In eigener Sache

Stadtspitze: Manche Medien sind gleicher

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Joachim Wolbergs AmtsketteDie Behandlung unserer Anfrage zur Landesgartenschau durch die Stadtspitze zeigt eine Ungleichbehandlung von Medien durch Oberbürgermeister Wolbergs, die es in der zurückliegenden Stadtratsperiode unter seinem Vorgänger so nicht gab.

Am Montag wollte weder Umweltbürgermeister Jürgen Huber noch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs Stellung nehmen. Doch zwischenzeitlich hat Wolbergs die von regensburg-digital veröffentlichten Recherchen bestätigt: 2024 wird es keine Landesgartenschau auf dem Pürkelgut-Areal geben. „Die Stadt und das fürstliche Haus haben gut und konstruktiv miteinander verhandelt, doch letztendlich kann die Fläche um das Pürkelgut herum für die Landesgartenschau 2024 nicht zur Verfügung gestellt werden“, so der OB in einer am späten Nachmittag verschickten Pressemitteilung.

Gute Medien, böse Medien

Eine Anmerkung in eigener Sache: Trotz mehrfacher Anfragen wollte bei der Stadt vergangene Woche und auch am Montag zunächst niemand unsere Informationen über die gescheiterten Verhandlungen bestätigen oder kommentieren. Eine Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung am heutigen Dienstag beantwortete der Oberbürgermeister unmittelbar darauf.

Damit setzt sich eine Ungleichbehandlung von Medien durch die aktuelle Stadtspitze fort, wie wir sie – zumindest in der letzten Regierungsperiode von Oberbürgermeister Hans Schaidinger – in dieser Form nie erlebt haben. Mehrfach wurden Antworten auf Anfragen unserer Redaktion durch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs direkt verzögert oder am Ende schlicht verweigert.

Seltsame Begründung

In einem Gespräch vor einigen Monaten hat der Oberbürgermeister erklärt, dass er keine Fragen von regensburg-digital mehr beantworten werde, da es auf unserer Seite möglich ist, unter Pseudonym zu kommentieren. Auf den Einwand, dass dies doch wenigstens auch auf den Facebook-Seiten anderer Regensburger Medien möglich sei, wusste der Oberbürgermeister nicht wirklich etwas zu erwidern.

Kommentare unter Pseudonym sind übrigens durch den Pressekodex (den wir im Gegensatz zu einem Regensburger Medium, in dem sich der OB als Kolumnist betätigt, unterzeichnet haben) gedeckt.

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Kommentare (19)

  • joey

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    Dann ist der OB auch für andere große Medien nicht zu sprechen, z.B. zeit.de
    Rd ist ja auch nicht unmoderiert, Beleidigungen und Hetze werden ja gesperrt.
    Selbst ein System mit Klarnamen ist Selbstbetrug, da hier die meisten Klarnamen gut erkennbare Umschreibungen oder freie Phantasie sind. Oder ist das nur eine Ausrede, ein kritisches online Magazin zu disziplinieren?

    Hier ein Dank an RD: für den Finger in der Wunde, wie es eine 4. Gewalt auch braucht, wenn sie von den Lesern ernst genommen werden möchte.

  • Grosjean

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    #heulsusederwoche

  • Dieter

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    Das muss man aktuell fast schon als Ritterschlag sehen.

    Der OB-Posten scheint ein paar Nummern zu groß zu sein für Wolbergs. Überfordert und pampig wird kein Fettnäpfchen ausgelassen. Da wünsche ich mir fast, aber nur fast, Schaidinger zurück.

    In diesem Sinne: Weiter so, Regensburg digital.

  • Tobias

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    Tja, dem Telemediengesetz sei Dank; Pseudonyme sind absolut wichtig. Oder wollen wir demnächst auch etwa statt dem Nummernschild den Klarnamen des Halters haben? „Tobias **** 132“?

    Die Frage ist nur, was das Ändern soll, wenn man mit Klarnamen postet? Damit er eine Blacklist führen kann? „Der hat mich mal kritisiert, dem geben wir kein Statement“`

    Ich weiß, ich wiederhole mich, aber dem Wolbergs geht es nur im die großen Fische. Investoren, Mittelbayerische etc. Da, wo er den Honig ums Maul kriegt.

    Bei normalen Bürgern und kleinen unabhängigen Medien ist er das, was er schon immer war: Rotzfrech, inkompetent und einfach widerlich. „Bürger“meister ist bereits der falsche Ausdruck wie man ihn auch dreht und wendet.

  • Pseudo Nym

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    Überfordert, inkompetent, beleidigt. Anders erlebt man den OB seit gut einem Jahr nicht mehr. Dass er dadurch immer mehr seiner Wähler verletzt, vergrault und noch mehr gegen sich aufbringt, scheint ihm noch niemand geflüstert haben.
    Rätselfrage: Wer hats gesagt? „Wolbergs benimmt sich wie ein Fratz!“
    a) Mathilde Vietze
    b) Christa Meier
    c) Margot Neuner

    P.S.: Opposition? Die gibt es in Regensburg auch nicht. Die CSU sumpft vor sich hin und erkennt nicht einmal die Steilvorlagen, die der OB tagtäglich liefert.

  • Tom

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    Bürgernähe hatte der Wolli doch schon genug als Kneipier!!!!
    Jetzt ist er endlich in der Regensburger Pseudo-Champions League angekommen und wird von denen hofiert, die ihn früher nur belächelt haben. Das billige Wahlvolk ist jetzt nicht mehr notwendig!

  • semmeldieb

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    Der andere wäre interessanter gewesen als OB

  • Joe Kermen

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    Und leider wieder etwas für die Liste „Wo mich Joachim Wolbergs enttäuscht hat…“

    Ich denke das Problem für Wolli mit RD liegt aber nicht zu letzt darin das die Kommentatoren (egal ob Anonym oder auch nicht) meist die Artikel mit ihren Kommentaren erweitern. So muss ich zugeben, dass wenn ich Artikel und Kommentare in einem Fluss lese zum Schluss nicht mehr sicher sein kann, was im schön recherchierten Artikel stand und was eine Meinung von einem Kommentator war. Und somit beeinflussen eben etwa ein Dutzend Stamm-Kommentatoren automatisch den Eindruck den der Leser (und mindestens in der Vergangenheit auch Joachim Wolbergs) vom RD-Artikel bekommt. Dies ist bei Sozialen Medien, insbesondere der Stadt, weniger Auffällig weil die Kommentare anders wahr genommen werden, da der Anschluss anders funktioniert. Ebenso bei Leserbriefen.
    Aber um das gleich klar zu stellen: Das ist 1. kein Grund beleidigt und meines epfindens unprofessionell damit umzugehen und 2. keine Kritik an der Kommentarfunktion von RD, die mag ich ;-)

    Interessant wird die ganze Geschichte, wenn es auf 2020 zugeht und ALLE Kanäle wieder wichtig werden. Den eines kann man dem Wolli nicht absprechen: Medienpräsent ist er. Vielleicht etwas mehr als im gut täte.
    Und wenn wir gerade dabei sind, „wichtigkeiten“ zu klären, eine indiskrete Frage an Herrn Aigner: Wieviele Leser erreicht den Regensburg-Digital so in etwa?

    Wie gesagt, Schade das Joachim Wolbergs sich so verhält, aber für einen OB durchaus nicht ungewöhnlich. Nicht zu vergessen das auch OB Schaidinger einige Zeit TVA -Beiträge boykottierte, weil sie ihm nicht passten.

    Ich feiere Regensburg-Digital dieser Tage einmal mehr für die erweiterung der Medienlandschaft!

  • stadtbediensteter

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    Nun, mein Chef, oberster Vorgesetzter, Herr Wollbergs hat in seiner Neujahrsansprache an die MitarbeiterInnen der Stadt Regensburg sein Verständnis klar zum Ausdruck gebracht.
    Unter anderem gibt er an, dass die Wähler ihn gewählt haben damit er seine Ideen und Vorstellungen für Regensburg umsetzen kann. Bürgernähe, Dienstleister für die Bürger, Transparenz, Aushandeln verschiedener Positionen, Respekt und Wertschätzung als hilfereiche Charaktereigenschaften tauchten in der Neujahrsansprache nicht auf.
    Herr Wollbergs sie müssen die sozialdemokratischen Werte und das in Sie gesetzte Vertrauen nicht mutwillig zerstören, wenn Ihnen die nächste Amtszeit zuviel sein sollte und sie nicht mehr gewählt werden wollen. Ein einfaches ich will nicht mehr würde genügen. Aber Sie scheinen ja alles zu tun, um zukünftig nicht mehr wählbar zu sein. Schade.

  • Heinz

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    Umso wichtiger brauchen wir eine unabhängige Presse!

  • erich

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    „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan“?

  • Wolf Petry

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    Bei uns sagt man “ wenn es dem Esel zu gut geht- geht er aufs Eis !
    Da ist unser OB drauf unterwegs ! Oder Hochmut kommt …….

  • Sonnige Nacht

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    Wer die Trennung von seiner Ehefrau und die neue Lebensgefährtin beim Wochenblatt ausbreitet und es damit auf die Titelseite schafft, für den ist die Nutzung eines Pseudonyms sicherlich nicht nachvollziehbar.

    Realnamenpflicht funktioniert nicht, wie man bei facebook sieht. Ich finde es dann ehrlicher, offensichtlich ein Pseudonym zu benutzen als einen Namen, der tatsächlich in meinem Ausweis stehen könnte. Ich finde eine unkomplizierte Kommentarfunktion, die auch für eine Facebookverweigererin wie mich nutzbar ist, gut.

    OB Wolbergs setzt auf Sympathie für seine (Wahl-)Erfolge und beschäftigt sich nicht so gern mit Inhalten. Gab es denn von ihm überhaupt Empörung wegen Interpretation seiner Äußerung zu den Flüchtlingszahlen in anderen Medien?

    Bei regensburg digital geht es konsequent um Inhalte. Das ist ein unauflöslicher Interessenkonflikt und der Bürgermeister scheint sich entschlossen zu haben, sein Missfallen an Nebenthemen festzumachen.

    Mir gefällt die oft uninterpretierte Darstellung von Fakten oder die Beschreibung von Ereignissen, zum Beispiel die hübsche Schilderung der Weihnachtsstadtratssitzung. In den Kommentaren wird häufig deutlich, dass die Fakten und Beschreibungen von den Lesern ganz unterschiedlich interpretiert werden. Genau das macht für mich Meinungsvielfalt aus, weniger als Medien, die ganz offen mit einer politischen Gruppe sympathisieren und ihre Lesern diese Ansichten nahe legen. Herrn Wolbergs werden solche Kommentare schmerzlich bewusst machen, wie wenig man ein öffentliches Image kontrollieren kann.

    Die Erfolge bei der Recherche eines Journalisten entzieht sich dem OB natürlich noch weitgehender. Ich denke, dass sich regensburg digtal durch seine integre Berichterstattung viel Vertrauen verdient hat. Es gibt keine Herabwürdigung von Menschen, auch wenn deren Handlungen missbilligt werden. Jetzt kritisiert regensburg digital den Journalisten Karl Birkenseer schärfer als den greisen Georg Ratzinger, der zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema vermutlich nicht mehr in der Lage ist.

    Darüber hinaus ist Stefan Aigner ein freundlicher, aufmerksamer Gesprächspartner mit dem sich schnell und leicht auch über unangenehme Themen reden lässt. Sonst wäre die Berichterstattung über den Missbrauch bei den Domspatzen oder über die abstrusen Zustände beim Jobcenter nicht möglich gewesen. Ich vermute, dass Stefans sympathisch-offene Art einen Gesprächspartner dazu verleiten kann, völlig unprovoziert seine fachlichen oder charakterlichen Mängel zu offenbaren und es schwer ist, eine perfekte Show abzuliefern, wie es Herr Wolbergs gern versucht.

    Selbstverständlich ist es Missachtung von Wählern und mangelndes Demokratieverständnis, wenn man als Amtsinhaber unprofessionell mit Nachfragen von regensburg digital umgeht und an der Pseudonymentscheidung ohne gute Argumente herummault.

    Regensburg digital weiterhin viel Erfolg und Freude beim Aufdecken und Bericht von unbequeme Tatsachen!

  • Luchs

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    Mit unbequemer Berichterstattung und einer dazugehörigen Kommentarplattform auf der sich Mutmaßer, Online- Erzieher, einige wenige Sachinteressierte und sogar Politikergroupies auslassen können, fliegt einem das Wohlwollen der Mächtigen nicht gerade zu. Die Ungleichbehandlung ist nicht richtig, aber das Gefälle einer Auflage von über hunderttausend zu einigen tausend Klicks tut vielleicht sein Übriges. Trotzdem ist regensburg- digital ein wohltuender und wichtiger Gegenpol zur Bräsigkeit der lokalen Presse.

  • STADTBEDIENSTETER2

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    HALLO REGENSBURG!

    Dieses hier vielfach kommentierte Gefühl beschlich mich bereits in den ersten Monaten der Amtszeit, als der OB noch massiv das Wort „Augenhöhe“, die Bürgerverbundenheit sowie den partnerschaftlichen Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen beschwor…
    Ein Gefühl, dass das nicht lange anhält, dass es ihm lästig wird und es einfacher ist, von oben „zack-zack“ Entscheidungen „ohne viel Gelaber“ zu treffen. Das ist die Gefahr der Macht, dass man abhebt und zu dem wird, was man früher trefflich kritisiert hat. Sieht man u.a. oft genug bei Amtsleitern, die anfangs „erreichbar“ und mitarbeiterfreundlich waren, genau so wie bei politischen Funktionsträgern. Nun, er ist noch nicht beim Arroganzniveau und der Abgehobenheit früherer OB’s angelangt, aber was nicht ist, kann ja noch werden (und einiges geht bereits in diese Richtung). Wolbergs bezieht seine Popularität eben genau aus seiner Verbundenheit „zum Volk“ bzw. Otto Normalbürger und den sozialen Themen. Sollte er das verspielen, dann könnte es gut sein, dass man ihn wieder in (s)einer Kneipe allabendlich begrüßen kann (oder bei GAZPROM) und der Bürger beim nächsten Mal denkt: „Dann kann ich ja gleich CSU wählen.“
    Dass Wolbergs mitunter über-empfindlich auf Kritik reagiert ist bekannt, bin gespannt, ob sich das mit den Jahren in Richtung Gelassenheit bessert oder ob es schlimmer wird.

  • Mathilde Vietze

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    Es ist bestimmt nicht die unbequeme Berichterstattung von RD, die Wolbergs dazu
    veranlaßt, mitunter ungehalten zu sein, es sind manche Kommentatoren, die – im
    Schutze der Anonymität – Dreckkübel über ihn ausgießen. Mir ist nicht bekannt,
    daß Wolbergs einen, der ihm „die Meinung gegeigt hat“, vor den Kadi gezogen
    hätte.

  • blauäugig

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    Die Falschstellung von MV kam reichlich spät.
    Ich traue übrigens Herrn Wolbergs durchaus zu, zwischen dem redaktionellen Teil, den als Kommentar gekennzeichneten Beiträgen der Redaktion und den Meinungsbekundungen der Leserschaft zu unterscheiden, denn das ist auf Regensburg-Digital nicht schwerer als auf den Seiten von Wochenblatt oder MZ.

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