Vor der Stichwahl in Regensburg: Freie Wähler für Freudenstein, Grüne empfehlen Thomas Burger
Kaum war am Sonntag klar: Am 22. März gibt es eine Stichwahl zwischen Astrid Freudenstein (CSU) und Thomas Burger (SPD), liefen die Telefone heiß. Unterstützer wurden gesucht, Bündnisse sondiert. Nun liegen die ersten Wahlempfehlungen vor.

Gibt es nach der Stichwahl eine Zusammenarbeit: Thomas Burger (SPD) und Astrid Freudenstein beim Wahlabend letzten Sonntag.
Schon kurz nach halb zehn meldeten sich am Dienstag die Freien Wähler. In einer nicht namentlich unterzeichneten Pressemitteilung sprechen sie sich für Astrid Freudenstein aus. Die vergangene Wahlperiode habe gezeigt, wie schwer es sei, als Stadtoberhaupt mit einer kleinen Fraktion stabile Mehrheiten zu organisieren und die Stadt voranzubringen.
„Stillstand wurde in den letzten Jahren zum Alltag und wichtige Projekte hängen in der Warteschleife“, heißt es weiter. Das könne mit Freudenstein, die eine starke Fraktion hinter sich habe, anders werden.
Freie Wähler regierten mit Bürgermeister mit
„Regensburg braucht daher frischen Schwung, klare Kommunikation und eine Stadtspitze, die ihrer Führungsverantwortung gerecht wird“, so die Freien Wähler, die mit Ludwig Artinger den Umweltbürgermeister stellen. Viereinhalb Jahre regierten sie mit der SPD und der CSU in einer Koalition. Das Bündnis platzte, nachdem Freie Wähler und CSU im Vorfeld des Bürgerentscheids gegen die Stadtbahn geschossen hatten.
Im neuen Stadtrat stellen die Freien Wähler mit Michael Schien, Christoph Schießl und Ludwig Artinger drei Stadträte. Im Fall eines Wahlsiegs von Freudenstein dürften sie auf einen Bürgermeisterposten spekulieren. Zusammen mit der OB-Stimme und den 13 CSU-Stadträten käme man jedoch nur auf 17 Stimmen.
Grüne für Burger
Ein Partner, mit dem sich die knappe Mehrheit von 26 bei insgesamt 51 Stimmen ergäbe, wären die Grünen. Sie werden künftig zu neunt im Stadtrat sitzen. Doch die empfehlen Thomas Burger.
Deren Spitzenkandidatin Helene Siegloch verpasste den Einzug in die Stichwahl nur knapp – zwischen ihr und Burger lagen 137 Stimmen. Sie sagt nun: „Auch wenn das Ergebnis für uns und mich nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, steht fest: Bei dieser Wahl geht es um die Zukunft unserer Stadt – und die braucht jetzt eine klare sozial-ökologische Wende: mutige Lösungen für bezahlbaren Wohnraum, guten ÖPNV und Zusammenhalt in unserer Stadt.“
Eine Stimme für die SPD und Burger in der Stichwahl bedeute „eine Stimme gegen Stillstand und für eine lebenswerte Stadt“, so Siegloch. „Die Menschen in Regensburg wollen kein Verharren im Gestern.“
Brücke wartet noch ab
Zusammen mit den Grünen käme die SPD inklusive der OB-Stimme auf 16 Stimmen. Sie bräuchte mindestens drei weitere Partner, wenn man ohne die CSU auskommen will. In Frage kämen etwa Brücke und Linke, die jeweils vier Stadträte stellen. Doch von beiden gibt es bislang keine Wahlempfehlung.
„DIE SPD kann sich gerne melden, damit wir reden können“, sagt Linken-OB-Kandidat Sebastian Wanner. Dann werde seine Partei das basisdemokratisch entscheiden. Doch bislang habe es kein nenenswertes Gesprächsangebot gegeben.
Die Brücke traf sich am Montag zur Mitgliederversammlung – nicht nur, um nach dem Absturz um über fünf Prozent Wunden zu lecken, sondern auch, um zu beraten, ob man sich vor der Stichwahl positioniert.
„Wir warten noch ab, wer diese Woche auf uns zukommt“, sagt Brücke-Spitzenkandidat Thomas Thurow. Nächsten Montag treffen sich die Mitglieder erneut, um zu diskutieren. „Schnell, schnell entscheiden wir da gar nichts“, so Thurow.
Ribisl lädt zum Unterstützungsfest – mit OB
Ebenfalls keine Empfehlung gibt es bislang von Volt (zwei Stadträte), der ÖDP (zwei) und FDP-Stadtrat Horst Meierhofer. Jakob Friedl (Ribisl) stellt sich auf die Seite von Thomas Burger. Bei einem „parteiübergreifenden Unterstützungs-Fest“ Samstagnachmittag am Haidplatz werde man 300 Malplakate aus dem Ribsisl-Wahlkampf ausstellen und zum Teil versteigern.
„Die amtierende Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat die Ehre, sich das schönste Ribisl-Plakat aussuchen zu können“, so Friedl
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