SOZIALES SCHAUFENSTER

Entdecke Veranstaltungen in Regensburg Alle Kultur Oekologie Soziales Kino

Nicht jede Süßigkeit in einem Adventskalender ist bei allen gleich beliebt. In einem Jahr kann es sein, dass alle Freunde und Bekannten sich für Negerküsse begeistern, im anderen ist plötzlich derjenige mit den Negerküssen ein Außenseiter, ein Spinner gar, mit dem man doch nie etwas zu tun haben wollte. Heute: Dr. Gero K. (CSB).

„Früher hießen Negerküsse einfach Negerküsse. Dann hießen Negerküsse Mohrenköpfe. Als man diesen Ausdruck für inkorrekt befand, wurden daraus Super-Dickmanns. Sind die dick, Mann? Echt dick, Mann? Das kann Euch Eure Traatschi leider nicht sagen, ich habe nämlich noch nie einen echten Bimbo gesehen.“ Traatschi von Klatschow

JU, CSU, CSB: Dr. Gero K.. Foto: Staudinger

Was waren das doch für unbeschwerte Zeiten.

Als Junge Union und CSU noch gemeinsam schallend über solche Witze lachen konnten.

Als gemeinsam zu “Theresa Orlowski und Bomben auf England” (so einen SZ-Schlagzeile) bei reichlich Alkohol gefeiert wurde.

Als die kritischen Berichte der “Regensburger Woche” über solche Partys und andere Begebenheiten in einigem Bestreben von Thomas Fürst, Christian Schlegl, Armin Gugau und Peter Welnhofer verboten werden sollten (Am Ende erfolglos.).

Als der damalige JU-Vorsitzende Thomas Fürst mit der Zeitschrift „Juventus“ ein „Bollwerk gegen den linken Zeitgeist“ etablierte, die auch der Kritik der Mittelbayerischen Zeitung stand hielt.

Und als in der dort erscheinenden Kolumne “Die Goldene Spalte” eine gewisse Traatschi von Klatschow allmonatlich JU- und CSU-Mitgliedern mit anrührenden Späßen a la Negerkuss den Tag versüßte.

Über 15 Jahre ist das her.

Das gemeinsame Gelächter ist schon lange verstummt. Die Regensburger CSU ist gespalten. Der einst eng in die Parteiführung eingebundene Thomas Fürst wurde als “rechtslastiger” Karrierist gebrandmarkt und aus der CSU getrieben.

Und Traatschi von Klatschow, vom selben Schicksal wie Fürst ereilt, sitzt heute als einziger Stadtrat der CSB im Regensburger Rathaus. Sie heißt Dr. Gero K..

Manch alten dreckigen Witz aus Jugendzeiten zerrten Parteifreunde und Medien im Wahlkampf 2008 an die Oberfläche. Als Verbindungsstudent und Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft, mit Seitenscheitel und Schulzeit in Südafrika galt K. vielen Medien bald als Sinnbild der bösen rechten Buben in der ansonsten nicht eben linken Regensburger CSU. Für ein Delikt, das andere in dieser Partei wie ein Ehrenmal tragen, wurde K. ebenfalls bös durch die Gazetten geschleift.

Gerade in letzter Zeit macht aber vor allem K.s Abwesenheit im Stadtrat Schlagzeilen. Seine Tätigkeit als Rechtsanwalt im Finanzbereich zieht in einfach zu oft in die weite Welt. Viel Raum also, um weiter über Vergangenes zu plaudern.

Großes hatte sich K. im Wahlkampf 2008 vorgenommen. Unter seiner Ägide wurde die CSB aus dem Boden gestampft: ein Zusammenschluss unzufriedener CSUler teils mit, teils ohne Parteibuch, von Schaidinger-Feinden und Schaidinger-Opfern, von jenen, die man als “rechtslastig” aus der CSU verbannt hatte und die auf Rache an den heuchlerischen früheren Parteifreunden sannen.

Die alleinregierende CSU bezichtigte die CSB im Wahlkampf recht unverhohlen der Korruption (links ein CSB-Wahlplakat von 2008). Eine “Antikorruptionsseite” für Hinweisgeber zu schmutzigen Geschäften, die im Regensburger Filz vonstatten gehen (könnten), wurde eingerichtet. Und schließlich schaffte es die CSB zwei Mann hoch in den Stadtrat. Einer von ihnen, Stephan Junghans, wechselte kurz darauf zu den Freien Wählern. Seitdem muss Gero K. sein CSB-Stadtrats-Dasein allein fristen.

Aufgedeckt hat er bislang nichts. Keine vermeintlichen Leichen aus dem Keller von Hans Schaidinger konnten gehoben werden. Und er selbst gibt sich politisch eher bedeckt.

Ab und an sieht man Gero K. beim Hundespaziergang durch Regensburg laufen. Auch bei Veranstaltungen des CSU-Kreisverbands ist er immer wieder ein gern gesehener Gast. Manchmal kommt auch noch Thomas Fürst dazu, um dem Kreisvorsitzenden Armin Gugau und MdL Franz Rieger die Hand zu schütteln. Alte Freunde. Die CSU-Mehrheit abseits der Stadtratsfraktion. Immer noch ohne OB-Kandidat.

Im Hintergrund ziehe er in der Regensburger CSU aber doch noch die einen oder anderen Strippen, heißt es über K.. Doch wenn man ihn fragt, ob er noch Bock hat, sich im nächsten Wahlkampf in irgendeiner Form zu exponieren, weicht er aus. Vielleicht. Irgendwie schon. Weiß nicht.

Sie sind eben vorbei die Zeiten, in denen Traatschi von Klatschow noch alle in der CSU zum Lachen brachte.

In eigener Sache: Redaktions-Urlaub

Liebe Leserinnen und Leser, Sie haben es vielleicht schon geahnt: Die Redaktion geht bis Anfang Januar in ihren wohlverdienten Jahresurlaub. Bis zum 24. Dezember werden noch sämtliche Türchen in unserem Adventskalender geöffnet, damit Sie ihre Stadträtinnen und Stadträte auch komplett kennenlernen. Ansonsten werden wir uns allenfalls sporadisch zu Wort melden. Wir bedanken uns bei allen […]

Advent, Advent...

Stadtrats-Adventskalender 10: Enttäuschte Erwartungen

Advent – das ist die Zeit der Erwartung. Auf die Ankunft des Herrn, wie es gemeinhin heißt. Mancher Herr oder manche Dame im Stadtrat hätte sich sicher auch von seiner politischen Zukunft vieles erwartet. Die Stadt und nebenbei sich selbst voranzubringen zum Beispiel. Vielleicht hätte man sich aber auch vom einen oder anderem Stadtrat etwas, vor allem etwas mehr erwartet. Heute im Adventskalender: Petra Betz (CSU) und Dr. Jürgen Pätz (FDP).

Advent, Advent

Stadtrats-Adventskalender, Folge 9

Das Adventskalenderwesen hat in den letzten Jahren einen echten Aufschwung erfahren. Nicht mehr nur Schokolade oder Bildchen verbergen sich hinter den 24 Türen; das ist für die heutige Zeit ja viel zu berechenbar. Tee, Sinnlosigkeiten wie Krawattennadeln oder Serviettenringe, Comicfiguren oder Schlüsselanhänger verbergen sich vor allem in zahlreichen selbstgemachten Adventskalendern und sollen die Beglückten in Verzückung versetzen. Verzückung versprechen wir beim Stadtrats-Adventskalender von Regensburg Digital nicht; auch die Überraschung hält sich angesichts eines übersichtlichen Pools an 51 möglichen Personen in Grenzen. Doch der genaue Zeitpunkt des Auftretens bleibt Redaktionsgeheimnis. Heute im Portfolio: Josef Zimmermann, CSU, und Margot Neuner, SPD.

Advent, Advent

Stadtrats-Adventskalender, Folge 7

Der Begriff “Advent” bezeichnet nicht nur die Vorweihnachtszeit. Auch ein US-amerikanischer Private-Equity-Fond trägt diesen Namen. Aktuell plant Advent die Übernahme des Kosmetik-Riesen Douglas. Unternehmen wie dieses gelten ja zumindest in kapitalismuskritischen Kreisen gerne als “Heuschrecken”. Als biblische Plage wird der Stadtrats-Adventskalender hoffentlich nicht wahrgenommen. Aber Kosmetik gibt’s auch nicht wirklich. Deshalb gibt es heute in der Rubrik “Stadträte ungeschminkt”: Thomas Burger und Eberhard Dünninger.

FilmRISS: Kritik zu „Oh Boy“

Nur eine Tasse Kaffee

Im Großstadt-Film „Oh Boy” wandelt ein grandioser Tom Schilling durch die schwarz-weiß-grauen Straßen Berlins. Ein sympathischer Streifen, in dem es dankenswerterweise einmal nicht um Leben und Tod geht, sondern lediglich um eine Tasse Kaffee.

Advent, Advent...

Stadtrats-Adventskalender, Folge 6

Nicht über jede Süßigkeit im Adventskalender freut man sich gleichermaßen. Die eine mag ein schneller Haps sein, kaum der Rede wert und schnell verdaut. Die andere ist aus vielen Zutaten gemacht, geschmacklich fein oder zumindest ungewöhnlich, doch schwer im Magen liegend. Heute: Elisabeth Christoph (SPD) und Herbert Schlegl (CSU).

Advent, Advent...

Stadtrats-Adventskalender, Folge 5

4.100.000 Google-Treffer werden angezeigt, wenn man die Begriffe “Adventskalender Gewinnspiel” eingibt. Die meisten Teilnehmer gehen leer aus, dafür haben die Anbieter die Namen und andere persönliche Daten eingeheimst. Hier läuft es etwas anders: Die Namen der Teilnehmer sind schon vorher bekannt, und zu gewinnen gibt es nichts – außer der Ehre, hinter einem Türchen vom […]

Vorschlag offenbart Differenzen in der Koalition

Bezahlbarer Wohnraum: Verwaltung fordert höhere Auflagen für Bauherren

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, will die Verwaltung die Auflagen für Investoren verschärfen. Die Debatte im Stadtrat offenbart: Gerade jene, die vorgeben, in punkto Wohnraumförderung alles und das auch noch besser zu wissen, scheinen sich mit dem Thema nicht wirklich beschäftigt zu haben.

Advent, Advent...

Stadtrats-Adventskalender, Folge 4

Dieses Jahr haben ja alle Angst vor mit Öl verunreinigten Adventskalendern. Angeblich kommt er aus der Farbe, mit der die Pappe bedruckt ist. So ein Glück, dass Regensburg Digital völlig papierfrei auskommt! So muss sich auch niemand vor verunreinigten Leckerlis fürchten und kann unseren Stadtrats-Adventskalender völlig unbeschwert und bedenkenlos genießen. Hinter dem heutigen Türchen warten Dr. Wolfgang Mache und Peter Welnhofer.

Advent, Advent...

Stadtrats-Adventskalender, Folge 1

Beate Uhse hat einen, Autobild, die Bundesliga und Takko auch: einen Adventskalender. Da darf Regensburg Digital nicht fehlen! Bis Weihnachten öffnen wir jeden Tag ein Türchen und präsentieren bis zum großen Finale am 24. Dezember in heiter-ironischem, Ton, aber immer liebevoll und hoffentlich angemessen festlich zwei bis drei Stadtratsmitglieder. Die erste (etwas verspätete) Folge: Günther […]

Toni Deboni: Krimis für die Westentasche

Seit 2009 hat Regensburg einen neuen, heimlichen Krimi-Helden: Toni Deboni – ein obercooler Motorradfahrer, der Sprüche klopft und den Frauen nachstellt, ein Bier trinkender und fluchender Grobian mit Sinn für soziale Gerechtigkeit. Zunächst als Hauptkommissar in Zürich, löst Toni Deboni schon bald seine Fälle als privater Ermittler in Regensburg. Fünf spannende Bände sind inzwischen erschienen, […]

Umfrage zum Semesterticket beendet

Studenten stimmen für teureres Solidarmodell

Die Studenten haben abgestimmt: Das Semesterticket soll erhalten bleiben, am liebsten ist über 70 Prozent ein Solidarticket für 72 Euro. Das Opt-in-Modell, das als Kompromiss aus Verhandlungen zwischen Studenten, Stadt, Landkreis und RVV hervorgegangen ist, lehnen sie mehrheitlich ab. Ob die Variante eines Solidartickets zu diesem Preis machbar ist, ist noch unklar. Für das Studentenwerk würde das möglicherweise ein unkalkulierbares Risiko bedeuten.

Nebeneffekte des Geldwäschegesetzes

Vom Immobilienmakler zum „IM Makler“

Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, muss damit rechnen, dass sein Name beim Bundeskriminalamt landen könnte: als Geldwäscher oder Terrorverdächtiger. In Bayern haben Immobilienmakler kürzlich Post vom Innenministerium bekommen. Das im vergangenen Jahr verschärfte Geldwäschegesetz verpflichtet sie unter Androhung hoher Geldstrafen zum Anlegen von Dossiers und Verdachtsmeldungen an das BKA. Der unklar definierte Spitzelauftrag gilt für viele Branchen.

Stadtrat beschließt Haushalt 2013

Der Versuch, das Unmögliche zu schaffen

Das Investitionsprogramm gilt als finanzierbar, aber nicht als umsetzbar. Schlegl und Hartl loben die CSU-SPD-Koalition, der Rest haut mal mehr, mal weniger fest drauf, und der Oberbürgermeister hat sich von diesem parteipolitischen Hick-Hack schon längst verabschiedet. Die Bilanz einer Haushaltsdebatte.

drin