Beiträge mit Tag ‘Theater’

Bachs „Messe in h-Moll“ am Theater Regensburg

Apocalypse Ratisbona Now

BachMesseH_Moll_GP_FotoJQuast_057

Wenigstens kann man diesmal nicht behaupten, sie hätten sich nicht getraut. Jochen Biganzoli verhackstückt am Theater Regensburg Bachs „Messe in h-Moll“ zu einem plakativen, politischen Lehrstück, das gerade ob seiner Brachialität sehenswert ist.

Von Maximilian Schäffer (Fotos: Jochen Quast, Theater Regensburg)

Führt man so etwas wie Bachs h-Moll-Messe auf, muss man grob agieren, fundamentale Entscheidungen treffen. Entweder man wählt die sanfte Perfektion der Musik und belässt es bei der unantastbaren Grandesse dieses wichtigsten Werks des wichtigsten Komponisten der Kunstgeschichte, oder man begreift eben diese Gegebenheit als Chance für einen radikalen Schritt. Ähnlich verhält es sich bei Beethovens Neunter, Händels Messias, oder anderen derart im kulturellen Allgemeingut verankerten Monolithen.

HP1LesEnfantsTerribles182
Kritik zu „Les Enfants Terribles“ am Theater Regensburg

Kreuzbrave Opiumträume

Das kulturelle Reflexionsniveau, bei einem Cocteau-Stück die Kulisse mit populären Schnappschüssen aus surrealistischen Stummfilmen zu schmücken, entspricht ungefähr dem, sich Andy-Warhol-Replika in die Café-Bar zu hängen!

Bei der ersten Theater-Diskussion: Ein genervter OB. Foto: om
Regensburger Gespräche

So ein Theater!

Der Titel „Wo der Rubel hinrollt: (Irr)wege der finanziellen Förderung von Kunst und Kultur“ versprach eine ertragreiche Debatte über Möglichkeiten, Chancen und Fehler der Finanzierung von Kunst und Kultur, die Podiumsdiskussion am Dienstagabend handelte jedoch vom Theater. Ausschließlich vom Theater.

david_morgen
Bürgertheater, W1, Livekultur

Der letzte Kericht (vor der Sommerpause)

Wenn die Regensburger CSU schon pressewirksam McDonalds-Filialen besucht und das Wochenblatt abstruse politische Sexartikel veröffentlicht, ist klar: In Regensburg sind nun auch die Letzten urlaubsreif. Darum nun noch einmal vor der Sommerpause: Ein bisschen Kulturelles aus der vergangenen Woche, übersichtlich gehäufelt für den schnellen Überblick.

TiereEssen_Foto_JochenQuast192
"Tiere essen" am Theater Regensburg

Agitprop für bewusstes Essen

Es hat mehr etwas von einem szenischen Statement von „Slow Food“ als von einem Theaterstück. Für den Schlussapplaus bleibt nach der eher kurzen – gut einstündigen – Aufführung keine Zeit. Unmittelbar nach dem abrupten Ende wird das Publikum nach draußen, ins Foyer, gebeten, um dort drei verschiedene Gerichte zu probieren. „Sobald wir unsere Gabel nehmen, beziehen wir Position“, lautet nämlich ein zentraler Satz in Jonathan Safran Foers autobiographischem Sachbuch „Tiere essen“. Es ist einer von vielen, die sich das in weiße Abendgarderobe gewandete Quartett (Ulrike Requadt, Frerk Brockmeyer, Gunnar Blume und Pina Kühr) entgegenschleudert.

IMG_5864.JPG
... so etwas wie Freiheit und Democracy

Nachts im Theater

Mit „Nachtdienst“ versucht das Junge Theater einmal im Monat, Menschen zu später Stunde von der heimischen Couch oder der Kneipentheke zu holen. Ein Abend von Voltaire bis Hansi Hinterseer. Von Judith Werner Ein bisschen sieht es aus, als wäre man in eine Mischung aus Hipsterwohnzimmer und Kreativwerkstatt geraten. Ein großer Tisch, ein paar Stühle, eine […]