Jetzt wächst Gras über den Donaumarkt

donaumarktBert Wilden spricht vermutlich vielen Regensburgern aus der Seele. „Jedes Mal, wenn ich hier vorbei gekommen bin, habe ich einen innerlichen Wutanfall bekommen“, erklärte der Unternehmer am Freitag mit Blick auf die Ostermeier-Ruine am Donaumarkt. Insofern war es ein klarer Fall für ihn und seine Frau Ella, das Rasenkunstwerk von Regina Hellwig-Schmid auf dem Stadtbau-Grundstück finanziell zu unterstützen. Am 4. Juli soll die 3.000 Quadratmeter große Fläche für alle Regensburger zugänglich gemacht werden. Am Freitag durften Medienvertreter schon mal vorab das Grün testen und mit den Organisatoren ein Fläschchen Regensburger Wein köpfen. Allein das Stadtgartenamt hat 500 Arbeitsstunden investiert, um den Traum von Regina Hellwig-Schmid in die Tat umzusetzen, die Fläche in Zusammenarbeit mit der Stadtbau vorzubereiten und den holländischen Rasen über Ebenen, Mulden und Hügel zu rollen. Schmuck sieht sie aus, die grüne Fläche namens „PerspektivWechsel“, die alles in allem mit 50.000 Euro zu Buche schlägt. Die Stadtbau GmbH übernahm die Kosten für Maschinen, Abbruchgeräte und Lkws. Allein zwei Container Müll wurden dabei entfernt. „Ein Vorgriff auf künftige Abbrucharbeiten“, so Ernst Stösser. Die Wildens sponsern das Kunstwerk mit einer nicht näher genannten Summe. Um den Rasen zu wässern, sucht die Stadt noch Paten. Und auch wenn es zunächst ein „paar Ekelpakete“ gegeben habe, „die alles nur mies gemacht haben“, sieht sich Regina Hellwig-Schmid nach Vollendung des Kunstwerks bestätigt: „Jeder, der vorbei geht, lächelt.“ Ab 4. Juli sind auf der Fläche auch Veranstaltungen geplant. Unter anderem vom Jazzclub. Wenig beruhigt sein werden die Bedenkenträger durch die Aussagen zu einer künftzigen Nutzung des Donaumarkts. Zwar gibt es ein Bebauungskonzept. Allerdings wurde bislang kein Bebauungsplan vorgestellt. Nach Aussagen von Klaus Nickelkoppe von der Stadtbau soll die Rasenskulptur bleiben, bis es eine Folgenutzung gibt. Er rechnet mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren. Immerhin ist das „Drecksloch“ (Bert Wilden) jetzt einem kleinen Park gewichen. „Schon erstaunlich, dass ein Stadtrat und eine Stadtverwaltung jahrelang nicht in der Lage waren, diese Fläche ansehnlich zu gestalten“, so Bert Wilden. Damals galt es aber auch noch, den Leidensdruck für den Bau einer Stadthalle zu erhöhen…

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (6)

  • Joachim Datko

    |

    Danke!
    ==================
    Meine Vorstellungen aus 2006:
    http://monopole.de/Diskussions-Forum-Donaumarkt.html
    ->
    Grün anstatt Profit am Donaumarkt

    Mir würde es gefallen, wenn ein breiter Uferbereich der Donau von weiterer Bebauung
    frei gehalten würde. Im jetzigen Bereich der Abbruchhäuser sollte mit etwas Grün die
    Grundlage für einen Park geschaffen werden. Dies wäre eine billige und naturnahe
    Lösung, die den Markt in vollem Umfang erhält.

    Joachim Datko, Regensburg

  • Bernhard Segerer

    |

    Ich find`s klasse – kann so bleiben!

  • Alfred

    |

    Schon vergessen?
    Im Jahr 2002 kaufte die Stadtbau das Ostermeier-Areal für schlappe 2’556.460 Euro. Hinzu kommen seitdem Zinsen und Verwaltungskosten.

    Eine wahrlich preiswerte „Grünfläche“ für unsere doch so reiche Stadt.

  • Joachim Datko

    |

    Zu „Alfred am 22. Jun 2008, 16:31 Uhr“
    ====
    – Hier sollte man die Verantwortlichen die Zeche zahlen lassen.
    siehe:
    http://www.regensburg-digital.de/?p=486

    Wir sollten erste Schritte weg vom Bebauungswahn machen. Regensburg wird seit Jahren mit Gebäuden zugekleistert.

  • Terrier

    |

    Was Geistes kund muss jemand sein um Menschen die sich zu der Aktion kritisch geäußert haben (ich hab keine Ahnung wer das gewesen sein könnte, spielt aber auch keine Rolle) als „Ekelpakete“ bezeichnet, wie Frau Hellwig-Schmid dies offensichtlich getan hat.
    Frau Hellwig Schmid sollte sich für diese Entgleisung schleunigst entschuldigen.

    Zur Sache selbst, es wird Zeit, dass das Bebaungskonzept mit der geplanten Aufwertung der Uferzone endlich realität wird. Die Planungsreferentin Frau Schimpfermann ist hier auf einem guten Weg die Blockadepolitik ihres Vorgängers und uneinsichtigen Stadthallenbefürworters Dr. St. aufzubrechen und etwas für den Ort passendes auf den Weg zu bringen.

  • Terrier

    |

    Wes Geistes Kind muß es natürlich heissen.

    Sorry

Kommentare sind deaktiviert