Michlstift: Entgleiste Debatte

Von Datenschutz und Geschichten vom Pferd

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Egal wie man die Petition bewertet: Bei der Debatte um die Schließung des Michlstifts vernebeln persönliche Empfindlichkeiten manchen den politischen Verstand. Der Oberbürgermeister findet die Namen auf Unterschriftenlisten zu einer Petition „sehr interessant“. Der SPD-Fraktionschef verbreitet rufmörderische Gerüchte. 

Eine Petition, deren Wortwahl und Auftreten die Entscheider provoziert: "Das Michlstift muss bleiben!". Foto: privat

Eine Petition, deren Wortwahl und Auftreten die Entscheider provoziert: „Das Michlstift muss bleiben!“. Foto: privat

Den Ton und die Wortwahl ihrer Parteifreunde will sie nicht beurteilen. Ihre Verärgerung könne sie aber schon verstehen, sagt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, als wir sie am Rande ihres Pressetermins „Ein Jahr Bürgermeisterin“ auf das Bürgerstift St. Michael ansprechen. Maltz-Schwarzfischer hat das Thema in einer Sitzung des Sozialausschusses ruhig und ausführlich erklärt. Anders Joachim Wolbergs und SPD-Fraktionschef Norbert Hartl: Die beiden haben sich bei einer kurz darauf folgenden Stadtratssitzung gehörig im Ton vergriffen. 

Erklärungen für Schließung klingen plausibel

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer: Die zuständige Bürgermeisterin blieb  trotz Verärgerung sachlich im Ton.  Foto: Archiv

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer: Die zuständige Bürgermeisterin blieb trotz Verärgerung sachlich im Ton. Foto: Archiv

Wie berichtet, wird das Seniorenheim im Spätsommer geschlossen – die Bewohner sollen, sofern sie dies möchten, in den in Kürze fertiggestellten zweiten Bauabschnitt des Bürgerheims Kumpfmühl umziehen. Der Stadtrat durfte diese Entscheidung lediglich zur Kenntnis nehmen: Sie fiel im Aufsichtsrat der Regensburger Seniorenstift GmbH, städtische Tochter zum Betrieb der kommunalen Alten- und Pflegeheime.

Sowohl Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wie auch Sozialbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer haben den Schritt zu Schließung und Umzug schon mehrfach ausführlich begründet: Es geht um Probleme beim Brandschutz, um Sanierungskosten, die mit bis zu 15 Millionen Euro beziffert werden. Darum, dass das Michlstift für die Anforderungen an ein modernes Pflegeheim nicht geeignet sei und dass man jetzt die Chance habe, alle Bewohnerinnen und Bewohner inklusive des vertrauten Personals komplett in eine neues Gebäude umzuziehen, um den Wechsel so wenig schlimm, wie möglich zu machen. Man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, heißt es von Bürgermeisterin und Oberbürgermeister immer wieder. Das hört sich alles bislang nachvollziehbar und plausibel an.

Nachzulesen sind ihre Argumente in den Artikeln im Infokasten. Weitere Informationen, die wir angefragt haben, finden sich am Ende dieses Artikels. Darüber hinaus lädt die Stadt am 22. Mai, 19 Uhr, zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung in die Aula der Realschule am Judenstein ein.

„Da schwingt die Unterstellung mit, uns wären die alten Leute egal.“

Anlass dieser begrüßenswerten Veranstaltung ist eine Online-Petition der Initiative „Recht auf Stadt“, die sich gegen die Schließung des Michlstifts wendet. „Herr Bürgermeister Wolbergs: Alte Menschen sind kein Markt! Das Michlstift muss bleiben! Frau Sozialbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer: Seien Sie sozial auch zu den Alten!“, heißt es darin.

Sicher. Schmecken muss den Koalitionären diese Petition, die man auch anonym unterzeichnen kann, nicht.

Auch eine Unterstellung rechtfertig nicht alles, sagt Horst Meierhofer. Foto: Archiv

Auch eine Unterstellung rechtfertig nicht alles, sagt Horst Meierhofer. Foto: Archiv

„Da schwingt die Unterstellung mit, uns wären die alten Leute egal“, bringt FDP-Fraktionschef Horst Meierhofer die mehrheitliche Stimmung in der Koalition auf den Punkt, als wir ihn am Montag danach fragen. Das sei „schon blöd“, weil man sich wirklich viele Gedanken gemacht habe. Allerdings, das sagt Meierhofer auch, „rechtfertigt das nichts anderes“.

Damit, mit dem „anderen“, sind insbesondere Aussagen von Joachim Wolbergs und Norbert Hartl im Rahmen einer Stadtratssitzung Anfang Mai gemeint. Hier wurde die Schließung des Michlstifts – wie erwähnt – nicht entschieden, sondern zur Kenntnis genommen und man sprach auch über besagte Petition.

Der „Theatermensch“ und die „Geschichte vom Pferd“

Deren Unterzeichner – knapp 700 sind es derzeit – durften erfahren, dass der Oberbürgermeister es „sehr interessant“ findet, wer da so alles unterschrieben hat. Kurt Raster, Initiator der Petition, sei irgendein „Theatermensch“, der in unserer Internetdemokratie, wo jeder anonym seine Meinung verbreiten dürfe, einfach die „Geschichte vom Pferd“ erzählen könne, so Wolbergs weiter. Norbert Hartl unterdessen lästerte ausgiebig über Mietgeschichten Rasters und gab der Öffentlichkeit zur Kenntnis, dass dieser Mann „erledigt“ sei.

Was haben Drohungen und Diffamierungen für Folgen?

Was hat es wohl für Konsequenzen, wenn der Oberbürgermeister der Stadt Regensburg den Namen von jemandem „sehr interessant“ findet? Was bedeutet es wohl für jemanden, wenn der SPD-Fraktionschef öffentlich erklärt, dass dieser erledigt sei? Muss künftig jeder Bürger, der nicht mit den politischen Entscheidungen der Koalition übereinstimmt und es wagt, dies kund zu tun, damit rechnen, in öffentlicher Sitzung auf unterstem Niveau angegriffen zu werden? Und was bedeuten so unverhohlene Diffamierungen und versteckte Drohungen für das Diskussionsklima in einer Stadt, von dem die Koalition nicht müde wird, zu betonen, dass sie es doch gehörig verbessert habe?

Blöd daher reden am Rande der Legalität: Norbert Hartl. Foto: Archiv

Blöd daher reden am Rande der Legalität: Norbert Hartl. Foto: Archiv

„Wer behauptet, dass OB Wolbergs und die Verantwortlichen bei der Seniorenstift Regensburg GmbH wirtschaftliches Interesse vor das Wohl von älteren Menschen stellen, muss damit rechnen, dass seine Kompetenzen in Frage gestellt werden“, lautet dazu eine – etwas rätselhafte – Stellungnahme der städtischen Pressestelle.

Rufmord a la Hartl

Norbert Hartl sieht das nicht so eng. Er legt sogar noch mit ein wenig Rufmord nach. Als wir den SPD-Fraktionschef am Rande einer Pressekonferenz auf seine Äußerungen ansprechen, wiederholt er ein bisschen von dem, was er bereits in jener Stadtratssitzung von sich gegeben hat. Außerdem sei bei dieser Petition einer dabei sei, bei dem man ja nicht genauer hinschauen dürfe, wie der sich um seine alte Mutter kümmere. „Aber das darf man ja nicht sagen“, meint Hartl, nachdem er es mehrfach gesagt hat. „Wegen dem Datenschutz.“

Wen wundert es bei solchen Politikern noch, wenn manche lieber anonym bleiben?

Mehr Infos (Auskünfte der Stadt Regensburg)

Wann wurde die Schließung des Michlstifts beschlossen?

Zum 1. Januar 2010 fand die Betriebsübernahme der Katholischen Bruderhaus Stiftung, Eigentümerin des Michlstifts, durch die Seniorenstift Regensburg GmbH statt. In diesem Jahr wurde der bauliche Zustand Seniorenheims durch das Amt für Hochbau und Gebäudeservice der Stadt geprüft. Mit Hilfe einer groben Schätzung sollte eruiert werden, welche Sanierungskosten kurz- bzw. langfristig auf die Stiftung zukommen.

Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass ein Verbleib der Pflegeeinrichtung im Michlstift nicht sinnvoll ist. Zunächst wurde ein Neubau an anderer Stelle in Erwägung gezogen – speziell im Stadtnorden, um dann dorthin zu ziehen. Vor dem Hintergrund von Überkapazitäten wurde nun der Neubau verworfen und ein Umzug in den zweiten Bauabschnitt des Bürgerheims Kumpfmühl beschlossen.

Wie schlüsseln sich die bislang kommunizierten Sanierungskosten von 15 Millionen Euro auf?

Das Amt für Hochbau und Gebäudeservice hat im Juni 2010 folgende Kostenschätzung aufgestellt. Die Summe von rund 15 Millionen Euro setzt sich aus drei Kostengruppe zusammen:
 
ca. 7 Mio. Euro:          allg. Baukosten
ca. 5 Mio. Euro:          technische Ausstattung
ca. 2 Mio. Euro:          Nebenkosten (dazu gehören z.B. Architekten- und Ingenieurkosten)
plus 1. Mio. Euro Indexsteigerung
 
Sämtliche Kosten sind reine Pauschalwerte (und schon fünf Jahre alt).
 
Zum Zeitpunkt der Kostenschätzung lagen keine Kosten vor für:

ein energetisches Konzept,
einen Brandschutznachweis,
eine Schallschutzuntersuchung,
ein Gutachten im Hinblick auf die Denkmalpflege,
eine statische Bestandsuntersuchung,
eine Untersuchung der Entwässerungsleitungen

Die veranschlagten Kosten für den Brandschutz betreffen lediglich den Neubauteil des Hauses und sind nicht höher als 150.000 Euro anzusetzen.

Wie viele Beschwerden gibt es?

Bei OB Wolbergs sind zwei Beschwerde eingegangen. Danach erhielt er keine weiteren Anschreiben mehr. Bei Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer gingen gar keine Beschwerden ein.

Folgende Punkte haben bei der Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt:
 
Hoher Doppelzimmeranteil
Doppelzimmer ohne Nasszelle – nur mit Waschbecken
Einzelzimmer teilweise ohne Nasszelle
Nasszellen nicht behinderten- bzw. rollstuhlgerecht
Fehlende Aufenthalts- und Therapieräume
Weite, verwinkelte Wege (auch schwierig fürs Personal)
Flure sind nicht behindertengerecht gestaltet. Die Breite der Gänge können z.B. nur von einem Rollstuhlfahrer genutzt werden.
Versetzte Stockwerke (Sturzgefahr)
Zunahme an demenzerkrankten Bewohnern
 
Eine adäquate Versorgung ist nur in kleinen Gruppen oder Hausgemeinschaften möglich. Diese sind im Bürgerstift nicht vorhanden. Die Bewohnerbeaufsichtigung ist wegen dieser baulichen Voraussetzungen vor allem im Nachtdienst erschwert. Im Vordergrund aller Überlegungen stehen die gute Pflege und die besten Versorgungsmöglichkeiten, um die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu stabilisieren und noch weiter zu verbessern.

Am Freitag, 22. Mai 2015, findet um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Aula der Realschule am Judenstein (Am Judenstein 1) statt. Dabei werden laut Auskunft der Stadt umfangreiche Informationen zu allen Fragen vorgelegt, inklusive Berechnungen und Gutachten.
 

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Kommentare (21)

  • No Name

    |

    ‚Wen wundert es bei solchen Politikern noch, wenn manche lieber anonym bleiben?‘
    Ich wurde auch persönlich von einem ’solchen Politiker‘ belästigt und genau aus diesen Gründen, werde ich in Regensburg keine Unterschrift mehr auf irgendwelchen Listen leisten.

  • wahon

    |

    So, so – der Herr Hartl weiß also von Petitionsunterzeichnern Dinge, die dem Datenschutz unterliegen? Woher weiß er die denn? Ist er Geheimnisträger oder informeller Mitarbeiter des Verfassungsschutzes? Oder ist er einfach nur ein Gschaftlhuber und Wichtigtuer, der meint, als Stadtrat der SPD könne er straflos verleumden und denunzieren?

  • blauäugig

    |

    Es wird Zeit, dass sich die SPD einen anderen Fraktionsvorsitzenden sucht.
    Oder haben die Stadträte Angst, dann ähnlich öffentlich demontiert zu werden?

  • Mathilde Vietze

    |

    Hartl ist weder Hellseher, noch Geheimnisträger,
    er hat nur mit bestimmten stadtbekannten Leuten
    immer wieder dieselben Erfahrungen gemacht.

  • Jürger Dräger

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • R. Weisser

    |

    Norbert Hartls Kommunikationsstil scheint mir gelinde gesagt optimierungsfähig. Weiter will ich den nicht kommentieren, mir ist Herr Hartl auch recht wurst.

    Was an Wolbergs Äußerungen so dramatisch sein soll kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Tatsächlich habe auch (und nicht nur) ich mit Herrn Raster vielfach die Erfahrung gemacht, dass er mit seiner querulatorischen, kompromisslosen und anfeindenden Art – trotz oftmals hehrer Ziele – selten dauerhafte Verbündete findet. Denn jeder, der nicht genau seiner Meinung ist, dem wird schon schnell mal angedeutet, rechtsradikal zu sein oder zuallermindest nicht selbständig denken zu können, je nachdem worum es grad geht. Insofern ist man meist besser beraten, ein Anliegen – kultureller, sozialer, politischer oder sonstiger Natur – lieber ohne Herrn Raster in Angriff zu nehmen. Denn wer regelmäßig so dermaßen weit über’s Ziel hinausschießt wie er, der schadet den Anliegen um die es geht meist eher, als dass er ihnen nutzt. Zu bemerken scheint Herr Raster das nicht, dass es ihm oft genug gesagt worden ist scheint in nicht zu interessieren. Naja, er kann halt auch nicht aus seiner Haut. Es vor diesem Hintergrund „interessant“ zu finden, dass Herr Raster zu den Petenten gehört finde ich nicht anrüchig sondern vielmehr die etwas freundlicher formulierte und verstäändliche Äußerung, Anliegen nicht übermäßig ernst zu nehmen, an denen sich maßgeblich Herr Raster beteiligt – die Gründe dafür habe ich ja genannt.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu R. Weisser: Ich danke Ihnen ganz herzlich für den offenen und
    sehr zutreffenden Kommentar. Sie haben Herrn Raster, mit dem
    ich – und nicht nur ich – auch schon unangenehme Erfahrungen
    hatte, haargenau charakterisiert.
    Und das erklärt auch Herrn Hartls ungewöhnlich scharfe Reak-
    tion; auch er hat mit diesem Herrn schon seine Erfahrungen
    gemacht.

  • R. Weisser

    |

    Zu M. Vietze: Auf Ihren Beifall verzichte ich von Herzen gerne. Und wenn ich meinen Kommentar unter meinem hier üblicherweise verwendeten Nickname „Student“ abgegeben hätte, dann hätten Sie sich Ihre Bemerkung vielleicht ebenso verkniffen, wie ich mir inzwischen im allgemeinen jede Bemerkung zu Ihren Posts verkneife… was nur mit großer Mühe gelingt, wie ich zugebe. Und da sie meinen Kommentar direkt aufgegriffen haben, ist es mir diesmal leider nicht gelungen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu R. Weisser: Persönliche Zwiegespräche sind
    auf RD zu Recht nicht erwünscht. Trotzdem
    frage ich mich, warum ich einen Beitrag von
    Ihnen nicht für gut finden darf, auch wenn
    ich bei anderen Beiträgen völlig anderer Mei-
    nung bin. So läuft es doch in der Demo-
    kratie!
    So werde ich z.B. von den Ewiggestrigen in
    der katholischen Kirche als Querulantin
    verdammt und von den „Linken“ aus An-
    gepaßte bezeichnet. Damit kann ich leben.

  • Tom

    |

    Querulant hin oder her, es ist schlichtweg ein Skandal, wie der gewählte „Volksvertreter“ Hartl einen Bürger denunziert!

    Das Skandalöse daran ist, dass er offensichtlich dafür auch noch Informationen verwendet, die ihm aufgrund seines politischen Amtes exklusiv zur Verfügung stehen !

    Dass sich Wollbergs auf zugegeben deutlich harmlosere Art dessen unterirdischem Niveau annähert ist einfach nur peinlich, und zeigt, dass der OB immer noch nicht sein Provinzpolitikerniveau verlassen hat.

    PS: Was muss eigentlich passieren, dass sie, liebe Frau Vietze auch nur ganz, ganz wenig über ihre parteipolitische Brille schauen können……?

  • wahon

    |

    @Frau Vietze, Herr Weisser
    Sie sind sich also einig darin, dass Sie mit Herrn Raster „unangenehme Erfahrungen“ gemacht haben und fühlen sich gestört durch seine „querulatorische Art“. Halten Sie es dann auch für richtig, dass Hartl – ebenfalls mit vagen Andeutungen – Herrn Raster und damit alle Petitionsunterzeichner öffentlich in Misskredit zu bringen versucht?
    Sollten Sie nicht (mehr) genau wissen, was eine Denunziation ist und ob Sie sich nicht selbst sogar als Denunzianten betätigen, gibt Ihnen Wikipedia Auskunft:
    „Klatsch und Denunziation sind eng miteinander verwobene Kommunikationsprozesse, die häufig der Ausgrenzung Einzelner dienen. Die Denunziation zeichnet dabei die Besonderheit aus, dass sie an eine übergeordnete Instanz (Vorgesetzte, Partei, staatliche Stellen) ergeht, von der – in aller Regel unausgesprochen – Sanktionen gegen die Betroffenen erwartet werden. Insofern ist sie ein Mittel der sozialen Kontrolle, das die „höhere Instanz“ gern zu instrumentalisieren versucht. Nicht selten treten Neid und Rachegefühle als Motive für Denunziation zu Tage, die dann als gesellschaftspolitisches oder gar staatserhaltendes Anliegen verbrämt wird.“ Zum Lokalpolitiker Hartl passt das ganz gut …

  • R. Weisser

    |

    @wahon

    Ich gestatte mir, mich selbst zu zitieren: „Norbert Hartls Kommunikationsstil scheint mir gelinde gesagt optimierungsfähig. Weiter will ich den nicht kommentieren, mir ist Herr Hartl auch recht wurst.“

    Was an meiner Aussage haben Sie also bitte nicht verstanden? Mir scheint sie eigentlich sehr klar.

  • wahon

    |

    @R. Weisser

    Ich gestatte mir, Sie zu zitieren: „Was an Wolbergs Äußerungen so dramatisch sein soll kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Tatsächlich habe auch (und nicht nur) ich mit Herrn Raster vielfach die Erfahrung gemacht, dass er mit seiner querulatorischen, kompromisslosen und anfeindenden Art – trotz oftmals hehrer Ziele – selten dauerhafte Verbündete findet.“
    Ich kann nicht erkennen, dass Sie die Denunzierung des Herrn Raster durch Hartl und Co. wirklich ablehnen. Nach Ihrer Meinung ist die Petition „nicht übermäßig ernst zu nehmen“, weil Herr Raster „regelmäßig so dermaßen weit über’s Ziel hinausschießt“. Merken Sie was? Sie vermengen das konkrete Sachthema (die Petition) mit Ihrer allgemeinen persönlichen Aversion gegen Herrn Raster. Sie werten die Person ab, weil Sie zur Sache nicht Stellung nehmen wollen. Genau das ist der Kern jeder Denunziation.

  • Granit

    |

    Herr Fraktionsvorsitzender Hartl so steht es über dem Kommentarfeld der Petition: „Beleidigung, Verleumdung und unwahre Tatsachenbehauptungen können strafrechtliche Konsequenzen haben.“
    Ich hoffe Sie werden dafür endlich einmal strafrechtlich belangt.

    Das neue Theaterstück des Ue-Theaters passt Ihnen offensichtlich auch überhaupt nicht:
    http://rechtaufstadt-regensburg.uetheater.de/sauereien-in-regensburg-forumtheater-zum-thema-miete/

    Henri Lefebvre, Recht auf Stadt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Stadt

  • Joe Kermen

    |

    Mein Applaus geht an Richtung „wahon“. Danke für die Beweisführung.

    Was die Pedition betrifft, finde ich es immer gut, wenn Menschen für ihre Meinung, gleich wo diese steht, eintreten und dafür jene Mittel nutzen die ihnen zur verfügung stehen. Ganz legal. Und das sollte von jedem Stadtrat ernst genommen werden, ganz gleich welche Namen da nun drauf stehen. Aber dass ist eben Politik wie sie (vor allem) von unseren „Volksparteien“ gerne gemacht wird. Man macht den Stempel des „Protestwählers“ (bzw. Nichtwählers) drauf und schon ist alles nur noch halb so schlimm und nicht ernst zu nehmen.

    Von der Haltung der Herren Wolbergs und Hartl bin ich eigentlich nur enttäuscht (wenn auch nicht unbedingt überrascht).
    Die Diskussion um den Michlsstift ist meiner Ansicht nach überflüssig. Es gibt die in den Artikeln genannte logische und bereits getroffene Entscheidung über den Umzug. Und es ist auch „nur“ ein Umzug. Die Menschen werden ja nicht einfach auf die Straße gesetzt. Das die jetztige Lage natürlich schön ist, steht außer Frage. Ebenso die tatsache dass die Immobilie Michlsstift ein Goldei ist. Man sollte sich diesbezüglich auch gewahr sein, dass man das Nötige mit dem Praktischen verbinden sollte. Das wird hier gemacht.

    Und nun, weil ich einfach nicht anders kann, noch ein paar Worte zu Herrn Raster. Kurt Raster polarisiert. Eben weil er über das Ziel hinaus schießt. Und das muss er, um nicht einfach gänzlich unter den Teppich gekehrt zu werden. Seine Meinung tut er klar kund, ganz ohne Zuckerwatte und vielleicht auch ohne andere Meinungen vorher abzuwägen. Das ist mir aber lieber, weil ich diese Meinung dann einfach für mich überprüfen kann und meine eigene Meinung dazu bilden kann, als dass jemand etwas in einer Diplomatensprache sagt und ich dann selbst übersetzen muss was „sehr interessant“ denn bedeuten könnte. Meine Erfahrungen mit Kurt Raster waren immer ziemlich offen. Und auch wenn ich in vielem nicht seiner Meinung bin, weil ich seine Ansichten für zu unrealistisch halte, so konnten wir doch immer miteinander umgehen. Herr Raster vertritt schlicht und ergreifend den Gegenpol, den „Wir-müssen-alles-ändern“Gedanken zum selbstverklärenden „Wir-machen-alles-richtig“-Konsens den die Regierenden ja gerne einmal anstimmen.

  • R. Weisser

    |

    Ach, wahon…

    Diese Diskussion mit Ihnen fortzusetzen ist müßig, denn Sie drehen sich Aussagen so hin, wie es Ihnen passt anstatt sie so zu nehmen, wie Sie Ihr Gegenüber geäußert hat. Das macht fruchtbare Auseinandersetzungen unmöglich. Beispiel gefällig?
    Aus meiner Aussage, VERSTÄNDNIS für die Äußerungen des OB’s zu haben, Äußerungen, die ich dahingehend interpretiere, dass er ein Anliegen nicht übermäßig ernst nehmen will, weil sich Herr Raster dafür engagiert, konstruieren Sie, dass MEINER Meinung nach die Petition “nicht übermäßig ernst zu nehmen” wäre. Das ist ein kleiner Unterschied. Klein, aber wichtig und für mich schon ein Zeichen dafür, dass eine ehrliche und faire Diskussion nicht wirklich ihr Anliegen ist. An anderen Formen der Diskussion habe ich aber kein Interesse. Und auch meine Differenzierung zwischen Herrn Wolbergs und Herrn Hartl ignorieren Sie (erneut) geflissentlich. Fazit: Ende der Diskussion mit Ihnen.

  • TZ

    |

    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich.

  • Stewan

    |

    Hierfür liebe ich Regensburg^^^:)

  • Pflegekonzern verklagt Altenheimkritiker » Regensburg Digital

    |

    […] in der Regensburger Altstadt beobachten, zu deren schärfsten Kritikern Raster bis heute gehört. Eine von ihm gestartete Petition unter der Überschrift „Alte Menschen sind keine Ware“ stieß Oberbürgermeister Joachim Wolbergs derart sauer auf, dass dieser sich gehörig im Ton […]

  • Angelika Oetken

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    „Zum 1. Januar 2010 fand die Betriebsübernahme der Katholischen Bruderhaus Stiftung, Eigentümerin des Michlstifts, durch die Seniorenstift Regensburg GmbH statt.“

    Warum hat die städtische „Seniorenstift Regensburg GmbH“ das Haus denn überhaupt von der katholischen „Bruderhaus Stiftung“ übernommen?

    Dass erheblicher Sanierungsbedarf besteht, erkennt man doch schon anhand der Photos. Gehört das Gebäude immer noch der Kirche? Und die Stadt soll die Sanierung bezahlen? Oder verstehe ich da was falsch?

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