Trotz einer ersten Klatsche vor dem Arbeitsgericht Regensburg geht der Möbelkonzern IKEA weiter mit harten Bandagen gegen einen Betriebsrat vor. Ein neuerlicher Gerichtstermin zeigt: Es geht weniger um die Sache, als darum, den Mann mit allen Mitteln loszuwerden.
Malicious Bureaucracy, bösartige Bürokratie – das scheint für den Möbelriesen IKEA das Mittel der Wahl zu sein, um einen allzu engagierten Betriebsrat loszuwerden. Über den Fall von Ludwig Doblinger haben wir mehrfach berichtet. Seit 2014 arbeitet der 48-jährige Familienvater in der Regensburger Filiale, seit 2018 ist er Betriebsrat. Er vertritt die Beschäftigten in mehreren Ausschüssen sowie im Deutschland- und EU-Betriebsrat.
Seit September 2024 geht der Konzern gegen Doblinger vor. Mit schweren Geschützen. „Arbeitszeitbetrug“ und „Spesenbetrug“ warf IKEA ihm wegen Unstimmigkeiten bei der Abrechnung von Mittagessen während eines Treffens des Gesamtbetriebsrats in Fulda vor. Es ging um 33 Euro, verteilt auf drei Tage. Haltlose Vorwürfe, wie das Arbeitsgericht Regensburg im vergangenen Jahr feststellte und die Klage des Unternehmens in allen Punkten zurückwies.
