Posse im Glaubenskrieg

„Finisher oder Siegerehrung“ oder: „gehüpft wie gesprungen“

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morgen1Die Posse um die Medaillen-Verleihung bei der Challenge ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die öffentliche Debatte um die Korruptionsaffäre zu einem Glaubenskrieg um die Frage „Bist Du für oder gegen Wolbergs?“ geworden ist.

Was denkt sich der unbefangene Beobachter einer Sportveranstaltung, wenn er sieht, dass Oberbürgermeister Joachim Wolbergs dem Zweitplatzierten eine Medaille überreicht? Er denkt an eine Ehrung, möglicherweise geht ihm der Begriff „Siegerehrung“ durch den Kopf.

Tatsächlich aber handelte es sich nicht um eine „Siegerehrung“, zumindest keine im landläufigen Sinne, die Joachim Wolbergs – vor gut zwei Wochen – bei der diesjährigen Challenge vornahm. Die fand später statt. Wolbergs überreichte dem Zweitplatzierten Sebastian Neef lediglich die „Finisher-Medaille“, eine Auszeichnung, die jeder Teilnehmer erhält, der das Rennen zu Ende bringt.

Dass es Berichterstattung geben würde, war klar.

Dass es für öffentliches Interesse sorgen, ja dass mithin sogar darüber berichtet werden würde, wenn der derzeit des Amtes enthobene und von der Staatsanwaltschaft angeklagte Oberbürgermeister eine Medaille überreicht – sei es nun Gold, Silber, Bronze oder eben Finisher – das muss sowohl Wolbergs als auch Veranstalter Thomas Tajsich, der ihn nach eigenen Worten darum gebeten hat, mindestens klar gewesen sein. Dass es dem unbefangenen Beobachter herzlich wenig interessiert, ob es nun die „Privatperson“ Joachim Wolbergs oder der Oberbürgermeister selbigen Namens ist, der eine Medaille überreicht, dürfte ebenfalls nicht überraschend sein.

Wenn dann zwischen völlig korrekten Meldungen wie „Joachim Wolbergs hat beim Challenge (…) eine Medaille verliehen“ (MZ-Erstmeldung auf Facebook) oder „Wolbergs ehrte Zweitplatzierten mit einer Medaille“ (dpa) auch das Wort „Siegerehrung“ auftaucht, dann wäre das unter normalen Umständen ein lässlicher Flüchtigkeitsfehler, ein unbedeutendes Detail. Finisher-Medaille übergeben oder Siegerehrung – Jacke wie Hose.

„Fatale Fehlinformation der Öffentlichkeit“

Doch unter den gegeben Umständen ist es, so sieht es Wolbergs‘ Strafverteidiger Peter Witting in einer Presseerklärung (hier auf der Facebookseite von Joachim Wolbergs), eine „fatale Fehlinformation der Öffentlichkeit“. Fatal gleich – ne Nummer kleiner geht es wohl nicht.

Eines muss man wohl festhalten: Dass das Detail „Finisher-Medaille“ oder Silbermedaille, Siegerehrung oder Anerkennung im Zieleinlauf einen Unterschied macht, liegt an der aktuellen Situation, in der sich Joachim Wolbergs befindet und nicht daran, dass hier jemand böswillig etwas Falsches berichtet hätte. Und dieser Unterschied ist nicht für „die Öffentlichkeit“ entscheidend, sondern ausschließlich für die Landesanwaltschaft, die nun prüft, ob es sich um eine Amts- oder Repräsentationshandlung gehandelt hat, die Wolbergs aktuell nicht erlaubt wäre.

Dass über Wolbergs‘ Auftritt berichtet wird, liegt, wie bereits erwähnt, in der Natur der Sache. Er ist eine Person des öffentlichen Lebens – in guten wie in schlechten Zeiten. Niemand seiner Anhänger, die jetzt schnell mit lauthalsen Vorwürfen gegenüber Medien bei der Hand sind, hätte sich über Berichterstattung beklagt, wäre Wolbergs noch in Amt und Würden. Im Gegenteil. Dann wäre eine eventuelle Nichtberichterstattung der Aufreger gewesen.

Es ist nachvollziehbar, wenn Wolbergs‘ Verteidiger die Angelegenheit gegenüber der Landesanwaltschaft retten will, wenn er betont, dass es sich um keine „Amts- oder Respräsentationshandlung“ gehandelt habe. Nicht nachvollziehbar ist das völlig undifferenzierte Medienbashing.

Posse in einem Glaubenskrieg

Wenn es darum geht, dass, wie Witting schreibt, „sich verschiedene Medienvertreter berufen gefühlt haben auf der Basis offensichtlich unzureichender Information die Landesanwaltschaft darauf hinzuweisen, dass Herr Wolbergs trotz Suspendierung die Siegerehrung in diesem Wettbewerb vorgenommen und Medaillen verliehen habe“, seinen Mandanten also angeschwärzt haben sollen, dann wäre es eher angebracht hier, Ross und Reiter zu nennen, anstatt nebulös anzudeuten, hier würde jemand leichtfertig oder gar absichtsvoll die Unwahrheit berichten.

Diese Posse, um nichts anderes handelt es sich, ist aber ein neuerliches Beispiel dafür, dass es bei der Diskussion um die Ermittlungen gegen Joachim Wolbergs und die Korruptionsaffäre insgesamt, schon lange nicht mehr um Argumente oder Fakten geht. Im Zentrum dieses Glaubenskrieges, bei dem jeder seine Meinungsgeschütze in Stellung bringt, steht für viele nur noch die Frage: Bist Du für oder gegen Wolbergs? Das wird der Tragweite dieser Affäre, die – nach allem, was bislang bekannt ist – weit über die Person Wolbergs hinausgeht, aber eben auch mit ihm zu tun hat, in keiner Weise gerecht.

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Kommentare (25)

  • joey

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    überreicht oder ausgeteilt?

    Austeilen ist nicht repräsentativ, z.B. Wasserbecher, den kriegt jeder, ist keine Auszeichnung.
    Überreichung ist immer repräsentativ. Reine Teilnahmeurkunden kann man noch austeilen, obwohl man die auch nicht von der Schreibkraft haben will, sondern von einer „Person“. Finisher ist ja nicht jeder, daher ist es eine Auszeichnung.

    Vielleicht hat sich Wolbergs unter die Wasserträger und Schreibkräfte gemischt, wollte nur mithelfen…

  • blauäugig

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    @Joey
    Naja, überreicht hat er nicht, sondern umgehängt. Soweit die Bilder echt sind. Mit Blick einiger hier bekannter Kommentatoren kann man das sicher noch ganz anders deuten, wie z.B. „Zufällig streckte der Zweitplatzierte seinen Kopf in die Höhe, als Wolbergs ein Halsband begutachtete, das ihm der Veranstalter kurz zuvor geschenkt hatte.“ http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/wolbergs-ehrt-sieger-als-privatperson-21179-art1552106.html

  • Giesinger

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    Sehr geehrter Herr Aigner, mit der „Nichtnachvollziehbarkeit eines völlig undifferziertem Medienashing“ bin ich nicht einverstanden.
    Falls Sie nichts dagegen haben, kopiere ich meine hier http://www.regensburg-digital.de/wolbergs-staatsanwaltschaft-erhebt-anklage-wegen-bestechlichkeit/27072017/ bereits eingefügten Kommentare zum Thema hier ein.

    Giesinger

    16. August 2017 um 15:49 | #

    http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/wolbergs-auftritt-sorgt-fuer-debatte-100.html
    An Unverfrorenheit nicht zu überbieten, dieser arrogante Egoman Wolbergs.
    Wann endlich stehen die Regensburger Bürger mal auf und demonstrieren für den seit über einem Jahr überfälligen Rücktritt Wolbergs?
    Und zwar zusammen mit der sogenannten“bunten Koalition“ allen voran gleich dieser Artinger!
    Eine Frechheit, die Spezlwirtschaft geht munter weiter, diesmal demonstrativ in aller Öffentlichkeit die Spezlwirtschaft mit der Tajisch-Familie. Der deppert Steuerzahler zahlt und die Regensburger haltens M**l. Sorry, liebe Regensburger, aber I muaß glei speibm!

    …mal ganz davon abgesehen, was man den Sportlern da zumutet…
    Giesinger

    16. August 2017 um 15:55 | #

    Ich kann nur hoffen, daß sich das Verfahren gegen den Angeklagten und suspendierten Wolbergs nicht zu lange hinzieht und daß der Staatanwaltschaft hoffentlich keine großen Fehler unterlaufen.
    Giesinger

    16. August 2017 um 17:55 | #

    Zum eben verlinkten BR-Artikel http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/wolbergs-auftritt-sorgt-fuer-debatte-100.html eine Frage an Ludwig Artinger:

    Ich zitiere aus dem BR-Artikel:

    „Rückendeckung bekommt Wolbergs vom Fraktionschef der Freien Wähler im Rathaus, Ludwig Artinger. Wolbergs‘ Auftritt sei kein Politikum. Das ist Privatsache, sagte Artinger zum BR.“

    …weiter im BR-Artikel…

    “ Die CSU fordert das Aus der von der Stadt Regensburg unterstützten Veranstaltung. Die Organisatoren hätten die vertraglich vereinbarte Mindestanzahl von Teilnehmern nie erreicht, hießt es zur Begründung. Demgegenüber stünden Ausgaben der Stadt an Zuschüssen für den Veranstalter und Kosten für die Organisation in einer Gesamthöhe von 275.000 Euro.“

    Sehr geehrter Jurist Herr Artinger, können Sie mir als Nichtjuristen bitte erklären, wie sie zu dieser Einschätzung (Privatsache) gelangen?
    Herr Wolbergs zahlt die 275.000 Euro nicht, Nein,Nein, das macht die Stadt Regensburg!
    Privatsache ist für mich als juristischen Laien folgender Fall:

    Ich bin Sponsor der Triathlon-Abteilung eines Oberbayerischen Vereins und war beim Regensburger Triathlon eine Woche zuvor als (einer der einsamen) Zuschauer zugegen. Hätte man die Herrenmannschaft nicht disqualifiziert und hätte man z.B. mich als Medaillienüberreicher herangezogen (worauf ich als Nicht-Politiker ohnehin nicht scharf wäre), wäre ich als Nichtjurist mit der Formulierung „Privatsache“ vielleicht grad noch so eben einverstanden, weil ich zahl ja für den Verein. Aber eigentlich auch schon wieder nicht wirklich, denn als Sponsor trete ich nicht als Privatmann, sondern als Einzelfirma auf.

    Nun gut, falls ich hier keine Antwort kriege, die Landesanwaltschaft in München befaßt sich gottseidank mittlerweile damit.

    Grüße ins verfilzte Regensburg

    Herzlichst, Giesinger

  • Giesinger

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    blauäugig hat Humor, das gefällt mir!

  • Giesinger

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    Grammatikfehler bitte wegdenken (n-m). Nachträglich ausbessern geht ja leider nicht.

  • Giesinger

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    Zitat aus dem Artikel „Diese Posse, um nichts anderes handelt es sich, ist aber ein neuerliches Beispiel dafür, dass es bei der Diskussion um die Ermittlungen gegen Joachim Wolbergs und die Korruptionsaffäre insgesamt, schon lange nicht mehr um Argumente oder Fakten geht. Im Zentrum dieses Glaubenskrieges, bei dem jeder seine Meinungsgeschütze in Stellung bringt, steht für viele nur noch die Frage: Bist Du für oder gegen Wolbergs? Das wird der Tragweite dieser Affäre, die – nach allem, was bislang bekannt ist – weit über die Person Wolbergs hinausgeht, aber eben auch mit ihm zu tun hat, in keiner Weise gerecht.

    Posse? Leider kann und konnte ich von Anfang an bei diesem Skandal nicht komisches entdecken. Aber ich gebe ihnen insofern recht, daß die Fronten klar sind, sie waren es schon zu Anfang des Skandals, sie werden klarer, die Gegnerschaft Wolbergs ist zunehmend angewidert.
    Tatsache ist: Die Mehrheit der Regensburger ist für den Rücktritt Wolbergs. (Oder bin ich etwa falsch informiert?)
    Meines Erachtens wäre eine Frau Malz-Schwarzfischer nicht zur OBin gewählt worden. Sie alle, wie die gesammte Versager-Koalition, sowie gewiß Teile der Opposition wollen nur ihre Posten behalten und Pensionsansprüche sammeln. So ist es doch bei allen Berufspolitikern.

    „We are only in it for the Money“

    Frank Zappa Album-Titel 1968

  • Mr. T

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    Viel schwerer als ein möglicher Verstoß gegen das verbotene Ausführen einer Amts- oder Repräsentationshandlung ist der Verstoß gegen jeglichen gesunden Menschenverstand und Anstand, den er da an den Tag gelegt hat. Wie kann man nur vorsätzlich so unnötig so eine Angriffsfläche geben? Was macht er als nächstes? Fotos von sich, Hartl und Tretzel mit Champagner im Whirlpool auf seiner Facebook-Seite posten? Sein Anwalt müsste eigentlich hochgradig selbstmordgefährdet sein ob eines so handelnden Mandanten.

  • Lothgaßler

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    Wirklich eine Posse, und womöglich ein Eigentor, denn es könnte jetzt jemand auf die Idee kommen und nachforschen, ob Herr Wolbergs auch anderen Finishern etwas um den Hals gehängt hat. Wenns denn nur dieser eine Treppchen-Finisher und Lokalhero war, dann wars wohl doch etwas Besonderes. Womöglich wars auch nur eine Inszenierung, um auszutesten was geht und wie die Öffentlichkeit reagiert.
    Wie auch immer, der RA muss vor Gericht für seinen Mandanten fechten, nicht gegen die Öffentlichkeit, Richter oder Staatsanwälte. Sich nun an Medien zu reiben scheint auch wenig hilfreich, denn welche Medien will er für seinen Mandanten positiv stimmen?

  • wahon

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    Die „Challenge Regensburg“ ist doch eine PR-Veranstaltung, die dem OB Wolbergs so am Herzen lag, dass der Stadtrat fast einstimmig die jährliche Unterstützung mit bis zu 300.000 € beschlossen hat. Wolbergs‘ begeisterter Einsatz für den professionellen Veranstalter hat sogar die CSU-Fraktion, so überzeugt, dass sie geschlossen dem Fünfjahresvertrag zugestimmt hat. Da ist es schon ziemlich schäbig, dem „Vater der Challenge“ die öffentliche Anerkennung zu neiden – vor allem wenn man bedenkt, dass der „Großvater“ dieser Veranstaltung (damals hieß sie noch „Ironman“) der CSU-OB Schaidinger war.

  • Giesinger

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    Zitat Lothgaßler: „Wenns denn nur dieser eine Treppchen-Finisher und Lokalhero war, dann wars wohl doch etwas Besonderes. “
    Das Besondere, Herr Lothgaßler, ist hier die Tajisch-Wolbergs-Spezlwirtschaft.
    Der Wolbergs bekommt seine momentanen € 5.000.- im Monat fürs Nichtstun, ich betone nochmal fürs Nichtstun!
    Nicht etwa fürs Medaillienüberreichen bei einer Tajisch-Wolbergs-Veranstaltung zu Lasten der Regensburger Bürger. Zu Lasten nicht nur finanziell, fragen Sie mal die Anwohner, etwa in Stadtamhof, wie glücklich darüber sie sind.

    .

  • Auch ein Regensburger

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    Die CSU hat abgelehnt!

  • Ulrich Perchermeier

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    @wahon: die Informationen, die hier nachzulesen sind, sind andere. Ich zitiere aus „Eine Bereicherung der ganz besonderen Art“:
    „Jede Menge Spott und den Vorwurf einer „erbärmlichen Argumentation“ musste Jürgen Eberwein einstecken. Eberwein hatte für die CSU erklärt, dass diese nach den Erfahrungen mit dem Ironman ihre Sichtweise geändert habe. Als „entscheidenden Punkt“ bezeichnete Eberwein, die Tatsache, dass nur wenige Wochen vor einem Challenge Regensburg, jener in Roth, dem stets ausgebuchtem Ursprungsort der Challenge stattfindet. „Wer kommt dann innerhalb so kurzer Zeit noch nach Regensburg? Die zweite oder dritte Garnitur der Athleten? Wie viele kommen? Will Regensburg eine ernsthafte Konkurrenz zu Roth aufbauen?“ Die Planungen seien nicht nachhaltig und auch wenn „ein solcher Event kein Teufelszeug“ sei habe sich die CSU nach ergebnisoffener Diskussion in der Fraktion entschieden, dem Challenge nicht zuzustimmen.“
    Das als „erbärmlich“ abzutun hat sich ja wohl offensichtlich überholt.

  • Matthias Beth

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    Der Regensburger Stadthaushalt sollte nicht dazu verwendet werden irgendwelche Sportveranstaltungen zu sponsern zum Wohle des OB’s. Leider hat damit Herr Schaidinger angefangen udn Herr Wolbergs hat diese fortgesetzt. Es ist einfach sich in Szene zu setzen als Medalienüberreicher auf Kosten der steuerzahlenden Bürger. Ich erwarte von einem OB, dass er sich in Szene setzt aufgrund seiner Leistungen. Dies war leider weder unter OB Schaidinger noch unter OB Wolbergs der Fall!

  • Kritisches SPD-Mitglied

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    Zu „Matthias Beth“ – Woher wissen Sie denn so genau, daß Wolbergs
    nichts geleistet hat?

  • Regensburger

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    Ich verstehe diese ganze Aufregung über die Vergabe von den Medaillen nicht. Als Sportler ist es mir ziemlich egal, wer mir die Medaille überreicht, weil bei mir zählt meine Leistung und nicht die „Leistung“ von dem, der mir die Medaille überreicht.
    Zwischen machen Bürger herrscht immer noch nur ein Neid und Hass, weil sie sich selbst noch nie eine Medaillen erkämpft haben. Ich bin politisch- und religiöser freier Mensch. Über mich herrscht kein Gott oder Allah, sondern ich selbst. So kann ich immer frei und ohne schlechtes Gewissen selbst entscheiden. Diese ganze Theater über die „Korruptionsaffäre oder die Bestechlichkeit“ ist für mich langsam lächerlich. Korruption und Bestechlichkeit ist so alt wie die Religion und die Politik. Die „Größte“ in der Korruptionsaffären waren z.B. Strauß oder Kohl und trotz ihren Affären bleiben die Helden der Politik. Unsere Politiker verschwenden Milliarden – ohne dass man sie kritisiert oder beschuldigt. Warum duldet man die Lobbypolitik im Bundestag? Betrug, Korruption und Bestechlichkeit – und das Volk schweigt. Die Versuchung ist groß obwohl strafbar ist, aber Mitschuld sind auch die, die diese Handlung geduldet, befürwortet oder sogar unterstützt.
    Also Leute – Wolbergs – WEG, Stadträte –WEG (die Stadträte haben nicht nur zugestimmt, sondern sie haben das alles auch geduldet) Also WEM sollte ich in der Politik noch vertrauen???

  • Lothgaßler

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    @Giesinger:
    Ich kenne die Sache schon, und deshalb stellt sich die Frage noch ein bisserl anders. Besteht die besondere Beziehung zwischen Tajsich und Wolbergs aufgrund persönlicher Freundschaft, oder augrund professioneller Begegnung? Und daraus leitet sich die Frage ab: Hätte Tajsich sich an Hr. Wolbergs wegen Übergabe der Finisher-Plakette an eine bestimmte Person auch dann gewendet, wenn dieser weder als OB noch als Bürgermeister (die Jahre zuvor) dieses Sport-Event gehätschelt hätte?
    Aber was solls, der Rummel um diese Plaketten-Übergabe ist etwas übertrieben. Wolbergs hat sich öffentlich gezeigt, das war wohl sein Ziel und das von Tajsich. Für beide dürfte sich das nicht positiv auszahlen.

  • Giesinger

    |

    Regensburger

    23. August 2017 um 17:27 | #

    „Ich verstehe diese ganze Aufregung über die Vergabe von den Medaillen nicht. Als Sportler ist es mir ziemlich egal, wer mir die Medaille überreicht, weil bei mir zählt meine Leistung und nicht die „Leistung“ von dem, der mir die Medaille überreicht.“
    —————————————————————————————————

    Als geehrter Sportler (der ich schon lange nicht mehr bin) hätte ich die Entgegennahme der Medaille von Wolbergs verweigert.
    Glauben Sie mir Herr Regensburger, ich weiß wovon ich spreche.
    Ich habe tatsächlich noch einen kleinen Karton von Medaillen und Urkunden im Keller. Da gammelt das zwar alles vor sich hin, aber wegwerfen tut man es halt doch nicht. Und erinnern, wer mir was Wichtiges überreicht hat, kann ich mich noch immer. Das spielt schon auch eine große Rolle.
    Aber wie ich jetzt gelesen habe, war es wohl ein ausgesuchter Kandidat, der mit Wolbergs offensichtlich keine Probleme hat.
    Dann ist das zwar „sein Bier“, aber das mit dem Wolbergs als Überreicher, das geht gar nicht!

  • Lothgaßler

    |

    @Regensburger:
    Sie wollen doch hoffentlich damit nicht die mögliche/ wahrscheinliche/ unter dringlichem Tatverdacht stehende Korruption auf Ebene eines OB, von Bürgermeistern, von Stadträten und womöglich einzelner Personen der Verwaltung klein reden?!
    Keine Frage, es gab und gibt größere Kaliber!

  • Giesinger

    |

    @Lothgaßler

    Ihre Fragestellung gefällt mir, ich lasse diese Frage mal offen stehen.
    Sie finden den Rummel über die Übergabe übertrieben, da sind wir anderer Meinung. Aber hier, ich zitiere Sie mal eben

    „Wolbergs hat sich öffentlich gezeigt, das war wohl sein Ziel und das von Tajsich. Für beide dürfte sich das nicht positiv auszahlen.“

    da bin ich ganz d’accord.

    Danke für Ihre Antwort, Giesinger

  • Matthias B.

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    Also von Kim Jong Un oder von Herrn Gauland, von Björn Hoecke oder Ludwig Artinger würde ich mir keine Medaille, auch keine Finisher-Plakette, umhängen lassen. Es spielt sehr wohl – nicht nur medial – eine Rolle, wer Siegerehrungen vornimmt.
    Generell zum Thema Challenge ein Zitat von Thomas Bernhard aus dem Jahr 1975, das immer noch seine Gültigkeit hat:
    „Dem Sport ist zu allen Zeiten von allen Regierungen aus gutem Grund immer die größte Bedeutung beigemessen worden, er unterhält und benebelt und verdummt die Massen, und vor allem Diktaturen wissen, warum sie immer und in jedem Fall für den Sport sind. Wer für den Sport ist, hat die Massen auf seiner Seite, wer für die Kultur ist, hat sie gegen sich […], deshalb sind alle Regierungen für den Sport und gegen die Kultur. Wie jede Diktatur ist auch die nationalsozialistische über den Massensport mächtig und beinahe weltbeherrschend geworden. In allen Staaten sind zu allen Zeiten die Massen durch den Sport gegängelt worden, so klein und unbedeutend kann kein Staat sein, dass er nicht alles für den Sport opfert.“

  • Giesinger

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    @MatthiasB
    Saucool(hessisch) / Sauguat (bayerisch)…diese Reihung…!
    Ich hätte es mir als seit gut 20 Jahren nicht mehr in Regensburg lebender Ex-Regensburger nicht getraut. An was ähnliches zwar gedacht…aber ich freu mich dann auch sehr , wenn`s andere erledigen.

  • Bertl

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    @Mattias B.:
    „Also von Kim Jong Un oder von Herrn Gauland, von Björn Hoecke oder Ludwig Artinger würde ich mir keine Medaille, auch keine Finisher-Plakette, umhängen lassen“ …
    Ich auch nicht!!!

  • Der Feinsender, 011 – Der, die, das » Regensburg Digital

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    […] Der, die oder das Challenge 2017 in Regensburg ist Geschichte. Der Feinsender blickt zurück auf das nicht nur sportlich, sondern auch politisch brisante Event. Außerdem: Ist Christian Lindner auf den FDP-Plakaten zur Bundestagswahl zu angesext? Und wie sind die Wahlplakate der Parteien unter Design-Gesichtspunkten überhaupt zu bewerten?EDIT: Joachim Wolbergs‘ Anwalt Peter Witting weist darauf hin, dass Wolbergs bei der Challenge… […]

  • joey

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    Regensburger kriegt also in Zukunft seine Sachen nur noch von der Schreibkraft.

    Na, immer noch besser als früher. Da hat seine Majestät der Kaiser junge Burschen gegen den Feind geschickt und die Überlebenden mit Orden behängt.
    Heute bringt man sich freiwillig halb um und die Finisher kriegen eine Medaille. Hoffentlich ist keiner gedopt, das kann Spätfolgen…

    Wer nicht selbst fit ist, kann sich ja als (viel) zahlender Zuschauer beim Fußball sitzend sportlich betätigen. Auch das hat Wolbergs gerne gefördert. Patriotismus für Reeegennsbuuurg! Hurra, wir sind endlich wieder wer! Endlich mal Regensburger Farben tragen dürfen, unter einer Fahne sein! Den anderen zeigen, daß man irgendwo dazugehört!
    Bundesliga muß Regensburg schon was wert sein.

    Wird denn eigentlich auch Schach mit 300.000 gefördert? Ein Wettbewerb der hellsten Köpfe… das ist aber leider so leise… – wer schon mal Turnier gespielt hat: das ist echt erschöpfend (Finisher)… und am Ende gibts doch auch einen Pokal überreicht vom … da hat man dann was Eigenes…

  • Johann Josef

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    In der Situation von Herrn Wolbergs wäre einfach etwas mehr Zurückhaltung angemessen. Mit welcher Intention macht er so etwas, er weiss doch, was er damit auslöst? Zurückhaltung und Demut wären augenblick mehr die Tugenden, die man erwarten könnte. Nicht um Sensation und Aufmerksamkeit egal welcher Art zu buhlen.

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