„Ich habe der Partei doch den Janele gebracht“

Säumiger Zahler: Bora Ataman fliegt aus der CSU

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"Ich bin doch nicht der Weihnachtsmann." Bor Ataman ist über sein Aus bei der CSU empört. Foto: Archiv/ as

„Ich bin doch nicht der Weihnachtsmann.“ Bora Ataman ist über sein Aus bei der CSU empört. Foto: Archiv/ as

Seine provokanten Auftritte beim Neujahrsempfang und mit der AfD-Chefin reichten nicht für einen Parteiausschluss. Doch nun wurde Bora Ataman wegen Beitragsrückständen von der Mitgliederliste der CSU gestrichen. Er wehrt sich mit einer bizarren Erklärung und benennt Christian „Lady-Zone“ Janele als Kronzeugen.

Etwas mehr als 120 Euro sind es, die den berühmt-berüchtigten Ex-Integrationsbeauftragten seit wenigen Tagen von der CSU trennen: weil er zwei Jahre lang seine Mitgliedsbeiträge nicht bezahlt hat, wurde Bora Ataman nun von der Mitgliederliste der CSU gestrichen. Das erfuhr regensburg-digital aus dem Umfeld des Kreisvorstands. Ataman sei eines von rund zehn Mitgliedern, denen es wegen säumiger Zahlungen so ergangen sei.

Zuletzt hatte Ataman mit immer neuen Provokationen für Unmut in der Partei gesorgt: ein gemeinsamer Auftritt mit AfD-Chefin Frauke Petry und ein Besuch des CSU-Neujahrsempfangs mit einer Entourage an Sicherheitsdienstlern („Die können alle Kampfsport.“) gehörten zu den Höhepunkten. Doch für einen Parteiausschluss reichte all dies laut Aussage des Kreisvorsitzenden Franz Rieger nicht. Nun scheint er sich mit seiner mangelnden Zahlungsmoral selbst ein Bein gestellt zu haben. Oder doch nicht? Als wir Ataman, der vom Ende seiner – zumindest auffälligen – Parteikarriere noch nichts weiß, darauf ansprechen, liefert er eine bizarre Erklärung.

6.000 Euro für die CSU: „Ich habe Janele dazu angestiftet.“

„Das kann nicht sein. Ich habe dafür gesorgt, dass die Partei eine Spende von 6.000 Euro bekommen hat. Ich habe der CSU den Janele gebracht“, stammelt er hörbar überrascht am Telefon.

§ 11 Erlöschen der Mitgliedschaft
(1) Die Mitgliedschaft erlischt, wenn
1. ein Mitglied trotz zweimaliger schriftlicher Mahnung unter Hinweis auf die Folgen mit seiner Beitragsleistung mehr als sechs Monate im Rückstand ist, und
2. innerhalb weiterer zwei Monate kein gegenteiliger Beschluss des Ortsvorstands gefasst wird
Aus der CSU-Satzung

Janele? Es geht um Christian Janele. Auch er ist, ebenso wie Ataman, eine der eher schillernden Blüten, die der Regensburger Politbetrieb in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Zuletzt war Janele mit seinem Antrag für „Frauen-Taxis“ und „Lady-Zonen“ in Bussen zu zweifelhaftem Ruhm gelangt. Medien – von der dpa bis zur Bildzeitung – berichteten bundesweit über den Vorstoß des CSB-Stadtrats, der erst vor kurzem für den verstorbenen Eberhard Dünninger in das Gremium nachgerückt ist. Doch bis zu dem Punkt, an dem Janele etwas überraschend derlei Berühmtheit erlangte, war es ein steiniger Weg.

„Ich bin doch nicht der Weihnachtsmann.“

Fast so berühmt wie Bora Ataman: Christian Janele schaffte es sogar auf prominentem Platz in die Bildzeitung.

Fast so berühmt wie Bora Ataman: Christian Janele schaffte es sogar auf prominentem Platz in die Bildzeitung.

Nachdem er sich von den Grünen verabschiedet hatte und ehe er sich zum Spitzenkandidaten der CSB aufschwang, gab es für Christian Janele auch ein kurzes Intermezzo in der CSU. Von Gegnern des letztlich gekürten OB-Kandidaten Christian Schlegl wurde er ins Spiel gebracht. Erinnerlich sind eine tragisch verlaufene Bewerbungsrede Janeles, ein desaströses Wahlergebnis bei der Kandidatenkür und schließlich ein recht rascher Abschied von der Partei.

Was weniger bekannt ist: Im Vorfeld seiner Kandidatur hatte Janele der CSU eine Spende in Höhe von 6.000 Euro zukommen lassen. „Das ist mein Verdienst“, sagt Ataman. „Ich habe Janele dazu angestiftet.“ Im Gegenzug sei ihm versprochen worden, für mindestens zehn Jahre keine Beiträge zahlen zu müssen. „Was glauben Sie denn, warum ich das sonst gemacht hätte? Ich bin doch nicht der Weihnachtsmann.“ Janele, sagt Ataman, könne das alles bezeugen.

Wir erreichen Christian Janele telefonisch auf einer Skipiste in Österreich. Merklich berührt von den wachgerufenen Erinnerungen an seine eher unglücklich verlaufene, äußerst kurze und zudem mit einem Verlust von 6.000 Euro einhergehende CSU-Karriere sagt er: „Ich bin nicht mehr in der CSU. Davon weiß ich gar nichts.“ 

„Ich habe nicht vor, in die AfD zu gehen.“

Vor knapp zwei Wochen trat Bora Ataman gemeinsam mit AfD-Chefin Frauke Petry auf. Foto: as

Vor knapp zwei Wochen trat Bora Ataman gemeinsam mit AfD-Chefin Frauke Petry auf. Foto: as

Damit dürfte es für Ataman schwierig werden, die angebliche Beitragsbefreiung zu beweisen. Und es hat wohl mit dem Schock zu tun, dass der 42jährige sich weiterhin über seine zukünftigen politischen Ziele ausschweigt. Er werde sich jetzt erstmal bei der CSU-Geschäftsstelle beschweren. Was die Partei gemacht habe, für die er sich „den Arsch aufgerissen“ habe, sei undankbar. „Ich habe nicht vor, in die AfD zu gehen“, sagt er noch auf hartnäckiges Nachfragen.

Dabei wäre ein so gut integrierter Vorzeige-Migrant – Muslim mit Vorliebe für Schweinebraten und besten Kontakten zum Papstbruder – doch für deren Ziele geradezu ideal…

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Kommentare (8)

  • Dieter

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    Haha!
    Ja ja, wenn Bora etwas kann, dann ist es “andere die Zeche zahlen lassen“. Klappt eben nicht immer.

  • Betonkopf

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    Ataman hat Janele angestiftet 6000 Euro an die CSU zu spenden und zwar just vor der dortigen OB-Kandidaten-Nominierung?
    Und Dr. Rieger hat ihm dafür 10 Jahre Mitgliedsbeitrag erlassen?
    Was kommt denn als nächstes?

  • Stefan Aigner

    |

    @Nena Zwicknagel

    Bei der „Sparfuchs-Affäre“ lag die Sache insofern anders, als dass es um Mandatsträgerbeiträge und nicht um Mitgliedsbeiträge ging. Nur nicht gezahlte Mitgliedsbeiträge rechtfertigen laut Satzung eine Streichung der Parteimitgliedschaft.

  • Michelle

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    Gebt dem Herrn Ataman bitte nicht länger eine Plattform. Bin ihm persönlich begegnet und er versuchte damals seine Stellung als Integrationsbeauftragter zu nutzen, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Er hat jedoch nichts erreicht. Später kam auch noch heraus, dass er zu diesem Zeitpunkt gar kein Integrationsbeauftragter mehr war. Die ihm zujubeln; merken die nicht, dass er ein Aufschneider ist. Mehr Schein als Sein.

  • Totenhosen

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    An@ Michelle

    Ich würde nicht so schnell ein vorurteil über Bora Ataman kommentieren liebe Michelle.Bora Ataman ist der einer der wenigen CSU Mitgliedern in der Stadt Regensburg die mehr bewegt wie die ganze CSU Regensburg zb.Integrationsstelle der Stadt Regensburg wo er dies über TVA gefordert hat http://www.youtube.com/watch?v=-uQJy_2dxwE oder Stadtpass Regensburghttp://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/immer-mehr-unterstuetzer-fuer-den-stadtpass-21179-art1048797.html oder weitere bericht Regensburg Digital http://www.regensburg-digital.de/gustl-mollath-vom-angeklagten-zum-stadtpass-promi/29072014/ .Er ist und bleibt der einzige wahre Mensch der die Bürger versteht und sich für Migranten und Deutsche sich jederzeit einsetzt das ist Bora Ataman.

    Der Ataman ist mittlerweile eine Phänomen geworden in Bayern.Weiter so Ataman viele Bürger stehen hinter dir.

  • blauäugig

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    @totenhosen Köstlich. Allerdings gehen Sie fälschlicherweise davon aus, Ataman sei CSU-Mitglied.

  • Michelle

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    Schade Totenhosen, ich urteile nicht vorschnell, denn ich habe den Auftritt des Herrn Ataman live erlebt. Im Gegensatz zu Ihnen, schreibe ich nur die Wahrheit. Was ist daran vorschnell geurteilt, wenn jemand seine angeblichen Beziehungen missbraucht, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen? Und Ihre Links sind kalter Kaffee!

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