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	<title>Kommentare zu: Widerstand ist (k)eine Sache des kleinen Mannes</title>
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	<description>Andere Nachrichten aus Regensburg</description>
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		<title>Von: StuhloderSessel</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-14372</link>
		<dc:creator>StuhloderSessel</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 02:22:09 +0000</pubDate>
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		<description>@peter alexa
Wie recht Sie haben!
Die ausserordentlich wertvolle Biografie über den Georg Elser des H.G.Haasis sei hier nocheinmal zur Kenntnis gegeben:
http://www.edition-nautilus.de/programm/biografien/buch-978-3-89401-606-7.html

Was die Turnhalle in Stuttgart betrifft, sei folgendes Werk, klammheimlich, angeraten:
http://www.konkret-verlage.de/kvv/kt.php?texte=50

Herrn Witzgall ein: Chapeau!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@peter alexa<br />
Wie recht Sie haben!<br />
Die ausserordentlich wertvolle Biografie über den Georg Elser des H.G.Haasis sei hier nocheinmal zur Kenntnis gegeben:<br />
<a href="http://www.edition-nautilus.de/programm/biografien/buch-978-3-89401-606-7.html" rel="nofollow">http://www.edition-nautilus.de/programm/biografien/buch-978-3-89401-606-7.html</a></p>
<p>Was die Turnhalle in Stuttgart betrifft, sei folgendes Werk, klammheimlich, angeraten:<br />
<a href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/kt.php?texte=50" rel="nofollow">http://www.konkret-verlage.de/kvv/kt.php?texte=50</a></p>
<p>Herrn Witzgall ein: Chapeau!</p>
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		<title>Von: Neuromancerro</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-14362</link>
		<dc:creator>Neuromancerro</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 12:26:41 +0000</pubDate>
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		<description>Während Stauffenberg ein überzeugter Nazi, aber Kriegsgegner war hat Elser die Realitäten seiner Zeit durchschaut.
Zum Glück wird sein Andenken nicht von Tom Cruise befleckt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Während Stauffenberg ein überzeugter Nazi, aber Kriegsgegner war hat Elser die Realitäten seiner Zeit durchschaut.<br />
Zum Glück wird sein Andenken nicht von Tom Cruise befleckt.</p>
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		<title>Von: peter sturm</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-7070</link>
		<dc:creator>peter sturm</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 20:31:14 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Ein Durchschnittsbürger habe 1938 nicht begründet die weitere Entwicklung vorhersehen können.&quot;
über welche art von bildung muß man nach meinung von lothar fritze verfügen, um antifaschist und kriegsgegner sein zu dürfen?
die militärisch nationalistische propapganda im jahr 1938 war sowohl von &quot;einfachen&quot; menschen als auch von den eliten nicht schwer einzuschätzen.

allerbesten dank an thomas witzgall für diesen starken beitrag.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ein Durchschnittsbürger habe 1938 nicht begründet die weitere Entwicklung vorhersehen können.&#8221;<br />
über welche art von bildung muß man nach meinung von lothar fritze verfügen, um antifaschist und kriegsgegner sein zu dürfen?<br />
die militärisch nationalistische propapganda im jahr 1938 war sowohl von &#8220;einfachen&#8221; menschen als auch von den eliten nicht schwer einzuschätzen.</p>
<p>allerbesten dank an thomas witzgall für diesen starken beitrag.</p>
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		<title>Von: Das Grauen</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-7055</link>
		<dc:creator>Das Grauen</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 14:08:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.regensburg-digital.de/?p=5280#comment-7055</guid>
		<description>Eine sehr gute Stellungnahme, Herr Witzgall. Sie haben ganz recht, die Verzerrungen des Lothar Fritze darf man nicht einfach unwiedersprochen im Raum stehen lassen. Die Geschichte hat Georg Elser recht gegeben, das kann man nicht einfach ignorieren. Und im dritten Reich gab es nicht zu viel, sondern zu wenig Widerstand. Unter solchen Voraussetzungen dem einfachen Mann Elser vorzuwerfen, er habe „seine politische Beurteilungskompetenz überschritten” ist aberwitzig. Wie Sie richtig klarstellen, muß man ganz im Gegenteil fragen, warum es keine entsprechenden konkreten Maßnahmen der &quot;kenntnisreichen, sachorientierten und nüchternen politisch-moralischen&quot; Elite gegeben hat! Die Schlußfolgerung kann doch nur sein, wenn die Elite versagt, kann man nur heilfroh sein, wenn stattdessen einfache Menschen die Courage haben, etwas zu unternehmen. 
Also, danke, daß Sie Georg Elser gegen diese unanständigen Vorwürfe so eloquent verteidigen. Er hat es verdient.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine sehr gute Stellungnahme, Herr Witzgall. Sie haben ganz recht, die Verzerrungen des Lothar Fritze darf man nicht einfach unwiedersprochen im Raum stehen lassen. Die Geschichte hat Georg Elser recht gegeben, das kann man nicht einfach ignorieren. Und im dritten Reich gab es nicht zu viel, sondern zu wenig Widerstand. Unter solchen Voraussetzungen dem einfachen Mann Elser vorzuwerfen, er habe „seine politische Beurteilungskompetenz überschritten” ist aberwitzig. Wie Sie richtig klarstellen, muß man ganz im Gegenteil fragen, warum es keine entsprechenden konkreten Maßnahmen der &#8220;kenntnisreichen, sachorientierten und nüchternen politisch-moralischen&#8221; Elite gegeben hat! Die Schlußfolgerung kann doch nur sein, wenn die Elite versagt, kann man nur heilfroh sein, wenn stattdessen einfache Menschen die Courage haben, etwas zu unternehmen.<br />
Also, danke, daß Sie Georg Elser gegen diese unanständigen Vorwürfe so eloquent verteidigen. Er hat es verdient.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ratisboner</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-7052</link>
		<dc:creator>ratisboner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 13:07:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.regensburg-digital.de/?p=5280#comment-7052</guid>
		<description>naja man kann natürlich argumentieren dass staufenberg &quot;zu spät&quot; handelte, etc.
Aber Staufenberg plante eben auch für eine Zeit danach, sein Anschlag hatte ein wenig mehr System.
Man kann eben nicht sagen was passiert wäre falls elser erfolg gehabt hätte.
Vlt wäre der Verlauf der Geschichte auch nicht geändert worden, wer weiß.

Ich finde man sollte allen Attentätern respekt zollen, es waren eben nur sehr wenig gegner gegen das System in unserem Land.
Die breite masse hat mitgemacht und &quot;heil hitler&quot; geschrien.
Nach Kriegsende gibt es auf einmal eine so große Anzahl an &quot;versteckten Systemgegnern&quot; auf Dachböden etc.
Die unsere EInwohnerzahl schlicht und einfach verdoppelt hätte.
Elser war noch ein Verbrecher in den Köpfen vieler Leute und Staufenberg eben noch ein hohes Tier.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>naja man kann natürlich argumentieren dass staufenberg &#8220;zu spät&#8221; handelte, etc.<br />
Aber Staufenberg plante eben auch für eine Zeit danach, sein Anschlag hatte ein wenig mehr System.<br />
Man kann eben nicht sagen was passiert wäre falls elser erfolg gehabt hätte.<br />
Vlt wäre der Verlauf der Geschichte auch nicht geändert worden, wer weiß.</p>
<p>Ich finde man sollte allen Attentätern respekt zollen, es waren eben nur sehr wenig gegner gegen das System in unserem Land.<br />
Die breite masse hat mitgemacht und &#8220;heil hitler&#8221; geschrien.<br />
Nach Kriegsende gibt es auf einmal eine so große Anzahl an &#8220;versteckten Systemgegnern&#8221; auf Dachböden etc.<br />
Die unsere EInwohnerzahl schlicht und einfach verdoppelt hätte.<br />
Elser war noch ein Verbrecher in den Köpfen vieler Leute und Staufenberg eben noch ein hohes Tier.</p>
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	<item>
		<title>Von: Roland Hornung</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-7035</link>
		<dc:creator>Roland Hornung</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 10:26:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.regensburg-digital.de/?p=5280#comment-7035</guid>
		<description>@Peter Alexa

Ja, deutliche Worte von Ihnen, denen man nur   
zustimmen kann.

 Euer Roland Hornung</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Peter Alexa</p>
<p>Ja, deutliche Worte von Ihnen, denen man nur<br />
zustimmen kann.</p>
<p> Euer Roland Hornung</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Roland Hornung</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-7030</link>
		<dc:creator>Roland Hornung</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 07:30:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.regensburg-digital.de/?p=5280#comment-7030</guid>
		<description>Ein ausgezeichneter und so wichtiger und richtiger Artikel von Herrn Witzgall. Danke !

Euer Roland Hornung</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein ausgezeichneter und so wichtiger und richtiger Artikel von Herrn Witzgall. Danke !</p>
<p>Euer Roland Hornung</p>
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	<item>
		<title>Von: Peter Alexa</title>
		<link>http://www.regensburg-digital.de/widerstand-ist-keine-sache-des-kleinen-mannes/08112009/#comment-7022</link>
		<dc:creator>Peter Alexa</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 21:11:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.regensburg-digital.de/?p=5280#comment-7022</guid>
		<description>Das nicht ein Mensch wie Georg Elser zum Symbol für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus geworden ist, sondern eine reaktionäre Elite, die teilweise selber tief in die Verbrechen der braunen Mörderbande verstrickt war, wundert nicht, wenn man sich die Nachkriegsgeschichte anschaut. 
Mit Beginn des kalten Krieges und einige Jahre später des Wirtschaftswunders, brach sich in der BRD ein fröhlicher Antikommunismus in einer Gesellschaft seine Bahn, die den Sieg der Alliierten in ihrer Mehrheit nicht als Befreiung sondern als Niederlage begriff. Im kalten Krieg wieder gebraucht, krochen diejenigen aus ihren Löchern an die Schalthebel der Macht, in der Politik, der Justiz, den Geheimdiensten und der Bundeswehr, in der Wirtschaft ohnehin, die je nach Funktion im Nationalsozialismus eigentlich in ein sowjetisches Gefangenenlager oder unter den Galgen gehört hätten.
Die deutsche Nachkriegsjustiz vollbrachte nicht nur die juristische &quot;Glanzleistung&quot; einer vollständigen Selbstamnestie, mit der konsequenten Nichtverfolgung der Naziverbrechen wurde die BRD auch zum größten Asylantenheim für Kriegsverbrecher. Staatsanwälte, die einige Jahre vorher mit großem Eifer noch Kommunisten jagten, hielten es nicht einmal für nötig, bei der Fahndung nach Kriegsverbrechern in die Melderegister oder Telefonbücher zu schauen, was tatsächlich oft schon gereicht hätte, da sich diese Ratten so sicher fühlten, das sie nicht selten unter ihrem richtigen Namen lebten.
In den 50er und 60er Jahren, zur Zeit des KPD Verbots, kam es vor, das Kommunisten von den gleichen Polizisten verhaftet und verhört, von den gleichen Staatsanwälten angeklagt und von den gleichen Richtern verurteilt wurden, vor denen sie in der Nazizeit schon einmal standen.
Die Kriegsverbrecher, die aufgrund internationalen Drucks dennoch vor Gericht gestellt wurden, kamen entweder mit lächerlich geringen Strafen davon oder wurden nach einigen Jahren amnestiert, einige bekamen sogar Haftentschädigungen. Zeugen, vor allem jüdische Menschen, wurden bei den Vernehmungen drangsaliert, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben, weil sie nach 20 oder 30 Jahren nicht mehr genau sagen konnten, an welcher Stelle der Erschießungsgrube der Täter genau stand.
Erstaunlich, wenn man an die Kreativität der Justiz denkt, vor allem in den 70er und 80er Jahren, wenn es darum ging, RAF Mitglieder summarisch für alle Taten der RAF zu verurteilen, ohne den einzelnen die Taten konkret nachweisen zu können.
Leider erledigt sich das Problem nicht biologisch mit dem Ableben der Naziverbrecher.
Es scheint, das der totale Bruch mit dem Denken und der Mentalität, die Auschwitz möglich gemacht hat, größeres Grauen erzeugte, als eben dieses Denken und diese Mentalität.  Die vermeintlichen &quot;Sachzwänge&quot; nach 45, mit denen die Übernahme der alten nationalsozialistischen Eliten in die brd begründet wurde, nicht etwa als notwendiges Übel, sondern als willkommener Anlass gesehen wurde, dieses Denken und diese Mentalität auf eine &quot;zivilisierte&quot; Art und Weise zu restaurieren. Es wurde nicht mehr totgeschlagen, es wurde totgeschwiegen, es wurde im &quot;Stillen&quot; gearbeitet.
Noch heute kann sich ein reaktionärer Depp vor die Öffentlichkeit stellen und einen ehemaligen Nazimarinehinrichter posthum zum Antifaschisten erklären und trotzdem weiter Ministerpräsident eines Bundeslandes bleiben.
Noch heute gibt es in Stuttgart keine &quot;Georg Elser Halle&quot;, aber eine &quot;Schleyer Halle&quot;, benannt nach einem Mann, der einer Generation und Klasse angehörte, die sich ihren Antisemitismus, ihren Antikommunismus, ihre Verachtung für das Proletariat noch als äußeres Attribut ihrer elitären Stellung gegenseitig als Mensuren in die Fressen hackte.
Noch heute faselt der &quot;schlauste Politiker aller Zeiten&quot; (Schlaupaz), Helmut Schmidt, von der Ehrenhaftigkeit der Wehrmachtssoldaten und er meint damit nicht wie man denken könntedie Deserteure, die Befehlsverweigerer, die, die sich geweigert haben mitzumachen. Er meint die Wehrmacht, die nicht nur selber in unsägliche Verbrechen involviert war, sondern die mit ihren Raub und Eroberungsfeldzügen das Terrain vorbereitet und gesichert hat, auf dem dann die SS, die Einsatzgruppen und Polizeibataillone in aller Ruhe ihrem massenmörderischen Handwerk nachgehen konnten.
Wir sollten uns also nicht wundern, wenn in dieser bewusst produzierten Geschichtslosigkeit, junge Menschen wieder nach einfachen Antworten suchen und auf Rattenfänger hereinfallen,
die aus der Psychopathologie ihrer seelischen Trümmerlandschaften eine Ideologie basteln und eine kranke aber einfache Antwort geben.
Die Neonazis mit ihren 136 Morden seit der sogenannten Wiedervereinigung sind nur die sichtbaren Eiterbeulen am Körper einer Gesellschaft, der insgesamt noch vergiftet ist.
Menschen wie Georg Elser, von denen es viel zu wenige gab, aber doch einige und die Geschichte dieser Menschen, ihre Menschlichkeit und ihr Mut hätten in der Nachkriegsgesellschaft und auch heute noch so etwas wie ein heilsames Gegengift seien können, wären sie nicht ignoriert, denunziert und vergessen worden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das nicht ein Mensch wie Georg Elser zum Symbol für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus geworden ist, sondern eine reaktionäre Elite, die teilweise selber tief in die Verbrechen der braunen Mörderbande verstrickt war, wundert nicht, wenn man sich die Nachkriegsgeschichte anschaut.<br />
Mit Beginn des kalten Krieges und einige Jahre später des Wirtschaftswunders, brach sich in der BRD ein fröhlicher Antikommunismus in einer Gesellschaft seine Bahn, die den Sieg der Alliierten in ihrer Mehrheit nicht als Befreiung sondern als Niederlage begriff. Im kalten Krieg wieder gebraucht, krochen diejenigen aus ihren Löchern an die Schalthebel der Macht, in der Politik, der Justiz, den Geheimdiensten und der Bundeswehr, in der Wirtschaft ohnehin, die je nach Funktion im Nationalsozialismus eigentlich in ein sowjetisches Gefangenenlager oder unter den Galgen gehört hätten.<br />
Die deutsche Nachkriegsjustiz vollbrachte nicht nur die juristische &#8220;Glanzleistung&#8221; einer vollständigen Selbstamnestie, mit der konsequenten Nichtverfolgung der Naziverbrechen wurde die BRD auch zum größten Asylantenheim für Kriegsverbrecher. Staatsanwälte, die einige Jahre vorher mit großem Eifer noch Kommunisten jagten, hielten es nicht einmal für nötig, bei der Fahndung nach Kriegsverbrechern in die Melderegister oder Telefonbücher zu schauen, was tatsächlich oft schon gereicht hätte, da sich diese Ratten so sicher fühlten, das sie nicht selten unter ihrem richtigen Namen lebten.<br />
In den 50er und 60er Jahren, zur Zeit des KPD Verbots, kam es vor, das Kommunisten von den gleichen Polizisten verhaftet und verhört, von den gleichen Staatsanwälten angeklagt und von den gleichen Richtern verurteilt wurden, vor denen sie in der Nazizeit schon einmal standen.<br />
Die Kriegsverbrecher, die aufgrund internationalen Drucks dennoch vor Gericht gestellt wurden, kamen entweder mit lächerlich geringen Strafen davon oder wurden nach einigen Jahren amnestiert, einige bekamen sogar Haftentschädigungen. Zeugen, vor allem jüdische Menschen, wurden bei den Vernehmungen drangsaliert, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben, weil sie nach 20 oder 30 Jahren nicht mehr genau sagen konnten, an welcher Stelle der Erschießungsgrube der Täter genau stand.<br />
Erstaunlich, wenn man an die Kreativität der Justiz denkt, vor allem in den 70er und 80er Jahren, wenn es darum ging, RAF Mitglieder summarisch für alle Taten der RAF zu verurteilen, ohne den einzelnen die Taten konkret nachweisen zu können.<br />
Leider erledigt sich das Problem nicht biologisch mit dem Ableben der Naziverbrecher.<br />
Es scheint, das der totale Bruch mit dem Denken und der Mentalität, die Auschwitz möglich gemacht hat, größeres Grauen erzeugte, als eben dieses Denken und diese Mentalität.  Die vermeintlichen &#8220;Sachzwänge&#8221; nach 45, mit denen die Übernahme der alten nationalsozialistischen Eliten in die brd begründet wurde, nicht etwa als notwendiges Übel, sondern als willkommener Anlass gesehen wurde, dieses Denken und diese Mentalität auf eine &#8220;zivilisierte&#8221; Art und Weise zu restaurieren. Es wurde nicht mehr totgeschlagen, es wurde totgeschwiegen, es wurde im &#8220;Stillen&#8221; gearbeitet.<br />
Noch heute kann sich ein reaktionärer Depp vor die Öffentlichkeit stellen und einen ehemaligen Nazimarinehinrichter posthum zum Antifaschisten erklären und trotzdem weiter Ministerpräsident eines Bundeslandes bleiben.<br />
Noch heute gibt es in Stuttgart keine &#8220;Georg Elser Halle&#8221;, aber eine &#8220;Schleyer Halle&#8221;, benannt nach einem Mann, der einer Generation und Klasse angehörte, die sich ihren Antisemitismus, ihren Antikommunismus, ihre Verachtung für das Proletariat noch als äußeres Attribut ihrer elitären Stellung gegenseitig als Mensuren in die Fressen hackte.<br />
Noch heute faselt der &#8220;schlauste Politiker aller Zeiten&#8221; (Schlaupaz), Helmut Schmidt, von der Ehrenhaftigkeit der Wehrmachtssoldaten und er meint damit nicht wie man denken könntedie Deserteure, die Befehlsverweigerer, die, die sich geweigert haben mitzumachen. Er meint die Wehrmacht, die nicht nur selber in unsägliche Verbrechen involviert war, sondern die mit ihren Raub und Eroberungsfeldzügen das Terrain vorbereitet und gesichert hat, auf dem dann die SS, die Einsatzgruppen und Polizeibataillone in aller Ruhe ihrem massenmörderischen Handwerk nachgehen konnten.<br />
Wir sollten uns also nicht wundern, wenn in dieser bewusst produzierten Geschichtslosigkeit, junge Menschen wieder nach einfachen Antworten suchen und auf Rattenfänger hereinfallen,<br />
die aus der Psychopathologie ihrer seelischen Trümmerlandschaften eine Ideologie basteln und eine kranke aber einfache Antwort geben.<br />
Die Neonazis mit ihren 136 Morden seit der sogenannten Wiedervereinigung sind nur die sichtbaren Eiterbeulen am Körper einer Gesellschaft, der insgesamt noch vergiftet ist.<br />
Menschen wie Georg Elser, von denen es viel zu wenige gab, aber doch einige und die Geschichte dieser Menschen, ihre Menschlichkeit und ihr Mut hätten in der Nachkriegsgesellschaft und auch heute noch so etwas wie ein heilsames Gegengift seien können, wären sie nicht ignoriert, denunziert und vergessen worden.</p>
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