Reiseführerkritik

Unglaublich: Tourist Guide könnte Imageschaden für die Marke „Regensburg“ bedeuten

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Regensburg ist wunderschön. Das wissen mittlerweile wirklich alle. Schwafi und Hubert Lankes haben einen Tourist Guide veröffentlicht, der Unerhörtes wagt und an dieser Wunderschönheit rüttelt. Wie viel Geld wird der dadurch entstandene Imageschaden die Stadt kosten?

Mit zwei Domen vermarktet sich Regensburg besser als mit nur einem. Foto: Screenshot.

Mit zwei Domen vermarktet sich Regensburg besser als mit nur einem. Foto: Screenshot

Regensburg ist wunderschön

Regensburg ist eine wunderschöne Stadt. Das wissen wir spätestens seit ungefähr jeder Rede von Oberbürgermeister Wolbergs. Geahnt haben wir es natürlich schon immer. Wunderschöner geht es eigentlich überhaupt nicht.

Und weil das so ist, wollen immer mehr Menschen zumindest ein kleines Stück von dieser Wunderschönheit abhaben und seien es nur ein paar Projektionen auf der Speicherkarte der Digicam. Dom samt Gerüst und Steinschlagbunker, Steinerne Brücke mit Behelfssteg und Einhausung, Porta Praetoria und die sie abbildende Plane davor, Albertstraße und noch zwei bis drei Straßenzüge… Wunderschön alles.

Tatsächlich steigen die Übernachtungszahlen Jahr für Jahr. 2015 waren es 976.295, im laufenden Jahr sollte die Million locker überschritten werden. „Regensburg ist Millionenstadt!“, wird es heißen. Das klingt doch prima und sollte auch noch die letzten touristischen Zweifler überzeugen, die sich bisher erdreistet haben nicht hierher zu kommen.

Ein neuer Tourist Guide für die Marke „Regensburg“

Und weil das eben alles so ist, wie es ist, wurde es Zeit für einen neuen Reiseführer oder – to say it a little bit more internationally – a Tourist Guide. Klaus „Schwafi“ Schwarzfischer (Text) und Hubert Lankes (Bilder) haben sich dieser Aufgabe angenommen und dabei nicht nur einen Reiseführer, sondern den besten weit und breit, veröffentlicht. Um das zu wissen, muss man alle anderen gar nicht kennen.

Unter dem Herausgeberschaftslabel „Supreme Authority of Touristification Regensburg“ erschien kürzlich der „Tourist Guide – Regensburg in 3 Stunden“ (als pdf zum Download). Darin unternehmen sie den Versuch einer satirischen Charakterstudie einer Stadt, die sich spätestens seit dem UNESCO-Welterbetitel eifrig und zunehmend als Marke inszeniert und deren Marketingstrategie nur Superlative kennt.

Das Zielpublikum weiß die „Touristifikation Regensburg“ ganz ungeniert zu definieren und „wendet sich speziell an Gäste, die keine Zeit verplempern wollen, die entweder auf der Durchreise vom Hamburger Fischmarkt nach Neuschwanstein sind oder sich in der Zeit zwischen Nachmittags-Kaffeekränzchen und Abendessen kurz die Beine vertreten wollen.“

Die Vorstellung ist wirklich allzu verlockend, dass die touristischen Mitmenschen auf dem Segway oder in der sich durch die Stadt schlängelnden Glaskastenraupe aufmerksam in diesem Tourist Guide herumblättern: „So Dietrich, und jetzt weiter zum Wertstoffhof!“.

Top-Orte – einer schöner als der andere

Und was es in Regensburg nicht alles zu sehen gibt! Den Dom etwa, denn der „ist sehr hoch und hat Fenster.“ Es klinge „wie ein Wunder, dass die Menschen damals mit ihren kleinen Händen schon so große Häuser bauen konnten.“ Oder eben auch die Steinerne Brücke, die seit jeher „Regensburg mit der Touristenbushaltestelle am anderen Ufer“ verbinde. Das sind nur zwei der insgesamt zehn vorgeschlagenen Top-Orte, die es unbedingt zu besichtigen gilt.

Weil mit den Top-Orten die leidigen drei Stunden aber noch nicht rum sind, haben Schwafi und Lankes auch einige No-go-Areas und Insiderstipps parat. Das Degginger beispielsweise, mit dem es gelang „ein zukunftsweisendes Zeichen im Sinne optimal optimierter Kreativität zu setzen“ und Regensburg auf eine Stufe mit den kreativsten Städten der Welt zu heben. Wer bislang noch nicht imstande war das Regensburger U-Bahnnetz zu entdecken, wird ein solches im Tourist Guide einprägsam vor Augen geführt. New York und London können einpacken.

Die Seitenhiebe Schwafis und Lankes’ gegen die städtische Tourismuspolitik, die fortwährend nach mehr und mehr und noch mehr lechzt, sind oftmals subtil, herrlich spitzfindig und klug, manchmal auch platt und unnötig klischeebeladen. Letzteres etwa dann, wenn die Geschichte Regensburgs (seit Herbst 2012) regelrecht darum ringt witzig zu sein (was sie kaum ist) oder sich aus herkunftsstereotypen Fetzen (die fetten Amis, die oberkörperfreien Briten, die Vodka saufenden Russen) partout nichts Lustiges, geschweige denn Originelles anstellen lässt.

Gelungene Stichelei gegen die Selbstverliebtheit

Auch die Kunst-, Kultur- und Wirtschaftspolitik bleiben im Tourist Guide nicht außen vor. Und wenn die Sprache auf die Gedenkpolitik kommt, so sollte sich an ein herzhaftes Lachen doch eher ein heftiges Kopfschütteln anschließen. Ein Bild und eine Bildunterschrift reichen beispielsweise, um die jahrelange Posse um das ehemalige KZ-Außenlager Colosseum in Stadtamhof und das blamable Wirken der Stadt zu demontieren. 

Was können denn die Fahrradfahrer von heute für damals? Foto: Screenshot.

Was können denn die Fahrradfahrer von heute für damals? Foto: Screenshot

Der „Tourist Guide – Regensburg in 3 Stunden“ ist ingesamt ziemlich gelungen, zumal er zumindest eine vorzügliche Stichelei gegen die Selbstverliebtheit und Selbstüberschätzung, gegen die Eventisierung und Kommerzialisierung, gegen die Vulgarisierung und Zurschaustellung dieser Stadt ist. Ein Heraustreten aus der Masse, der sich selbstbeweihräuchernden Tourismus- und Marketingfetischisten. Das ist sehr wertvoll und ist in dieser Form spätestens seit dem ungeschminkten Urteil des Marketing- und Tourismushindernisses Thomas Bernhard auch endlich wieder an der Zeit. Wie schrieb dieser einst so unerhört über unsere wunderschöne Stadt:

„Die Donau wurde immer noch schmäler, die Landschaft wurde immer noch lieblicher, schließlich, wo sie auf einmal wieder öd geworden war und grau und fade, war Regensburg. (…)Wie hasse ich diese mittelgroßen Städte mit ihren berühmten Baudenkmälern, von welchen sich ihre Bewohner lebenslänglich verunstalten lassen. Kirchen und enge Gassen, in welchen immer stumpfsinniger werdende Menschen dahinvegetieren. Salzburg, Augsburg, Regensburg, Würzburg, ich hasse sie alle, weil in ihnen jahrhundertelang der Stumpfsinn warmgestellt ist.“ („Meine Preise“)

Aber was reden die denn alle für Zeug, nicht wahr, Herr Oberbürgermeister? Alles unbelehrbare Nörgler. Hach Regensburg, Du Wunderschöne!

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Kommentare (26)

  • Fanny

    |

    Passt scho. Regensburg wias is. Oder besser gemacht wurde.

  • berti

    |

    Tja, was soll man dazu sagen. Der Inhalt ist weder informativ noch witzig. Ich würde dafür jedenfalls keinen Cent ausgeben.

  • Franzi

    |

    Zum Donaufer zum Schopperplatz raus kann ich nur sagen, dass die Bauzeit
    schon etwas seltsam lange ! ist.

    Man sieht selten Arbeiter und viel Tage gar keinen.

    Es scheint so,dass man nicht schneller arbeiten darf wegen der Kohle ?

    Dabei gäbe es doch ein Gesetzt zur Baustellenbeschleunigung

    Hat der OB das wieder ausgeblendet oder noch nicht erfahren ?

    Ja mei wird des Ufer mal schön grad …..2018 evtl ..

  • Radlertölpel

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    In diesem Zusammenhang auch lesenswert ist
    das Römerkonzept zur Bodensprenkleranlage am Europabrunnen:
    http://europabrunnendeckel.de/download/eurobr_19_1_2016_planungsausschuss/Anlage2_ErnstReuterPlatz_Europabrunnen.pdf
    Der Plan für das Kulturreferat des Architekten Peithner ist nicht minder witzig:
    http://europabrunnendeckel.de/download/eurobr_19_1_2016_planungsausschuss/Anlage2_Planung_Europabrunnen.pdf
    Tilted Arc ?
    mehr dazu unter: http://europabrunnendeckel.de/?p=4697
    z.B. ein offener Brief an den Stadtrat in dem insbesondere auf das damit verbundene Geschichtsbild bezug genommen wird:
    http://europabrunnendeckel.de/download/Offener_Brief_Euro_Bodensprenkler_17_1_2016.pdf
    und die Expertise eines fuüiuf Freundes „Ein Limes in den Köpfen“:
    http://europabrunnendeckel.de/download/presseinf_Brief_Euro_Bodensprenkler_2015.pdf
    Die Linke im Stadträt hat das Römer-Bodensprenklerkonzept übrigens in der ersten Sitzung zunächst wortreich begrüßt, gut geheissen und durchgewunken und sich erst später in der vertagten Entscheidungssitzung errinnert, das da doch was war…. Chip vergessen?

    Ach ja und die Auslobung zum Dachauplatzbrunnenkunstwettbewerb ist auch so lustig wie touristenfreundlich und garantiert belanglos, liegt der Blumeneumel Schandfleck Dachauplatzbrunnen doch an der hinter Blumeneumeln versteckten U-Bahnlinie Europabrunnen/Dachauplatz/Haus der Bayerischen Geschichte/PortaPrätoria/Weltkulturerbehalbkugel:

    http://www.regensburg.de/kuenstlerwettbewerb-dachauplatz
    „Die dreischiffige Minoritenkirche ist durch das His
    torische Museum zu betre-
    ten, dessen Teil sie heute ist. Des Weiteren wird s
    ie oft als Konzert- oder
    Ausstellungsraum genutzt. “

    3D Ansicht des ehem. Vergasungsbrunnens (Hartheim Ready Made ?)
    http://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/dachauplatz-3d%20.pdf
    Lassen wir Gras über die Sache wachsen.
    „Sei still sonst kommst du nach Dachau.“ Schwefelsäuregrundierung für Straßenmalkreideschrift auf der letzten verblieben Fläche mit den Chlorwasser-Spuren von 40 Jahren Brunnenbetrieb wird flux in grau-grün überpinselt – Geschichte ausradiert- ein paar Blumenkübel davor gestellt und Regensburg ist wieder heil.
    Gedenken geht zu Lasten der Aufenthaltsqualität der imaginierten Touristen vor dem Rathaus….ganz offiziell. Darum: Vergessen wir was war!

  • hf

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    jeder lebt sein städtertum, wie es ihm beliebt. die subversiven mit ihrer gegenkultur sind ja im urbanen kontext immer erst der definierende kontrast dessen, was sie zu beschädigen suchen. siehs mal mit luhmann: je mehr dreck, desto heller das licht. schon mal in paris oder rom abseits der hauptpfade unterwegs gewesen? schon mal einen lokalpolitischen blog von dort gelesen, welche skandale und skandächen da die gemüter aufheizen? nee? eben.

    und: dieses ewige beharren auf einer art holistisch-moralischen integrität, die eine ganze stadtgesellschaft bitteschön gleichgeschaltet nachweisen sollen muss, ehe sie werbung für tourismus machen dürfen kann, das ist doch der gipfel allen spießertums.

    und zuletzt zu bernhard: die stumpfsinnigkeit im ländlichen milieu sowie in den großstädtischen kiezen und vorortidyllen ist doch auch nicht besser, oder?

    trotzdem gut, dass leute die zeit und das geld haben, sowas systemkritisches zu stemmen. nennt sich wohl wohlstand.

  • Pattirift

    |

    Die Begeisterung über die Idee wich sehr schnell der Enntäuschung über die Umsetzung, denn leider hält der Inhalt nicht, was man sich von ihm versprechen könnte. Zu platt, zu banal, zu viel Schwarz-Weiß, zu hingeschludert.
    Dabei ist das Feld ebenso fruchtbar wie unbestellt. Weitere Versuche, intelligenter und feinsinniger, täten Not.

  • Lothgaßler

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    Als ich in der verlinkten pdf-Datei gelesen habe, hats mir schon ein paar Lacher und Schmunzler raus gerissen. Nicht nur für Touristen wichtig: Endhaltestellen „Pürklsumpf“ und „Allee der Candierten Freundschaften“, dazu Torschießen auf Porta Prätoria, Steinewerfen auf Junggesellinnen-Gruppen uam.
    Ich hoffe dieser Touristguide wird gedruckt und kostenlos den Touristen untergeschoben. Das wäre doch ein Heidenspaß den Touris fürs Torwandschießen an der Porta ein paar Bälle hinzulegen. Beim Steinewerfen auf Jungessellinen mache ich selber mit, aber nassmachen mit Wasser ist auch erlaubt.
    Mich erstaunt, dass die bildliche Darstellung auf der „Geschichtsseite“ bisher nicht zu üblen Beschimpfungen von wegen Sexismus geführt hat. Die Domspitzen sind jedenfalls nicht im Bild zu sehen. Trotzdem kommen mir die beiden bekannt vor, woher kenne ich die bloß?

  • Bernd

    |

    Top recherchiert, gut aufbereitet und tolle Fotos. Auch als Regensburger hab ich noch nicht alles gekannt. Eine schöne Geschenkidee für meine Bekannten in Mintraching, Barbing und Deuerling und ein willkommener Anlass für sie, die weiter Reise nach Regensburg mal wieder auf sich zu nehmen.

  • Frage

    |

    @Radlertölpel
    Gibt es ein Foto von der alten Brunnenaufschrift? (Ich hatte die nie bemerkt.)

  • Martin Oswald

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    Den Tourist Guide gibt es auch gedruckt: http://www.schwafi.com/tourist.

    Er liegt auch kostenlos in einigen Kneipen aus.

  • Radlertölpel

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    @Frage: Umfangreiches Bildmaterial findet sich auf der Webseite, wenn man etwas sucht und klickt.
    Es gab verschiedene Aufschriften:
    „Wir bei der Arbeit und was wir dabei beachten müssen.“ Das Motto des prozessorientierten Projektes 2009/2010 sowie aller weiteren Überlegungen zur Nutzung durch Künstler (siehe auch petition an Wolbergs http://europabrunnendeckel.de/?p=3387#petition )
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/wirbeiderarbeit.jpg
    Spätere schrift auf der Westseite des Sargdeckels mit Nutzungsvorschlag:
    http://europabrunnendeckel.de/download/euro/drunterdrueber.jpg
    Dahinter befand sich ein beschriftetes Fenster : http://jakob-friedl.de/download/finneganswake/kleckern.285.jpg
    Schrift des eingemotten Kunstprojekts auf der Südseite mit ?:
    http://jakob-friedl.de/download/euro/europrfragezeichen800.jpg
    Dahinter befanden sich auf 8m breite 24 Fensterklappen mit auswechselbaren Buchstaben. Klappentext siehe Punkt 8. http://europabrunnendeckel.de/?p=531
    und Simulation auf der webseite: http://jakob-friedl.de/ (Für Ankündigungen gab es auch eine Projektion aus Kniehöhe ans Hochhaus und den Gunlooper / Maulwurfstomper mit entsprechenden Jingels.)
    Auf der Nordseite waren unter der Skatebank Poabdrücke zu sehen, gelegentlich auch unter dem Fenster der Apotheke:
    http://europabrunnendeckel.de/download/buz/pettitionbild1animiert.gif
    Am wichtigsten jedoch, die Stadtforschungsstation in der die (Schrift)zeichen Installationen und Skaterampen vor Ort entstanden: http://jakob-friedl.de/download/Architektur/A5JakobFriedlkl.jpg

    Aufschrift der Zukunft: „We are Legion! / Wir sind Legion!“

    Ergänzend zu meinem gestrigen Post:
    Am Dachauplatz vor dem Rathaus sitzt so viel Geschwerl rum, das unter den Nazis von Caritas und Sozialamt (Rathaus) gemeldet und von der Polizei (Minorietenweg) verhaftet und nach Dachau eingewiesen worden wäre. Die auf Hungerdiät vor sich hin vegitierenden Insassen der Psychatrie kamen nach Hartheim, die Juden in den Osten… Aber Schwamm drüber, was interessiert die Stadtregierung heute warum der Dachauplatz neben dem Rathaus also im Zentrum der gleichgeschalteten Macht nach dem Krieg so benannt wurde? Schade, denn meiner Meinung nach sollte die Chance genutzt werden gerade hier auf den sehr langen Weg der Aufarbeitung und Veränderung (Psychatrie) und unsere demokratischen Werte und Rechte aufmerksam zu machen.
    Es geht jedoch ausschließlich um altes Kirchengemäuer, Brotzeitbänke und Touristen. Vergl. deutschlandweite Auschreibung. Gedenken steht nach Aussage von Wolbergs bei der Sitzung des Planungsausschusses der Aufenthaltsqualität im Wege (die Videoaufzeichnung befindet sich leider nicht mehr in der Mediathek), Künstler die sich am Dachauplatz mit dem NS Thematik beschäftigen hätten folglich schlechte Karten.

  • hutzelwutzel

    |

    WUNDERERBAR GESCHRIEBENER ARTIKEL!

    Wünderbare Idee der beiden Extrem-Touristiker, und wer sich drüber aufregt, der soll erst mal beweisen, dass die über 900.000 jährlich übernachtender Touristen nicht auch alle Leute beeinhalten, die
    a) heimatvertrieben wieder mal in die Oberpfalz woll(t)en
    b) kirchliche Einrichtungen und Veranstaltungen besuch(t)en,

    oder vielleicht auch nur im Stadtgebiet Wohnsitz wechselnde Leute waren/ sind. ;-)

    Mit den Tourismuszahlen Ostbayerns wird sicher der größte Schmu getrieben, den die Tourismusbranche jemals erleben konnte.

  • hutzelwutzel

    |

    @Bernd:

    „Eine schöne Geschenkidee für meine Bekannten in Mintraching, Barbing und Deuerling und ein willkommener Anlass für sie, die weiter Reise nach Regensburg mal wieder auf sich zu nehmen.“ ;-)

    Sehen Sie, genau das höre ich auch immer wieder, dass man sich Regensburg immer öfter schenkt, und – sogar im Umland wohnend – nur gönnt, wenns nicht mehr anders geht.

  • Lenzerl

    |

    Seufz. Ich liebe Regensburg und zeige unsere wirklich (!) schöne Stadt wirklich gern her. Ich bin auch gegen Eventisierung und Kommerzialisierung. Aber leider finde ich den Lankes-Schwafi-Guide überhaupt nicht „eine vorzügliche Stichelei gegen die Selbstverliebtheit und Selbstüberschätzung, gegen die Eventisierung und Kommerzialisierung, gegen die Vulgarisierung und Zurschaustellung dieser Stadt“, sondern größtenteils eher geschmacklos und peinlich. Immerhin wieder mal ein pointierter Diskussionsbeitrag. Ein Imageschaden für Regensburg – sicher nicht. Da hat die Stadt schon mehr ausgehalten …

  • Frage

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    @Radlertölpel
    Danke für die Bilder zum Europabrunnen.
    Speiziell das Bild am Dachauplatz-Brunnen hätte mich interessiert:
    **„Sei still sonst kommst du nach Dachau.“ Schwefelsäuregrundierung für Straßenmalkreideschrift auf der letzten verblieben Fläche mit den Chlorwasser-Spuren von 40 Jahren Brunnenbetrieb wird flux in grau-grün überpinselt **
    Gibt’s davon ein Foto?

  • Markus Feilner

    |

    Wunderbare und unnötige Werbung für ein inhaltlich mehr als flaches (geht das geometrisch überhaupt?) Machwerk. Es gibt viel zu kritisieren hier, aber das können wir wirklich besser. Und ja, Regensburg macht wirklich sehr viel sehr viel besser als viele andere Standorte in Deutschland, trotz Schaidinger-Erbe und SPD.

  • Kernel

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    Allein schon „Das Schloss“ und die „Walhalla“ sind es wert, gelesen zu werden. Der erste Absatz bei der „Anreise mit dem Auto“ ist leider 0 ironisch, sondern nur noch wahr. Selbst die SPD schafft es nicht, eine umweltfreundliche Verkehrs- und Wirtschaftspolitik zu machen. Radfahrer sollten sicherheitshalber auf das Auto umsteigen und eine Verbesserung der Feinstaubbelastung würde bestimmt drei Arbeitsplätze gefährden (lt. Wirtschaftslobby).

  • Martin Franz

    |

    Mir lagen tatsächlich die gleichen Worte wie Pattirift in den Fingern.

    Selten eine gute Idee so schlecht umgesetzt erlebt.

    Somit erspar ich mir die Tipperei.

    Danke an Pattirift
    ““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““‘
    Pattirift

    12. Oktober 2016 um 10:08 | #

    Die Begeisterung über die Idee wich sehr schnell der Enntäuschung über die Umsetzung, denn leider hält der Inhalt nicht, was man sich von ihm versprechen könnte. Zu platt, zu banal, zu viel Schwarz-Weiß, zu hingeschludert.
    Dabei ist das Feld ebenso fruchtbar wie unbestellt. Weitere Versuche, intelligenter und feinsinniger, täten Not.

  • menschenskind

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    Nach 1945 haben sich eine Reihe bekannter, und vielfach als bedeutend angesehener, zumeist heimischer, Historiker der bayerischen Geschichte angenommen und ihre Erkenntnisse in populärwissenschaftlichen Büchern mit dem Titel „Geschichte Bayerns“ oder „Bayerische Geschichte“ ausgebreitet.

    Beispielhaft stehen Namen wie Bosl, Hubensteiner, Volkert, Prinz, Kraus.

    Alle Fünfe haben sie Regensburg einen besonderen Rang eingeräumt und oft minutiös Augenblicke römischer, bayerischer und deutscher Geschichte, die mit der Stadt zu tun hatten, beschrieben.
    Wie zu erwarten, kamen dabei kritische Episoden der Regensburger Stadtgeschichte eindeutig zu kurz.

    Oben (auf diesem Strang) hat der eine oder andere Kommentarschreiber Vergleiche mit Salzburg und mit Augsburg angestrengt, durchaus erlaubte und legitime Vergleiche. Beide diese Städte haben, wie wir wissen, ausgesprochen kritische Chronisten gefunden, Augsburg in Bert Brecht, Salzburg in Thomas Bernhard. Beiden Autoren wurde, ob ihres Eifers, sogar Hass auf die eigene Stadt vorgeworfen (gewiss, gewiss, TB war in Holland geboren worden, aber „seine“ Stadt war eindeutig Salzburg).

    Darf ich als Nichtregensburger mal die Kenner der Materie fragen, wen hat denn Regensburg als kritischen (prominenten) Autor hervorgebracht, der seine Stadt ‚in Grund und Boden‘ zerschrieben hat? Oder welcher Nichtdortgebürtige gilt als der bekannteste Diestadtzursaumacher?
    (Mir ist beim besten Wissen und Gewissen keiner eingefallen)

    Danke schon im Voraus für jede ernst gemeinte Zuschrift!

  • martin franz

    |

    servus menschenskind,

    danke für deinen fundierten beitrag.

    dennoch bleib ich bei meiner meinung, was den „touristguide“ von hubert lankes usw. betrifft.

    wie schon vorher hier geschrieben: eigentlich ein guter ansatz bzw. thema, aber leider äusserst banal, ich möche schon fast sagen —- es ist ärgerlich und naiv geschrieben.

    nebenfrage: warum nennt hier bei den kommentaren fast keiner seinen wahren namen?

    NSA TRauma?

    ist das hier eine geheimnisbude. stefan aigner schreibt ja auch

  • martin franz

    |

    Ich nochmal: Touristguide

    unten angefügt ein Auszug aus dem „Touristguide“

    Ich verstehe sehr wohl Spass, Satire und sogar schwarzen Humor,

    aber diese Beschreibung der Szenerie, die dort ja tatsächlich jeden tag stattfindet

    es ist schlichtweg gegenüber den menschen, die sich dort zwangsweise „eingenistet“ haben sehr unwürdig und einfach undurchdacht. selbst für mich absolut unwitzig.
    **********************************************************************

    Multi-Kulti-Treff Wertstoffhof
    Ein Besuch des Wertstoffhofs ist aus dem Regensburg-Programm ebenso wenig weg- zudenken wie der Eiffelturm aus Paris. Nicht umsonst stehen schon in den frühen Morgen- stunden kilometerlange Autoschlangen vor den Toren des landschaftsarchitektonisch äußerst interessanten Geländes. Bewundern Sie die Container mit heute selten gewordenen deut- schen Aufschriften wie „Altglas“, „Sperrmüll 2“, „Styropor“ oder „Hartplastik“. Treten Sie in engen Kontakt mit dem Personal! Wie? Werfen Sie nur mal so zum Spaß Ihre leere Plastik- brotzeitbox in den Container, über dem „Alt- metall“ steht.
    Sobald Sie dieses prickelnde Abenteuer über- standen haben, begeben Sie sich auf die an- dere Seite des Hauptgebäudes. Dort warten bereits Kurzzeittouristen aus aller Herren Länder auf die heiß ersehnte Flohmarktware. Das Tor geht auf. Ein babylonisches Sprachen- gewirr entbrennt. Die Schlacht bei Regens- burg wird dem Besucher originalgetreu, aber zeitlich komprimiert dargeboten. Die Laien- schauspieler verwenden dabei echte Waffen, um der Dramatik der Kämpfe zu Beginn des fünften Koalitionskrieges (1809) bis ins Detail gerecht zu werden.
    Tourist-Tipp Kinder: Das grausame Spekta- kel ist für Kinder ungeeignet. Nicht weit vom Schlachtfeld entfernt befindet sich eine voll funktionsfähige Schwermetallpresse, in der die Kleinen nach Herzenslust rumturnen kön- nen, bis alles aus ist.

  • menschenskind

    |

    zu martin franz:
    „nebenfrage: warum nennt hier bei den kommentaren fast keiner seinen wahren namen?“

    Stellen Sie sich vor, Sie sind für Vater Staat oder für die Alleinseligmachende, oder für den luth.-ev. Konkurrenzverein tätig, oder für eine andere Einrichtung mit Öffentlichkeitscharakter, und wenn nicht Sie, dann Ihr Partner/Partnerin, oder Ihr Kind. Und dann sagen, respektive schreiben, Sie die nackerte Wahrheit über Seehofer, Franziskus, pädophile Priester, deutsche (bayerische) Leichen im Keller…
    Glauben Sie, dass Sie dann noch ganz normal, wie zuvor, vor sich hinleben und Ihre Brötchen verdienen könnten?

    Lesen Sie doch mal nach, was dem armen CSU-Rebellen Wilhelm Schötterer widerfuhr, als die in da Bardei mitkriegten, der spuit nimma mied, der sogt jetzat nua no d’Wahrheit…

    Wünschen Sie uns ein ähnliches Schicksal?

    Also fragen Sie solche Sachen nicht wieder, lieber Freund!

  • menschenskind

    |

    Pardon, natürlich muss es Wilhelm Schlötterer heißen, hatte das l vergessen…

  • martin franz

    |

    servus menschenskind,

    ich verstehe deine einwände und erklärungen sehr wohl.

    aber oh nein herr oder frau menschenskind. natürlich ändert sich durch etwas andere ansichten das leben.

    eventuell sogar radikal.

    Haus, Frau/Mann, Beruf und Kinder sind ein einfacher Schutzmantel um verschiedenen themen zu entweichen.

    ist das aber die begründung nichts öffentlich unter eigenem namen zu sagen, zu wollen oder dürfen hat das für mich schon etwas besorgniseregendes.

    vergleiche mit „früher“ verbiete ich mir

    ist das auch die begründung z.b. immer noch zwecks job mitglied der katholischen/ evangelischen gemeinde zu sein?

    auf so eine gemeinde bzw. arbeitgeber, die mir in gewissen sinne einen maulkorb verpassen kann ich gerne verzichten.

    sorry falls ich beim schreiben etwas zu laut geworden bin und nix für ungut

    ich heisse weiterhin martin franz

  • menschenskind

    |

    Nachdem meine Frage von oben immer noch unbeantwortet geblieben ist, konfrontiere ich die Regensburger jetzt mit einer Liste gebürtiger und nicht gebürtiger Autoren ihrer Stadt.

    Bitte durchgehen und mir kurz mitteilen, wen man/frau als stadtkritische(n) AutorIn oder gar als kritischen Chronisten der Stadt kennengelernt hat.

    Danke für die Mühe!

    (Ich lese nun mal gern und mag kontroverse Gedanken)

    Johann Ludwig Prasch (1637–1690), Schriftsteller und Poetiker
    Johann Georg Gichtel (1638–1710), Mystiker und Spiritualist
    Friedrich Melchior Grimm (1723–1807), Schriftsteller und Diplomat
    Wolfgang Aigner (1745–1801), bayerischer Benediktiner und Gelehrter
    Christian Gottlieb Clostermeier (1752–1829), Jurist, Archivar, Bibliothekar und Geschichtsforscher
    Carl Theodor Gemeiner (1756–1823), Archivar und Historiker
    Johann Schiller (1812–1886), evangelischer Pfarrer und Schriftsteller
    Ludwig Held (1837–1900), österreichischer Schriftsteller und Librettist
    Oskar Freiherr Lochner von Hüttenbach (1868–1920), Lokalhistoriker und Schriftsteller
    Joseph Dalman (1882–1944), Drehbuchautor
    Kurt Graf (1883–1954), Schriftsteller
    Albin Angerer (1885–1979), Arzt und Studentenhistoriker
    Georg Britting (1891–1964), Schriftsteller und Dichter
    Florian Seidl (1893–1972), Schriftsteller
    Franz Ludwig Habbel (1894–1964), Aktivist der deutschen Jugendbewegung, Verleger und Sachbuchautor
    Heinz Schauwecker (1894–1977), Arzt und Schriftsteller
    Alfred Zacharias (1901–1998), Grafiker und Schriftsteller
    Oswald Heimbucher (* 1924), Literaturwissenschaftler und Schriftsteller
    Paul Ernst Rattelmüller (1924–2004), Heimatpfleger, Autor und Hörfunkmoderator
    Sandra Paretti (1935–1994), Schriftstellerin
    Albert von Schirnding (* 1935), Lyriker, Erzähler, Essayist und Literaturkritiker
    Wolfgang Giese (* 1939), Historiker
    Wilhelm Schlötterer (* 1939), Verwaltungsjurist
    Wolf Peter Schnetz (* 1939), Schriftsteller und Publizist
    Werner Raith (1940–2001), Philosoph, Erziehungswissenschaftler und Schriftsteller
    Benno Hurt (* 1941), Schriftsteller, Fotograf und Jurist
    Eva Demski (* 1944), Schriftstellerin
    Christian Feldmann (* 1950), Journalist und Buchautor
    Manfred G. Dinnes (1950–2012), Maler, Bildhauer, Autor und Regisseur
    Erhard Dietl (* 1953), Autor, Grafiker und Liedermacher
    Peter Jeremy Ettl (* 1954), Schriftsteller und Herausgeber
    Joachim Koch (1954–2008), Sozialphilosoph, Autor und Herausgeber
    Andrea Maria Schenkel (* 1962), Schriftstellerin
    Roswitha Wildgans (* 1963), Schriftstellerin
    Matthias Kneip (* 1969), Schriftsteller und Publizist
    Wolfgang Uchatius (* 1970), Journalist
    Elke Kratzer (* 1971), Filmproduzentin, Autorin und Regisseurin
    Beate Teresa Hanika (* 1976), Fotografin und Schriftstellerin
    Elisabeth von Thurn und Taxis (* 1982), Journalistin und Autorin
    David von Augsburg (um 1200–1272), mystischer Schriftsteller
    Georg Nikolaus Nissen (1761–1826), dänischer Diplomat und Schriftsteller
    Adalbert Müller (1802–1879), Schriftsteller und Landeskundler
    Rudolf Pikola (1916–1970), Politiker und Schriftsteller
    Michael Dirrigl (1923–2002), Autor, Historiker und Pädagoge
    Gertrud Benker (* 1925), Schriftstellerin
    Elfi Hartenstein (* 1946), Schriftstellerin
    Ernst-Wilhelm Händler (* 1953), Unternehmer und Schriftsteller
    Barbara Krohn (* 1957), Schriftstellerin und Übersetzerin
    Anja Utler (* 1973), Schriftstellerin

    Danke für die Mühe

  • walter

    |

    Ist echt nicht meine Stadt … eine Strafe … zum Beispiel Sylvester: zwischen den Häusern siehst du nix und das Wasser ist gesperrt!

    Geschönt geschrieben:
    Sperrung der Steinernen Brücke
    Zudem wird die Stadt auch in diesem Jahr wieder die Steinerne Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer sperren. Auch die Kaimauern unterhalb der Steinernen Brücke zwischen der Straße Am Schallern und dem Ende der Kaimauer an der Historischen Wurstküche werden durch Gitterabsperrungen freigehalten werden. Insbesondere seit der Sperrung der Steinernen Brücke für den Individualverkehr in den 90er-Jahren hatte es auf und unter der Brücke regelmäßig erhebliche Sicherheitsprobleme an Silvester gegeben. Im Hinblick auf diese Erfahrungen entschied sich das Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr zusammen mit der Bayerischen Landespolizei, dem Amt für Brand- und Zivilschutz und anderen städtischen Dienststellen auch in diesem Jahr dazu, die Steinerne Brücke zum Schutz der Feiernden zu sperren. Während der Zeit der Sperrung können die Fußgänger über den Eisernen Steg und den Pfaffensteiner Steg sowie über die Eiserne Brücke und den Grieser Steg nach Stadtamhof gelangen.

    Zum Kotzen!

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