Ende einer Kampagne?

Nach Wochenblatt-Attacken: Uni stellt sich hinter ihren Mitarbeiter

Seit Wochen attackiert ein Anzeigenblatt eine Halbtagskraft der Universität Regensburg als Extremisten. Die Uni hat nun eingehend geprüft und sieht „keinerlei Anhaltspunkte für ein dienstrechtliches Einschreiten“.

Die Titelseite des Regensburger Wochenblatts vom 18. Mai: Auftakt zu einer Kampagne.

Die Titelseite des Regensburger Wochenblatts vom 18. Mai: Auftakt zu einer Kampagne.

Die Kampagne des Regensburger Wochenblatts gegen einen Mitarbeiter der Universität Regensburg löst sich in Luft auf. In einer aktuellen Stellungnahme hegt die Universität keinerlei Zweifel an der Verfassungstreue von Martin Oswald. Nach eingehender und umfassender Prüfung hätten sich „keinerlei Anhaltspunkte für ein dienstrechtliches Einschreiten im Hinblick auf das Beschäftigungsverhältnis“ ergeben, heißt es wörtlich. Auch das Ministerium haben man bereits darüber informiert.

Eine Kampagne ohne Grundlage

Wie berichtet, hatte der Redaktionsleiter des Anzeigenblatts, Dr. Christian Eckl, mehrfach den Vorwurf erhoben, Martin Oswald sei ein Extremist und stellte ihn in Zusammenhang mit verfassungsfeindlichen Aktivitäten. Deswegen sei er als Mitarbeiter nicht tragbar und, so Eckl weiter, eine „Schande für die Universität Regensburg“.

Darüber hinaus suggerierte der Wochenblatt-Autor, Oswald sehne sich das kommunistische System herbei und stellte ihn in Zusammenhang mit den Toten durch das kommunistische Regime in der Tschechoslowakei. Für diese Unterstellungen lieferte Eckl keinerlei konkreten Belege oder Zitate.

Einzige Grundlage für seine Behauptung war eine angebliche Mitgliedschaft Oswalds (31) im 1970 aufgelösten Sozialistisch Deutschen Studentenbund (SDS), die schon allein aus biographischen Gründen Unsinn ist. Später korrigierte Eckl diesen offensichtlichen Fehler auf eine Mitgliedschaft im Hochschulverband DieLinke.SDS.

Fehler und Falschbehauptungen

Tatsächlich war Oswald aber zu keiner Zeit Mitglied bei diesem Verband. Von 2009 bis 2013 war er beim mittlerweile aufgelösten SDS Regensburg aktiv, der seinerzeit als Plattform und Sammelbecken für linke Hochschulpolitik diente, keine offizielle Mitgliedschaft kannte und zu keiner Zeit im Verfassungsschutzbericht erwähnt wurde – völlig unabhängig davon, wie man diesen Bericht und die Erwähnung des Gesamtverbands Linke.SDS bewerten mag.

In seiner Auflösungserklärung vom April 2013 betont der SDS Regensburg sogar ausdrücklich seine „Unabhängigkeit von der Partei Die Linke einerseits und vom Bundesverband Die Linke.SDS andererseits“. Wörtlich heißt es mit Blick auf den Bundesverband Linke.SDS: „Wir sehen uns nicht mehr als Teil dieses Verbandes.“

Daneben finden sich zahlreiche weitere Falschbehauptungen und Fehler in den Artikeln des Wochenblatts. Entgegen den Behauptungen Eckls liegen keine Belege dafür vor, dass Martin Oswald sich „mehrfach als Marxist“ geoutet hätte. Auch das Wochenblatt selbst liefert keine.

Entgegen den Behauptungen von Christian Eckl feiern die „Deutsch-Tschechischen Studien“, wo Oswald als Studengangskoordinator auf einer Halbtagsstelle arbeitet, in diesem Jahr kein Jubiläum. Sie wurden 2007 gegründet.

Entgegen den Behauptungen Eckls war Oswald zu keinem Zeitpunkt zu irgendeiner Feierstunde bei Oberbürgermeister Joachim Wolbergs im Alten Rathaus eingeladen. Diesen gar nicht vorhandenen Umstand aber hatte Eckl zum „Skandal“ aufgeblasen.

Seltsame Zurückhaltung bei der MZ

MZ-Ausgabe vom 20. Mai: Oswalds Name erscheint auf der Titelseite.

MZ-Ausgabe vom 20. Mai: Oswalds Name erscheint auf der Titelseite.

Zwischenzeitlich hat auch die Mittelbayerische Zeitung darüber berichtet, dass die Universität Regensburg keine Zweifel an der Verfassungstreue von Martin Oswald hegt. Im Gegensatz zu dem ersten Bericht, der den Artikeln des Wochenblatts überhaupt erst eine gewisse Relevanz gegeben hatte, unterlässt es die MZ allerdings dieses Mal zu erwähnen, dass einzig und allein jenes Wochenblatt entsprechende Vorwürfe erhoben hatte. Der Name des Anzeigenblatts bleibt unerwähnt.

Gegenüber Martin Oswald war man da weniger zimperlich. In der ersten Berichterstattung über die Vorwürfe druckte die Mittelbayerische Zeitung seinen Namen sogar auf der Titelseite.

Hintergrund der Attacken von Christian Eckl dürften insbesondere Kolumnen von Martin Oswald auf regensburg-digital gewesen sein, in denen er sich mit der Berichterstattung des Regensburger Wochenblatts beschäftigt hatte.

Bereits 2014 hatte Eckl deshalb Martin Oswald in einer Facebook-Diskussion über jene zweifellos bissigen, aber keineswegs beleidigenden Kolumnen als Extremisten und Schwulenhasser beschimpft. Selbiges widerfuhr dem Verfasser dieser Zeilen, nachdem er Martin Oswald verteidigt hatte.

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Kommentare (26)

  • Taxifahrer

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    Der eigentliche Skandal ist doch, dass nur einer durchknallen muss und sofort die ganze Maschinerie sich mit so einem Scheiß beschäftigen muss.

  • Hans-Peter Dantscher

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    Nein werter Taxifahrer,

    es sind viel zu Viele die in regelmäßigen Abständen“durchknallen“, oftmals „angesehene“ Persönlichkeiten der Stadtöffentlichkeit: Eckl (divers), Kittel oder auch die Gloria „Eine Art von Krieg“ (Asyldebatte). Wettern Sie gegen Menschen von deren Lebenswirklichkeiten Sie weder Ahnung noch irgend Interesse zu haben scheinen, dies sollte die „Maschinerie“ (was auch immer Sie damit meinen) beschäftigen. Gut das viele diesen Absurditäten weder Glauben noch Bedeutung zu messen und Sie in der Auseinandersetzung dann doch unterliegen.
    Wünsche dem Genossen Martin Oswald noch gutes Gelingen. Es sollten viel mehr Menschen „durchknallen“

  • Coffin Corner

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    Wenn das Bistum R so vorgegangen wäre, hätte sich hier niemand gewundert. Aber ein Journalist, also jemand von dem man Toleranz und Meinungsfreiheit erwarten kann: Das ist ein starkes Stück.

  • Else Frieda

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    Fragebogenrecherche.
    ‚Da steht uns wohl im Juni ein feiner Hetzartikel gegen Martin Oswald, mich und regensburg-digital ins Haus.‘ Keine Angst Herr Aigner.
    ‚Für die zeitnahe Beantwortung unserer Fragen und der damit verbundenen Mühe bedanken wir uns vorab sehr herzlich und wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende!‘
    Wer solche Formulierungen wie Herr Kittel nutzt, kann doch nichts böses im Schilde führen?
    https://www.facebook.com/herraigner/posts/10205734719836678?pnref=story

  • Avanti Dilletanti

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    Angesichts der blödsinnigen Vorwürfe wurde es dennoch eine richtige Hetzjagd.
    Nachweislich natürlich und indes.

    Was siehst du aber den Misstand im Auge deines Bruders, den Missstand aber in deinem Auge bemerkst du nicht?

    Frage an den patentierten Christen Dr. Eckl.
    Sehr frei nach dem Evangelium nach Matthäus. Rechtschreibfehler nach dem Wochenblatt.

  • joey

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    sds oder etwa doch sds?
    „Die Abkehr von Hochschulwahlen, Hochschulgruppen, Konvent und SprecherInnenrat, die weiterhin unerbittlich das undemokratische System stützen, bleibt richtig“
    – das klingt sehr nach Verfassungsfeindlichkeit. Auch die Namenswahl ist ja wohl kein Zufall.
    Herr Oswald sollte nicht überrascht sein, wenn da zu seiner zeitweiligen Gruppenteilnahme Fragen auftauchen.

    Wenn irgendeine Volksfront zur Befreiung Paläst… ähm Regensburgs nicht an Wahlen teilnehmen will, kann man eigentlich darüber lachen: die wählt ja eh keiner. Wie man sonst die unterdrückten Massen befreien wollte, erschließt sich mir auch sonst nicht. Vielleicht nochmal mit einem Schuß aus der Aurora auf das Winterpalais ähm T&T Schloß? Panzerkreuzer wäre mal eine wirklich innovative Touristenattraktion!

    Also gut, Hr. Oswald will kein Extremist (mehr) sein. Dann isss ja gut und wir können das System hier noch eine Weile stützen.

  • Grips

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    Schön, dass die Demokratie in Regensburg jedenfalls soweit funktioniert, dass einem Menschen nicht die materielle Existenz kaputt gemacht wird, bloss weil einige Pressefritzen ihn einfach mal pauschal als „linksextrem“ verteufeln. Wobei mich das schon auch nicht mehr wundert, schrieb Dr. Eckl doch im Wobla letzte Woche , ist er dagegen, Hofer, den Ex-Präsidentenkandidaten der rechtsradikalen FPÖ „zu verteufeln“.
    Nachdem Sie mitteilten, Herr Aigner, dass die Kittel-RSZ seit 5 Ausgaben gegen Sie hetzt, habe ich mich extra auf die Suche nach diesem Blatt gemacht und ein aktuelles Exemplar ausgegraben. Ich lese, dass Kittel Sie bzw. regensburg digital als „linksextrem“ etc. diffamiert, was mich nicht wundert, so weit am rechten Rand er sich selber angesiedelt hat. Aber seine Hetze gegen Sie als „SAigner….Regensburgs linksfaschistoider Gesinnungsblockwart“ usw. würde ich mir nicht gefallen lassen. Missliebige Journalisten als brauner Mörder-Typ zu diffamieren , das überschreitet für mich eine Grenze, das sollte man öffentlich sagen. Und diejenigen, die mit diesem Wissen immer noch mit solchen Hetzern kumpanieren und sie fördern, sagen damit auch über sich selber etwas aus.

  • Hansfuchs

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    Vielen Dank für die ausführliche Berichterstattung zu dem Fall. Allerdings: Das Bohemicum Regensburg-Passau feiert am 23. Juni – 20 Jahre Bohemicum, die Feierlichkeiten finden ab 18.30 im Vielberth Gebäude der Universität statt. Im Zusammenhang mit der Jubiläumsfeier finden an der Universität Regensburg außerdem statt:

    24. und 25. Juni 2016
    H 25 · Vielberth Gebäude

    Tagung

    Localization of Europe in
    Central European Cultures of Memory

  • Ulf

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    @joey

    Seit wann ist es verfassungsfeindlich, sich gegen die bestehende Organisationsform der Universität auszusprechen? Das „System“, das hier tatsächlich gemeint ist, ist das der Universität und es ist völlig legitim jenes aus Sicht der Studierenden als undemokratisch zu bezeichnen und dessen politische Strukturen sowie Wahlen zu boykottieren. Studentische Mitbestimmung in Bayern ist ein lauer Witz, Bayern ist das einzige Bundesland, in dem es keine verfassten Studierendenvertretungen gibt.

  • Christian Muggenthaler

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    @ grips: Ich kann Sie da nur bestätigen. Ich empfinde Beschimpfungen wie „SAigner“ und „Gesinnungsblockwart“ als eindeutig beleidigend und in vielerlei – auch historischer – Hinsicht extrem daneben. Ich glaube/hoffe aber, dass ein Autor solcher Insinuationen sich selbst aus der Debatte schießt. Es handelt sich da um einen alten, bemitleidenswerten Mann, dessen Zeit einfach vorbei ist und nicht auch noch aufgewertet werden sollte.

  • Ronald McDonald

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    Verfassungstreue gegenüber welcher Verfassung wird von dem als „Studengangskoordinator“[O-Schreibe Stefan Aigner] Prekärbeschäftigten eigentlich gefordert?
    Der vom 28.03.1849, oder der vom 26.07.1867, oder der vom 16.04.1871, oder der vom 14.08.1919, oder der vom 07.10.1949, oder der vom 09.04.1968, oder der vom 07.10.1974?
    Oder der Verfassung in Lauerstellung, welche „von dem deutschen Volke in freier Entscheidung“ irgendwann vielleicht noch beschlossen werden soll (Art. 146 GG)?

  • Mathilde Vietze

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    Also, ich versteh‘ ja vom Journalismus nicht viel, aber
    doch das eine: Man recheriert v o r h e r , ehe man
    loslegt und nicht umgekehrt.

  • blauäugig

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    @vietze Ist das Kritik an Ihrem Facebookfreund Dr.Eckl? Kittel kann ja in Zusammenhang mit Journalismus kaum gemeint sein.

  • hf

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    @joey: die Passage „Die Abkehr von Hochschulwahlen, Hochschulgruppen, Konvent und SprecherInnenrat, die weiterhin unerbittlich das undemokratische System stützen, bleibt richtig“ bezieht sich auf die Abschaffung der Freiheit der Lehre unter Edmund Stoiber in den Jahren 2005 bis 2007.

    Bis dahin waren die Universitäten frei in der Entscheidung, welche Professuren sie schufen, welche Studiengänge sie anbieten und so fort. Professoren, Mitarbeiter und Studenten als das „Volk“ haben sich die Verantwortung geteilt.
    Die Novelle der Hochschulverfassung schaffte zum einen jegliche Vetorechte der Studierenden ab, zum anderen führte man den Hochschulrat ein, der zu mehr als der hälfte mit „Externen“ (i.d.R. von der Staatsregierung bestimmte Wirtschaftsvertreter) besetzt ist und in allen wichtigen Fragen das letzte Wort hat.
    Das ist so, als wäre der Bundestag offiziell zu 51 Prozent mit internationalen Lobbyisten besetzt – ein billiges Schmierentheater also. Im übrigen auch eine Abkehr vom humboldt’schen Selbstverständnis der deutschen Universität „in Einsamkeit und Freiheit“, weit zurück in ein barock-feudales Wissenschafts-Paradigma, dass die Forschung vor allen den Herrschenden nützlich sein soll.

    Der Aufruf zur „Nichtmitarbeit“ des SDS zielte speziell auf die von der neuen Hochschulverfassung vorgesehenen Stellungnahmen der Studierenden ab, die sie abgeben sollten, immer wenn über ihre Köpfe hinweg etwas entschieden wurde. Also eine pro-forma Unterschrift, die auf dem Papier nötig war, damit die Marionetten-Demokratie-Fassade gewahrt bliebe, sollte kategorisch nicht geleistet werden. Das war der Ansatz der Nihilisten, für die Martin O. in den Folgejahren kandidierte.

    Wenn Sie mich fragen, was Sie natürlich nicht tun würden, gegen so eine Pseudo-Verfassung zu sein ist wahrhaft freiheitlich-demokratisch.

  • Grips

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    @Muggenthaler: Auch ich würde mich durch die Beleidigungen von jemand, der auf dem Niveau von Herrn Kittel ist, nicht persönlich getroffen fühlen. Aber offenbar, wie man bundesweit sieht, laufen genüg Verrückte herum, die , sobald sie merken, dass sie mit ihren Ansichten öffentlichen Rückenwind haben , daraus den Persilschein ableiten, andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft ,politischen Ansichten usw. zu bedrohen bis ihnen Schaden zuzufügen. Die Hetze hier empfinde ich als Freigeben für den Abschuss.
    Desweiteren wurden bei dieser Auseinandersetzung Begriffe wie „linksextrem/Linksfaschist “ u.ä. (und nicht besser, wenn ohne Beweis: „rechtsextrem/Nazi“ u.ä.) als Kampfbegriffe benutzt. Das heisst, es geht gar nicht mehr darum, sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen, was im konkreten Fall links/linksextrem heisst, und welche Folgen das für wen hat, und dann daraus Konsequenzen zu ziehen . Es geht einfach nur mehr ums fertigmachen. Soll man den Kittel, Eckl und Co. dabei zuschauen, wie sie ein geistiges Klima der Intoleranz schaffen ? Also was schlagen Sie vor ?
    Was mich freuen würde, wären mehr Interviews/Berichte wie das über die Flüchtlingsretter von der Sea eye . Man vergisst ja vor lauter Irren oft, wie viele herzliche-menschliche Menschen es ebenso gibt. Bei mir hebt das die Stimmung, gerade weil sowas nicht „skandalös“ o.ä. ist, sondern zeigt, was normal werden sollte.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „blauäugig“ Selbst wenn Eckl mein Facebook-Freund wäre,
    hätte ich keine Probleme, ihn zu kritisieren. Das ist gelebte
    Demokratie!

  • Hans-Peter Dantscher

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    zu Herrn Muggenthaler:
    Ich denke nicht dass Herr Eckl und Herr Kittel ignoriert werden sollten, Im Gegenteil:
    Ihre Zeitungen werden kostenlos im Stadtgebiet verteilt (wenn auch zumindest im Falle Kittel mit wenig Ressonanz), das Wochenblatt hat mit ihrer fehlerhaften, schlampigen und reißerischen „Berichterstattung“ das Potenzial Menschengruppen gegeneiander zu hetzen – siehe Facebookkommentare.
    Es geht um Klickzahlen den schnellen Aufreger, manche halten es für lokale Berichterstattung.
    Ein Asylsuchendenwohnheim ist schnell angezündet – da braucht nicht Viele, ausser die Bestättigung des Ressontiments.
    In diesem Fall geht es gegen einen mutmaßlichen Linksextremisten, welcher mutmaßlich einen kritischen Block betreibt, mutmaßlich die Rechtschreibfeher ins Wochenblatt schmuggelt und dies wen er nicht gerade mutmaßlich den Staat stürzen will, auch noch in der staatlich bezahlten Arbeitstelle.

    Es ist wichtig darauf hinzuweisen, wenn Menschen bewußt oder unbewußt derartige Verleumdungen in die Welt senden.
    Gerade in Zeiten in der Menschen Medien, der Politik,etc. immer weniger vertrauen bzw. dies Mißtrauen durch das Internet noch stärker zur Geltung kommt, Populisten ala AFD Zulauf bekommen, muß dafür eingetreten werden, wenn derartiges zusammengewurstelt wird.

  • joey

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    @ulf und hf
    ja, es geht im engeren Textsinn (nur) um die Hochschule. Ich glaube aber auch der NPD nicht, daß das nationale „Demokraten“ seien. Die Buchstabekombination „sds“ geht einfach nicht, die Assoziation ist klar, da steht für mich Pflasterstein und Stalinismus dahinter.

    Ich habe 91/96 studiert, da war auch nix demokratisch. Wer nicht hinschreibt, was der Prof. gerne hätt, der schafft eben die Prüfung nicht.
    Die Entscheidung, was nun als Studium gebraucht würde, konnten weder Profs noch Studentenvertreter treffen. Beispiel: Die Schwelle zum digitalen Zeitalter wurde bei meinem Studiengang völlig verschlafen, beiderseits von Profs und Studentenvertretern (die haben sich um die Finanzierung der Modellbauwerkstatt gezankt). Ich hab einfach selber gelernt, was ich für richtig hielt – und hatte recht. Ich war einer der wenigen, die in einer großen Bauflaute gleich nach dem Studium einen Arbeitsplatz bekommen haben, nachdem dann die erste Stelle nix gut war, gleich noch eine.
    Man sollte die Uni nicht für so wichtig nehmen, einfach nur ein erster Einblick. Ich lerne immer noch viel, z.B. von Handwerkern auf der Baustelle, von meinen Kunden, von meinen Freunden… und auch von meinen eigenen Fehlern. Mein Lernen soll nie aufhören.

    Ach, wenn im Bundestag doch nur 51 Prozent Lobbyisten wären…

  • blauäugig

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    @vietze- „selbst wenn er wäre“ heißt, „er ist es nicht“ – noch kann es jeder selber nachschauen. Die Suchfunktion in facebook ist ja komfortabel. Tipp: Die Freundschaft können Sie jederzeit per Mausklick ohne Begründung beenden.

  • Hans-Peter Dantscher

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    @Joey
    nun als ehemaliges Mitglied des sds = sozialistisch demokratischer Studierendenverband kann ich hfs Darstellung bestätigen und würde ergänzen, dass wir damals nicht die Verfassung abschaffen, sondern die Situation an der Uni kritisieren wollten und anderen Studierenden die Möglichkeit bieten wollten, als bereits bestehende politische Gruppe, ausgetretene (hochschul)politische Pfade zu verlassen. Ich war damals persönlich mit dieser Entscheidung nicht ganz zufrieden, aber naja.

    Ihre Argumentation ist für mich überraschend: Sie schreiben „Ich lerne immer noch viel, z.B. von Handwerkern auf der Baustelle, von meinen Kunden, von meinen Freunden… und auch von meinen eigenen Fehlern. Mein Lernen soll nie aufhören.“
    Gerade das wird eben an den Unis nicht vertreten, wie soll die Universität von ihren „Kunden“ = Studierenden lernen, wenn Mensch sich nicht auf Augenhöhe befinden bzw. das Ober sticht Unter Prinzip vorherscht?
    ProfessorInnen neigen halt stark dazu „ihre“ Lehre zu verteidigen, Studierende fragen sich kann ich was damit später anfangen – bzw. sollten dies. War das nicht auch bei Ihnen so? Gut Sie kamen damit klar.

    Zur unterstellten Verfassungsfeindlichkeit des sds regensburgs und einer angeblichen Beobachtung seitens des Verfassungsschutzes:

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/-SDS-wird-nicht-vom-Verfassungsschutz-beobachtet;art1172,125238

    Ich kann mich jetzt täuschen, aber auf eine Antwort des Herrn Eckls bzw. des Wochenblattes warteten wir damals vergebens.

    Mit weiten Teilen der deutschen Verfassung – waren nicht besonders linke PolitikerInnen deren Gesetzesentwürfe das Verfassungsgericht in den letzten Jahren kritisiert und gekippt hat- kann ich im übrigen ganz gut leben, mit Art. 1-20 könnte Mensch so einiges umsetzen was mir demokratisch und wirtschaftlich sinnvoll erscheint.

  • joey

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    @Hans-Peter Dantscher
    selbstverständlich haben wir uns damals auch gefragt, wozu wir dies und das eigentlich brauchen. Die alte Schülerfrage. Was für mich nicht wichtig war, war bei anderen wieder völlig anders, das ändert auch kein Studierendenbeirat. Ich kam „damit klar“, weil ich selbstverantwortlich meinen eigenen Weg gesucht habe – was erst nach Hinterfragung der Verhältnisse geht. Ich vergesse dabei auch nicht die (wenigen) Profs., die das zugelassen und „sogar“ gefördert haben. Das waren übrigens gerade die „alten“ Professoren.

    Heute ist alles Universität: in Wirklichkeit aber immer noch die alte Ingenieurschule oder Lehrerbildungsanstalt. Wissenschaft wird titelmäßig inflationär vorgetäuscht. Die Zahlenverhältnisse an den Unis erlauben keine individuelle Förderung. Wir brauchen auch nicht in jeder Grundschule einen über-/ oder unterforderten Literaturprofessor(In).

    Das Hauptthema war hier: jemand wird verdächtigt, bei sds gewesen zu sein. Dann stellt sich raus, daß der sds nicht der sds war. Eine historische Aufarbeitung des Stalinismus steht offenbar noch in der Breite aus. (M)eine Lehre aus der Geschichte: wo demokratisch oder sozialistisch drauf steht, ist es meist propagandistisch notwendig. Der historische sds und seine Entwicklungen müssen wissenschaftlich kritisch betrachtet werden. Eine Benennung neuer Gruppen nach solchen Namen halte ich für zumindest dämlich. Oder eben verdächtig, wie ich es auch keiner Volks- und Heimatschutzstaffel abnehmen würde, nicht rechtsextrem anfällig zu sein.

    Um das nochmal herauszustellen: man muß in diesem Land Kritik äußern dürfen und auch sollen, man muß in diesem Land Gruppen bilden dürfen, die irgendwelche kluge oder dämliche Positionen vertreten. Bekanntlich sind nur Extremisten im Besitz der absoluten Wahrheit, die anderen diskutieren ehrlich und tauschen sich mit respektierendem Interesse aus.

    Wer aber „unerbittlich das undemokratische System stützen“ verwendet, ist „unerbittlich“ bei bei Pegida Niveau. Das ist Ideologensprache auf der Suche nach einem „System“, das es (logischerweise) zu stürzen gilt. In der Tradition des Panzerkreuzers Aurora, echt von vorgestern.

    Deswegen ist auch die Kampagne des Wochenblatts eine Kommunistenjagd der vergangenen Vergangenheit. Es droht keine akademische Unterwanderung durch linke Aktivisten, sie hat längst stattgefunden – und sich dabei selbst erledigt.

  • da_Moartl

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    Man sollte bei Herrn Dr. Eckl und Herrn Kittel nicht mehr die Worte „Presse“ oder gar „Journalist“ verwenden. Ihr Niveau verdient ausschließlich das Prädikat „Schmierfinken“ – einmal davon abgesehen, dass manche Absonderungen der Herren ganz bewusst – vermutete – Tatsachen mit Unterstellungen und Verdächtigungen in einer Weise vermischen, die sich strafrechtlich an der Grenze zur üblen Nachrede bewegen, manchmal auch jeseits dieser Grenze.

  • altstadtkid

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    Das dumme an der Sache ist nur dass die Medienlandschaft in Rgbg.
    von den 3 Herren bestimmt wird.
    Und die sind sich irgendwie immer einig. Jeder der dann nicht den Jubelperser macht wird angegriffen und vernichtet,oder es wird damit zumindest gedroht.
    Sorry anders kann man dass hier nicht bezeichnen.
    Und die Vorfälle sind leider immer so klein und unübersichtlich dass Überregional keiner aufspringt.
    Schade eigentlich

  • Martin Maier

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    Der Modl, ein Extremist? Ich dacht erst ich seh ned recht.

    Der Herr Eckl (hat den seine Doktorarbeit eigentlich Vroniplag schon mal angeschaut?) scheint nichtmal Google richtig bedienen zu können. Was will man auch vom Chef von so einem Anzeigen-Revolverblatt – quasi eine Zeitung für Leute, denen die Bildzeitung zu anspruchsvoll oder teuer ist – erwarten?

  • Unsere Klick-Top Ten 2016 – Teil II » Regensburg Digital

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    […] man an der Universität darüber den Kopf schüttelt, die Vorwürfe zurückweist und keine Zweifel an der Verfassungstreue von Martin Oswald sieht, greift der Herausgeber der Stadtzeitung, Peter Kittel, das Thema dankbar auf und lässt über das […]

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