Zum Tod von Joachim Meisner

Der Wachhund Gottes wacht nicht mehr

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Joachim Meisner starb am 5. Juli. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Joachim Meisner starb am 5. Juli. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Joachim Meisner ist tot. Was macht Gott jetzt? So ganz ohne seinen treuen Wauwau?Während die schnellebigen Medien längst über das Hinscheiden des langjährigen Kölner Kardinals hinweggegangen sind, hat regensburg-digital während der Aufbahrung Meisners geschwiegen, wie es die Pietät gebietet, und meldet sich erst jetzt, nach der Beisetzung im Kölner Dom am vergangenen Samstag, mit einer Würdigung des hohen Geistlichen zu Wort, der in vielerlei Hinsicht mit Regensburg in Beziehung stand. Anders gesagt, gerade aus Regensburger Sicht erhebt sich die Frage: Was war eigentlich der Meisner für einer?

Von Paul Casimir Marcinkus

Am 6. Juli 2017 hatte die Passauer Neue Presse (PNP) die traurige Pflicht, das Ableben Meisners während eines Urlaubsaufenthalts in Bad Füssing zu vermelden: „Gestern morgen starb der emeritierte Erzbischof von Köln in seinem gern gemochten Urlaubsort im Passauer Land.“ Auf der gleichen Seite erhob die PNP dabei unausgesprochen einen ungeheuerlichen Verdacht: Starb Joachim Kardinal Meisner aus Gram über die Absetzung seines Kardinalskollegen Gerhard Ludwig Müller?

Ein Interview, das Müller der PNP gab, legt das nahe. Müller berichtet darin, er habe „am Dienstagabend gegen halb neun mit Kardinal Meisner telefoniert.“ Gemeint ist Dienstag, der 4. Juli 2017. Da war Müller seit zwei Tagen nicht mehr Präfekt der Glaubenskongregation; völlig unverhofft hatte Papst Franziskus Müllers fünfjährige Amtszeit nicht verlängert, wie es zuvor jahrtausendelang selbstverständlich war. Man darf annehmen, daß Müllers Degradierung der Anlaß für den Anruf bei seinem älteren Bruder und Freund in Christo war – Meisner sollte dieses Telefongespräch nur wenige Stunden überleben. Am nächsten Morgen wurde er mit dem Brevier in der Hand tot aufgefunden.

Müller: „Das spricht jetzt natürlich für mich…“

Das Herz des tiefgläubigen 83jährigen Kardinals, es war in Aufruhr, wie Müller am Telefon erfuhr. Meisner habe ihm, Müller, versichert, „daß er sich gesundheitlich gut fühle“. Allein Meisners seelisches Befinden war alles andere als gut, er äußerte sich „sehr besorgt über die Situation in der katholischen Kirche“, wobei ihm vor allem eine Sache zu schaffen machte. Müller: „Besonders war er auch tief betroffen über die Entscheidung von Papst Franziskus, mein Mandat als Präfekt der Glaubenskongregation nicht zu verlängern. Das hat ihn persönlich bewegt und verletzt – und er sah es als einen Schaden für die Kirche an.“ Bescheiden, wie man ihn kennt, fügt Müller an: „Das spricht jetzt natürlich für mich, aber es ist eine Tatsache, daß er es so ausgedrückt hat.“

Mit anderen Worten: Das spricht natürlich nicht gerade für den Herrn Papst! Man ist versucht, eine Frage zu stellen, die an sich undenkbar ist: Hat letztlich, welch unvorstellbare Vorstellung, der modernistisch-argentinische Jesuitenpapst den treudeutsch-gläubigen Erzbischof auf dem Gewissen? Hat Jorge Bergoglio, indem er seinen Widersacher Gerhard Ludwig Müller aus dem Weg räumte, gleichzeitig auch den katholischsten aller deutschen Katholiken abgeschossen, den letzten wahren „Wachhund Gottes“ (Meisner über Meisner) zum schweigen gebracht?

Werfen wir einen Blick auf dieses gottwohlgefällige Leben, das am ersten Weihnachtsfeiertag im Jahre des Heils 1933 in Breslau begann. Der spätberufene Priester Joachim Meisner wirkte zunächst in Erfurt, wo er 1970 hilflos miterleben mußte, wie der gottlose Willy Brandt das verbrecherische Regime der Bolschewisten hoffähig machte. Während gekaufte Massen willfährig dem am Fenster winkenden Willy Brandt zujubelten, betete Meisner zu Gott, er möge ein bißchen nachhelfen und aus diesen widerlichen, inszenierten Ovationen den „Erfurter Fenstersturz“ machen. Vergeblich.

1980 wurde der unerschrockene Gottesmann sodann von Karol „Santo subito“ Wojtyla entdeckt und zum Berliner Erzbischof ernannt. Dort betete Meisner unentwegt zur Hl. Muttergottes, ihm zuliebe die teuflische Kommunistenmauer zum Einsturz zu bringen. Doch noch bevor ihm dieses gelang, machte ihn die polnische Kartof- korrigiere: Papst Johannes-Paul II. 1989 zum Erzbischof von Köln, gegen den erbitterten Widerstand des liberalistisch angekränkelten Kölner Domkapitels. 25 Jahre lang schunkelte Meisner sodann als Purpurpappnase durch sämtliche Kölner Sakristei – völlig falsch! Richtig muß es heißen: 25 Jahre lang erhob Meisner sodann von der Kanzel des Kölner Doms standhaft seine Stimme gegen die satanischen Einflüsterungen des Zeitgeists. Zaghaft oder zimperlich war er dabei nie. So attackierte er die Familienpolitik des SPD-Kanzlers Schröder mit den Worten: „Ich wundere mich immer, daß Bundeskanzler Schröder nicht Frau Honecker aus dem chilenischen Exil geholt und zur Familienministerin gemacht hat.“ Jawoll! So zeigt man den Sozis, wo der Hammer hängt!

„Zuerst Herodes, dann unter anderem Hitler und Stalin“

Und während andere Erzbischöfe selbst dann, wenn es ans Eingemachte geht, nur schüchtern Einspruch erheben, sprach Joachim Meisner immer Klartext. Vor allem die unschuldigen Kinder hatten es ihm angetan, hingemordet von skrupellosen Frauen und ihren eiskalten Helfershelfern. An Heiligdreikönig 2005 formulierte der Kardinal in seiner Predigt einen Vergleich, der welthistorische Zusammenhänge herstellt, vor denen selbst ranghohe Geistliche heutzutage bequemlichkeitshalber die Augen verschließen: „Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen läßt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“

Da werden die Dinge mal zurechtgerückt! Seit Jahr und Tag immer das Gejammer um die ermordeten Juden! Dabei relativiert sich das doch angesichts der Stalinschen Massenmorde ganz gewaltig! Und wenn man erst den straflosen Schwangerschaftsabbruch heutzutage dagegenhält! Mord am eigenen Volk! Ist das nicht viel schlimmer als Auschwitz? Babycaust statt Holocaust!

Jawohl, verehrter Leser: Wir befinden uns längst im Zentrum des ultraklerikalen Rechtsextremismus. Es gibt ein gutes, altes Wort dafür: Klerikalfaschismus. Joachim Meisner war das entscheidende Bindeglied der katholischen Kirche zu rechtskräftig verurteilten Holocaustleugnern wie Richard Williamson. Ohne Joachim Meisner hätte sich eine katholisch-antisemitisch-nationalsozialistische Hetzseite wie kreuz.net nie halten können. Auf kreuz.net (2012 abgeschaltet) waren Texte von Goebbels zu lesen – und Leserkommentare, die Joachim Meisner bemühten, um ein mörderisches Weltbild zu rechtfertigen. Joachim Meisner war nicht der honorige, etwas schrullige Kardinal, als der er jetzt bei seinem Tod selbst von seinen Gegnern gewürdigt wurde. Joachim Meisner hat diesem Land einen Bärendienst erwiesen, er hat die katholische Kirche wieder mit dem Nationalsozialismus kompatibel gemacht, er war ein Verhängnis, das noch lange nachwirken wird. Wenig verwunderlich, daß Meisner einen besonderen Draht zu Regensburg hatte.

Die Fürstin und der Kardinal

Oh ja! Als die Glocken des Kölner Doms am 5. Juli die traurige Nachricht vom Tode Joachim Kardinal Meisners verkündeten, da bimmelte deutlich vernehmbar auch ein Regensburger Glöckchen mit. Ein Glöckchen? Ach nein, ein ganzes Glockenspiel! Denn es war nicht allein Seine Inquisitorische Penetranz Gerhard Ludwig Müller, der die verblichene Eminenz mit Regensburg verband, eine fast noch innigere Wahlverwandtschaft hatte Meisner hier in seiner treuen Glaubens- und Rechtsdraußenfreundin Mariae Gloria von Thurn und Taxis gefunden.

Nicht nur daß die Oberste Betschwester vom Emmeramsplatz in ihrer Eigenschaft als Präfektin der Marianischen Frauencongregation kreuz.net auch dann noch verlinkt hatte, als bereits eine ganze Reihe von deutschen und österreichischen Staatsanwaltschaften gegen kreuz.net u.a. wegen Volksverhetzung und nationalsozialistischer Wiederbetätigung ermittelten (Meisner selbst waren in seiner prominenten Position in der Hinsicht natürlich die Hände gebunden; in Sachen kreuz.net mußte er sich offiziell strikt zurückhalten). Nein, Meisner und die Milliardärserbin waren einander rein religiös so nah, daß sie 2008 ein ganzes Buch zusammen vollbeten mußten: „Die Fürstin und der Kardinal. Ein Gespräch über Glauben und Tradition“, vom Herder-Verlag pünktlich zum 75. Geburtstag des Kölner Erzbischofs präsentiert.

Die Fürstin und der Kardinal Cover

Fast zweihundert Seiten lang überbieten sich die beiden Ultraklerikalen gegenseitig in unerschütterlicher Papst- und Glaubenstreue, schwelgen von den seligen Zeiten der Christenverfolgung im alten Rom (Meisner: Dort „entgingen Christen zuweilen der Hinrichtung und wurden stattdessen zur Zwangsarbeit in die Bergwerke Süditaliens verbannt.“) wie im kommunistischen Ungarn (T&T: „Kardinal Mindszenty? Ich bin von ihm gefirmt worden! Die Verehrung in unserer Familie wuchs, als man erfuhr, daß er über Jahre im Gefängnis von den Kommunisten gefoltert worden war.“).

Doch bei all der hehren Pflicht kommt auch die Kür nicht zu kurz. Gleich im ersten Kapitel tauschen sich „die Fürstin und der Kardinal“ über – ihren Schmuck aus. Die Milliardärin hält sich dabei vornehm zurück, es ist der Gottesmann, der der Versuchung nicht widerstehen kann, seine jesusmäßigen Juwelen zumindest in Auswahl auszubreiten: „Der Ring, den ich gerade trage, enthält einen Bergkristall, in den das Antlitz Christi eingraviert ist. Ich besitze aber noch einige andere Ringe. Im Laufe meiner Zeit als Bischof habe ich eine ganze Reihe gesammelt.“

Ihre geldige Durchlaucht indes läßt sich von so ein bißchen Klerikalklunker nicht aus der Reserve locken. Nicht mal, als Meisner damit auftrumpft, daß er seine Mitbrüder bei besonderen Anlässen mit einem Präsent aus seiner Ringkollektion bedenkt: „Hin und wieder verschenke ich auch einen an einen Missionsbischof oder an einen unserer Kölner Weihbischöfe.“

Hach, da möchte man ein Neger sein, der so einem Missionsbischof den Ring küssen darf! Und dabei zu wissen: Kardinal Meisner persönlich hat diesen Ring dereinst auf Mission geschickt!

Der Täter als Opfer – und gleich so richtig jesusmäßig

Noch näher als ein missionswilliger Neger, der einen Meisnerring küssen darf, kommt man dem selig im Herrn verschiedenen Kölner Kardinal nur, wenn man die Predigt liest, die Meisner 2003 beim Requiem eines Kardinalsbruders hielt. Hans Hermann Groer hatte das Zeitliche gesegnet, der langjährige Erzbischof von Wien. Wie‘s der Teufel will, hatten 1995, nach Groers 75. Geburtstag (und dem damit verbundenen obligatorischen Rücktrittsgesuch beim Papst), mehrere seiner einstigen Zöglinge am Knabenseminar Hollabrunn den betagten Kardinal bezichtigt, sie seinerzeit unsittlich belästigt und geschändet zu haben. Groer quittierte die massiven Vorwürfe mit Schweigen. Seine österreichischen Bischofskollegen indes erklärten, daß sie die Beschuldigungen für glaubhaft hielten, gleiches signalisierte der Vatikan.

Groer mußte als Wiener Erzbischof aus Altersgründen gehen, obwohl üblicherweise das Rücktrittsgesuch erst mit 80 angenommen wird, und noch nicht mit 75. Groer ließ eine verschwiemelte Entschuldigung vom Stapel, die durchblicken ließ, daß er einerseits alles zugab und sich andererseits keiner Schuld bewußt war. Eine treue Fangemeinde sah das genauso. Prominentestes Mitglied dieser Fangemeinde: der Kölner Kardinal Meisner. Der ließ es sich nicht nehmen, 2003 die Trauerrede auf Groer zu halten. Was sagt man als hoher Geistlicher bei der Beerdigung eines anderen hohen Geistlichen, der auf seine alten Tage als Kinderschänder überführt wurde? Wir bitten Gott um Barmherzigkeit für seine sündige Seele? Wär ja noch schöner! Meisner schlug einen anderen Ton an: „Sein letztes Lebensjahrzehnt stand unter der dunklen Wolke, unter der viele mit ihm gelitten haben.“ Der Täter als Opfer – und gleich so richtig jesusmäßig: „Kardinal Groer war es beschieden, wie Simon von Cyrene dem Herrn auf dem Kreuzweg zu folgen.“

Womit wir auch gleich wieder in Regensburg sind. Hier war es Gerhard Ludwig Müller, der sich angesichts der Vorwürfe, er habe einen einschlägig vorbestraften Kaplan abermals auf Kinder und Jugendliche losgelassen, bitter beklagte, auch sein Herr Jesus sei verraten worden. Ein Bischof, der sich, konfrontiert mit den pädophilen Straftaten eines seiner Priester, selbst als leidender Heiland halluziniert – man kann sich nur wundern, daß Papst Franziskus es mit diesem Riesenbaby namens Müller fünf Jahre lang aushielt.

Der Weibsteufel auf dem Altar des Kölner Doms

Indes, auch Joachim Meisner selbst war es beschieden, für seinen Herrn Jesus Christus Anfeindungen zu ertragen, ja regelrechte blasphemische Attacken zu erdulden. Wie der Heilige Sankt Nepomuk zog der Kölner Erzbischof die Pfeile der Frevler auf sich. Schändlicher Höhepunkt: das Hochamt am ersten Weihnachtsfeiertag 2013. Der Kölner Dom ist bis auf den letzten Platz gefüllt, man feiert ein doppeltes Wiegenfest: nicht nur das liebe Jesuskindlein, auch der Kardinal, er begeht seinen Achtzigsten.

Doch die Meßfeier hat gerade erst begonnen, da springt ein nacktes Weib auf den Altar, wendet sich der Gemeinde zu, breitet die Arme aus, sodaß das blasphemische Menetekel auf ihrer Brust zu lesen ist: „I am God!“ und verkündet diese gotteslästerliche Botschaft gleichzeitig auf deutsch, lauthals und ohne Unterlaß. Die gesamte Manneskraft von drei dutzend Oberministranten ist erforderlich, um den Weibsteufel vom Altar herunterzuzerren, niederzuringen und aus der Kathedrale hinauszuschaffen. Und unser armer Meisner muß seinen achtzigsten Geburtstag damit beginnen, daß er seinen geliebten Domaltar erst mal vom Schmutz reinigen und neu weihen muß. Allein um dieses heldenhaft erduldeten Martyriums willen sollte längst ein Seligsprechungsverfahren für Joachim Meisner eingeleitet sein!

Welch ein Segen, daß es auch noch andere Frauen gibt! Also zumindest eine gibt es, die auf den verblichenen Kardinal nichts kommen läßt: Alice Schwarzer. Die völlig zu Unrecht als Feministin verschriene Kölnerin ließ es sich nicht nehmen, an Meisners Beisetzung teilzunehmen und sich im Anschluß vor den Kameras von EWTN über ihre jahrzehntelange Freundschaft mit dem Erzbischof auszulassen. EWTN heißt „Eternal Word Television Network“, und so sprach Alice Schwarzer die ewigen Worte, Meisner bleibe ihr in Erinnerung „in erster Linie als einfühlsam und in zweiter Linie als konsequent“. Was halt so die prominenteste Frauenrechtlerin Deutschlands von einem sagt, der sich als „Lebensschützer“ und Frauenverächter wahrlich einen Namen gemacht hat.

Schwarzer, im schwarzen Kleid, mit dickem Purpurklunker um den Hals, der aufs schönste mit den dicken purpurnen Bauchbinden der Popanze im Hintergrund korrespondiert, fügt kokett hinzu: „Was mir nicht in allen Punkten gepaßt hat, diese Konsequenz, was mir aber imponiert hat.“ – „Kinder! Küche! Kirche!“ keift der Kardinal. „Oh, wie einfühlsam!“ schmilzt die Feministin dahin: „Wie konsequent!“

Alice Schwarzer: ein Lichtblick im Leben dieses tapferen Gottesmannes, das von so vielen dunklen Wolken umwabert war! Wie der Fels in der Brandung des Relativismus hielt Kardinal Meisner stand, bis zuletzt ward er getroffen von den frevlerischen Pfeilen des Widersachers. Hat überhaupt schon jemand die Frage aufgeworfen, ob ihn nicht die wenige Tage vor seinem Tode vom Bundestag so schmählich beschlossene „Ehe für alle“ dahingerafft hat? Gegen die Joachim Kardinal Meisner zeitlebens so mannhaft angekämpft? Am gleichen Tag die Hiobsbotschaft aus dem Vatikan: Gerhard Ludwig Müller, Meisners große Hoffnung, vom Papst unter demütigenden Umständen entlassen! Das war selbst für das starke Herz eines Meisner zu viel! Und, als ob der Teufel noch nicht genug gehabt hätte, mußte auch noch zwischen Meisners Tod und seiner Beisetzung der Kölner Christopher Street Day dazwischengrätschen! In der romanischen Basilika der aufgebahrte Erzbischof, und draußen tobt Sodom und Gomorrha! Sie ist verstummt, die feste Stimme, die dem lästerlichen Treiben Einhalt gebot: Vade retro, Satanas! O tempora, o mores! Quo vadis, Sancta Ecclesia?

„Das Boot ist schon fast zum Kentern angefüllt“

Ein Trost war da die Trauerfeier am vergangenen Samstag im hohen Dom zu Köln, die von der Anwesenheit allerhöchster Spargelspitzen geadelt ward. Erzbischof Georg Gänswein, eigens aus Rom eingeflogen, versagte fast die Stimme: „Ich muß sagen, ein Gigant wurde verabschiedet, ein geistiger Gigant mußte gehen. Ich kann nur hoffen, daß er oben gigantisch für uns sich einsetzt!“

Unbestrittener Höhepunkt: die von Gänswein im Namen seines Herrn verlesene Trauerbotschaft. Papst emeritus Benedikt XVI., der ebenso wie Gerhard Ludwig Müller noch am Vorabend von Meisners Hinscheiden mit diesem telefonierte, erinnerte daran, daß es Joachim Meisner, „dem leidenschaftlichen Hirten und Seelsorger, schwer fiel, sein Amt zu lassen und dies gerade in einer Zeit, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus dem Glauben leben und denken.“ Paulus schrieb an die Apachen: Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen! – Doch es gibt Ausnahmen. Zumal wenn ein emeritierter Papst seinem allzu laschen Nachfolger die Leviten liest. Der Kölner Dom applaudierte den Worten Ratzingers aus vollem Herzen. Balsam auf die verletzte Seele eines „überzeugenden Hirten, der der Diktatur des Zeitgeistes widersteht“ und der dafür vom amtierenden Papst degradiert ward.

Gerhard Ludwig Müller fand „die Ansprachen doch alle sehr tiefbewegend“, konnte es sich indes nicht versagen, darauf hinzuweisen: „Ganz besonders hat jeden der Anwesenden das Wort von Papst Benedikt angesprochen. Er ist doch, das hat sich auch hier wieder gezeigt, ein Meister des Wortes, der aus seinem tiefen Glauben spricht und der uns Mut macht, auf dem Weg des Glaubens weiterzuschreiten.“ Auch dann, so muß man hinzufügen, wenn man Tage später erneut mit den Unbilden und Auswüchsen der pluralistischen Gesellschaft konfrontiert wird, die sich ein Urteil über prügelnde und vergewaltigende Priester anmaßt. Wo doch unser Papst Benedikt verfügt hat: „Huiusmodi causae secreto pontificio subiectae sunt.“ Schweigen wie bei der Cosa Nostra: „Fälle dieser Art sind dem päpstlichen Geheimnis unterworfen.“

Und so soll Papst Benedikt XVI. auch hier das Schlußwort haben, Seine emeritierte Heiligkeit, die den Verstorbenen dafür rühmte, daß er „aus der tiefen Gewißheit lebte, daß der Herr seine Kirche nicht verläßt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist.“ Wie meinen? Geht dem Herrn Ratzinger der Auszug aus der Kirche zu langsam? Zu viel der Schäflein? Nun, diesem Mißstand kann abgeholfen werden. Selbst die bayerischen Standesämter erledigen einen Kirchenaustritt professionell und unbürokratisch.

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Kommentare (33)

  • Mathilde Vietze

    |

    Meisner war kein geradliniger Katholik, dem es um die
    Erhaltung des Glaubens ging; er war einer, der das Rad
    zurückdrehen wollte und dafür war ihm jedes Mittel recht.
    In Kreien der Bischofskonferenz galt er als Ober-Intrigant,
    der es jedem Vorsitzenden schwer machte.
    Einem Mann wie Meisner muß man nicht hinterhertrauern;
    er hat der Kirche mehr geschadet, als 3 Dutzend Atheisten.

  • dünnster Künstler

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    Zum Video „Nackter Femen Protest in Kölner Dom“ fällt mir gleich die Prostestaktion der Lettristen in Paris ein, vergl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lettrismus
    „…Zum ersten Mal wurde diese Gruppe öffentlich wahrgenommen, als sie am 9. April 1950 bei einer Ostermesse in der Pariser Kathedrale Notre-Dame einen Priester entführte und ihn durch Michel Mourre, einen Vertreter aus den eigenen Reihen ersetzte. Mourre, verkleidet als Dominikaner, hielt vor etwa 10.000 Besuchern der Messe eine „Predigt“, in der er verkündete „Gott ist tot“. In dem dabei entstehenden Tumult musste die Gruppe der anwesenden Lettristen fliehen und konnte nur knapp einem Lynchmord durch die aufgebrachte Menge entgehen.[3] Nachdem die Gruppierung außerdem versucht hatte, eine Pressekonferenz für Charlie Chaplin zu sprengen,[4] distanzierte sich Isou von ihnen, und es kam zur Gründung der Lettristischen Internationale durch die Debord-Anhänger, aus der später die Situationistische Internationale hervorging.“

    Predikt:
    „Heute am Ostersonntag des heiligen Jahres,
    hier im Zeichen der Basilika der Notre Dame de Paris,
    klage ich die universale katholische Kirche an,
    des tödlichen Mißbrauchs unserer lebendigen Kräfte
    für einen leeren Himmel,
    klage ich die Kirche der Schwindelei an,
    klage ich die katholische Kirche an,
    die Welt mit ihrer Friedhofsmoral zu verpesten,
    das Krebsgeschwür des zerfallenen Okzidents zu sein.

    Wahrlich ich sage euch: Gott ist tot!“

    vergl.: http://linke-buecher.de/texte/situationisten/situhier/REFERAT-UEBER-DIE-GESCHICHTE-UND-THEORIE-DER-LETTRISTISCHEN-INTERNATIONALE-UND-DER-SITUATIONISTISCHEN-INTERNATIONALE-1.htm

  • dünnster Künstler

    |

    „““…. Hier an dieser Stelle wurde Mourre von dem Organisten unterbrochen. Der Rest der Rede wurde niemals gehalten. Ich zitiere den Rest dennoch, weil er so schön ist:

    „Uns kotzt die röchelnde Seichtheit eurer Predigten an,
    denn eure Predigten sind der schmierige Dünger
    für die Schlachtfelder Europas.
    Geht hinaus in die tragische Wüste, die herrliche Erde,
    auf der Gott tot ist,
    und bestellt von neuem die Erde, mit euren nackten Händen,
    euren Händen des Stolzes,
    euren Händen ohne Gebete.
    Heute am Ostersonntag des heiligen Jahres,
    hier im Zeichen der Basilika der Notre Dame de Paris,
    erklären wir den Tod des Christengottes,
    um endlich den Menschen leben zu lassen.“
    „““

  • Rosalia Genoveva

    |

    Wenn der Kardinal aus Solidarität mit dem armen Kardinal Müller gstorben ist, weil derjenige keine Amtszeitverlängerung kriegt hat, oder aus schierem Entsetzen über die Entscheidung vom neuen Papst, wer hat den Verstorbenen dann hinüber abgeholt?

    Wie soll ich mir den Begleiter-Engel denn vorstellen?
    Als auf den neueren Papst beleidigte Leberwurst, oder als Choleriker, oder als was jetzt?

    Das ist für mich eine wichtige Theologische Frage, und ich wüsste im Moment nur einen Dogmatiker, der solche Fragen klären hätte können, aber nur wenn man seine Amtszeit verlängert worden wäre.

    Nur dann gäbe es das Problem gar nicht, und der Meisner- Kardinal hätt sich gar nicht vielleicht zu Tod gschreckt oder geärgert.

    Wenn aber der Kardinal Meisner trotzdem gestorben wäre, obwohl die Amtszeit vom Kardinal Müller verlängert worden wäre, wäre er dann abbberufen worden, weil die Amtszeit vom Kardinal Müller theoretisch doch nicht verlängert werden hätte können, wegen einem Hauptpapst, von dem man sich nie nicht sowas gedenkt hätt?

    Ich mein, jedes Sterben muss anscheinend seit neulich mit der Schuld von irgendwem verknüpft sein, so kommts mir jetzt vor.

  • Ratisbonicus

    |

    Wie konnte Paul Casimir Marcinkus dieses Pamphlet eigentlich verfassen? Ist er doch am 20.02.2006 in den USA verstorben.
    Und nach den Berichten über sein Leben sollte man seinen Aussagen nicht unbedingt immer Glauben schenken. War er doch ein etwas zwielichter Charakter.

  • Toribio

    |

    Bravo,
    Frau Mathilde Vietze,
    wie man es von Ihnen gewohnt ist, auch hier wieder ein gradliniger Kommentar mit einer eigenen gefestigten Meinung zur Sache.
    Sie haben es wieder trefflich geschafft Ihre eigene, persönlich Meinung hier kund zu geben.
    Dabei stellen Sie Ihr eigenes Resümee dar ohne irgendwelche Aussagen Anderer zu fordern oder sie dazu bewegen zu wollen.
    Sehr im Gegensatz zu ihren beiden Mitbloggern, bei deren Beiträgen ich mich frage, was sie eigentlich damit sagen wollen.
    Kann man doch alles selbst im Internet nachlesen.
    Im Übrigen sagt uns unsere Christliche Religion, dass Gott uns selbst aus unserem Leben am Ende unserer Zeit abberuft.
    Welcher Helfer er sich dabei bedient, so auch bei Meißner bedient, dürfte somit auch aus der Lehre bekannt sein.
    Ich finde, es steht uns als seinen Geschöpfen, nicht an, über die Wege des Herrn zu spekulieren, sondern entweder zu glauben oder besser zu schweigen.
    Texte über ??Irrlehren im dem Sinne hier einzustellen, damit man eben auch etwas dazu sagt, halte ich in diesem Zusammenhang eigentlich für kontraproduktiv und irreführend.
    Mein Christlicher Glaube sagt mir aber auch, dass unser Schöpfer zusammen mit seinem Sohn dereinst über uns und unser Leben Gericht halten wird und zwar in dem Sinne (meine persönliche Glaubensüberzeugung), dass beide alles so richten werden, dass wir danach in der Ewigen Herrlichkeit bei ihnen sein dürfen.
    Daran dürfen wir glauben und darauf hoffen, was aber jeder alleine für sich entscheiden muss.
    Wie das alles geschehen soll, wissen nur sie beide alleine, auch wenn uns die RKK noch so viele Märchen über Fegefeuer, Hölle(nqualen), Dämonen, Teufel (Satane) u. v. a. m. erzählt hat, um uns in Angst zu halten.
    Dies alles a. m. S. nur deshalb, um uns ChristInnen für die Institution gefügig zu machen und unseren Eintritts/ Mitgliedsbeitrag bzw. sonstige Angstabgaben für diese Institution zu generieren.
    Den wahren Charakter dieser RKK erkenne ich aus den hinlänglich über Jahrzehnte/ -hunderte/ -tausende im Namen Gottes begangenen Misse-/ Gräueltaten an ihren eigenen Gläubigen (Inquisition, Hexenverbrennungen, Glaubens-/ Religionskriege) und auch an anderen sog. Heiden bzw. Nichtgläubigen.
    Deshalb bestehen bei mir anhand von solchen geschichtlich niedergeschrieben negativen Erkenntnissen und Überlieferungen aus der Zeit der RKK, dass diese RKK (einschließlich ihrer Kleriker und Gemeinschaften), in die ich nach Kirchenwillen als Säugling ohne eigenen Willen und Zutun gezwungenermaßen hineingetauft wurde, in großen Teilen jemals wirklich ernsthaft die wahre Christliche Lehre, außer für Instituts immanente Belange und Zwecke, vertrat, praktizierte und als Institution lebte.
    Deshalb sollte a. m. S. jeder Mensch mit christlichen Wurzeln diesen Christlichen Glauben nach seiner Überzeugung leben und praktizieren, immer in der Überzeugung, dass es für uns einen Gott als höhere Macht gibt und wir diesem Gott nach Christl. Glauben auch irgendwann einmal Rechenschaft ablegen werden müssen.
    Wünsche viel göttliche/ christliche Kraft und Mut dazu.

  • Toribio

    |

    Sorry,
    der letzte Absatz sollte im ersten Satz sobeginnen
    Deshalb bestehen bei mir anhand von solchen geschichtlich niedergeschrieben negativen Erkenntnissen und Überlieferungen aus der Zeit der RKK, Zweifel, dass ………..

  • Vermuter

    |

    @ Autor:
    Wer immer dieses Pamphlet geschrieben hat, er hätte, wenn er mutig gewesen wäre, seinen richtigen Namen angegeben sollen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung deckt keine Schmähungen, die teilweise die Ehre der genannten Personen herabsetzt. Ich teile die Abneigung des Verfassers gegen die genannten Personen, sie sind gewiss nicht meine Freunde. Trotzdem meine ich, dass Verunglimpfungen dieser Art nicht zur Regel werden sollten. Es geht dem Verfasser im Vordergrund nach meinen Eindruck wohl mehr um Kränkungen als um Sachkritik.

  • ex katholik

    |

    Ein schwarz-weiss-Artikel und damit nicht hilfreich, trotz der guten Informationen
    Wut und Hass gibt’s ja schon genug auf der Welt, dieses Schlagen mit Worten halte ich eher für hilflose Hirnwixerei
    Um mit Brecht zu sprechen:
    Auch der Hass gegen die Niedrigkeit verzerrt die eigenen Züge

  • wahon

    |

    @ex katholik

    Eine Meinung ist keine sachliche Erörterung, schon gar nicht, wenn es um wirkungsmächtige lebende oder tote Personen geht. Dass Sie „dieses Schlagen mit Worten“ als „hilflose Hirnwixerei“ empfinden, ist Ihre „schlagfertige“ Meinung zum Autor des Artikels, die dann nach Ihrem eigenen Maßstab ebenfalls als „Hirnwixerei“ eingestuft werden müsste. Im übrigen: Der Artikel enthält keine Hasstiraden, auf die sich Bert Brechts Äußerung beziehen ließe. Der Autor wollte mit seinem Artikel sicher nur einen kräftigen Kontrapunkt zu den offiziellen Elogen und heuchlerischen Nachrufen aus Kirche, Gesellschaft und Politik setzen. Das ist ihm mit seiner ironisch-sarkastischen Ausdrucksweise auch sehr gut gelungen. Bert Brecht hätte den Artikel bestimmt auch goutiert :-)

  • ex-katholik

    |

    @Wahon
    Was mir aufstoesst, ist die Bezichtigung, er sei ein ,klerikalfaschist, gewesen
    Das ist ein Totschlag-Wort, und entbindet einen davon, sich mit der Gegenseite noch irgendwo ernsthaft auseinander zu setzen
    Das ist für mich ,gut gegen böse, – die Moral der Kirche, nur von der anderen seite her

  • Toribio

    |

    @ ex-katholik

    Mal abgesehen von diesem für mich Hass- und Beute-Journalismus ohne wirklich menschlich-christliche Werte gegenüber verstorbenen Menschen muss ich Sie aber detlich fragen:
    RKK?
    Welche Moral?
    Wo kann ich die bitteschön finden?
    Hat die RKK die wirklich „Christliche Urlehre“ nicht schon seit Jahrhunderten zugunsten der Institution RKK und ihrer Kleriker verlassen und ist sie nicht nur noch Instituts immanent ausgerichtet und zu einer fragwürdigen NGO mit vielen weltlichen Besitzansprüchen und Menschen verachtenden Eigenschaften verkommen?
    Ich bin mir sicher, das kann auch Papst Franziskus nicht mit höchsten Einsatz und ohne eigene Gefahr handeln bzw. ändern!

  • peter

    |

    ein tolles lied mit einem tollen text (für die die englisch können)
    von einer sehr symphatischen band.
    sagt in meinen augen alles zum thema religion was gesagt werden muss.
    bambix- brand new religion

  • ex-katholik

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    @toribio
    Ich teile ihre Ansicht über die Institution katholische Kirche.
    Und ich kenne einzelne Katholiken, die mitfühlende, hilfreiche Menschen sind:Meine Mutter, Pater Willigis Jäger, Pater Clemens Habiger
    Darum plädiere ich für differenzierte Betrachtung, sobald es um einzelne Menschen geht

  • Schwalbe

    |

    @Mathilde Vietze
    Inwiefern soll denn Herr Meisner der Kirche geschadet haben? Er hat vielleicht dem Bild geschadet, das sie sich von der Kirche machen möchten, die Kirche selbst wird in ihren wesentlichen institutionellen Elementen von genau solchen Leuten wie Meisner geprägt; seit 40 Jahren sitzen erzreaktionäre Päpste an der Spitze dieser Kirche (von den knapp 2000 Jahren zuvor garnicht zu reden), die ihre Personalentscheidungen gemäß ihrer eigenen Überzeugung getroffen haben. Meisner hat diese Kirche perfekt repräsentiert, ebenso wie G.L. Müller. Es macht mich immer wieder fassungslos, dass es Menschen gibt, wie sie, werte Frau Vietze, die offenbar allen Ernstes glauben, die (katholische) Kirche sei reformierbar. Da sind ihnen Leute wie Meisner, Müller oder Ratzinger weit voraus; denen ist klar, dass die Kirche umso überflüssiger ist, je weltlicher sie wird; Ein vielleicht kleinerer Kreis, der klares Profil zeigt, ist wirkungsvoller, als eine weltoffene Organisation, die sich aber nicht von anderen Freizeit-Vereinen unterscheidet; die kleinere Zahl ist auch insofern unerheblich, als die Kirche(n) hierzulande großzügig staatlich alimentiert und in Politischen Parteien repräsentiert sind.
    Um auch noch auf den zweiten Teil ihres Bildes einzugehen: 3 Dutzend Atheisten schaden der Kirche genauso viel wie Meisner, nämlich garnicht. Die Kirche steht seit vielen Jahrhunderten außerhalb der Zeit und außerhalb der Wirklichkeit, das ist ja gerade ihre große Stärke. Dass das Heutzutage mehr auffällt als Früher, liegt daran, dass die Kirche Heute nicht mehr die Macht hat, die Menschen zu diesem und jenem zu zwingen. Man muss sie nicht mehr fürchten.
    @Toribio
    Ist das Satire, was sie schreiben? Ich fürchte nein.
    Was auch immer es sein soll , es ist alles enthalten, was an den Kirchen, den Religionen und leider auch oft an gläubigen Menschen so sehr abstößt: Selbstgefälligkeit, salbungsvolles Geschwurbel, maßlose Überheblichkeit, ungefragtes Anbiedern, völliger Mangel an Respekt und – mit Verlaub – pure Dummheit.

  • MiReg

    |

    @Mathilde Vietze

    Werte Frau Vietze,
    ich will Ihnen gratulieren:

    „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein [Joh. 8.7“

    In diesem Thread ist es Ihnen als bekennender Christin mit Ihrem Kommentar trefflich gelungen, den ersten Stein zu werfen.

    Auch beneide ich Sie um Ihre Kontakte / Informationsquellen:
    „In Kreien der Bischofskonferenz galt er als Ober-Intrigant, der es jedem Vorsitzenden schwer machte“

    Wer von uns Laien außer Ihnen bekommt schon solch intime Einblicke in die Interna der (deutschen?) Bischofskonferenz?

    Ihnen und uns staunenden Lesern wünsche ich auch fürderhin, dass Sie mit solch knappen, ja nachgeradezu lapidaren Postings zur allgemeinen Erhellung beitragen.

    Bleiben Sie stets ohne Sünde und achten Sie auf Ihre Steinbrüche!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Schwalbe“ – In der katholischen Kirche gibt es – Gott sei Dank –
    auch andere Kirchenmänner wie diese klerikale Übelkrähe Meisner.
    Auch wenn Sie persönlich vom Gegenteil überzeugt sein mögen:
    Ich habe in all den Jahren meines Lebens überwiegend positive
    Erfahrungen gemacht und dies, obwohl ich weiß Gott keine
    Ja-Sagerin bin. Sagten doch kürzlich zwei erfahrene katholische
    Seelsorger zu mir, ich solle mich ja nicht bessern sondern auch
    künftig immer meinen Mund auftun. Da konnte ich die Herren
    beruhigen: Ich gelobe k e i n e Besserung!

  • Toribio

    |

    Hallo Schwalbe!?
    Die Schwalbe (Fußballsprache), die sie in ihren beiden Posts an Frau Vietze und mich hingelegt haben, halte ich für das übelste Foul, das nur von einem selbstgefälligen, arroganten und ignoranten Menschen kommen kann, wie sie einer zu sein scheinen.
    Mein Post war weder Satire, noch wurde er aus Selbstgefälligkeit meinerseits geschrieben, sondern beruht auf welt- und kirchengeschichtlichen Tatsachen, die sie in anerkannter, gängiger Literatur und im Internet nachlesen und überdenken können, sofern sie dazu überhaupt in der Lage sein sollten.
    Wegen dieser geschichtsträchtigen Widerwärtigkeiten seitens der RKK haben/ mussten sich sogar schon Päpste bei den wahrhaft gläubigen ChristInnen zurecht entschuldig(t)en.
    Ob man ihre ?!?!??Antworten als Selbstgefälligkeit, als salbungsvolles Selbst-Geschwurbel, maßlose Überheblichkeit, ignorantes und verkapptes Anbiedern, völliger Mangel an Respekt und – mit Verlaub – purste Dummheit auf niederem Niveau zu werten sind, überlasse ich den Lesern und ihrer Intelligenz, sofern sie denn wirklich so etwas besitzen?
    Für den Fall, dass sie ein(e) Mann/ Frau sein sollten, der/ die seinen Lebensunterhalt und seine Kariere aus Mitteln der RKK bestreitet, also auch von meinen mir auferlegten Zwangs-Mitgliedsbeiträgen in Form von Steuern, sollten sie sich für oben erwähnte Posts ihrerseits in Grund und Boden schämen.
    Buße tun und ihren Posten aus Anstand gegenüber den wahren gläubigen ChristInnen räumen würde ihnen a. m. S. dann auch gut anstehen.
    Weichen sie Leuten, die weder betriebsblind, ignorant, selbstgefällig oder gar religiös fanatisch sind, aber fähig Tatsachen ins Auge zu sehen, diese objektiv bewerten und aufarbeiten, ein kirchliches Amt würdig in christlicher Hinsicht und Würde begleiten und den nötigen Anstand gegenüber gewährleisten und aufbringen können.
    Sollten sie aus eigener Kraft solche personellen, fachlichen, sozialen und gesellschaftsprägenden Kompetenzen nicht kreieren können oder gar keine haben, würde ich ihnen empfehlen es einmal mit Beten zu versuchen.
    Gott ist gütig und barmherzig, vielleicht hilft er Ihnen ja!!!

  • Rosalia Genoveva

    |

    Ich hab es schon gwusst, über Tote darf man nie nichts Schlechtes nicht sagen, und wenn mans doch tut, hat man den Holztram im eigenen Auge übersehn, während der Meisner nur einen Fichtenspan ghabt hat.

    Übern Kardinal Meisner als Mensch kann ich gar nichts sagen, weil er das recht gut versteckt hat, ob er irgendwie Mensch auch ist.

    Aber über die Reklamefigur Kardinal Meisner weiss ich, dass er sich recht streng zeigt hat, wenn wer mal ein Pech ghabt hat im Leben, weil er zum Beispiel den falschen Eheleut erwischt hat, oder selber einen Fehler gmacht hat.

    Jetztat kann ich mirs aussuchen, bin ich feig, und sag nix über den Meisner seinige Berufsrolle, weil er tot ist, oder mach ichs wie der Jesus, der sich traut hat mit die Gesetzestreuen diskutiern gehn, und noch viel frecha, der was sich ein Urteil gebildet hat, welcher tote Prophet einen überholten Glump, und wer was immmer noch fürs Heute Gscheits gsagt hat.

    Dem hat des fei nichts gmacht, ob sich einer im Grab umdreht.

    .

  • kb

    |

    Also mich hat Meisner immer fair behandelt, im Gegensatz zu so manchen Salon-Katholiken :-)

  • Benedikt Babinger

    |

    Was Paul Casimir Marcinkus gar nicht erwähnt: Kardinal Meisner hat mit seiner Äußerung in seiner Predigt an Heiligdreikönig 2005 ganz nebenbei auch historische Fakten mit Märchen in einen Topf geworfen.
    „Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen läßt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“ (Meisner am 6.1.2005)
    Der „bethlehemitische Kindermord“ hat nur leider nie stattgefunden. Er ist eine blutrünstige Legende, die sich nur im Matthäusevangelium findet und für die es keinen realen Anhaltspunkt gibt. Der römische Historiker Flavius Josephus, der die Taten und Untaten von König Herodes ausführlich schildert, weiß nichts von einem „Kindermord“. Herodes hätte einen solchen auch gar nicht in die Tat umsetzen können, da er bekanntlich unter der Fuchtel Roms stand; die Römer hätten ihm ein solches Verbrechen nicht durchgehen lassen. In der Wissenschaft besteht Einigkeit darüber, daß der „bethlehemitische Kindermord“ eine Legende ist, die dazu dient, die Dramatik bei der Geburt des neuen Königs/des Messias zu steigern.
    Langer Rede kurzer Sinn: Kardinal Meisner hat nicht nur heutige Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, mit den SS-Schergen von Auschwitz in eine Linie gestellt, was eine glasklare Verhöhnung der Opfer und Hinterbliebenen von Auschwitz ist und die Frauen als Mörderinnen hinstellt, die sie nicht sind. Sondern Meisner hat mit seinem fatalen Satz auch demonstriert, daß er die simpelsten bibelwissenschaftlichen Tatsachen entweder nicht kannte oder einfach ignorierte. Daß der „bethlehemitische Kindermord“ eine Legende ohne jeden historischen Hintergrund ist, das lernt man im 1. Semester im Proseminar.

  • Heinz A. Höver

    |

    Als ehemaliger Katholik aus dem Erzbistum Köln möchte ich zu der Horrorgestalt Meisner noch etwas beitragen:
    sein schlimmstes Ding war der Vergleich von Zyklon B mit der Abtreibung,meiner Meinung nach hätte eine halbwegs zivilisierte Kirche den Typen innerhalb von 48 Stunden feuern müssen,aber da war Ratzinger noch der Chef!Man hätte ihm auch seitens des Staates das Gehalt entziehen müssen, immerhin mehr als 10.000 Euro aus allgemeinen Steuermitteln im Monat, aber der Staat hat ja Verquickungen mit der Amtskirche, das einem übel wird

    Zählen wir noch ein paar „sehr nette“ Dinge dieses „Herrn“ auf:

    er verglich das Fenster von Prof. Richter für den Kölner Dom mit „entarteter Kunst“ und
    war damit wieder bei den Nazis

    er entzog dem Verlag Bachem in Köln alle Aufträge der Diözese, als dieser auch
    Drewermann verlegte

    ich war bei Günter Jauch in seiner Live-Sendung, 13.02.13, als es darum ging, dass Meisner die Abtreibungspille für eine vergewaltigte Frau „verbot“. In der Sendung war
    eine Ärztin, die gerade deswegen fristlos geflogen war und eine Kindergartenleiterin, die ebenso geflogen war, weil sie einen geschiedenen Mann geheiratet hatte.Sie war 35 Jahre mit tadellosem Ruf in der Einrichtung und verwitwet. Es gibt allen Grund, dass die Menschen sich mit einer großen handfesten Petition dagegen wenden, das sog. „kirchliche Einrichtungen“ mit 90 % Steuergelder bezuschusst werden, aber diese Kirche nach Gutdünken nach ihren queren Moral alle ‚rausschmeißen darf, die ihr nicht passen, den geschiedenen wiederverheirateten Chefarzt mit internaitonalem Ruf und die kleine Putzfrau, die beide heiraten, obwohl sie geschieden sind. Die denkenden Bürger müssen endlich Wege gehen, dass die Verfassung geändert wird. Das Arbeitsrecht beider Kirchen stinkt zum Himmel, weil es Menschen verachtend ist. Ich war in der Sendung, weil ich
    als ehrenamtlicher Küster ‚rausgeflogen bin, als bekannt wurde, dass ich schwul bin.
    Ich habe Ratzinger persönlich kennen gelernt, er ist ein Mädel durch und durch, ich wette meinen gesamten Besitztum darauf, dass er stockschwul ist. Warum hat man ihn nicht
    ‚rausgeschmissen, wo er noch dazu hunderttausende Missbräuche vertuscht hat? Der Mann ist eines der verlogensten Subjekte in der frommen Szene! Er müsste regulär nach Den Haag und dort den Rest seines Lebens sitzen!

    Meisner hat als einziger Chef der 27 Diözesen keine Missbrauchsakten von missbrauchenden Priestern geöffnet, sein Nachfolger Woelki übrigens auch nicht, nur
    Ratzinger hat in München dafür gesorgt, dass „keinerlei Akten“ aufzufinden sind.

    Meisner empfahl allen Schwulen, ihre Bedürfnisse „auszuschwitzen.

    Eine Kölner weibliche Kabarettgröße wurde einmal Meisner bei einem Empfang der Stadt vorgestellt und frage ihn: „Sind sie nicht die Schrankschwester?“ „Wie bitte?“ Ich meine, der verkappte Schwule? Nach Ihrer Hetze gegen diese Leute kann es kaum anders sein!“
    Meisner wurde rot.

    Meisner trug stets Zettel bei sich (nach eigener Aussage in einer Sendung mit der braunen Gloria von Regensburg), auf dem er vermerkte, welche Priester den Beruf verlassen haben bzw. von ihm aus dem Beruf entfernt wurden, weil sie schwul waren.
    Er wolle stets an die Verräter erinnert werden, meinte der „fromme“ Mann.

    Wie unbeliebt der Typ war, zeigte sich bei seiner Beisetzung : bei ihm waren so wenige Kölner dabei, dass ein Vergleich mit Höffners Begräbnis angebracht ist: hier 3.000,
    dort 30.000 !!!).
    Aber das Tebärtzchen, der aus der Wäsche schaut, als wäre er eben der Geschlossenen entflohen, der ultrabraune Müller, Missbrauchsbeihelfer, Nazi-Vergleicher, und extremst Homophobe, sowie der Trommelfell-Zerschlager Mixa liefen mit bei dem roten Volk,
    wohlgemerkt ohne Pfui-Rufe, was ja wohl das mindeste gewesen wäre ….

    Meisner hat den Kinderficker (der Ausdruck ist lt BGH erlaubt, man lese nach) Hermann Groer und den auch in diesem Metier, aber auch im ganz Braunen tätigen Kurt Krenn
    „ihrem Glauben angemessen“ beerdigt, andere Kardinäle oder Bischöfe wurden nicht gesehen, insbesonder der Wiener Kardinal C. Schönborn nicht!!

    Meisner war Mitglied des rechten Opus Dei und ein Freund der Pius-Brüder, die so braun und homophob und schmutzig sind, dass sie zeitweise vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Dazu lässt er die Legionäre Christi hier bei uns in der Eifel in den
    „bischöflichen“ Gymnasien arbeiten. Sie sind einfach dunkelbraun und haben einen Gründer, der ein Missbrauchsverbrecher übelsten Ausmaßes war, Pater Marciel. In den „bischöflichen“ Gymnasien wird die These von Andreas Laun, dem Nazi-Weihbischof von Salzburg gelehrt, dass große Katastrophen wie der Tsunami von 2004 und und das Unglück von Fukishima von „Gott gesandt werden, weil die Menschen Lesben und Schwule gleiche Rechte geben“. NSdAP pur! Die Schüler fragen dann: „wo wohnen solche Leute, damit wir ihnen die Fenster einschmeißen können?“.
    Übrigens hat Wojtila Ratzinger aufgegeben, Pater Marciel nicht zu verfolgen. Es sollen 7 Mio. US-Dollar „Spenden“ im Spiel gewesen sein für die heilige Kirche. So wird man Heiliger!

    Juristisch war Meisner niemals Erzbischof von Köln. Er wurde in drei Vorschlägen des Domkapitels an Wojytila nicht vorgeschlagen, durfte also von diesem nicht bestimmt werden. Das Konkordat zwischen Domkapitel sowie den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurde gebrochen, damit war die Berufung Meisner niemals rechtlich zu vollziehen. Der Papst W. hat das Konkordat gebrochen. M.E. ging das nur, weil der fromme Johannes Rau in NRW das Sagen hatte.
    Man hätte also Meisner rein rechtlich auch kein Staats-Sekretärs-Gehalt zahlen müssen.

    Ich will nicht mit weiteren Aufzählungen langweilen, es gäbe noch etliche!

    Beispielsweise fuhr Meisner im dicken Mercedes mit feinen Scheibengardinchen zu Firmungen und Visitationen, so wird das Jesus wohl auch gemacht haben.
    Oder hatte Erich Kästner 1929 Recht, als er behauptete, „Jesus Christus ist schon vor
    vielen Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten!“?

    Mein Mann und ich haben nie Meisner gesagt sonder immer nur „der Dreck von Köln“ oder im Falle Müllers „der Dreck von Regensburg“. Wir glauben schon, dass wir ein
    vernünftiges Niveau haben, aber Dreck muss auch Dreck genannt werden und man
    darf sich auch von Herzen freuen, wenn solcher Dreck keinen Dreck mehr verbreiten kann, weil er mausetot ist. So habe ich mich seinerzeit auch erstmals bei Dyba gefreut, den 18 Mal Vorbestraften wegen Verleumdung und Volksverhetzung.
    Wir haben am Abend von Meisners Todesnachricht eine gute Flasche Wein getrunken,
    weil die Nazivergleiche aus diesem Mund ein Ende haben. Das machen wir auch, wenn Müller oder Algermissen oder das Schätzchen von Passau vor uns sterben sollten.

  • Angelika Oetken

    |

    Herr Höver,

    Danke für Ihre wunderbare Zusammenfassung.

    Können Sie sich auch nur einen höheren Kirchenfunktionär vorstellen, gegen den seine Mitbrüderchen nicht irgendwas in der Hand hätten? Meistens handelt es sich dabei um Banalitäten: eine klammheimliche Familiengründung, gelebte Homosexualität, gefakte Veröffentlichungen und dergleichen. Manchmal sind es aber auch Dinge, für die man in der Echtwelt in den Knast wandert.

    BR-online hat vor ein paar Tagen einen Beitrag wieder online gestellt, bei dem ich den Kommentar Nr. 142 „Erkennbare Muster in der Familie Ratzinger“ jedem Interessierten wärmstens ans Herz legen möchte
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/regensburger-domspatzen-missbrauch-zwischenstand-100.html

    VG
    Angelika Oetken

  • R.G.

    |

    @ Heinz A. Höver schrieb:

    „Als ehemaliger Katholik aus dem Erzbistum Köln möchte ich zu der Horrorgestalt Meisner noch etwas beitragen:“
    ……………………….
    „ich war bei Günter Jauch in seiner Live-Sendung, 13.02.13, als es darum ging, dass Meisner die Abtreibungspille für eine vergewaltigte Frau „verbot“.“

    Meine gute Bekannte, eine Relegionslehrerin, wurde von einem Pastoralassistenten, weil sie mit ihm ganz sicher keinen Geschlechtsverkehr wollte, im Schlaf überfallen. Der Täter gab sein Vergehen wiederholt voll Stolz zu und erwähnte überall, die Frau werde das Leben verlieren, wenn sie es wage, schwanger zu sein.

    An freien Wochenenden, so behaupteten Kollegen, traf sich der Kirchenangestellte mit anderen ganz Reinen, um vor Abteibungskliniken gegen die Frauen zu beten, die dort Hilfe suchten. Die Protestierer hatten stets den Rosenkranz in der Hand.

    Alle in der Folge erwähnten Priester und Bischöfe verstanden sich in der gleichen Tradition wie der Deutsche Kardinal Meisner.

    Zuerst wurde die mit Gewalt Geschwängerte in den Bischofshof beordert, da sie in der Kirche bedienstet war. Man belehrte sie, das Baby könne nichts für IHR Vergehen. Man werde sie nur deshalb dulden.

    Inzwischen bereitete ein neuer Orden eifrigst einen Platz für den Täter vor, damit wollte man die Möglichkeit reduzieren, dass auf das Vermögen der Sippe des Mannes zugegriffen werde, falls er keine Alimente zahle.

    Der Pfarrer verbot den Großeltern des unter so ungünstigen Umständen gezeugten Kindes jedweden Kontakt zu der „schlechten“ Frau, die durch unzüchtige Gesten zur Tat aufgefordert haben müsse. Nach diesem Priester wurde bereits zu seinen Lebzeiten eine Straße benannt. Er sammelt fleißig weiter Ehrungen.

    Als die junge Mutter schwer erkrankte – sie hatte bei einer Infektion sehr hohes Fieber – bat man einen späteren Bischof, den größten Verehrer und Nachahmer Kardinal Meisners, ihr die Beichte zu hören. Er verweigerte die Absolution, da sie durch die Gewalttat die Sünde des vorehelichen Verkehrs begangen habe, und die erforderliche Reue darüber verweigere.
    Gott könne sie von der körperlichen Krankheit nicht heilen, weil sie ihren Anteil nicht einsehe.

    Bei einer religiösen Großveranstaltung wagte diese Frau es dennoch, mit dem so genannten “ Bastard“ zu erscheinen.
    Da verstellten ihr ihre ehemaligen Theologieprofessorinnen den Weg, jeder verhöhnte sie extra. Am Ende, als alle schon aus dem Saal waren, saß sie immer noch weinend da, so schlimm hatte man sie geschmäht.

    Plötzlich tauchten Männer auf, schoben sie grob am Arm Richtung Bühne.
    Hier warteten Journalisten schon länger auf ein Bild eines Kardinals.
    Zumal sich nun ein Baby gut machte, fasste der alte Mann im Ornat nach dem “ Bastard“, platzierte seine Hände wie zum Segnen, grinste in die Kamera, und wandte sich gleich wieder weg. Die Show war vorbei.

    Zuletzt wurde kirchlichen Arbeitskollegen von der offenbar gewordenen perversen Sexualität des Gewaltopfers berichtet.
    Als doch jemand von der Pfarre auf Besuch kommen sei, habe man gesehen, dass bereits das (keine drei Monate alte) Baby das Hurenhafte übernommen habe, es halte beim Wickeln immer, damit man das Geschlecht nur ja sehe, die Beine aufreizend (!) gespreizt.
    Man müsse wirklich um die Schüler fürchten, falls die Verdorbene in ihre Arbeit, den Religionsunterricht, zurückkehre.
    __
    Gelegentlich flüchtete die Mutter mit dem Säugling in ein weiter entferntes, schummriges Lokal. Nur hier beschimpfte sie niemand. Man grüßte sogar und störte sich an Kinderweinen nicht. Es herrschte eine freundliche Atmosphäre.
    Das war die Schwulenkneipe.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „MiReg“ – Es wäre schlimm, wenn ich ohne Sünde ‚wäre.
    Und außerdem muß man k e i n Insider sein um zu erfahren,
    was in kirchlichen Kreisen läuft. Die Informationen, die mir
    zurVerfügung stehen, können Sie ganz genauso über die
    Medien bekommen.

  • Lothgaßler

    |

    Für einen Atheisten wie mich ist es amüsant zu lesen, wie sehr sich doch etliche noch nicht ganz von der RKK Geschiedene an eben dieser RKK und einen gerade in dunkler Gruft bestatteten Oberhirten mit bekannt unschönen Charakterzügen abarbeiten.
    Diesem RKK-Bodenpersonal irgendwelche Vorhaltungen zu machen führt zu nichts. Alle müssen austreten, bis die Kleriker unter sich sind, nur das führt ins Himmelreich. Gott dürfe es wurscht sein, ob ich in die Kirche gedackelt bin, Hauptsache ich habe im Leben Anstand bewahrt. So ähnlich halten es alle Gottheiten, also bin ich als Atheist auf der sicheren Seite.
    Weg mit den Sonderrechten für diese „Gottesdiener“. Ich habe nie verstanden, weshalb die Gläubigen akzeptieren, dass eine kleine Schar von Männern in merkwürdigen Gewändern Regeln aufstellen, die sie selber nie befolgen können bzw. müssen (man denke an die Ehe bzw. an die Sexualität). Dazu noch die Behauptung „Gott will es“ (in freier Anlehnung an die Kreuzzüge), als ob diese Herren tatsächlich Gottes Wille verkünden würden, und nicht etwa Neu- oder Umdeutungen alter zigfach abgeschriebener und falsch übersetzter Textfetzen von sich geben.
    Will Gott (sofern er tatsächlich die zentrale Figur des christlichen, jüdischen und der muslimischen Glaubensrichtungen sein sollte) tatsächlich Krieg und Feindschaft unter seinen Gläubigen? Scheinbar schon, sonst gäbs das nicht.
    Ach Gott, was für ein vermurkstes Konstrukt der Glaube an dich doch ist, wirf schnell weitere 10 Gebote vom Himmel. Irgendeiner fangts schon auf und macht eine neue Glaubensrichtung daraus.

  • R.G.

    |

    @Lothgaßler

    Sie schrieben:
    „Für einen Atheisten wie mich ist es amüsant zu lesen, wie sehr sich doch etliche noch nicht ganz von der RKK Geschiedene an eben dieser RKK und einen gerade in dunkler Gruft bestatteten Oberhirten mit bekannt unschönen Charakterzügen abarbeiten.“

    Gratulation!
    Ihre Belustigtheit zeigt zum Teil, dass Sie persönlich außerhalb dieser Kirche Haftung hatten und/oder noch haben.

    Mein Mitgefühl gilt ganz besonders denen, die nur eine hartherzige, jähzornige und unberechenbare Zeit in der Kirche erlebten.
    Für sie IST es unendlich schwer, eine Art Ersatzwurzeln aufzubauen. Lacht man deshalb über sie, verletzt es sie nochmals.

  • Lothgaßler

    |

    @R.G.:
    Jein! Über die Erlebnisse Traumatisierter und deren Aufarbeitung lache ich nicht.
    Ich amüsiere mich über das Gewese.
    Als Atheist sehe ich „Gott“ als von Menschen ersonnenes Konstrukt, um die Welt zu verstehen bzw. um Unerklärbares irgend einen Sinn zu geben. „Gottesdiener“ entwickelten über die Generationen einen Kult drum herum, und Gottesgläubige begehen entsprechende Kulthandlungen und unterwerfen sich den Weisungen der Gottesdiener.
    Nun kann ein Gottesgläubiger auch mal den Kult Kult sein lassen und die Weisungen der Gottesdiener in den Wind schlagen. Seinen Glauben an Gott wird das nicht beschädigen, wohl aber sein Ansehen bei den Kult-Gläubigen.
    Verbrechen sind Verbrechen, und die sind keine Privatangelegenheit der Gottesdiener. Wenn also ein Gottesdiener sich an Gottesgläubigen und Schutzbefohlenen (Schüler, Angestellte) vergreift, dann muss die Gesellschaft weltliches Recht durchsetzen, incl. Wiedergutmachung/ Schadensersatz. Auch grenzwertige bis strafwürdige Aussagen dürfen bei diesen Gottesdienern nicht ignoriert werden. Verfassungsfeindliche Rede und Tat (Gleichheit) kann nicht deshalb folgenlos bleiben, weil ein Gottesdiener der Täter ist.
    Leider wird der Kirche ein Sonderrecht eingeräumt. Gäbe es dieses nicht mehr, vieles würde nicht verjähren und einiges nicht geschehen.

  • R.G.

    |

    @Lothgaßler

    Eine starke Bindung an Bezugspersonen außerhalb den (u.a. kirchlichen) Internaten ermöglicht im besten Fall, sich schon als Kind die Sicherheit zu erwerben, dass man am Ende der „Scheibenwelt“, auf der man lebt, nicht in die Hölle stürzt, sondern noch eine weitere tragfähige „Scheibe“ besteht.

    Hält man Kinder jedoch ständig in einer geschlossenen Gesellschaft, ist es wahrscheinlicher, dass das Sicherheitsgefühl für den größeren Teil auch noch im Erwachsenenalter, nur wieder in einem, noch wahrscheinlicher nur in dem gewohnten, geschlossenen System gefühlt wird.
    Als Erwachsener nimmt dann selbst inzwischen als abstrus erkannte Denkmuster in Kauf und fügt sich ihnen unter, nur damit der Platz in der einzigen Gruppe, in der sich (wenn auch ambivalentes), gewahrt bleibt.

    An dem Konflikt, in der Kirche zwar beschädigt worden zu sein und deshalb da nicht bleiben zu können, aber alleine draußen erst recht völlige Ausgesetztheit zu erleben, weil in der Kirche die einzige Kindheit stattfand, die sie hatten, zerbrachen viele Opfer.

    Ich glaube nicht an die alleinige Kraft von Therapien, in manchen Fällen wirkt sie sich schädlich aus.

    Meine Überzeugung ist, beim Weg hinaus in die ehemals zur Verbotszone erklärt gewesene Draußenwelt, profitierten viele Betroffene vom positiven Beispiel geistiger (und nicht schon wieder geistLICHER) Paten und Begleiter.

    „Wenn der/die es schaffte, aus sehr ähnlichen Voraussetzungen die alten Denk- und Verhaltensmuster zu brechen, ohne vom Teufel geholt zu werden, dann schaffe ich es auch“, das Gefühl erwirbt man durch ein genug nahes Vorbild.

    Die freiere Idee von der Welt stellt sich dann von selbst ein.

  • R.G.

    |

    Korrektur für denb Beitrag eben gerade:
    Als Erwachsener nimmt dann selbst inzwischen als abstrus erkannte Denkmuster in Kauf und fügt sich ihnen unter, nur damit der Platz in der einzigen Gruppe, in der sich (wenn auch ambivalentes) annäherndes Sicherheitsgefühl einstellt, gewahrt bleibt.

  • Angelika Oetken

    |

    @R.G,

    dazu, was Sie am 23. 7. von der Vergewaltigung Ihrer Bekannten durch den Pastoralassistenten und dem, was daraus folgte: im Austausch mit männlichen und weiblichen Opfern von Ordenspriestern ist mir aufgefallen, dass der Art, wie diese Männer sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen ausübten, etwas Untypisches anhaftet. Das Geschilderte erinnerte mich an Berichte von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen, die in homophoben Gesellschaften von jungen, der Homosexualität verdächtigten Männern verlangt werden, die ihre „Männlichkeit“ unter Beweis stellen sollen, indem sie weibliche Personen vor Zeugen vergewaltigen. Der Pastoralassistent ist ja, folge ich dem, was Sie schreiben, ähnlich vorgegangen: „Der Täter gab sein Vergehen wiederholt voll Stolz zu und erwähnte überall, die Frau werde das Leben verlieren, wenn sie es wage, schwanger zu sein.“ Abgesehen davon, dass die Drohung dieses Täters natürlich rein logisch betrachtet absurd ist, erscheint es doch eigenartig, dass er mit seiner Tat so nachhaltig hausieren ging. Als ob er es darauf angelegt hatte, dass sie sich herumspricht.
    Kurzum: falls der Pastoralassistent zu Ordenspriestern gehört, die als Jungen, Jugendliche und junge Männer älteren, höher gestellten Priestern für Sexualaktivitäten zur Verfügung stehen mussten, könnte man sein Agieren auch als Versuch ansehen, davon abzulenken. Indem etwas inszeniert wird, an dem sich alle, die zu der Seilschaft des Bischofs gehören beteiligen. Auf Kosten ihrer Bekannten und ihrer kleinen Tochter. Der überproportionale Einsatz, den das Umfeld dieses Mannes bei der Diffamierung und Verleumdung der Frau und ihres Kindes zeigte, wäre so auch erklärlich. Bliebe nur noch die Frage, für wen der Pastoralassistent, bei dem es sich offensichtlich um einen dieser typischen Kirchenkarrieristen handelt, in jüngeren Jahren die männliche Mätresse spielte.

    VG
    Angelika Oetken

  • R.G.

    |

    Absolute Absage an die wilde Nutzbarmachung der Geschichte meiner Bekannten durch Frau Oetken. Sie traf mit keiner ihrer Phantasien die Realität.

    Der Pastoralassistent im obigen Beispiel war zu keinem Zeitpunkt, vor und während den Ereignissen, Ordensmann oder sonstwie dem Zölibat Verpflichteter.

    Man bot ihm aber nach der Geburt des Kindes, nachdem er in den Alimenten säumig geworden war und man sich zusammenreimte, es könnte die Kindesmutter vielleicht auf den großen Forstbesitz der Sippe(!) „Anspruch“ erheben, eine Zuflucht in einem Orden an.

    Als Teil des Ordens verdiente er nun nichts mehr, weshalb nur ein Mindestunterhalt gefordert werde konnte. Diesen hat regelmäßig eine durch Zahlen bezeichnte Stelle der Diözese überwiesen.

    Keiner dieser „Ordens“-Angehörigen wude je Übergriffen an Kindern bezichtigt, keiner scheint homosexuell gewesen zu sein, fast alle dürften gesteigertes Interesse an Frauen gehabt haben.

    Alle von deren informellen Regeln zielten nach meinem Urteil drauf an, Frauen in die Rolle der schuldigen Dienerin und Büßerin zu drängen.

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