Kommentarbox_GreßDas Jahr 2018: Und es wird wieder sondiert. Nachdem aus dem jamaikafarbenen Konglomerat aus Union, SPD, FDP und Grünen nicht recht was werden wollte, geben sich nun Union und Sozialdemokraten noch einmal die Ehre. Kleinster gemeinsamer Nenner: Schnell soll es gehen, „die Welt wartet nicht auf uns“. Und während sich die Alt-68er mit einem Gläschen Prosecco zum Jubiläum zuprosten, sult sich die Neue Rechte weiter wohlig und wonnig im Erfolgsschlamm des eigenen reaktionären Diskurses. Geil, bürgerlich so richtig wuschig, wird dabei höchstens jenes CSU-Klientel mit Zugang zu ausreichend Höhenluft.

Alexander Dobrindt zum Beispiel. Dass Dobrindt in seinem Gastbeitrag in der Welt, zur „konservativen Wende“, ja gar zur „Revolution“ aufruft, zeugt eigentlich nur davon, wie weit die Kluft zwischen Realitätssinn und CSU-eigenem Anspruch an diesem Tage bereits auseinander klafft. Viele Worte sollte der selbsternannte Revolutionsführer für sein pamphletisches Ejakulat eigentlich nicht ernten – würde sein Aufruf zum gesellschaftlichen Umbruch nicht so herrlich beschissen den Geist unserer Zeit treffen.

morgen Johannes greß
Kolumne

Advent, Advent: Zwischen Hort der Geruhsamkeit und Epizentrum des Lamettawahnsinns

Weihnachtszeit, Zeit der Ruhe, Zeit der Familie. Zeit der Geruhsam- und Genügsamkeit, Zeit zum Nachdenken. Lichterketten schmücken die Fenster, ein Duftgemisch aus Punsch und Plätzchen erfüllt Wohnzimmer wie Fußgängerzonen. Eine Zeit, in welcher die Familie vorm Kachelofen bei einer Tasse Tee wieder eng zusammenrückt, in welcher das „9-to-5-Hamsterrad“ mal für ein paar Tage still und das Diensthandy stumm steht. Advent, Advent, …