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Haus der Musik: Kaufentscheidung nach der Sommerpause

Zunächst ist es eine gute Nachricht: Die Stadt Regensburg erhält 2,4 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes für Welterbestätten. „Das ist ein wirklich großer Erfolg für die Stadt“, jubiliert denn auch Oberbürgermeister Hans Schaidinger. „Das zeigt einmal mehr, dass der Welterbetitel nicht nur ideellen Wert hat, sondern auch sehr handfeste Unterstützung bei den anstehenden Sanierungsaufgaben bietet“, stimmen Planungsreferentin Christine Schimpfermann und Welterbekoordinator Matthias Ripp in die Begeisterung mit ein.

Für vier Projekte gibt es Zuschüsse: die Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche St. Kassian, die Instandsetzung der Neupfarrkirche, Energiegewinnung aus Abwasser am Donaumarkt – und das geplante Haus der Musik im Präsidialpalais am Bismarckplatz. Eine runde Million Euro schießt der Bund für dieses Projekt zu. Ist das genug, um das umstrittene Vorhaben zu realisieren?

Für Sanierung und Umbau des Präsidialpalais zum Haus der Musik sind derzeit immerhin zehn Millionen Euro veranschlagt. Wie diese Summe aufgebracht werden soll, wusste der Oberbürgermeister bislang nicht zu sagen. Aber etwas höhere Zuschüsse scheint man sich doch erhofft zu haben – das Gesamtvolumen der beantragten Projekte belief sich auf satte zwölf Millionen Euro.

Pressesprecherin Elisabeth Knott verbreitet dennoch Optimismus. „Mit diesem Zuschuss haben wir eine bessere Möglichkeit, das Vorhaben zu realisieren.“ Jetzt werde eine konkrete Planung erstellt, ebenso ein Finanzierungsplan. Wie der aussehen könnte? Der Verkauf des Gebäudes in der Kreuzgasse, in dem die städtischen Sing- und Musikschule derzeit untergebracht ist, scheint dabei eine wesentliche Rolle zu spielen. „Wir hätten dann den Verkaufserlös und sparen uns die dringend notwendige Sanierung“, so Knott. Die Schule soll dann im Haus der Musik untergebracht werden. Dann müsse man noch abklären, inwieweit sich Privatleute an dem Projekt beteiligen. „Nach der Sommerpause muss der Stadtrat relativ schnell über den Kauf des Gebäudes entscheiden.“

Die Höhe des Kaufpreises ist bislang nicht öffentlich bekannt. Der Oberbürgermeister ließ lediglich verlauten, dass man das Gebäude vom Freistaat „zum Vorzugspreis“ haben könne – wenn man sich rasch entscheidet.

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11 Kommentare

  1. …Kunst hat mit Kohle soviel zu tun wie Koks mit Kreativität. Ich tu mich hart, die Argumente der Rechen-Akrobaten hier in Regensburg unter der Informations-Kuppel der MZ , die Abwäger kurzfristigen Nutzens im Verhältnis zu den wirklich wirksamen, eher leisen und dauerhaften Arbeiterinnen und Arbeitern in der hart gewordenen Bildungslandschaft noch ernst zu nehmen. Das Pfennig-Fuchsen im Milliarden-Euro-Schuldenberg lehren uns Banken, Versicherungen und die politischen Taschenrechner. Die Börse hat Schnupfen, der Euro schwächelt muskulär und die Bank erholt sich nach einem Parkinson-Anfall. Schaidinger bezieht weiter (?) Aufsichtsrats-Tantiemen – und es gibt immer noch “Rechen-Idealisten” die an den totalen Wert von Geld glauben – und an Bildung, Kunst und Kultur am liebsten sparen möchten. Ausgerechnet solchen Versagern sollen wir die Zukunft unserer Kinder anvertrauen? Lieber vertrau ich in die Kraft von gemeinsam erbrachter und gern auch traditionsbewusster – aber eben immer wieder fantasievoller bürgerlicher Kultur. Fein, wenn zum Beispiel die Sparkasse das unterstützt, falsch, wenn daraus ihr “Verdienst” wird. Und völlig falsch, wenn wir die Bildung unserer Kinder der freien Radikalität des Marktes übereignen. Schließlich leben wir in einer Demokratie mit einem prima Grundgesetz…

  2. “…..was der Kultur in Regensburg dienen könnte. Solange der Kaufpreis und die Finanzierung nicht bekannt sind, sollte man noch nicht vorschnell das Projekt ablehnen”
    Regensburger

    Ganz im Gegenteil, solange man den Kaufpreis und insbesondere die Finanzierung, v.a. auch die Investoren, Sponsoren die es angeblich gibt, nicht kennt, muss man ablehnen.

    Es muss ja ganz besonders sichergestellt sein, dass das was Schaidinger und Unger unter (fördernswerter) Kultur verstehen dort, und schon gar nicht anstatt der jetzigen Musikschule dort Einzug hält.

    Solange kein Konzept vorliegt, und nur vage von Musikschule und “irgendwas” die Rede ist, wofür soll man da bitte sehr sein?

    Am Ende wird es eine Schule für volkstümelndes Tschingdarrassabumm, oder kleine Militärkadetten lernen Märsche, wo nun doch leider die Soldaten weg sind………….

    Die Herren Schaidinger und Unger haben ihren Musikgeschmack ja ausführlich zur Demonstration gestellt, das mögen aber sämtliche Götter verhüten, dass solche Kultur des Grauens am Ende noch das wenige Gute verdrängt/auffrisst, das hier bisher städtisch gefördert wird.

  3. @Regensburger
    Sie haben tw. Recht. Nur, es hat noch kein Fachmann öffentlich Stellung dazu genommen, ob das Gebäude für eine Musikschule umzubauen ist. Der Denkmalschutz dürfte Probleme bereiten.
    Fachleute sehen die Nutzung für eine Musikschule sehr skeptisch.
    Die CSB wird demnächst einen Antrag hierzu stellen und eine Lösung anbieten.

  4. Herr Geißler hat völlig recht. Hier wird mal wieder vorschnell etwas madig gemacht, was der Kultur in Regensburg dienen könnte. Solange der Kaufpreis und die Finanzierung nicht bekannt sind, sollte man noch nicht vorschnell das Projekt ablehnen. Dass der OB öffentlich keinen Preis nennt, solange noch Verhandlungen laufen, ist eine Selbstverständlichkeit. Das weiß z.B. auch Herr Roloff von der JU aus seinem BWL-Studium. Aber was vergisst man nicht alles, wenn man eine Chance sieht, dem OB eine reinzuwürgen. Da ist der parteiinterne Streit in der CSU nunmal wichtiger als die Interessen der Bürger in Regensburg bzw. das Interesse von Kulturschaffenden und Kulturbesuchern.

  5. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches Gebäude ohne hohe Kosten betrieben werden kann. Mit dem Gebäude würde meiner Ansicht nach Oberbürgermeister Schaidinger uns weitere regelmäßige Kosten aufhalsen.

    Die städtische Musikschule sollte man dicht machen. Sie macht nur freien Musikschulen unfaire Konkurrenz. Nur im Wettbewerb gibt es preisgünstige Leistungen hoher Qualität.

  6. @T. Geißler
    Mir ging es nicht um evtl. “ungerecht” verteiltes Geld oder darum, die Situation in der städtischen Musikschule schön oder schlecht darzustellen, sondern um Schaidingers Art Leute für blöd zu verkaufen und seine Dreistigkeit mit der er von “Vorzugspreis” redet, diesen aber, wie die “privaten Interessenten” im Hintergrund, nicht öffentlich macht. Dies bewerte ich als absolute Dreistigkeit und Ausdruck reinster Arroganz, auch gegenüber dem noch laufenden Untersuchungsausschuss in Sachen Bayern-LB, den er noch nicht überstanden hat.
    Wenn der Freistaat Bayern die Stadt Regensburg gegenüber anderen Kaufinteressenten bevorzugen könnte, wird er dies auch noch weit nach der Sommerpause tun können.

  7. Der H. OB Schadidinger hielt auch den Kauf der Hypo-Group-Alpe Adria Bank für unvermeitlich, da zum Vorzugspreis angeboten. Das Resulatat ist jedem bekannt, der bayerische Steuerzahler haftet für die Inkompetnez des Mannes aus der Wirtschaft. Einige wenige um den Investor Tilo Berlin habe innerhalb von einigen Monaten Renditen in Millionen EUR erziehlt.
    Wer verdient beim Kauf des Palais am Bisrmarkplatz? Diese Frage sollten sich die Bürger Regensburgs stelllen!

  8. …was wäre denn gegen so ein Projekt einzuwenden? Gehts um “ungerecht” verteiltes Geld? Um Spekulationen über kleinkarierte politische Favorisierungen (also wieder ums Geld)? Ist doch leider alles Quatsch. Im Verhältnis zu der Kohle, die für die Bayerische Landesbank – oder, näher, für diverse sogenannte Machbarkeits-Gutachten in Regensburg verbrannt wurde (ich erinnere an die Kulturhauptstadt-Bewerbung) – wäre die Investition in ein Musik-Künstlerhaus doch total sinnvoll. Es gibt viel zuwenig Probenräume, die räumliche Situation der Musikschule ist im Verhältnis zu ihrer Leistung jämmerlich und ein bisschen Innovation in den Bereich städtischer musikalischer Medientechnik kann auch nicht schaden. Ferner werden dort weder CSU-Wahlplakate noch leicht radioaktive Brennstäbe zwischengelagert. Also: was soll das Gekrittel (…oder Ge-Kittel…)???

  9. Der anscheinend unverbesserliche OB Schaidiger gibt vor, dass es am Bismarkplatz etwas ” zum Vorzugspreis“ zu erwerben gäbe, wenn man sich rasch entscheide. Ähnliches wurde anlässlich des Kaufs der Hypo Group Alpe Adria behauptet. Wer damals profitierte ist mittlerweile bekannt.
    Werden hier abermals öffentliche Gelder veruntreut?

  10. Pressemitteilung

    JU behält Recht: Wesentlich höhere Kosten beim Haus der Musik

    Die Zweifel der Jungen Union haben sich bewahrheitet: Wie in der Pressemitteilung vom 10. Juli befürchtet beträgt der Zuschuss zum geplanten „Haus der Musik“ beträgt nicht 2/3 der geschätzten Kosten, also 6 Millionen, sondern nur eine Million.

    Die zu erwartenden Kosten können nicht genauer beziffert werden, da von Seiten der Stadtoberen der genaue Kaufpreis des Palais nicht genannt werden kann oder will.

    „Voraussichtlich kommen noch viel höhere Kosten auf die Stadt und damit auf den Bürger zu, als die Stadt bisher zugibt“, so der JU-Kreisvorsitzende Michael Lehner.

    Laut Oberbürgermeister Hans Schaidinger sollen die Kosten durch den Verkauf der städtischen Sing- und Musikschule in der Kreuzgasse den Erwerb des Präsidialpalais erleichtern. „Nur wie viel wird man für ein Gebäude, das laut Pressesprecherin Elisabeth Knott dringend renovierungsbedürftig ist, erlösen? Wahrscheinlich nicht so viel, um das Loch des wesentlich geringer ausgefallenen Zuschusses auszufüllen“ mutmaßt der stellv. Kreisvorsitzende Markus Jobst.

    Laut Oberbürgermeister Schaidinger erhält die Stadt das Palais zum „Vorzugspreis“. Aber natürlich nur wenn man sich rasch entscheidet. Woran ein Vorzugspreis bemessen wird, wenn es außer der Stadt keine weiteren Mitbieter gibt, ist offen. Und damit auch die Frage, ob außer der Stadt auch ein privater Investor diesen „Vorzugspreis“ zahlen würde.

    Die Junge Union Regensburg-Stadt fordert die Stadträte der CSU deshalb auf, nicht übereilt zu handeln! „Die Entscheidungsträger sollen sich genug Zeit lassen, das Angebot und die finanziellen Möglichkeiten der Stadt genauestens zu prüfen“, so Markus Jobst. „Schließlich gibt es noch andere Ausweichmöglichkeiten für die städtische Sing- und Musikschule: So wird mit dem Neubau der beruflichen Oberschulen ein Schulgebäude am Ziegelweg und die ehemalige Bundeswehrfachschule an der Landshuter Straße frei, die genutzt werden können“, so der stellv. Kreisvorsitzende Martin Roloff.

  11. “Energiegewinnung aus Abwasser am Donaumarkt ”
    Aus Scheisse Kohle machen?

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