Beiträge mit Tag ‘Bauen’

IZ-Vorstände: "Fehlinformationen und tendenziöse Aussagen"

Bauträger erwidert Kritik an LERAG-Extrawurst

Seit 2015 beim Immobilien Zentrum, seit April 2017 Vorstand im Aufsichtsrat: Dr. Thomas Rosenkranz. Foto: pm

Seit 2015 beim Immobilien Zentrum, seit April 2017 Vorstand im Aufsichtsrat: Dr. Thomas Rosenkranz. Foto: pm

Nach unserem Bericht über die Sonderregelung für das Immobilien Zentrum auf dem neuen Baugebiet am ehemaligen LERAG-Gelände – wie berichtet, wird dem Bauträger per Bebauungsplan erlaubt, einen Teil der festgeschriebenen Sozialwohnungsquote 20 Prozent auf einem anderen Baugebiet am Brandlberg zu errichten – und der Kritik durch den Vorsitzenden des Architekturkreises Regensburg, Andreas Eckl, haben sich mit Dr. Thomas Rosenkranz und Wolfgang Herzog zwei Vorstände des Unternehmens in einem längeren Kommentar bei uns zu Wort gemeldet. Wir veröffentlichen die Zuschrift – vorerst ohne Anmerkungen – im kompletten Wortlaut und stellen sie zur Diskussion.

Sehr geehrter Herr Aigner,
sehr geehrter Herr Eckl,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Berichterstattung vom 6. Oktober „LERAG Bebauung mit Extrawürsten“ und vom 13.10.2017 „ Architekturkreis kritisiert IZ – Extrawurst bei Sozialquote“ behandeln Sie eine Reihe von Themen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Wohnquartieren in Regensburg. Leider ist der Inhalt Ihrer Ausführungen nicht geeignet, einen objektiven Einblick in den Sachverhalt zu gewährleisten. Vielmehr sind Ihre Ausführungen geprägt von Fehlinformationen und tendenziösen Aussagen. Wir möchten hierzu wie folgt Stellung nehmen – wobei Sie jeden einzelnen Sachverhalt gerne nachprüfen können:

"Es gibt keinen Grund, das 20-Prozent-Minimum der Sozialquote zu unterschreiten", sagt Andreas Eckl. Foto: Archiv/ as
LERAG-Bebauung

Architekturkreis kritisiert IZ-Extrawurst bei Sozialquote

Stadtrand statt Innenstadtnähe: Für das frühere LERAG-Areal wurde dem Immobilien Zentrum Regensburg im Bebauungsplan eine ungewöhnliche Ausnahme bei der Sozialquote zugestanden. Nach unserem Bericht übt der Architekturkreis deutlich Kritik an der Entscheidung. „Es gibt überhaupt keinen Grund, die Quote von vergünstigten Wohnraum in solchen Lagen zu reduzieren“, sagt der Vorsitzende Andreas Eckl.

LERAG Luftaufnahme Quelle Stadt Regensburg
Ausnahmen und ein Sozialwohnungsdeal

LERAG-Bebauung mit Extrawürsten

Vor allem wegen Schallschutzmaßnahmen gesteht die Stadt dem Immobilien Zentrum bei der Bebauung des LERAG-Areals mehrere Ausnahmen von der üblichen Bebauung zu. Besonders ungewöhnlich: Fehlende Sozialwohnungen darf der Bauträger auf einer anderen Fläche am Stadtrand ausgleichen.

Das Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz: "Rückbau ab Januar 2018". Foto: Herbert Baumgärtner
RKK: Befragung und Entmietung

Keplerhochhaus: Diakonie kündigt „Rückbau ab Januar 2018“ an, aber…

Ende Oktober sollen die Fragebögen für die Neugestaltung des Areals zwischen Bahnhof und Ernst-Reuter-Platz verschickt werden. Ein zentrales Projekt: das Kultur- und Kongresszentrum. Im Vorfeld wird bereits mit der Entmietung des Luther- und Kepler-Wohnheims begonnen. Die Diakonie kündigt Bewohnern den Abbruch des Gebäudes ab Januar 2018 an. Doch so einfach geht das nicht.

Spatenstich fürs Marina-Quartier 2013: Oberbürgermeister Hans Schaidinger im Kreis von Projektentwicklern und Bauunternehmern. Eine Eigenentwicklung des ursprünglich städtischen Areals war nicht erwünscht. Foto: pm
Weitere Ungereimtheiten beim Schlachthof-Deal

„Marina-Quartier“: 17 Millionen Euro verschenkt?

Entsorgung von Altlasten und ein sündteures Veranstaltungszentrum – mittlerweile ist allgemein bekannt, dass das „Marina-Quartier“ für die Stadt Regensburg ein Draufzahlgeschäft ist. Doch möglicherweise wurde noch weitaus mehr Geld verschenkt, als bislang bekannt. Eine mehrfach preisgekrönte Masterarbeit kommt zu dem Ergebnis: Niedrig geschätzt hätte die Stadt Regensburg mit der Eigenentwicklung des Areals rund 17 Millionen Euro verdienen können. Der Verwaltung war diese Arbeit bekannt. Im Stadtrat wurde sie nicht einmal diskutiert.

15. April 2016: Zur Eröffnung des AURELIUM übergibt Architekt Manfred Blasch den Schlüssel an Bürgermeister Hauner und Leiter Klaus Wenk. Foto: Archiv/ Staudinger
Defizit von rund 700.000 Euro für 2017 zu erwarten

Markt Lappersdorf verschleiert tatsächliche Kosten fürs AURELIUM

Die Kosten für die Herstellung und Einrichtung des Lappersdorfers Kultur- und Begegnungszentrums AURELIUM sind höher als bislang öffentlich bekanntgegeben. Ebenso die jährlichen Fixkosten, die im laufenden Betrieb des Zentrums anfallen. Diese unpopuläre Erkenntnis haben sowohl Bürgermeister Christian Hauner (FW) als auch der Kämmerer Robert Weilhammer neulich in einer eigens anberaumten Marktgemeinderatssitzung zwar angedeutet, die tatsächlichen Summen aber nicht unmissverständlich beziffert.

marina quartier, regensburg
entwicklungsgebiet schlachthofareal
perspektive von nordwesten
basis: bebauungsplanentwurf (stand: 2011)
aktualisierung: mrz-12
Millionengrab Marina-Quartier

Geheimniskrämerei um millionenschweren Schlachthof-Schutt

Beim Marina-Quartier zahlt die Stadt Regensburg ordentlich drauf. Es geht um Millionen. Um wie viel? Bei der Stadt selbst weiß man es nach eigenem Bekunden noch nicht. Das „Immobilien Zentrum Regensburg“, das an der Entwicklung kräftig verdient, sagt es nicht. Bereits 2009 gab es eine preisgekrönte Arbeit, die eine völlig andere, für die Stadt gewinnbringende Entwicklung des Areals ins Spiel gebracht hatte. Doch das war politisch nicht erwünscht.