Linken-Stadtrat kritisiert AfD-Auftritt im Leeren Beutel

„Wehret den Anfängen“

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Über „Vernunft, Anstand und Toleranz“ will der stellvertretende AfD-Sprecher Hans-Olaf Henkel am kommenden Freitag im Leeren Beutel in Regensburg sprechen. Linken-Stadtrat Richard Spieß sagt dazu: „Man muss der AfD Vernunft entgegensetzen.“

Das Gespräch führte Rainer Hirthammer

„Ich sehe in der AfD das bürgerlich-'anständige' Gesicht von Rassismus und Neo-Faschismus.“ Foto: Archiv

„Ich sehe in der AfD das bürgerlich-‚anständige‘ Gesicht von Rassismus und Neo-Faschismus.“ Foto: Archiv

Herr Spieß, was gibt es daran auszusetzen, dass die Alternative für Deutschland (AfD) den städtischen Saal im Leeren Beutel für eine Veranstaltung nutzen kann?

Aus meiner Sicht tut sich Regensburg keinen Gefallen, Menschen wie Henkel ein Podium zu bieten. Viel Arbeit wurde in den letzten Wochen in die Aufklärung der Bevölkerung gesteckt, um die Aufnahme von Flüchtlingen möglichst positiv zu organisieren. Diese sehr lobenswerte Vorgehensweise der Stadt wird durch den Auftritt der AfD ad absurdum geführt. Was in vielen Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen erreicht wurde, wird durch die rechtspopulistische AfD zunichte gemacht: Unter dem Deckmantel der Sorge um die Bevölkerung vor Ort transportiert die AfD in besonders perfider Form Rassismus.

„Das bürgerlich-‚anständige‘ Gesicht von Rassismus“

Der Tagesspiegel schrieb kürzlich, die Asylpolitik sei am Ende der Lackmustest dafür, wo die AfD politisch einzuordnen sei. Wo sehen Sie die AfD?

Ich sehe in der AfD das bürgerlich-„anständige“ Gesicht von Rassismus und Neo-Faschismus. Die Flügel in der AfD streiten sich darum, wie weit man sich aus dem Fenster lehnen soll, gerade in der Hetze gegen Flüchtlinge. Arbeitserleichterungen für Asylbewerber werden da als „Schlag ins Gesicht der deutschen Arbeitssuchenden“ bezeichnet, Lucke will noch nicht mal Kriegsflüchtlinge aufnehmen usw. Die AfD ist auch auf anderen Gebieten eindeutig zu verorten, beispielsweise wenn es um Moscheen geht, oder bei Themen wie Abtreibung und Homosexualität.

Auf der Veranstaltung kommenden Freitag spricht auch Hans-Olaf Henkel, stellvertretender Sprecher der AfD und Mitglied im Europäischen Parlament. Was halten Sie von ihm?

Henkel trägt den Liberalismus wie eine Monstranz vor sich her und unterstützt aber das genaue Gegenteil von echtem, humantiärem Liberalismus. Bestenfalls wäre ihm Wirtschaftsliberalismus zu bescheinigen, was dann schon besser zum Sozialdarwinismus der AfD passt. Henkel hat gegenüber der Zeit gesagt: „Ich werde dann ganz klein und schäme mich in Grund und Boden. In der AfD gibt es halt besonders viele schwierige Typen: Ideologen, Goldgräber, Karrieristen.“ Wenn er das ernst meinen würde, dann würde er diese Partei verlassen. Ein Chauvinist weniger wird zwar die AfD nicht besser machen, aber es würden uns Auftritte wie der im Leeren Beutel erspart bleiben.

„Das läuft unter dem Deckmantel der Toleranz und Weltoffenheit, die der Leere Beutel ausstrahlt.“

Wie glauben Sie wird die AfD sonst in der Regensburger Öffentlichkeit wahrgenommen?

Leider gibt es natürlich auch in Regensburg ein gewisses rechtes Spektrum, das die AfD unterstützt. Ich habe aber auch schon deutliche Äußerungen gegen die AfD gehört. Für unsere Kreisverbands-Sprecherin Anna-Lena Schnaudt ist die AfD inakzeptabel sexistisch, Stefan Dietl, der stellvertretende Vorsitzende des ver.di-Bezirks Oberpfalz hat gesagt, für ihn als Gewerkschafter sei die marktradikale Ideologie der AfD überhaupt nicht hinnehmbar. Oder Marina Mühlbauer, die im Landesvorstand von ver.di ist, findet es sehr befremdlich, dass in Regensburg städtische Gebäude von einer Partei genutzt werden, um ihre rechte Propaganda in die Öffentlichkeit zu blasen. Und das ist ja so, dass das unter dem Deckmantel der Weltoffenheit und Toleranz läuft, die der Leere Beutel als Heimat der städtischen Galerie und des JazzClubs ausstrahlt.

Werden Sie am Freitag zur Veranstaltung der AfD gehen?

Wenn ich Freitag nicht verhindert wäre, würde ich natürlich eine Gegenkundgebung unterstützen. Man muss der AfD möglichst massiv Vernunft entgegensetzen, es geht wieder um das „Wehret den Anfängen“.

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Kommentare (37)

  • pars altera

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    Spieß, Dietl, Hirthammer, Schnaudt (Anna-Lena, ei, wie putzig), Mühlbauer (Marina, die 50iger Pop-Schnulze): das genossenschaftlich-anständige Gesicht der Volks- und Kulturzerstörung; „man muß“ diesen „möglichst massiv Vernunft entgegensetzen, es geht wieder um das ‚Wehret den Anfängen'“, völlig richtig: Regensburg braucht „massiv vernünftige“ Kölner Entgegengesetztmeinung.

  • Joachim Datko

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    Zitat: „Wenn ich Freitag nicht verhindert wäre, würde ich natürlich eine Gegenkundgebung unterstützen. Man muss der AfD möglichst massiv Vernunft entgegensetzen, es geht wieder um das „Wehret den Anfängen“.“

    Wie wollen Sie das machen, wenn ich zur Veranstaltung gehe? Wie wollen Sie mir mit ihrer massiven Vernunft kommen? Soll mir der Weg versperrt werden?

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker, Philosoph

    Bei der Landtagswahl in Brandenburg verlor die Linke 8,6 Prozentpunkte. Statt 27 Prozent hatte sie nur noch 18,6 Prozent. 20 000 ihrer Wähler gaben der AfD ihre Stimme.

  • Wege versperren?

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    @ J. Datko

    Die „Wegversperrer“ werden Sie woanders finden.
    Passen Sie also gut auf, was Ihnen Herr Henkel am Freitag erzählen wird. Aber die Vernunft wird ihnen niemand bringen. Mit der Vernunft wird niemand zu Ihnen „kommen“. Die Vernunft wird Ihnen auch nicht „den Weg versperren“. Die Vernunft müssten Sie schon selber entwickeln. Und dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Aber das sollte man einem „Ingenieur, Physiker und Philosophen“ nun wirklich nicht mehr erklären müssen.

    Wie viel hat den die FDP (die älteren werden sich noch an diese „Partei“ erinnern) an die AfD bei besagter Wahl abgegeben?

  • Tom

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    „Wehret den Anfängen!“

    Da gehe ich mit Ihnen, lieber Herr Spieß in vollem Umfang d’accord. Dennoch glaube und hoffe ich, daß die AFD mit Ihrer Rattenfängermasche, genauso wie damals die Republikaner wieder in der Versenkung verschwinden wird.

    Aber apropos „Wehret den Anfängen!“. Ich bin mir sicher, dass viele Regimeopfer, die zuhauf in den Stasi-Gefängnissen des Unrechtstaates DDR gefoltert wurden gerade genau das denken, wo in Thüringen ein Politiker der SED-Nachfolge-Nachfolgepartei Ministerpräsident werden soll………..

  • Andreas

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    Die CSU hat in Bayern 50% + und Herr Spieß warnt vor der AfD?? :)
    Franz Josef hat schon gesagt, es gibt keine Partei rechts von der CSU.
    Schauen Sie mal was die zu den angesprochenne Themen „… beispielsweise wenn es um Moscheen geht, oder bei Themen wie Abtreibung und Homosexualität“ sagen.
    Also, wenn Sie keine Zeit haben Freitag zur AfD zu gehn, es gibt bestimmt bald eine CSU Veranstaltung wo man eine Gegenkundgebung starten kann. Viel Erfolg…Herrn Spieß in seinem Lauf halten weder…usw, usw.

  • Franz Huber

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    Das bürgerlich-‚anständige’ Gesicht von Rassismus und Neo-Faschismus sitzt mit seinen Gesinnungsgenossen im Regensburger Stadtrat und schwenkt die Reichskriegsflagge zuhause. Diese innere Abneigung dem Anderen gegenüber sitzt dort schon (immer noch) fest verankert. Solange es solche Leute in den Stadtrat schaffen, findet die AfD auch ihre Zuhörer und Wähler. Nur wenn wir solchen Leute ein NEIN entgegensetzen, dann werden auch Rassismus und Neo-Faschismus keine Chance mehr haben.

  • Katharina die Große

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    Wie würde unser Land aussehen, wenn nur CSU und SPD erlaubt oder genehm wären? Eine Demokratie muss Meinungsvielfalt aushalten können. Diese Panikmache vor der AfD ist lächerlich. Wie ein Elefant, der vor einer Maus Angst hat…..

  • blauäugig

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    @Tom: Ist Ihnen tatsächlich unbekannt, welche Rolle die CDU in der DDR gespielt hat? Sie mag zwar bis zur „Wende“ nur halb so viele Sitze in der Volkskammer wie die SED gehabt haben, das Abstimmungsverhalten war aber identisch. Die CDU in den östlichen Bundesländern war und ist keinen Deut besser als die SED, auch wenn es nicht in Ihren Kram passt.
    Oder betrachten wir die F.D.P., die sich mit LDPD und NDPD gleich zwei Blockflöten mit ebenfalls demselben Abstimmungsverhalten einverleibte mit zusammen genauso vielen Sitzen in der Volkskammer wie die SED – diese Partei hat also mindestens genauso viel zu verantworten wie die Linke.

  • Tom

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    @blauäugig

    Nein, dass ist mir nicht unbekannt, hat aber mit meinem posting exakt mal überhaupt nichts zu tun.

    Dennoch finde ich es sehr interessant, dass bei der Diskussion DDR – Unrechtsstaat – Stasifolter – SED – PDS – Linke bei machen reflexartig das Argument „Aber es gab doch auch die Blockparteien in der DDR….“ ins Feld geführt wird.

    Das zeigt doch eindeutig, dass eine kritischen Aufarbeitung der politischen Herkunft der Linkspartei unbedingt vermieden werden soll. Wird schon seine Gründe haben warum!

  • Hans - Peter Dantscher

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    @ all: Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass in der Linken der Einfluss ehemaliger SED-Kader schwindet, speziell die der „DDR-NostalgikerInnen“ – in Anführungsstriche gesetzt, da dies oft gegen Menschen, welche innerhalb der Linken aktiv sind, populistisch zu Felde geführt wird . In der Jugend der Partei der Linken (sds – Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband und solid) gab es, als ich dort aktiv war, kaum jemand welcher der DDR (einer SED im Speziellen) nachtrauerte. Muss mir jetzt niemand glauben, bin schließlich Parteimitglied, war aber mein Eindruck als festen Organisationsformen gegenüber kritisch eingestellter Mensch.
    @ Datko: Bekanntlich gilt der Philosoph im eigenen Land wenig, in ihrem Falle ist dies absolut nachvollziehbar und falls es zu einem sich in den Weg stellen kommen sollte, werde ich mich für Sie persönlich verwenden, dass Sie der Veranstaltung beiwohnen können – Gleiches zu Gleichem. :-)
    @ pars altera: Köln ist eine wunderbare Stadt, aber Pro Köln, HoGeSa oder eben den Henkel braucht niemand. In ihre Reihung können Sie getrost auch meinen Namen mit aufnehmen, sind schließlich Menschen, von denen noch einiges zu erwarten ist – Interessant welche „Kritik“ Sie anbringen – putzig?!?, Volkslied?!? gehen Sie, in ihrem eigenen Interesse zum Arzt, da stimmt was nicht.

  • Doris Biedermann

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    “ Anmerkung der Redaktion: Laut Auskunft der städtischen Pressestelle ist für die Raumvergabe nicht die Stadt Regensburg, sondern der Pächter des Leeren Beutel zuständig.“
    – das stimmt so nicht! die Vergabe des Veranstaltungssaals im Leeren Beutel an die AfD erfolgte durch die Regensburg Tourismus GmbH (RTG), eines Tochterunternehmens der Stadt Regensburg. Die Vergabe erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die RTG noch zuständig dafür war. Der neue Pächter Winfried Freisleben musste die von der RTG geschlossenen Verträge übernehmen.
    Die Übergabe an ihn erfolgte am 1.10.2014

  • Stefan Aigner

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    Danke für den Hinweis. Wir werden das in größerem Rahmen richtig stellen.

  • Tom

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    @ Hr. Dantscher

    Eine durchaus interessante Vorgehensweise mit der zweifelhaften Herkunft der eigenen Partei umzugehen. Einfach mal den unrechtstaatlichen Ursprung negieren, und abwarten bis die letzten Protagonisten mit „Zeitablauf“ verschwunden sind.

    Na ja, hat ja in Deutschland schon mal auf der Kehrseite der Medaille sehr gut funktioniert!!!

  • Mathilde Vietze

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    Liebe Doris, ich danke Dir ganz herzlich, daß Du mir die Arbeit ab-
    genommen hast. Ich wollte soeben einen Kommentar in dieser
    Angelegenheit schreiben. Die Pächterseheleute Traudl und Win-
    fried Freisleben sind genauso empört wie die übrigen Leute, können
    aber einen Vertrag, der mit der damaligen RTG geschlossen wurde,
    nicht mehr rückgängig machen.
    Unter OB Wolbergs wird es so etwas nicht mehr geben!

  • Mathilde Vietze

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    Lieber Stefan, ich danke Dir herzlich dafür, daß Du das Ganze im
    großen Rahmen richtigstellst. Es darf nicht sein, daß die Freislebens
    das ausbaden müssen, was ihnen die RTG eingebrockt hat.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Franz Huber: Wenn Sie schon die unverschämte Behauptung
    aufstellen, daß sich im Regensburger Stadtrat „solche Leute“ be-
    finden, dann müssen Sie gefälligst auch Roß und Reiter nennen,
    sonst sind Sie unglaubwürdig.

  • Harald Klimenta

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    Wer „Anfänge“ des Chauvinismus wehren möchte, muss sagen, was der Näbhrboden davon ist und wie und warum und von welchen Menschen/Parteien/Gruppen dieser so erfolgreich gezüchtet wurde, um jetzt von der afd geerntet und neu besät zu werden. M.E. findet sich da sogar eine Partei in der Stadtratskoalition…

  • Joachim Datko

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    Diffamierung der AfD von der linken Seite, auch wegen massiver Verluste an die AfD bei Landtagswahlen!

    Wenn man sich ansieht, woher die AfD ihre Wähler erhält, kann man die SPD und die Linken verstehen!

    http://www.mdr.de/thueringen/landtagswahl-2014/wahl536_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.png?version=2769

    Die Linke hat in Thüringen 16.000 Wähler, die SPD 12.000 Wähler an die AfD verloren.

    Die AfD mag „kopflastig“ sein, das sollte aber in einer komplexen Welt nicht schaden.

    Hier ein „Negativbeispiel“, eine Aussage vor Frau Claudia Roth:
    http://www.monopole.de/Claudia-Roth-Die-Gruenen-Luegnerin-15-03-2013.jpg

  • blauäugig

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    @Datko: Wenn Sie schon die Wählerwanderung hochhalten: das Wahlgeheimnis wurde ja nicht verletzt, es ist nur ein Modell, um das Wahlergebnis mit statistischen Methoden nachvollziehbar zu gestalten. Nach den von Ihnen für wahr gehaltenen Zahlen hat die an sich schon bedeutungslose FDP mit ca. 23.000 Stimmen hat also in absoluten Zahlen fast genauso viele Wähler an die AfD verloren wie die Linke mit immer noch über 265.000 Stimmen. Der Drang, nach der FDP nun die AfD zu wählen, war mithin über 10x stärker, als nach der Linken nun AfD zu wählen.

  • Joachim Datko

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    Zu 5. November 2014 um 15:17: Sie mögen mit ihrer Analyse recht haben, aber woher nimmt Herr Spieß die Frechheit, die AfD so diskreditieren zu wollen? Ich habe mich nach der AfD-Veranstaltung in der RT-Halle lange mit einem Zufallsbekannten aus dem linken Lager unterhalten. Es war eine angenehme Unterhaltung, von meinem Gesprächspatrner gab es keinerlei ähnliche Vorwürfe gegen die AfD, wie sie Herr Spieß vorbringt. Meiner Meinung nach fehlt den Vorwürfen von Herrn Spieß ein sachlicher Hintergrund. Herr Spieß schreibt sich gegen die AfD die Vernunft auf die Fahne, welche Vernunft meint er? Will er gegen eine anfänglich als „Professorenpartei“ belächelte Partei mit Vernunft antreten?

  • Hans - Peter Dantscher

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    @Tom: Habe ich tatsächlich den Eindruck erweckt, dass diese Strategie innerhalb der Linken vorherscht bzw. ich diese unterstütze? Ich glaube nicht, ich wollte eher darauf hinweisen, dass die Linke trotz (oder gerade deshalb) einiger ehemaliger SEDlerInnen wenig mit der SED und deren Ideologie am Hut hat. Die Debatte bzgl. DDR Unrechtsstaat oder nicht und die Haltung der Linken dazu würde in diesem Forum wohl den Rahmen sprengen, aber die Stringenz SED = PDS = die Linke ist nicht haltbar.
    @Datko: Leider habe ich den Namen des Soziologen bzw. Politikwissenschaftlers vergessen, aber dieser hat die These aufgestellt, dass viele Linken-WählerInnen in der ehemaligen DDR, im Grunde konservativ eingestellt waren und diesen im Zuge des Mauerfalls halt die Sicherheit eines autoritären Staates abhanden gekommen ist. Diese sind halt jetzt bei der AFD gelandet, womöglich weil die Linke dieses Klientel nicht bedienen will :-). Dazu kommt noch die Einschätzung von blauäugig und ich denke wir sind uns einig, dass wir unterschiedliche Standpunkte haben, von Philosoph zu Laien.
    Hermeneutisch gesehen sind die Aussagen meines Genossen Spieß wohl vergleichsweiße harmlos und begründet, angesichts des Herumlamentieren was die KameradInnen der AfD so von sich geben Was will die AfD niemand weiß es, aber Ressentiments bedienen sie gerne.

  • Joachim Datko

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    Zu Hans – Peter Dantscher 5. November 2014 um 19:08 „[…] sind die Aussagen meines Genossen Spieß wohl vergleichsweiße harmlos und begründet, […]“

    Welchen Anspruch haben Sie an eine Begründung? Wie will er den Anspruch, „Man muss der AfD Vernunft entgegensetzen.“, erfüllen? Wer ist derjenige, bei den Linken, der der AfD Vernunft entgegensetzen soll? Von der DDR-Führung wissen wir, dass es in der Regel Handwerker waren, die den Staat geführt haben, das reicht nicht. Die Linke setzt nicht auf Vernunft, auf die Qualität der Argumente, sondern auf Agitation, wie es im Kommunismus üblich ist.

  • Regensburger Bürger

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    Ich finde es zutiefst erschreckend, dass man in Deutschland von angeblichen „Demokraten“ (in Wahrheit: dumpfblöde polemisierenden Eifereren) am Besuch einer Parteiveranstaltung gehindert wird oder mindestens bei der Teilnahme an einer solchen aggressivst beschimpft oder gar bedroht wird. Man hindert diejenigen, die gerne hingegehen möchten, um sich aus erster Hand zu informieren und anschließend objektiv ein Urteil zu bilden, am Wahrnehmen ihrer demokratischen Grundrechte, und falls man doch Mumm hat und hingeht, wird man als Nazis verunglimpft.

    Schon seltsam, dass genau die Leute, die immer gegen die angeblich so befangenen, subjektiven Medien agitieren und für Freiheit, Grundrechte, Transparenz und Pfefferkuchen eintreten, vor dem Leeren Beutel mit abgeschaltetem Großhirn ihre „Nazis-raus!“ Fähnchen schwingen und jegliche objektive Meinungsbildung verhindern….

    Da kann ich nur sagen: Die AfD ist offensichtlich um Welten demokratischer als jene Fähnchenschwinger und wohl auch als Herr Stadtrat Spieß, der ja offenbar eine „Gegenkundgebung“ unterstützt. Kommt mir alles irgendwie so vor wie die herummarodierenden, sich gegenseitig die Köpfe einschlagenden Banden der Nazi- bzw. Kommunisten-Verbände Anfang der 1930er kurz vor der Machtergreifung Hitlers. Die haben auch nicht diskutiert (sprich: sich zugehört), sondern „demonstriert“ (sprich: mit der Gegenseite geschlägert).

  • Dubh

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    Ich finde es erschreckend, wie viele ausländerfeindliche und anderweitige Rassisten/Sexisten mittlerweile behaupten das GG, die freiheitlich demokratische PLURALISTISCHE Grundordnung sei ausschließlich dazu da sie ihre Meinung UNWIDERSPROCHEN! verkünden zu lassen.

    DEM ist NICHT so!
    Alleine das zeigt deutlich, wer das GG nicht verstanden, vermutlich selbst nie reingesehen hat oder zu missbrauchen versucht!

    Und „schön“ wie viele sich offensichtlich freudig missbrauchen lassen, weil ausschließlich ihre Meinung gelten soll – und wer ihnen am allermeisten populistisch nach dem Maul redet hat ihre volle Unterstützung und sollte am besten die alleinige Macht im Staate haben.

    Noch gilt Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit jeglicher Weltanschauung für ALLE BürgerInnen im Lande, sofern es sich nicht um strafbewehrte Bereiche handelt!

    Neutral hat sich der Staat diesbezüglich ALLEN BürgerInnen gegenüber zu verhalten, die BürgerInnen untereinander hingegen nicht!

    Keine BürgerIn muss Rassismus tolerieren und gar unwidersprochen hinnehmen!

    Wer das behauptet, will offensichtlich ein System, das Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit nur noch für totalitären Meinungen zulässt, und die freiheitlich demokratisch pluralistische Grundordnung abschafft!

    Das allerdings kann schnell gehen, wie die Geschichte lehrt, denn Hitler hat die Macht nicht ergriffen – sie wurde ihm schlicht ganz offiziell von ebensolchen Kräften, die auch hier immer lauter und mehr werden übergeben – ganz verfassungsgemäß und die stimmten auch dem Ermächtigungsgesetz, das die Demokratie abschaffte, zu.

    „Mit 444 Stimmen der Regierungskoalition aus NSDAP und DNVP sowie von Zentrum, Bayerischer Volkspartei (BVP) und Deutscher Staatspartei wurde das Gesetz in namentlicher Abstimmung angenommen.“
    https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/etablierung/ermaechtigungsgesetz/

    Viel Vergnügen dann denen, die das allzugerne hätten, nach dem Motto Hauptsache uns geht es gut – was dann auch nur kurz so war, und übrigens keineswegs für alle Deutschen, Rassismus beschränkt sich ja nie auf eine Gruppe – macht aber nichts, denn „Kopflastigkeit“ ist gewiss nicht das Problem solcher Leute, und das der AFD ohnehin nicht.

  • Joachim Datko

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    Zu 6. November 2014 um 01:39 „[…] Stadtrat Spieß, der ja offenbar eine “Gegenkundgebung” unterstützt. Kommt mir alles irgendwie so vor wie die herummarodierenden, […]“

    Es ist Bevormundung.
    Zitat: „Herr Spieß, was gibt es daran auszusetzen, […]
    Aus meiner Sicht tut sich Regensburg keinen Gefallen, Menschen wie Henkel ein Podium zu bieten.“
    Will in Zukunft Herr Spieß sagen, wer wo in Regensburg ein Podium bekommt? Die Linke ist nach wie vor gefährlich, sie gefährdet die Freiheit des Wortes.

    J.D. Monopole.de

  • tim

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    @datko: Die Linke gefährdet die Freiheit des Wortes? Sie sind schon ein Komker. Das ist doch wohl zu hoffen, daß Linkspartei und Linke den Rassisten und Neo-Faschisten in ihren Worten und Taten gefährlich werden. Auch wenn es viele hier auf Dauer nicht kapieren, ist es eigentlich doch ganz einfach: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

  • Regensburger Bürger

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    Es ist höchst arrogant und selbstherrlich, sämtliche AfD-Mitglieder pauschal mit Faschisten und Rassisten in einen Topf zu werfen. Man kritisiert den mutmaßlichen Splitter bei denen und erkennt den fetten Balken im eigenen Auge nicht… aber Hauptsache, man fühlt sich gut dabei, nicht wahr?

    Naja, der CSU und deren Light-Abklatsch, der SPD, kann’s nur recht sein. Lenkt wunderbar ab von der nicht so gern öffentlich diskutierten Tatsache, dass man gerade bei den Themen Zuwanderung etc. in weiten Teilen genauso denkt wie die verfemten, „bösen“ Newcomer.

    @Dubh: Danke für die aufgedrängte Geschichtslektion. Nichtsdestotrotz ist das Wörtchen „Machtergreifung“ ein durchaus gängiger Begriff, auch unter Historikern. Mit letzteren haben Sie übrigens noch etwas gemein: Endloses Schwafeln, und dabei das eigentliche Thema zu vergessen.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Regensburger Bürger“ –
    Offenbar haben Sie die Zeitung nicht gelesen, sonst hätten Sie
    mitbekommen, daß der Regensburger SPD-OB und die SPD
    den ankommenden Flüchtlingen ein herzliches Willkommen ent-
    gegenbrachten. Es wäre halt besser, ehe man den Mund aufmacht,
    erst einmal das Hirn einzuschalten.

  • Regensburger Bürger

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    Meine liebe Frau Vietze,
    abgesehen von der eher themenfremden Anmerkung, dass ich die selbe Selbstverständlichkeit, nämlich Flüchtlinge hier zu begrüßen, auch schon bewerkstelligt habe:

    Repräsentiert Herr Wolbergs eigentlich die gesamte bayerische oder gar deutsche SPD, in all ihren teils recht extremen Facetten – vom rechtskonservativen Seeheimer Kreis (Kahrs, Sarrazin und Co.) bis hin zu sozialistisch-feministischen Antikapitalisten-Jusos wie Johanna Uekermann?

    Na also. Der eine oder andere SPDler mag durchaus beim bloßen Erwähnen des Begriffs „Zuwanderung“ ganz grässliche Alpträume bekommen, während der andere die EU-Außengrenzkontrollen und die Beamten, die sie durchführen, für den Inbegriff des Bösen halten mag. So ist das eben in einem Land, in dem das freie Denken und Äußern der eigenen Meinung zumindest offiziell erlaubt ist.

    Eine herabwürdigende, den Diskussionsteilnehmer persönlich angreifende Bemerkung a la „erst Hirn einschalten“ verkneife ich mir. Sowas ist mir dann doch zu blöd.

  • tim

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    Apropos „Unrechtsstaat“: „Während sich Politiker aller Parteien am 9. November in den Armen liegen und das Ende der mörderischen innerdeutschen Mauer feiern, haben sie die viel mörderischeren Außenmauern Europas finanziert. Diesem Verrat nimmt sich das Zentrum für Politische Schönheit an. Rücken wir den illegalen Mauerbauten in der Europäischen Union zu Leibe… Nicht mit warmen Worten, sondern mit Bolzenschneidern!“
    https://www.indiegogo.com/projects/erster-europaischer-mauerfall

  • urogomphi

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    Seit wann ist der Datko eigentlich so ne rechte Socke? Ich habe seine Kommentare etwas differenzierter in Erinnerung….

  • Tom

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    @ Hr. Dantscher und Spieß

    Auch wenn die Linke die Aufarbeitung ihrer zweifelhaften Herkunft nicht interessiert, so machen es doch Andere – Genialer Auftritt von Wolf Biermann im Deutschen Bundestag!!!!

  • Ausgerechnet

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    Ausgerechnet ein Mitglied der SED-Nachfolgepartei muss sich hier derart äußern. Das ist ja mal wieder typisch! Mit der Einschränkung von Grundrechten kennen die sich einfach bestens aus…

  • Joachim Datko

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    Ich war am Freitag in der Veranstaltung!

    Es war eine sehr angenehme, sachlich geprägte Veranstaltung. Herr Spieß verbreitet ein völlig falsches Bild von der AfD. Gut, dass Wolf Biermann der Linken wieder deutlich gesagt hat, wo ihre Wurzeln liegen. Die Anzahl der „Demonstranten“ hielt sich in engen Grenzen. Am Saalausgang hatten sich Provokateure der Linken postiert, um die Besucher nach der Veranstaltung zu belästigen, was sich aber in Grenzen hielt. Aus Sicherheitsgründen sollte man so etwas nicht machen, Ausgänge und Rettungswege sind frei zu halten.

  • Matthias Müller

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    Soll das ein Witz sein? Ein Vertreter der Nachfolge-Partei der SED (das ist „die Linke“ nach Umbenennung von SED zu PDS und dann plus einigen Irren von WASG zu „der Linken“), die hunderte Menschen an der Grenze erschossen, Millionen in der DDR gefangen und zig-tausende entweder eingesperrt, gefoltert oder tot geschlagen hat, warnt vor „Menschen wie Henkel“? Was hat der denn bitte gemacht, dass man ihn so dämonisiert? Dass beim Ramelow in Thüringen Stasi-Leute mitmachen, scheint für euch SED´ler wohl ok zu sein?!

    Es ist widerlich, dass es diese Stasi-Partei in Regensburg überhaupt gibt und ich finde es ekelhaft, dass Leute anscheinend dumm genug sind, diesen Mist zu glauben.

    Die Bürger der ehem. DDR und der vernünftige Generalsekretär Gorbatschow haben es ermöglicht, dass sich diese Menschen (ehem. DDR) diesem verbrecherischen SED-Regime entledigen konnten.
    Ich verneige mich von diesem mutigen Menschen.

    Leider kamen Mielke und Honecker letztendlich davon – eine absolute Ungerechtigkeit. Schlimmer ist jedoch, dass diese Stasi-Partei heute noch existieren darf.

    „Wehret den Anfängen“ -> Das gilt v.a. für „die Linke“ alias SED-Nachfolge-Partei!

    Richard Spieß , der wohl seit 1989 hier ist… keine Ahnung, woher der kam (tja?):

    Nach der Internet-Seite schaut es so aus:

    Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
    > Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. siehe da…

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