SOZIALES SCHAUFENSTER

„Ihr Bürgermeister ab 01. Mai 2008” – Patrick Grossmanns Flugblatt kurz vor der Stichwahl sorgt für Stunk in den Sinzinger Vereinen. Wahlwerbung von Neu-Bürgermeister Patrick Grossmann sorgt für Streitereien Das zurückliegende Osterfest war für Patrick Grossmann ein ganz besonderes. Der 31jährige war eine Woche zuvor in einer denkbar knappen Stichwahl zum Bürgermeister von Sinzing gewählt worden. Einer der jüngsten in Bayern. In der Osternacht selbst ließ Grossmann sich dann – das hatte er seinen Wählerinnen und Wählern versprochen – feierlich taufen. Denn böses Gerede soll es bei so manchem Damenkränzchen gegeben haben wegen des Nicht-Getauftseins des Betriebswirts. Der kandidierte schließlich für die CSU. Da ist es sicher nicht schlecht, wenn man in der Schule eine Eins im Religionsunterricht gehabt hat – Grossmann hatte dies mehrfach öffentlich betont. Eine Eins in Religion und Mitglied bei vielen Vereinen Die gleichfalls öffentliche Ankündigung der Taufe dürfte aber den wesentlich stärkeren Ausschlag für den einen oder anderen Wähler gegeben haben, spätestens bei der Stichwahl sein Kreuzchen bei Grossmann zu machen. Nicht beim SPD-Konkurrenten Peter Brünsteiner. Und jede Stimme zählte am 16. März: Zwischen den beiden lagen am Ende gerade mal 96 Stimmen. Sein Scherflein zu diesem knappen Wahlsieg dürfte auch ein „Unterstützer-Flugblatt” beigetragen haben, dass Grossmann zwei Tage vor der Stichwahl an alle Haushalte verteilen ließ und das den Eindruck erweckt, als stünden nahezu alle Sinzinger Vereine geschlossen hinter dem CSU-Kandidaten. Jetzt gibt es deshalb Ärger. CSU-Kandidat warb bei der Stichwahl mit Namen von 20 Vereinen – jetzt gibt es erste Austritte Mehrere „bekannte Persönlichkeiten, die Patrick Grossmann unterstützen” sind auf dem Wahlkampf-Flugblatt aufgeführt, dass der CSU-Kandidat zwei Tage vor der Stichwahl verteilen ließ. Die Vereine, bei denen diese „Persönlichkeiten” eine Funktion bekleiden, sind mit abgedruckt.
Zwei Tage vor der Stichwahl wurde dieses Flugblatt an alle Sinzinger Haushalte verteilt. Dann gab es ein denkbar knappes Ergebnis. Jetzt sieht sich der frisch gewählte Bürgermeister Patrick Grossmann dem Vorwurf ausgesetzt, Vereine für den Wahlkampf vereinnahmt zu haben.Zwei Tage vor der Stichwahl wurde dieses Flugblatt an alle Sinzinger Haushalte verteilt. Dann gab es ein denkbar knappes Ergebnis. Jetzt sieht sich der frisch gewählte Bürgermeister Patrick Grossmann dem Vorwurf ausgesetzt, Vereine für den Wahlkampf vereinnahmt zu haben.
Weil diese Vereine – per Satzung – parteipolitisch neutral sind und weil deren Meinung bei Wahlen in der überschaubaren Gemeinde durchaus von Bedeutung ist, gibt es bei denen nun Streit. Zum Beispiel beim FC Viehhausen. Das weiß auch Patrick Grossmann, der deshalb einen Brief geschrieben hat. %%%„Wie ich erfahren habe, hat Ihre Unterschrift auf unserer Unterstützerliste, in Verbindung mit der Funktionsangabe (…) ziemlichen Wirbel verursacht”, schreibt der frisch gewählte Bürgermeister am 19. März an Karl-Heinz Bistrosch. Der, Bistrosch, ist Beisitzer beim FC Viehhausen. Prompt ist der Verein unter Bistroschs Namen abgedruckt. Offenbar ohne Wissen von Bistrosch. Das wusste auch Grossmann. Der schreibt nämlich weiter: „Ihre Unterstützerunterschrift war die Unterschrift einer Privatperson. Sie haben mir gegenüber in keiner Weise Ihre Funktion ins Spiel gebracht. Die Verantwortung für den Andruck der Funktion übernehme ich (…).” Ob dies für alle der rund 20 erwähnten Vereine gilt – den Frauenbund Eilsbrunn zum Beispiel, den Obst- und Gartenbauvereinen, den Pfadfindern, dem AK Energie und Rohstoffe oder dem Förderverein für europäische Kontakte? Es gibt bereits einige Mitglieder, die aus Protest ihren Austritt erklärt haben. Der Vorwurf an Grossmann, die Vereine für sich zu vereinnahmen, ist nicht ganz neu. Doch während die zahlreichen Verteinsmitgliedschaften, die er im Zuge seiner Kandidatur flugs erklärte, noch für Witzeleien unter den Sinzingern sorgten, herrscht nach dem Flugblatt Verärgerung. Teils wegen anderer parteipolitischer Präferenzen, teil wegen der erwähnten parteipolitischen Neutralität. Die ist mit ein Grundsatz, um als Verein den Status der Gemeinnützigkeit und steuerliche Vorteile zu erhalten. In nächster Zeit stehen bei mehreren Sinzinger Vereinen Versammlungen an. Dass es bei dem einen oder anderen wegen der – vielfach unfreiwilligen – Wahlhilfe kräftig scheppern wird, ist zu erwarten. Ob sich danach „die Gemüter wieder beruhigen”, wie Grossmann in seinem Schreiben hofft? Er brauche, so steht es einleitend auf seinem Wahlkampf-Flugblatt, „vor allem auch das Vertrauen von all denen, die das Leben in Sinzing mit ihrem Engagement in Vereinen oder im sozialen Leben ganz wesentlich mitgestalten”. Bei einigen dieser Menschen hat Grossmann dieses Vertrauen auf eine harte Probe gestellt. Dass es mit dem Vertrauen in einen seiner finanzkräftigsten Unterstützer nicht weit her ist, hat sich bereits bei der Wahl gezeigt. Karl Heinz Heitzer ist Architekt, CSU-Ortsvorsitzender und in Sinzing eine mindestens ebenso „bekannte Persönlichkeit”, wie jene, die ihre Unterschrift auf Grossmanns Wahlwerbung geleistet haben. Heitzer hat es trotz Listenplatz zwei nicht in den Gemeinderat geschafft.

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Gelungen: Das „Mozart-Requiem” feiert am Karfreitag eine erfolgreiche Wiederaufnahme. Es war schon ein besonderes Gefühl am Karfreitag ins Theater zu gehen. Die Konkurrenz schlief nicht, man hätte meinen können unsere, an diesem Abend zu Recht ruhige Stadt teilte sich gegen 19 Uhr in zwei Teile. Die einen entschieden sich für die – dem Anlass des […]

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Wolbergs will Bürgermeister werden

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Nach Brückenbrand – RVV feilt am Konzept

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Reaktionen unserer Leser

Stadträte – nicht einwickeln lassen Die ersten Äußerungen von Hans Schaidinger nach seinem Sieg bei der Stichwahl beschäftigen den Sprachwissenschaftler Professor Herbert E. Brekle. Schaidingers „Regierungserklärung” am Abend der Stichwahl lautete: „Viele, die jetzt eingebunden werden wollen, werden eingebunden.” Ohne über eine Mehrheit im Stadtrat zu verfügen, zeigt diese Festlegung (oder ist es eine Drohung?) […]

Der Schnauzer bleibt!

Hans Schaidinger bleibt OB, die CSU streitet weiter und schuld daran sind nur die anderen. Was haben Hans Schaidinger und Bischof Gerhard Ludwig Müller gemeinsam? Sie haben nichts falsch gemacht, glauben sie. Schuld an allem Unheil sind die Medien und böse, böse Kampagnen gegen ihre Person, behaupten sie. Und sich ändern oder gar Fehler eingestehen […]