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Infinity-Lichtshow

Bilderrausch in der Regensburger Minoritenkirche

Die Infinitiy-Lichtshow in der Regensburger Minoritenkirche reißt einen mit. Besonders, wenn dazu die passende Live-Musik gespielt wird.

Bei der Liebe zum Detail und der handverlesenen Auswahl von Künstlerinnen, Kulturorten und darauf abgestimmten Veranstaltungskonzepten wäre es nicht wirklich zutreffend, wenn man sagt, dass die Infinity-Lichtshow in der Minoritenkirche das spektakulärste Projekt der Kulturoptimisten ist, die eigentlich drei Optimistinnen sind.

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Beeindruckend ist es aber auf jeden Fall, was Julia Köppel, Karin Weber und Johanna Pichler da wieder mal auf die Beine gestellt haben – auch in der dritten Auflage.

Es stört zwar ein wenig, dass sich das Schweizer Künstlerkollektiv Projektil, von dem die mit Lasern auf das Gebäude abgestimmten 360-Grad-Projektionen stammen, sich dieses Mal dazu entschieden hat, Schriftzüge durch den Bilderrausch aus Sternen, Fabelwesen und Licht laufen zu lassen. Die wirken wie unpassende Werbeeinblendungen.

Doch darüber kann man hinwegsehen, wenn man auf einem der Sitzsäcke liegend in den illuminierten Wänden und dem Gewölbe versinkt und treiben lässt.

„Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, um niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.“ Unter diesem Leitspruch des evangelischen Schweizer Reformpfarrers und Schriftstellers Kurt Marti sprangen die Kulturoptimistinnen 2021 ins kalte Wasser – und trotzten dabei erfolgreich Corona.

Binnen kürzester Zeit haben sie sich mit ihren Projekten einen Ruf erarbeitet, der nicht nur Publikum anzieht, sondern auch Künstlerinnen und Künstler. Professionell, menschlicher Umgang, faire Bezahlung – das ist in dieser Branche nicht immer üblich.

Dass die Lichtshow am Dienstag von einem Live-Debüt der Regensburger Formation No Va begleitet wurde, passt in dieses Bild. Es ist erstaunlich, wenn eine Akustikgitarre (Vincent Babl) – Fingerstyle – nicht untergeht neben Schlagzeug (Julian Fischer) und Piano (Daniel Maier). Und dass es während der 45-minütigen Show, die meiste Zeit, nicht immer, so wirkt, als wäre die der Bilderrausch im Gewölbe ähnlich einer Lichtorgel mit der Musik synchronisiert.

Doch tatsächlich ist es das Trio, das seinen Sound auf die Lichtshow abgestimmt hat. Überwiegend bemerkenswert exakt – nicht einfach in einem weitläufigen Kirchenschiff, wo der Schall seine eigenen Wege geht und wenn man das ganze nur mit einem zweidimensionalen Video proben konnte. Trotzdem zieht No Va einen tief hinein in diese Reise in die Unendlichkeit.

Das Trio No Va ist, wenn man so will, eine instrumentale Auskopplung aus der Indie-Band Fit & Brille. Am ehesten kann man diese Band, zu der noch Jacob Habermann, Han Ung Kufner und Benno Schurig gehören, dem Genre der Neuen Neuen Deutschen Welle zuordnen. In den vier Jahren ihres Bestehens haben Fit & Brille bereits zwei professionell produzierte Alben vorgelegt. Ein drittes erscheint demnächst.

Gitarrist Vincent Babl (Homepage) hat es als Solo-Künstler bei Spotify im vergangenen Jahr auf 170.00 Streams gebracht – ein Erfolg, mit dem er die stolze Summe von 130 Euro verdient hat. Für eine faire Gage braucht es da schon die Kulturoptimisten.


Die Infinity-Lichtshow in der Minoritenkirche findet noch bis zum 1. Februar statt.

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