Debatte um Flüchtlingsheim

Landrat verkündet: „Donaustauf ist nicht ausländerfeindlich“

Die Medienleute müssen etwas warten. Über zwei Stunden saß Landrat Herbert Mirbeth (CSU) am Donnerstag mit Markträten aus Donaustauf, Vertretern der Regierung und natürlich interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammen, um über die geplante Asylunterkunft in dem 4.000-Seelen-Ort zu diskutieren. Missverständnisse, Ängste und Befürchtungen sollten ausgeräumt werden.

Landrat Herbert Mirbeth (CSU): „Wir können die Armut der Welt nicht allein in Deutschland lösen.“ Foto: as

Angesichts des Szenarios, dass etwa 50 Flüchtlinge dort in der ehemaligen Pension Walhalla aufgenommen werden sollen, wurden 818 Unterschriften dagegen gesammelt und die Marktverwaltung durch E-Mails, Anrufe und Bürger, die unangekündigt im Rathaus vorstellig wurden, „quasi lahmgelegt“, wie Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD) berichtet. Bei der Marktratssitzung, wo das Thema behandelt wurde, hagelte es von den Zuschauern Beschimpfungen gegen Eigentümer der Pension Karl Schützmeier (FDP) und ein CSU-Marktrat musste per Ordnungsruf davon abgehalten werden, auf „den Unruhestifter“ loszugehen. Mehr Bürger als erwartet seien gekommen, erzählt Pressesprecher Markus Roth den wartenden Journalisten, doch als sich die Türen des großen Sitzungssaals auch für die Medien öffnen, ist der Wortführer der Gegner, Reinhard Schweiger, bereits verschwunden.

„Sehr liberales Asylrecht“

Mirbeth ist peinlichst darum bemüht, die „konstruktive Atmosphäre“ in der man diskutiert habe, zu betonen. Dass man sich mit der Problematik beschäftigen müsse, liege insbesondere daran, dass das „sehr liberale Asylrecht in Deutschland“ in der Bevölkerung „sehr breit und sehr häufig bejaht“ werde, erklärt der Landrat. „Aber wenn es konkret wird, dann wird es – da möchte ich niemandem zu nahe treten – immer schwierig.“ So eben auch in Donaustauf. Und sowohl in der Stadt wie auch auf dem Land – das sei der Fluch der wirtschaftlichen Prosperität – sei der Wohnungsmarkt generell recht angespannt. [stextbox id=“info“ caption=“Info“ float=“true“ width=“600″] 1993 wurde beim sogenannten Asylkompromiss das Grundrecht auf Asyl erheblich eingeschränkt. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist seitdem um fast 90 Prozent zurückgegangen. Als Ergebnis folgte unter anderem die zwangsweise Unterbringung von Flüchtlingen in „Gemeinschaftsunterkünften“ und das kürzlich vom Bundesverfassungsgericht gekippte Asylbewerberleistungsgesetz. Mehr dazu [/stextbox] Er, sagt Mirbeth, müsse hier schon mal den Bund kritisieren. Der habe Immobilien auf ehemaligen Bundeswehrkasernen, die als Asylunterkünfte „bestens geeignet“ wären, „nicht vorgehalten“. Eine solche Kaserne befindet sich auch in Mirbeths Heimatstadt Hemau – dort wäre für eine solche Nutzung nur ein Beschluss des Stadtrats erforderlich. Das allerdings erwähnt der Landrat nicht. Stattdessen fährt er mit seiner Kritik am Bund fort. Es sei nämlich ebensowenig verständlich, weshalb dem Flüchtlingsstrom aus Ländern wie Serbien und Mazedonien nicht endlich „ein Riegel vorgeschoben“ werde. „Die Anerkennungsquote liegt bei Null. Und wir können die Armut der Welt nicht allein in Deutschland lösen.“

„Theoretisch müssten wir einfach ‚Nein‘ sagen.“

Angesichts dieser Fehler sei man froh um jede Immobilie, in der man Asylbewerber unterbringen könne. Nur habe die Gemeinde Donaustauf „große Probleme, das ihren Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln“. Wenn man aber sehe, wie gut das in Wörth an der Donau – dort sind 72 Menschen untergebracht – funktioniere, dann läge „bei allen Bedenken ein Mangel an Information vor“. In Donaustauf gehe es nicht darum, ob man Flüchtlinge aufnehme, sondern lediglich „um das Wie“. Ins selbe Horn stößt Bürgermeister Jürgen Sommer. „So wie das läuft in letzter Zeit mit dem Asyl, kann es nicht weitergehen.“ Da habe der Landrat vollkommen recht. „Theoretisch müssten wir einfach ‚Nein‘ sagen, damit die Politik da endlich mal umdenkt.“ Aber das könne man unter dem Gesichtspunkt der Humanität ja nicht machen. [stextbox id=“info“ caption=“Info“ float=“true“ width=“600″] 90 Prozent der Asylbewerber aus Serbien und Mazedonien sind laut Angaben des Bundesamts für Migration Roma. Diese Volksgruppe ist in beiden Ländern nach wie vor erheblichen Diskriminierungen ausgesetzt. 0,3 Prozent der Antragsteller aus Serbien und 0,2 Prozent der Antragssteller aus Mazedonien werden derzeit in Deutschland anerkannt. Mehr Informationen zur Situation der Roma bei Pro Asyl. [/stextbox] Auf eine öffentliche Versammlung zusammen mit dem Landrat hat man sich in dem Zwei-Stunden-Gespräch geeinigt. Ein Ansinnen, dem sich Mirbeth lange verweigert hatte – nun hat er nachgegeben. Die Diskussionsrunde in Donaustauf soll in den nächsten beiden Wochen stattfinden.

„So wie das läuft in letzter Zeit mit dem Asyl, kann es nicht weitergehen.“ Bürgermeister Jürgen Sommer (SPD). Foto: as

Da habe man dann schon die Hoffnung, dass die Anzahl der Flüchtlinge noch reduziert werde, ergänzt Sommer. „Denn das muss man klipp und klar sagen: Das sind einfach zu viele für das Gebiet.“ Die beschauliche Wohnsiedlung, in der sich die Pension Walhalla befindet, im Speziellen und den Ort Donaustauf im Allgemeinen. [stextbox id=“info“ caption=“Info“ float=“true“ width=“600″] Im Jahr 2011 gab es 45.741 Asylerstanträge in Deutschland. Ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Bundesamt hat im Jahr 2011 insgesamt 43.362 Entscheidungen über Asylerst- und -folgeanträge getroffen. Nur 653 Personen oder 1,5 Prozent wurden als Asylberechtigte nach dem Grundgesetz anerkannt. Insgesamt 21,6 Prozent der Antragssteller erhielten einen Schutzstatus. Quelle und mehr Zahlen [/stextbox] Als Mirbeth ankündigt, über das Ehrenamt „mehr Menschlichkeit“ reinzubringen und über das hinauszugehen, was der Gesetzgeber vorsieht, lächelt Sommer. Und dieses Lächeln wird noch breiter, als Mirbeth ergänzt: „Ich glaube nicht, dass man Donaustauf in eine rechte Ecke stellen kann.“ Doch worin bestehen nun die Ängste und Befürchtungen der Donaustaufer? Auf zweimalige Nachfrage von Journalisten meldet sich ein älterer Herr zu Wort. Er legt Wert darauf, dass Donaustauf garantiert nicht ausländerfeindlich sei. „Wir hatten vor 20 Jahren schon mal ein Asylantenheim und es gab überhaupt keine Probleme.“ Und er habe als Fußballtrainer schon türkische, italienische und andere Jugendliche und Kinder unterschiedlichster Herkunft betreut. „Die waren ja alle gut integriert.“

„Ich schick mein Kind da nicht mehr hin!“

Jetzt aber, wo das Heim mitten in der Familiensiedlung in unmittelbarer Nähe zum Sportplatz entstehen solle, habe er schon Angst. „Ich schick mein Kind da nicht mehr hin“, sagt der Mittsechziger. Schließlich könne man nicht für jeden Asylanten garantieren. „Und das muss man in Deutschland wohl noch sagen dürfen, ohne in eine Ecke gestellt zu werden.“ Man müsse schon blind und taub sein, um nicht zu sehen, dass es in Deutschland viele Probleme mit den Asylanten gebe. [stextbox id=“info“ caption=“Info“ float=“true“ width=“600″] Die meisten Asylbewerber in Europa gab es im vergangenen Jahr in Frankreich (rund 57.000). In Deutschland beantragten (Zweitanträge mitgezählt) 53.345 Menschen Asyl. Das entspricht einer Quote von 0,65 Asylbewerbern pro 1.000 Einwohner. Damit liegt Deutschland in Europa an neunter Stelle. In Schweden und der Schweiz liegt die Quote bei rund drei Asylbewerbern pro 1.000 Einwohner.Quelle [/stextbox] Da habe er auch ein „konkretes Beispiel“: In einem „Asylantenheim irgendwo in Deutschland“ hätten zwei Männer einen anderen im Streit aus dem Fenster im zweiten Stock geworfen. Die Polizei und Sanitäter hätten dem schwerverletzten Mann dann nicht helfen können, weil sie dann „von über 200 Asylanten mit Steinen beworfen“ worden seien. „Und überhaupt dürfte die Mehrheit der Asylanten überhaupt nicht hierherkommen. Die kommen nur, weil sie arm sind. Das kann ich ihnen nicht übel nehmen, aber das geht nicht. Die bleiben dann einfach 17 Jahre hier und wir zahlen das. Das ist doch eine ganze Industrie, die da dahinter steckt…“

Mirbeths Ceterum Censeo

An dieser Stelle unterbricht der 3. Bürgermeister von Donaustauf, Bernd Kellermann, etwas peinlich berührt, die wortreichen Ausführungen. „So ein Zwiegespräch“ bringe ja jetzt auch nichts, sagt er. Vieles von der Aufregung habe auch mit dem Vermieter der Pension, Karl Schützmeier, zu tun. Der sei eine Person, die im Ort schon polarisiere. [stextbox id=“info“ caption=“Info“ float=“true“ width=“600″] Ein uneingeschränktes Bekenntnis zur Flüchtlingsunterkunft in Donaustauf kam am Donnerstag von Markträtin Ursula Hildebrand (SPD). „Ich habe keine Vorbehalte gegen das Heim und werde dem zustimmen – unabhängig vom Standort und der Zahl der untergebrachten Flüchtlinge.“ Es gebe viele Menschen in Donaustauf, die die Aufregung um das Heim nicht verstünden. [/stextbox] Müsste man vielleicht bei der öffentlichen Veranstaltung in Donaustauf auch mal ganz allgemein über das Thema Asyl informieren? Natürlich muss es „ganz klar ein Bekenntnis zum Recht auf Asyl geben“, meint Mirbeth zu dieser Frage. Dann müsse man aber, „ohne jede Polemik“, sagen, „dass wir die Armut der Welt nicht mit dem Asylrecht lösen können“.

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Kommentare (30)

  • Bildersprache

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    Arme verschränkt vor dem Körper ist nach allgm. Interpretation eine negative Gestik.
    Wir fühlen uns unwohl, deshalb sollte diese Geste möglichst unterdrückt werden.

  • David

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    Irgendwie ist das schon eine ziemlich perverse Situation. Auf der einen Seite fliehen Menschen mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach Deutschland, und wir tun alles menschenmögliche, um ihnen den Aufenthalt hier so unwirtlich und schikanös wie möglich zu machen. Auf der anderen Seite will dann niemand „diese Leute“ in der eigenen Nähe haben, da man ja weiß, wie sich „diese Leute“ dann für die deutsche Gastfreundschaft revanchieren.

    Eigentlich kann ich jeden verstehen, der keine Asylanten in seiner Nähe haben will. Mir wird ja schon schlecht, wenn ich nur darüber nachdenke, wie wir uns diesen Menschen gegenüber benehmen. Das dann direkt vor der eigenen Tür noch mit eigenen Augen mitansehen zu müssen, ist dann doch zu viel verlangt.

  • pit384

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    Weil hier Wörth an der Donau angesprochen wird und ich daher komme. Diese angesprochenen 72 hier lebenden Ausländer sind unterschiedlich, in etwa so unterschiedlich wie wir deutschen.
    Einige arbeiten was, und sei es, das Wohngebäude bzw den Garten darin zu sanieren, indem sie untergebracht sind. Die Baustoffe besorgt der Eigentümer und Vermieter des Gebäudes, die Arbeitsleistung erledigen die Bewohner, da sie ja meist sowieso arbeitslos sind und Zeit haben.
    Andere gibt es auch, lungern an Bushaltestellen rum oder ziehen um die Häuser um zu betteln, sei es zB um angeblich Kinderkleidung. Da Kinder ein ‚muss helfen‘ Effekt bei den meisten Menschen auslöst, aber viele sowieso keine passende Kinderkleidung im Haus haben, wird Geld verteilt, das oftmals dann in Rauch (Zigaretten) oder in Prozente (Alkohol) gewandelt wird, anstatt in sinnvolle Bedarfsgüter. (siehe Bushaltestellen am Abend)

  • B. Werber

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    +++ weitere Nachrichten vom Tage +++

    Papst ist nicht katholisch
    Wasser ist nicht nass
    Alice Schwarzer ist keine Frau
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    +++ weiter Nachrichten folgen +++

  • sylvia

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    und schön das Kreuz, Symbol des Christentums, im Hintergrund

    traurig

  • B. Werber

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    Sylvia:

    Merke: Christentum hat nichts mit Barmherzigkeit zu tun. Hatte es noch nie. Die letzten paar Jahrhunderte sollten Beweis genug sein.

    Wer barmherzig und mitfühlend, menschlich und nachsichtig, gütig und aufopfernd ist, ist dies wegen seines Herzens und nicht wegen seines Glaubens.

    Die rk Kirche hat uns ja unlängst damit erfreut, dass ein echter Christ einer ist, der zahlt, nicht einer, der glaubt.

  • Matthias Süß

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    War erwartet ihr denn von einen Landrat in dieser Situation: Dass er die Menschen beruhigt oder dass er noch mehr Unruhe bringt? Ich finde, er hat angemessen und besonnen reagiert.

    Natürlich wäre allen Seiten geholfen, wenn 1. Asyl-Anträge schneller bearbeitet würden, 2. Asyl-Bewerber während der Bearbeitungszeit aktiv beschäftigt würden, 3. Integrationsmaßnahmen für anerkannte Asylanten verstärkt würden.

    M.E. würde die Akzeptanz in der Bevölkerung dadurch enorm gesteigert. Da ist der Gesetzgeber gefragt, da kann ein Landrat nichts machen.

  • Matthias Beth

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    „Donaustauf ist nicht ausländerfeindlich“, dieses Statement des Landrates ist einfach nur lächerlich, wie die Aussage die Erde ist eine Scheibe und der Schnee ist schwarz! Der Großteil der Bürger will einfach keine Ausländer, dass haben die vergangenen Tage gezeigt.

  • Matthias Süß

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    @Matthias Beth

    Ach Quatsch. Die Donaustaufer essen ihre Pizza beim Luigi, lassen sich von Danica die Nägel machen und schauen Mordkommission Istanbul, um Erol Sander anzuschmachten. (Manche stehen vielleicht eher auf die alten Filme von Sibel Kekilli.) Das ist nicht gerade ausländerfeindlich.

    Alle Menschen haben Angst vor drastischen Eingriffen in das Gemeinwesen, das kann auch eine Biogasanlage sein. Dümmer konnte sich der FDP-Marktrat im Vorfeld auch nicht verhalten. Reden soll Wunder wirken! Und dass die Einwohner nun kollektiv als „Ausländerfeinde“ beschimpft werden, ist auch nicht gerade förderlich.

    Ich lobe ungern die CSU, aber hier war das Verhalten des LR sehr besonnen.

  • Matthias Süß

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    @B.Werber

    „Matthias Süß fragte naiv und scheinheilig am 17. November 2012 um 04:48 Uhr : […] Na was wohl? Dass er wiedergewählt werden will.“

    Was ich von jemanden erwarte, der hier kommentiert? Dass er zumindest weiss, über was er spricht. LR Mirbeth kandidiert 2014 nicht mehr, weil er dann schon 66 Jahre ist.

  • B.Werber

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    Matthias Süß fragte naiv und scheinheilig am 17. November 2012 um 04:48 Uhr :

    „War erwartet ihr denn von einen Landrat in dieser Situation:“

    Na was wohl? Dass er wiedergewählt werden will.

  • Veronika

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    Danke für den Bericht! Möglicherweise darf man die gegen ein Flüchtlingswohnheim stimmenden Donaufstaufer wirklich nicht in eine rechte Ecke stellen, eher könnte man die wohl als „systematisch fremdenängstlich“ bezeichnen. So etwas kommt nicht von ungefähr, sondern wir von verschiedenen Seiten, über Jahre hinweg aufgebaut, damit „die Kirche im Dorf“ bleiben kann. Man kann auch nicht für jede/n Deutsche/n die Hand ins Feuer legen, aber eine derartige Angst vor fremden Personen, die „nicht integriert“ sein sollen, ist in anderer Weise beängstigend. Geht es nicht vielleicht doch auch darum, „die Kirche im Dorf“ zu behalten, und nur ja nicht zu besorgen, dass die ländliche Gegend einmal so tolerant ist, das neben einer Dorfkirche irgendwann auch mal ein Gebetsraum einer anderen Religion stehen könnte?
    In Bayern habe ich immer häufiger das Gefühl (siehe Moscheen-Streit in Nürnberg), dass hier die Evang. und Kath. Kirche zumindest auf dem Land eine christliche Enklave schaffen wollen, weil es z. B. in München gar nicht mehr möglich ist.

  • Veronika

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    „„Und überhaupt dürfte die Mehrheit der Asylanten überhaupt nicht hierherkommen. Die kommen nur, weil sie arm sind. Das kann ich ihnen nicht übel nehmen, aber das geht nicht. Die bleiben dann einfach 17 Jahre hier und wir zahlen das. Das ist doch eine ganze Industrie, die da dahinter steckt…““

    Richtig, man nennt dies für Deutschland „Rüstungsindustrie“, und davon lebte Deutschland bisher ganz gut. So gut, dass in anderen Teilen der Erden, wo wir hinexportiert haben, viele deswegen arm geworden sind, und wir auch aus diesem Grund verpflichtet sind, diesen zu helfen.

  • Betrachter

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    ***Das Bundesamt hat im Jahr 2011 insgesamt 43.362 Entscheidungen über Asylerst- und -folgeanträge getroffen. Nur 653 Personen oder 1,5 Prozent wurden als Asylberechtigte nach dem Grundgesetz anerkannt.***

    Das heißt, die anderen haben zum Asyl berechtigende Gründe nur vorgegeben, aber nicht gehabt.

  • Bert

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    @Beobachter „Das heißt, die anderen haben zum Asyl berechtigende Gründe nur vorgegeben, aber nicht gehabt.“

    Da haben Sie aber lang gesucht, um irgendwas aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren und dann diesen Vorwurf zu konstruieren.

    Nein. Das heiß es nicht. Das kann man dem verlinkten Text entnehmen. Vermutlich geht es Ihnen darum zwar gar nicht, aber sei’s drum:

    „Ein Vergleich der Anerkennungsstatistiken der letzten Jahre legt nahe, dass zwischen den Zugangszahlen und Anerkennungsquoten ein Zusammenhang besteht, den es eigentlich nicht geben dürfte: Bei steigenden Antragszahlen sinkt die Schutzquote. 2009 noch lag die Schutzquote bei 27.649 Asylanträgen bei 33,8 Prozent, 2008 bei 22.085 Asylanträgen sogar bei 37,7 Prozent.“

    „Dennoch lässt sich ein unguter Trend zum Beispiel am Herkunftsland Afghanistan beobachten: Die Antragszahlen von afghanischen Asylsuchenden stiegen die letzten Jahre deutlich an, von 3.375 im Jahr 2009, 5.905 im Jahr 2010 auf 7.767 im letzten Jahr. Gleichzeitig fiel die Schutzquote von 58,6 Prozent im Jahr 2009 auf 43,8 Prozent im Jahr 2010 und nunmehr nur noch 34,3 Prozent im Jahr 2011. Angesichts der Tatsache, dass sich die Situation in Afghanistan sowie in vielen Kriegs- und Krisenstaaten, die auf der Liste der Hauptherkunftsländer stehen, im letzten Jahr eher verschärft denn verbessert hat, bedürfen diese Zahlen von Seiten des Bundesamts einer politischen Erklärung.“

  • Matthias Süß

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    Der Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht.

  • B.Werber

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    „LR Mirbeth kandidiert 2014 nicht mehr, weil er dann schon 66 Jahre ist.“

    Naja. Oder es seinem Nachfolger aus den Reihen der radikal-christianistischen CSU-Bewegung nicht allzu schwer zu machen.

    Diese Transferleistung wäre doch wohl hinzukriegen gewesen, oder?

  • Eleonore

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    @ Matthias Süß: Was ich von jemanden erwarte, der hier kommentiert? Dass er zumindest weiss, über was er spricht. LR Mirbeth kandidiert 2014 nicht mehr, weil er dann schon 66 Jahre ist.

    Nanana, man wird ja wohl eine Meinung haben dürfen, ohne vorher explizit über die Wahlbedingungen oder wie das heißen mag, Bescheid zu wissen.

    Schön, wenn Du Bescheid weißt und schön, daß Du es dann mitteilst !

    lG Eleonore

  • Matthias Süß

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    @Eleonore

    Meinung darf jeder haben, man darf sie aber auch mal für sich behalten, besonders wenn das Wissen fehlt. An Meinung mangelt es hier auf dieser Plattform mit Sicherheit nicht, beim Wissen erkenne ich da schon ein gewisses Potential nach oben. (Auch beim Niveau, wenn die Argumente ausgehen.)

  • Stefan Aigner

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    @Matthias Süß
    @Eleonore
    @B.Werber

    Diesen Kommentar schalten wir noch frei, damit jeder etwas bei dieser rein persönlichen Auseinandersetzung erwidern durfte. Weitere Kommentare, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben, werden wir löschen.

  • Gondrino

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    Erst beutet die sogenannte „Erste Welt“ die Staaten Afrikas hemmungslos und ungebremst auf, verhindert seit Jahrzehnten den fairen Welthandel und eine echte Entwicklung in diesen Ländern und dann wundern sich die Profiteure dieses ungerechten Wirtschaftssystems (also wir), dass diese Menschen in ihrer Verzweiflung zu uns kommen, also da hin wo ihre Bodenschätze und die Früchte ihrer Slavenarbeit schon sind.

    Mich wundert es nicht. Mich wundern nur Politiker, die immer noch so tun, als gäbe es diesen Zusammenhang nicht. Nur nicht das ignorante Wahlvolk aufschrecken. Zum Schluss wählen die auch noch falsch.

  • grace

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    Wie man sehen kann, hat Mirbeth das Kreuz im Rücken.

  • Keyser Söze

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    Lieber Herr Landrat, Taten sagen mehr als Worte! Es reicht nicht, vom Sessel herunter zu erklären, dass Donaustauf nicht fremdenfeindlich ist. Das müssen Taten erst zeigen. 818 Donaustaufer haben sich bislang als nicht sehr ausländerfreundlich gezeigt.

  • Reich der Mitte

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    Gondrino 18.11.2012, 22:44h
    Warum kommen „diese Menschen in ihrer Verzweiflung zu uns“ und gehen nicht auch in die Werkbänke der Welt, also auch „da hin wo ihre Bodenschätze und die Früchte ihrer Sklavenarbeit schon sind“?
    Offensichtlich ist Ostasien nicht so migrationsoffen wie die „Erste Welt“; daraus ist übrigens was zu lernen …
    Ihr verlinktes Selbstbildnis sieht nicht nach einem „Profiteur dieses ungerechten Wirtschaftssystems“ aus, eher nach einem 400,– Euro-Jobber mit Blick auf seine Rente

  • frage

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    schade dass man hier permanent rechtes gedankengut unterstellt, anstatt sich mal mit fakten zu befassen.

    die pension hat derzeit 40 betten. es sollten aber 75 asylanten zusammen gepfercht werden. dahingehend war auch der einwand der meisten donaustaufer bezogen. sicherlich waren einige unverbesserliche dabei. unbestreitbar. ob diese allerdings tatsächlich die mehrheit sind wäre zu beweisen. der kompromiss der jetzt aber vorgestellt wurde (mit der 25 bzw. 30er lösung) hat keinen aufschrei der empörung nach sich gezogen.

    vielmehr wurde man jetzt den gebäudemöglichkeiten gerecht und die menschen können dort jetzt auch leben.

    ich finde es ehrlich gesagt bedenklicher, wie hier auf rd manche leute argumentieren. denen geht es (inklusive den sozialarbeitern) nicht tatsächlich um die asylanten, sondern nur um die diffamierung von personen. es war in keinem beitrag ein aufschrei bezüglich der überbelegung zu hören. zeugt von grosser menschenfreundlichkeit und ahnung.

  • Bert

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    @frage

    Es ging um maximal 50 Asylbewerber.
    Der Auftritt einger Donaustaufer bei der Marktratssitzung („Saubär“, „elendiger Hund“, „Unruhestifter“) ist es, was mir zu denken gibt. Ebenso einige Kommentare, die die Donaustaufer Haltung verteidigen mit Argumenten wie „lasst uns unsere heile Welt“ oder „wie sollen die denn in einer Familiensiedlung Anschluss finden“.

    Alle Donaustaufer als ausländerfeindlich abzustempeln, ist tatsächlich dämlich. Vieles liegt an Unwissen oder dumpfen Ängsten, die man allerdings abbauen könnte. Vom Landrat hätte ich auch erwartet, dass er nicht die polemische Propaganda von viel zu vielen Asylbewerbern und einem viel zu liberalen Asylrecht wiederholt. Das trifft die Realität ja nun nicht ganz.

    Wie die Sache letztlich läuft, wird man bei der öffentlichen Diskussion am 28. November sehen. Ich hoffe, dass sich dort auch mal die besonnenen Donaustaufer zu Wort melden und nicht nur die Wortführer der Unterschriftensammlung.

  • frage

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    @Bert

    stimmt natürlich. hätte auch 55 statt 75 heissen sollen. von maximal 55 war im anderen artikel hier auf rd die rede. danke für den hinweis.

  • Bernd Lauert

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    @Reich der Mitte

    Viel Weitblick haben Sie wohl nicht, hier nochmal zum mitmeisseln und auch langsam lesen wenn Sie nicht schnell verstehen können:
    Afrika und Mexico werden mit Saatgut beglückt und die einheimischen Landwirtschaft geht gezielt den Bach herunter. Ebenso auch die Bekleidungsindustrie wird in mwn Burkina Faso mit Spenden aus Deutschland kaputtgemacht, Profiteure sind diejenigen die aus Liebe zum Menschen handeln oder ähnlich ehrenwerte Sprüche auf ihr Einsatzautos schreiben.
    Nun wird also ein Land ausgebeutet und kaputtgemacht…..der Afrikaner z.B denkt sich doch das die weissen in Europa wie Millionäre leben…das Wasser hat dort eine andere Farbe als braun und es gibt Optiker und Apotheken die sich im Preis bekämpfen….
    Was soll derjenige also machen?Kein besseres Leben haben?Sich weiter von Großkonzernen veralbern lassen?Sich weiterhin im Bürgerkrieg umbringen lassen?
    Ihre Lösungen nun bitte.
    Gondrino als mein Parteikollege geht übrigens einer lehrenden Tätigkeit nach…eventuell ist ihr Kind sein Schützling und lernt nicht so billig auf Andere mit einer anderen Meinung draufzuhauen.

  • Vorurteile, Angebote und ein Asylant im Anzug | Regensburg Digital

    |

    […] nur durch einen Ordnungsruf des Bürgermeisters davon abgehalten werden, auf ihn loszugehen – lud der Landrat zunächst zum Runden Tisch. Dort wurde vereinbart, dass nicht mehr wie zunächst geplant 50, sondern nur noch 25 Flüchtlinge […]

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