Citymail: „Ohne Hartz IV geht es nicht“

Simon Blengl ist Familienvater. Seit gut vier Jahren arbeitet er in Regensburg beim privaten Postzusteller Citymail. Dort verdient er pro zugestellter Sendung zwischen acht und 16 Cent. Das Sortieren der Post muss er zuvor ebenfalls übernehmen – unbezahlt. Akkordarbeit am untersten Level der Lohnskala. In einem „guten Monat“ kommt Blengl auf etwa 1.100 Euro. Citymail ist keine Ausnahme.

In der Zustellbranche sind Slogans wie „Geiz ist geil“ oder „Billig ist besser“ offenbar Geschäftsprinzip. Schuld daran ist nicht zuletzt eine Schlamperei des früheren Arbeitsministers Olaf Scholz. Weil er es versäumt hatte, bei einem Gesetz zum Mindestlohn für Postzusteller die Unternehmer anzuhören, wurde das Gesetz vor Gericht gekippt. Die aktuelle Bundesregierung bleibt bei dem Thema untätig. Seitdem dreht sich die Lohnspirale nach unten.

Am Montag ist Aktionstag der Gewerkschaft verdi vor dem Gebäude der Mittelbayerischen Zeitung – Citymail ist eine 100prozentige Tochter des Medienkonzerns. Damit ist man hier mit der Forderung nach einem Tarifvertrag im Zustellwesen genau richtig. Es ist ein kleines Häuflein, das sich um Gewerkschaftssekretärin Nicole Rufin versammelt hat. Die knapp 20 Leute kommen aus Rosenheim, München oder Augsburg. Einige wenige aus Regensburg sind auch dabei.

Der Kampf für verbindliche tarifliche Regelungen in der Zustellbranche stößt auf wenig Resonanz – sowohl bei den Beschäftigten, wie auch bei den Medien. In München, wo vor zwei Wochen 150 Leute auf der Straße waren, um für eine vernünftige Bezahlung der Zusteller zu demonstrieren, sei überhaupt keine Zeitung vor Ort gewesen, erzählt ein Teilnehmer. Wen wundert’s: Als Billigzusteller in Konkurrenz zur Post zu treten, gehört mit zum Geschäft der größeren Verlagshäuser. Und hier zählt vor allem eines: Der Preis.

Der wird auf dem Rücken der Beschäftigten gestaltet. Während bei der Post derzeit noch bis zu 14 Euro die Stunden gezahlt werden, liegt der Lohn bei privaten Zustellern teils nur bei sechs Euro. Dazu passt eine Meldung der Financial Times vom Wochenende, derzufolge die Post ihre Billigtochter First Mail weiter ausbauen will. Dort werden 9,80 Euro die Stunde bezahlt.

Einen verbindlichen Stundenlohn für die Zusteller von Citymail in Regensburg – sie werden pro Stück bezahlt. Da haben vor allem ältere Mitarbeiter das Nachsehen. Simon Blengl kommt auf etwa acht Euro die Stunde. „Damit bin ich wahrscheinlich der am besten verdienende Zusteller bei Citymail Regensburg.“

160 Angestellte arbeiten in Regensburg bei Citymail, 60 von ihnen sind Zusteller. Sie haben nahezu alle Teilzeitverträge, arbeiten zwischen sieben und zehn Stunden täglich. Viele haben einen Zweit- und Drittjob. Über die Hälfte von ihnen beantragt in regelmäßigen Abständen Hartz IV, manchmal „nur“ Wohngeld, um über die Runden zu kommen. „Ohne Hartz IV würde es nicht gehen“, sagt auch Simon Blengl. Immer wenn er Urlaub nimmt, stellt er einen entsprechenden Antrag bei der ARGE. Bizarr: Bei zwei Wochen Urlaub fällt der Hartz IV-Satz im entsprechenden Monat fast drei Mal so hoch aus, wie das Gehalt für die verbliebenen beiden Arbeitswochen.

Die Betriebsratsvorsitzende Elvira Dalen befindet sich im Vergleich dazu in einer fast schon privilegierten Position. Sie arbeitet seit acht Jahren in der Erfassung und bekommt in der Stunde immerhin neun Euro – gestiegen ist dieser Stundenlohn nie. Dalens Urlaub beschränkt sich auf die gesetzlich vorgeschriebenen 20 Tage im Jahr. Weihnachts- oder Urlaubsgeld gibt es nur für die Angestellten in der Verwaltung. Wer aktuell bei Citymail in der Erfassung anfängt, verdient laut Dalen noch einmal 60 Cent die Stunde weniger.

Mit ein Problem für dieses Lohndumping sind in Dalens Augen die Großkunden, die fürs Verteilen ihrer Infopost den günstigsten Anbieter suchen. „Dann werden entsprechende Angebote gemacht und am Ende bekommt der Zusteller für schwere Kataloge, die er verteilen muss acht Cent pro Stück.“ Das Ende vom Lied: Ein Großauftrag fürs Unternehmen, Lohndruck für die Beschäftigten.

Fünf Betriebsräte gibt es bei Citymail, zwei weniger als eigentlich zulässig. „Es haben sich nicht mehr bereit erklärt, zu kandidieren“, so Dalen, die dafür auch die Angst der Angestellten vor dem Job-Verlust verantwortlich macht. Die Mitarbeiter-Fluktuation sei extrem hoch. Die Verträge befristet. „Da trauen die Leute sich einfach nicht.“ Auch nicht auf die Straße vors MZ-Gebäude. Wen wundert es da, wenn Citymail-Geschäftsführer Daniel Emmerich die Frage von Gewerkschaftssekretärin Rufin nach Verhandlungen über einen Haustarif im Vorbeigehen mit „So zeitnah wird das nicht passieren“ beantwortet?

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Kommentare (34)

  • Tobias Bluhme

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    1.100 EUR? Meine Frau verdient weniger! Sie arbeitet im sozialen Bereich und ist ständig der Gefahr ausgesetzt, daß sie von psychisch kranken Jugendlichen angegriffen wird – dafür gibt es aber keine Zuschläge.

    Insofern finde ich 1.100 EUR für den ruhigen Job eines Briefzustellers mehr als komfortabel. Von „Lohndumping“ kann hier wohl keine Rede sein.

    Und man bedenke immer: Die Einführung eines Mindestlohns würde unweigerlich Arbeitsplätze kosten. Wenn man größere Stücke vom Kuchen abschneidet, werden es nämlich weniger Kuchenstücke.

    Vielleicht sollten Angestellte, die mit ihrer Bezahlung nicht zufrieden sind, doch mal zum stärksten Mittel greifen, mit dem sie ausgestattet sind: der Kündigung. Nur so kann der Markt funktionieren. Wer ein Angebot annimmt indem er einen Arbeitsvertrag unterschreibt, soll auch damit zufrieden sein (warum unterschreibt man sonst?).

  • Neuromancerr

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    Schweine!
    Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen

  • Hannes Wagner

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    @TobiasBluhme:
    Ja warum unterschreiben diese Menschen auch diese Verträge? Gibt doch genug andere Jobs! Zur Not geht man eben im Winter Schnee schippen….

    Wenn Ihnen kein Grund einfällt, warum diese Menschen solche Jobs annehmen, dann sind sie a) sehr weltfremd und b) müssen sich dem Vorwurf aussetzen lassen, dass ihre Schreibart leicht Menschenverachtend ist!

    So viel von mir dazu!

  • Bastian

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    @ tobias bluhne

    glaubst du wirklich es ist kompfortabel bei wind und wetter raus zu fahren?
    minus 20 grad, glatteis. extrazulage? fehlanzeige.
    sturm zb. kyrill. extrazulage? auch fehlanzeige.
    ich glaube unser job ist nicht minder gefährlich wie im sozialen bereich.
    sich mit verkehrsteilnehmern rumschlagen, die einen nicht für voll nehmen?
    ich wurde schon mehrmals von einem auto umgefahren.
    die dreisteste reaktion war „ich bin nicht schuld“, bei missachteter vorfahrt usw.
    die polizei war anderer meinung als er.
    und dann darf man sich mindestens einmal die woche anpöbeln lassen.
    sei es das man den dritten tag beim gleichen klingeln musste, weil bk´s innenliegend sind.
    was sollen wir machen? vor die tür werfen? wieder mitnehmen?
    die leute sind die ersten die sich beschweren wenn ein brief mal 2 stunden zu spät kommt.
    mir wird auch mit prügel usw. gedroht.
    ich finde 1100 euro für unseren „ruhigen“ job nicht annähernd kompfortabel.

    nichts destotrotz liebe ich den beruf.
    ich hoffe ich konnte dir ein bisschen die augen öffnen für unseren „chilligen“ job

  • Joachim Datko

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    – Das soziale Problem wird sich weiter verschärfen, es ist aber lediglich ein Verteilungsproblem.
    – Die produzierten Güter reichen bei weiten aus um die Weltbevölkerung gut zu versorgen.
    – Es werden immer weniger Menschen gebraucht werden um die Güter für die Versorgung der Menschen zu erzeugen, die Rationalisierung schreitet weiter voran.

  • stefan

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    @tobias bluhme

    naja ich weiss net wieviel briefzusteller sie kennen, aber so ruhig ist es nicht wie man denkt.Also ist ja nicht so das man da nicht oft mit schwierigen situationen zu kämpfen hat-leute die eienm mit dem Regenshcirm hinschlagn weil man einen gerichtsbrief bringt, HUDNE-angriffe, was auch schon zu schlimmen verletzungen geführt hat usw.
    ausserdem steht da das er mit 1.100 mit am meisten verdient.
    und wenn man im winter bei -20 grad und frost draussen 5-8 stundne unterwegs ist, mit katalogen ca. 20 stck. die ein gewicht von bis zu 1 kilo haben(und so ein fahrrad wiegt im schnitt shcon 30 kilo) und dann auch nur für ein paar cent vergütet werden…………
    nochmal darüber nachdenken!

  • F

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    Mich würde ja mal interessieren, was denn so eine Lohnforderung wäre… auf welchen Betrag sollte ein Briefzusteller denn mindestens im Monat kommen??? Ihre Meinungen….

  • Elisabeth Rosina

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    Hallo @ Tobias Bluhme

    klingt gut, 1.100 EUR? Wenn Ihre Frau weniger verdient arbeitet sie vielleicht weniger Stunden? Und ach tatsächlich, sie hat einen Mann der auch verdient. Wenn nun aber ein Familienvater, Alleinverdiener mit zwei kleinen Kindern, 1.100 verdient, fixkosten von1.000 da sind, oh wie kann man sich da nur beschweren! Echt jetzt. wenn die Kinder täglich eine Schüssel voll Reis b ekommen, reicht doch. In andern Ländern leben sie auch so!!!
    Also im Ernst jetzt. In dem Moment, wo jemand so wenig verdient, daß er hartz IV dazu ergänzend beantragen kann, erhält er so wenig, daß er nicht vom Lohn leben kann. Die ARGE guckt da schon auch genauer hin. Dabei geht es nicht um die Leistung die jemand erbringt. Denn der Job Ihrer Frau ist sicher auch sehr belastend. Zugegeben. Keine Frage. Nur ein CityMail Fahrer radelt im Schnitt viele Kilometer täglich runter, bei Schnee, Sonne, Wind und Regen. Alles unter Zeitdruck, mit Erkältung und ohne. Samstag wenn andere frei haben z.B. Und wenn sie Urlaub nehmen, müssen sie entweder vorher oder nachher sich doppelt reinhängen, da es keine Urlaubsweiterzahlung gibt. Hier wird nicht vom zusätzlichen Urlaubsgeld geredet, sondern davon, daß sie in der Zeit wo sie in Urlaub sind überhaupt nichts bekommen. Meistens haben sie danach eher Schulden. Auc h kein Grundgehalt. Von der Sortiererstelle abgesehen. Aber hier geht es ja um die Verteiler.
    Durch die Einteilung der Stundenzahl ist es für einen Familienvater auch so gut wie unmöglich sich einen Zweitjob zusuchen. Aber im Grunde geht es ja jetzt nicht um den Vergleich, welche Arbeit ist schlechter, welche besser. In dem Moment, wo ich nicht in der Lage bin durch meine Arbeit meine Familie zu ernähren, stimmt etwas nicht. Ganz einfach. Und es ist schlichtweg FALSCH wenn man ins Feld führt, daß die Einführung eines Mindestlohns unweigerlich Arbeitsplätze kosten würde. DAS wäre nur dann der Fall, wenn die Geschäftsführung bei SICH keine Abstriche machen würde. Sicherlich geht es auch bei solcher Bezahlung, bei der man keine Zuschüsse von der ARGE braucht. Denn eines solle man auch bedenken. Jeder Steuerzahler in Deutschland finanziert die CityMail – Fahrer jeden Monat mit, sofern sie Zuschüsse von der ARGE erhalten. Das heißt, die Geschäftsführung spart hier auf Kosten der Allgemeinheit.
    Der Staat muß zahlen, weil einige Ihre Kuchenstücke, so wie Sie es nennen, SOOOOO groß machen, daß für den Rest nur noch Brösel bleiben.
    Eines sollte uns die Menschheitsgeschichte doch wohl gelehrt haben. Kein Reicher, Unternehmer, Arbeitgeber, kann auf Dauer auf Kosten der Kleinen leben. Weil dies immer nur eine Zeit lang gut geht. Irgendwann beginnt das Volk sich zu wehren. Und das kann nie zu Gunsten des Großen enden. Denn zur Zeit stehen gerade die Firmen stark und unabhängig da, die eine starke gut bezahlte Arbeiterschaft haben. Gerade in Zeiten, in denen der digitale Markt stärker wird als je zuvor, sollte sich auch eine Zeitung über diese Entwicklung Gedanken machen, da zur Meinungsbildung heut nicht mehr unbedingt eine gedrucktes Blatt Papier nötig ist.
    Und Ihr Einwand, daß Angestellte, die mit ihrer Bezahlung nicht zufrieden sind, doch mal zum stärksten Mittel greifen, mit dem sie ausgestattet sind: der Kündigung, ist so menschenverachtend wie er nur sein kann. Niemand wird heute einen Arbeitsplatz kampflos räumen. Und das hat mit Markt überhaupt nichts zu tun. So funktioniert nur Unterdrückung und Diktatur. Wem es nicht paßt der kann gehen oder wird gegangen. Hat Sie die Zeit nichts gelehrt? Auch wenn Sie meinen: „…Wer ein Angebot annimmt indem er einen Arbeitsvertrag unterschreibt, soll auch damit zufrieden sein (warum unterschreibt man sonst?)….“
    sollten Sie bedenken, daß es Situationen im Leben eines Menschen gibt, in denen er nicht entscheiden kann nehm ichs oder nicht. Gerade heute, wo es so viele Menschen gibt, die ARbeit suchen, wäre es ja nur DUMM keine Arbeit anzunehmen. Nur, weil ich gezwungen bin, solche Verträge zu unterschreiben, sollte dem Arbeitgeber nicht das Recht geben, seine Mitarbeiter so zu unterdrücken. Hier kann man nur sagen, Pfui.
    Was mich persönlich wundert, daß hier von der ARGE kein Aufschrei kommt? Warum schauen die Herren Politiker hier nicht mal genauer hin? Vielleicht vor der nächsten Wahl?
    Ich für mein Teil unterstütze einen solchen Betrieb sicher nicht mehr. Zum Beispiel durch Zeitungskauf.
    In diesem Sinne

    E.R.

  • Ben Mirwald

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    Natürlich sind 1100 Euro Lohndumping. Gerade wenn davon eine Familie leben können soll. Und der Verdienst ist am oberen Ende der Skala für die Briefzusteller.
    Dass es noch mieser bezahlte Jobs gibt, wissen wir alle, aber warum wird das hier schon wieder genutzt um die berechtigten Forderungen anderer als übertrieben hin zu stellen? Wer miserabel Bezahlte gegen schlecht Bezahlte ausspielt, hat nicht verstanden dass natürlich alle prekären Arbeitsverhältnisse ähnlich funktinonieren.
    Genau diese Art von fehlender Solidarität ist es, die den Kampf gegen moderne Ausbeutung so schwierig macht.
    Es ist tatsächlich so, dass beim Verweigern einer Arbeitsstelle das ALG gekürzt wird (so viel zum Thema Unterschreiben von Verträgen und freier Berufswahl).
    Aber ich finde auch: Arbeitsverweigerung, also Streik, ist das beste Mittel gegen Ausbeutung. Aber eben nur mit Unterstützung, auch aus anderen Branchen!

  • Ratisbonicus

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    Und wer unterstütz dieses System der Ausnutzung? – Die Stadt Regensburg!
    In dem Moment, in dem sich der MZ-Verlag des Unernehmens City Mail angenommen hatte, hatte die Stadt Regensburg begonnen ihre gesammte Post mit dem MZ-Unternemen zu versenden.
    …klingt komisch, ist aber so!

  • Meldungen vom 29. Juni 2010

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    […] Das Sortieren der Post muss er zuvor ebenfalls übernehmen – unbezahlt. Akkordarbeit am untersten Level der Lohnskala. In einem „guten Monat“ kommt Blengl auf etwa 1.100 Euro. Citymail ist keine Ausnahme.«. Quelle: 29.6.2010, Artikel von Stefan Aigner bei regensburg-digital.de lesen… […]

  • Quinky

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    Hallo Tobias Bluhme:
    Die 1.100€ sind BRUTTO!! = ca. 880€ NETTO, wenn verheiratet!
    = Die Arbeitszeit ist zwischen 7-10 Stunden täglich + UNBEZAHLTE Sortierzeit!!!

    Damit dürfte der Nettolohn weit unter 4€ pro Stunde liegen.. Das als komfotables Lohn zu bezeichnen, hier fällt mir nicht mehr ein. Das ist eindeutiger Sklavenlohn, der sogar gegen die Menschenrechte verstößt!

    Keine weitere Aussage von mir, das spricht wohl für sich selbst!

    Gruß
    Quinky

  • Lohndumping

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    Ich habe bei der City Post gearbeitet und habe 3,5 Cent!!! pro verteiltem Brief (bei Werbung von AOK & Co sogar noch weniger) bekommen. Meine Tour war 14km lang.

    City Post hat weder Arbeitskleidung, noch ein Arbeitsfahrzeug gestellt.

    Die Post wurde in Kisten angeliefert (früh kurz vor 6 Uhr)…mind. 1 Stunde Post sortieren (natürlich unbezahlt) und dann mind. 3 Stunden verteilen.

    Montags hatte ich manchmal nur 4 Briefe und musste dafür in ein Gewerbegebiet fahren, was 3 km entfernt lag (der Stundenlohn lag da bei sagenhaften 14 Cent).

    Trotz der tägl. Arbeitszeit von etwa 4-6 Stunden habe ich im Monat nie mehr wie 160 Euro verdient.

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich nochmal 1/3 weniger verdient habe, als Mitarbeiter die schon mehrere Jahre dabei waren (meist Rentner oder Hausfrauen) habe ich auch die gleichen Erfahrungen wie Bastian gemacht
    Zitat: „… und dann darf man sich mindestens einmal die woche anpöbeln lassen.
    sei es das man den dritten tag beim gleichen klingeln musste, weil bk´s innenliegend sind.
    was sollen wir machen? vor die tür werfen? wieder mitnehmen?…“

    Ich musste die Post wieder mitnehmen und am nächsten Tag noch einmal (natürlich unbezahlt) verteilen.

    Im übrigen habe ich Einschreiben (Empfänger mussten immer unterschreiben…und wie viel Zeit da allein für einen Brief draufgeht kann sich ja jeder selber ausrechnen) etc. mit verteilt und dafür 23 Cent bekommen, für die City Post über 3 Euro verlangt.

    Fahrgeld gab es natürlich auch keines.

    Da ich bei dem „Verdienst“ immer noch voll im Alg II Bezug war, durfte ich mir im übrigen noch nachsagen lassen, dass ich ein Sozialschmarotzer und nur zu faul zum arbeiten bin…

    Das Beste kommt aber zum Schluß…City Post vergibt auch keine Arbeitsverträge, sondern nur Zustellvereinbarungen…d.h. keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaubsgeld etc., keine zustehenden Urlaubstage, kein Anspruch auf Arbeitslosengeld…

    Und wenn ich sehe, dass so ziemlich der gesamte öffentl. Verwaltungsapparat in meiner Staat ihre Post mit dieser Firma versendet (incl. ARGE) wundert es mich gar nicht, dass der Mindestlohn für City Post und andere private nicht gilt.

  • Joachim Datko

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    Akribisch Arbeitszeiten und Einnahmen protokollieren!

    Falls jemand meint, er werde extrem schlecht bezahlt, sollte er sorgfältig Aufwand und Ertrag protokollieren. Die Aufzeichnungen sollten ganz korrekt geführt werden, damit sie vertrauenswürdig sind.

    Ich habe gelesen, dass man eventuell später gerichtlich Nachforderungen stellen kann.
    Siehe auch:
    http://www.anwalt.de/rechtstipps/niedriglohn-oder-lohnwucher_008722.html

    Joachim Datko – Ingenieur, Physiker
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    Portal: http://www.monopole.de
    Forum: http://www.monopole.de/forum
    http://www.datko.de/Datko.gif

  • thomas reitemeyer

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    man braucht eigentlich nichts mehr dazu sagen, was die mz betreibt. allerdings habe ich hier die email adresse vom geschäftsführer persönlich, dem herrn maurer, wenn ihr beschwerden habt wegen dem ganzen ausgenutze hier:

    dmaurer@mz.donau.de

    mehr habe ich als gekündigter der mz nicht mehr zu sagen.

  • thomas reitemeyer

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    so, nachtrag, die telefonnummer hab ich auch noch:

    dieter maurer: 0941 207440

    ist das büro der frau eckstein, sekretärin vom geschäftführer herr maurer

  • max

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    Ich persönlich finde, dass Urlaubsgeld purer Luxus ist und in Zeiten einer gestressten Konjunktur würde ich ohne zu mucken darauf verzichten. Muss ich denn überhaupt in Urlaub fahren? …. Tja, und da liegt dann der Knackpunkt. Ja, muss ich! Weil ich damit nämlich andere Arbeitsplätze finanziere.

    Natürlich wollen wir alle unsere Post so günstig wie möglich verschicken. Jeder Unternehmer wäre dumm, würde er nicht auf die Preise achten. Das Problem ist nur immer, was passiert mit dem gesparten Geld? Es nutzt der allgemeinen Konjunktur eben nichts, wenn dieses Geld für Luxusreisen, Champagner und Brilliantenschmuck ausgegeben wird.

    Wenn ich als Unternehmer meine Mitarbeiter nicht fair bezahle, schneide ich mir dabei ins eigene Fleisch. In Deutschland jedenfalls leben wir in einer Solidargemeinschaft. Noch ist klar, dort wo der Verdienst einer Familie unter einen gewissen Wert sinkt, greift der Staat ein. Wer aber finanziert das denn? Doch die Mittelschicht. Und das sind ausgerechnet aber die Käufer, deren Geld ja an ganz anderer Stelle gebraucht wird.

    Das Problem in Deutschland war und ist, dass es sehr wohl genug Geld für alle gibt, aber über Jahrzehnte hinweg haben sich die Unternehmer reich gespart. Menschen wurden und werden nicht etwa entlassen, weil nicht genug Arbeit da ist oder/und das Geld fehlt, um diese zu bezahlen, nein, die Entlassungswelle beruht darauf, dass Unternehmen höhere Gewinne erzielen wollen.

    Die können sich ja auch reich sparen. Wem hat die Regierung denn das Sparpaket aufs Auge gedrückt? Den Reichen? Den Unternehmern? Nein, wer viel hat, soll auch viel behalten. Tragen darf das die Mittelschicht. Nur wenn die im Monat 30 Euro weniger in der Tasche haben, werden sie es sich dreimal überlegen, ob sie unbedingt ein neues Handy brauchen. Im Gegensatz dazu muss man halt sehen, wenn die Reichen sich nicht jedes Jahr einen neuen Ferrari kaufen können, wird daran vielleicht Ferrari zugrunde gehen, aber nicht die Wirtschaft.

    Wie Frau Rosina bin ich der Meinung, dass genug Kuchen da ist. Die Frage ist, ob wir zulassen wollen, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Egal, was man über die soziale Situation in Deutschland denken mag, Fakt ist, wir leben immer noch in einer Überflussgesellschaft. Und wo Überschuss ist, kann es nicht sein, dass Kinder hungern müssen. Schon gar nicht, damit andere dreimal im Jahr in Urlaub fahren können!

    Wir sollten uns mal daran erinnern, warum Bismarck die Krankenkassen eingeführt hat und warum im 19. Jahrhundert große Unternehmer für ihre Leute Wohnungen gebaut haben. Waren die weniger gierig als die moderne Führungsriege? Hatten sie ein weicheres Herz? Weit gefehlt, die haben einfach kapiert, wenn ich Krankengeld zahle, kommen die Leute früher gesünder zur Arbeit und wenn ich billige Wohnungen zur Verfügung stelle, sind die Arbeiter an mich gebunden (keine Gewerkschaften!) und sie mosern weniger. Die Leute sind im Allgemeinen doch bescheiden. Die wollen, dass ihre Grundbedürfnisse versorgt sind. Warum geht ein City-Mail-Fahrer mit 1.100 Euro denn auf die Barrikaden? Doch nur deshalb, weil er seinen Kindern davon grad mal eben eine Wohnung bieten kann. Essen wird schon knapp und an Kleidung ist gar nicht zu denken.

    Und wenn man dann mal hinschaut, dass die Gemeinden, die Städte und der Staat ja mittlerweile grundsätzlich die Post nur noch über befördern lässt von Firmen, die ihren Mitarbeitern einen Hungerlohn zahlen, kann man sich doch nur an den Kopf fassen. Da spart Regensburg ein paar Euro, um über Hartz IV dann wieder die Auslieferer zu unterstützen. Das kommt die Stadt billiger. Und warum? Weil nicht alle Mitarbeiter wissen, dass sie ein Anrecht auf staatliche Unterstützung haben und wenn, dann wissen sie nicht in welcher Höhe (seit Hartz IV ist eine regelrechte Klagewelle gegen den Staat ausgebrochen und das sind nur die Leute, die wissen, dass mit der Bewilligung was nicht stimmt) und weil es immer noch viele gibt, die zu stolz sind, um sich Unterstützung zu holen. Hinter dieser Art der Politik steckt System. Das ist in der Tat Menschenverachtend.

    Eine kleine Anmerkung noch: Zeitschriften haben schon immer zu den größten Lohndumpern gehört. Was freie Autoren für einen Aritkel bekommen, dagegen verdienen City-Mail-Zusteller fürstlich!

  • stefan

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    @max

    es geht gar nicht um URLAUBSGELD in der Form einer Extra Zahlung,
    sondern das man wenn man im Urlaub ist. KEIN GELD Bekommt!
    Man bekommt bei der Firma City MAil in der Zustellung (in der Verwaltung wird es anderes geregelt).
    24 tage urlaub jeden Monat im Vorraus bezahlt, sprich 2 tage von Januar bis Dezember.
    Und das ist eben auch variabel da man den schnitt bekommt den man praktsich die letzten 13 wochen gschafft hat, was noch nichtmal wirklich beeinflussbar ist sondern abhängig von der Brief Menge!,
    cit ymail Zusteller bekommen keinen Stundne Lohn sondern einen Stück lohn.
    Das heisst die bezahlten Urlausbtage sind davonabhängig was man arbeit schafftt,
    jemand der jetzt neu Anfängt bei City MAiL hat es noch schwerer Geld anzusparen um in den Urlaub zu gehen, da die Briefmenge sowieso Fehlt und natürlich die guten und besser vergüteten Gebiete schon vergeben sind, und bereits eine Kürzung stattgefunden hat für die neuen Zusteller die noch nicht so LAnge bei der Firma Arbeiten..

    Beispiel.
    Ich gehe im August in den Urlaub 2 wochen sprich 10 arbeitstage,
    hatte also von januar bis August „Zeit-möglichkeiten“ mir das im vorraus ausbezahlte Geld(das im übrigen bei dem Monats lohn schon dabei ist) anzusparen für den Urlaub.
    OK das sind 8 monate also 16 tage, dann bekommt er aber im September nur geld für die anderen 2 wochen weil ja 2 wochen Geld wegfallen, da gibt es ,null nichts!Also muss da sGeld gespart werden für den August Lohn der ja sonst zu niedrig ausfällt,
    Jetzt hat evtl. der Arbeitnehmer die dreistheit(IRONIE) im Oktober nochmal für 2 wochen in den Urlaub zu gehen, dann hatte er für 10 Tage die r im urlaub ist 2 monate zeit geld zu sparen den september und den Oktober, also fehlen bereits 6 tage die total unbezahlt sind,

    aber nachdem man dieses Geld ja so leicht nicht sparen kann weil es ja wie im obrigen Beispiel bei den 1.100€ dabei ist, und man mit diesem Geld ja auch noch Miete, Strom etc. zahlt und essen für das Kind usw.usw. bleibt nunmal nichts zum sparen, nun sind diese 1.100 € sogar nochmal mit das höchste was man verdient, jetzt gibt es auch Fahrer bei City mail die nichtmal 1000 € haben(und auch Kinder), was dann???

  • ZUSTELLER-Frustriert!

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    jetzt muss ich noch RAdikal nachlegen
    die Firma City MAil ist eine 100% ige Tochter Frima von der MZ deren besitzer (familie) mit zu den reichsten menschen in der näheren Umgebeung gehören….sollte zum denken anregen.
    Die Firma City Mail hat bereiche in Verwaltung, Adressklärung, Zustellung und Sortierung unterteilt.
    und hat 3 verschiedene Systeme der Bezahlung sprich der Verträge, wo die Zusteller den schlecht möglichsten bekommen haben.
    Da sie vor Kürzungen nicht gefeit sind, ausser man klagt aber das machen wir nicht weil wir unsere Arbeit nicht verlieren wollen(existenz Angst).
    Was tun?????
    vielleicht ziehen jetzt doch manche ihre Köpfe aus dem allerwertesten und tun was dagegen!
    Ich auch!

  • thomas reitemeyer

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    dann hab ich noch einen tip für euch:
    es ist schon schön und gut, dass man vor der mz demonstriert und das ganze publik macht und seine meinung zeigt. ich bin nur der meinung, wer ist dafür zuständig? genau da sollte man demonstrieren.
    nicht vor der mz sondern vor dem haus des verlegers.

  • thomas reitemeyer

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    @ZUSTELLER-Frustriert!:das ist nur eine frage der menge. du allein hast keine chance bei dem system in der mz. wenn es ein paar mehr sind, da reichen 10-12 zusteller (auch für die zeitungszusteller) wenn sich zusammentun würden, das könnten die nicht mehr auffangen, soviel vertretungen haben die nicht. ich weiß das vom zeitungstragen. ab diesem zeitpunkt könnte man druck ausüben. das problem ist, dass j e d e r schimpft und niemand etwas tut. ich glaube da ist nicht viel unterschied von den nachtzustellern zu den citymailern, oder?

  • Citymail: „Ohne Hartz IV geht es nicht“ | Die ZZ Saarland

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    […] Lohndumping bei Citymail und anderen privaten Postzustellern Simon Blengl ist Familienvater. Seit gut vier Jahren arbeitet er in Regensburg beim privaten Postzusteller Citymail. Dort verdient er pro zugestellter Sendung zwischen acht und 16 Cent. Das Sortieren der Post muss er zuvor ebenfalls übernehmen – unbezahlt. Akkordarbeit am untersten Level der Lohnskala. In einem „guten Monat“ kommt Blengl auf etwa 1.100 Euro. Citymail ist keine Ausnahme. Quelle: Regensburg Digital […]

  • Sepp

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    Ich habe das Gefühl das die Politik und die Reiche Klasse keine Ahnung von Wirtschaft haben
    es ist alles ganz einfach…. Warum zahlte Henry Ford seinen Arbeitern Spitzen Löhne ??
    Tja zahle deinen Arbeiter so viel Geld wie möglich baue deine Produkte so billig wie möglich aber mit hoher Qualität so kann sich jeder deine Produkte leisten und ist zufrieden so Funktioniert Kapitalismus und nicht anders… Ich war selber Facharbeiter und ich muss sagen mit dem was man da verdient hätte ich mir niemals ein neues Deutsches Auto oder sonstige deutsche Produkte Leisten können geschweige verreisen bzw. in den Urlaub fahren….Und ich muss/darf keine Familie ernähren…. Wenn alle gut verdienen können auch alle gut einkaufen usw… Wer soll sich denn bitte einen Audi oder BMW oder VW oder Miele usw.. heutzutage noch leisten können die paar Prozent Oberschicht?? Aber die können auch nicht tausend Autos usw. jedes Jahr kaufen… Und in den Urlaub fahren tja davon träume ich jetzt immer noch…. Aber gut wenn man sich unsere inkompetenten Politiker anschaut dann kommt ja eh einen das Grauen und von sog. spitzen Kräfte wie Manager will ich gar nicht reden … BWl hat noch keinem was gebracht denken lernen und ein bisschen rechnen wäre wichtiger….

  • Elisabeth Rosina

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    Hallo
    ich möchte gerne noch etwas beitragen.
    Mir stößt bei dem ganzen sehr viel auf.

    1. Dadurch, dass man mit diesem Lohn keine Familie ernähren kann, erhält im Grunde alleine der Staat diese Familien. Denn, diese Leute zahlen ja aufgrund des niedrigen Lohnes ja auch keine Einkommenssteuer. Es reicht nicht zum Leben, sprich ergänzend werden HartzIV Leistungen erbracht, dadurch wird beim Bedarfsfall auch die Rente so niedrig, dass unterm Strich etwa 500 Euro rauskommen, Also zahlt wieder der Staat drauf, durch die mangelnde Erholung sprich Urlaub, den sich jeder so lange es geht verkneift, wird der Körper schneller dauerhaft geschädigt, d.h. diese Menschen sind in 5, 10 od. spätestens 15 Jahren schwer krank. Wieder muß´der Staat zahlen. Diese Menschen kurbeln die Wirtschaft niemals an, da sie ja nichts was über das allernotwendigste hinausgeht konsumieren können. Das heißt, solche Menschen bleiben im Laufe ihres Lebens auf staatliche Hilfen angewiesen, müssen teilweise sogar vom Staat ernährt werden und können niemals etwas zum Brutto-Sozialprodukt beitragen. Und warum? Weil manche Menschen den Hals nicht voll kriegen und nur an sich denken. Anstatt in die Unternehmen und Angestellten zu investieren, fließt der Gewinn in private Kanäle, der dann auch meist nicht dem Staat zugute kommt. Eigentlich sind solche Unternehmer die wahren Asozialen, und Schmarotzer dieser Gesellschaft. Denn sie nützen Gesetze oder besser gesagt Lücken aus um solche Vorgänge möglich zu machen. Dabei gibt es Studien, dass in Betrieben, in denen nach anderen menschlicheren und sozialeren Maßstäben gehandelt wird, gute Entlohnung, gerechte Urlaubsverteilung usw. die Gewinne in die Höhe schnellen. Die Arbeiter machen Überstunden, sind bereit in Krisenzeiten sich selbst einzubringen, sie haben bedeutend weniger Fehlzeiten, sind weniger krank, kommen pünktlicher zur Arbeit usw. Doch wahrscheinlich spielt das keine Rolle in einem System, in dem der Kopf genug an Millionen gescheffelt hat.
    Nur eines vergessen diese (meist) Herren sehr schnell. Sie werden auch alt und sterben eines Tages. Und wie man weiß, hat das letzte Hemd keine Taschen. Und wofür haben sie dann gescheffelt? Für einen Nachruf, auf dem steht, geizig, illoyal, unbarmherzig, engstirnig, egoistisch.
    Wie viel schöner ist es zu wissen, dass man etwas Gutes, Schönes vollbracht hat.
    Wenn man am Sterbebett liegt zählt nicht was man hat, sondern wie man gelebt hat. Wenn Angestellte weinen und sagen, er war ein guter Chef. Ein guter Mensch. Schade dass er nicht mehr ist.

    Rosina

  • Citymail: „Ohne Hartz IV geht es nicht“ | WIR Der ZeitBote Saarland – Das Sozial-Magazin

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    […] Lohndumping bei Citymail und anderen privaten Postzustellern Simon Blengl ist Familienvater. Seit gut vier Jahren arbeitet er in Regensburg beim privaten Postzusteller Citymail. Dort verdient er pro zugestellter Sendung zwischen acht und 16 Cent. Das Sortieren der Post muss er zuvor ebenfalls übernehmen – unbezahlt. Akkordarbeit am untersten Level der Lohnskala. In einem „guten Monat“ kommt Blengl auf etwa 1.100 Euro. Citymail ist keine Ausnahme. Quelle: Regensburg Digital […]

  • Birgit

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    der Citymail-Zusteller schmeisst in regelmäßigen Abständen meine Post vor die Eingangstür des Mehrfamilienhauses statt in den Briefkasten. Die Frage ist: tut er das, weil’s schneller geht oder weil er bei den Löhnen keinen Bock hat, ordentlich zu arbeiten…

  • Anonymous

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    @Birgit: Wohnst du in einem Klingelhaus? Wenn ja, dann ist das Problem, dass der Postbote nicht ins Haus kommt.

    Wenn dich das stört, dann sorg dafür, dass er irgendwie ins Haus kommt. Z. B. könnte die Hausverwaltung ihm einen Schlüssel geben. Ich kenne auch Häuser, wo die Haustür immer offen ist, damit der Postbote an die Briefkästen dran kommt. Manchmal gibt es hinter dem Bereich mit den Briefkästen dann eine zusätzliche Zwischentür, für die man einen Schlüssel braucht.

    Wenn der Postbote garnicht versucht, zu klingeln, dann beschwer dich beim Postunternehmen. Briefe einfach vor die Tür zu legen ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, an die BK zu kommen, ist keine ordentliche Zustellung. Bei manchen Postunternehmen gibt es für Reklamationen ein Kontaktformular auf der Website.

    Allerdings kann ich die Situation der Postboten sehr gut verstehen. Diese werden schlecht bezahlt und stehen unter Zeitdruck. Wenn man dann auch noch bei jedem zweiten Haus klingeln muss und einem nur selten aufgemacht wird, dann ist man aufgeschmissen.

    Ich habe früher als WErbeverteiler gearbeitet und bin dabei in die Klingelhäuser meistens reingekommen – allerdings habe ich den Eindruck, dass viele Leute die Wahrscheinlichkeit, dass jemand bei ihnen zu Hause ist, unterschätzen. So habe ich bei einem 20-Parteien-Haus einmal erlebt, dass erst der allerletzte die Tür aufgemacht hat. Ansonsten lief das ganze relativ problemlos – allerdings habe ich Nachmittags und Abends verteilt, wenn die meisten Leute zu Hause waren und hatte auch die Geduld, wirklich alle Klingeln durchzuprobieren. Ein richtiger Postbote arbeitet dagegen vormittags, wenn alle Leute auf der Arbeit oder in der Schule sind und hat womöglich auch kleinere Klingelhäuser mit nur 6 Parteien in seinem Gebiet. Da ist dann die Chance, ins Haus zu kommen, noch geringer. Wenn dann ein Postbote sieht, dass der andere Postbote von der Konkurrenz einen Schlüssel hat, er selbst aber nicht, dann kann ich gut nachvollziehen, wenn einer den Nerv verliert und die Sendungen einfach vor die Tür wirft, auch wenn das so nicht richtig ist.

    Aber was sollte er sonst tun? Manche Postunternehmen instruieren ihre Postboten, die Sendungen notfalls wieder mitzunehmen. Der Brief wird dann vollfrankiert an die DPAG übergeben. Dieses Verfahren ist aber ziemlich kostspielig und wenn manchen Anbietern das zu teuer ist, kann ich es sehr gut verstehen.

    Ich persönlich würde, wenn ich das Postunternehmen wäre, so verfahren: Der Postbote soll versuchen, irgendwie ins Haus zu kommen. Notfalls soll er sämtliche Parteien durchprobieren; Macht keiner auf, werden sämtliche Klingeln ein zweites Mal gedrückt. Macht dann immernoch keiner auf, gibt es einen zweiten Zustellversuch. Darüber hinaus würde ich grundsätzlich versuchen, mit den Hausbesitzern nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen – z. B. dass der Postbote einen Hausschlüssel bekommt oder dergleichen.

  • Hilde Makasch

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    Hallo,

    ich bin alleinerziehend und arbeite auch bei City Mail. Der einzige vorteil ist,dass man hier auch eine Chance bekommt wenn man nicht nur ein Kind hat und noch dazu allein ist. Allerdings muß ich sagen ist der Lohn sehr gering. Ich fahre täglich zwischen 30 und 35 km mit meinem eigenem Fahrzeug. Hab pro Tag ca.200 -250 Briefe. Das sind zwischen 4-5 Stunden im Winter auch schon mal 8 Stunden. Und verdiene höchstens 400 euro zur Weihnachtszeit kann das schon mal etwas höher sein. Ich bekomme Benzin geld ,wo ich dann aber von meine Lohn noch ca.50 Euro selbst drauf legen muß. Die Reparatur kosten von meinem Auto muß ich auch selbst übernehmen,was nicht sehr gering ist bei 30 km länge immer wieder anhalten und los fahren. Arbeitskleidung hab ich bis heute noch nicht bekommen und bin jetzt seit 5 Jahren dabei. Kündige ich diesen Arbeitsplatz gibts Probleme mit dem Hartz 4 kündige ich nicht dann zahle ich drauf . Ich mache das ganze nur weil ich keine andere Arbeit bekomme und jetzt auch noch drauf zahle denn ein Auto wird nicht gestellt,da ich zu wenig km pro Tag fahren muß!!! Wie soll man da je wieder aus dem Loch raus kommen???

  • Rega

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    @Hilde Makasch:

    aber das Auto wird ja auch nicht ewig halten……..und irgendwann brauchen Sie einen Ersatz………

    Das ist voll pervers, denn von diesem Lohn, können Sie auch nicht für ein Auto sparen.

  • Briefträger

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    Ich habe verstanden, tolle Firma.
    http://regensburg.city-mail.de/
    Citymail und Vorteile: Sie haben flexible Arbeitszeiten, erhalten gute Bezahlung und arbeiten größtenteils selbständig an der frischen Luft.
    http://regensburg.city-mail.de/uploads/media/Mitarbeiter_oder_Mitarbeiterin_f%C3%BCr_die_Briefzustellung.pdf
    Citymail und Lob:
    Das Engagement der Mitarbeiter und des Managements von City Mail und die Qualität ihrer Arbeit mit einer Reklamationsquote „im unteren Promillebereich“ seien es gewesen, die die Unternehmerfamilie Esser zu dieser Investition bewogen habe.
    Citymail und Markt:
    Nicht nur sei der Briefmarkt ein schwieriges Geschäft, indem mit Haken und Ösen gekämpft werde, auch befinde sich die Post mit einer Marktmacht von mehr als 90 Prozent in einer überdominanten Situation.
    http://www.city-mail.de/de/ueber-citymail/news/ausgewaehlte-news/article/richtfest-fuer-die-neue-zentrale-von-city-mail.html
    Citymail und Referenzen:
    z.B. Bundesagentur für Arbeit
    http://regensburg.city-mail.de/de/ueber-citymail/referenzen.html

  • Hilde Makasch

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    Leider kann man von diesem Lohn nichts weg sparen. Man bekommt vom Hartz 4 ein Darlehen von 1500 Euro und damit kann man sich ein Auto kaufen. Da muß man dann noch monatlich 100 Euro zurück zahlen und das wars. Denn ein Auto oder einen Roller bekommt man ja nicht gestellt ,weil es finanziell angeblich nicht machbar ist! Und wenn man ein pech Jahr hat so wie ich letztes Jahr dann hast auch noch schnell Reparaturkosten in höhe von 2000 euro :(

  • Rega

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    Frau Makasch: das erinnert mich an vergangene Zeiten, da hieß so ein System noch Leibeigenschaft, keine Chance sich daraus zu befreien. Wäre mal wieder Zeit für einen Bauernaufstand…….

  • Hilde Makasch

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    Danke Rita, aber ich bekomme Hartz4 dazu denn selbst mit dem Wohngeld wäre es nicht machbar!!! Und das mit dem Bauernaufstand wäre ne Möglichkeit die aber nicht viel bringt.

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