaus“ – wie die Mittelbayerische Zeitung sich immer öfter und penetranter nennt – seit längerem bereits alle medialen Plattformen zu bespielen, vom „Thema her zu denken“ und Informationen für die Nutzer bestmöglich aufzubereiten. Zu diesem Zeitpunkt wusste Kucznierz noch nicht, dass die MZ bereits am Tag darauf die crossmedialen Kanäle werde hochfahren müssen, wie nie zuvor. Mit tatsächlich überwiegend sehenswerten Ergebnissen. Aber das nur am Rande.

Crossmedial unterwegs: Kucznierz (Medienhaus). Foro: om

Crossmedial unterwegs: Kucznierz (Medienhaus). Foro: om

Schnell, aber sorgfältig

Den ausschließlich online stattfindenden Weg geht Esther Slevogt, die mit der Theaterkritikseite nachtkritik.de eine schnelle, sorgfältige und partizipative Form der Theaterkritik anbietet und dabei „das erste Wort über Kunst haben möchte und nicht das letzte.“ Lesermeinungen werde ein großer Stellenwert eingeräumt und letztlich solle das „beste Wort“ gewinnen.

Auf den Journalismus im Allgemeinen bezogen, scheint jedoch genau dies nicht besonders gut zu funktionieren. Häufig genug gewinnt eben nicht das beste Wort, sondern das reißerischste, vulgärste, abgestumpfteste, widerlichste und faktenwidrigste. In den Kommentarspalten spielen sich bekanntlich teilweise (und gefühlt überwiegend) abenteuerlichste Dinge ab. Themen, die auch das Podium behandelt.

Dem Hass begegnen, aber nicht mit Verboten

Clickbait, Fakenews, Postfaktizität, Trump, Lügenpresse, Filterblasen und dergleichen mehr: In diesen Punkten herrscht weitgehend Einigkeit bei den Diskussionsteilnehmern. Um wahrheitswidrigem Hass Herr zu werden, seien im Grunde alle gefragt, insbesondere aber die Politik und die Medien selbst.

Die Politik sollte dabei jedoch deutlich mehr Gelassenheit zeigen und nicht reflexhaft irgendwelche Verbote fordern. „Wir müssen doch nicht alle Details aus Orwells 1984 in unsere Gesellschaft übernehmen“, so Schiffer. Medien könnten zudem durchaus selbstbewusster Debatten in Kommentarspalten reglementieren.

Nicht über jedes Stöckchen springen

Tschermak empfiehlt Medien nicht über jedes Stöckchen zu springen, das ihnen insbesondere Rechte um der kalkulierten Provokation willen hinhalten. Slevogt rät dem Journalismus zusätzlich sich nicht aus Angst vor Relevanzverlust anzubiedern und treiben zu lassen, sondern selbst (wieder) Themen zu setzen.

Für die MZ, also das Medienhaus, versichert Kucznierz, gelte dies, zumal Klicks „keine Währung“ seien und in der Redaktion beispielsweise auch auf das Timing wert gelegt werde, wann bestimmte Themen über Social Media verbreitet werden. Dann nämlich, wenn sichergestellt ist, dass die zu erwartende Hassflut der „üblichen Verdächtigen“ überblickt und notfalls unterbunden werden kann.

Die Mittelbayerische Zeitung Das Medienhaus nenne beispielsweise auch keine Nationalitäten bei (mutmaßlichen) Straftaten o.Ä., wenn diese Information keinen Mehrwert bringe.

Ein unbeabsichtigter Polt-Sketch als Krönung

Insgesamt verläuft die gut, souverän und kenntnisreich moderierte Diskussion sachlich, kurzweilig und humorvoll. Anteil an letzterem haben insbesondere Tschermak und Schiffer, die es verstehen digitale und analoge Phänomene mittels popkultureller Sensibilität und Gewandtheit mit ernsten, politischen und sogar (medien-)pädagogischen Anliegen zu kombinieren.

Slevogt ist dann bei den aus Zeitgründen wenigen zugelassenen Fragen aus dem Publikum gefragt ihr medienpädagogisches Knowhow einzusetzen, als ein Zuhörer, scheinbar einem Gerhard-Polt-Sketch entstammend, fragt, worüber die ganze Diskussion überhaupt gehe und ob es sich schon auch um „des Facebook“ drehe, in dem er seit Kurzem angemeldet sei und neulich bei einer Bekannten gelesen hätte, dass Merkel die Stieftochter von Honecker sei. Ob das denn stimme und wer „des ibahabt da neischreibt, in des Facebook.“

Bei der ersten Theater-Diskussion: Ein genervter OB. Foto: om

Bei der ersten Theater-Diskussion: Ein genervter OB. Foto: om

Nicht zuletzt auch durch diesen kauzigen Zwischenfall unterscheidet sich die Diskussion (wohltuend) von der ersten Ausgabe der „Regensburger Gespräche“, die sich eher durch neckische Kontroversen und besonders die Pampigkeit des Oberbürgermeisters auszeichnete, der sich dieser Tage zu einem echten Klick- und Schlagzeilenlieferanten entwickelt hat. So schnell kann es gehen – Print und online.

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Kommentare (9)

  • Joe Kermen

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    Das die MZ da eine Art „Markenrelaunche“ hinlegt bzw. hinlegen will, ist auch verständlich. Denn „das Medienhaus“ ist eben tatsächlich ein solches. Es ist ja auch nicht so, als würde der Verlag ausschließlich Zeitung machen. Selbst wenn man nur die Printsachen nimmt, trifft „Zeitung“ ja schon nicht mehr recht zu.
    Hinzu kommt eine verstärkte, ja auch diskutierte, Onlinepräsenz. Hand in Hand mit Videobeiträgen – worüber sich TVA sicher nicht unbedingt freut. Viele Medien unter mehr oder minder einem Dach = Medienhaus.
    Aber ja, der Herr Kurcznierz war schon darauf bedacht nur keine Zweifel an der Integrität seines Medienhauses aufkommen zu lassen. Das auch die MZ Nachrichten und Informationen als Ware verkauft, sei es gegenüber den Lesern oder auch der Anzeigenkunden – lieber mal abtun. Hat ja nichts mit Qualitätsjournalismus zu tun…oder? Unterschied zwischen Regionaler Berichterstattung eines monopolistischen Stadtblattes und der bundesweiten Berichterstattung am Kiosk ansprechen – fehlanzeige. Zugegeben: Dafür fehlte die Zeit und die entsprechende Frage.
    Esther Slevogt nahm eindeutig den Part des überflüssigen Rundensitzers wahr, der in solchen Formaten irgendwie obligatorisch zu sein scheint. Gerade an dieser Stelle ein Lob an Moderatorin Ruth Zapf, die nicht nur angemessen vorbereitet war, sondern auch dafür sorgte wenigstens ein Minimum an Wortbeiträgen in Frau Slevogts Richtung zu schieben. War kein Vergleich zur katastrophalen Moderation des ersten Teils der Regensburger Gespräche durch Frau Sperb. Wobei hier natürlich auch die Gesprächsgäste den gravierenden Unterschied machen. Egal ob in kleinen Live-Runden oder in großen Fernsehformaten – sobald ein Berufspolitiker in der Runde sitzt droht die Stimmung immer Richtung Vorwurf- und Verteidigungsgebrüll zu kippen.
    Diesbezüglich haben Schiffer und Tschermak wiederum den Abend gerettet – denn der ein oder andere Zuschauer war (vor allem nach dem Implusvortrag) nahe dran Einzuschlafen.
    „Der alte Mann und die Bärbl auf Facebook“ – manche Dinge kann man sich nicht ausdenken, die muss man erleben. Wobei eben diese Episode des Abends genau das gezeigt hatte, was ich befürchtete: Medienkompetenz am Ar***. Die Älteren (der Begriff „Digital Immigrants“ fiel ja auch) sind überfordert, die Jüngeren glauben schon alles zu wissen. Erstmal laut lachen, wenn Angela Merkel von „Neuland“ spricht – und dann wundern warum plötzlich so viele Leute glauben das die Erde eine Scheibe ist. Oder Angela Merkel die Schwiegertochter von Erich Honecker…aber war sie eigentlich nicht die Tochter von Helmut Kohl? Langsam komme ich durcheinander ;-)
    Alles in allem war es Interessant aber nicht wegweisend. Ähnlich wie schon Folge 1 um das Theater. Mit dem Unterschied das man sich in Organisation und moderation deutlich verbessert hat und sich die Gäste nicht permanent falsch verstehen wollten.
    Ich freue mich auf das nächste Mal.

  • TutNixZurSache

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    Als investigativer, gut im Geschäft befindlicher Journalist, der seit > 25 Jahren in Regensburg lebt (aber nicht arbeitet) und hier durchaus (zumindest unter Kollegen) namentlich bekannt ist, bin ich mal wieder krass erstaunt, wie man es schafft, eine solche Veranstaltung unter Ausschluss der Zielgruppe abzuhalten. Gerade zur, ich zitiere, „Verantwortung des Journalismus in Recherche“ hätte meine Wenigkeit sicherlich einiges Substanzielles aus der Praxis anzumerken gehabt. Aber gut, es war ja ohnehin bereits die Créme de la Créme des kritischen Topjournalismus auf dem Podium vertreten (Mittelbayerische Zeitung, BR und Co.) – und im Publikum vermutlich die werten Kollegen des hiesigen Lokaljournalismus, die ja bereits die Wolbergs-/Schaidinger-Affäre so frühzeitig und vollständig aufgedeckt haben…
    — Nein, im Ernst: Welche Provinzler organisieren eigentlich den Verteiler einer solchen Veranstaltung? Ist es gar Absicht, dass all jene Kollegen, die NICHT für MZ, Wochenblatt und Co. tätig sind, im Vorfeld nicht von einer solchen Veranstaltung erfahren, geschweige denn dazu eingeladen werden? Wenn ich mir das riesige MZ-Banner im Hintergrund ansehe, muss ich fast denken, es wäre so… (und um Missverständnisse/Lästereien von vornherein zu ersticken: Ich bin ehrlich nicht sauer, weil ich nicht auf dem Podium war. Bin ohnehin nicht der Selbstdarstellertyp. Ich wäre aber wirklich gerne im Publikum gesessen und hätte wohl so manche Wortmeldung zum Thema eingebracht).

  • Regensburger

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    Es geht bei MZ oder sogar auch beim Wochenblatt nicht immer nur um die Journalistik oder wahrhaften Recherchen, sondern manchmal (oder öfter) auch um die Politik. Manchmal kann man nicht glauben, dass (auch) die Chefetage oder die Leitung einer Redaktionen in dem freien Journalismus und der Freiheit der Meinung (GG Artikel 5 (1)) eine Zensur oder sogar eine Ausgrenzung betreiben. Statt zu recherchieren ist immer einfacher die Veröffentlichung des Berichts zu verbieten. Apropos – Zu solchen Diskussionen sind meistens nur die Menschen eingeladen die nicht zu kritisch sind.

  • bayernsbestfriend

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    „…Clickbait, Fakenews, Postfaktizität, Trump, Lügenpresse, Filterblasen und dergleichen mehr: In diesen Punkten herrscht weitgehend Einigkeit…“

    Darüber bestand wohl Einigkeit. Jedoch, worüber bei dieser Regensburger Veranstaltung gewiss nicht gesprochen wurde:
    Die Gründe, warum Menschen verschiedener politischer Ausrichtung (längst nicht nur AfDler!) den öffentlichen und vielen privaten Medien misstrauen, warum sie sie der Lüge zeihen, warum so viele Zeitgenossen derart geneigt erscheinen, auch noch so abstrusen Verschwörungstheorien Glauben zu schenken.

    Diese Gründe liegen in erster Linie darin, dass Bürger unseres Landes ihre eigene Identität als Deutsche/Bayern nicht ausreichend kennen und auch kaum die Gelegenheit haben diese Identität innerhalb angemessener Zeit (z.B. über Internet) und ohne größeren Aufwand (ohne die Lektüre hunderter Fachbücher bzw. wissenschaftlicher Artikel) kennen zu lernen.

    Wer sich zum Beispiel auch über die dunklen Seiten seiner deutschen/bayerischen Geschichte (über den unseligen NS hinaus!) schlau machen wollte, brauchte dazu entweder gute Freunde mit dem nötigen Wissen (haben nur wenige!) oder einen von Fachleutehand zusammengestellten Bücherschrank (haben noch weniger).

    Versuchte er es hingegen über Google, indem er nach deutschen (oder bayerischen) Tabus oder Fettnäpfchen suchte, gelangte er an Webseiten, die mit Beiträgen zu Sexpraktiken, Urlaubstabus und anderem irrelevantem Kram gefüllt waren, nur nicht an solche, die ihn über deutsche/bayerische Geschichtstabus aufklärten.

    Dieses Situation hat sich dank der rührigen Internet-Plattform haGalil seit einigen Monaten gottlob geändert und wird vom Leser auch offensichtlich dankbar angenommen. Die haGalil-Artikel zu den bayerischen und deutschen Tabus halten sich seit ihrem Erscheinen an den vordersten Plätzen bei den Googletreffern!

    In einer digitalen Informationsgesellschaft lassen sich gewisse Informationen eben nun mal nicht für ewig weggesperrt halten. Diese schmerzhafte Erfahrung machte nicht nur die NSA (nach Herrn Snowdens Enthüllungen), sondern ebenso allzu regional-patriotisch gesinnte bayerische (beamtete) Historiker, die sich immer häufiger mit dem Vorwurf gewissenloser Geschichtsklitterei oder böswilliger Auslassung konfrontiert sehen.

    Auch das hätte zum Bereich „Medialer Verantwortung“ (Thema oben) gehört, dass man von Medienmacherseite endlich einsieht, dass gegen Wahrheit kein Kraut mehr gewachsen ist und dass der Bürger das Recht auch auf Aufklärung über unpopuläre Seiten seiner bayerischen/deutschen Identität hat.

  • Anmerker

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    So gut kann der oben kommentierende investigative Journalist wohl nicht im Geschäft sein, wenn er nicht mal mitbekommt, dass eine öffentliche (!) Veranstaltung stattfindet. Sogar der „alte Mann“ mit seiner Bärbel scheint da besser informiert gewesen zu sein.
    Als Publikumsgast mit Journalismushintergrund (Zielgruppe?) bin ich der Meinung, dass der Abend auch ohne so manche investigative Wortmeldung unterhaltsam und interessant war, wenn auch der ursprünglich geladene Diskussionsteilnehmer von der Huffington Post der Ausgewogenheit durchaus gut getan hätte.

  • Joe Kermen

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    Mal ein paar Hinweise, die vor allem TutNixZurSache wahrnehmen sollte: Wie im Artikel beschrieben handelte es sich bei dieser Diskussion um ein Teil des Veranstaltungsformates „Regensburger Gespräche“. Diese wird (und das ist kein Geheimnis) in einer Kooperation von Stadttheater und MZ veranstaltet. Weswegen es auch nicht überrascht das die ersten beiden Themen Theater und Berichterstattung betreffen. Ebenso wenig ist es verwunderlich das die Veranstalter Werbung für sich machen und die Veranstaltung in ihren Räumen abhalten (scheinbar abwechselnd). Das angesprochene (im Artikel gezeigte zweite) Foto wurde im MZ Gebäude in der Kumpfmühler Straße aufgenommen wo eben Teil#1 stattfand.
    Die Veranstaltung ist für jeden offen und unentgeldlich besuchbar. Die Termine werden über den Theaterspielplan festgelegt und auch auf Facebook beworben, ebenso konnte ich eine Verlinkung im städtischen Veranstaltungskalender finden. – Also kein Grund hier einen Ausschluss der (kritischen) Öffentlichkeit zu vermuten.
    Wer gerne aus dem Publikum heraus mitdiskutiert hätte, den muss ich ohnehin enttäuschen. Die Veranstaltungen sind nicht dafür ausgelegt. Es wurden gerade mal so 3 Wortmeldungen aus dem Publikum angenommen und die verhältnismäßig schnell ab serviert. Eine richtige Publikumsdiskussion war (schon zeitlich gesehen) nicht geplant. Ebenso wenig wie bei Teil 1.

    Vielleicht sollte sich TutnixzurSache eher mal Gedanken über seine Vernetzung machen, wenn er von solchen Veranstaltungen nichts mitbekommt. Wobei ich zugeben muss, dass sie Verhältnismäßig schlecht beworben ist. Nichts desto trotz haben sich etwa 100Personen hinverirrt.

  • TutNixZurSache

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    Oho, nur ein süffisanter Lästerkommentar (by Anmerker), und ein zweiter, der sogar weitgehend substanziell ist (by Joe Kermen) ? Bin überrascht!
    – Zur Sache: Sollten Sie beide tatsächlich glauben, dass sich investigativer Journalismus (abgesehen davon: in meinem Fall gaaanz weit weg, inhaltlich wie räumlich, von Regensburger Lokalthemen) darin erschöpft, regelmäßig den Provinztheaterspiel- und den städtischen Veranstaltungsplan sowie Facebook zu screenen, muss ich Sie leider enttäuschen. Sie verwechseln berufsmäßige Recherche eines Profis offenbar mit Hobby“journalismus“ a la Wochenblatt (richtig, man kann notfalls auch mit Googeln als Journalist überleben. Es geht aber auch seriöser…).
    – und haben meinen obigen Post ohnehin nicht verstanden. Daher nochmal (und dieses Mal bitte lesen versuchen zu verstehen, nicht nur überfliegen – danke!): Veranstalter, denen an einer vielfältigen und tiefgreifenden Diskussion mit vielen interessierten Zuhörern gelegen ist, informieren im Vorfeld zielgerichtet speziell jene Gruppe, die (schon berufsmäßig) an einer solchen Veranstaltung interessiert sein sollte. Dies ist hier offenbar nicht geschehen („Jo mei, wir setzen’s ins Lokalblatt ins Vermischte und auf die Regensburg-Website, dann wird schon irgend jemand kommen…!“) – und genau das war auch der Kern meiner Kritik.

  • TutNixZurSache

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    Meine Vernetzung ist ausgezeichnet, lieber Joe (nur eben wie gesagt beruflich gaaanz weit weg von Regensburg). Da meine Schnittmenge sowohl mit dem Stadttheater als auch der lokalen Marketingveranstaltung namens „Medienhaus MZ“ gleich Null ist, bestehen hier in der Tat Vernetzungsdefizite. Vielleicht sollte ich ja öfter mit der SPD-Stadtratsfraktion zum Kneitinger gehen oder mich in den Regensburger Presseclub zum gegenseitigen Schulterklopfen einladen…

  • Hartmuth

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    Ob die Veranstaltung der Hauspostille ostbayerischer Unternehmer überhaupt etwas bewegen kann und soll, darf mit recht nachgefragt werden.

    Man achte darauf, dass die Monopolpresse hier tunlichst nicht auch noch sämtlich modernen Kommunikationsmöglichkeiten zu beherrschen beginnt.

    Wo sind eigentlich die Kartellbehörden, wenn ostbayerische Fehlentwicklungen ein echtes Monopol zur Folge hat?

    Das MZ und Stadttheater gut mit einander können, ist keine Geheimnis. Auch angesichts dessen logisch, dass man keinen kritischen Diskurs erwarten kann.

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