Papstdokumentationszentrum: CSU appelliert an Gemeinsinn und Geschichtsbewusstsein

Im September 2016 jährt sich der Besuch Papst Benedikts XVI. in Regensburg zum zehnten Mal. In ihrem Antrag vom 18. April 2016 fordert die CSU deshalb, die Installation einer Dokumentation über den Papstbesuch in einem dafür geeigneten Gebäude in der Altstadt. „Mittels Informationsflächen und Touchscreen-gesteuerten Bildschirmen soll die Erinnerung an dieses Jahrtausendereignis wach gehalten, erfahrbar gemacht und damit eine Lücke in der Kommunikation und Darstellung eines für die Geschichte der Stadt außerordentlich bedeutenden Ereignisses geschlossen werden“, so die CSU-Stadträte Dr. Armin Gugau und Michael Lehner.

Nachdem die Katholische Kirche und die Mittelbayerische Zeitung diese Woche sehr klar und eindrucksvoll ihre Bereitschaft erklärt haben, sich an einer derartigen Dokumentation aktiv zu beteiligen und umfangreiches Material u.a. an Bildern, Filmen und Exponaten zur Verfügung zu stellen, appelliert nun die CSU an alle Verantwortlichen in Stadt und Stadtgesellschaft, solidarisch zusammenzurücken und gemeinsam über alle Partei- und Glaubensgrenzen hinweg den Papstbesuch noch rechtzeitig zum 10. Jahrestag würdig zu dokumentieren. „Wir möchten damit auch an die Begeisterung von 2006 anknüpfen und gemeinsam mit der ganzen Stadtgesellschaft etwas für Regensburg bewegen“, so Dr. Armin Gugau, Hans Renter und Dagmar Schmidl.

Die CSU ist zuversichtlich, dass es der Stadt bis zum Jubiläumstag möglich ist, eine würdige und gehaltvolle Dokumentation umzusetzen. „Innerhalb kürzester Zeit haben die Stadt und ihre Bürger in einem Akt beispielhafter und bewundernswerter Solidarität schließlich auch die Herausforderungen der Flüchtlingskrise bewältigt. Angesichts dieser beeindruckenden Leistungsstärke dürfte doch auch die zeitnahe Realisierung eines solchen Dokumentationszentrums kein Problem sein“, zeigt sich CSU-Kreisvorsitzender Dr. Franz Rieger optimistisch. Dr. Rieger wertet es auch als wichtiges Signal zur richtigen Zeit, dass das Museum der Bayerischen Geschichte angesichts der augenblicklichen Diskussion angekündigt hat, mit seiner Eröffnung in zwei Jahren den Papstbesuch umfassend zu thematisieren.

„Im Augenblick haben wir in Regensburg nichts, was dieses außerordentlich bedeutende historische Ereignis unserer Stadtgeschichte einem breiten Publikum umfassend näherzubringen vermag. Dies ist für eine so geschichtsbewusste Stadt wie Regensburg eigentlich beschämend. Mit einer überschaubaren gemeinsamen Anstrengung ist diese Aufgabe aber noch rechtzeitig zum Jahrestag zu lösen. Wir sollten jetzt nicht mehr lange diskutieren, sondern das Projekt gemeinsam und über alle politischen und ideologischen Grenzen hinweg anpacken! Denn schließlich geht es hier weniger um eine Art Glaubens-bekenntnis, als vielmehr auch um gelebtes Geschichtsbewusstsein!“ so Dr. Rieger in seinem dringenden Appell.

Auch nach Ansicht der beiden Bundestagsabgeordneten Dr. Astrid Freudenstein und Graf von und zu Lerchenfeld sollte die Ankündigung des Museums der Bayerischen Geschichte als Chance begriffen werden. So könnte man ohne großen Aufwand für eine entsprechende Abteilung noch heuer rechtzeitig zum Jahrestag die Grundlagen und zugleich einen würdigen Ort der Information und des Erinnerns schaffen. „Zumal mit der originalen Papstsakristei von 2006 ein einzigartiges Exponat zur Verfügung stünde, das auch als provisorisches Gebäude für eine Dokumentation denkbar sei“, so die beiden Bundestagsabgeordneten.

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Kommentare (2)

  • menschenskind

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    „…Wir sollten jetzt nicht mehr lange diskutieren, sondern das Projekt gemeinsam und über alle politischen und ideologischen Grenzen hinweg anpacken! Denn schließlich geht es hier weniger um eine Art Glaubens-bekenntnis, als vielmehr auch um gelebtes Geschichtsbewusstsein!“

    Hört, hört, was die CSU-Hanswursten nicht alles fordern!

    In den von ihnen verantworteten Geschichtsbüchern belügen sie uns seit Jahr und Tag nach Strich und Faden, töten regelrecht unser „gelebtes Geschichtsbewusstsein“, aber da, wo’s sicher sein können, dass die meisten Wähler drauf anspringen, beim Katholisch-Eingemachten, da soll unsereins über „politische und ideologische Grenzen“ hupfen.

    Na, mit mia ned! Extra ned!

    Dabei gäb’s wirklich interessante, und weitgehend oder gänzlich unerforschte Themen der Regensburger Stadtgeschichte. Zum Beispiel die Geschichte der Migration. Wie war das nach den beiden Türkenniederlagen von 1529 und 1683, kamen da nicht schon erste Türken nach Regensburg? Und die ersten Jugos, über die Donau, wann? Italienische, spanische, französische Spuren in Regensburg?

    Oder die Geschichte der Sinti und Roma in Regensburg. Warum hat sich noch kein örtlicher Historiker mit diesem Thema auseinandergesetzt? Weil auch viel Unpopuläres dabei rauskommen könnte? – Um so interessanter wär das Thema.

    Oder die Geschichte der Lesben und Schwulen in Regensburg! Erste Ansätze sind bereits vorhanden. Die SchwulLesben der Stadt hatten einmal eine Gruppe gegründet, die mit den schwullesbischen Historikern in München kommunizierte. Warum nicht die Geschichte dieser Minderheit mit Segen der Stadt endlich dokumentieren?

    Oder die ganz frühen Kontakte Regensburgs zu den Tschechen/Böhmen?

    Es gäb so viele wirklich interessante Themen, interessantere jedenfalls als Ratzinger. Der Ratzinger, siehe sein von Schmutz nur so triefender Wikipedia-Eintrag, wird in Zukunft, wenn noch mehr über seine Verwicklung (Fall Hullermann etc.) in die Vertuschung der Pädophilenaffäre bekannt wird, an Ansehen und Prestige verlieren.

    Eine Investition in die Erforschung seiner Regensburger Zeit wäre eine Sackgasse, für die man sich bald nur noch schämen wird. Die neuen Medien werden dafür sorgen, dass nichts verborgen bleibt. Und dann steht Regensburg mit einem Institut da, das nur noch eines wäre – peinlich.

    Kenna mia sowos woiln?

  • „Hündisch ergeben“ » Regensburg Digital

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    […] Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Mit Verweis auf die „bewundernswerte Solidarität“ der Regensburgerinnen und Regensburger bei den „Herausforderungen der Flüchtlingskrise“, mit der Forderung nach einer „gemeinsamen Anstrengung“ und mit dem Hinweis auf die „beeindruckenden Leistungsstärke“ dieser Stadt fordert die Regensburger CSU ein – Trommelwirbel – „Papstdokumentationszentrum“. Der „dringende Appell“ des Kreisvorsitzenden Franz Rieger in einer aktuellen Pressemitteilung: […]

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