Buchbesprechung

Wer A sagt…

…muss auch einen Kreis drum machen: Eva Demski und ihr „anarchistisches Album“.

Den kennen Sie sicher: Wer mit zwanzig kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit dreißig immer noch Kommunist ist, hat keinen Verstand. Einer der Standardsprüche aus dem riesigen Repertoire der Arrivierten und Reichen, bei passender wie unpassender Gelegenheit ausgespuckt aus Gründen der Besitzstandswahrung. Der Kommunismus wird als Kinderkrankheit vom Tisch gefegt, aber der Anarchismus? Gegen den muss man gar nicht erst Stellung beziehen, über den muss man doch kein Wort verlieren. Anarchos, Punks und ähnliche Außenseiter, die disqualifizieren sich selbst.

Soweit der Stand der gleichgeschalteten, festgezurrten Meinung. Und dann kommt Eva Demski daher, die erfolgreiche, vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin. Im Mai wird sie neunundsiebzig. Und schwärmt einem auf 220 Seiten vom Anarchismus vor. Nicht auf schlechtem Papier in einem abseitigen Winzlingsverlag, sondern sauber und edel gedruckt, im renommierten Insel Verlag, mit vielen, teils farbigen Fotos von Ute Dietz, die auf gemeinsamen Stadtexpeditionen mit der Autorin die verschiedensten anarchistischen Mementos und Menetekel in Graffitiform dokumentiert hat.

Die Tolerantel

Es führt ein Weg zu irgendwem

Toleranz ist eine löbliche Eigenschaft, die den meisten Menschen aber erst mühsam eingeprügelt werden muss. Wie schön ist es da, dass sich das Wachstum Regensburgs an Namensgebungen festmachen lässt, die nach dem Prinzip des geringsten Konfliktpotentials zu verlaufen scheinen. Reibungslos eben.

Josef Mös: „Es ist an der Zeit, … der Siedlung den Namen ihres Gründers zurückzugeben, den Namen eines aufrechten, zutiefst menschlich denkenden Mannes, Dr. Otto Schottenheim!“ Foto: Archiv/Staudinger
Erinnerungs- und Gedenkpolitik in Regensburg

Die Sehnsucht nach Entlastung

Berichte über ein Geheimzimmer, in dem angeblich Juden versteckt worden sein sollen, eine nichtssagende und intransparente Pressemitteilung der Stadt Regensburg, in der von einer „umstrittenen Rolle“ des NS-Karrieristen Walter Boll die Rede ist, eine städtisch geförderte Ausstellung, in der ein Fan von Otto Schottenheim den Nazi-OB abfeiern durfte. Es sind nur ein paar Beispiele für erhebliche Defizite in der Erinnerungs- und Gedenkkultur von Regensburg. Wir veröffentlichen dazu einen Einwurf der Journalistin und Autorin Waltraud Bierwirth („Die Firma ist entjudet“, „Der Fall Elly Maldaque“, „Das Novemberpogrom und der lange Weg zu einer neuen Synagoge“).

Die Tolerantel

Nix ist passiert!

Toleranz ist eine löbliche Eigenschaft, die den meisten Menschen aber erst mühsam eingeprügelt werden muss. Sind Sie sich eigentlich klar darüber, wie froh Sie sein dürfen, in Regensburg zu wohnen, wo das Morgen stets wieder zu einem Heute ohne Gestern wird?

Die Tolerantel

Das Münzfach und der Biomarkt

Toleranz ist eine löbliche Eigenschaft, die den meisten Menschen aber erst mühsam eingeprügelt werden muss. Eine Engelsgeduld muss man städtischerseits schon haben, wenn man sich mit Leuten wie dem Betreiber des Bio-Donaumarkts herumschlagen muss.

Die Tolerantl

Der Held des mittelgroßen Mannes

Toleranz ist eine löbliche Eigenschaft, die den meisten Menschen aber erst mühsam eingeprügelt werden muss. Deshalb soll hier, längst überfällig, eine Lanze gebrochen werden für einen Mann, der uns exakt mit dem gesetzlich vorgeschriebenem Maß an Selbstaufopferung in die Zukunft geleitet.

 
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