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Fall Eisenberg: Die Fronten bleiben

eisenberg2Die Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen sitzen unterm Christbaum im Spitalkeller und warten. Heute, Dienstag, wird in der Schwandorfer Straße 11 der Polizeieinsatz nachgestellt, bei dem Tennessee Eisenberg am 30. April getötet wurde; eine Forderung der Rechtsanwälte von Eisenbergs Familie, der die Staatsanwaltschaft nicht zuletzt aufgrund des öffentlichen Drucks nachgekommen ist. Sieben Monate ist es her, seit Eisenberg von zwölf Kugeln getroffen wurde, die zwei Polizeibeamte abgefeuert hatten. Er soll sie zuvor mit einem Messer bedroht haben. Die Ermittler sprechen von Notwehr. Die Rechtsanwälte der Familie bezweifeln das und stützen sich dabei insbesondere auf ein Gutachten des renommierten Rechtsmediziners Dr. Bernd Karger. Diese widersprüchlichen Ergebnisse soll nun die Tatrekonstruktion aufklären.

DSC05522rückIm Spitalkeller, einem Traditionswirtshaus in Regensburg-Steinweg, haben Polizei und Staatsanwaltschaft die „Mediensammelstelle” eingerichtet. Und so sammeln sich die Medien hier seit acht Uhr morgens. Ein Schwung an polizeilichen Pressebetreuern ist vor Ort, die allerdings keine Informationen herausgeben können und/oder dürfen. „Einzige Ansprechpartner sind Herr Ruckdäschel und Herr Zach”, erklärt ein Polizeisprecher. Und die beiden Oberstaatsanwälte ziehen es auch heute vor, zu schweigen. Auf einem Tisch liegen die „gesammelten Werke” der Regensburger Staatsanwaltschaft, alte Pressemitteilungen, dazu ein knappes aktuelles Statement des ermittelnden Oberstaatsanwalts Edgar Zach. Die Ergebnisse der Tatrekonstruktion würden bei der abschließenden Entscheidung der Staatsanwaltschaft berücksichtigt, heißt es darin. Wann diese Entscheidung – wird Anklage erhoben oder nicht – fällt, stehe nicht fest. Das alte Lied.

autofrontIn der Schwandorfer Straße tobt derweil eine Materialschlacht. Bereits am Vortag wurden Straßen gesperrt und Polizeikräfte zur Bewachung des Tatorts abgestellt. Am Dienstag sind THW, Feuerwehr und weit über hundert Polizeibeamte vor Ort, um die Aktion abzusichern. Auch in Stadtamhof und in der Altstadt ist die Bereitschaftspolizei immer wieder unterwegs.

Plastikplanen werden als Sichtschutz vor dem Innenhof des Gebäudes angebracht, abgedunkelte Limousinen bringen Zeugen und Komparsen an den Tatort. Abgesehen von den beiden Schützen sind alle Polizisten vor Ort, die beim Einsatz am 30. April beteiligt waren.

Gutachter und Rechtsanwälte der Familie, Vertreter von Staatsanwaltschaft und LKA sowie die beiden Verteidiger der Schützen, gegen die wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt wird, halten sich im alten Schulgebäude am Dreifaltigkeitsbergweg auf. Dorthin wird das Geschehen aus dem Wohnhaus per Video übertragen. Auch hier hängen weiße Planen vor dem Eingang.

Am Ende sind es über sechs Stunden Filmmaterial, über das mit Sicherheit erneut leidlich gestritten werden wird. Die wesentliche Frage, um die es sich dabei dreht: Von wo aus wurden die vier tödlichen Schüsse auf Eisenberg abgegeben? Lag zu diesem Zeitpunkt noch eine Bedrohung für Polizeibeamte vor und war damit eine Notwehrsituation gegeben?

Zu einer Auseinandersetzung über diese Frage kommt es offenbar schon am Dienstag. Der Gutachter der Familie und Vertreter des LKA liefern sich eine heftige Diskussion, über deren Inhalt man allerdings nichts erfährt. Insofern scheinen die Fronten die gleichen geblieben zu sein.

Um 19 Uhr verlassen schließlich die letzten Beteiligten den Ort des Geschehens. Damit hat die Rekonstruktion der Tat länger gedauert als die ersten Untersuchungen am Tatort im April.DSC05529

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82 Kommentare

  1. @Graf vom 4.12.
    Selbst wenn es ein Messer gegeben hat, kann es sein, daß die Polizisten überreagiert haben; wie man ja auch aus den Infos der Tatrekostruktion´erlesen kann. Wenn auf mich jemand schießt, werfe ich mein Messer auch nicht mehr weg. Aber abgesehén davon, zeigen auch die Verletzungen, daß die Polizisten einen Sehfehler hatten; ´wie sonst läßt sich erklären, daß bei einem Rechtshänder der linke Arm zerschoßen wird. Vielleicht hat er das Messer auch fallen lassen, wenn er denn zu diesem Zeitpunkt noch eines in der HAnd hatte. Vielleicht hatte er auch das Messer nur in seiner Wohnung in der Hand und nicht mehr als er im Flur war. Ich bin gespannt, wann die Öffentlichkeit erfahren wird, wo denn dieses angebliche Messer gefunden wurde nach der Tötung.

  2. @waldorf
    Es ist faszinierend, wie Du immer noch daran festhälst, daß ein Gericht auf Notwehr plädiert. Du hast bis jetzt auch nicht daran gedacht, daß es zu einer Tatrekonstruktion kommt. Du dachtest immer, daß wird alles abgeschmettert, da Notwehr. Jetzt steht fest, daß es eine Verhandlung geben wird; ob von der Sta Rgbg. oder nach einem längeren Weg. Eine Anklage wird es geben.
    Faszinierend ist auch, daß bis heute niemand dieses Messer gesehen hat. Es wird interessant sein zu erfahren, wie es aussieht, wie es sichergestellt wurde und ob man hier Fingerabdrücke von Tennessee Eisenberg daran findet oder ob alle sicherzustellenden Fingerabdrücke all den anderen Personen vor Ort zuzuordnen sind. Wird dieses Messer überhaupt als Beweismittel zugelassen? Welchen Grund gibt es denn, die angeblich so gefährliche Waffe nicht dem ungläubigen Volk zu zeigen. Wie schon so oft gesagt, Rückdäschel ist doch sonst so schnell mit dem Präsentieren der Tatwaffen.

  3. an @all User and @Manfred Veits …!

    Lasst “die” nur verbergen, mit großen weißen Leichentüchern, die Straßen absperren, ihre Gesichter vermummen, die womöglichen Täter zu schützen!
    Es bleibt dabei, die Wahrheit und deren in Regensburg so erschwerten “Findung”, kennt diese Grimassen der angeblichen “Macht” und sogen.
    “Stadt-, nein nicht Staats- schon Stadtgewalt!”,
    zum Glück nicht!
    So müßen wir Regensburger dafür sorgen!!

  4. *… es wird schon zur Anklage kommen.*

    Kann sein, kann nicht sein. Wir werden sehen.
    Sollte die Staatsanwaltschaft Anklage erheben, bliebe abzuwarten, wie das Gericht darüber entscheidet.

  5. waldorf keine Sorge, es wird schon zur Anklage kommen. Je früher desto besser.

  6. @Hippie

    Ein absolut sinnentleerter Beitrag, ein einziger persönlicher Angriff. an sich keiner Entgegnung wert.

    *PS.: Achja, und um Sie gleich mal zu entwaffnen: Mein Vater heißt Joseph und ich bin am 24.12 geboren worden.*

    Dazu nur soviel: Welcher der in der Scheune zu Bethlehem zugegen gewesene sind Sie denn, der Ochs oder der Esel?

  7. @waldorf

    “Bis dahin kann man hier viel herumspekulieren…und von “Mord” und anderem Unsinn faseln.”

    Ich find’s super, dass sie an den Spekulationen dabei ebenso tatkräftig mitwirken wie alle Anderen.s.o.

    Sie waren ja dabei, sind objektiv, mögen kleine Kinder, natürlich sind sie auch tierlieb und haben im übrigen “die Wahrheit” für 2 Euro/Jahr gepachtet.
    Und ganz zuletzt sei erwähnt, dass Sie es lieben du “diskutieren”, auch wenn Sie genau wissen, dass die(acht. zitat!: “zusändigen Stellen” /ende (ihr lieblingswörter?) dafür zuständig sind. Lieben sie Gebetsmühlenartigkeit?

    Herzlichen Glückwunsch!

    PS.: Achja, und um Sie gleich mal zu entwaffnen: Mein Vater heißt Joseph und ich bin am 24.12 geboren worden.

  8. *Es ist doch so, daß sich die Polizisten die den jungen Mann im April 2009 in Regensburg ohne Not aus sicherer Schützenposition (gem. Pressemitteilung) mit 12 Treffern erschossen haben dafür werden verantworten müssen.*

    Das ist falsch. Es wurde keine Anklage erhoben. Die Entscheidung, ob Anklage erhoben wird, ist nocht niocht gefallen. Falls Anklage erhoben werden sollte, wird sich ein Gericht mit dem Vorgang befassen. Wie das Gericht in der Sache urteilen wird, weiß niemand. Die Erwartungen hier im Forum sind unterschiedlich.

    Im Rahmen der Entscheidungen der relevanten Stellen (Staatsanwaltschaft, Gericht) wird dann auch verbindlich entschieden werden, ob die Polizeibeamten “ohne Not”, oder aus gerechtfertigter Notwehr gehaandelt haben.

    Es müssen sich doch jetzt keine Polizisten für einen Fall aus dem Jahr 1989 rechtfertigen wobei 2 Polizisten und ein Libanese getötet wurden?

    Die seinerzeit von einem Bürger mit einem Messer umgebrachten Polizeibeamten sind erwähnt worden, weil irgendwelche Irrlichter (nachdem sie erst abgeleugnet hatten, daß der Eisenberg mit einem Messer bewaffnet war) bestritten hatten, daß ein Messer eine Waffe ist, mit der man andere Menschen, bedrohen oder töten kann.

    Wenn die relevanten und zuständigen Stellen gesprochen haben, ist der Fall entschieden. Bis dahin kann man hier viel rumspekulieren…und von “Mord” und anderem Unsinn faseln.

  9. Es ist doch so, daß sich die Polizisten die den jungen Mann im April 2009 in Regensburg ohne Not aus sicherer Schützenposition (gem. Pressemitteilung) mit 12 Treffern erschossen haben dafür werden verantworten müssen. Es müssen sich doch jetzt keine Polizisten für einen Fall aus dem Jahr 1989 rechtfertigen wobei 2 Polizisten und ein Libanese getötet wurden? Das hat auch nichts mit einem Messer, Gabel, Löffel oder Zahnstocher zu tun. Was sollen also diese wirren Ablenkungsmanöver.

Trackbacks

  1. metanox » 12 Kugeln

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