OB Wolbergs im Interview

„Mich treibt dieser Brand natürlich um.“

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Seit fast 150 Tagen ist Joachim Wolbergs Regensburgs neuer Oberbürgermeister. Ein Gespräch über öffentliche Auftritte, die Koalition und den Toten in der städtischen Notwohnanlage.

IMG_1085Herr Wolbergs, wenn man sich einen Großteil der aktuellen Berichterstattung ansieht, gewinnt man den Eindruck, dass Sie seit dem Amtsantritt auf einer Welle der Sympathie schwimmen. Was machen Sie anders als Ihr Vorgänger Hans Schaidinger?

Ich weiß nicht, ob es so ist, dass ich auf einer Sympathiewelle schwimme. Vielleicht haben die Leute den Eindruck, dass alles ein bisserl freier ist. Aber wirklich greifbar ist das für mich auch nicht. Ich bin ein völlig anderer Typ als Hans Schaidinger – ohne das werten zu wollen. Ich mach einfach mein Ding, so wie ich bin. Und wenn bei den Menschen so wie ich bin gut ankommt, dann ist das gut.

„Ich mach schon mal einen Blödsinn für Geld.

Was Sie etwas anders machen als Schaidinger sind einige Auftritte in der Öffentlichkeit: Sie lassen sich in bunter WM-Montur fotografieren, sie lassen sich bei der Ice Bucket Challenge einen Eiskübel über den Kopf kippen oder sie gehen zum Dirndl-Springen. Geht es Ihnen nicht manchmal auf die Nerven, die Rolle als Regensburg-Maskottchen zu spielen?

Ja manchmal geht mir das schon auf die Nerven. Ich mach im Übrigen auch nicht alles mit. Sie können sich gar nicht vorstellen, was ich schon für Anfragen bekommen habe. Bei dieser komischen Eis-Aktion wollte ich ja am Anfang auch nicht mitmachen. Dann wurde ich immer öfter nominiert und irgendwann saßen wir hier im Rathaus beieinander und haben überlegt, ob es eine Möglichkeit gibt, aus der Nummer raus zu kommen. Dann gab es drei Bedingungen. Die erste war: Ich nominiere niemanden. Die zweite war: Es muss an dem Abend Geld auf dem Tisch liegen. Und die dritte Bedingung war, dass die Hälfte davon in der Region bleibt. Also: Ich mach schon mal einen Blödsinn für Geld. Und wenn ich mit meinem Namen Geld für soziale Projekte einsammeln kann, dann lass ich mir halt Eiswasser über den Kopf kübeln.

Apropos Geld: Unter Hans Schaidinger sind mehrere große Posten festgezurrt worden, die über die nächsten Jahre einige Millionen kosten werden – zum Beispiel das Fußballstadion. Wie viel Gestaltungsspielraum bleibt da noch?

Genug, weil es der Stadt im Augenblick gut geht. Aber natürlich müssen wir im Investitionsbereich aufpassen, nicht mit 20 Maßnahmen sofort zu beginnen. Im Augenblick ist es so, dass wir so viel investieren, dass wir im Hochbau etwa 90 Prozent vergeben und dann nur noch kontrollieren. Wenn also die städtischen Finanzen in den Keller gehen sollten, dann holen wir einfach Teile der Vergaben zurück und machen das mit unserem Personal. So vermeiden wir Risiken. Ansonsten machen wir die Maßnahmen versetzt und wenn zum Beispiel die Finanzen 2016 einbrechen, dann haben wir noch die Möglichkeit, Dinge, mit denen wir 2017 angefangen hätten, einfach nicht zu beginnen.

„Ich bin gespannt, wer aus der Deckung kommt, wenn wir den Stellenplan beraten.

In den ersten 100 Tagen ist ja Einiges an zumindest wahrnehmbaren Dingen passiert: Die Beschäftigten im Bürgerheim Kumpfmühl werden jetzt nach Tarif bezahlt, das Einstiegsgehalt am Theater wird um 250 Euro erhöht, Befristungen bei der Stadt werden zurückgefahren, die Reinigungskräfte werden künftig direkt bei der Stadt arbeiten und die Ausschreibung bei der Nibelungenkaserne wurde geändert – statt Höchstgebot wird jetzt nach Konzept ausgeschrieben. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung aber nicht nur dort, wurde jetzt die Kritik laut, dass Sie eine Koalition des Geldausgebens führen.

Ja. Da ist im Augenblick eine kleine Splittergruppe unterwegs, die den Versuch unternimmt, zu verbreiten: Der Oberbürgermeister gibt nur Geld aus. Das ist natürlich Unsinn. Ich habe in den ersten vier Monaten nicht mehr Geld ausgegeben, wie in allen vier Monaten während anderer Stadtratsperioden. Wenn wir zum Beispiel Befristungen reduzieren, kostet das ja nicht mehr Geld. Wir haben ja in der Vergangenheit nicht Leute, die befristet waren, ausgestellt, sondern wir haben ihnen immer wieder nur einen befristeten Vertrag gegeben. Das hat einfach etwas mit Sicherheit für die Beschäftigten zu tun. Und da muss gerade die Stadt beispielgebend sein. Und bei manchen Dingen ist es eben eine Frage der politischen Prioritäten, zu sagen: Das ist uns das Geld wert. Ich bin ja gespannt, wer aus der Deckung kommt, wenn wir den Stellenplan im Stadtrat beraten. Da kann jeder problemlos sagen, welche Stellen wir nicht brauchen und dagegen stimmen.

„Ich bin froh darüber, dass wir nicht in einer Einheitspartei die Koalition gestalten.

Diese bisherigen Entscheidungen waren vergleichsweise leicht umzusetzen. Wie lange hält dieser Anfangselan?

Wie lange der Elan anhält, weiß ich nicht. Das kann ich nur begrenzt beeinflussen. Aber wir haben nicht umsonst so einen umfangreichen Koalitionsvertrag. Dort ist im Kern geregelt, wie wir uns die Stadt vorstellen. Und es sind ein paar konkrete Punkte definiert, die wir uns für die nächsten sechs Jahre vorgenommen haben. Ansonsten wird viel aufgerufen werden, von dem wir jetzt noch gar nichts wissen.

Aber trotz dieses detaillierten Koalitionsvertrags gab es schon kleinere Reibereien. Das Regensburger Wochenblatt etwa hat kürzlich geschrieben, dass die Piratin Tina Lorenz zunehmend ein Problem für die Koalition werden würde, weil Sie Ihnen in punkto Videoüberwachung am Regensburger Bahnhof öffentlich widersprochen hat.

Das ist doch Pipifax. Tina Lorenz hat eine grundsätzliche Auffassung zum Thema Videoüberwachung. Das ist auch völlig in Ordnung. Ich hab eine andere. Ich meine, dass Videoüberwachung in bestimmten Räumen etwas bringen kann. Im Koalitionsvertrag haben wir uns darauf geeinigt, dass die Stadt Regensburg keine zusätzliche Videoüberwachung machen wird. Ich wollte, dass wir uns diese Option offenhalten, aber FDP und Piraten haben das raus verhandelt. Deswegen darf ich aber meine politische Meinung zu dem Thema noch sagen und das darf Tina Lorenz auch. Wenn andere Leute meinen, sie müssen daraus einen Popanz machen… Ich bin froh darüber, dass wir nicht in einer Einheitspartei die Koalition gestalten.

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„Und wenn jemand aus der Koalition mal dagegen stimmt – na und?

Eine Einheitspartei war die Koalition auch nicht bei der Neuausschreibung der Nibelungenkaserne. Da hat die FDP dagegen gestimmt. Ist das auch in Ordnung?

Ja. Die erste Ausschreibung war ein Beschluss aus der letzten Periode. Und im Koalitionsvertrag hatten wir ursprünglich vereinbart, dass alle alten Beschlüsse gültig bleiben. Nur waren wir dann der Auffassung, dass wir bei diesem Großprojekt Nibelungenkaserne doch noch umsteuern – und nicht nach Höchstgebot, sondern nach Konzept ausschreiben. Das ist jetzt beispielgebend für andere Kommunen. Dennoch ist es völlig legitim, dass die FDP nicht mitgestimmt hat. Ich denke nicht in solchen Kategorien. Wenn es in der kommenden Periode mal eine Entscheidung gibt, wo jemand aus der Koalition nicht mit dabei ist – na und? Bei den Kernentscheidungen – Budget, Haushalt, Investitionsprogramm – muss ich mich verlassen können. Aber es wird immer wieder Fragen geben, wo ich der Auffassung bin: Gebt die Abstimmung frei. Bei Referentenwahlen etwa oder bei der Umbenennung der Hans-Herrmann-Schule soll jeder abstimmen, wie er es für richtig hält.

Ein Thema, bei dem sich im Stadtrat alle einig sind, ist die Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge, die Ende 2015 in Regensburg eröffnet werden soll. Allerdings sind die Aufnahmestellen in Zirndorf und München bereits jetzt hoffnungslos überlastet. Gibt es eine Möglichkeit für die Stadt Regensburg, das alles zu beschleunigen?

Darauf haben wir nur begrenzt Einfluss – bei der Erschließung und beim Baurecht. Da geben wir auch Vollgas.

„Wir wollen, dass das Thema Flüchtlinge als Zukunftsthema wahrgenommen wird.

Am Rande der Ankündigung, dass die Zentrale Aufnahmestelle kommen soll, war auch zu hören, dass Regensburg im Gegenzug keine zusätzlichen Flüchtlinge mehr aufnehmen muss, die dauerhaft in der Stadt bleiben. Ist eine solche Vereinbarung überhaupt zu halten?

Angesicht der sich immer weiter zuspitzenden Lage wird das gar nicht zu halten sein. Wir werden in den nächsten Wochen schlagartig Zuweisungen bekommen. Das ist auch völlig in Ordnung. Wir werden uns da auf mehrere hundert zusätzliche Flüchtlinge einstellen müssen. Das ist auch unsere Verpflichtung. Und darauf müssen wir die Stadtgesellschaft vorbereiten. Da wird es von uns einen Aufruf geben. Die räumliche Unterbringung müssen wir hinkriegen. Da kommt uns auch zugute, dass wir derzeit keine arme Stadt sind. Aber es müssen auch Menschen da sein, die dorthin gehen und die Leute willkommen heißen. Die sich darum kümmern, dass anfangs alles klappt.

Meine Vorstellung wäre, dass es Leute gibt, die sagen: Mensch, zwei Mal in der Woche treffe ich mich mit denen für zwei Stunden. Das wollen wir anschieben. Wir wollen, dass das Thema Flüchtlinge als Zukunftsthema wahrgenommen wird. Nicht nach dem Motto „Das müssen wir machen, weil halt alles so schlimm ist“, sondern, das hört sich jetzt wieder so pathetisch an, als Thema der Mitmenschlichkeit. Wenn wir in der Situation wie die Menschen im Nordirak wären, dann müssten wir auch hoffen, dass es andere Länder gibt, die uns aufnehmen.

„Zur Stadtbau gibt es noch nichts Konkretes.

Ein Thema im Koalitionsvertrag ist die Stadtbau. Deren Ausrichtung soll wieder sozialer werden. Außerdem soll es Geld von der Stadt geben. Was wird da konkret passieren? Ist schon etwas in Vorbereitung?

Da gibt es noch nichts Konkretes. Ich hatte jetzt so viel mit anderen Dingen zu tun, dass ich mich mit dem Thema Stadtbau noch nicht intensiver beschäftigt habe. Der Stadtbau-Geschäftsführer weiß, dass wir in der Ausrichtung etwas anders werden wollen. Wir wollen das Unternehmen wieder davon wegholen, irgendeinen Player der Immobilienwirtschaft zu sein. Das Profil muss sozialer werden. Substantiell kann ich dazu zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht mehr sagen.

„Wenn wir davon gewusst hätten, hätten wir geholfen.

Ein anderer Punkt im Koalitionsvertrag hat traurige Aktualität erlangt: die städtischen Notwohnanlagen. Am 31. August ist in der Aussiger Straße ein 53jähriger Mann bei einem Feuer ums Leben gekommen. Anscheinend hatte er schon seit über einem Jahr keinen Strom mehr und kochte mit einem Spirituskocher. Hätte hier nicht früher reagiert werden müssen?

Ich garantiere: Wenn wir davon gewusst hätten, hätten wir geholfen. Aber wir wussten es nicht. Wir können uns von der REWAG nicht jeden Fall sagen lassen, wo der Strom abgestellt wird. Und auch in einer Notlage gibt es wenigstens noch ein bisschen Eigenverantwortung. Wenn der Mann sich einmal bei uns gemeldet hätte… Aber wir wussten es nicht. Weil es solche Situationen gibt ,haben wir ja im Koalitionsvertrag vereinbart, einen allgemeinen Sozialdienst zur Betreuung von Menschen in Krisensituationen einzurichten. Der ist dann auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der Notwohnanlagen zuständig.

Wann wird es diesen Sozialdienst geben und wann wird die Zuständigkeit für die Notwohnanlagen zum Sozialreferat kommen?

Das wird zum 1. Januar 2015 passieren. Die Stellen für den allgemeinen Sozialdienst haben wir schon im Stellenplan verankert. Das sind Leute auf Abruf. Eine Person wird dann stationär in der Notwohnanlage sein.

„Da war die Gesellschaft insgesamt zu spät.

Warum wurde die Zuständigkeit nicht schon beim Neuzuschnitt der Bürgermeister-Referate gleich nach Ihrem Amtsantritt vorgenommen?

Das hat praktische Gründe. Eine solche Veränderung in der Verwaltung erfordert mehrere Beteiligte: Sozialreferentin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, mich als Chef der Verwaltung, das Sozialamt, das Ordnungsamt und die Personalsteuerung. Erst müssen die genauen Zuständigkeiten und Personalkapazitäten vereinbart werden. Außerdem fahren wir derzeit die ganzen Notunterkünfte ab und versuchen, das alles zentral in der Aussiger Straße zu verorten. Da braucht es ein Gesamtkonzept. Aber der Endtermin steht und die Stellen werden demnächst ausgeschrieben.

Wir wollen das jetzt sozialpolitisch verorten aus der Hoffnung heraus, den Leuten einen bessere Perspektive zu geben. Ich bin mir da aber nicht in jedem Fall sicher. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass es Fälle gibt, bei denen man gegen Wände redet. Es gibt Bewohner die sagen: „Lasst uns in Ruhe. Das geht Euch einen Dreck an.“ Wir haben solche Fälle ja nicht nur in der Notwohnanlage.

Wir probieren es jetzt. Trotzdem gibt es keine Gewähr dafür, dass es keine Zwischenfälle gibt, die furchtbar sind. Das ist so, wie wir beim Kinderschutz trotz aller Vorsorge und Vorsichtsmaßnahme keine Gewähr haben, dass wir nicht irgendwann ein totes Kind finden. Mich treibt etwas wie dieser Brand natürlich um. Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Da war die Gesellschaft insgesamt zu spät. Das ist aber nicht die Schuld der Gesellschaft. Trotzdem: Es ist uns nicht gelungen, das zu verhindern.

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Kommentare (39)

  • Mathilde Vietze

    |

    Lieber Stefan, ich danke Dir für diesen hervorragenden und
    informativen Bericht. Du hast dem Ansehen von RD einen
    großen Dienst erwiesen.

  • Petra

    |

    Sehr geehrter Aigner,

    habe ihren bericht gelesen,dieser Herr Wolberg wird noch der Stadt Regensburg richtige Probleme bereiten sei es in der Stadtbau oder Stadtverwaltung oder Integration wo es geht leider und macht mit seiner arroganten art unbewusst alles kaputt schade.

    Und in der Integrationspolitik für die Ausländer und auch Flüchtlingsproblem in Regensburg ganz zu schweigen.Desweiteren die ständigen Geldausgaben für irgendwelche Projekte in der Stadt Herr Wollberg sollte sich wirklich mit den Problemen der Bürger mehr sich kümmern echt eine traurig entwicklung für unsere Stadt Regensburg.

    Mit freundlichen Grüßen

    Petra

  • hf

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    Was haben die Piraten denn eigentlich gegen Videoüberwachung? Im Stadtrat wollen sie doch auch Kameras…

  • Tina Lorenz

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    Hallo hf,

    die Piraten wollen im Stadtrat Kameras, weil es dabei um Teilhabe der BuergerInnen an demokratischen Prozessen handelt, weil wir Stadtraete ein oeffentliches Amt innehaben und weil die Oeffentlichkeit ein grundsaetzliches Recht auf Einsicht in unsere Debatten hat. Zudem werden alle Personen dort vorher schriftlich gefragt, ob sie einer Aufnahme und Uebertragung zustimmen.

    Videoueberwachung auf der anderen Seite dient keinem Informationsinteresse der BuergerInnen, sondern soll dazu dienen, StraftaeterInnen aus dem Kamerabereich zu verdraengen oder Straftaten aufzuklaeren. Dabei werden immens viele Videodaten auf Vorrat erhoben, gespeichert und verarbeitet, ohne dass dabei Straftaten oder TaeterInnen zu sehen sind. Dabei wissen wir, dass Videoueberwachung erstens nicht dazu dienlich ist, Straftaten effektiv zu verhindern oder aufzuklaeren (sie werden lediglich in unueberwachte Gebiete verdraengt), und zweitens dass sie das Verhalten von allen veraendert, die dieser Ueberwachung ausgesetzt sind.

    Sassen Sie schon mal im Bus und haben lieber nicht in der Nase gebohrt, weil Sie die Kamera grade noch rechtzeitig entdeckt haben, die Sie filmte? Haben Sie Ihre/n Partner/in lieber nicht auf der Strasse abgeknutscht, weil Sie wussten, dass der Bereich kameraueberwacht wird?

    Bei Videoueberwachung geht es um die Freiheitsrechte des Einzelnen – wir muessen den oeffentlichen Raum nutzen duerfen, ohne Angst vor Ueberwachung haben zu muessen. Beim Streaming aus dem Stadtrat geht es um die Senkung der demokratischen Teilhabeschwelle durch das Internet bei sowieso schon oeffentlichen Sitzungen und mit Menschen, die ein oeffentliches Amt innehaben und deren Beobachtung *in der Ausuebung ihres Amtes* so ein bisschen Ihre Buergerpflicht ist :)

  • Theo Meindlkurt

    |

    RD bringt es an den Tag.
    “ Im Augenblick ist es so, dass wir so viel investieren, dass wir im Hochbau etwa 90 Prozent vergeben und dann nur noch kontrollieren. Wenn also die städtischen Finanzen in den Keller gehen sollten, dann holen wir einfach Teile der Vergaben zurück und machen das mit unserem Personal…und …Dinge, mit denen wir 2017 angefangen hätten, einfach nicht zu beginnen“

    Drehen die Beamten zwischenzeitlich Däumchen?
    ‚holen wir einfach Teile der Vergaben zurück‘ stellt sich schon die Frage was sagt der Vertragspartner?

    Ein sonniges Gemüt hat der OB schon. Mit sorgfältigem Umgang bei den Steuergeldern hat das wenig zutun. Man hat eher den Eindruck Noch-Kollege Wowereit führt hier den Stift.
    Sanierungsfall RVV 17 Millionen Defizit:
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/dreht-sich-die-preisschraube-weiter/1118376/dreht-sich-die-preisschraube-weiter.html
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/die-gruene-jugend-fordert-nachtbusse/1111652/die-gruene-jugend-fordert-nachtbusse.html
    Neues Jahnstadion:
    http://www.regensburg-digital.de/fusballstadion-ubers-geld-spricht-man-nicht/21122011/

  • hf

    |

    Liebe Frau Lorenz,

    im Bus würde ich auch so nicht in der Nase bohren :-) Und geküsst habe ich noch immer und überall wo es mir gepasst hat, nein, da hat mich noch nie wirklich interessiert, was um mich herum los war. Außer in der Kirche, aber das ist was anderes…

    Was die Kameras am Bahnhof angeht: Ich würde es mir sehr wünschen, dass Kameras für die gefühlte Sicherheit sorgen, von der Sie reden. Genau wie Sie es selbst sagen: Dass Drogendealer und Beschaffungskriminelle nicht den Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln behindern können, weil Sie Angst vor Kameras haben, genau das wünsche ich mir.

    Also Gegenfrage: Haben Sie schon mal eine/n Freund/in zum Bahnhof begleiten müssen, weil er/sie allein Angst hatte?

    Da sind mir parnoide Nasenpopler reichlich wurscht. :-)

  • Student

    |

    @hf

    „im Bus würde ich auch so nicht in der Nase bohren :-) Und geküsst habe ich noch immer und überall wo es mir gepasst hat, nein, da hat mich noch nie wirklich interessiert, was um mich herum los war.“

    Schön, wenn das für Sie gilt – für andere mag das weniger zutreffen (Jogi Löw zum Beispiel…).

    „Was die Kameras am Bahnhof angeht: Ich würde es mir sehr wünschen, dass Kameras für die gefühlte Sicherheit sorgen, von der Sie reden.“

    Tun sie aber nicht. Zumindest kenne ich Leute, die sich ohne Begleitung in „zwielichtigen Gegenden“ auch trotz Kameraüberwachung nicht sicher fühlen würden.

    Ich persönlich fühle mich durch die Kameras nicht sicherer, sondern allenfalls belästigt.

  • hf

    |

    @Student: dass Jogi nicht so locker ist wie ich, naja, geschenkt! :-)

    Wird’s vielleicht Zeit dass manche einsehen dass es die Anonymität der Großstadt, den Traum so vieler Dorfkids vielleicht nie gegeben hat? Dass in der Masse alles seine negativen Auswirkungen hat, und wenn’s nur ein bisschen Lärm vor der Disse ist?

    Ansonsten nehme ich die gewählte Stadträtin beim Wort, die sagt, Straftäter “werden (…) verdraengt“. Wo man der Drogenkriminalität hilflos gegenüber steht ist doch egal, warum muss es denn der Bahnhof sein? Aus Gewohnheit?
    Weil da besonders viele Jugendliche durch müssen?

  • Dubh

    |

    hf: „Haben Sie schon mal eine/n Freund/in zum Bahnhof begleiten müssen, weil er/sie allein Angst hatte?“

    Nö, seit 5 Jahrzehnten noch niemals aus diesem Grund!

    Wieviele Tote oder wenigstens krankenhausreif geschlagene Menschen durch Dealer oder Beschaffungskriminelle gab es denn so in den letzten Jahren im Bahnhofsumfeld?
    Oder haben Sie schreckliche Angst vor Fahrraddiebstählen?

    Sie samt angstvollen FreundInnen sollten sich mal lieber mit ihrer irrealen „gefühlten“ Krimialitätsfurcht beschäftigen.
    Kriminalitätsfurcht ist nämlich ein individuelles soziales Problem, kein kriminologisches – aus ganz anderen Gründen sehr verunsicherete Leutchen halt….

    hf: „Wo man der Drogenkriminalität hilflos gegenüber steht ist doch egal, warum muss es denn der Bahnhof sein?“

    Tja, blöd jetzt:
    Lt. Polizei in der mz vom 10.3. 14 gibt es im Bahnhofsumfeld keine Drogenszene mehr – die wurde schon ohne Kameras verdrängt……………

    „Wohin ist die Drogenszene abgewandert?

    Sie findet kaum mehr im öffentlichen Raum statt. Sie hat sich zum großen Teil in Privatwohnungen zurückgezogen.“
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/drogen-bosse-im-visier-der-polizei/1030283/drogen-bosse-im-visier-der-polizei.html#1030283

    Sie sind hoffentlich Alkoholabstinenzler?
    Gewaltkriminalität steht nämlich praktisch fast immer im Zusammenhang mit Alkoholkonsum…………..Gesoffen wird aber überall meines Wissens – das macht aber nichts?

  • hf

    |

    @dubh: „Kriminalitätsfurcht ist nämlich ein individuelles soziales Problem, kein kriminologisches – aus ganz anderen Gründen sehr verunsicherete Leutchen halt….“

    Na, das sagen Sie mal jemandem, der gerne in aller Öffentlichkeit in der Nase bohren würde, dem es aber allein wegen einer Kamera peinlich wäre. :-) Zumal die fast alle ihre Konversation über die mobilen Wanzen der amerikanischen Datenkraken abwickeln, aber in so einem wichtigen öffentlichen Bereich wie dem Bahnhof plötzlich ihre Privatsphäre haben wollen. :-)

    Was den Alkohol am Bahnhof angeht: die Szenegänger sind fast immer polytox, also auf allem, was zu haben ist. Heuer gab es meines Wissens schon wieder zwei Messerstechereien zwischen Albertstrasse und Bahnhof.

    Ich hab mir außerdem schon genug Verhandlungen mit dem Jugendrichter angesehen, um zu verstehen, wie aus Schulschwänzern solche Giftler werden. Wie gemobbt und gestohlen wird. Zuletzt war ich auf nem Vortrag mit dem Chef vom Kommissariat 4, dem vertraue ich auch mehr als Ihnen.

    Natürlich haben die gemeinsamen Streifen von Bundes und Landespolizei mit dem neuen Platzverweis eine positive Wirkung, glaube darum gings in dem MZ-Artikel, hab jetzt nicht gelesen. Nur könnte man die Beamten für andere Aufgaben verwenden, vor allem Nachts, wenn die Kameras am Bahnhof wirklich den Nutzen bringen, den Frau Lorenz sieht.

  • der nu wieder..

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    @ Petra .. jaja.. früher war alles besser… m(

  • erik

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    Wolli, waren sie nicht unter Schaidinger Sozialbürgermeister und für die Obdachlosen und deren Situation in ihrer Stadt verantwortlich?

  • Andreas Schmal

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    Niemandem wird einfach so der Strom abgestellt. Dem gehen diverse Rechnungen, Mahnungen und Anrufe voraus. Wer beim Jobcenter meldet, dass ihm oder ihr eine Sperre bevorsteht bekommt einen Vorschuss und kann diesen per Ratenzahlung abstottern.
    Das Problem ist, dass manche Leute die Rechnungen stapeln, sich nicht melden, das Jobcenter das auch nicht per Telepathie mitbekommt und z.B. die Rewag auch nicht einfach so beim Bürgermeister anrufen darf (Datenschutz) und um eine Überweisung bitten kann.
    Wenn es Verantwortliche für den Vorfall gibt, dann ist das zum überwiegenden Teil der Verstorbene selbst. Schade um ein verlorenes Leben :-(

  • Resi Unger

    |

    -und z.B. die Rewag auch nicht einfach so beim Bürgermeister anrufen darf (Datenschutz)-
    Es ist schon sehr einfach, wenn was peinlich ist wird das ‚D‘-Wort ausgekramt.
    Jeder Vorstand bzw. Aufsichtsrat hat (wenn er seinen Job ernst nimmt) Kenntnis über Unregelmäßigkeiten. Gerade als ehemaliger Sozialbürgermeister, OB und Aufsichtsrat in den beiden Tochtergesellschaften, wäre ein bisschen Fingerspitzengefühl ratsam oder wurden die ‚Leitplanken‘ nicht beachtet.
    http://www.rewag.de/unternehmen/portraet/management/aufsichtsrat.html
    http://www.stadtbau-regensburg.de/stadtbau/aufsichtsrat.html

  • arango

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    @ erik und andere

    jetzt mal Klartext zu dem bedauernswerten Vorfall in der Notwohnanlage.

    Der verstorbene war nicht Obdachlos.

    Die Koalition hat „im Koalitionsvertrag vereinbart, einen allgemeinen Sozialdienst zur Betreuung von Menschen in Krisensituationen einzurichten. Der ist dann auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der Notwohnanlagen zuständig.“
    Es stellt sich die Frage, warum die CSU in der Alleinregierung oder als Koalitionspartner bis 2014 das nicht gemacht bzw. mitgetragen hat.

    Im Übrigen: Wenn der Verstorbene, der wohl Hartz IV oder Grundsicherungsleistungen bekommen hat seinem zuständigen Sachbearbeiter gesagt hätte, dass ihm der Strom abgestellt wird, wäre etwas unternommen worden. Gespräch mit der REWAG, Ratenzahlungsvereinbarung etc.

    Jeder Mensch ist zu einem Teil auch noch für sich selbst verantwortlich, sobald er dem Kleinkindalter entwachsen und nicht entmündigt ist.

    Weder die Politik, noch die Verwaltung, noch die Gesellschaft kann jeden jederzeit an der Hand führen und hinten und vorne betüddeln bloß, weil der dazu selbst zu faul ist sich um seine Dinge auch nur ansatzweise zu kümmern.

  • af

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    lieber hf,

    eine derart plumpe und rein provokative frage wie

    „Was haben die Piraten denn eigentlich gegen Videoüberwachung? Im Stadtrat wollen sie doch auch Kameras…“

    disqualifiziert sie aus meiner sicht eigentlich schon prinzipiell von jedem öffentlichen diskurs, denn wer den unterschied nicht selbständig erkennt sollte möglicherweise mal ein bisschen nachhilfe in politischer bildung wahrnehmen und sich demütig zurückhalten anstatt stolz seine eindimensionale meinung zu verbreiten so wie sie das tun.

    wenn man ihre weiteren beiträge liest erscheinen sie als eine sehr prinzipientreue aber leider wenig neugierige oder an der meinung anderer interessierte person und das tut mir für sie sehr leid. wie sie sich dann auch noch süffisant über menschen die sich von kameras bedrängt fühlen und äußern empfinde ich zudem als menschlich ganz ganz schlimm und traurig. wenn jemand durch die presse so brainwashed ist, dass er in einer stadt wie regensburg kriminalitätsfürchtig und ängstlich ist, dann ist das tendenziell eine behandlungsbedürftige psychische krankheit (paranoia, angsterkrankung) und nichts über das man sich lustig machen sollte. das sind nicht die folgen von laissez-faire politik sondern von angstmache seitens politik und (absatzorientierter) presse.

    der unterschied zwischen der regionalen überwachung öffentlicher plätze und dem globalem sammeln von daten scheint ihnen auch nicht klar zu sein.

    ich kann nur hoffen dass sie nicht in einer position arbeiten oder leben in der sie einfluss auf andere nehmen können, denn die vollkommen selbstüberzeugte art in der sie sich äußern kann ich mir vorstellen wirkt auf verunsichrte gemüter sicher beruhigend und überzeugend. ist auch schön einfach das ganze.

    frage mich ob außerhalb dieses forums im privaten überhaupt jemand mit ihnen diskutiert denn sie erscheinen mir nicht wie jemand der zuhören könnte oder für argumente offen ist. traurig.

  • Dubh

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    hf: „Heuer gab es meines Wissens schon wieder zwei Messerstechereien zwischen Albertstrasse und Bahnhof. “

    Die einzige Messerstecherei die dort stattfand war lt. mz 2010.
    Das waren aber schlichte mittelalte Trinker untereinander, keineswegs polytox, jedenfalls nicht mit Illegalem.

    Faszinierend jedenfalls, wie Sie aus EINER Tat vor 4 Jahren unzählige, permanent stattfindende machen, und das auch noch jugendlichen polytoxen schulschwänzenden „Szenegängern“ zuschreiben.

    Solche Hallus wie Ihre schafft manch Polytoxer voll mit allem Möglichen nicht!

    Nicht mal in einer Stadt, in der nach wie vor ziemlich gefährliche Drogen von der Stadt selbst über diese verteilt werden, zugänglich für alle, auch für Kinder – zur Zierde – man kennt sich offensichtlich aus hier mit Drogen!

    Was sagt denn da der Chef vom Kommissariat 4 dazu?
    Hat er auch keine Ahnung was hier überall so rumsteht – jagt aber brav nach jedem Gramm Hanf?

  • Helmut Obertrain

    |

    CSU stellt Antrag auf Abschaffung der städt. Ausbaubeitragssatzung für Straßen, Gehwege usw.
    Den Bürger interessiert nicht ob eine zusätzliche Überwachungskammera im Stadtrat oder am Hauptbahnhof sinnlos rumfilmt.
    So wird Politik für den Bürger gemacht. CSU näher am Bürger. Stadtratsitzung Do, 18.09.2014:
    http://www.regensburg.de/rathaus/stadtpolitik/regensburger-sitzungsdienst/sitzungskalender

  • hf

    |

    @af:

    Erstens hab ich selbst keine angst, mich nachts in der Stadt rum zu treiben. Ich fühle mich da ziemlich wohl. Aber ich bin nicht der einzige Mensch auf erden, wie Sie ganz treffend bemerken.

    Tatsächlich musste ich aber schon mal eine junge Frau begleiten, die Angst davor hatte alleine an der Albertstrasse auf den Bus zu warten.

    Man kann solche Ängste als „behandlunsbedürftig“ abtun, so wie es überhaupt ein schmaler grat ist, auf dem Frauen wandeln, wenn sie in ihrer Handtasche nach dem pfefferspray kramen. An der Uni gab es neulich erst die Debatte, ob zusätzliche Beleuchtung das sicherheitsempfinden in den Unterführungen erhöhen könnte, sind das auch paranoide Gedanken?

    Und: natürlich nehme ich auch gewisse bedenken ernst, videobilder vom Regensburger Bahnhof könnten vom bösen globalen System gegen die Menschheit missbraucht werden. Dazu will ich ihnen folgendes sagen: die Aufzeichnung von Daten ist etwas völlig anderes als die Speicherung. Wenn wir zum beispiel wissen, dass die bloße Anwesenheit eines aufzeichnungsgeräts Straftaten verhindern hilft, dann sollte man sich i.m.h.o. einsetzen, dass die gespeicherten Daten gelöscht werden, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben.

    Deshalb ist es umso wichtiger, auf basisdemokratischem weg die Kontrolle über die legislative zu behalten und auszuweiten, anstatt alle Politiker, insbesondere die innenpolitik, unter den generalverdacht des autoritarismus zu stellen, wie das die Piraten mit ihrem uberwachungsfimmel bei ohnehin öffentlichen Sitzungen tun, und sich damit inhaltlich von anderen protestparteien wie der afd wenig abheben.

    Freilich ist das optimistisch, bislang ist die vorratsdatenspeicherung eine Schande. Trotzdem bleibe ich dabei, wenn Kameras Verbrechen nachweislich verhindern helfen können, dann sollte man das nicht grundsätzlich ablehnen.

    Davon müssen Sie sich jetzt aber nicht beeinflussen lassen. :-)

  • videalist

    |

    Wo liegt das Problem einer _videokamera im oder vor dem Bahnhof.

    Wie sieht die Realität aus, die viele Videokritiker offenbar ausgeblendet haben?

    Ich geh zum Bäcker – und werde videoüberwacht (Schaut mal an die Decke bei einem großen Regensburger Filialbetrieb.

    Ich geh zum Kaufhof – und werde Videoüberwacht.

    Ich fahr ins Parkhaus – und – richtig werde Videoüberwacht.

    Ich steh am Geldautomaten und richtig schon vwieder werde ich gefilmt.

    Ich geh in eine Boutique – und Werde Videoüberwacht.

    Wenn ich jetzt los ziehe zum Samstagseinkauf und nach 3 oder 4 Stunden in diversen Käufhäusern, Einkaufzentren Bankfilialen Boutiquen, Bäckereifilialen usw. wieder nach Hause komme, dann könnte man mit dem Videomaterial, dass die div. Überwachungskameras von mir gemacht haben einen abenfüllenden Film gestalten.

    Leute ihr kritisiert hier den „Zahnstocher“(Videoüberwachung Hauptbahnhof) und sehr den 15 Meter Dachbalken der alltäglichen Videoüberwachung vor euren Augen nicht.

    Eure Problem möcht ich haben.

    Ach ja, ich vergaß: Ich geh zukünftig als Zuschauer in eine Stadtratssitzung und werde wegen der Piraten dort wo möglich videoüberwacht.

  • Bernd Lauert

    |

    Lieber videalist,
    sie haben:
    ( ) verstanden was das Wort Videoüberwachung bedeutet
    (x) es mit einer VideoÜBERTRAGUNG aus der Stadtratssitzung verwechselt

    Die Übertragung ist freiwillig und wurde gefordert, eine reine Überwachung ist halbfreiwillig, möchte man einkaufen und hat Hunger, bleibt einem kaum etwas anderes übrig als die Hausordnung des Geschäftes anzuerkennen. Darüber lässt sich treiten, aber der Kaufmann hat ein berechtigtes Interesse daran Ladendiebstähle zu verhindern.
    Allerdings darf man nicht in eine Gleichgültigkeit verfallen sonst haben wir 1984. Das wär nicht doppelplusgut.

    t. Romanabteilung

  • hf

    |

    @bernd lauert:

    ich wundere mich über

    ( ) nichts mehr
    (x) ihren freiwilligkeitsbegriff
    (x) ihre mangelnde konsequenz

    soweit ich weiß, ist die videoübertragung lediglich ein wahlkampfthema der piraten gewesen, wurde dann wohl in die koalitionsverhandlungen aufgenommen und letztlich von einer mehrheit (die frau lorenz alleine nicht hat) beschlossen.
    mithin ist die einführung der videoaufzeichnung keineswegs freiwillig, in dem herkömmlichen sinn, dass man sich auch nicht aufzeichnen lassen könnte, wenn man wollte, sondern eben verpflichtend für alle und das, obwohl kein stadtrat dies vor der wahl absehen konnte. (ohne jetzt der csu das wort reden zu wollen)
    vielmehr ist die „freiwilligkeit“ von der sie hier reden eine art deal, gewissermaßen der preis, den die bunte koalition über sechs jahre hinweg für eine piratische stimme im stadtrat zahlt.
    und genau da wird’s spannend, schließlich stehen im koalitionsvertrag auch eindeutig formulierte ziele wie „aufenthaltsqualität in der maxstraße fördern“, und die beginnt nunmal direkt vor der tür des hauptbahnhofs. jetzt hat frau lorenz schon selbst geschrieben, dass kameras verbrechen verdrängen können und dass weniger kriminalität in so einem wichtigen öffentlichen raum – die bahnseitige pforte zur stadt – die aufenthaltsqualität steigert, setze ich mal als common sense voraus. hübsche neue bänke machen dort sonst wenig sinn…

    also bitte ich um die nötige konsequenz, die verpflichtungen, die man ebenfalls freiwillig eingegangen ist, nicht in der öffentlichkeit zu hintertreiben, bzw. dies auch noch zu honorieren.

  • Bernd Lauert

    |

    @hf:

    nun gut, ich gebe Ihnen Recht.
    Ich sehe die öffentliche Übertragung von Stadtratssitzungen als mehr Teilhabe an der Demokratie.
    Es geht darum Politik transparent zu machen.
    Wer sich als Politiker aufstellen lässt, ist eine Person des öffentlichen Lebens und ich denke wenn man ehrliches im Schilde führt, begrüßt man solch eine Übertragung.
    Man könnte ja auch im echten Leben(tm) dort an der Tür stehen und unseren Lokalpolitikern zusehen und hören. Dies ist natürlich platzbedingt nicht möglich.
    Wenn Mitglieder anderer Parteien damit nicht einverstanden sind finde ich das schade.
    Tina Lorenz sagte das Kriminalität durch Kameras verdrängt werde…aber wohin?
    Wie bekommen wir die offene Drogenhandelsszene dort in den Griff?
    Nicht durch Kameras, nicht durch mehr Polizei sondern die Probleme an der Wurzel packen durch z.B die Einrichtung einer Fixerstube.
    Es werden am Bahnhof Drogen gedealt, getrunken etc.
    Nur fragen wir uns als Gesellschaft was hat die Menschen dorthin gebracht.
    Eine Gesellschaft die nur Platz für erfolgreiche Leistungsträger hat?
    Die nur Freundschaft und Mitmenschlichkeit für gesunde, starke und gut beleumundete Menschen bereithält?
    Es gab, gibt und wird immer sozial Schwache, (Sucht-)Kranke und Arbeitsscheue geben.
    Mit Hartz4 und weiteren Drangsalierungen wie Vollsperre schafft man keine Probleme aus der Welt, man schafft sie dadaurch erst.
    Viedoüberwachung mag eine Beweissicherung sein, eine gefühlte Sicherheit vermitteln…aber es ist ein meinem Augen, Augenwischerei. Fangen wir da an wo Probleme entstehen, geben wir Hilfe, Perspektive und viel mehr Streetworker. Soweit ich weiss gits es Ben Peter von der Caritas. Von der Stadt gibt es keine Stelle für einen Streetworker. Die Stadt hat wohl nur Interesse daran ihr Touristen-Disneyland zu vermarkten, eine Gentrifizierung voranzutreiben und da stören Mitglieder der Gesellschaft, die halt nicht so vorzeigbar sind, nur.
    Wir müssen akzeptieren das nicht jeder erfolgreich und reich sein kann. Gäbe es nur „Leistungsträger“…würden diese verhungern und vermüllen weil niemand ihre Semmeln backt, Fliesen legt und den Müll entsorgt.
    Aber unsere dekadente Gesellschaft ist ja so verbohrt und was manchen Kindern so vermittelt wird…höre ich als Handwerker manchmal als Friseurgespräche im Stadtbus mit….grauenhaft.
    Also, Viedeoüberwachung wo es sinnvoll ist, aber mir schwant das diese Technik einfach nur zur Einschücheterung der Gesellschaft benutzt wird um ein Aufbegehren zu verhindern. Wir Deutschen sind ja schön obrigkeitshörig erzogen worden und eine kleine Elite kann und will mit uns treiben was sie will.

  • Dubh

    |

    hf: „Trotzdem bleibe ich dabei, wenn Kameras Verbrechen nachweislich verhindern helfen können……….“

    DAS ja nun gerade nachweislich NICHT!
    Verdrängen ungleich verhindern, capisce?!

    Und übrigens nur geplanter Kleinkram, Gewaltverbrechen wie in der Münchener U- Bahn lassen sich nachweislich nicht einmal „verdrängen“!

    „wie das die Piraten mit ihrem uberwachungsfimmel bei ohnehin öffentlichen Sitzungen tun..“

    DAS ja nun auch nicht
    Erstens hat auch die FDP das gefordert, und zweitens dürfte es bei ohnehin öffentlichen Sitzungen nicht um Überwachung gehen (das könnte einem eine gewisse Logik, so man eine hätte, sagen), sondern darum dass auch Leute mitkriegen was im Stadtrat passiert die nicht hingehen können – auch dass mehr Leute dafür Interesse entwickeln, könnte man hoffen – so ganz basisdemokratisch mehr KONKRETES Politikinteresse…………

    Aber Wortbedeutungen sind Ihnen ja offensichtlich nicht so geläufig.

    Dann ging es um die Videoüberwachung IM Bahnhof – wozu die Bahn nein sagt, weil in punkto Kriminalität im Regensburger Bahnhof nichts Bemerkenswertes geboten ist.

    Aber was für ein Glück, dass sie doch noch ne 2. Meserstecherei aufgetrieben haben, halt wieder keine von den „Szenegängern“, die das ihren Behauptungen nach andauernd tun und bevorzugt im Bahnhofsumfeld – wo sie ja nun ohnehin vor 10 Tagen schon lange nicht mehr waren.

    Ihre ausufernd dargebotenen Meinungen zu Dingen um die es gar nicht geht, oder so nicht geht, sind immerhin bemerkenswert.

    Vielleicht sollten Sie gelegentlich versuchen zu lesen und zu verstehen worum es genau geht?

    Kriminologische Studien zu Videoüberwachung im öffentlichen Raum beispielsweise, die im Netz zu finden wären, so einen Fakten interesieren würden……..

    Jede einzelne Stimme braucht die Koaltion übrigens auch nicht – nicht mal das haben Sie gecheckt – aber ausufernd lustige, leider unzutreffende Theorien bauen sie drauf auf.

    Haben sie auch Theorien dazu , was sich auf der Straße abspielt die sie überqueren wollen, statt zu gucken?
    Das könnte dumm ausgehen…………..

  • hf

    |

    @dubh: wolln sie noch ein paar Beispiele?

    Aber gut, Straftaten verhindern kann eine Kamera wirklich nicht, das ist klar. Mit verhindern helfen meine ich, dass der kameraüberwachte Bereich tendenziell sicherer ist als ein nicht überwachter Bereich. Vor allem wegen der Möglichkeit, Täter schneller zu finden. Auch eine graduelle Verbesserung ist eine Verbesserung.
    Dass die mögliche Verdrängung in andere Bereiche wieder neue Fragen aufwirft, ist dabei auch klar.

    Ihre persönlichen Anfeindungen braucht allerdings niemand.

    Was das allgemeine Politikinteresse angeht: ich fürchte, da machen wir uns was vor. Immerhin werden auch wirklich wichtige Debatten des Bundestags übertragen und ich kann nicht sehen, dass das in der Bevölkerung sowas wie eine Trendwende gebracht hätte.

    Für Regensburg ist wohl folgendes zu erwarten: Manche Politiker werden die Chance zur Selbstdarstellung nutzen, andere werden sich vielleicht mit Kraftausdrücken mehr zurückhalten, ganz sicher aber werden einige Politiker, bestimmt nicht die dümmsten, sich überlegen, ob sie sich überhaupt zu Wort melden, weil ja alles aufgezeichnet wird und im Zweifel gegen sie verwendet werden kann. (Der Effekt mit dem Nasenbohren, den Frau Lorenz erwähnt hatte.)

    Jetzt ist aber gerade der Stadtrat der Ort für das unverstellte Wort. Ein Ort wo nicht Selbstdarsteller brillieren sollen, sondern wo vor allem leise Töne gehört werden müssen.

    Politik ist im übrigen lange vorher Transparent, nämlich bei den Parteien selbst. Ausnahmslos jeder Stadtrat ist persönlich ansprechbar! Die Parteien würden sich freuen, wenn die Bürger mit diskutieren würden, deshalb gibt es Infostände, Sprechstunden und Bürgermpfänge. Das Argument „ich hab keine Zeit zu den Sitzungen zu gehen“ ist so fadenscheinig wie halbgar. Wer sich informieren und einbringen will hat tausend Möglichkeiten, die alle besser sind als passiv auf einem Bildschirm zu gaffen und sich im zweifel wieder nur ärgern zu können.

    Die Aussage, (Kommunal)Politik sei intransparent, kann jemand, der sich wirklich damit befasst, letzlich gar nicht treffen. Wer dagegen von vorn herein kein Interesse hatte, dem werden auch die streams aus dem Rathaus wenig erklären können.

    @herrn lauert: ich bin mir da natürlich nicht ganz sicher, aber ich denke, dass es weniger die oberen zehntausend sind, die den Rest beherrschen, sondern dass die große Mehrheit selbst es ist, die sich vor der Verantwortung drückt, selbst als Teil einer Partei, einer Gewerkschaft oder einer Glaubensgemeinschaft Stellung zu beziehen. Viel zu verlockend ist es, einfach den Kopf darüber zu schütteln, was „die“ da wieder verbocken. Aber letztendlich verbockt man es immer selbst, wenn man nicht alles dafür unternommen hat, dass es die richtigen Leute aus dem eigenen ortsverein über Delegiertenversammlung und Arbeitsgemeinschaft bis zur bundesweiten Programmdebatte schaffen.
    Wie schwer das ist, sieht man ja gerade bei den Piraten, wo Konsens und Kompromiss erst noch gelernt werden müssen…
    Ich pflichte ihnen bei, dass die Gesellschaft ernste Probleme hat. Aber mit der kamera im Sitzungssaal werden wir die Politik ebenso wenig in die richtige Richtung wenden wie man Kinder über ein babyfon erziehen kann.

  • Lutz Wenig

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie beim Thema.

  • Mathilde Vietze

    |

    Lieber Stefan Aigner, ich danke Dir ganz herzlich dafür,
    daß Du die Kommentare von „arango“ und Andreas Schmal
    abgedruckt hast.
    Diese sind nicht nur sachlich, sondern auch realistisch und
    so würde ich mir auch die Kommentare zu anderen Themen
    wünschen.

  • Al Capone

    |

    komisch, dass hier ->
    ( http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Dultbilanz-Zahl-der-Koerperverletzungen-hat-zugenommen;art1172,263989 )

    keiner von einem „Angstraum“ spricht . Achja , ich vergaß ; da rollt ja auch der Rubel.. dann is es auch schon ok , wenn es innerhalb 16 Tage 10 Fälle von Körperverletzung, 20 Diebstahldelikte, etc… gibt..

    In diesem Sinne –

    NEIN zu Videoüberwachung im Festzelt
    JA zum Verbot der Killerdroge Alkohol !

    Viva la Prohibición !

  • Student

    |

    @arango
    @Andreas Schmal

    Sie implizieren, dass der Verstorbene maßgeblich „selbst Schuld“ gewesen sei, möglicherweise gar aus „Faulheit“ (was ich ziemlich unpassend finde).

    Ich gehe davon aus, dass in solchen Notunterkünften in der Regel weniger Menschen leben, die „mit beiden Beinen im Leben“ stehen bzw. ihr Leben schon seit jeher fest im Griff haben.
    Ich gehe viel mehr davon aus, dass es sich zu einem guten Teil um Menschen handelt, die mit ihrem eigenen Leben überfordert sind, einschließlich des (auch für Normalbürger schon nicht immer ganz einfachen) Umgangs mit Behörden oder öffentlichen Einrichtungen. Mit Faulheit hat das nichts zu tun und mit „eigener Verantwortung“ auch nur insoweit, als der Betreffende in der Lage war, Sorge für seine eigenen Angelegenheiten zu tragen. Mir scheinen Zweifel daran, dass dem so war, doch nicht unbegründet.

    Ist bekannt, ob der Mann unter rechtlicher Betreuung stand? Wenn nicht – was nahezuliegen scheint – dann wäre das offenbar erforderlich gewesen, denn relativ offensichtlich war er nicht dazu in der Lage, sein Leben selbst zu organisieren. Für solche Menschen sieht unsere Gesellschaft eine rechtliche Betreuung vor.

    Nicht jeder Mensch ist so in der Lage, sich um seine Angelegenheiten zu kümmern, wie Sie und ich das sind. Das kann man bedauern; es demjenigen zum Vorwurf zu machen, finde ich ziemlich verwerflich und arrogant.
    Ich halte es für unangebracht, das als Faulheit zu bezeichnen oder – gerade bei so einem tragischen Ereignis – die Verantwortung allein auf den Betroffenen schieben zu wollen.

  • Dubh

    |

    Vietze: „…die Kommentare von “arango” und Andreas Schmal abgedruckt hast. Diese sind nicht nur sachlich, sondern auch realistisch…“

    Man kann es auch schlicht widerwärtig nennen, über einen Toten, den keiner hier kannte, über den niemand der KommentatorInnen das geringste weiß, Dreck auszuschütten – selber schuld, gar zu faul zu allem…………
    Es geht ja nichts über abschließende Urteile über Menschen, die man nicht entfernt kannte!

    „Nachbarin Brigitte G. aus dem Haus gegenüber kannte den Verunglückten sehr gut, sie plauderte oft mit ihm. Doch zunächst muss sie etwas ganz anderes loswerden. All die Jahre habe sich niemand um die Aussiger Straße gekümmert, …… Auch nicht, als es zwei Drogenopfer gegeben habe. “

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/brandopfer-unterschaetzte-die-gefahr/1115714/brandopfer-unterschaetzte-die-gefahr.html#1115714

    Die Nachbarin kannte den Toten immerhin, und die wohnt seit 14 (!) Jahren da!
    Aber freilich auch nur so eine „minderwertige Asoziale“………
    Dafür hat man sie ja diese „Asozialen“, damit sie den kleinen Spießern als Abschreckung dienen, die müssen selber schuld sein, sonst könnte ja jeder kleine Spießer in die gleiche Situation kommen………………..

    „Josef Prantl vom Ordnungsamt ……….Man gehe immer wieder auf die Bewohner der Notunterkünfte zu, stelle Kontakt zu Wohnbaugesellschaften her. Brigitte G., die seit 14 Jahren in der Anlage lebt, hat andere Erfahrungen gemacht. „Wer gibt dir schon eine Wohnung, wenn du aus der Aussiger Straße kommst?“, fragt sich die 53-Jährige. “ (mz a.a.O.)

    Die Stadtbau, deren Auftrag das zuerst wäre , ja offensichtlich nicht!

  • Andreas Schmal

    |

    Lieber anonymer Student,
    lieber Dubh,

    ich habe keinesfalls von Faulheit geschrieben, noch „Dreck über den Toten ausgeschüttet“.

    Diese Grundannahmen/Fehlinterpretationen/Hinzuerfindungen ihrerseits zu meinem Kommentar führt leider dazu, dass ich den Rest Ihres Kommentars nicht weiter würdigen mag.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu Andreas Schmal: Ich teile voll Ihre Meinung; es gibt
    halt Leute, die nicht das lesen, was im Kommentar steht,
    sondern daß, was sie lesen w o l l e n .

  • Student

    |

    @Andreas Schmal

    Wenn Sie sich Kritik nicht stellen und nicht das lesen wollen, was geschrieben ist, sondern sich das Geschriebene lieber so hindrehen, wie sie das möchten, ist das ihre Sache. Ich finde das feige.

    Natürlich haben Sie nicht von Faulheit geschrieben – so wie ich nicht davon geschrieben habe, dass sie das getan hätten.

    Ich habe lediglich Ihren Kommentar und den von @arango (welcher von Faulheit gesprochen hatte) kritisiert. Da Ihre Stoßrichtung die gleiche ist („der Verstorbene sei maßgeblich selbst Schuld“), wie die von @arango, habe ich mir gestattet, meine Kritik am Kommentar von @arango und dem Ihren zusammenzupacken. Das sollte intellektuell eigentlich niemanden überfordern. Wenn Sie das – wohlwissend, dass dem so ist – als Vorwand dafür nehmen wollen, sich nicht inhaltlich auseinanderzusetzen: ihre Sache. Spricht jedenfalls eine eigene Sprache.

  • Student

    |

    P.S.: Ich mokiere mich schließlich auch nicht darüber, Sie würden mir die Behauptung, Sie würden “Dreck über den Toten ausschütten” unterstellen.

    Wenn ich Ihrer Logik folgen würde, müsste ich das. Aber ich kann durchaus differenzieren, dass das an @Dubh gerichtet war. Also bitte zurück zu den Inhalten, wenn Sie den Mut dazu haben.

  • Dubh

    |

    Schmal: „ich habe keinesfalls von Faulheit geschrieben, noch “Dreck über den Toten ausgeschüttet”.

    Wo hätte ich direkt Ihnen die Behauptung der Faulheit zugeschrieben?
    Belegen Sie das doch bitte sehr, sonst ist’s ja nur das alberne Getue, alle anderen für blöde verkaufen zu wollen, was allerdings die einzig noch mögliche Verhaltensweise in der Politik zu sein scheint.

    Sie waren der mit „selber schuld“ und gar „ein verlorenes Leben“!

    Letzteres insbesondere läuft bei mir unter Häme!

    Aber es passt natürlich zum neolib Menschenbild gleich ein ganzes Leben nach den letzten Jahren abzutun.
    Hat er die letzten Jahre der Wirschaft nichts mehr gebracht, hätte es ihn gleich gar nicht geben müssen…………

    Ihnen jedenfalls steht es nicht zu Urteile, gar abschließende, über Menschen zu fällen, die Sie nicht kannten , und über die Sie außer was in der Zeitung stand nichts wissen.

    Sie wie arrango gehen davon aus, der hätte dem Jobcenter doch nur zu sagen brauchen…………..

    Hatte er mit dem Jobcenter überhaupt noch was zu tun – wie kommen Sie darauf?
    Annahmen, Unterstellungen…

    Hauptaufgabe des Jobcenters ist doch die Sanktionierung auch psychisch Kranker bis gegen Null Geld für Monate, auf diese Art Hilfe kann man irgendwann auch ganz verzichten – so einem ein wenig Restwürde lieber ist, als andauernde Demütigungen.

    Schmal: „Wenn es Verantwortliche für den Vorfall gibt, dann ist das zum überwiegenden Teil der Verstorbene selbst. “

    Aber klar doch, wer sich nicht voll dem System unterwirft, oder das nicht mehr kann, verreckt halt……………….

    Ob sein Leben verloren war zu beurteilen, stünde niemand zu außer ihm selber.

    Ob und woran er selber schuld war, darüber zu befinden steht Ihnen auch nicht zu, v.a. wenn es ohnehin nur darum geht „Wolli“ zu Hilfe zu eilen.

    „de mortuis nil nisi bene…“, nö, nä!

    Schlechtes erfinden wir auch glatt zum Nutzen „höherer Werte“.
    ……..und da sind wir gerade bei Toten keineswegs zimperlich – denn DIE, das steht fest, können sich nicht mehr wehren und nichts mehr richtigstellen…………….

  • Erste Kehrtwende im Umgang mit Obdachlosigkeit » Regensburg Digital

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