"Freie Schule für alle"

Karfunkel hat ein Zuhause gefunden

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Noch bekommen die Regensburger Bürger nicht viel davon mit, doch etwas tut sich in der Bildungslandschaft. Nein nicht der Ausbau der OTH Regensburg ist gemeint und auch nicht die geplante Erweiterung des Gymnasiums in Lappersdorf. Ab 2016 wird es in Pielenhofen die Freie Grundschule Karfunkel geben. Vor kurzem gab es die Zusage für ein Schulgebäude. Regensburg Digital traf sich mit Christina, Realschullehrerin, und Michael, Grundschullehramtsstudent, vom Karfunkel-Team um über ihr Vorhaben zu sprechen.

Das Gespräch führte Ansgar B. Ulrich

Das Karfunkel-Team, vorne links:

Das Karfunkel-Team, vorne links: Michael und Christina. Foto: Philipp Schweinitz

Hallo Christina, hallo Michael. Ihr habt etwas doch sehr gewagtes vor. Eine eigene Schule zu gründen ist ja nicht gerade alltäglich. Das bedeutet viel Arbeit und Zeitaufwand bis die ersten Kinder begrüßt werden können. Bevor wir darüber reden, warum ihr eine Alternative zu den Regelschulen als notwendig erachtet und wie euer Konzept ausgestaltet ist, erklärt bitte erst mal den Namen Karfunkel und wie ihr darauf gekommen seid.

Michael: In einem Plenum haben wir Ideen gesammelt und dabei auch ein Wörterbuch durchstöbert. Dabei sind wir auf das Wort Karfunkel gestoßen, das uns gleich gefiel und einfach zu unseren Vorstellungen passt. Karfunkel ist ein altertümlicher Begriff für einen ungeschliffenen Edelstein. Man verbindet damit einen Schatz, etwas Fantasieanregendes und Kindgerechtes.

Das klingt recht verträumt. Doch euch scheint es mit der Idee einer Freien Schule wirklich ernst zu sein. Das pädagogische Konzept steht bereits und auch viele bürokratische Hürden sind überwunden. Was zeichnet euer Konzept aus und unterscheidet es von anderen Schulformen?

Michael: Im Kern stehen drei Punkte. Das ist die Anerkennung der Selbstbestimmtheit jedes einzelnen Kindes. Weiter spielen demokratische Lern- und Handlungsfelder eine wichtige Rolle und der dritte wichtige Punkt, der uns auch von einigen alternativen Schulen unterscheidet, ist der inklusive Anspruch. Die konkrete Umsetzung lässt sich in unserem pädagogischen Konzept auf unserer Homepage nachlesen.

„Niemand darf aus finanziellen Gründen an der Teilhabe an unserer Schule gehindert werden.“

Christina: Inklusion bedeutet für uns aber nicht allein die Tatsache, dass Kinder mit Behinderungen integriert werden. Wir denken Inklusion viel weiter und wollen z.B. auch sprachliche Barrieren abbauen. Besonders wichtig ist uns die sozioökonomische Barriere, denn niemand darf aus finanziellen Gründen an der Teilhabe an unserer Schule gehindert werden. Dieses Problem taucht oftmals bei Montessori Schulen auf.

Michael: Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz. Das heißt, alle drei Punkte stehen für uns nicht getrennt von einander, sondern sind organisatorisch und strukturell eng mit einander verwoben. Wir wollen im Schulalltag die Kinder zu einem selbstbestimmten und demokratischen Handeln befähigen und ihnen Möglichkeiten bieten, dies auch stets zu erleben und das vollkommen weltanschauungsfrei. Das beginnt z.B. damit, dass wir keine Klassen, wie etwa im Regelschulsystem haben. Stattdessen gibt es altersunabhängige Interessensgruppen, gemeinschaftliche und individuelle Lernmöglichkeiten. Menschen sind zu individuell in ihrem Entwicklungsfortschritt, ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten und in ihrem Wesen, als dass man diese in altersgleichen Jahrgangsklassen vernünftig fördern könnte. Wir sehen heterogene Schülerschaften als völlig normal an. Eine Schule sollte unserer Ansicht nach strukturell, organisatorisch und pädagogisch flexibel sein und auf verschiedene Bedürfnisse reagieren können. Das schaffen wir unter anderem durch ein vielfältiges Team mit verschiedenen Ausbildungen und Abschlüssen von der Heilerziehungspflege, Sonderpädagogik bis zur Logopädie, das sich an den Belangen der Kinder orientiert. Schließlich soll jedes Kind mit all seinen Potentialen und Bedürfnissen ganzheitlich angenommen werden. Es ist ganz normal verschieden zu sein und das bereichert auch die gegenseitige Entwicklung und ein pluralistisches Verständnis.

Inklusiver Anspruch und Jahrgangsmischung klingt aber auch nicht mehr neu. Das ist mittlerweile sogar beim Kultusministerium aufgegriffen worden und wird in den staatlichen Schulen umgesetzt. Warum muss es eine freie Schule geben? Wäre eure Energie vielleicht besser angelegt, bei dem Versuch am Bildungssystem etwas zu ändern?

Christina: Es gehört mittlerweile zum guten Ton Inklusion zu betreiben. Jeder schreibt es sich auf den Deckel, doch meist ist nicht viel dahinter. Dabei haben pädagogische und psychologische Untersuchungen die Sinnhaftigkeit der Jahrgangseinteilung mittlerweile widerlegt und auch das Verfahren der Ziffernnoten, das es bei uns nicht geben soll, steht nicht erst seit gestern in der Kritik. 

 Michael: Die Idee von altershomogenen Jahrgangsklassen etwa geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Die Forschung belegt längst, dass Altershomogenität nicht mit Entwicklungshomogenität einhergeht. Was konkret Inklusion betrifft: 2009 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft, welche Menschen mit sonderpädagogischen Bedürfnissen eine chancengerechte, gleichberechtigte Teilhabe auch an Bildung ermöglichen sollte. Doch zum Beispiel in Bayern hinkt man diesen Beschlüssen noch immer hinterher. Das Problem ist hier unter anderem ein Ressourcenvorbehalt. Würde einem Schulträger ein finanzieller Mehraufwand entstehen, zum Beispiel durch Umbaumaßnahmen für barrierefreien Zugang, so können Schülerinnen abgewiesen werden. Ein anderes regelschulspezifisches Beispiel ist die Einführung der neuen Schuleingangsstufe. Hier werden die ersten beiden Jahrgänge an Grundschulen zusammengefasst. Wenn jedoch wie bisher das Lehrpersonal quantitativ gleich bleibt, bzw. nicht dafür ausgebildet ist, so hat diese Maßnahme nur einen geringen Effekt und erscheint eher wie eine finanzielle Sparmaßnahme, statt einer pädagogisch motivierten.

Christina: Mein Anspruch wäre schon, dass sich das staatliche System ändert. Allerdings fehlt nach wie vor ein vernünftiges Gesamtkonzept und bisher verlaufen die Reformversuche zu langsam, zu zäh und sind noch viel zu kurz gedacht, wie der neue Lehrplan Plus.

Vor kurzem kam die Zusage für das Schulgebäude in Pielenhofen. Foto: Christina Sonnauer

Vor kurzem kam die Zusage für das Schulgebäude in Pielenhofen. Foto: Christina Sonnauer

Die Skandinavischen Länder zeichnen sich gerade durch ihr positives Schulsystem aus und rangieren bei den Pisa-Studien immer auf den vordersten Plätzen. Sind das die richtigen Vorbilder für Deutschland?

Michael: Dort arbeitet man beispielsweise mit alternativen, lernprozessbezogenen Formen der Leistungskultur, die Ziffernnoten ersetzen. Auch findet man oft zwei Lehrkräfte in einer Klasse vor, nicht nur eine einzige Lehrkraft. Schwierigkeiten liegen aber nach wie vor in ausdifferenzierten systemischen Vorgaben, die die Organisation und Struktur von Schulen letztlich starr und unflexibel machen. In Bayern etwa enthält das Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) vielfältige, detaillierte systemische, strukturelle und organisatorische Richtlinien für Regelschulen. Funktionen, Rollen und Entscheidungsbefugnisse von allen an Schulen Beteiligten werden weitgehend vorgegeben. Authentische Mitsprache und Mitgestaltung von Kindern kann schließlich am letzten Wort von Lehrern oder Direktorinnen scheitern. Das Lernpotential durch ermöglichte Selbstwirksamkeitserfahrungen wie Problem- oder Konfliktlösung wird somit eingeschränkt.

Christina: Eine Schule muss dynamische Strukturen haben, damit schnell auf aktuelle und neue Tendenzen, neue Bedürfnisse reagiert werden kann. Das sehen wir mit unserem Konzept erfüllt. Wir haben auch bereits ein Netzwerk aufgebaut, bestehend aus verschiedenen Fachkräften, z.B. aus der Logopädie und Pädagogik, die wir bedarfsabhängig hinzuziehen können. Mit unserem Konzept zeigen wir in der Gesellschaft eine Alternative und je mehr alternative Schulen entstehen, desto eher kann auch ein Systemwandel vorangetrieben werden.

„Demokratie muss auch an einer Grundschule voll umgesetzt werden.“

Ihr habt als einen Kernpunkt Demokratie, bzw. demokratische Handlungsfelder genannt. Sollen demnächst die Schüler entscheiden, ob es weiter Matheunterricht gibt oder ob die Schule nicht schon um 10.30 Uhr enden sollte?

Christina: Wir wollen in einer Demokratie leben, doch was das bedeutet muss bereits im Kindesalter vermittelt und erlernt werden. Das zieht sich durch das komplette Konzept von Karfunkel. Daher werden die Kinder von Beginn an in Entscheidungen miteingebunden, die dann basisdemokratisch in einem Konsensverfahren getroffen werden. Durch Schulversammlungen und Rechtskomitees üben sich die Kinder früh in politischem und demokratischem Verhalten. Das fördert unserer Ansicht nach auch die Selbständigkeit und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder.

Michael: Auch das Thema Inklusion lässt sich hierauf beziehen. Demokratie soll Chancengleichheit für alle garantieren und das muss eben bereits in der Grundschule voll umgesetzt werden. Bildung lässt sich auch nicht nur z.B. auf Naturwissenschaften und Fremdsprachen reduzieren. Bildung muss den Menschen in seiner Gesamtheit erfassen und ihm die Möglichkeit bieten, seine ganz individuellen Potentiale entdecken zu können.

Die Idee den Lehrplan nach den Kindern zu richten erinnert stark an das Konzept von Montessori. Ist eure Grundschule daran angelehnt? Wo liegen die Unterschiede?

Christina: Grundsätzlich wollen wir frei von sämtlichen dogmatischen Konzepten agieren, was aber nicht heißt, dass wir uns nicht davon inspirieren lassen. So werden sicherlich Methoden von Montessori auch bei uns Verwendung finden. Doch legen wir den Schwerpunkt auf politisches Leben und Lernen. Dementsprechend werden wir auch unser Kursangebot aufziehen. An Montessori stört uns zum einen der doch sehr dogmatische Charakter der Freiarbeit, aber auch das Verständnis, dass der Erwachsene wohl wisse, was und wie die Kinder am besten lernen.

Michael: Wir wollen hier einen viel individuelleren Ansatz verfolgen, indem wir das Kind noch stärker in die Planungen und Entscheidungen mit einbeziehen.

In Pielenhofen soll ein Bildungszentrum entstehen.

Seit kurzem habt ihr die Zusage für ein Schulgebäude in Pielenhofen. Das ist natürlich ein Riesenschritt. Doch ist das ein ganzes Stück außerhalb von Regensburg. Seht ihr das als Problem?

Christina: Das Gebäude ist wirklich ein Glücksfall. Zum einen ist es eben ein Schulgebäude – so etwas bekommt man nicht ständig angeboten und zum anderen ist die Gemeinde sehr aufgeschlossen. Der Bürgermeister war bereits nach den ersten Gesprächen Feuer und Flamme und ist sehr bemüht uns vor Ort zu unterstützen. Daraus ergaben sich auch schnell erste Gespräche mit dem dortigen Waldkindergarten und der weiterführenden Herder-Schule. Karfunkel soll dort ab 2016 als Kooperationsgelenk zwischen diesen beiden Einrichtungen fungieren, was uns die Entscheidung für Pielenhofen noch leichter machte. In den nächsten Jahren soll Pielenhofen zudem ein Bildungszentrum vor den Toren Regensburg werden. Bisher sind unter anderem ein Erlebnispädagogisches Zentrum, sowie eine Fachakademie für ErzieherInnen in Planung. Da wird sich also noch einiges tun und wir können Teil dieser Entwicklung sein.

Michael: Uns ist es generell wichtig, die Schule nach außen, ins gesellschaftspolitische Umfeld, zu öffnen und auch mit verschiedenen Einrichtungen in Kontakt zu treten, seien es die örtlichen Regelschulen, Reformschulen oder Kindergärten. Auch die Universität kann eine künftige Partnerin sein, wenn es zum Beispiel um Praktikumsplätze und bildungspolitischen und pädagogischen Austausch geht. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Inspiration, von der alle Beteiligten nur profitieren können. Uns ist es wichtig die eigene Arbeit konstant selbstkritisch zu reflektieren. Zudem sind wir wissenschaftlich an den Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik, unter der Leitung von Prof. Christina Schenz angebunden.

Wie soll die Erreichbarkeit der Schule gerade von Regensburg aus gewährleistet werden?

Christina: Es existieren ja bereits Busverbindungen nach Pielenhofen. Wir führen momentan auch Gespräche mit allen Beteiligten, wie diese weiter ausgebaut werden können und stehen dem sehr positiv gegenüber. Dass es kein grundsätzliches Hindernis sein muss und vor allem dass unser Konzept Hand und Fuß hat zeigt sich auch schon daran, dass wir bereits einige Voranmeldungen haben. Das ist ein wunderbares Signal für uns.

Ein solidarisches Schulgeld

Nun habt ihr den Anspruch geäußert Bildung dürfe generell nichts kosten. Freie Schulen jedoch müssen sich zu einem großen Anteil selbst finanzieren. Wie könnt ihr eurem Anspruch der Inklusion gerecht werden, wenn der Zugang bereits am Finanziellen scheitern könnte?

Christina: Es ist im Moment noch schwer zu sagen, was für Kosten anfallen werden. Das liegt auch daran, dass wir eben flexibel agieren möchten und jetzt noch nicht gesagt werden kann, welchen Bedarf wir dann 2016 abdecken müssen. Aktuell planen wir mit etwa drei bis vier Vollzeitstellen, sowie einer Inklusionsfachkraft. Einen Teil der Kosten können wir durch staatliche Fördermittel generieren. Ein weiterer Teil wird mittels Kredit, dem Trägerverein, FörderInnen, Stiftungen und Eltern gedeckt werden müssen. Dazu haben wir uns an der Freiburger Kapriole Schule orientiert und das dort seit über 20 Jahren erfolgreiche Konzept eines kompensatorisch-solidarischen Schulgeldes übernommen. Es wird somit keinen festen Beitrag geben. Vor jedem Schuljahr soll unser Jahresbudget offengelegt werden und dann in einer ersten Finanzierungsrunde können die Eltern anonym angeben, wie viel sie zahlen können. Dies geschieht in mehreren Runden, bis das Budget beisammen ist. Auch hier soll die Schule als gemeinschaftliches Projekt von allen für alle verstanden werden.

Zum Abschluss noch einmal kurz zusammengefasst: Warum sollten Eltern ihre Kinder ab 2016 bei euch unterrichten lassen?

Christina: Wir eröffnen den Kindern die Möglichkeit auf eine chancengerechten Lern- und Lebensumwelt, in der sie selbstbestimmt lernen können. Sie übernehmen bei uns früh Verantwortung für ihr eigenes Handeln und Lernen. Außerdem nehmen wir jedes Kind mit all seinen Potentialen und Bedürfnissen an und möchten deren Neugierde erhalten und weiterentwickeln.

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Kommentare (16)

  • Mr. T

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    Hört sich mal ganz gut an – so lange die Sache frei von religiösen und esoterischen Einflüssen bleibt.

  • Ludacka Richard

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    Wunderbar! Ein eigentlich utopisches Projekt wird Wirklichkeit! Ausstrahlung auf konventionelle Schulen wäre wünschenswert!

  • Tobias S.

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    Im Artikel steht, das Ganze wird weltanschauungsfrei umgesetzt.

  • Regensburger Bürger

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    Da sehe ich zappenduster, nicht nur in punkto Glaubenslehren. Allein der letzte Satz mit dem inhaltsleeren Gesülze von der

    „chancengerechten Lern- und Lebensumwelt, in der die Kinder selbstbestimmt lernen können, früh Verantwortung für ihr eigenes Handeln und Lernen übernehmen und jedes Kind mit all seinen Potentialen und Bedürfnissen angenommen wird“

    ist schlicht unerträglich. Das ist tumbes Marketing-Geschwalle, wie es in Werbeagenturen gelehrt und dem potenziellen Kunden als der Weisheit letzter Stuss verkauft wird.

  • rufffo

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    Man muss wohl das Unmögliche wollen, um das Mögliche zu erreichen. Selbst wenn die Realitäten dann oft etwas anders aussehen, ist das kein Grund, den Versuch unsere Gesellschaft zu gestalten zu unterlassen. Es sind die Nörgler und Miesepeter, die unerträglich sind.

  • Michael

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    Sehr geehrter Regensburger Bürger,

    Ausführungen zur konkreten, praktischen Etablierung und Gestaltung einer „chancengerechten Lern- und Lebensumwelt“ und wie diese pädagogisch und organisatorisch handfest umgesetzt werden kann, dass „Kinder selbstbestimmt lernen können, früh Verantwortung für ihr eigenes Handeln und Lernen [zu] übernehmen und jedes Kind mit all seinen Potentialen und Bedürfnissen angenommen wird” finden Sie im pädagogischen Konzept auf der Homepage der Initiative (siehe Abschnitte zur Organisation des Lernens, Stichwörter: Gremien, wöchentliches Plenum, Rechtskomitee, Basisdemokratie, Konsensprinzip etc.).
    Empfehlenswert ist für Sie und weitere SkeptikerInnen auch ein Blick in die Praxis von Alternativschulen mit ähnlich demokratisch-inklusiver Organisation, Struktur und Pädagogik, die seit Jahrzehnten international existieren, möglich durch Hospitationen.
    Es handelt sich also nicht um inhaltsleere Reden, abstrakten Idealismus oder auch nicht um die Bemühung um Unmögliches, sondern um Praxis, die von einem Team aus Fachleuten (bereits praktizierende LehrerInnen an allgemeinen Schulen, SonderpädagogInnen, Inklusionsfachkräfte, HeilerziehungspflegerInnen etc.) gestaltet wird. Ihre Darstellung ist etwas unsachlich und fälschlich.

  • Herodot von Phallis

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    …wenn diese Kinder dort nicht „weltanschaulich“ geprägt werden, möge man mich zukünftig Rosa Luxemburg nennen. Alleine das Interview ist linkes Heile-Welt-Geschwurbel in Reinkultur.

  • P. F.

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    Sowohl aus meiner Sicht als ehemaliger Schüler wie auch bedingt durch meine Ansichten als Wähler und Demokrat zum Bildungssystem, klingt der Ansatz dieser Schulform äußerst erstrebenswert. Wenn die Realisierung dieses Schulkonzepts der sicherlich nicht unrigorosen Beobachtung durch staatliche Seite standhalten kann und schließlich zur Schulfamilie zusammengewachsen ist, stellt sie nicht nur eine genugtuend alternative Herangehensweise zu bisherigen, teils ungelösten Gesellschaftsproblemen dar, sondern auch einen pädagogisch-didaktischen Thinktank in der lokalen Bildungslandschaft.

  • Michael

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    Aussagen wie diese können wohl nur bei einer fehlenden, konstruktiven Diskussionsbereitschaft in Verbindung mit mangelndem Fach- und Hintergrundwissen entstehen.
    Themen wie Inklusion, Jahrgangsmischung oder die Etablierung von Mitspracherechten für Kinder sind im universitären, auch lehramtsspezifischen Forschungsdiskurs längst angekommen und hoch aktuell. Ein Gang in Bibliotheken und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsbeständen lohnt sich und in diesem Bezug auch ein sachliches Überdenken Ihrer Einstellung zu einem „linke(n) Heile-Welt-Geschwurbel“, was immer Sie auch damit ausdrücken möchten.

  • Ben Mirwald

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    Mir ist „linkes Heile-Welt-Geschwurbel“ und der Anspruch von dogmenfreier Bildung tausendmal lieber als ein nach Status selektierendes, schon in der Grundschule Leistungsdruck aufbauendes Schulsystem, wo Bundeswehroffiziere Unterricht machen dürfen. Wenn wir Kinder nicht dazu erziehen, eine heile Welt zu wollen und sich für sie einzusetzen, wozu sollen wir sie denn überhaupt erziehen? Ob man dieses Ziel als Weltanschauung bezeichnen muss, kann man sich schon fragen. Aber es ist eine haarspalterische Diskussion, denn was soll die bringen, außer Nörgelei? Und außerdem: Was ist so schlimm daran, Rosa Luxemburg genannt zu werden?

  • Gondrino

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    Ich finde diese Initaiative super. Meinen Respekt für die Organisatoren, die sich hier durch den schulverwalterischen Dschungel durchgekämpft und es geschafft haben, als Schule anerkannt zu werden. Der nicht weltanschaulich gebundene Ansatz ist gerade in Bayern bitter notwendig. Ich wünsche den Lehrerinnen und Lehrern dieser Einrichtung viel Kraft und viel Erfolg.

  • rufffo

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    Wer sich auskennt, weiß, dass von Anerkennung gar keine Rede sein kann. Es geht verfahrenstechnisch zunächst einmal um die Genehmigung. Aber auch die ist immerhin schon ein beträchtlicher Erfolg (und hat mit der Anerkennung nichts oder wenig zu tun). Schade nur, dass eine andere Initiative wie die Herder-Schule, die ebenfalls ein höchst innovatives Konzept verfolgt und nicht nur in der Region sondern vermutlich in der ganzen Bundesrepublik ziemlich einmalig sein dürfte, so links liegengelassen wird. Offenbar fehlt hier die einschlägige weltanschauliche Prägung.

  • Rainer

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    Christina: Es ist im Moment noch schwer zu sagen, was für Kosten anfallen werden. Das liegt auch daran, dass wir eben flexibel agieren möchten und jetzt noch nicht gesagt werden kann, welchen Bedarf wir dann 2016 abdecken müssen.
    Galgenhumor? Ein Jahr vor Eröffnung ist der Mittelbedarf nicht bekannt!

  • Regensburger Bürger

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    Lieber Stefan Aigner,
    schade, dass sich RD bei näherer Betrachtung doch immer wieder nur als Zwilling im Geiste der Mittelmäßigen Zeitung herausstellt – genauso befangen, genauso Spez’ln-wirtschafterisch, genauso subjektiv, genauso scheuklappig, genauso wenig erpicht darauf, anders geartete Meinungen und Blickwinkel zuzulassen. Bloß eben links-besserwisserisch (oder was Du dafür hältst) statt kapitalistisch-konservativ-flach wie die Esser-Postille.

    Aber selbst bei der Mittelmäßigen werden z.B. Leserbriefe transparenter und weniger restriktiv gehandhabt als bei RD. Ich weiß das recht gut, ich hab immerhin jahrelang für diesen trüben Laden an der Kumpfmühler Brücke gearbeitet (zu Zeiten, als das Verlagshaus noch auf der anderen Seite stand und man dessen Printprodukt beinahe noch seriöse Tageszeitung nennen konnte).
    Wenn ich mir’s aussuchen kann, dann lese ich daher lieber das Käsblatt, von dem ich genau weiß, das es mich verarscht (sprich: die MZ), als das Online-Käsblatt, das immer so tut, als sei es moralisch dem anderen Käsblatt turmhoch überlegen (sprich: RD) – dessen Job es offensichtlich aber auch bloß ist, die ganz persönliche Weltsicht seines Herausgebers/Chefredakteurs/CEO Stefan Aigner zu verbreiten.

    Qualitätsjournalismus geht anders, lieber Stefan. Vor allem ohne diese peinliche Kumpelei/Kumpanei, in der RD leider Gottes längst kompetenter ist als die Esser-Postille. Der oben stehende „Artikel“ (oder sollte ich besser schreiben: „geschönte Pressemitteilung“?) ist ein hervorragendes Beispiel. Es fällt schwer, einen ähnlich schmierig-ranschmeißend-komplett kritikfreien und dazu noch inhaltlich unsinnigen Text in der MZ zu finden – Respekt! Da hast Du mit Riesenschritten aufgeholt zu Deinem großen Wettbewerber.

    In diesem Sinne mit preussischen Gruß: Tschüss & danke für den (mittlerweile oftmals stinkigen) Fisch! Das hätte was werden können mit RD, und das ist es ja, was mich wirklich schmerzt: Dass Du es letztlich versemmelt hast, lieber Stefan.
    Ein Regensburger Bürger
    (erspar mir die RD-Hyänen und veröffentliche diesen Abschiedsbrief nicht, Stefan – bitte!)

  • Regensburger Bürger

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    Kommentar gelöscht. Wenn Sie mit der Redaktion kommunizieren wollen, können Sie das gerne per E-Mail tun.

  • Christina

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    Rainer: Der Finanzierungsplan steht selbstverständlich seit einiger Zeit und wir rechnen mit einem einkommensabhängigen Mittelwert von 190 Euro.

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