In eigener Sache: Berufung im Rechtsstreit mit Diözese am 18. Oktober

Print page
Im Rechtsstreit zwischen der Diözese Regensburg und regensburg-digital findet am 18. Oktober, 12.45 12.15 Uhr, die Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Hamburg statt (Sitzungssaal 210, Justizgebäude I, Sievekingplatz 2). Die Diözese hat unsere Redaktion im vergangenen Jahr wegen eines Kommentars zu ihrem Umgang mit Opfern von sexuellem Missbrauch verklagt. Das Landgericht Hamburg hat dieser Klage am 11. März 2011 stattgegeben. Wir haben dagegen Berufung eingelegt. Am kommenden Dienstag findet nun die mündliche Verhandlung statt. Voraussichtlich am selben Tag ist mit einer Entscheidung zu rechnen. Derzeit ist es unserer Redaktion bei einer Strafandrohung von bis zu 250.000 Euro untersagt, eine Einschätzung in Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in Viechtach und Riekofen zu wiederholen. Es geht um eine 1999 geschlossene Stillschweigevereinbarung zwischen der Diözese Regensburg und einem pädophilen Priester auf der einen und der Familie eines Missbrauchsopfers auf der anderen Seite. Es geht um die vereinbarte Zahlung von Schmerzensgeld und die Übernahme von Therapiekosten. Mehr über die Hintergründe können Sie – zensiert – hier nachlesen. Ebenfalls am 18. Oktober entscheidet das Oberlandesgericht auch über die Berufung im Rechtsstreit zwischen der Diözese Regensburg und dem Spiegel. Auch das Nachrichtenmagazin wurde wegen seiner Berichterstattung zu dem Fall verklagt und unterlag ebenfalls in erster Instanz vor dem Landgericht Hamburg.

Trackback von deiner Website.

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (22)

  • Rolf Schälike

    |

    Am heutigen Dienstag (11.10.11) fand die Verhandlung 7 U 36/11 / 324 O 329/10
    Diözese Regensburg; Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller (Kanzlei Ramatka pp.; RA Gerold Skrabal) gegen
    Axel Springer AG u.a. (Kanzlei Damm & Mann; RA Dr. Nieland) statt.

    Die Berufung hatte vollen Erfolg. Bei den Ereignissen darf man von Vertuschung und vom Schweigegeld sprechen. Diese Begriffe sind durch die Meinungsfreiheit geschützt . Der Springeranwalt Dr. Nieland konnte seine Freude nicht verbergen und lobte die Vorsitzende Riuchterin Frau Dr. Raben: „Bravo!“

  • Mathilde Vietze

    |

    Warum finden die Verhandlungen im Hamburg statt? Hat das Bistum etwa Angst, bei
    einer Verhandlung vor Ort würden zu viele Gegner auftreten?

  • Rolf Schälike

    |

    Ebenfalls am 18.10.11 findet die analoge Verhandlung gegen SPIEGEL um 11.30 Uhr im gleichen Raum 210, HansOLG, Sievikingplatz 2 statt.

    Die Geschäftsnummer lautet 7 U 11/11.

    Es lohnt sich auch die Verhandlung gegen SPIEGEL zu verfolgen.

  • Veronika

    |

    Ich kann mir die Frage ja gleich selbst beantworten, aber haben die bei der Diözese Regensburg Nichts anderes mehr zu tun, als zu klagen?
    Wenn das jetzt „Röm.-Kath. Kirche“ heisst, und der Bischof „Ökumenebeauftragter der Dt. Bischofskonferenz“ sein will, dann finde ich dies schon sehr bedenklich.
    Auch von dieser Seite aber ein lautes, deutliches „BRAVO!!!“. Ich werde es gleich mal nach Rom „weitertwittern“.

  • Rolf Schälike

    |

    Der Verhandlungsbericht von 11.10.11 HansOLG – 7 U 367/11 – Bischof Müller und Diözese Regensburg gegen Springer

    http://bit.ly/ng87fl

  • W.Müller

    |

    Beim Oberlandgericht gibts was auf die Mütze für Bischof L.Müller. (Da hilft auch Beten für Prozessgewinn) Nachdem auch der Spiegel in dieser Sache beteiligt ist, würde ich jede Wette eingehen, dass Herr Bichof L.Müller eins auf die Mütze kriegt und seinen negativen Ruf in Deutschland als unbelehrbarer Streithansel ( ohne eigene Kosten, diese zahlen die Schafe) weiterhin festigt. Wahrscheinlich will er Nachfolge des bisherigen größten Streithammels Kardinal Meisner antreten und hofft mit dieser Masche endlich Kardinal werden zu können, als größter Hardliner der BRD.
    Die ehemals mächtige Katholische Kirche ist heute in der ungewohnten Situation der Defensive und schlägt wild um sich wie ein angeschlagener Boxer vor dem endgültigen Ko, der nur noch möglichst lange hinausgeschoben werden soll.
    Danke fürs Lesen und keine Angst mehr vor der Kirche, es gibt weder Himmel, Hölle oder Fegefeuer
    W.Müller-Heide

  • Veronika

    |

    Die Diözese scheint dies schon begriffen zu haben. Heute kam anlässlich einer Rückschau aus Regensburg ein Zusammenschnitt eines früheren Fernsehberichts einer Fronleichnamsprozession mit den H. H. Gegenfurtner, Hirsch, Hopfner, Scharf, und … natürlich einem vor dem Dom zelebrierenden Bischof MANFRED Müller. Will man jetzt in mitbrüderlichem Zusammenhalt dem G.L.M. alleinig die Schuld zuschieben, oder gibt es keine aktuelle BR-Produktion mit dem seit Jahren in Regensburg tätigen „neuen“ Bischof?

  • Veronika

    |

    Einmal ne andere Frage! Bin gerade etwas im Web gesurft, und habe mir mal die Angebote der beiden Kirchen angesehen. Da bin ich auf „Kirche in Bayern“ und das „Ökumenische Kirchenmagazin“ im TV gestossen:
    http://www.kircheinbayern.de/node/21

    Frage: Wieso ist der Regensburger „Ökumene-Bischof“, bzw. die Diözese Regensburg nicht bei der ArGe vertreten, wo der Regensburger Bischof doch Ökumenebeauftragter der Dt. Bischofskonferenz ist?

  • W.Müller

    |

    Guten Tag Veronika
    Zur Frage der Nichtbeteiligung der Diözese Regensburg an der Ökumene.
    Der zuständige Bischof L.Müller will scheinbar den Nachweis führen, dass der liebe Gott nicht evangelisch ist.
    Weiterhin scheint er mit Josef Ratzinger einer Meinung zu sein, der ausdrücklich bestätigte, dass die Evangelische Kirche keine richtige Kirche ist. Dies kommt auch daher, dass der schlaue Luther, der mit seiner Klosteräbtissin gerne weiterhin geschnackselt hätte, seinen Pfarrern das schnackseln erlaubt hat. Eine Unzahl katholischer Pfarrer, die ihre Frauen und Mätressen, die sie fast alle hatten, nicht aufgeben wollten, sind unverzüglich zur evangelischen Kirche gewechselt. Schnackseln scheint den Pfaffen schon immer wichtiger gewesen zu sein als ihr Glaube. Ha-Ha
    mit freundlichen Grüssen und nicht nachlassen
    W.Müller(Heide)

  • Veronika

    |

    Hallo Herr W. Müller,

    danke für die sehr bissige Info. Also ich betrachte mich schon als gläubig, stelle aber immer mehr fest, dass Karl Marx (nicht der KK aus München!) doch irgendwie Recht damit hatte, „Religion als Opium für das Volk“ zu qualifizieren. Ist „Religion“ doch die zentral kodifizierte Version dessen, was man glauben soll, und – so scheint es mir immer häufiger – nicht das, was einem ein höheres Wesen – ich nenne es „Gott“ – zu glauben ermöglicht. Natürlich wird das „Schnackseln“ (I.D. Gloria lässt grüssen!) auch in Kirchenkreisen nicht ohne Bedeutung sein, aber mir scheint so langsam, dass die liberale Schiene der Kath. K. in Deutschland dahin geht, sich wie dereinst Luther, aber eben ohne direkten Streit mit dem Vatikan – „evangelisieren“ zu wollen. Wenn die Formel also lauten sollte: GLM = OD, dann wäre klar, warum die Diözese Regensburg nicht ökumenisch zugange ist.

  • Veronika

    |

    ANFRAGE an das gesamte Auditorium:

    Sollte man nicht vielleicht einmal die jeweiligen Lebensstationen/ Wirkorte der als pädofil identifizierten Priester nach Pfarrei/ Dienststelle geordnet in einer Übersicht zusammenstellen, um zu sehen, wo und ab wann hier erste Anzeichen bekannt geworden sind, bzw. ob sich manche Wege in Bezug auf Pfarrei/ Dienststelle kreuzen?

    Diese Übersicht könnte man dann um die zunächst einmal abgekürzten Namen entsprechender Verantwortlicher „unterhalb des Bischofs“ ergänzen, und so einen kleinen Überblick darüber erhalten, wie es zu so langer Nichtentdeckung kommen konnte.
    Schliesslich ist so eine Diözese im klerikalen Bereich nahezu „eine Welt für sich“. Über jede Person im Kirchendienst soll es jede Menge Akten und sonstige Unterlagen geben, von denen immer nur einige, niemals aber alle mit den ArbeitnehmerInnen in Kontakt kommende Personen Bescheid wissen sollen.
    Man kann also durchaus davon ausgehen, dass dem Bischof möglicherweise vielleicht „sehr guter“, keinesfalls aber bislang nur „reiner Wein“ eingeschenkt wurde. Dies entschuldigt zwar in keinster Weise die von mir so vernommene Lethargie, liesse sich aber mit den Vermutungen Kurienkardinal werden zu können „quergelesen“ durchaus erklären.

  • Rolf Schälike

    |

    Die Erstellung einer solchen Übersicht käme in den Geruch einer Hexenjagt. Kreise für Vertuschung, Schweigeldzahlungen, Drohungen, Erpressungen gibt es allen Bereichen unserer Gesellschaft. Die Kirche ist da keine Ausnahme.

    Dafür gibt es Namen: Filz, Lobby, Seilschaften, Mafia, organisierte Kriminalität, u.a.

    Es gibt genug Vereine und Verbindungen, welche ihre Mitglieder vor der Öffentlichkeit im Falle von Verfehlungen und strafrechtlich zu verfolgenden Handlungen schützen.

    Trug und Betrug sind Bestandteil unseres wirtschaftlichen Fortschritts und des relativen hohen Lebensstandards.

    Der Staat wird sich in Form von Zensur, Strafanzeigen etc., unterstützt von geschäftstüchtigen Anwälten und kriminell veranlagten Akteuren, effektiv gegen Entlarvungen (Erstellung von Übersichten) wehren.

    Was bringt eine solche Übersicht?

  • W.Müller

    |

    Hallo Veronika
    Eigentlich hatte ich mein Pulver in der Sache schon verschossen. Wenn es aber um Gloria und das Schnackseln geht, muss ich noch ein Statement von Glaria aus ihrer wilden Zeit in München bringen:
    „Der Schwarze schnackselt halt gerne“ Wen hat sie allerdings mit den „Schwarzen“ gemeint? In Bayern, nach Auffassung des obersten Bayern Ludwig Thoma, sind es die Katholiken und deren Repräsendanten. Die sind mit guten Speisen, anregenden Getränken angefüllt und beschäftigen sich hauptsächlich mit der Bibel,ausgeruht und müssen sich nicht plagen. Die Folge davon ist, gemäß Thoma, das schwache Fleisch ruft viel zu häufig. In der guten alten Zeit, als die Beichtkinder und der Pfarrer noch nebeneinander auf der Bank saßen, war die Buße nicht wie heute, einige Vater Unser zu beten, sondern die Buße wurde im Bett nebenan mit dem Pfarrer durchgeführt. Dass die Pfarrer heute, dieser guten alten Zeit nachtrauern und kein Verständnis dafür haben, daß Schnackseln mit den Schäflein und deren Kindern heute nicht mehr wie früher (homa scho oiwai sogmocht) ungeahndet genossen werden kann, ist für viele Pfarrer nur schwer vermittelbar und nicht durchführbar. Es hält viele Kandidaten vom Pfarrerberuf ab, da hilft nicht mal mehr Dauerbeten in Passau-Ha-Ha
    Aus ihren kritischen Beiträgen, hatte ich allerdings angenommen, dass sie mehr der Überlegung eines berühmten Denkers folgen würden: „Wer wenig weiss, muss viel glauben, wer Nichts weiss, muss Alles glauben“. (Damit hätten sie die höchste Sufe der Dummheit erreicht und wären ein Schaf oder Lamm Gottes, agnus deii , dem dümmsten Tier auf unserer Erde) Weitere interessante Zitate mit folgendem Link Strg gleichzeitig drücken und Link klicken
    http://glaube-ist-heilbar.blogspot.com/search/label/Zitate
    Keine Vergebung für die Kinderficker
    W.Müller

  • Luna Schneck

    |

    Hab ihrs nicht gewusst ? Gott ist überhaupt nicht katholisch und zudem eine Frau, oder mein Hund, oder eine Schnecke ? Wer weiß??

  • smallie

    |

    Warum muß man den Katholiken eigentlich so oft ihr eigenes heiliges Buch erklären?

    In 1. Timotheus – Kapitel 3 findet sich dies:

    „Es soll aber ein Bischof unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaft, nicht ein Weinsäufer, nicht raufen, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht zänkisch, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit […]“

    Vom Zölibat steht da nichts, im Gegenteil: „eines Weibes Mann“ und „gehorsame Kinder“.

    Vielleicht sollte die katholische Priesterschaft ihre Obrigkeit auf Unterlassung der Zölibatslüge verklagen, wegen grober Falschdarstellung. ;)

  • Miethai

    |

    Die Sache ist so gut wie gewonnen!!!

  • Dubh

    |

    Ist das eine Meldung mit realem Hintergrund – die Verhandlung müsste ja vorbei sein?

  • Neuromancerr

    |

    Schweigegeld!
    Gewonnen!
    Schweigegeld!

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich hoffe inständig, daß Müller – ähnlich wie im Falle GLM gegen Schmid-Salomon eine Niederlage
    erleidet. Dann könnte er nämlich umso besser sein Märtyerer-Image pflegen.

  • Maurus

    |

    Herzlichen Glückwunsch!!! Das ist wahrhaft ein Sieg für die freie Meinungsäußerung, ich freue mich aufrichtig für Stefan Aigner!
    Müller wird nach nunmehr einigen gerichtlichen Niederlagen vielleicht doch einmal überlegen, ob er sich als oberster bischöflicher Streithansel weiter etablieren möchte….

  • Miethai

    |

    Nach dem Prozess ist vor dem Prozess!
    Jetzt Mitglied werden:
    Vereins zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
    Unterstützen Sie regensburg-digital das Meinungsforum für die kritische Stadtgesellschaft

Kommentieren