Weiter Wirbel um Domspatzen-Doku

Filmemacherin appelliert an Dom-Schüler: Hören Sie die Missbrauchs-Opfer an

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Nach der ARD-Doku „Sünden an den Sängerknaben“ hat Filmemacherin Mona Botros eine Einladung der Domspatzen-SMV an das Gymnasium angenommen. Eine Antwort der Schüler steht noch aus. Am Mittwoch wird der Film wiederholt – es wird zusätzliches Videomaterial veröffentlicht.

domspatzen

Im Wirbel um die ARD-Dokumentation „Sünden an Sängerknaben“ vom 7. Januar meldete sich auch die um ihr Image besorgte Schülermitverwaltung (SMV) des Domspatzen-Gymnasiums zu Wort. Zwölf Schülervertreter luden die Filmemacherin Mona Botros ein, um ihren angeblich falschen Eindruck von ihrer Schule zu korrigieren. Botros nimmt nun die Einladung an und möchte mit Missbrauchs-Betroffenen die Domspatzen-Einrichtungen besuchen. Eine Gegenantwort der SMV steht noch aus. Die Wiederholung der Dokumentation am 18. Februar im SWR zur besten Sendezeit (20.15 Uhr) und die Veröffentlichung von Videomaterial dürfte den Druck auf die Domspatzen-Schulfamilie und das Ordinariat nochmals erhöhen.

In ihrem offenen Brief vom 2. Februar an die Filmemacherin der ARD–Doku Mona Botros echauffieren sich die zwölf unterzeichnenden Schülervertreter darüber, dass der Film eine immer noch andauernde Schulpraxis von „schwarzer Pädagogik“ suggeriere, und alte Geschichten fälschlicherweise mit der derzeitig aktuellen Situation verknüpfe. Die Übergriffe hätten – so die Schüler – nur in den 1950er Jahren stattgefunden und die Domspatzenführung habe bereits vor 2010 zahlreiche vorbeugende Maßnahmen ergriffen. Die SMV-Funktionäre beklagen, dass die ARD-Dokumentation, „die Fehler im Prozess der kirchlichen Aufarbeitung zeigen sollte“, ihnen schaden würde. Der Film habe (nicht näher bezeichnete) Anfeindungen gegen sie ausgelöst, und sie „somit als Spielball gegen die Kirche benutzt“.

Solidarität mit den Opfern?

Bereits vergangene Woche hat die Filmemacherin Mona Botros auf diesen Brief geantwortet. Außerdem wird sie die kompletten Interviews mit Vertretern der Diözese veröffentlichen (demnächst nachzulesen und anzusehen auf der SWR-Homepage).  Damit reagiert Botros auf Vorwürfe, die unter anderem von Rechtsanwalt Geedo Paprotta geäußert wurden. Paprotta hatte davon gesprochen, dass sein Interview „manipulativ geschnitten“ worden sei.  Mit der Veröffentlichung der kompletten Interviews könne sich nun jeder selbst ein Bild machen, so Botros.

Filmemacherin Mona Botros (hier mit Kameramann Andreas Kerle) hat die Einladung de Domspatzen-SMV angenommen. Eine Antwort steht noch aus. Foto: SWR/ Mona Botros

Filmemacherin Mona Botros (hier mit Kameramann Andreas Kerle) hat die Einladung de Domspatzen-SMV angenommen. Eine Antwort steht noch aus. Foto: SWR/ Mona Botros

Sie nehme die Einladung gerne an, schreibt Mona Botros. Auf Anregung von Betroffenen hin appelliert sie an die SMV, dass auch ehemalige Opfer von Misshandlung und Missbrauch eingeladen werden. „Heißen Sie die Opfer bei meinem Besuch willkommen. Hören Sie sie an. Sprechen Sie mit ihnen.“ Für Botros wäre dies „ein Signal für einen offeneren Umgang mit dem Thema“ und Ausdruck einer „Solidarität mit den Opfern“.

Die im SMV-Brief „zum Ausdruck gebrachte Befürwortung der Aufarbeitung von Missbrauch“ in den Einrichtungen der Domspatzen begrüßt die Filmemacherin. Die jetzigen Schüler könnten allerdings ihrerseits viel zu einem offeneren Umgang mit dem Thema und womöglich „zur Heilung und Versöhnung beitragen“.

Anders als der SMV-Brief behaupte, suggeriere der Film „jedoch an keiner Stelle, dass Missbrauch am Gymnasium der Domspatzen heute noch stattfinden würde, weder im Kommentar, noch in den Aussagen der Betroffenen noch zwischen den Zeilen.“

Repräsentant einer verhüllenden und vertuschenden Informationspolitik: Bistumssprecher Clemens Neck. Foto: Archiv/ as

Repräsentant einer verhüllenden und vertuschenden Informationspolitik: Bistumssprecher Clemens Neck. Foto: Archiv/ as

Ebenso sei es falsch, dass sich die Übergriffe „lediglich in den 50er Jahren“ zugetragen hätten. Botros deutet an, dass solcherlei verkürzte Sichtweisen in Zusammenhang mit der verhüllenden Informationspolitik des Bistums in Sachen „Domspatzen“ stehen könnten. Es sei ihr „nicht ersichtlich, warum das Bistum ausgerechnet in dieser Frage so mauert“ und nicht offen und eindeutig informiere.

Wirbel sorgt für offene Situation

Tatsächlich schildern im Film die ehemaligen Domschüler Udo Kaiser, Georg Auer und Alexander Probst ihre leidvollen Erlebnisse aus den Jahren 1959 bis 1971 – was den Schülern entgangen sein muss.

Die von den SMV-Funktionären beklagten und angeblich zunehmenden Anfeindungen, „die Domspatzen und ihre Eltern seit der Ausstrahlung des Films ausgesetzt seien“, bedauert die Filmemacherin. Würde „die heutige Schülerschaft sich öffentlich und geschlossen für die kirchliche Aufarbeitung des Missbrauchs stark machen“, dann – so Botros geschickt – „gäbe es keinerlei Grundlage dafür, die Schüler, ihre Eltern oder die heutige Einrichtung der Domspatzen zu kritisieren.“

Aufs Ganze gesehen hat der Wirbel um den Film von Mona Botros und die Briefe eine vergleichsweise offene Situation geschaffen. Nun sind die Leitung der Domspatzen-Einrichtungen und die Schüler am Zuge – ob es zu einem Treffen kommt ist sehr ungewiss. Gleichwohl wird an der bisherigen Entwicklung deutlich, dass die Weigerung der Domspatzen-Stiftung, der Schul- und Internatsleitung, körperliche Misshandlungen und sexuellen Missbrauch in den Domspatzen-Einrichtungen extern aufarbeiten zu lassen, zulasten der jetzigen Schüler geht.

Unklarheiten und Fragen

Unklar bleibt allerdings, wer überhaupt die jetzigen Domschüler in welcher Form angefeindet haben soll. Dies wurde bislang nur haltlos in den Raum gestellt. Ein Vertreter des Bischöflichen Sekretariats erklärte auf eines Nachfrage von Regensburg-Digital von letzter Woche: mit Anfeindungen seien allgemein die Presseberichte der letzten Wochen gemeint. Darin finden sich jedoch keinerlei Anfeindungen gegen die Domspatzen-Schüler. Die Domschüler verteidigen folglich ihren Status und die „Institution“.

Angesichts der vielen Ungereimtheiten des SMV-Briefes und der sicherlich eingeschränkten Handlungsfreiheit der Schüler bleiben viele Fragen offen. So etwa, ob die Initiative und der Brief selbst allein von den Schülern ausging? Oder, ob die Schulleitung die Einladung der Schüler an Frau Botros überhaupt unterstützt?

Das Domspatzen-Gymnasium in der Theobald-Schrems-Straße. Antworten der Schulleitung stehen noch aus. Foto: Werner

Das Domspatzen-Gymnasium in der Theobald-Schrems-Straße. Antworten der Schule stehen noch aus. Foto: Werner

Fragen, die wir an die Leitung des Domspatzen-Gymnasiums gestellt haben und bislang nicht beantwortet worden sind. Angesichts der bestehenden Abhängigkeiten ist davon auszugehen, dass auch die Leitung des Gymnasiums nicht frei in seinen Entscheidungen ist. Alle Beteiligten – die SMV-Vertreter, die Führung von Schule und Internat und die Verantwortlichen in der Domspatzen-Stiftung – scheinen im Umgang mit der Problematik überfordert zu sein. Das bischöfliche Ordinariat, das bislang über Ankündigungen und Vernebelung kaum hinaus gekommen ist und sich nicht in die Karten schauen lässt, dürfte in grundsätzlichen Fragen das letzte Wort haben.

Alte Geschichte aus den 1950ern

Denkbar einfach gestrickt ist die altneue Verteidigungsstrategie der SMV-Vertreter: Die heutige Schule habe mit den Übergriffen in den 1950ern nichts zu tun, und man habe Konsequenzen gezogen. Diese Behauptungen entsprechen exakt der Sprachregelung der Domspatzen-Führung seit Anfang des sogenannten Missbrauchsskandals. Seit März 2010 tritt man so auf und die vom Bistumssprecher zeitgleich vollmundig angekündigten internen Recherchen, sind offenbar im Sande verlaufen, jedenfalls wurden bis heute keinerlei Ergebnisse veröffentlicht.

Nach Recherchen von Regensburg-Digital ist jedoch bekannt, dass sexuelle Missbrauchstäter bis in die 1930er zurückverfolgt werden können. Der erste Leiter des Domspatzen-Internats in Reichsstraße, der Priester Franz Zeitler, begann seine über 20jährige Missbrauchsserie 1939 in der alten Dompräbende in der Orleansstraße unter Theobald Schrems. Aussagen von Betroffenen und Gerichtsakten bezeugen dies.

Die Gerichtsakte des ehemaligen Domspatzen-Direktors Zeitler (aus: „Sünden an den Sängerknaben“, ARD 7.1.2015)

Die Gerichtsakte des ehemaligen Domspatzen-Direktors Zeitler (aus: „Sünden an den Sängerknaben“, ARD 7.1.2015)

In der aktuellen Debatte um die ARD-Dokumentation zeigt sich, was die Leitung der Domspatzen-Einrichtungen bei jeder erneuten Thematisierung der Missbrauchsvergangenheit gebetsmühlenartig wiederholen muss: es handle sich um alte Geschichte der 1950er Jahre und mittlerweile sei alles anders.

Zum ersten Mal formulierte dies der Priester und Internatsleiter Rainer Schinko vor fünf Jahren, anlässlich der eben aufkommenden Missbrauchsschilderungen. Damals trug Schinko am „Tag der offenen Tür“ (6. März 2010) ebenjenes Domspatzen-Credo vor, das sich seine Zöglinge neulich zu Eigen machten und im SMV-Brief nachbeteten: „Vorfälle von vor 50 oder 60 Jahren spiegeln nicht die aktuelle Lebenswirklichkeit der Domspatzen wieder.“ 

Rainer Schinko, der übrigens die Spätberufenenschule Fockenfeld durchlief, aus der auch der zuletzt in Riekofen übergriffige Serientäter Peter Kramer und der Prügelbischof Walter Mixa stammten, glaubt vermutlich an seine Worte. Als Leiter eines kirchlichen Internats, dessen erste zwei Direktoren, Franz Zeitler und Georg Zimmermann, über Jahrzehnte ihre Schutzbefohlenen sexuell missbrauchten, scheint er mehr als befangen zu sein.

Prävention ohne Aufarbeitung?

Am „Tag der offenen Tür“ der Domspatzen-Einrichtungen vom Januar 2014 betonten Schulleiter Berthold Wahl und der geistliche Internatsleiter Rainer Schinko laut Bericht der Mittelbayerischen Zeitung nochmals ihre Betroffenheit und den Schock, als im März 2010 mit den Stimmen der Missbrauchten „die Lasten der Vergangenheit“ aufgetaucht seien. Man habe jedoch Konsequenzen gezogen. Mit neuen Konzepten und eigens betontem Problembewusstsein versprach Schinko 2014 hinsichtlich sexueller Übergriffe: „Wir tun alles in unserer Macht stehende, um so etwas auszuschließen.“

Doch welche Lehren und Konsequenzen haben Wahl und Schinko aus den Vorfällen gezogen? Der mittlerweile vorhandene Ablaufplan im Internat, der beim Bekanntwerden von sexuellen Übergriffen gestartet werden soll, bedeutet allein noch keine geeignete Verhinderungsstrategie. Ebenso wenig die angeblich breite Schulung des Schulpersonals hinsichtlich der Prävention von sexuellem Missbrauch.

Einer kirchlich dominierten und sich tief abgeschotteten Institution wie den Regensburger Domspatzen, die um ihr wirtschaftliches Überleben kämpft und bislang keinerlei offenen Umgang mit ihrer Missbrauchsgeschichte gesucht und gefunden hat, kann ohne externe Untersuchung und Überprüfung die notwendige Aufarbeitung der strukturellen Defizite und ein Neubeginn nicht gelingen. Das belegen positive und negative Beispiele anderer Einrichtungen, Experten und nicht zuletzt die politischen Vorgaben der Bundespolitik.

Nichts mitbekommen?

Unglaubwürdig erscheint in diesem Zusammenhang auch die Haltung von Schulleiter Berthold Wahl. Ein „Ehemaliger“, der das Domgymnasium selbst absolviert hat. Als Wahl 1961 in das kirchliche Gymnasium eintrat, waren körperliche Züchtigungen, sexuelle Übergriffe gegen und innerhalb von Schülern keine Ausnahme. Kaum vorstellbar also, dass er erstmals im März 2010 davon hörte und von den Schilderungen Missbrauchter und Misshandelter schockiert war. Vielmehr ist anzunehmen, dass er selbst zumindest Prügelstrafen erleiden musste oder mitbekam.

Wie kann es sein, dass Schulleiter Wahl nicht korrigierend eingreift, wenn die jetzigen Schüler trotz der eindrücklichen Opfer-Berichte der ARD-Doku alles „Negative“ allein auf die 1950ern projizieren? Vielleicht sollte der Schulleiter mit seinen Schülern einmal offen über die gewalttätigen Verhältnisse bei den „Domspatzen“ während seiner Schulzeit sprechen, dann wäre der Prozess der Aufarbeitung wohl um ein Vielfaches ehrlicher und ein Stück vorangekommen.

Und falls Berthold Wahl glücklicherweise wirklich zu jenen Schüler gehören würde, die unbehelligt geblieben sind und nichts gesehen und gehört haben, warum versucht er als Schulleiter nicht die Vergangenheit des Domgymnasiums aufarbeiten zu lassen? Oder ehemalige Schüler, zum Beispiel Wolfang Blaschka, einzuladen, die davon berichten könnten, dass die Sünden an den Sängerknaben bis weit in die 1980er Jahre hinein fortgesetzt worden seien.

Nachwuchssorgen in den Domschulen

Verständlicherweise haben die Leitung der Domspatzen und das bischöfliche Ordinariat noch ganz andere Sorgen: die sinkenden Schülerzahlen. Anfang der 1960er – als auch der kleine Berthold Wahl zum „Domspatz“ wurde, starten jährlich etwa 75 Schüler am Domgymnasium. Mitte der 1970er war mit 96 Neuzugängen und einer Gesamtschülerschaft von etwa 410 der Höchststand erreicht. Danach sanken die Schülerzahlen. Die späteren geburtenschwachen Jahrgänge verstärkten diese Tendenz. Im März 2010 sprachen dann ehemalige Domspatzen von körperlichen Misshandlungen und sexuellen Übergriffen und wurden erstmals öffentlich wahrgenommen. Im Jahre 2012 berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass die angestrebten und wirtschaftlich notwendigen Neuanmeldungen von 70 Schülern bei Weitem nicht erreicht seien. Gut 40 traten damals an. Letztes Jahr waren laut es einem Bericht des Bayerischen Rundfunks bloß 38 Neulinge und etwa 360 Schüler insgesamt. Erschwerend kommt hinzu, dass heutzutage nur noch die Hälfte der Dom-Schüler die Unterkunft im Internat wählt und die anderen lieber zuhause wohnen bleiben.

Offenbar einig im vertuschenden Umgang: Gerhard Müller und der frühere Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner. Foto: Archiv/ as

Offenbar einig im vertuschenden Umgang: Gerhard Müller und der frühere Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner. Foto: Archiv/ as

Eine Rolle spielt ebenso, dass die weithin ungeliebte bayerische G8-Reform dem Domspatzen-Gymnasium die 13. Klassen geraubt hat – ein weiterer defizitärer Posten. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass sich auch das Domgymnasium für die Wiedereinführung des G9 stark macht. Für das nächste Schuljahr bietet man zusätzlich erstmals einen naturwissenschaftlich-technischen Zweig an, seit Jahren wirbt man vielfach um Neuzugänge. Die bereits 2013 in Regensburg eröffnete Domspatzen-Grundschule soll ausdrücklich ebenso für eine höhere Anzahl von Gymnasiasten sorgen. Die aktuelle vierte Klasse zählt aber gerade mal 20 Schüler. Mitte der 1960er Jahre gab es in Etterzhausen noch 55 Viertklässler.

Auch im Domkapitel ist man ernsthaft besorgt, ob der ungewissen Zukunft der von ihm mitgetragenen Schulen. Nicht zuletzt auch um die zur Finanzierung beitragenden Auftritte der Chöre und den liturgischen Dienst.

Vertuschende Sorge um die Domspatzen

Dem Dompropst des Regensburger Domkapitels und Vorsitzenden des Stiftungsrats der Stiftung Regensburger Domspatzen, Wilhelm Gegenfurtner, liegt die Einrichtungen der Domspatzen auch am Herzen. „Es sei nicht wegzuleugnen, dass uns der Nachwuchs fehlt“, meinte er bereits Ende 2012 im Presseclub. Es wäre – so Gegenfurtner etwas kryptisch – für ihn „unvorstellbar, wenn es diesen Chor vielleicht einmal nicht mehr gibt“. Bei Vielen in Regensburg galt Gegenfurtner vor, während und nach der Amtszeit von Bischof Gerhard Ludwig Müller als der eigentlich bessere, aber verhinderte Bischof. Obschon Gegenfurtner von der zentralen Bedeutung der Nichtaufarbeitung von sexuellem Missbrauch bei den Domspatzen sicherlich gewusst hat, sprach er Ende 2012 als Diözesanadministrator nicht von diesen Zusammenhängen. Offenbar waren sich Müller und Gegenfurtner im vertuschenden Umgang mit sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen einig.

Als Generalvikar war Gegenfurtner (1991-2005) unter anderem verantwortlich für das vielfache Ver- und Wiedereinsetzen von geistlichen Serientätern. So etwa für die Pfarrer von Georgenberg und Riekofen, die zusammen eine größere Anzahl von Missbrauchsopfern auf dem Kerbholz haben dürften, als das Ordinariat zuletzt für das gesamte Bistum ausgerechnet hat. Als der priesterliche Serientäter von Georgenburg im August 2002 aufflog, bat Wilhelm Gegenfurtner die Opfer um Vergebung und forderte im Bistumsblatt rückhaltlose Aufklärung – und sogar entschiedenes Einschreiten gegen die vorhandenen Missstände. Es blieb bei dieser Ankündigung.

Anlässlich des Strafprozesses gegen den übergriffigen Priester von Georgenberg Anfang 2003 sprachen Betroffene dann von Totschweigen der Vorfälle und von „Verhöhnung der Opfer“ durch das Ordinariat und meinten auch Gegenfurtner.

In Sachen Domspatzen wiederholen sich die Mechanismen von rhetorischem Eingeständnis nach außen und Selbstbetrug nach innen. Die ungebrochene Weigerung, die Missbrauchs- und Misshandlungsstrukturen (nicht nur) in den Einrichtungen der Domspatzen extern untersuchen und aufarbeiten zu lassen, führt zu weiterem Verlust an Glaubwürdigkeit seitens des bischöflichen Ordinariats. Und zu sinkenden Schülerzahlen.

Was für Domprobst Gegenfurtner unvorstellbar wäre, „dass es diesen Chor einmal nicht mehr gibt“, ist längst historische Realität. Als die Schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg Regensburg besetzt hielten, gab es im Regensburger Dom lange Zeit keine katholische Gottesdienste, keinen Knabenchor und auch keinen Schulunterricht.

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Kommentare (30)

  • P.

    |

    Betreff: Konfrontation mit der Wahrheit
    @ Frau Angelika Oetken
    So einen Vorschlag , oder so eine Aktion , sollte sie auch kommen, finde ich sehr sehr gut , man hat denen drinnen in Regensburg schon einige male das auch unterbreitet, so wurde mir das auch erzählt. Ich würde so eine Aktion sehr sehr begrüßen, denn Platz haben die Domspatzen ja auch in der Rechstrasse.
    So eine Konfrontaton mit der Wahrheit ist heute im 21. Jahrhundert wirklich auch nötig , angebracht und auch unumgänglich.
    Sehr geehrter Herr Domkapellmeister Büchner , zu Ihrem gestrigen 51. Geburtstag wünsche ich Ihnen alles alles Gute.
    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-forum/alpha-forum104.html

  • lil troll

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    @P. 51. Geburtstag?

  • Angelika Oetken

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    „So einen Vorschlag , oder so eine Aktion , sollte sie auch kommen, finde ich sehr sehr gut , man hat denen drinnen in Regensburg schon einige male das auch unterbreitet, so wurde mir das auch erzählt. “

    @P.,

    auch in Bonn Bad Godesberg, am Aloisiuskolleg, ging die Aufarbeitung nicht von der Institution selbst bzw. von deren Träger (Jesuitenorden) aus. Sondern wie fast immer in solchen Fällen von den Opfern selbst.
    http://www.eckiger-tisch.de/category/ako/
    http://unheiliger-berg.jimdo.com/
    http://www.anselmneft.de/2012/12/12/warum-jesuitenprovinzial-stefan-kiechle-dem-ehemaligen-ako-rektor-pater-schneider-nicht-sein-vertrauen-aussprechen-sollte/

    Und bezeichnenderweise sind es die jugendlichen Redakteure der AKO-Schülerzeitung, die sich für eine ordentliche Aufklärung einsetzen und sie auch schon betreiben. Diesen jungen Menschen gelingt, woran die Erwachsenen, an denen sie sich ja angeblich orientieren sollen scheitern
    http://www.aloisiuskolleg.de/schuelerzeitung

    Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch einige der SchülerInnen, die derzeit das Gymnasium bzw. Internat der Domspatzen besuchen beginnen, die notwendigen kritischen Fragen zu stellen.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Martin Hert

    |

    Aus dem Schreiben der SMV spricht der Corpsgeist einer als Elite eingeschworenen Schülerschaft. Jede Kritik an den „Domspatzen“ wird als persönlicher Angriff empfunden. Insofern ist da vermutlich gar kein größerer Nachdruck seitens der Verantwortlichen notwendig gewesen. Die heutigen Domspatzen sollten sich ein Beispiel an den Schülern des Aloisiuskollegs in Bad Godesberg nehmen. So kann man schmutzige Geschichte aufarbeiten und letztlich den Namen wieder sauber bekommen. Ich hielte im Übrigen Herrn Domkapellmeister Roland Büchner für einen geeigneten Mediator für eine derartige Konfrontation zwischen Schülern, Missbrauchsopfern und Verantwortlichen. Würden sich die Domspatzen für einen fairen Umgang mit ihren ehemaligen missbrauchten Mitschülern stark machen, müsste das Bistum nachziehen, um ein endgültiges Ausbluten des Chores zu verhindern.

    Liebe Domspatzen, seid euch dieser Macht bewusst und nutzt sie zum Guten!

  • joey

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    Die Domspatzen haben ja nicht nur das Problem Mißbrauchsgeschichten, sondern auch den allgemeinen Zustand des Bistums, wie ihn G.L. Müller hinterlassen hat und Voderholzer (mit nur etwas geschickterer Wortwahl) fortführt. Die Aufkündigung des Domspatzen Unterstützungsvereins wegen der Vorsitzenden (die sich auch bei donum vitae engagiert… gibts denn nix Schlimmeres?) spricht ja auch Bände: Bistum und Domspatzen haben Unterstützung offenbar nicht nötig.

    Medien sind auch keine Päpste, man darf und muß alles kritisch und nach Tendenzen hinterfragen. Aber das Bistum Regensburg hat insgesamt eine schlechte Presse in allen Themenbereichen…

  • Resch

    |

    @ Mr. Joey
    Vollkommen richtig!
    **Bistum und Domspatzen haben Unterstützung offenbar nicht nötig**
    Ist auch mein Standpunkt , aber leider bekommen Sie mit dieser derartigen heutigen
    Einstellung leider dann auch keinen Nachwuchs mehr.
    _
    Der Bischof von Regensburg ist der Protektor der Domspatzen , und der wirds dann heute schon richten!
    _
    Der verborgene Reichtum der katholischen Kirche
    Vergelt’s Gott
    http://www.swr.de/betrifft/der-verborgene-reichtum-der-katholischen-kirche-vergelt-s-gott/-/id=98466/sdpgid=1044200/nid=98466/did=14285400/mnkbsu/index.html
    ___________________________________________________________________________________________
    Götter und Eltern fressen ihre Kinder
    http://www.theeuropean.de/wolfgang-brosche/9600-wofuer-papst-franziskus-pruegel-aeusserung-steht
    __________________________________________________________________________________________
    Vatikan: Katholisches Kinderschutzzentrum in Rom eingeweiht
    http://de.radiovaticana.va/news/2015/02/17/vatikan_katholisches_kinderschutzzentrum_in_rom_eingeweiht/1123861
    __________________________________________________________________________________________

  • udo kaiser

    |

    als geprügelter und missbrauchter domspatz, nicht anerkannt, möchte ich hier aufmerksam machen auf die brutale, mit psychischen terror agierende erziehung bei den domspatzen..die strafaktionen mit dem rohrstock vor der versammelten schülerschaft in etterzhausen, das prügeln am altar als messdiener oder im beichtstuhl…am tisch der bettnässer ohne jede flüssigkeitsaufnahme zu sitzen oder vor allen kindern seine verschmutzte unterhose zu waschen, auf dem stuhl stehend mit dem verunreinigten bettlaken um den kopf gebunden…mit dem geigenbogen und dem klavierdeckel auf die hände geschlagen…an den haaren und den wangwen über das pult gezogen…
    und dann kam man vom regen in die traufe…denn in der dompräbende prügelten die präfekten freundl und dirschwiegl…der chorleiter meister und natürlich als oberschläger der große pädagoge theobald schrems…anlässlich einer konzertreise wurde ich aus dem bett geholt und musste im berüchtigten chorsaal 800 den gesamten konzertband acapella vom blatt singen und bei jedem fehler hagelte es watschn und fusstritte…
    all diese berichte liegen seit vielen jahren bei der gewaltbeauftragten glas-hoffmann o.s.ä., die mir bis heute nicht geantwortet hat…ein skandal…
    nun zu dem jetzigen schulleiter herrn wahl. als unsere klasse zum 40. in regensburg war(2008) also vor dem skandal, bat ich als organisator des ganzen um eine führung durch das „kaff“. das erstaunliche war, dass herr wahl darauf bestand, uns höchst persönlich seine schule zu zeigen. warum? denn immer wieder, bei verschiedenen stationen, klasenzimmern, schlafstuben und übungszimmern vernahm er unsere drastischen schilderungen…mei do bin i gschlong worn…usw.“ bei der verabschiedung stand er vor unserem halbkreis, musterte uns und bemerkte dann: wenn ich euch so anschau, dann sind einige darunter, die mich geschlagen haben…!“
    dies sagt ein schulleiter, der, als er seine stelle in regensburg mit dieser bemerkung antrat: „ich kehre nur mit besten erinnerungen an meine schule zurück“
    hier wird immer noch zu wenig auf das schlagen und kopfnussgeben der männerstimmen hingewiesen…auch hat die schule bis heute nicht die rolle der lehrer aufgearbeitet die nach dem krieg unterrichtet haben.es waren sadisten und nsdap mitglieder, angehörige der ss und sa…“pädagogen denen dadurch die aufnahme in den staatsdienst verwehrt wurde…aber nicht in eine katholischen privatschule!!
    liebe smv, vielleicht klären sie dies einmal mit ihrem direktor. gleichzeitig bin ich gerne bereit mit ihnen zu sprechen und zu diskutieren. ich bin jederzeit bereit dies an einem runden tisch mit einbeziehung des bistums, ihrer leitung…z.b. öffentlich im wolfgangsaal zu tun.
    udo e. kaiser

  • Angelika Oetken

    |

    @udo kaiser,

    ein extrem wichtiger Punkt. Toll, dass Sie ihn so klipp und klar ausführen.

    „hier wird immer noch zu wenig auf das schlagen und kopfnussgeben der männerstimmen hingewiesen…auch hat die schule bis heute nicht die rolle der lehrer aufgearbeitet die nach dem krieg unterrichtet haben.es waren sadisten und nsdap mitglieder, angehörige der ss und sa…”pädagogen denen dadurch die aufnahme in den staatsdienst verwehrt wurde…aber nicht in eine katholischen privatschule!!“

    Da haben sich die Betreiber der Domspatzeneinrichtungen ja williges und billiges Personal eingekauft…. die Kinderheime wurden in der damaligen Zeit ja auch mit solchen Leuten bestückt. Neben physischer und psychischer Folter wurden einige dieser kindlichen Insassen auch zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung an Externe verkauft. So entstanden zusätzliche Einnahmen. Und sicherlich auch wertvolle „Verbindlichkeiten“ mit hoch gestellten Personen. Das war ja noch vor der Zeit, als man unkompliziert und günstig zum Kinderfoltern ins Ausland fliegen oder sich übers Internet „Ware“ beschaffen konnte. Quälen kann zur Sucht werden.

    SA, SS und KZ-Dienst waren für Sadisten und Gewohnheitsverbrecher ideale Einsatzorte.

    Hier etwas zu den Zusammenhängen:
    http://www.dachau-institut.de/institut.html

    Auf welche Weise sich jemand zum Sadisten entwickelt:
    http://www.seele-und-gesundheit.de/diagnosen/sadomasochismus.html

    Und, besonders übel: es gibt Sadisten, die sich in Gruppen zusammen schließen. Sie foltern ihre Opfer im Verbund. Bekannt als „ritueller Missbrauch“. Allerdings ist das satanisch-kultische nur Bohei. In Wirklichkeit handelt es sich lediglich um besonders vulgäre Menschen. Um so erschreckender, wenn die dann womöglich in einflussreiche Positionen gelangen
    http://www.vielfalt-info.de/index.php/rituelle-gewalt

    Und damit das gar nicht erst um sich greift, ist es doch wunderbar, wenn Opfer sich zu Wort melden können und auch Gehör finden.

    Ein Beitrag zur praktischen Bekämpfung übelster Kriminalität.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    @ Udo Kaiser ,
    diese billigen Mitarbeiter , diese gab es auch damals in Etterzhausen. Eben alles nur für diese Stiftungen der Regensburger Domspatzen – und alles im Namen des Herren!
    Und wegen der SA , unser damaliger Direktor Monsignore Johann Meyer in Etterzhausen , der wurde vom Bistum Regensburg auch nur eben zum Thema vorgeschoben. Der machte ja nur was man ihm sagete , und er machte es auch noch sehr gut – eben auch wegen der Wirtschaftlichkeit.
    __
    http://www.swr.de/betrifft/betrifft-suenden-an-den-saengerknaben-ungeschnitten-das-interview-im-bistum-regensburg/-/id=98466/did=15101532/nid=98466/15g3pa3/index.html
    _
    http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/roland-buechner-sendung-100.html
    __
    Auch muss man dem ganzen SWR Team wirklich ein sehr großes Lob aussprechen – und recht herzlichen Dank für Euere sehr gute Arbeit!
    _
    Das BR Fernsehen aus München bringt zum Thema eigentlich nicht viel. Auch schreiben Sie immer nur danach,…
    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/doku-missbrauch-domspatzen-100.html
    __
    Auch muss man heute unbedingt auch einmal klarstellen , dass viele Mitarbeiter die heute für die Stiftung Domspatzen in Regensburg arbeiten, auch wegen der Aufarbeitung eben heute in der Gegenwart Ihren wesentlichen Beitrag auch im positiven Sinne mit leisten könnten. Der heutige Chormanager Christof Hartmann , der Mann für die Buchführung Herr Geschäftsführer Dipl. Kfm. Univ. Berthold Klug (beratende Stimme) , und Herr Liebl – auch ein Chormann , alle waren damals auch in diesem Domspatzeninternat und alle machten dort auch Ihr Domspatzenabitur.
    __
    http://swrmediathek.de/player.htm?show=b86b7440-b67b-11e4-ab27-0026b975f2e6
    __
    http://www.domspatzen.de/fileadmin/downloads/chor/pdf/roland-buechner-gespraech-100.pdf

  • Veronika

    |

    @Udo Kaiser, @ Frau Oetken: Besten Dank für Ihre Ausführungen, dem kann auch ich voll zustimmen.
    —————–
    Haben Sie schon einmal die Kath. Jugendfürsorge betrachtet, die mit „Beratung in Erziehungs-, Familien- und Jugendangelegenheiten wirbt?
    Wie haben die es denn? Wenn nicht in eigenen Häusern für Ordnung und Klärung gesorgt werden kann, wie kann, soll und darf man diesen Leuten vertrauen, diesen innerste Geheimnisse eines Familienlebens anvertrauen. Sind die vielleicht nur dann „zuständig“, wenn – so habe ich es schon mehrfach erlebt – mit den Kindern Probleme auftreten und man dann – traditionsgemäss RKK – der Ehefrau und Mutter die Schuld zuschieben kann? Der Vater steht immer außen vor, denn dieser ist sakrosankt in der RKK, schliesslich handelt es sich ja um einen „Vater-zentrierten“ Verein!

  • Manfred

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    Es wird ja gerade und auch in katholischen Kreisen gemeckert über die GEZ, darüber daß der Rundfunkbeitrag ja eine Art Steuer sei, daß man zu Hause ja angeblich gar kein Fernsehgerät hätte usw.
    Was ich dazu sagen möchte, ist:
    Solange von unseren GEZ Gebühren kritische Beiträge wie „Die Sünden an den Sängerknaben“ entstehen, ist das gut angelegtes Geld. Geld das wir in die Freiheit unserer Demokratie investieren. Viel besser angelegt, als Spenden an Kirchen, politische Parteien oder die Kirchensteuer.

  • Lorenz

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    @Manfred
    Folgerichtig , und würde sich der Rundfunkrat in München mehr bewegen, dann würden auch noch mehr gute Beiträge wie mit SWR herauskommen. Und zudem , hätte die ARD bei der Erstsendung von “ Sünden der Sängerknaben “ gleich eine andere Sendezeit auch auf vielleicht 20.15 Uhr gebucht , dann würden noch mehr Menschen heute in Deutschland eben über die Regensburger Domspatzen Bescheid wissen.
    Ein sehr großes Lob an die damaligen Etterzhausener Buben.
    Georg Auer , Alexander Probst und auch Armin Kaiser denn Sie sind heute unsere Helden , denn ohne denen heute würde die Regensburger Kirche noch mehr mauern , blockieren und oder bis heute alles verwischen wollen.

  • Angelika Oetken

    |

    „Auch muss man heute unbedingt auch einmal klarstellen , dass viele Mitarbeiter die heute für die Stiftung Domspatzen in Regensburg arbeiten, auch wegen der Aufarbeitung eben heute in der Gegenwart Ihren wesentlichen Beitrag auch im positiven Sinne mit leisten könnten. Der heutige Chormanager Christof Hartmann , der Mann für die Buchführung Herr Geschäftsführer Dipl. Kfm. Univ. Berthold Klug (beratende Stimme) , und Herr Liebl – auch ein Chormann , alle waren damals auch in diesem Domspatzeninternat und alle machten dort auch Ihr Domspatzenabitur.“

    @Resch,
    typischer Fall von http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/kluengel.html

    Zu dieser Art der Postenvergabe fällt mir ein, dass sie neben der intimen Netzwerkbildung, auch als „Filz“ bekannt, noch den Zweck der Wiedergutmachung haben kann. Gerade im kirchlich-katholischen Milieu deutet einiges darauf hin, dass es da häufig so läuft.
    So von wegen: „Du hast Schaden genommen, aber wir spenden Ersatz“. Das kann in Form von Geld geschehen oder eben durch eine Sachleistung. So ein Mitarbeiter wäre doppelt an die Institution gebunden.

    Einmal dadurch, dass er Sorge haben muss, seinen Posten zu verlieren, falls er auspackt. Und, was vermutlich in diesen Kreisen als viel schlimmer empfunden würde, wenn unterschwellig die Drohung mitschwinkt, dass für den Fall, dass er die Institution verlässt oder ihr zuwider arbeitet, Interna aus seiner Vergangenheit verbreitet werden. Das kann auch vergleichsweise Harmloses sein, wie pubertäre sexuelle „Spielchen“. Da wo doppelmoralisch gelebt wird, käme sowas durchaus dem sozialen Tod nahe. Abgesehen davon, dass in die Klüngelkultur ja ganze Dynastien verwickelt sind. Die Familienangehörigen wären auch „dran“, wenn raus käme, dass der Papi….

    Denn in dieser – unserer – Kultur gilt immer noch: nur „schwache“ Kinder werden missbraucht. Und ein Mann hat hetero zu sein und sich gemäß seiner Rolle zu verhalten. Unter dem Blickwinkel der Elite und mit deren Maßstab bemessen müsste man(n) sich dann eingestehen, zur mutmaßlichen sozialen Ausschussware zu gehören.

    Um so etwas zu reflektieren, die Menschenverachtung zu erkennen, die hinter so einer Haltung steckt und das dann aufzuarbeiten bräuchte man Abstand. Den manche dieser Netzwerker wohl nie hatten und auch nicht erreichen werden, wenn sie so weitermachen wie bisher.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  • Resch

    |

    Gegen das Vergessen!
    Hallo Domspatzen von heute , bitte schauts Euch alle auch einmal dieses Bilder an,
    denn so ungefähr war es damals auch in Etterzhausen.

  • Resch

    |

    Betreff:
    Zwischenbericht des Bistums zu Beschuldigungen von Straftaten körperlicher Gewalt
    ___________________________________________________________________________________________
    Zwischen 2010 und 2015 haben 72 ehemalige Schüler Vorwürfe erheblicher körperlicher Gewalt geschildert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Internates in Etterzhausen/Pielenhofen zuzuordnen sind. Das Bistum Regensburg anerkennt das von den Schülern erlittene Leid und bringt dies mit einer Leistung von 2.500 € zum Ausdruck. Das Bistum wird dazu umgehend mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen.
    http://www.bistum-regensburg.de/aktuelle-themen/zwischenbericht-des-bistums-regensburg-zu-beschuldigungen-von-straftaten-koerperlicher-gewalt/
    _____________________________________________________________________________________________

    Unsere Eltern haben damals ja schon für ein Schuljahr dort in Etterzhausen so um die 3000 DM bezahlt. Einige Buben dort mussten ja wieder jeweils auch die Klassen wiederholen, was ist mit denen dann , und bekommen die dann eben 3 mal soviel, also dann 7500 Euro ?
    Und was ist mit den damaligen Prügelknaben , bekommen die dann 10 mal soviel?
    Wieviele Euros ist eigentlich ein Kind …Wert…
    Das große Geschäft mit der Not von Kindern
    Auch in Etterzhausen hat man eben zum Thema Wirtschaftlichkeit wirklich eine gute Kasse gemacht. Diese 2500 Euro sind für mich nur ein Ablenkungsmanöver!
    http://www.t-online.de/eltern/familie/id_73019698/tv-reportage-mit-kindern-kasse-machen-.html
    Etterzhausen lässt grüßen:
    Wir hatten dort in Etterzhausen auch die Buben der Reichen Eltern, dann die von den armen Eltern , dann die vielen Heimkinder , dann die Priesterkinder , dann die ADHS Kinder , usw.
    2500 Euro sind nichts und garnichts , mit dem Geld kann man nie wieder etwas gut machen!

  • Lothar

    |

    Ich weiss nicht ob es richtig ist obiges Facebook Video zu verlinken. Ich habe den Link angeklickt und das Browserfenster 2 Sekunden später entsetzt geschlossen. Vor Wut habe mir danach einen regelrechten Muskelkrampf zugezogen. Ich weiss nicht was ich getan hätte, wäre mir die Person aus dem Video oder ein anderer Kinderschänder in diesem Augenblick greifbar gewesen. Es ist so entsetzlich was damals passiert ist und auch heute noch passiert. Für mich hat jeder dieser Gewalttäter sämtliche Rechte verwirkt! Und trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob man solche bildlichen Darstellungen im Netz zeigen sollte … vielleicht doch … vielleicht nicht … es ist einfach nur grausam … :|

  • Martin Hert

    |

    Das Video ist erschütternd und gerade deshalb sollte man es zeigen: Damit man nie vergisst, dass das nicht nur eine etwas härtere Erziehung ist, die keinem schadet, sondern purer Sadismus! Haben sich derartige Szenen tatsächlich auch in Etterzhausen abgespielt?

  • Angelika Oetken

    |

    Solche Prügel und noch weitaus heftigere Gewalttätigkeiten verschiedenster Art erleben auch heutzutage viele Kinder. Aber im Gegensatz zu früheren Zeiten wird das Schlagen, Demütigen und Quälen von Kindern offiziell geächtet. Noch in meiner Kindheit, bin Jahrgang 1964, auf dem Lande aufgewachsen, wurden Kinder ganz selbstverständlich geschlagen, gedemütigt, angeschrieben und übelst beschimpft, manchmal stundenlang irgendwo eingesperrt. Kleinkinder an irgendwas gekettet oder fest gebunden, damit sie nicht flüchten können. Das ist meinen Geschwistern und mir noch so ergangen. Und galt als vollkommen normal. Eine liebevolle, fürsorgliche Betreuung bildete da wo ich aufwuchs eher die Ausnahme.

    Trotzdem wird es wohl noch einige Generationen dauern, bis das systematische Schädigen von Kindern weitgehend aus unserer Gesellschaft verschwunden ist. Wenn überhaupt.

    Übrigens ist es nicht zuletzt im Zusammenhang mit den organisierten, durchgeplanten und vermutlich auch von Seiten der Verantwortlichen geförderten Kinderquälereien, wie sie an Einrichtungen des Bistums Regensburg betrieben wurden aufschlussreich, sich die Entstehung einer sadistischen Persönlichkeitsstörung vor Augen zu führen. Erst recht wenn sie an Kindern ausgelebt wird
    http://www.seele-und-gesundheit.de/diagnosen/sadomasochismus.html

    Über die Sache mit dem biologischen Erbe gibt es zwar von Seiten der Wissenschaft auch ganz andere Ansichten. Aber: unsere Kultur wird von solcherart Tauschgeschäft immer noch beeinflusst.

    Hier etwas zu ihre Kinder heimlich quälende Müttern http://www.zeit.de/2007/26/M-Muenchhausensyndrom

    Man weiß nicht, wie verbreitet solch ein Vorgehen ist. Aber es ist wahrscheinlich, dass man früher noch schwerer herausfinden konnte, ob eine Mutter ihr Kind foltert. Und es vielleicht auch viel weniger interessierte. Und: ein erheblicher Teil dieser Frauen sind selbst als Kind traumatisiert worden. So setzt sich das Kinderquälen fort.

    Die Frage ist, inwieweit die Verantwortlichen im Bistum damals ganz gezielt nach Sadisten gesucht haben, um sie genau in diesen Einrichtungen wie Etterzhausen und Pielenhofen einzusetzen. Und inwieweit derartige Einstellungen immer noch den Geist der „Domspatzen“ beeinflussen.

    Das wäre eine Aufgabe für eine unabhängige Untersuchung.

  • Resch

    |

    @ Martin Hert,
    ja so ungefährt wurden dort auch die Buben in Etterzhausen malträtiert, über Jahrzehnte dort malträtiert, verbunden mit Sadismus , Willkür und vor allem mit einer großen Portion Inkompetenz.

  • Angelika Oetken

    |

    @Lothar,

    natürlich hat das System. Wenn Sie eine Organisation wie die Katholische Kirche führen, dann wird ihnen das nicht gelingen, wenn Sie alles korrekt ablaufen lassen. Sie brauchen auch Leute, die die Drecksarbeit erledigen.

    Und wer eignet sich dafür besser als ein Missbrauchskrimineller? Solche Leute missbrauchen nicht etwa Kinder, weil sie vor Potenz nicht mehr laufen können und es ihnen folglich nicht gelingt erwachsene Frauen zu Boden zu reißen ;-)

    Nein: Missbrauchskriminelle sind erstmal Straftäter. Mit der entsprechenden Einstellung. Einer besonders vulgären. So wie sie alten Damen das Erbe aus der Tasche leiern, graue und schwarze Bücher und Konten anlegen, Leute ausspionieren, um sie dann zu nötigen oder irgendwo anzuschwärzen, sich bei einflussreichen Gemeindemitgliedern einschleimen… so beuten sie auch Heranwachsende sexuell aus.
    Das ist es, was der Führungskader der RKK nicht ans Tageslicht geholt wissen will.

    Weil es dann letztlich auch um die Geschäftsführung geht. Und politische Macht.

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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