AfD in Neutraubling

„Gar nichts Nazihaftes“

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Unter lautstarken Protesten schwor Bundessprecher Jörg Meuthen rund 200 Anhänger auf den Wahlkampf ein und verkaufte die AfD als konservative Partei.

Meuthen mit der AfD-Politikerin Elena Noon. Foto: Jan Nowak

Bundessprecher Jörg Meuthen mit der AfD-Politikerin Elena Noon. Foto: Jan Nowak

Zum Schluss singen sie alle laut „Einigkeit und Recht und Freiheit“, während rundherum das ebenso laute Pfeifkonzert ungebrochen weiter geht, begleitet von Rufen wie „Nazis raus“ oder „AfD, Hurensöhne“. Gut zwei Stunden standen auf dem Neutraublinger Marktplatz etwa 200 AfD-Anhänger mindestens ebenso vielen Gegendemonstranten gegenüber. Während sich der bayerische Spitzenkandidat Martin Hebner bei seiner Rede gelegentlich von der Gegendemonstration verunsichern lässt, schafft es AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen anschließend, die Proteste zu nutzen, um seine Zuhörer aufeinander einzuschwören und die Stimmung in bester Bierzeltredner-Manier anzuheizen.

Die „Mutbürger“ und die „Utopiebesoffenen“

"Meinungsfreiheit" war auf zahlreichen AfD-transparenten zu lesen. Foto: Baumgärtner

„Meinungsfreiheit“ war auf zahlreichen AfD-transparenten zu lesen. Foto: Baumgärtner

Hier drin, innerhalb der Polizeiabsperrungen, direkt unterm Maibaum stünden die „Mutbürger“, so Meuthen, diejenigen, die sich Sorgen um ihr Land und den „desolaten Zustand der Demokratie“ machen, jene, die alle etwas Anständiges gelernt haben und brav ihre Steuern zahlen, dort draußen, drumherum, stehen „die Chaoten“, diejenigen, „die sich von unserem Geld versorgen lassen“, „die Feinde der Meinungsfreiheit“, „die linken Utopiebesoffenen“. Immer wieder Beifall und „AfD, AfD“-Rufe, die den Sprechchören der Gegendemonstranten entgegengeschleudert werden. Wüsste man es nicht besser, erinnert die Atmosphäre stellenweise an Fußballfolklore, wo die jeweiligen Fans versuchen, einander mit meist wenig kreativen Schlachtrufen zu übertönen.

"Straße der Menschenrechte" bei der Gegendemo. Foto: Baumgärtner

„Straße der Menschenrechte“ bei der Gegendemo. Foto: Baumgärtner

An der Gegendemo unter dem Motto „Friedlich Miteinander in Neutraubling – für Frieden und Demokratie“ haben sich auch einige Stadträte und Politiker gemischt. Eine ursprüngliche geplante, städtische Veranstaltung unter demselben Motto in der Stadthalle war kurzfristig abgesagt worden. Am hinteren Ende des Platzes haben sich Demonstranten in weißen Overalls zu einer stillen „Straße der Menschenrechte“ aufgestellt. Weiter vorne, direkt an der Absperrung die lauteren Gegendemonstranten. Der Aufforderung eines AfD-Funktionärs, diese Leute doch „zumindest 30 Meter“ zurückzudrängen, schließlich könnte etwas geworfen werden, lehnt die Polizei ab. Das diene nicht der Deeskalation und sei nicht verhältnismäßig, heißt es. Und diese Taktik geht auf: Aller Lautstärke zum Trotz bleibt es durchweg friedlich.

„Einzig konservative Partei“

Wortgefechte, aber keine Auseinandersetzungen gab es an den Absperrungen. Foto: Baumgärtner

Wortgefechte, aber keine Auseinandersetzungen gab es an den Absperrungen. Foto: Baumgärtner

Innerhalb der Absperrung präsentiert Meuthen die AfD als „einzig konservative Partei“ in Deutschland. Den „Nazis raus“-Rufen der Gegendemonstranten würde sich „jeder hier“ anschließen, an der AfD sei sich „nichts Nazihaftes“. Erstaunlich wenig Zeit widmet der Bundessprecher dem Thema Flüchtlinge und Migration, er will die AfD als Partei mit komplettem Programm verkaufen. Dann hagelt es Kritik an den anderen Parteien – „Sozialisten“ (Grüne und Linke), „Dreiste Plagiatoren“ (FDP) und „Grüne Trullas“ – und natürlich den Medien, vor allem den öffentlich-rechtlichen, welche die AfD entweder diffamieren oder totschweigen würden. Das Wort „Lügenpresse“ aber werde man von ihm nicht hören, sagt Meuthen. Die AfD könne schließlich differenzieren.

DSCF0020Einiges von dem, was Meuthen sagt, ist bedenkenswert, manche Kritik klingt nachvollziehbar, etwa wenn er das „Netzdurchsetzungsgesetz“ von Bundesjustizminister Heiko Maas als verfassungsfeindlich geißelt und anprangert, dass an der Abstimmung gerade einmal rund 50 Abgeordnete teilgenommen haben.

Etwas selbstüberschätzend klingt es dagegen, wenn er postuliert, dass dieses Gesetz, mit dem Betreiber sozialer Netzwerke unter Androhung hoher Geldstrafen verpflichtet werden, rechtswidrige Inhalte zu löschen, nur wegen der AfD auf dem Weg gebracht worden sei. „Weil wir die höchste Durchdringung aller Parteien in den sozialen Netzwerken haben.“

Glaubwürdige Distanzierung?

Ein Shirt der Neonazi-Marke Ansgar Aryan. Foto: Jan Nowak

Ein Shirt der Neonazi-Marke Ansgar Aryan. Foto: Jan Nowak

Auch Meuthens Distanzierung von rechtsextremen Positionen, die er am Donnerstag rhetorisch gut verkauft, wirkt wenig glaubwürdig, wenn man beispielsweise betrachtet, dass er selbst lange zu den Verteidigern des ultrarechten Björn Höcke gehört hat, der unter den Oberpfälzer Funktionären einige Anhänger hat oder dass es enge Kontakte zur „Identitären Bewegung“ gibt, etwa durch Bayernchef Petr Bystron. Auch der Regensburger AFD-Vorsitzende Vadim Derksen marschierte bei einer Identitären-Demo mit – um sich über diese zu informieren wie er nach monatelangem Schweigen verlauten ließ.

Bemerkenswert ist auch, dass sich bei der Kundgebung in Neutraubling vereinzelt Personen mit Neonazi-Klamotten (Ansgar Aryan) tummeln. Ebenso die Anwesenheit der Nürnberger AfD-Politikerin Elena Roon. Sie machte Schlagzeilen, weil sie Hitler-Bilder mit dem Zusatz „Vermisst seit 1945 – Adolf bitte melde Dich! Deutschland braucht Dich!“ über WhatsApp verschickt hatte. Von einer Parteikommission wurde sie mit der Bemerkung, dass es ihr als Russlanddeutscher an Sensibilität bei dem Thema mangle, entlastet.

Sonnten sich im Applaus von 200 Anhängern: Martin Hebner, Vadim Derksen und Jörg Meuthen. Foto: as

Sonnten sich im Applaus von 200 Anhängern: Martin Hebner, Vadim Derksen und Jörg Meuthen. Foto: as

Doch diese Fragen müssen Meuthen am Donnerstag nicht kümmern. Die um ihn versammelten „Mutbürger“ jubeln ihm begeistert zu als er gegen Ende seiner Rede ruft: „Wir sind eine patriotische Partei! Wir sagen Ja zu Deutschland!“ Und dann wird mit Inbrunst die Nationalhymne gesungen, ebenso wie von draußen mit Inbrunst gepfiffen und gerufen wird. Am Ende gehen beide Seiten sichtlich selbstzufrieden nach Hause.

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Kommentare (24)

  • dugout

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    „Bemerkenswert ist auch, dass sich bei der Kundgebung in Neutraubling vereinzelt Personen mit Neonazi-Klamotten (Ansgar Aryan) tummeln.“

    Dies beschreibt das rechte Problem der AfD nicht hinreichend!
    Besagter Neonazi in Lederhosen und Nazi-shirt „tummelte“ sich nicht nur auf der Demo,
    er wurde von mehreren Vertretern der Regensburger AfD Szene freunschaftlich begrüßt. Allen voran Vadin Derksen scheint , der geradezu kumpelhaften Begrüßung nach, ein sehr inniges Verhältniss zu pflegen.
    Der achso beliebte „Kontaktschuld Einwand“ läuft angesichts solcher Szenen völlig ins Leere.
    Man kennt sich, man schätzt sich……

  • Ronald McDonald

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    „… etwa durch Bayernchef Peter Bystrom“.
    Petr [!] Bystron [!] heißt der Mann, Herr Chefredakteur – oder greift xenophobe Namensverhunzung schon auf diesem ehrenwerten Blog Platz?

  • Mathilde Vietze

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    „Gar nichts Nazihaftes?“ – Das ist bei Wölfen im Schafspelz
    so üblich!

  • Joachim Datko

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    Die AfD ist eine respektable Partei! Zu Mathilde Vietze 07:06: Sie täuschen sich. Bei den „Linken“ gibt es viele „Wölfe“, was gerade in Hamburg zu sehen ist.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Joachim Datko: Die Krawallbrüder in Hamburg sind keine „politischen Linken“,
    sondern schlicht und ergreifend Gewalttäter. Denen geht es nicht um die Sache,
    sondern nur darum, von sich reden zu machen.

  • wahon

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    Auch in Neutraubling hat die AfD lernen müssen, dass Nationalismus und als „Patriotismus“ getarnte Ausländerfeindlichkeit kaum Unterstützung in der Bevölkerung finden. Es war sehr erfreulich zu sehen, dass sich immer mehr (vor allem junge) Menschen mit den weltweiten Opfern der Ausbeutung solidarisch erklären und bereit sind, aktiv für die Grund- und Menschenrechte einzutreten. Die nationalistischen, faschistischen und kulturrassistischen Überzeugungen und Parolen von AfD und CSU haben sie als menschenrechtswidrig durchschaut, und weil sie historisch-politisch gut informiert sind, misstrauen sie zutiefst jedem „national“gesinnten Parteipolitiker.

  • Schwalbe

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    Ob man die AfD für eine „respektable Partei“ hält, ist natürlich Ansichtssache; respektabel kann man alles mögliche finden, das sagt wenig über den Empfänger dieses Attributs aus, aber viel über den Absender.
    Und wenn man in Hamburg nichts Anderes sieht, als „Wölfe“ bei den sog. Linken, dann ist man in der Tat nicht weit weg von einer „respektablen AfD“.
    Apropos „Wölfe“: ein weiteres Beispiel dafür, dass die Rechten kaum eine Gelegenheit zur unfreiwilligen Komik auslassen, ist doch „Wölfe“ eine Bezeichnung, die Rechte furchtbar gerne für sich und von ihnen gegründete Gruppierungen verwenden.

  • Bruno Schillinger SAFOB

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    Vor der Wahl, einfach mal ansehen, was die in Baden-Württemberg so im Landtag anstellen. Außer Fraktionsspaltung und wieder Zusammenschluss (Extra-Kosten um die 150.000,- € laut Presse – wollte xfx erstatten, doch nichts gehört), hat man von denen überhaupt nichts gehört oder gar politisch bemerkt. Das Parteienübliche ’nicht zuständig – gehen sie zum Kreisverband, Ortsverein‘ bis zu toten Telefonnumern mit Anrufbeantworter, Mitarbeitern die 2 Stunden nach dem Gespräch gekündigt waren, aber deren Zentrale weiter vermittelte,……..? können die perfekt.
    Doch für runde 8.000,- €/Monat plus Extras pro Abgeordneter ist das eine „respektable“ Nicht-Leistung auf Kosten aller Steuerzahler.

  • Joachim Datko

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    Zu 8. Juli 2017 um 15:15 „Auch in Neutraubling hat die AfD lernen müssen, […]“

    Die politischen Positionen der AfD sind wohldurchdacht. Anfänglich hat man die AfD sogar etwas spöttisch als Professorenpartei bezeichnet. Die AfD sollte weiterhin gelassen und standfest ihre politischen Positionen halten. Die letzten drei Landtagswahlen haben gezeigt, dass das „linke Lager“ (Linke, SPD, Grüne, Piraten) massiv an Zuspruch verliert, während die bürgerlichen Parteien (AfD, CDU, FDP) jeweils zusammen zwischen 10% und 18% gewonnen haben.

  • Ronald McDonald

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    @ Bruno Schillinger SAFOB 08.07.2017, 23:24h

    „Vor der Wahl, einfach mal ansehen, was die [AfD] in B-W so im Landtag anstellen …“: ein guter Rat, ein beherzigenswerter Rat!

    Wenn man sich einfach mal ansieht, was die AfD in B-W so im Landtag anstellt (nach der letzten Landtagswahl), dann ist ohne weiteres eindeutig zu erkennen, dass sich „die“ offensichtlich dort in einem parlamentarischen Ausbildungsverhaeltnis befinden, und dies augenscheinlich erfolgreich, wie Sie oben auszugsweise darstellten.
    „Die“ bemuehen sich mit grosser Anstrengung ihren erfahrenen parlamentarischen Lehrmeistern und auch -innen nachzueifern: so zum Beispiel den Damen Hiltrud Breyer, MdEP Buendnis 90/Gruene) und Evelyne Gebhardt (MdEP SPD) gucke hier https://youtu.be/orNUPpgRP78
    oder z. B. Herrn Martin Sonneborn (MdEP Die PARTEI) gucke da https://youtu.be/5zAeLAmtblA
    wobei Herrn MdEP M. Sonneborn Dank zu sagen ist, fuer dessen kantisches Bemuehen, uns Waehler aufzuklaeren ueber unseren Ausgang aus unserer selbstverschuldeten parteipolitischen Unmuendigkeit.
    Fuer jeden (Partei-)Politiker, und auch solche, die sich gendermuendig fuer -innen halten oder auch anders herum, ist bei seiner Berufswahl auf (moeglichst lange) Zeit stets entscheidend, was aus dem Politikfinanzierungsgolddukatenesel hinten rauskommt.

  • dugout

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    Wie man sich so zum Deppen machen mag wie sie Hr. Dato ist mir unbegreiflich^^

  • Marlene Ott

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    dugout wie jemand so arrogant sein kann ist mir unbegreiflich, ein demokrat der auch andere meinungen gelten lässt sind die jedenfalls nicht

  • Tobias

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    @Dugout:
    Ich sehe es aber ähnlich wie Herr Dato. Schnellschüsse und Überreaktionen bringen eigentlich nichts, vor allem nicht der AfD. Allerdings sind die Wahlergebnisse aus anderen Ländern auch im Trend eindeutig, vor allem in den Niederlanden.

    Die Grünen etwa befinden sich wirklich auf einem sichtlich absteigendem Ast, und sie tun bisher nichts, was das stoppen oder unterbinden könnte, dennoch sieht man den Hofreiters Zottelkopf sehr häufig seinen Senf dazugeben. Oder sehr merkwürdige Formulierungen, etwa wenn fünf Parteien gegen eine Partei (die Rechten) gerade so eine Mehrheit einfahren können (Österreich) und dies als „mutiger Schritt gegen Rechts“ zu bezeichnen.

    Betrachtet man die Sache von ganz weit oben, ist es schon erstaunlich, dass es in diesem Land wieder eine Rechte Partei gibt, auch wenn das von den Pseudo-Demokraten nicht erlaubt sei. Der momentane G20-Gipfel und die nicht vorhandene Abgrenzung zur Gewalt, u.a. der Ansatz, dass auch friedliche Demonstranten die Vermummten nicht explizit zurechtweisen (stille Zustimmung) ist auch sehr bezeichnend; irgendwann ziehen halt die „Flüchtlingsheime brennen“-Geschichten nicht mehr ganz so, wenn man die Gewalt von links – und dessen stillschweigender Duldung – wie sie gerade stattfindet, als „Demonstrationen“ bezeichnet. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen muss Schily bei Hayali einer Linksradikalen ins Wort Reden, weil die Moderatorin das nicht macht und hinterfragen, warum Gewalt gegen Polizei nicht gut sei (man bedenke, es handelt sich dabei um einen Grundpfeiler der Demokratie, die Exekutive!) Herr Maas ist wohl zur Zeit gerade dabei, linksradikale Musikgruppen hochzujubeln und in Regensburg schüchtert die linksradikale anita.f Wirte ein.

    In diesem ganzen Chaos sollte man wirklich einfach sein Ding durchziehen. Sie hatten meine letzten beiden Stimmen und werden auch die nächsten kriegen, ganz egal, ob da ein paar Linke arbeitslose randalieren.

  • Marlene Ott

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    wahon abgeordnete der afd werden körperlich angegriffen, gastwirte bedroht
    sie sollten sich schämen, sie haben keine gegenargumente, also greifen sie zu solchen massnahmen

  • Grübler

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    Kommentar gelöscht. Bitte beim Thema bleiben.

  • Marlene Ott

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    bruno schillinger wenn sie sich besser informieren würden, könnten sie feststellen dass gerade in baden-würtemberg das spiel gespielt wird einen antrag der afd lehnen wir erstmal ab und bringen nach einiger zeit einen eigenen ein, dem dann zugestimmt wird, sehr amüsant und die afd errreicht ihre ziele

    kann man alles auf you tube ansehen

  • Mr. T

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    Die NSAfD wurde als rechtsliberale Partei gegründet und hat mit protektionistischen, nationalen, europafeindlichen und konservativen Parolen (ähnlich wie Trump’s America First) schnell Aufmerksamkeit bekommen. Wie bei neuen Parteien üblich springen dann schnell die üblichen, mehr oder weniger skurrilen Looser auf, die so eine Aufmerksamkeit Nutzen wollen, um ihre kruden Gedanken unters Volk zu bringen. Die Piraten hatten ein ähnliches Problem, wenn auch in einer geringeren Dimension. In dem Fall waren die natürlich oft von ganz weit rechts außen. Und dann kann es schnell passieren, dass sich diese Leute Mehrheiten verschaffen und dann so eine Partei „übernehmen“. Deswegen sind auch Lucke und Sinn rausgeekelt worden. Die bereuen sicher heute noch die Teufel, die sie riefen. Jetzt versuchen da einige Irrlichter mit aller Gewalt und dumpfen Parolen genug denkfaule Leute hinter sich zu sammeln, um zumindest mal kurzzeitig an die Honigtöpfe zu kommen. Ironsicherweise sammeln sie gerade solche Leute auf, die wohl als erste von einer Politik, wie sie die NSAfD im Sinne hätte, hinten runter fallen würden. Gerade die protektionistischen Ideen, wie kein Geld mehr in die EU oder wie bei den rechten Bayern der Zuschnitt des Länderfinanzausgleichs machen sicher keinen Halt. Wenn dann mal Deutschland nichts mehr für Europa ausgeben würde, kämen die wirtschaftsstarken Bundesländer und würden den schwachen nichts mehr abgeben. Dann die starken Regionen in diesen Ländern den schwachen nichts mehr und so weiter. Und der Schwache, irgendwie Abgehängte ist immer der erste, der davon „profitiert“.
    Und jetzt hab ich noch nicht mal die wiederlichen rechtsnationalen, xenophoben, ultrakonservativen Parolen dieser Rattenfänger angeschnitten …

  • Bruno Schillinger SAFOB

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    Ronald McDonald 9. Juli 2017 um 13:07 | #
    ……Fuer jeden (Partei-)Politiker, und auch solche, die sich gendermuendig fuer -innen halten oder auch anders herum, ist bei seiner Berufswahl auf (moeglichst lange) Zeit stets entscheidend, was aus dem Politikfinanzierungsgolddukatenesel hinten rauskommt.
    Da war der Sonneborn als Einziger bisher ehrlich. Außerdem wollte er sein Mandat ja aufteilen, was das Parlament nicht zuließ.
    Schade fand ich, dass die Göring GRÜNE den G20 nicht genutzt hat, um gegen Trump loszulegen, mit ihren Bienen, Kibitzen und Zitronenfaltern. Doch damit hat sie genau die Inkompetenz der Politiker ‚Hauptsache drüber geschwafelt und dann alles vergessen‘ bewiesen und auch dass der alte Satz: ‚alle in einen großen Sack,……‘ parteiübergreifend gilt. Denn alle wollen nur ihr Ego in der Presse und ihr Konto pflegen.
    PS mit dem Wort Auszubildende (passiv – wird ausgebildet) kann ich wenig anfangen – denn bei uns galt noch Lehrling (hat selbst zu lernen) und Politiker vergleichen wir eher mit Vor-Praktikanten, bzw. mit Personen die durch diese Beschäftigung wenigstens nicht auf der Straße rumlungern :-)

    Marlene Ott 9. Juli 2017 um 16:27 | #
    bruno schillinger wenn sie sich besser informieren würden, ….
    klaro, ab sofort nur noch 24 Std. Politik um sich zu informieren – doch wenn Sie mal rechnen würden – 1 Mensch soll das Geschwurbel von Tausenden Politiker ad hoc parat haben – ist das unmöglich und die Forderung nach ‚besser informieren‘ sagen wir mal weltfremd. Übrigens, wir haben die xfx informeirt, dass die bisherigen Parteien auch rassistisch sind und Menschen mit Behinderung als ‚Arxxxxch‘ (Landratsamt) bezeichnen und das ‚die Verweigerung von Essen, Diabetesbehandlung ist weder Mord noch eine andere Straftat‘ wieder legal ist. Mit einer simplen kleinen Anfrage an den GRÜNEN Ministerpräsidenten hätten die also ihr Bekenntnis zu Grundgesetz, Menschenrechten beweisen und gleichzeitig die komplette ReGIERung stürzen können, doch auch hier zählen Menschen mit Behinderung wieder nicht. Oder sind das einfach alles nur hochbezahlte Praktikanten?

  • Schwalbe

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    @Tobias
    Datko nennt sich der Mensch, dessen Meinung sie gut finden.
    Von „Schnellschüssen“ und „Überreaktionen“ kann bezüglich der AfD nun wirklich keine Rede sein, dazu dürfen wir dieses traurige Schauspiel schon zu lange betrachten, von strampelnder Abwehr bis zu kuschelndem Verständnis durfte man schon alle Reaktionen unserer Politik-Szene bestaunen, jeder, der nur wollte, konnte sich längst eine Meinung bilden.
    Von wie weit oben belieben sie denn die Sache zu betrachten? Gleich neben dem lieben Gott? Oder von ihrer Couch aus? Und wer sind die „Pseudo-Demokraten“? Alle, die nicht dasselbe toll finden wie sie? Dass sie von „Flüchtlingsheime-brennen-Geschichten“ sprechen, so als handele es sich um irgendwelche erfundenen Erzählungen, wenn von rechten Gewalttaten die Rede ist , sagt schon einiges über sie und ihre Gesinnung, von Meinung mag ich hier nicht sprechen. Immerhin bezeichnen sie die AfD als Rechte Partei, aber vermutlich nicht aus Einsicht oder Überzeugung, sondern weil ihnen die Fähigkeit zur differenzierten Beurteilung wovon auch immer so gründlich fehlt, dass sie das sonst übliche Geschwätz von der Mitte und der Bürgerlichkeit nicht einmal nachplappern können. Brechreiz verursacht der nie fehlende Hinweis der Rechten, so auch von ihnen, auf die „Grundpfeiler der Demokratie“; wenn sie und ihresgleichen könnten, würden sie doch diese ihnen angeblich so wichtigen Grundpfeiler lieber Heute als Morgen abschaffen.
    Interessant ist, dass sowohl sie als auch ihr Gesinnungsgenosse weiter oben den G-20-Gipfel erwähnen, so als würden sie sich an derartigen Veranstaltungen besonders ergötzen; allerdings untermauern sie auch dabei, wie in ihrem gesamten restlichen Post, dass sie an einer differenzierten Betrachtung weder interessiert noch dazu in der Lage sind; die Welt ist ihnen nun mal zu kompliziert und zu bunt, deshalb begnügen sie sich mit Schwarz-Weiß und werten alles ab, was sich damit nicht erfassen lässt, und das ist eine ganze Menge.

  • Ronald McDonald

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    @ Mr. T 09.07.2017, 17:04h

    Sie sollten Ihren hammermaessigen nationaloekonomischen Sachverstand dem derzeitigen Vorschlaghammerl der oertlichen SPD Doktor Tobias Hammerl („Dieser Kandidat ist der Hammerl“, Stefan Aigner) zur Verfuegung stellen oder auch – Ihrem „Nickname“ entsprechend – dem schwarzen Blaessling Peter Aumer; beide haben eventuell nach dem September Bedarf an scharfsinnigen vordenkenden Redenschreibern, und dann gibt’s auch ordentlich was bargeldlos in die Tatze: Politikfinanzierungsgolddukatenesel namens Tobias und Peter haetten dann wenigstens eine Legislaturperiode lang etwas auch fuer Sie anzubieten …
    Sogar der LV Bayern der AfD haette mittlerweile was fuer Ihre NS-welterklaerenden Faehigkeiten anzubieten: dort hat sich eine „Alternative Mitte“ gegruendet, die weg will vom „rechtskonservativen Kurs des derzeitigen Landesverbandes“; und diese AfD-alternative-Mitte-Initiative hat sicherlich Bedarf an luziden Konversoren („NSAfD“ zu Einheitsmittenblock-AfD) Ihres Schlages: machen Sie den „Uncle Tom“ der „Alternativen Mitte, Mr. T

  • auch_ein_regensburger

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    Ronald McDonald, Tobias, Marlene Ott, Joachim Datko & Co. kurz zusammengefasst: AFD-ler sind die einzigen wahren Demokraten, alle anderen sympathisieren mit Linksextremisten und wer nicht rechtsaußen ist, hat die Zeichen der Zeit sowieso nicht erkannt? Made my day!

  • Ronald McDonald

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    @ auch_ein_regensburger 10.07.2017, 10:51h

    Wenn Sie das so sehen möchten (1. Halbsatz), dann kann das durchaus demokratisch so toleriert werden, wenngleich Sie damit nicht dem bunten Vielfaltspopanz huldigen.

    Übrigens (2. Halbsatz), die „wahren demokratisch rechtsaußen Seienden“ können die Zeitzeichen Ihres Meinungszuschnitts (jetzt wieder 1. Halbsatz) schon deswegen nicht (mehr) erkennen, weil sie sich (nur noch) in einer postfaktischen Präsenz befinden https://youtu.be/SkiT_hBmnO4

    Aber, Obacht, manchmal zeigen sich die „Rechtsaußigen“ noch hier https://www.youtube.com/watch?v=RFI9JPKDANM
    und da
    https://www.youtube.com/watch?v=1DKARlTrSPA
    immer heimlich, still und leise, „rechtsaußige Textilien“ tragend, so gar nicht „mutbürgerlich“ das Tageslicht scheuend, klandestin unterwühlend die Wegstrecken ins multichaotische Aus = am außereuropäischen Wesen soll dieses Mal des (Rest-)Deutschen Welt genesen!

  • GRW

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    Die Kommentare zu lesen ist fast noch spannender, als den Bericht zu lesen

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