Ehefrau: "Ich bin das Opfer."

Rassistische Attacke? Hells Angel und Frau wehren sich gegen „Kampagne“

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Sie sollen einen jordanischen Medizinstudenten rassistisch beleidigt, bedroht und verprügelt haben – jetzt meldet sich das so beschuldigte Ehepaar zu Wort. „Er hat mir zwei Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, sagt die Frau. Beide bestreiten die Vorwürfe vehement, schildern das vermeintliche Opfer als äußerst aggressiv und hoffen auf neutrale Zeugen.

Von Stefan Aigner

polizei„Hells Angels, Morddrohung, Rassist – das passt wunderbar ins Klischee“, sagt Sandra S. (alle Namen geändert). „Jetzt werde ich als Opfer zur Täterin gemacht. Mein Mann und ich werden mit Vorwürfen überzogen, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben.“ Sandra S. ist die Frau des Hells Angels, der am 20. September gemeinsam mit ihr einen Jordanier aus rassistischen Gründen beschimpft, verprügelt und massiv bedroht haben soll.  So zumindest die Schilderung des 29jährigen Nezar R., der sich kürzlich an die Öffentlichkeit und den Verein Keine Bedienung für Nazis gewandt hatte. Vor wenigen Tagen haben das auch zwei Frauen, die R. an jenem Abend begleitet haben, öffentlich bestätigt. Das beschuldigte Ehepaar indes schildert die Auseinandersetzung mit dem Medizinstudenten völlig anders. Demnach ging die Gewalt von dem Studenten aus.

„Was da gerade läuft ist eine Kampagne.“

Zwei Mal habe Nezar R. ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sagt uns die 37jährige Sandra S.. Im Untersuchungsbericht des Krankenhauses werden ihr eine Schädelprellung, ein Schleudertrauma und eine aufgeplatzte Lippe attestiert. Ihr Mann Bernd brach sich den Daumen – als er eine Attacke des Jordaniers mit einem Sessel abwehrte, wie er sagt. An seiner rechten Hand trägt der 60jährige einen Gipsverband als wir uns zum Gespräch treffen. Rassismus habe bei der ganzen Auseinandersetzung keinerlei Rolle gespielt, betonen beide immer wieder. „Was da gerade läuft ist eine Kampagne“, so Bernd S.. Er befürchte, dass dadurch manche Zeugen ihr Aussageverhalten ändern könnten.

Ähnlich äußert sich auch sein Rechtsanwalt: „Wenn man jemand öffentlich fertig machen will, dann mit einem Missbrauchs- oder einem Nazi-Vorwurf.“ Er gehe davon aus, dass Nezar R., der kurz vor seinem Examen steht, Angst habe, seine Approbation als Arzt nicht zu bekommen und deshalb panisch reagiere. „Schließlich könnte ihm eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung drohen.“ Bereits am 23. September, drei Tage nach dem Vorfall im Café ALEX, hat das Ehepaar den Rechtsanwalt aufgesucht und ihm die Ereignisse jenes Abends geschildert. Das handschriftliche Protokoll des Termins liegt uns vor. Im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigen Sandra und Bernd S. diese Aufzeichnungen.

„Er ist einfach aufgestanden und hat ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen.“

„Wir saßen schon eine Weile an unserem Tisch“, erzählt Sandra S.. Wenig später habe sich Nezar R. mit drei anderen Personen, zwei Frauen und einem Mann, an einen Nachbartisch gesetzt. „Er hat extrem herum gezappelt und mit der Bank gewackelt. Wir haben ihm gesagt, er soll damit aufhören.“ Doch der Student sei sofort aufbrausend geworden und habe einfach weiter gemacht. Bernd S.:. „So ziemlich das erste, was er zu mir gesagt hat, war: ‚Wenn Du nicht so alt wärst wie mein Vater, dann würde ich jetzt mein Bier nehmen und es Dir über den Kopf schütten.‘ Dabei hat er sein Glas genommen und so getan, als ob er das gleich machen würde.“ Die verbale Auseinandersetzung habe sich hochgeschaukelt. „Er hat immer wieder gesagt, dass er mich fertig macht und ich hab mehrfach erwidert: ‚Du nicht.’“, so Bernd S.. „Irgendwann hat meine Frau gesagt, er solle doch weniger Drogen nehmen, dann könnte er auch ruhiger sitzen. Da ist er einfach aufgestanden und hat ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen.“

Daraufhin seien alle von den Tischen aufgesprungen. Es gingen mehrere Gläser zu Bruch. Bernd S. und Nezar R. standen sich irgendwann gegenüber. „Bist Du noch ganz sauber, meine Frau zu schlagen, hab ich geschrien. Da hat er mir einen Fußtritt gegeben, so einen Front-Kick in den Bauch.“ Kurz darauf sei ein zweiter Tritt in den Bau gefolgt. Da habe Sandra S. den 29jährigen von der Seite angesprungen und mit einem Glas auf den Kopf geschlagen. Dabei erlitt Nezar R. eine stark blutende Platzwunde. Er habe sich dann zu ihr umgedreht und ihr einen weiteren, heftigeren Faustschlag ins Gesicht versetzt, sagt Sandra S..

Polstersessel, Stuhl und Gläser als Waffen?

Kellner seien gekommen, um zu schlichten, so Bernd S.. „Aber er nahm einen der Polstersessel und wollte ihn mir draufhauen. Ich habe dagegengehalten und mir dabei den Daumen gebrochen.“ Nezar R. sei dann nach hinten in ein paar Stühle und Tische rein gestolpert. „Da hat er sich wahrscheinlich den Knöchel gebrochen. Das hat man aber anschließend nicht gemerkt. Der wurde nicht ruhiger und hatte anscheinend keine Schmerzen.“ Da seien sicher Drogen im Spiel gewesen, mutmaßt Bernd S.. Nezar R. habe sich einen Bierkrug gegriffen und sei damit auf ihn zugegangen. „Den hat ihm der Kellner aus der Hand gerissen und weggestellt. Da hat er eines der Windlichter genommen mir gegen das Auge geschlagen oder geworfen. Im selben Moment hab ich ihm eine volle Rechte gegeben.“

Nezar R. sei zu Boden gegangen. Darauf habe der Kellner Bernd S. nach draußen geschickt. Nezar R. sei gleich wieder auf den Beinen gewesen und habe noch versucht, mit einem Glas zu werfen, anschließend habe er sich einen Stuhl gegriffen, aber ein Kellner habe jedes Mal Schlimmeres verhindert. „Der war außer Rand und Band. Deshalb hat sich anschließend wahrscheinlich keiner getraut, ihm zu helfen. Die hatten einfach Schiss.“ Er selbst sei nach draußen gegangen, sagt Bernd S..

„Ich hab mit irgendwelchen Nazi-Dumpfbacken nichts am Hut.“

Wenig später kamen auch alle anderen Beteiligten, um auf Polizei und Krankenwagen zu warten. „Da hat er uns immer wieder gedroht“, erzählt Sandra S.. „Wenn er sein Examen nicht machen müsste, dann würde er uns fertig machen. ‚Dann würde ich Euch töten, hat er auch gesagt.“ Da sei ihm irgendwann auch der Kragen geplatzt, so Bernd S.. „Mein Hemd hing eh schon herunter. Da hab ich ihm mein Brust-Tattoo (das der Hells Angels, Anm. D. Red.) gezeigt und gefragt, ob er weiß, mit wem er sich grade anlegt. Er soll mal langsam machen.“

Beide, Bernd und Sandra S., bestreiten vehement, irgendwelche rassistischen Parolen gerufen oder gar den Hitlergruß gezeigt zu haben, wie Nezar R. behauptet. Dieser Vorwurf sei im Grunde noch schlimmer als die ganze übrige Auseinandersetzung. „Ich geh doch nicht wie ein dummer Schulbub da raus und mache den Hitlergruß“, so Bernd S.. „Ich hab mit irgendwelchen Nazi-Dumpfbacken nichts am Hut.“ Sandra S. sagt: „Rassismus ist ein heikles Thema, bei dem man sensibel reagieren muss. Aber wenn es jemand als Schutzbehauptung gegen einen verwendet, dann ist es genau so schlimm wie Rassismus selbst.“

Ehepaar hofft auf neutrale Zeugen

Beide hoffen nun auf die neutralen Zeugen. „Wenn sich alle gemeldet haben, die was gesehen haben und wenn die Polizei deren Personalien hat“, dann werde „die Wahrheit ans Licht kommen“, glaubt Bernd S.. „Im Lokal saßen jede Menge Leute. Mich haben noch zwei Frauen darauf angesprochen, wie schlimm das ist, dass jemand eine Frau schlägt. Da wird er nicht drum herum kommen. Draußen bin ich die ganze Zeit vor der Glasscheibe gestanden und es kamen immer wieder Leute zum Rauchen.“

Außerdem müsse es bei der Polizei dokumentiert sein, dass Nezar R. sich massiv gegen einen Drogentest gewehrt habe. „Ich wollte, dass die einen machen, weil es nicht sein kann, dass jemand grundlos so aggressiv wird und total ausflippt“, erzählt Sandra S.. Aber ein Beamter, der Nezar R. auf einen solchen Test angesprochen habe, habe ihnen mitgeteilt, dass der Medizinstudent sich geweigert habe.

Nezar R. hat das gegenüber unserer Redaktion bestritten und darauf verwiesen, dass man die Blutprobe aus dem Krankenhaus untersuchen könne, in dem er am Bein operiert wurde. „Ich bin ja mal gespannt, ob es diese Blutprobe jetzt noch gibt“, sagt Sandra S..

„…dann hätte ich wahrscheinlich gesagt: Lassen wir es gut sein.“

Bernd S.: „Irgendwie verstehe ich die Begleiterinnen von dem, die jetzt aus falsch verstandener Loyalität zu ihm stehen. Die sehen, wie sich der sein Leben kaputt macht und vielleicht nicht Arzt werden kann. Aber was die jetzt gerade durchziehen, ist der verkehrte Weg. Wenn er das Gespräch gesucht hätte, dann hätte ich wahrscheinlich gesagt: Lassen wir es gut sein, die Geschichte ist erledigt.“

Dass die Geschichte sich erledigen wird und – wie bisweilen bei gegenseitiger Körperverletzung – eingestellt wird, glaubt der Rechtsanwalt von Bernd S.. indes nicht. Zum einen handle es sich dabei um ein Offizialdelikt, so dass ganz ohne Strafanzeige ermittelt werden muss. Zum Anderen sei die Sache mittlerweile öffentlich so hochgekocht, dass er auf jeden Fall davon ausgehe, dass die Staatsanwaltschaft das weiterverfolgen werde.

Die Polizei ermittelt seit der Auseinandersetzung sowohl gegen den Studenten wie auch das Ehepaar wegen der gegenseitigen Körperverletzungsvorwürfe. Von einem rechtsradikalen oder rassistischem Hintergrund waren die Ermittler bis zu den öffentlich erhobenen Vorwürfen nicht ausgegangen. Seitdem ist der Staatsschutz eingeschaltet.

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Kommentare (33)

  • Mathilde Vietze

    |

    Ausländer sind weder besser noch schlechter als die
    Deutschen. Und – egal, wie dieser bedauerliche Fall
    nun ausgeht, es dürfen nicht wieder all jene aus ihren
    Löchern kriechen, die ja schon immer gewußt haben,
    daß „die Ausländer alle kriminell“ sind.

  • aha

    |

    Das hört sich jetzt aber schon ganz anders an! Der Jordanien ist evtl. doch kein so armes Lämmchen wie er und die Initiative ihn hinstellen!

  • Andreas

    |

    Heikle Angelegenheit. Wenn Nezar R. wirklich Drogen genommen hat, ist seine Zukunft ruiniert. Zeugenaussagen sind allerdings erfahrungsgemäß die schlechtesten Beweismittel.

  • Florianf

    |

    Da sieht man Mal wieder gut wie die sprichwörtliche Nazikeule auf jeden niedergeht der sich nur zu wehr setzt ,

    @mathilde
    Niemand stellt es so hin das alle kriminel sind , und du möchtest natürlich das alle sagen ja ein armer einzelfall usw.
    aber das der mann und seine frau gleich als deutsche als nazis beschimpft werden und gleich mehr oder weniger politisch verfolgt um eigenen land werden das findest du sicher schon ok .

  • Wohl wahr

    |

    „Ausländer sind weder besser noch schlechter als die
    Deutschen.“

    Richtig! – nur haben sie im Zweifel das Totschlagargument „Nazi/Rassist“, und manche benutzen es auch gerne.

    „es dürfen nicht wieder all jene aus ihren
    Löchern kriechen, die ja schon immer gewußt haben,
    daß “die Ausländer alle kriminell” sind.“

    Leider sind nun schon alle aus ihren Löchern gekrochen, die die Schuld grundsätzlich erst mal beim Deutschen suchen, der Ausländer kann ja gar nicht angefangen haben, der ist ja immer Opfer per s/w-Weltbild-Definition.

    Was bleibt: wäre es kein Jordanier gewesen, sondern ein anderer Deutscher, wäre das hier und anderswo keine müde Zeile wert gewesen – eine (leider heutzutage) „normale Kneipenschlägerei“, die von der Polizei ja auch so behandelt wurde.

  • HaHaHa

    |

    Es handelt sich hier um ein Ninja-Meister der mit dem Hells Angel gekämpft hat :) so lächerlich und unglaubwürdig berichten die beiden darüber :)

  • Wohl wahr

    |

    Du warst wohl noch nie bei sowas dabei? Mir ist das auch schon mal passiert, dass jemand über den Tisch geflogen ist und anschließend mit zerschnittenen Unterarmen in den Scherben lag.

    Das wollte ich so nicht, nur den wegschubsen, der grundlos auf mich losgegangen war.

    Schon erstaunlich, was alleine Adrenalin bewirkt, wenn da noch andere Substanzen im Spiel waren, klingt das geschilderte für mich nicht außergewöhnlich.

  • Ludwig Simek

    |

    Ich zitiere, mit Einwilligung von Nezar R., aus dem Entlassungsbrief des St. Josef Krankenhauses:
    „Zur Aufnahme kommt ein wacher, bewusstseinsklarer Patiet, der zu Person, Ort und Zeit voll orientiert ist. Ein foetor alkoholikus ist nicht vorhanden.“
    Ein foetor alkoholikus ist eine Alkoholfahne. Weiter:
    „Die Pupillen sind isokor und reagieren prompt auf Licht und Konvergenz.“
    Ein Drogentest wurde nicht durchgeführt, weil dazu keinerlei Anlass gegeben war. Nezar R. hat von seinem Bier an diesem Abend einmal getrunken.

  • Monika

    |

    Der Medizinstudent widerspricht sich aber sehr oft. Jetzt plötzlich bei vollem Bewusstsein eingeliefert und im Artikel halb Bewustlos und benommen. Von ihm ging keine Gewalt aus aber einer Frau 2 mal die Faust ins Gesicht schlagen , da möchte ich nicht wissen wie bei ihm Gewalt ausschaut…

  • yo

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    Ich hätte nie gedacht, dass Neonazis auf diesem Blog ein Forum geboten wird um sich als Opfer zu stilisieren. Schade. Korrekter Journalismus sieht anders aus.

  • Ben

    |

    @ yo – doch ganz genau so sieht guter Jornalismus aus – wieso sollten diese zwei Menschen die beschuldigt werden rasistische Nazischläger zu sein, kein recht haben ihre Sicht der Dinge, in einem unklarem Fall wie diesem, darzustellen ?
    Wieso unklar ?
    : keine öffentlich bekannten Aussagen von unbefangenen Zeugen nur eine Geschichte vom “Opfer” die in meinen Augen stinkt.
    und ja auch die Aussage der “Täter” enstpricht wohl nicht so ganz der Wahrheit, enthält aber einen für mich sehr interresannten Aspekt – in welchem anderen als dem geschilderten Zusammenhang hätte das “Opfer” seine anstehende Prüfung erwähnen sollen ?

  • Immanuel K. Anti

    |

    Am schönsten ist das Detail mit dem gebrochenen Daumen.
    Ein 60-Jähriger Rocker soll nicht wissen, wie man einen Angriff von einem Laien abwehrt?
    Er kann seine Faust nicht korrekt ballen? Macht eine Weiberfaust, so dass der Daumen bricht?

    Ja, Weiberfaust nennen sie das.

    Superglaubwürdige Geschichte. Vermutlich bei vielen Gelegenheiten erprobt und immer wieder verfeinert.

    Da merkt man dann die 60 Jahre Lebenserfahrung.

  • top

    |

    glückwunsch, herr aigner,
    sie haben es geschafft, mit diesem artikel die bildzeitungskommentator_innen auf ihre seite zu holen!
    ich muss sagen, ich bin wirklich enttäuscht, und ich würde da “yo” zustimmen:
    professioneller journalismus geht mit dem thema etwas sensibler um anstatt ein paar rassist_innen (vor allem unkommentiert) eine plattform zu bieten.
    also sorry leute, is ja wohl offensichtlich, dass die einfach nur völligen bullshit reden!
    und ein satz wie dieser hier ist ja wohl mehr als entlarvend:
    „Rassismus ist ein heikles Thema, bei dem man sensibel reagieren muss. Aber wenn es jemand als Schutzbehauptung gegen einen verwendet, dann ist es genau so schlimm wie Rassismus selbst.“
    da will ich echt kotzen!

  • semmeldieb

    |

    …er sagt doch, er hätte sich den daumen bei der sesselabwehr gebrochen – und nicht beim faustmachen?

    ?

    egal, am schönsten sind die mutmaßungen und urteile aller, die nicht dabei waren.

    warten wir doch den prozess ab!

  • Ben

    |

    @ Tob – sensibeler umgang mit diesem Thema wäre wohl gewesen, vor irgendeiner Veröffentlichung, beide Seiten zu hören – aber da die eine Aussage gedruckt wurde gehört zu gutem Jornalismus eben auch die Gegenseite
    ausser natürlich man geht davon aus das ein 60 Jähriger, deutscher Hell´s Angel prinzipiell der Agressor ist und ein 29 Jähriger jordanischer Medizinstudent in Begleitung eines anderen jungen Mannes sich auf keinen Fall wie ein voll Arsch verhält

  • Ben

    |

    * alle Seiten – also auch unabhängige Zeugen

  • Ben

    |

    @HaHaHa – ja wäre fair – denn die extrem Linke hat ja schon alles was zur Meinungsfindung nötig ist
    – deutscher Rocker prügelt ausländischen Medizinstudenten –

    btw – ich will hiermit auf keinen Fall diverse andere Komentare verteidigen

  • Immanuel K. Anti

    |

    @Semmeldieb

    Da haben Sie recht.

    Gerada das ist es, was ich jedem normalen Menschen abnehmen würde, aber nie im Leben einem Hells Angel. Der hat genug Schlägereien hinter sich, um zu wissen, was man tun muss, damit der Daumen heile bleibt.

    Nutzen Sie einfach die Google-Bildersuche. Suchen Sie erst nach “Faust Kampfsport”, dann nur nach “Faust”, wo Sie auch die verkehrte Variante sehen.
    Ich erfinde so etwas ja nicht, ich hab den Begriff “Weiberfaust” von einem Rocker gehört, als er sich über sehr unbeholfene Gegenwehr lustig gemacht hat. Eine Kampfsportlerin hat mir das dann näher erklärt.

    Ich glaube im Leben nicht, dass man es schafft, einem 60-jährigen Hells Angel auch nur ansatzweise schräg zu kommen, geschweige denn, einen Sessel zum Angriff höher als über das Knie zu heben. Der klärt die Situation mit einem kurzen kontrollierten Schlag. Mehr nicht.

    Ich glaub auch im Leben nicht, das jemand, der die Frau eines Hells Angel mit der Faust ins Gesicht schlägt, von dem Hells Angel erstmal zur Rede gestellt wird und dann noch Gelegenheit zu zwei Tritten und einer Attacke mit einem Sessel erhält, bevor ein Angriff mit Glas/Windlicht dem armen Kerl klarmacht, dass hier Reden nicht mehr hilft.
    “Im selben Moment hab ich ihm eine volle Rechte gegeben.”

    Das hat aber lange gedauert! Ist er im Chapter “Happy Buddhist Non-Violent Peaceniks”? War er nicht eigentlich in dem Lokal, um Spenden für krebskranke Kinder zu sammeln? Kam er vielleicht sogar von dem Anti-Gewalt-Training für verpeilte Jugendliche, dessen ehrenamtlicher Leiter er ist? Vermutlich bekommen wir im Prozess noch derartiges zu hören.

    Leider ist es in Wirklichkeit aber gar nicht so komisch. Es erinnert schwer an die 80er Jahre, da waren die Rocker vor Gericht auch immer nette Jungs, die nie angefangen haben, sich nur selbst verteidigt haben, wenn sie denn überhaupt zugeschlagen haben, weil ja meist die Verletzungen des Opfers von einem unglücklichen Sturz kamen. Der meist die unglückliche Folge einer freundschaftlichen Umarmung war.

    Widersprüchliche Aussagen, im Zweifel für den Angeklagten und SCHWUPPS ist die Sache erledigt, obendrein haben alle wieder mehr Respekt.

    Mein Vorschlag: So wie es in den 80ern geklappt hat, nämlich dass man die Gangs befriedet hat, indem man in jedem Stadteil ein Jugendzentrum gebaut hat, gebt diesen Leuten Seniorenzentren. Halt mit Schlagring-Schnitzen statt Töpferkursen.

  • Wohl wahr

    |

    @ “Immanuel k. Anti”:

    Zu viel billige Krimis bei Zättdääff gesehen..?

  • Martin Hert

    |

    Korrekter Journalismus muss immer auch die Gegenseite zu Wort kommen lassen. Und selbstverständlich unkommentiert! Man kann Herrn Aigner vorwerfen, dass er etwas vorschnell die Story zuerst nur aus der Schilderung des jordanischen Studenten berichtet hat. Ein Hell’s Angels-Mitglied ist zwar nicht gerade ein Muster an Besonnenheit, aber rechtsradikale, ausländerfeindliche Tendenzen kann man dieser (kriminellen) Vereinigung nicht per se unterstellen. Was sollte der Mann für ein Interesse gehabt haben, durch eine Schlägerei aufzufallen. Der Tathergang ist derzeit keineswegs aufgeklärt, insofern ehrt es Herrn Aigner dies nachträglich berichtet zu haben.

  • Immanuel K. Anti

    |

    @wohl wahr
    Nö, das ZDF ist grottenschlecht. Unterhaltsam fand ich dafür die “Sons of Anarchy”, vor Allem das Frauenbild halte ich für realistisch. Mit Waffenhandel kenn ich mich dagegen nicht aus.

    Dafür lebe ich schon Jahrzehnte in Regensburg und hatte mehrfach Berührungen mit kuttentragenden kleinkriminellen Schlägerbanden, die wacker versucht haben, an ihre großen Vorbilder ranzukommen. Verletzte Freunde, ein Behindertenausweis kam dabei raus, nächtliche Morddrohungen vor der Haustür, vor Gericht dann das, was sich hier gerade abzeichnet, mit Ergebnis Freispruch wg. umfallenden Zeugen und gut dargebotener Aussage, die von zufällig anwesenden Kumpels untermauert wurde.

    Natürlich ist das, was Minotaurus, Eri Dez Fighters, Wild Angels etc boten, ein schlechtes Provinztheater gegen die kriegerischen Leistungen von Hells Angels und Bandidos. Die können immerhin mit Granatwerfern, Handgranaten, Schrotflinten und Macheten umgehen.

    Das ist nun wirklich keine Fiktion, sondern ich spreche von aktenkundigen Vorgängen, die vor Gericht verhandelt wurden.

    Exemplarisch hier die Geschichte eines Hooligans, der einmal einen Polizisten in den Rollstuhl getreten hat, später aber eine Kutte angezogen hat. Mit dieser Vita konnte er seine Zeit als Prospect sicher verkürzen und angenehm verleben. Ein berühmter Mann, der jetzt sein Leben herzkranken Kindern widmet. Oder so ähnlich.

    http://www.anstageslicht.de/themen/themenkategorien/geschichtenansicht/berichtansicht/kat/alt-nazis-neo-nazis-rocker/story/recherchen-im-rockermilieu/kapitel/die-spannenden-berichte/report/447.html

    Bevor jetzt wieder jemand mit “Einzelfall” daherkommt: Links neben dem Artikel sind noch dutzende weitere Links zu ähnlichen Geschichten.

  • Regensburger Bürger

    |

    Fast alle Kommentatoren hier wissen genau, was passiert ist, ohne selbst dabei gewesen zu sein (“Der Hells Angel ist der böse Bube, ist doch klar!” – “Quatsch, der lügt doch: Der Jordanier ist der Böse!”).

    Und der Journalist & Autor des Artikels wird mehrfach angegriffen, weil er eben diesen Kapitalfehler nicht begeht.

    Am besten, wir schaffen Spurensicherung, Gerichtsverhandlungen und Zeugenbefragungen ab und führen Faustrecht und Lynchjustiz wieder ein. Und jeder RD-Kommentator darf einen Stein auf den vermeintlichen Täter seiner Wahl werfen. Wäre doch super, oder?

    Da geht’s ja im Islamischen Staat noch objektiver und fairer zu als in diesem geifernden Forum…

  • Dubh

    |

    Ben: “– deutscher Rocker prügelt ausländischen Medizinstudenten –”

    Watt hältste davon:

    Abgetackelter, seniler Hells Angel muss sich samt Ehefrau von stangenspargeligem dahergelaufenen Studenterl – der aus unerfindlichen Gründen zum Berserker mutiert war – windelweich prügeln lassen. Keine Gegenwehr war mehr möglich……………….

    Über die Story kann man freilich herzlich lachen beim nächsten Meeting der grundsätzlich sanftmütigen und selbstverständlich generell absolut glaubwürdigen Höllenengelchen – SOFERN sie teutsch sind………….

    Über die andere, dass ein alter erfahrener HA, besoffen sachlich grundlos eine Kneipenschlägerei mit Unbekannt anfängt, die nichts mit rivalisierenden Banden bzw. den Geschäftsfeldern der HA zu tun hat, lacht der Club wohl deutlich weniger – zumal derzeit in Deutschland!

    Etliche Charter wurden in Deutschland gerade die letzten Jahre wegen krimineller Aktivitäten verboten, ein bundesweites Verbot wird seit 2010 geprüft, und aus BKA Sicht zählen die meisten Charter der Hells Angels Deutschland als OK (Organisierte Kriminalität – in anderer Zusammensetzung der Mitglieder auch Mafia genannt, für die mit dem geringen Wortschatz) – mit den Haupt-Geschäftsfeldern Drogenhandel, Zwangsprostitution, gern auch Geldwäsche und im legalen Bereich Wach – und Schutzdienste (Türsteher etc.).

    Üblicherweise schreckt man vor Gewalt jeder Art bis hin zu Mord und Totschlag bei den Hells Angels nicht im mindesten zurück – nur geht das untereinander, wenn was war, oder eben gegen rivalisierende Banden und beim Kampf um “Reviere” mit solchen .
    Diesbezüglich gab es ja reichlich die letzten Jahre in Deutschland.
    Kollateralschäden eigentlich Unbeteiligter gibt es natürlich, wie es halt in Kriegen so ist……

    Wirklich nicht gut, wenn bei der Prüfung eines bundesweiten Verbots der HA nun mit einbezogen werden könnte, dass die Allgemeinheit (insbesondere Ausländer) generell gefährdet ist………………

    “btw – ich will hiermit auf keinen Fall diverse andere Komentare verteidigen”
    Ach nee, – was dann?

    Einfach keine Ahnung was in den letzten Jahren so los war bezüglich Hells Angels Germany, und selbstverständlich nicht, vor welchem Hintergrund die sich überhaupt gegründet haben.

    Schön aber zu sehen, für wie super toll, sanftmütig und generell glaubwürdig etliche hier Leute halten, die laut BKA Sicht Mitglieder von schwerkriminellen mafiösen Vereinigungen sind.

    Hauptsache teutsch, dann ist egal wer, auf alle Fälle bessser und selbstverständlich per se glaubwürdiger als irgendein nichtteutsches Ausländergesindel.

    Auch schön übrigens, dass die meisten entsprechenden Kommentatoren funktionale Analaphabeten sind, und die Vorgänge wirr, und fernab von allem was hier geschrieben stand, neu erfinden.

    Z.B.
    Ben:”: keine öffentlich bekannten Aussagen von unbefangenen Zeugen nur eine Geschichte vom “Opfer” die in meinen Augen stinkt.”

    Die Geschichte von Nezar wird von 2 Freundinnen, die ihn begleiteten, aber die nicht mit ihm verwandt sind bezeugt!

    Die von Bernd S. bisher ausschließlich von seiner Ehefrau – die, das weißt du aber hoffentlich doch – als mit ihm verwandt gilt!

    Der würde er zudem beibringen was sie zu sagen hat, falls sie anderes beabsichtigen würde – für Hells Angels zählen Frauen nämlich als Besitz, Haus- und Sexdienerinnen und haben nichts zu sagen.

    Ben: “und ein 29 Jähriger jordanischer Medizinstudent in Begleitung eines anderen jungen Mannes sich auf keinen Fall wie ein voll Arsch verhält”

    Nezar war NICHT in Begleitung eines anderen jungen Mannes!

    Wer lesen, das verstehen und sich auch noch eine zeitlang merken kann ist klar im Vorteil deiner Fraktion gegenüber……….

  • semmeldieb

    |

    dann ist ja alles klar!

    der student wurde opfer eines rassitisch motivierten übergriffes, der alte rocker ist überführt und die strafe darf nicht zu milde sein:

    2 jahre verschärfte festungshaft – für beide, denn die frau wird nicht mehr taugen als ihr mann, wenn sie schon mit so einem verkehrt. alles vermögen dieser unwürdigen wird dem opfer übereignet und der stefan aigner bekommt die justizkosten, die die kommentatorenschaft von rd durch ihre messerscharfe und röntgenblickgleiche ermittlungsarbeit dem staate eingespart hat.

    ihr seids echt lustig hier…

  • Wohl wahr

    |

    Nezar war NICHT in Begleitung eines anderen jungen Mannes!

    Stand doch schon im ersten Bericht:

    “Dann haben wir uns noch mit einem Kumpel und einer anderen Freundin in dem Lokal getroffen.“

    Aber klar, wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt..

  • Peter Pan

    |

    Ich verstehe nicht warum Herr Aigner hier so angegriffen wird!
    Der Medizinstudent hatte sein Forum bereits durch den Verein ( der bei diesen Fall gleich laut urteilt).
    Alles ist möglich auch wenn viele ihr nicht war haben wollen das ein Medizinstudent sich nicht auch falsch verhalten kann..
    Das ganze hat eher einen Geschmack als ob dieser besagte Verein einfach wieder eine Daseinberechtigung benötigt nach den negativen Schlagzeilen der letzten Zeit ..

  • Olli

    |

    Ich nehme das dem alten Mann nicht ab.
    Ich nehme aber dem Ausländer seine Geschichte auch nicht ab.
    Aus den Artikeln, aus dem “zwischen den Zeilen Lesen” und aus Erfahrung, komme ich zu dem Bild (selbstverständlich ist das nur eine Vemutung, aber ich werde mich nicht der faschistischen Art der Vorverurteilung und Lynchjustiz einiger Komentatoren beteiligen):
    Es kam zum Streit (wie auch immer), es wurde durcheinandergeschlagen und geschubst.
    DANACH wurde von beiden Seiten die Verteidigung aufgebaut, indem grotesk übertrieben wurde.
    Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand medienwirksam die Wahrheit beugt oder sich als Engel darstellt.
    Und einige politische Extremisten sind dann gar nicht mehr an der Realität interessiert. Sie WOLLEN das das so oder so war.
    Bin gespannt, was UNABHÄNGIGE Zeugen zu berichten haben.
    Und hoffe, dass die weder Besuch von rachsüchtigen Motorradfahrern, noch von geifernden, vermummten Antifaspinnern (die ich für Faschisten halte) bekommen.

  • Mr. T

    |

    Wie jede Geschichte hat auch diese ihre drei Seiten. Zwei davon, die Eine und die Andere, haben wir bereits erfahren. Jetzt bin ich gespannt auf die dritte, die Wahrheit. Hoffentlich kommt die raus.
    Egal wie’s war, wird der Engel wohl von seinem Präsi eins auf den Deckel bekommen dafür, dass er den Club damit hineingezogen hat.

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich teile voll die Meinung von Peter Pan und bin wirklich
    verärgert darüber, in welch infairer Form Stefan Aigner hier angegriffen und ihm – latent – unlauterer Journalismus vor-
    geworfen wird.
    Auch was den Verein betrifft, hat Peter Pan den Nagel auf
    den Kopf getroffen.
    Manche Leute brauchen eben wie auch immer ein Forum,
    um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

  • Jürgen R.

    |

    Ich stand einmal durch Zufall während eines Konzerts mitten in einer Gruppe von Hells Angels. Klar war mir da anfangs unwohl, aber als wir dann ins Gespräch kamen, Waren die nett und zuvorkommend. Die wollten einfach in Ruhe das Konzert erleben. Da gabs kein Stänkern noch sonst was. Deshalb glaube ich der Aussage des Hells Angel. Warum sollte er sich nicht wehren, wenn er und seine Frau angegriffen wurden? Wer von euch hätte sich da nicht gewehrt?

  • Tom

    |

    Ich habe mir jetzt alle drei Artikel auf rd durchgelesen.

    Im ersten Artikel ( http://www.regensburg-digital.de/normale-schlaegerei-oder-attacke-eines-rassistischen-hells-angel/13102014/) wird geschildert, dass die erste handgreifliche Aggression vom Hells-Angel-Mitglied ausging. Keinerlei Angriff auf die Frau.

    Auch im zweiten Artikel ( http://www.regensburg-digital.de/zeuginnen-bestaetigen-rassistischen-angriff/16102014/ ) wird diese chronologische Reihenfolge geschildert. Keinerlei Angriff auf die Frau.

    Erst in diesem Artikel wird geschildert, dass der Jordanier zuerst die Frau mit einem Faustschlag angegriffen hat.

    Selbstverständlich ist mir klar, dass jetzt sofort wieder aufgejault wird, dass dies ja die Verteidigungsversion der Hells Angels Schläger ist. Dann aber bitte ich mir zu erklären, woher die laut Untersuchungsbericht objektiv vorhandenen Verletzungen der Frau stammen.

    Hells Angels hin oder her, sollte irgendjemand, egal ob Jordanier oder Oberpfälzer meiner Frau mit der Faust ins Gesicht schlagen ist der Austausch von Verbalargumenten schlagartig (Welch ein Wortspiel!!!) beendet.

  • Lothgaßler

    |

    Die Story entwickelt sich, und es ist gut, dass nun auch die mutmaßlichen Angreifer zu Wort gekommen sind.
    Ich hoffe nun noch, dass sich Zeugen aus dem Kreise der Bediensteten finden, aber hoffentlich finden sich keine Gesinnungszeugen!
    Vorurteile jeglicher Art spielen einem gerne einen Streich. Gibts in dem Cafe wirklich keine Überwachungskamera? Würde mich schon fast wundern, wenn nicht.

  • Bewährungsstrafe für Rockerbraut » Regensburg Digital

    |

    […] oder rassistische Attacke?, 13.10.14 Zeuginnen bestätigen Rassismus-Vorwürfe, 15.10.14 Rassistische Attacke? Rocker-Paar spricht von „Kampagne“, 18.10.14 Rocker contra Jordanier: Der Auslöser war nicht rassistisch, aber…, 2011.14 Staatsanwalt […]

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