"Islam nicht integrierbar"

Der Bischof gibt den Trump

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Rudolf Voderholzer hat nachgedacht, sich an seine Aufgabe als römisch-katholischer Bischof erinnert und dann verkündigt, dass der Islam als Islam nicht ins christliche Abendland integrierbar sei. Wegen der Verneinung des Kreuzestodes des menschgewordenen dreifaltigen Gottes, meint er. Ähnlich oberflächlich macht Voderholzer sich Gedanken zur Rolle der katholischen Kirche im NS-Regime und der damaligen Ermordung von sogenannten „lebensunwerten“ Menschen.

 Foto: Archiv/ Staudinger

Referierte über die Nichtintegrierbarkeit des Islam: Rudolf Voderholzer. Foto: Archiv/ Staudinger

Zum vierten Jahrestag seiner Bischofsweihe hat Rudolf Voderholzer inne gehalten, ist einen Schritt zurückgetreten und hat nachgedacht, wie er sagt. „Über das Amt und die Aufgabe“ als Bischof. In diesen „politisch unruhige Zeiten“ sei das Bischofsamt gefragt und er versuche, „gar öffentlich Partei zu ergreifen“, sich zu Wort melden in der derzeit diskutierten Frage, „worin nun das spezifisch ‚christliche‘ der Politik bestehen könnte“. Obwohl Voderholzer mahnt, dass „die unmittelbare Tagespolitik nicht Gegenstand der Glaubensverkündigung sein sollte“, positioniert er sich eben dazu in seiner Ansprache am 29. Januar 2017.

Die Sorge um das Abendland

Voderholzer greift darin die Sorge Unbenannter ums Abendland auf. Es gehe ihm um eine „theologische Auseinandersetzung mit dem Islam und eine Kritik der Integrationseuphorie“. Angesichts der „Herausforderungen durch die großen Migrationsbewegungen“ sei „eine Pluralität von Positionen nicht von vorneherein verwerflich“. Man müsse diesbezüglich aber „nicht so sehr die Islamisierung fürchten“ als „vielmehr die eigene Lauheit, den eigenen Substanzverlust.“ Allerdings „sollte man nicht allen, die sich Sorgen machen um unsere abendländische-christliche Kultur, von vorneherein alle möglichen pathologischen Phobien unterstellen“, meint Voderholzer ohne zu sagen, wer wem diese Phobien nachsage.

Doch Voderholzer geht weiter und erklärt die Koexistenz von Christentum und Islam in Europa im Kern für gescheitert. In seiner Ansprache zum Jahrestag seiner Weihe bezeichnete er den Islam als „eine postchristliche Erscheinung“. Der Islam, „so viel Realismus müssen wir aufbringen“, trete mit dem Anspruch auf, „die Kerngehalte des Christentums zu negieren: Den Glauben an den dreifaltigen Gott, die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und sein Erlösungswerk am Kreuz.“ Voderholzer: Nur wer seinen eigenen Glauben entweder nicht kenne oder nicht ernst nehme, könne von daher eine „weit reichende Integration des Islam als Islam für möglich halten“.

Mit Rosenkranzgebet zum Sieg

Eine Auseinandersetzung mit dem Islam und der Frage der Integration von muslimischen Flüchtlingen fordert der Bischof nicht zum ersten Mal. In seiner Ansprache beim Sudetendeutschen Tag von Mai 2016 blies der Theologe Voderholzer bereits ins Horn der Integrationszweifler. Allerdings ohne den Islam undifferenziert als nicht integrationsfähige Erscheinung hinzustellen. Stattdessen betonte er damals noch „die Gemeinsamkeit im Bekenntnis des einen Gottes“.

In seiner Predigt zum Abschluss des Rosenkranzfestes kam er im Oktober 2015 ebenso auf die Integrationsfrage zu sprechen. Dieses Fest sei – so Dogmatik-Professor Voderholzer – entstanden im Gedenken an den Sieg gegen den „vorwärtsdrängenden Islam“. Den „Sieg der christlichen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto“ von 1571, welcher der Fürsprache der Gottesmutter zugeschrieben werde, „die durch das Rosenkranzgebet vieler Beter zu Hilfe gerufen worden war“.

Einweihung der Statue von Don Juan d'Austria im Jahr 1978. Im Bild (vl.): Bürgermeister Elmar Schieder, OB Friedrich Viehbacher, Alt-OB Rudolf Schlichtinger, Walter Boll und und der Stifter Johann Vielbert. Foto: Stadt Regensburg

Einweihung der Statue von Don Juan d’Austria im Jahr 1978. Ganz rechts im Bild: Walter Boll. Foto: Stadt Regensburg

Gerade in Voderholzers Bistum wird dieser Sieg hochgehalten. Auf jahrelanges Betreiben des ehemaligen NSDAP-Kreiskulturwartes und späteren Regensburger Museumsdirektor Walter Boll hat die Stadt dem Befehlshabers von Lepanto, Juan d‘ Austria, einem illegitimen Sohn Kaiser Karl V mit einer hiesigen Bürgertochter, 1978 zum 400jährigen Todestag ein Denkmal gesetzt. Da die Monumentalstatue unter dem Fuß des heldenhaften Juan einen abgeschlagen „Türkenkopf“ zur Schau stellt, gilt sie seit ihrer Ausstellung als protziger Ausdruck eines abendländisch-rassistischen Dünkels und zieht immer wieder Rechtsradikale an

Doch zurück zur Kritik an Voderholzers Rede.

Voderholzer: Nicht gegen einzelne Muslime – gegen Islam!

Der Deutschlandfunk hat Voderholzers Einstufung des Islams als nicht integrierbar hinterfragt und darauf hingewiesen, dass man mit der gleichen Begründung auch die Weltbilder von Juden, Hinduisten, Atheisten oder Agnostikern für nicht integrierbar halten könne. 

Daraufhin präzisierte der bischöfliche Pressesprecher, dem Bischof gehe es nicht um einzelne Muslime, sondern um den Islam als Islam. Voderholzer lasse auch nicht in die Schublade von „Pegida“ oder der „Alternative für Deutschland“ stecken, sagte Bistumssprecher Clemens Neck gegenüber dem Deutschlandfunk und verwies vielmehr auf die wegweisende Rede von Papst Benedikt von 2006 zum Islam. Benedikt XVI. ging damals allerdings nicht soweit, dem Islam die Integrationstauglichkeit pauschal abzusprechen und auch seine Rede ist nicht unumstritten.

Integration durch einen religiös neutralen Staat möglich

Der an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg lehrende Theologe Ulrich Ruh bestritt gegenüber regensburg-digital die Begründung Voderholzers entschieden. „Die Integrationsfähigkeit des Islam in westlichen Gesellschaften mit demokratischer Ordnung und religiösem Pluralismus“ entscheide sich nicht „an der Ablehnung der christlichen Lehre von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus“ wie Voderholzer insinuiere. Vielmehr könnten die Grundlehren von Islam einerseits und Christentum andererseits „ohne grundsätzliche Probleme in einem religiös neutralen Staat koexistieren“ und dies trotz theologischer Kontroversen beiden Religionen bzw. Gemeinschaften nützen. Als Beleg dafür gibt Dr. Ruh das Judentum an, das die christliche Trinität und Gottessohnschaft ebenso strikt ablehne und dennoch integriert sei. 

Die Integration des Islam hänge also, so Ulrich Ruh, „nicht von seiner ‚postchristlichen‘ Dogmatik ab, sondern davon, ob seine hiesigen Anhänger die Grundprinzipien unserer Verfassung akzeptieren, zu denen unter anderem Religions- und Meinungsfreiheit gehören.“ Der „Mainstream der europäischen Muslime“ würde diese Prinzipien akzeptieren.

Auf den Pfaden von G.L. Müller?

Was Rudolf Voderholzer unlängst zu seinem Islam-Verdikt in einer kaum ausgearbeiteten populistischen Ansprache angetrieben hat, ist unklar. Da ein Bischof sich der Tagespolitik eigentlich enthalten sollte, gehöre das politische Tagesgeschäft zu den Aufgaben der getauften und gefirmten Weltchristen, so Voderholzer. Deshalb ermutigte er in seiner Ansprache auch die Laien zum politischen Engagement. Sozusagen zur Verteidigung des Abendlandes unter bischöflicher Führung.

Offenbar steigt Dr. Voderholzer nun in die Fußstapfen seines Vorgängers Gerhard Ludwig Müller, der anlässlich eines Bauantrags für eine Moschee in Regensburg laut Mittelbayerischer Zeitung bereits im März 2009 postulierte:

„Moscheen passen im Grund nicht in unsere christlich-abendländische Kultur.“

Dem steht neben dem Beschluss der deutschen Bischofskonferenz vom September 2008, der sich für würdige muslimische Gotteshäuser ausspricht, auch die generelle Anerkennung der Muslime als abrahamitische Religion durch das Zweites Vatikanische Konzil gegenüber.

Weder christliche noch muslimisches Dominanz

Insgesamt bleibt offen, für welches Abendland oder Europa Voderholzer überhaupt glaubt Maßstäbe oder Glaubenskriterien vorgeben zu können. In welcher Hinsicht ist die Ansicht eines Diözesanbischofs überhaupt relevant? Die hochwürdigen Herrn Müller oder Voderholzer sind nicht zuständig für Baugenehmigungen oder Gesetze. Sie beeinflussen aber das Klima einer Stadtgesellschaft. So auch das von Regensburg, das bislang keine neue Moschee vorweisen kann

In der BRD hat die Gruppe der Konfessionslosen mit rund 28 Prozent längst die Mehrheit inne und die Katholiken auf den zweiten Rang verdrängt. Tatsächlich dürfte die allergrößte Mehrheit der Deutschen und hier lebenden Nicht-Deutschen weder Interesse an einer katholischen noch an einer muslimischen Dominanz haben.

Die Mär vom geknechteten Volk im NS-Regime

In einem zweiten, größeren Teil seiner Ansprache zum Jahrestag kam Rudolf Voderholzer auf das NS-Regime und die Ermordung von als „lebensunwert“ eingestuften Menschen zu sprechen. Laut Voderholzer sei die christliche Botschaft „von ihrem innersten Kern her die beste Vorbeugung gegen jede Form von Totalitarismus, von Vergöttlichung des Staates, von Vergöttlichung der Nation“. Weil „alle Menschen das Antlitz Gottes aufgeprägt haben, Bild Gottes sind“, sei die christliche Botschaft auch aus ihrem innersten Kern heraus die Absage an jede Form von Rassismus.“

Als Beleg für seine (idealisierende) Auffassung der christlichen Botschaft zitiert Voderholzer den Münchner Kardinal Michael Faulhaber. Dieser habe in seiner Adventspredigt von 1933 mit „einer theologischen Aussage die Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus“ zurückgewiesen:

„Wir sind nicht durch deutsches Blut erlöst, sondern durch das Blut unseres Herrn Jesus Christus.“

Doch war die Haltung des Münchner Kardinals so eindeutig, wie es Vorderholzer in den Raum stellt? Nein, denn Faulhaber verpflichtete die katholische Priesterschaft andererseits etwa, „in Predigt und Privatgespräch alles zu vermeiden, was das Vertrauen zur nationalen Regierung zerstören könnte“. In dieser bischöflichen Verpflichtung dürfte eine erhellende Antwort auf Voderholzers Frage liegen, „wie ein totalitäres Regime es geschafft hatte, über zwölf lange Jahre hinweg ein Volk in dieser Weise zu knechten und zu verängstigen, die Menschenrechte mit Füßen zu treten und ein Meer von Blut und Tränen zu hinterlassen“. So rätselte der Hirte Voderholzer 2015, zum 70. Jahrestag der Ermordung von Domprediger Dr. Johann Maier, vor dem Landeskomitee der bayerischen Diözesen und bemühte dabei die unsterbliche These vom verführten und geknechteten christlichen Volk.

Verfehlungen der Kirche?

Ein Blick in seine Bibliografie zeigt, dass Voderholzer zu der Rolle der katholischen Kirche im NS-Regime fast nichts publiziert hat. Dessen ungeachtet referierte er schon des Öfteren über den von ihm verehrten calvinistischen Publizisten Fritz Gerlich, der zum Katholiken konvertierte und 1934 im Konzentrationslager Dachau als Nazigegner ermordet wurde (So auch demnächst). Doch kann mit ausgewählten positiven Beispielen ein stimmiges Bild der Kirche im NS-Regime gezeichnet werden?

Die von Papst Johannes Paul II. eingesetzte „Internationale Theologische Kommission“ ging anders vor und stellte ungewöhnliche und doch vorsichtig gehaltene Fragen: „ob die Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten nicht doch auch von antijüdischen Vorurteilen begünstigt wurde, die in den Köpfen und Herzen einiger Christen lebendig waren. Haben die Christen den Verfolgten und darunter besonders den Juden jede mögliche Hilfe gewährt?“

Vom Regensburger Ordinariat wurden solche Fragen bislang nicht öffentlich beantwortet, obwohl sie bereits im Jahre 2000 von dem damaligen Professor Gerhard Ludwig Müller unter dem Titel „Erinnern und Versöhnen die Kirche und die Verfehlungen in ihrer Vergangenheit“ publiziert wurden.

Der renommierte Holocaustforscher Yehuda Bauer drückte diese Verfehlungen in seiner Ansprache im Bundestag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus von 1998 so aus:

„Die Kirchen schwiegen, wenn sie nicht selbst mitmachten.“

Geistliche für nationalsozialistische Rassenhygiene

Wer in Voderholzers Weltbild offenbar keinen Platz hat, sind kollabierende Geistliche wie der ehemalige Rektor der Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburgs, Josef Engert, der die nationalsozialistischen Rassengesetze im Kleruskalender von 1939 explizit begrüßte und die sogenannten Slawen und Ostjuden als „Gefahr für die nordische Rasse“ ansah. 

Ebenso befürwortete Engert die sogenannte nationalsozialistische Rassenhygiene und „das Recht des Staates, Hemmungen für erbkranke Partner einzulegen“. Nach 1945 verleugnete Prof. Engert seine aktive Kollaboration, stellte sich stattdessen als Nazigegner hin und starb als ehrenwerter Hochwürdiger Herr. Die erste große Eucharistiefeier und der Hauptgottesdienst des Regensburger Katholikentags 2014, jeweils zelebriert von Bischof Voderholzer, fanden im Stadion just an der Josef-Engert-Straße statt, die kurz darauf aufgrund von Recherchen von regensburg-digital umbenannt wurde.

Nach Recherchen von regensburg-digital umbenannt: die Josef-Engert-Straße. Foto: Werner

Nach Recherchen von regensburg-digital umbenannt: die Josef-Engert-Straße. Foto: Werner

Die Bilder von diesen Feiern im Stadion hätten sich ihm, so Voderholzer in seiner oben genannten Ansprache zum Weihejubiläum, „tief ins Herz gegraben“.

Graber sah messianischen Schwung im Nationalsozialismus

Mit seinem Vorgänger Rudolf Graber, der von 1962 bis 1981 Bischof von Regensburg wirkte, hat sich der Dogmatiker Voderholzer eigenen Angaben zufolge ausführlich beschäftigt. Mit dem promovierten Geistlichen Rudolf Graber, der von Februar 1931 bis Dezember 1933 im der katholischen Jugendorganisation Bund Neudeutschland (ND) die Führungsstelle des „Geistlichen Leiters“ für den Donaugau bekleidete. In der Zeitschrift des Bundes der Älteren Neudeutschen, „Werkblätter“, wurde zum Jahreswechsel 1933/ 34 Grabers Vortrag „Deutsche Sendung“ publiziert, der den Wissenschaftler Voderholzer längst stutzig gemacht haben sollte. Graber 1933:

„Ich glaube, es liegt in dem Kampf gegen das Judentum die instinktive Abneigung des ganzen Deutschen Volkes, das sich unbewußt als das auserwählte Volk der neutestamentarischen Verheißung betrachtet und nun einmal mit Recht nicht verstehen kann, warum das verworfene Israel die Welt beherrschen soll und nicht das Volk der Mitte.“

Die Politik aus dem Glauben“ habe – so Graber in seiner Rede weiter – „dem Nationalsozialismus einen unverkennbaren messianischen Schwung gegeben“. Graber sah das „Dritte Reich“ als legitimen Nachfolger des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen (Auflösung 1806) und suchte darin Schutz gegen die Erzfeinde des christlichen Abendlandes:

„Hieß es bei der Entstehung des hl. Reiches: Rettung des Imperium Romanum vor Chaos-Antichrist oder Islam, so heißt es heute: Das dritte Reich als Rettung des Abendlandes vor dem Chaos des Bolschewismus, asiatischer Barbarei.“

Was haben die deutschvölkischen und anti-islamischen Bekenntnisse eines Rudolf Grabers mit der katholischen Glaubenslehre Voderholzers zu tun? Anders als Voderholzer generell meint, führte die „christliche Botschaft“ jedenfalls bei Graber 1933 im Kern zu mörderischem Rassismus und Antisemitismus. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Zu dem Ergebnis, Graber argumentiere „explizit rassistisch“, kam Klaus Breuning bereits 1969 in seiner Untersuchung des Deutschen Katholizismus zwischen Demokratie und Diktatur (1929-1934). Der Regensburger Bischof Voderholzer wie auch sein Vorgänger ignoriert sie.

Grabers Untergang des Abendlandes als Vorbild?

Nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus stellte sich Graber als dessen Opfer dar. Da es nun nicht mehr opportun war, von der „Deutschen Sendung“ zu sprechen, sorgte er sich fürderhin ums Abendland. Im Jahre 1957 gehaltenen Vortrag, „Maria und der Untergang des Abendlandes“, meinte Graber, man müsse

„aber auch dann schon vom Untergang des Abendlandes sprechen, wenn seine geistige Kraft erschlafft und erlahmt und es biologisch, blutmäßig, von neuen, unverbrauchten Völkern durchsetzt und in Besitz genommen wird. […] Es ist kein Zweifel, daß die Größe des Abendlandes auf seiner christlichen Sendung beruht.“

Bischof Rudolf Graber: Reaktionärer Rechtsaußen und Verfechter einer Reichs-Theologie. Foto: Bistum Regensburg

Bischof Rudolf Graber: Reaktionärer Rechtsaußen und Verfechter einer Reichs-Theologie. Foto: Bistum Regensburg

Nachdem Rudolf Graber 1962 als Bischof von Regenburg inthronisiert wurde, spielten überregionale Medien auf seine Nazivergangenheit an. Diese hat den von Graber nach Regenburg geholten Theologen Dr. Josef Ratzinger nicht davon abgehalten, ihn als NS-Gegner darzustellen und ihm mit gewisser List die erste Ehrendoktorwürde der Universität Regensburg zuzuschanzen. 

Ohne sich wörtlich auf Rudolf Graber zu beziehen, in dessen Amtszeit dem Befehlshabers von Lepanto 1978 ein Denkmal gesetzt wurde, steht Voderholzer offenbar tief in der Tradition seines Vorgängers, gerade in der Sorge ums „christliche Abendland“. Freilich ohne dessen offen rassistisches bzw. antisemitisches Vokabular zu benutzen, oder durch ein NS-Engagement belastet zu sein.

Buchberger für den „Endsieg“ der Nazis

Indessen scheint sich der Wissenschaftler Voderholzer nie mit der weit in die Katholische Kirche reichende Kollaboration und den ideologischen Übereinstimmungen mit dem NS-Regime auseinandergesetzt zu haben. Wie viele seiner Kollegen betont er vor allem die an Zahl relativ geringen geistlichen Opfer des NS-Regimes, wie etwa Fritz Gerlich oder den Regensburger Domprediger Johann Maier. Von diesen Opfern aus zieht er dann eine direkte Linie „zur Bekämpfung des Christentums, das mit seiner Moral des Mitleidens dem Endziel Hitlers im Wege“ gestanden hätte.

Zum „Endziel Hitlers“ gehörte auch die Ermordung von Juden, Sinti und Roma und der sogenannten „Lebensunwerten“, die im christlichen Abendland trotz einer vorgeblichen christlichen „Moral des Mitleidens“ fast vollständig verwirklicht worden ist. Wer diese historischen Zusammenhänge umdeuten will, dem kann man nur interessensgeleitete Geschichtsklitterung und bequemen Selbstbetrug bescheinigen.

Hinsichtlich des von Hitler angestrebten militärischen „Endsiegs“ soll Vorderholzers Vorgänger, Bischof Michael Buchberger, zu Wort kommen. Dem lag die kirchliche Unterstützung der deutschen Armeen stets am Herzen. Buchberger war es, der in seiner Weihnachtsansprache von 1943 die bedingungslose Unterstützung unserer „Krieger“ und „Heldensöhne“ forderte:

„Es darf niemand geben, der an der großen, entscheidenden Stunde des Vaterlandes verständnis- und gefühlslos vorübergeht, der auf Vergnügen und Genuß sinnt oder gar die heilige, eheliche Treue bricht, während die Lieben im Felde mit dem Feind und mit dem Tode ringen. ‚Treu unserem Glauben und treu unserem Vaterland‘ soll unsere Losung bleiben!“

Kommentar

Was Bischof Voderholzer nach seinem Islam-Verdikt mit den Massen von angeblich nicht integrierbaren Muslimen anstellen will, hat er nicht verraten. Auch nicht, was mit den von ihm überhaupt nicht erwähnten Juden geschehen soll, welche die Erlösung durch die Menschwerdung eines dreifaltigen Gottes ebenfalls strikt verneinen. Ausweisen?

Voderholzers ausgrenzendes Vorgehen erinnert an die launenhafte und von tiefen Ressentiments angetriebene Politik eines Donald Trump, der seine Vorstellungen von dem Islam unterschiedslos auf die Bevölkerung von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten stülpte und gerade internationale Gefüge zerstört. In Deutschland orientiert sich der katholische Theologe Vorderholzer mit seinem Verdikt gegen den Islam offenbar am CSU-Chef Horst Seehofer, der seit Monaten mit seiner Parole „Obergrenze für Flüchtlinge“ nationalistische Stimmungsmache betreibt und um die Zustimmung von Intergrations-Gegnern und Rechtsradikalen buhlt.

Dass die staatlich organisierten und gesellschaftlich weitgehend getragenen NS-Massenmorde an Sinti und Roma, Juden und sogenannten „Lebensunwerten“ im vom Voderholzer dogmatisch verklärten „christlichen Abendland“ geschehen sind und die deutschen Täter fast alle getaufte Christen waren, scheint der Bischof intellektuell und emotional nicht erfasst zu haben.

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Kommentare (27)

  • Mr. T

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    Nicht nur der Islam negiert den Kerngehalt des Christentums, sondern auch der aktuelle Stand des Wissens. Herrgott, schmeiss endlich s Hirn vom Himmel!

  • hutzelwutzel

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    Wie immer wenn aus Herrn Werners Feder, ein wunderbarer Artikel. Danke! Werde der MZ und den anderen R.Publikationen empfehlen, sich einen Reprint genehmigen zu lassen.
    ————————————————————–
    Vier Jahre Dr. Voderholzer haben also für Regensburg nicht viel Neues gebracht, außer weitere Nichtklärung der Mißbrauchsfälle (zumindest mal eine Pressekonferenz mit selbstgekürten Opfervertretern), und jetzt mal eine deutliche Ablehnung des Islam für das ober-erz-christkatholische Regensburg.
    OB Wolbergs war explizit für die Moschee, oder?

  • hutzelwutzel

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    @Redaktion, und natürlich gerne zum Freischalten:

    Kleine Presseschau „OB Wolbergs“ (Januar 2017):

    1. MZ, 16. Januar 2017 15:29 Uhr
    OB Wolbergs mit Vertretern der Ahmadiyya-Muslime. Fünf Leute – darunter OB Wolbergs -, vor einem Standplakat mit der Aufschrift „Die fünf Säulen des Islam“.
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/stadtteile/konradsiedlung-wutzlhofen/ob-wirft-kritischen-blick-auf-den-islam-21349-art1475000.html
    ——————–
    Wolbergs lobt die Ahmadiyya-Muslime, eine der größten Muslim-Vereinigungen in Deutschland.

    2. 19. Januar 2017 20:19 Uhr:
    Eine Lichtgestalt scheitert.
    Nach der Verhaftung des OB: Ein Versuch, zwischen dem Helden und dem Inhaftierten den Menschen Joachim Wolbergs zu finden.
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/eine-lichtgestalt-scheitert-21179-art1476359.html

    Irgendwie drängen sich mir Parallelen zum Ex-BB Wulff auf. Nicht whar?

  • Angelika Oetken

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    Wenn Bischof Voderholzer den Trump gibt, wer macht dann den Bannon?

  • Silvia

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    Dass dürfte das Judentum auch nicht integrierbar sein, folgt man Voderholzer. Denn das Judentum kennt genau so wenig wie der Islam eine Dreifaltigkeit, akzeptiert keinen schon da gewesenen Messias oder Gottessohn, und ein Gott, der am Kreuz stirbt, ist nicht vorstellbar. …. Jede Religion aber darf doch auch anders sein. Wo liegt das Problem? Immerhin speisen sich Judentum, Christentum und Islam aus den Wurzeln des Alten Testaments und gelten als die drei alten großen Religionen der Schrift.

  • hutzelwutzel

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    @Sylvia:
    Wunderbar zusammengefasst! Außer hier wird ihm (Rudolf II.) aber niemand widersprechen. Verherrend ist aber in diesem Zusammenhang, dass auch der Glaubenspräfekt sich derart äußert, und in der Präfektur der Glaubenskongregation auch niemand zu sein scheint, der diese Aussagen des Regensburger Bischofs, also eines von weltweit sehr vielen Bischöfen, richtig stellen will. Dies letztendlich zum Schaden des Ansehens der Röm.-Kath. Kirche. Zaitzkofen scheint doch zu nahe bei Regensburg zu liegen. ;-)

  • hutzelwutzel

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    @Angelika Oetken:
    Spielen Sie etwa auf GV Fuchs an? ;-)
    Keine Sorge, der äußert sich nicht so dediziert, weil er sonst vielleicht weitere Fragen beantworten müßte. ;-)

  • Michael Lottner

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    Schade, dass wir den Rabbiner Jesus und Abraham, den Stammvater der Christen, Ismaeliten und des Volkes Israel nicht nach ihrer Meinung fragen können.

  • joey

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    alles in einen Artikel, am besten mit einer Prise Nazi, das zieht immer… und am Ende natürlich noch ein Trump.

    Jede Religion, bei der Frauen beim Gebet hinten, oben oder draußen sitzen müssen, ist mit einer modernen westlichen Gesellschaft nicht kompatibel.

    Beim Katholizismus bleiben auch noch ein „paar Fragen“ offen, die hoffentlich von den Bürgern in Wahlen und von den Mitgliedern mit Austritt bzw besser mit Nichttaufe beantwortet werden. Voderholzers Meister Müller macht, was er kann, um Austritte zu beschleunigen, Franziskus und Marx hingegen stehen nicht im Nazi Ruf – laufen eher links hinterher.

    Regensburg kann sich glücklich schätzen, keine Großmoschee zu haben, denn das wäre eine ditib oder eine vergrößerte alRahman. Die ditib ist schon immer ein Problem, Erdogan macht nur den gängigen extremen türkischen Nationalismus besonders sichtbar, inkl. Judenfeindlichkeit und Rassetheorien, die wir hier echt nicht gebrauchen können.

    Nazis hingegen sind nicht wegen großem Erfolg bekannt. Ob sich nun Neonzis vor Juan oder Augustus oder Baal versammeln bleibt gleich…unwichtig. Höcke und dergleichen werden die AfD eher zerlegen (vgl. aktuelle Umfragen), die bürgerliche Mitte lehnt solche Töne ab – aus verschiedenen Gründen, aber durchwegs.

    Trump kann man viel vorwerfen, unter Obama gab es auch große Probleme als Muslim ohne biometrischen Paß einzureisen.

    Alles in einen Artikel zu packen wird dann zum Rundumschlag. Welch ein braunes Regensburg, ach wie schlimm.

  • obelinchen

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    Ich stimme Bischof Voderholzer insofern zu, dass der Islam in den Katholizismus nicht integrierbar ist – so wie jede Religion nicht in eine andere integrierbar ist. Deutschland hat jedoch keine „Staatsreligion“.
    Hindus und Atheisten glauben weder an den dreieinigen Gott noch an einen anderen „einzelnen“ Gott. Alle ausweisen? muss ich auch gehen, da ich aus der Kirche (evangelisch-lutherisch) ausgetreten bin? und wenn ja wohin?

  • Rerich

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    Ich finde die aufgeworfenen Probleme bezüglich NS / Juden/ schon sehr weit hergeholt, auch den Bischof in diese Ecke zu stellen, finde ich nicht in Ordnung. Der Islam ( zumindest der politische) ist in Europa nicht integrierbar, dafür sorgen schon Saudi Arabien, Teheran usw., die Menschen mit muslimischen Glauben sind zu integrieren, wenn sie und wir wollen. Trump hier ins Spiel zu bringen, ist unredlich, und spricht nicht für den Verfasser, denn die 7 Länder wurden ja von Obama festgelegt, er hat nun versucht sein Wahlversprechen drüber zu stülpen, beide haben wahrscheinlich Geld in Saudi Arabien und anderswo investiert, denn warum erscheint dieser rückständige islamische Staat nicht auf der Liste. Bezüglich der Missbrauchsfälle wundert mich nur eines warum wird dies alles nach 40-50 Jahren publik und nicht zeitnah angesprochen.

  • bayernsbestfriend

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    Einigen Katholiken, auch solchen, die hier kommentieren, scheinen gewisse Binsentatsache nicht ganz klar zu sein, wenn sie so vor ihrem geistigen Auge Christentum, Judentum und Islam miteinander vergleichen, wenn sie abwägen, oder wenn sie zu urteilen versuchen…

    Die schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte brachen nicht Juden oder Muslime, sondern Christen vom Zaune. Die furchtbarsten Waffen, die der Mensch je entwickelte, brachten nicht Juden oder Muslime, sondern Christen zum Einsatz: Atombomben. Auch bei den bakteriologischen Kampfmitteln und bei den Giftgasen im Kriegseinsatz spielten stets christliche Völker die Pionierrolle, setzten sie als erste Vernichtungswaffen ein, ohne jedwede moralische Bedenken, und trotz Jesus und trotz „Liebe deinen Nächsten“.
    Die meisten Opfer (unschuldige Zivilisten) kosteten nicht Kriege, die die bösen Juden oder gar die bitterbösen Muslime angezettelt hatten, sondern Kriege, die brave deutsche (in erster Linie!), britische, französische, amerikanische, italienische etc. Christen zu verantworten haben.

    Deshalb, nicht der Islam, nicht das Judentum, nein, unser Christentum gehört an den Pranger.

    Längst überfällig sind Diskussionen, die die völlige Trennung von Kirche und Staat in Deutschland thematisieren. Längst überfällig sind Diskussionen zur Schuld der Kirche am europäischen Antisemitismus, Antiziganismus und am Hass gegenüber Muslimen.
    Wenn wir zum Beispiel wissen, dass die nazideutsche SS den Vatikan noch in den 1930er Jahren dafür lobte, dass dessen Zentralorgan Civilta Cattolica Judenhass (auf Primitivniveau) in die ganze Welt hinaus predigte, so hat für mich der Katholizismus auch gehörig Mitschuld an Auschwitz und an anderen Auswüchsen des deutschen eliminatorischen Antisemitismus.

    In den anstehenden Jahren werden auf unsere Katholiken eine ganze Menge Enthüllungen zukommen, denn immer weniger Historiker lassen sich bestechen oder halten aus falscher Pietät, oder gar aus „Treue“, Erkenntnisse zurück. Das Klima für verstockte, verbohrte RK-Apologeten wird merklich rauer werden und die Rückzugspositionen immer schwerer zu halten.

    Danke an Herrn Werner für seinen Beitrag, der zum Nachdenken geradezu herausfordert.

  • Anita Klitter

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    Zum Gedenktag 23. April 2015 ging Bischof Voderholzer mit in der ersten Reihe und irgendwo habe ich gelesen, dass er sich gefreut hat über die gemeinsame Demo, insbesondere, darüber dass den kirchlichen Opfer endlich gedacht werde.

    Wenn man die Geschichtsklitterungen Voderholzers liest und ernst nähme, könnte man aus einem konsequenten antifaschistischen Standpunkt heraus, nicht mit ihm demonstrieren, ohne dies zu thematisieren. Vermutlich sind aber die Leute aus VVN und SPD dermaßen gerührt, wenn der HH. Bischof mit ihnen demonstriert. Da kann man schon mal ein Auge zudrücken ;)

  • bayernsbestfriend

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    „Jede Religion, bei der Frauen beim Gebet hinten, oben oder draußen sitzen müssen, ist mit einer modernen westlichen Gesellschaft nicht kompatibel.“(joey)

    Jede Religion, die Frauen als Lebewesen zweiter Klasse behandelt, die ihnen Priesterweihe, hohe und höchste klerikale Funktionen vorenthält, ist mit einer modernen westlichen Gesellschaft nicht kompatibel.

    „Regensburg kann sich glücklich schätzen, keine Großmoschee zu haben, denn das wäre eine ditib oder eine vergrößerte alRahman.“(joey)

    Die Ingolstädter haben zwar auch keine „Großmoschee“, aber eine ganz anständige, moderne, und architektonisch rundum gelungene Moschee. Es ist bisher nicht bekannt geworden, dass die Existenz dieses muslimischen Gotteshauses zu einer Verrohung des zwischenreligiösen Klimas der Stadt oder zu besonderer Unterdrückung der Ingolstädter Muslime beigetragen hätte. Oder?

    „Welch ein braunes Regensburg, ach wie schlimm.“(joey)

    Die Regensburger Vor-NS-Geschichte sowie seine NS-Geschichte ist braun und traurig genug; seine rabenschwarze Vergangenheit und Gegenwart stinken zum Himmel.
    Außerdem gab es, wie Herr Werner oben am Beispiel Buchberger belegte, braun-schwarze Übergänge und Überschneidungen. Weitere Übergänge haben RD-Artikel der letzten Jahre offengelegt. Viele weitere harren noch der Erforschung.

  • hutzelwutzel

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    @Rerich:

    Wer die Ahmadiyya-Muslime in seine Krisensicht mit einbezieht, der vergisst, dass es sich dabei um die liberalste Gruppe handelt.
    ——————–

    @Anita Klitter:
    Richtig! Nur wird dies niemand, auch nicht von den Antifaschist*innen thematisieren und sich mit jemandem anliegen, der in Regensburg sehr, sehr viel zu sagen hat.

    Ich warte immer noch auf eine Äußerung der Diözese zum Faktum, wie ein Tino Brandt Anfang der 1990er Jahre als rechtslastig werbender Lehrling im Kolpinghaus Wohnung beziehen konnte, und nur die damalige AntiFa – ich betone „damalige AntiFa“ – dieses Faktum an die Öffentlichkeit brachte. Dass dafür auch noch zwei Studenten wegen „Übler Nachrede“ verurteilt wurden, finde ich ganz ehrlich geschrieben, zum ….

  • Lothgaßler

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    Wenn Gott tatsächlich existieren sollte, dann wird er derzeit den Weltuntergang planen, denn seine Gläubigen sind sich in Glaubensfragen spinnefeind und sprechen sich gegenseitig die Gottesnähe ab. Christen, Muslime und Juden, sie alle glauben an den einen Gott. Aber sie zerfallen in verschiedenste Häuflein und natürlich sind nur die eigenen Anhänger wahre Gottesgläubige, alles andere sind nicht integrierbare Ungläubige. Gott erreicht sein Bodenpersonal nicht mehr, er wird von diesem entweder nicht mehr gehört, oder nicht mehr gebraucht. Schließlich wurde schon alles geregelt: Von der Geburt bis zum Tod, alles mit Kirchenrecht dekoriert, von dem Gott in seiner anfänglichen Schaffenskraft nichts wissen konnte.
    Zum Glück gibt es Gott nicht, außer in den Köpfen der Gläubigen. Das beruhigt mich, denn die Erde dreht sich damit noch ein paar Milliarden Jahre weiter um ihre Achse.

    Vermutlich ist eine Diskussion mit einem Bischof nicht möglich, weil die Kirchenhierarchie eine kritische Auseinandersetzung mit ihm verbietet. Schade, denn ohne lässt sich nur mutmaßen welch Geistes Kind der Bischof wirklich ist.
    By the way: Welche Maria wird tatsächlich angebetet? Die Mutter von Jesus, oder seine vermeintliche Gefährtin? Meine Mutter hält es mehr mit der Gefährtin, das scheint auch näher am wirklichen Leben, passt aber nicht zur Kirchenlehre.

    Wenn es nur an der Religion hängen würde, dann wäre ein generelles Religionsverbot eine kulturelle Vernunftleistung sondersgleichen. So einfach ist es aber nicht, denn die drei Ein-Gottes-Religionen waren schon immer auch ein Machtinstrument und mussten für Täuschungen herhalten (Gott will es so).
    Die noch nicht vollzogene Trennung von Kirche und Staat ist überfällig, und ich möchte sie noch erleben. Schluss mit den Sonderrechten für die Religionen! Statt Kirchensteuer eine Strafsteuer!

  • Mathilde Vietze

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    Hat wirklich irgendjemand geglaubt,
    Voderholzer sei weniger reaktionär
    als Müller? Er „verpackt“ es nur in
    freundlchere Worte.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Anita Klitter“ – Es ist die Pflicht des Bischofs, an so einer Demo mitzugehen,
    unabhängig davon, ob da auch Kommunisten, Atheisten usw. mit dabei sind.
    Schließlich geht es hier um die Sache. Und wenn der Bischof ernst genommen
    werden will, m u ß er hier ohne wenn und aber mitmarschieren.

  • hutzelwutzel

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    @Mathilde Vietze: Volle Zustimmung zu Ihrer Charaktierisierung des aktuellen Regensburger Oberhirten. Er ist eben, wie schMon MaMue kein Polterer wie GLM.
    Gefährlicher aber sind immer die, welche nicht (so) poltern. GLM sollte nach meiner bescheidenen Meinung beweisen, dass er auch Öffentlichkeit kann, und wieviel Gegner*innen bei Streitigkeiten über ihn „auspacken“ würden/ könnten. Dies hatte er mit Bravour gemeistert, wobei sich erst im Nachhinein durch die Banksitzenden vor dem Dom zeigte, welche große politische Hilfe er hier bekam.
    Erinnert mich immer wieder an Reinhard Mey’s Liedstrophe: „Halt du sie dumm, ich halt sie arm!“.

  • Getauft und Gefirmt

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    Wenn ich so lese, wie Rudolf Graber sich für den angeblich „unverkennbaren messianischen Schwung“ im Nationalsozialismus begeisterte, bin ich fast versucht, nach meinem Kirchenaustritt noch ein Reinigungsritual zu vollziehen. Denn vielleicht ist doch etwas von Grabers Firmung auf mich übergegangen. ;)

    Spaß beiseite.
    Die Haltung von GL Müller bezüglich dem Islam ist etwas differenzierter als die Voderholzers. 2006 hat Müller gegen die NPD demonstriert, weil er auch für die Religionsfreiheit der Muslime eintreten wolle. Denn ist diese einmal verloren, ginge es auch den Christen ans Leder, so GL Müller damals sinngemäß, wenn ich mich richtig erinnere.

    Im Interview der BZ mit Kardinal Müller („Was ist im Islam anders als im Christentum?“) vom 1.März 2016 hoffte Müller, dass innerhalb des Islams „auch eine andere Interpretation legitim ist und sich durchsetzt“ als jene des sogenannten Islamischen Staats. http://www.berliner-zeitung.de/23644526

    Müller meinte auch, dass Christen die Muslime auf eine nicht hinnehmbare Praxis, also „gewaltsames oder kriegerisches Handeln im Namen Gottes“ hinweisen dürften, „ auch wenn wir uns mit selbstgerechten Belehrungen zurückhalten sollten.“

    Zum 10jährigen Jubiläum der Rede von Benedikt XVI sagte GLM im Regensburger Dom im September 2016: Die Zukunft der Welt hänge „vom Frieden zwischen Muslimen und Christen ab“.

    Vor diesem Hintergrund wird erst deutlich, wer der wirkliche Scharfmacher ist: Der dogmatische Bischof Rudolf Voderholzer, der mit „selbstgerechten Belehrungen“, mir nichts dir nichts, „dem Islam“ als solchen, ohne jegliche Differenzierung die Integrierbarkeit in Europa abspricht. Wenn ich mir anschaue, wie die breit die Welle der Zustimmung von Rechts bis Rechtsextrem für Voderholzers Islam-Verdikt ist, wird es mir speiübel.
    Voderholzers Worte und Überlegungen zu Europa und Islam, die er übrigens in TEilen schon jahrelang in vielen Predigten und in Anlehnung an Benedikt XVI. vorträgt, sind m.E. eine Gefahr für den Weltfrieden. Wenn ich richtig sehe, auch im Sinne eines GL Müller.

  • Angelika Oetken

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    Sie beschreiben eine bewährte Strategie, mit der sich Gruppen ohne ausreichendes Mandat ermächtigen @Getauf und Gefirmt. Die appellieren damit bei ihren ZuhörerInnen an tief sitzende ambivalente und negative. Um sie anschließend besser überrumpeln zu können. Denn nichts eint heterogene Gruppierungen besser als ein gemeinsamer Feind. Mag er echt oder eingebildet sein. Besonders gut gelingt das, wenn es sich bei diesen Ansammlungen von Personen um solche handelt, die zu kurz gekommen sind oder sich so fühlen. Mag das auf mentalen Einschränkungen oder einem Mangel an Selbstregulationsfähigkeiten beruhen. „Teile und herrsche“. Methode Trump, bzw. Bannon. Und je weniger Substanz diese Strategie hat, desto geringer das Risiko. Denn wenn ich die Tatsache, dass etwas Befürchtetes nie eintritt meinem Einfluss zuschreibe, dann kann ich mich anschließend ja als Retter und Gewinner aufspielen.

    Nur: was will Herr Voderholzer denn eigentlich bewirken? Wo will er denn hin? Eine Reminiszenz an seine sudetendeutschen Vorfahren? Ein Gefallen für seine Förderer? Möglichst viel Medienecho?

    VG
    Angelika Oetken

  • hutzelwutzel

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    @all: Demnächst dürfte der Regensburger Bischof vielleicht ganz andere Probleme haben.

    http://www.my-rights.de ermöglicht künftig Sammelklagen Betroffener, auch in Deutschland. Also liebe „Diözesan-Opfer“: Wartet noch ein wenig ab, und dann klagen, klagen, klagen. Aber mit Profit, und nicht nur für max. 2.500.– Euro. ;-)

  • bayernsbestfriend

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    Herr Werner greift in seinem Beitrag dankenswerterweise auch den bayerischen Kardinal Faulhaber auf:

    Zitat: Als Beleg für seine (idealisierende) Auffassung der christlichen Botschaft zitiert Voderholzer den Münchner Kardinal Michael Faulhaber. Dieser habe in seiner Adventspredigt von 1933 mit „einer theologischen Aussage die Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus“ zurückgewiesen…

    Wer sich einmal der Mühe unterzieht und im noch relativ neuen NS-Doku-Zentrum in München, https://www.ns-dokuzentrum-muenchen.de/home/
    jener von der CSU-Staatsregierung so lange verhinderten (Volksbildungs-)Einrichtung in der ehem. „Stadt der Bewegung“ (aus München stammte bekanntlich die ganze Hitlerei), sämtliche Texttafeln durchliest, staunt einmal darüber wie häufig Bischof/Kardinal Faulhaber genannt wird. Und er staunt dann fast noch mehr darüber, wie häufig das Bild, welches das Doku-Zentrum von ihm (und seinen zahlreichen einschlägigen Äußerungen) widergibt, von jenem Bild abweicht, das die katholische Kirche und, als zuverlässig angesehene, bayerische und deutsche Geschichtsbücher und Nachschlagewerke von diesem so tief verehrten Kirchenoberen in den letzten sechs Jahrzehnten zusammenkleisterten.

    Einen Eindruck von jenen christlich-konservativen, oder rein katholischen, Lügenmärchen vom „entschlossenen Nazifeind“ und „Freund und Helfer der Juden“ Faulhaber, denen auch Voderholzer offensichtlich noch anhängt, kann man sich hier verschaffen:
    http://www.hagalil.com/2009/03/faulhaber/

    Meinen erneuten Dank an Autor Werner. Was täten wir ohne Sie!

  • Ronald McDonald

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    @ bayernsbestfriend 08.02.2017, 19:52h

    „Die furchtbarsten Waffen, die Mensch je entwickelte, brachten nicht Juden oder Muslime zum Einsatz, sondern Christen: Atombomben“.

    Da wollen wir uns doch mal die Namen der „die furchtbarsten Waffen entwickelt habenden Menschen“ ansehen:
    Robert J. Oppenheimer; Frank Oppenheimer; Isidor Isaac Rabi; Edward Teller; Hans Bethe; Rudolf Peierls; Otto Frisch; James Franck; Guilio Yoel Racah; Leo Szilard; John von Neumann; Eugene Wigner; Felix Bloch; Victor Weisskopf; Paul Ehrenfest; Robert Serber; Philip H. Abelson – allesamt kluge Köpfe und talentierte Naturwissenschaftler mit größtenteils europäischem Herkommen; eben deswegen findet sich unter ihnen auch kein Moslem.

    „Auch … bei den Giftgasen im Kriegseinsatz spielten stets christliche Völker die Pionierrolle, setzten sie als erste Vernichtungswaffen ein …“.
    Aber klar doch, weil – siehe oben – die Moslems es bis heute nicht so recht mit (naturwissenschaftlicher) Bildung haben.
    Der „Ober-Giftgasler“ eines „christlichen Volkes“, der den von ihn erdachten Giftgaseinsatz sogar praktisch im Felde am Feinde erprobt, überwacht und verbessert hat, hieß übrigens Fritz Haber.
    Eine europäische Chemie-Koryphäe (da eben kein wissenschaftsfremder Moslem), die auf diesem Blog mit ihren seinerzeitigen Ansichten zu Volk, Nation, europäischer Kulturleistung als präfaschistischer, pränazistischer, rassistischer Und-so-weiter-und-so-fort-bla-bla heute wegzensiert werden würde.

    @ Lothgaßler 09.02.2017, 20:36h

    „By the way: Welche Maria wird tatsächlich angebetet?“

    Das ist, „by the way“, leicht zu beantworten: Gar keine Maria wird angebetet!
    Ihre Frau Mutter mag es persönlich mit ihrer Marienanbetung jedoch halten wie sie es mögen will.
    Sie, in Ihrer marianischen Loth(argumentativ)sackgasse, sollten sich hingegen mit den feinen Unterschieden zwischen Dulie/Veneratio/Servitus/Δουλεια und Latrie (hat nichts mit Latrine zu tun)/Λατρεια auseinandersetzen, ehe Sie sich hier über die marianische Hyperdulie/cultus hyperduliae auslassen. Zu deren aktuellem Verständnis gucke hier: http://www.stjosef.at/dokumente/marialis_cultus.htm

  • bayernsbestfriend

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    @Ronald McDonald
    Nach typisch antisemitischer Manier haben Sie sich lediglich die Juden unter den Entwicklern der Atombombe herausgegriffen und die beteiligten Nichtjuden (zumeist Christen) sauber ausgespart.

    Die Initiative zur Entwicklung dieser speziellen Waffe wurde von einem eindeutig christlichen Land betrieben, die hierfür nötigen Finanzen stellte gleichfalls ein christliches Land bereit und auch der Einsatz dieser Waffe verantwortete ein christliches Land.
    Somit ist an meinen obigen Ausführungen weiterhin festzuhalten.

    Gleiches gilt für die Entwicklung der Gaswaffen. Sie nennen einen einzigen Namen, den Sie gleichfalls den von Ihnen so verhassten Juden zuordnen wollen, jedoch hat diese Waffe nicht einen einzigen eindeutigen Vater, sondern deren zahlreiche. So setzten bereits die alten Griechen und die Mongolen Schwefeldioxid und ähnliche Substanzen zur Bekämpfung ihrer Gegner ein. Besonders im Ersten Weltkrieg wurden Giftgase dann erstmals in größerem Umfange abgelassen oder verschossen, von christlichen Deutschen gegenüber christlichen Russen, Briten und Franzosen, sowie von christlichen Franzosen gegenüber christlichen Deutschen.
    An der Entwicklung einer der verschiedenen Giftgasarten war in der Tat jener von Ihnen genannte Wissenschaftler beteiligt gewesen, aber nicht an den anderen. Zahlreiche Forscher aus mehreren Ländern, in erster Linie Christen, waren seine Kollegen. Nach dem Ersten Weltkrieg haben auch christliche Briten, Italiener und Russen den Finger am Giftgasabzugshahn gehabt und sich auf Gase aus eigener Entwicklung und Fertigung verlassen.

    Somit gilt auch in diesem Falle mein obiger Satz, christliche Völker spielten die unrühmliche Pionierrolle beim Einsatz dieser Waffen in größerem Umfang.

    Es war übrigens der rangmäßig höchste bayerische Soldat des Ersten Weltkriegs, ein Vorzeigechrist (katholisch) von edelstem Geblüte (Wittelsbacher), der den Einsatz der Gaswaffe forderte, der Sohn des letzten Bayern-Kinis Ludwig III., Kronprinz Rupprecht von Bayern. In seinen drei Rechtfertigungsbänden zum Weltkrieg von 1929, gibt er seine eigenen Worte wider. Diese reflektieren zwar teilweise auch Skepsis gegenüber dem Gas, dennoch überwiegt letztendlich die Freude am Töten mit Gas.

    Man fragt sich verwundert, wie kann nur ein angeblich doch gläubiger Christ (Katholik!), der von Kindheit an Verzeihen und Vergeben als wichtigstes Gebot seiner Religion vermittelt bekommen hat, sich derart für die grausame Vernichtung von Menschen aussprechen:

    „Der Kommandeur des Gasregiments, von dem nur ein Bataillon zum Einsatze gelangt, erklärte, man könne erst eine Stunde nach dem Abblasen des Gases zum Angriff antreten, wolle man die eigenen Truppen nicht gefährden. Die Gase seien von sehr gesundheitsschädigender Wirkung, und weder die englischen Schutzmasken noch die Sauerstoffapparate böten genügend Schutz. Gerade dieser Umstand fordert aber zur Ausnützung der durch die Gase zu erringenden Vorteile heraus.“

    „Morgens wohnte ich in Pont à Vendin der Beerdigung der Opfer des neulichen Gasunfalles bei und richtete bei dieser Gelegenheit eine Ansprache an die Mannschaften, um sie wieder zu ermutigen… Die genaue Zahl der Opfer des Gasunfalles ist noch nicht bekannt, beerdigt wurden 235 Mann, etwa 600 befinden sich noch gaskrank in den Lazaretten, 50 hiervon in ziemlich hoffnungslosem Zustand.“

    „Das Gas der Blaukreuzmunition soll die Gasmasken zerstören und ungemein giftig sein, jenes der Gelbkreuzmunition ist völlig geruchlos und ruft neben sonstigen Krankheitserscheinungen eine vorübergehende Erblindung hervor.“

    „Besonders bedauerlich ist, daß es noch an Gasmunition mangelt. Sämtliche Gruppenkommandos betonen, daß die Gasmunition zur Niederhaltung der feindlichen Artillerie geradezu unentbehrlich ist, da es an Batterien mangelt, um die feindliche mit Brisanzgranaten entsprechend niederhalten zu können.“

    Auch für den unbeschränkten U-Boot-Krieg und für die Verwendung von Dum-Dum-Geschoßen hat sich der brave bayerische Christ Rupprecht von Bayern stark gemacht.

    Nachzulesen hier:
    Kronprinz Rupprecht von Bayern, Mein Kriegstagebuch, (Hg.) Eugen von Frauenholz, Berlin 1929, Bände I, II und III

  • Ronald McDonald

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    „Der den Trump gebende Bischof“ hat es nicht nur in diesen – in vieler Hinsicht lesenswerten, weil durchaus alternativ informativen – Blog geschafft, sondern auch in ein gleichfalls lesenswertes, weil durchaus auch alternativ informatives Wochen-Printmedium https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/regensburger-bischof-bezweifelt-integrierbarkeit-des-islam/
    Na also, Monseigneur Voderholzer – ein (hoffentlich nicht der einzige) „Episkop“ im deutschen Episkopat(h) – geht doch, nur weiter so mit der homiletischen Ausbreitung des Katechismus „der Kirche Gottes (wenigstens bis 1965)“ (http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM) gemäß Ihrer Klerikerpflicht (oder einfach mal nur so tun, als ob der weltanschauliche Geltungsanspruch, der durch die lila Verkündigungs-Weich-/Überraschungseier des Deutschen Episkopat(h)s re- und präsentiert werden sollte, tatsächlich auf „göttlicher Weisung“ beruht).
    Der Kommentar „Der gute Hirte“, Junge Freiheit“ 7/17 vom 10.02.2017, ist hier leider (noch) nicht verlinkbar: daraus ließe sich als Gegentitel zu dem hier verwendeten „Der den Pastor bonus gebende Bischof“ machen.

  • Robert Werner

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    1995, als R. Voderholzer noch Wissenschaftlicher Assistent bei Prof. G.L. Müller am Lehrstuhl für Dogmatik der Uni München war, gaben die deutschen Bischöfe anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz eine Erklärung ab.

    Die Bischöfe erklären 1995: Eine antijüdische Einstellung auch im kirchlichen Bereich »hat mit dazu geführt, daß Christen in den Jahren des Dritten Reiches nicht den gebotenen Widerstand gegen den rassistischen Antisemitismus geleistet haben. Es hat unter Katholiken vielfach Versagen und Schuld gegeben. Nicht wenige haben sich von der Ideologie des Nationalsozialismus einnehmen lassen und sind bei den Verbrechen gegen jüdisches Eigentum und Leben gleichgültig geblieben. Andere haben den Verbrechen Vorschub geleistet oder sind sogar selber Verbrecher geworden. Unbekannt ist die Zahl derer, die beim Verschwinden ihrer jüdischen Nachbarn entsetzt waren und doch nicht die Kraft zum sichtbaren Protest fanden. Jene, die bis zum Einsatz ihres Lebens halfen, blieben oft allein. Es bedrückt uns heute schwer, daß es nur zu Einzelinitiativen für verfolgte Juden gekommen ist und daß es selbst bei den Pogromen vom November 1938 keinen öffentlichen und ausdrücklichen Protest gegeben hat, als Hunderte von Synagogen verbrannt und verwüstet, Friedhöfe geschändet, Tausende jüdischer Geschäfte demoliert, ungezählte Wohnungen jüdischer Familien beschädigt und geplündert, Menschen verhöhnt, mißhandelt und sogar ermordet wurden. Der Rückblick auf die Geschehnisse vom November 1938 und die 12jährige Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten vergegenwärtigt die schwere Last der Geschichte.“
    Damals sprachen die Bischöfe zu Recht von einer „sündigen Kirche“.

    Weiß Bischof Voderholzer nichts von dieser Erklärung seiner Vorgänger, die nicht so recht zu seinen oben zitierten Aussagen passen will?
    Oder ignoriert er sie wider besseres Wissen?

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