Wenn Engel reisen …

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gottlos2Die Gottlosen waren da. Und Gott war ihnen dicht auf den Fersen. Nachdem eine säkulare Buskampagne in Deutschland zunächst am flächendeckenden Widerstand der hiesigen Verkehrsbetriebe gescheitert war, haben sich die Initiatoren flugs einen Doppeldecker gemietet, der seit zwei Wochen mit dem Slogan „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ durch die Republik tourt. Am Wochenende hat das Atheisten-Gefährt das katholische Bayern erreicht. Am heutigen Montag stand die Runde durch Regensburg auf dem Programm. Kampflos wird den Säkularen das Feld freilich nicht überlassen. Seit einigen Tagen hat ein weißer Bus mit der Frage „Und wenn es ihn doch gibt?“ die religiöse Verfolgung aufgenommen. Zu ernsthaften Zusammenstößen kam es indessen nicht. Eine Streife der Polizei begleitete den gottlosen Doppeldecker durch die Bischofsstadt. gottlos1

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Kommentare (12)

  • Rainer Hirthammer

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    … wirklich lustig ist das Gegenargument „und wenn es ihn doch gibt?“. Mit „ihm“ soll wohl Gott gemeint sein. Fragt sich nur, welcher. Da könnte doch der Katholik eines Tages vor Allah etwas dumm dastehen.
    Und die Menge dessen, was es wahrscheinlich nicht gibt, ist ja enorm. Wenn man all dem entsprechend huldigen wollte, was es möglicherweise doch gibt: Außerirdische, Schlümpfe, der Pumuckl …

  • Ajatollah bin Eder

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    @Rainer Hirthammer

    Als hätten Sie den Pumuckl auch nur ein EINZIGES MAL gesehen!!!

    Sollten Sie SEinen Namen weiterhin verunglimpfen, werden die Schlümpfe – und ich – Sie und Ihresgleichen vernichten!!!

    Gepriesen sei das fliegende Spaghettimonster!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster

    RAMEN!

  • Theodor Rieh

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    Der Franze hat gsagt, bal er mal stirbt und dann wär da nix, sagt er, dann tät er lachen.

  • Roachim Jatko

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    „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“
    ===
    Meiner Meinung nach sind Götter “unterdurchschnittlich”, sie machen sich lediglich gerne zum Maß aller Dinge. Ich habe da so meine eigenen negativen Erfahrungen mit verschiedenen Gottheiten z. B. der Rewag, Schornsteinfegern.

  • Corelli

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    Hier ist ein schönes Kurzvideo (englisch) mit der Antwort von Richard Dawkins auf die weinerliche Frage ‚What if you’re wrong?‘ (‚Und wenn Sie sich irren?‘):

    http://www.youtube.com/watch?v=6mmskXXetcg

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Rudolf Gaßenhuber

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    Dass es Schicksal gibt, eine große Macht außer unserer Kontrolle (z.B. Krankheit), ergreifende Mächte (z.B. Angst, Rührung, Betroffenheit) usw. das steht außer Frage.
    Dazu brauchen wir keinen Glauben, das wissen wir irgendwie. „Gott“ ist keine Frage des Glaubens, sondern es kommt darauf an, was man damit meint.
    Deshalb finde ich den unteren Spruch „Ein erfülltes Leben…“ besser als den oberen.
    Dass man einen Leichnam nach 2000 Jahren immer noch am Kreuz hängen läßt und nicht beerdigt, das ist das eigentlich Bestürzende. Gegen ein paar Götter wäre nichts zu sagen, wenn auch Herz und Würde dabei wären.

  • Corelli

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    >>Dass es Schicksal gibt, eine große Macht
    >>außer unserer Kontrolle, das steht außer
    >>Frage. Dazu brauchen wir keinen Glauben,
    >>das wissen wir irgendwie

    das wissen wir?????
    irgendwie?????

    Manche glauben es … irgendwie …

  • Rudolf Gaßenhuber

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    Kann man daran zweifeln, dass es Kräfte gibt, die uns bewegen, ergreifen, „umhauen“ – wie Schicksalsschläge, starke Gefühle, Rührung und dergleichen? Sicher fühlt nicht jeder dasselbe, aber vom Leben überhaupt etc. ist wohl jeder Mensch betroffen. Ein Atheismus, der diesen Gegenpol der Autonomie leugnen wollte, ist kein Fortschritt.

  • Matthias

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    @Rudolf Gaßenhuber
    „…Ein Atheismus, der diesen Gegenpol der Autonomie leugnen wollte, ist kein Fortschritt.“

    Hallo,

    keine Kräfte, sondern Schicksale, gefolgt von Gefühlen. Meinen Sie etwa die Atheisten haben keine Gefühle? Gerade der Atheismus bedeutet Autonomie, das Richtige und Gutes zu tun aus EIGENER Überzeugung, nicht wegen Geboten oder Drohungen, wie z.B. man landet im Fegefeuer.

    Atheismus ist der Blick über den Tellerrand, ein Leben ohne Scheuklappen, freies Denken und humanistisches Handeln, gleichberechtigt, frei von Vorurteilen gegenüber Anderen.
    Genau nach den Werten, welche die Menschen sich entgegen der Religionen mit großen Opfern errungen haben, die Kirche hat gebremst und unterdrückt, gemordet, gelüncht und misshandelt, ausgerottet und verbrannt.

    Im Wandel der Zeit haben sie sich diese Errungenschaften aber selber angedichtet, als wären sie die Erfinder, die Wahrheit sieht aber leider anders aus.

    Wer zudem wissenschaftliches Interesse hat, der wird zwangsläufig zu der Erkenntnis kommen, dass ein 2000 Jahre alter Schmöcker, zusammengestöpselt aus Schriften vieler unterschiedlicher und größtenteils unbekannter Schreiber, mit Sicherheit nicht des Rätsels Lösung liefern kann.

    Es gibt und gab soviele Götter, überall andere, alle Menschen sind genau genommen Atheisten – bezogen auf die anderen Religionen.
    Der Atheist ist grob gesagt jedem Gläubigen nur um einen Gott weiter, mehr nicht.

    Seht euch mal dieses Video an, Hubble Deep Field, der tiefste Blick ins Universum bisher.

    http://www.youtube.com/watch?v=5rTYS-5Bv_Q

    Schon beeindruckend, erscheint es euch nicht unvorstellbar, dass dieser Herr Gott euch angeblich leise flüstern hört, und auch die 6,7 Mrd. anderen Menschen? Was ist der schon Zeitraum von 2000 Jahren, rein gar Nichts!

    Grüße Matthias

  • Rudolf Gaßenhuber

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    @Matthias, danke für den beeindruckenden Film. Ein Staubkorn unsere Erde und wir Menschen. Dieses Gefühl der der Winzigkeit, Nichtigkeit gegenüber der Größe des Alls ist eine Wurzel der Religionen. Kirchen sind nicht der Hort der Religion, sie sind zu sehr auf Macht und Selbsterhalt ausgerichtet. Schon eher der Einzelne, der sich seine Empfindungen nicht verbiegen läßt. „Schicksale, gefolgt von Gefühlen“ -hier verdrehen Sie die Reihenfolge; „Schicksal“ ist ein nachträgliche Deutung.

  • Matthias

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    „Dieses Gefühl der der Winzigkeit, Nichtigkeit gegenüber der Größe des Alls ist eine Wurzel der Religionen.“

    Die Wurzeln der Religionen sind aber eher in der Angst vor „Blitz und Donner“, als in dem Gefühl gegenüber der Größe des Universum zu finden :)

    Aus Unkenntnis, über die letztendliche Erklärung die wir noch nicht kennen, einem Glauben an ein höheres Wesen zu verfallen, bringt uns doch auch nicht weiter – bisher hat sie uns eher gebremst.

    Das Gefühl folgt auf den Schicksalsschlag, ich denke nicht, dass ich etwas durcheinander bringe, wenn ich das so sage.

    Wie gesagt, sieht man sich den Film an, sticht die Absurdität des Betens sehr krass hervor, dennoch wird sie wahrhaftig und ernsthaft betrieben – in kindlicher Manier.
    Andere Glaubensformen zeigen solche absurden Rituale noch spürbar falscher auf.

  • Rudolf Gaßenhuber

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    An der Wurzel der Religionen liegen Gefühle, Angst, OK, Schreck, Erhabenheit, Rührung, Hoffnung, Verzweiflung usw. Diese Gefühle sind ergreifende Kräfte, ergreifende Mächte. Sie wurden dann oft verstanden als Wesen und personifiziert etc. Das ist u.U. problematisch.
    Aber der Grund der Gefühle ist nicht der Mangel einer Erklärung. Auch wenn wir alles erklären könnten, hätten wir die Gefühle – hoffentlich – immer noch. Diese Kräfte existieren auch wenn sie in Religionen verdreht oder als Elektrik und Chemie weggedeutet werden.

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