Pille danach: SPD-Ortsverein fordert Gynäkologie am Uniklinikum

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Wegen der Abweisung von zahreichen Patientinnen zur Notfallverhütung am Regensburger Uniklinikum beschloss am vergangenen Donnerstag der SPD-Ortsverein Stadtosten, einen Brief an den Vorstand des Klinikums zu richten. das Anschreiben wurde im Rahmen einer Mitgliederversammlung zur Kommunalwahl vorgelegt, an der auch Bürgermeister Wolbergs als Gast teilnahm. Das Anschreiben im Wortlaut: Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Kölbl, der Ortsverein Stadtosten der Regensburger SPD wendet sich heute mit einer Bitte an Sie: Schon mehrmals wurde aus der Berichterstattung der örtlichen Lokalpresse (zuletzt: www.regensburg-digital.de/regensburger-uniklinik-keine-pille-danach-fur-vergewaltigungsopfer/18012013/) deutlich, dass Frauen in Regensburg nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr, einem Verhütungsunfall oder sogar auch nach einer Vergewaltigung am Wochenende so gut wie keine Möglichkeit haben, zur Notfallverhütung die Pille danach zu bekommen. Alle gynäkologischen Abteilungen sind an kirchlichen Krankenhäusern angesiedelt, die ihren Ärzten die Verschreibung der Pille danach verbieten, und Ihr Haus verweist darauf, dass diese Verschreibung nur von einem gynäkologischen Facharzt vorgenommen werden kann, den es bei Ihnen nicht gibt. Daher bitten wir Sie, Ihrer Verantwortung als das einzige nicht-kirchliche Haus nachzukommen und eine eigene gynäkologische Abteilung einzurichten, statt mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder bzw. der Hedwigsklinik zu kooperieren. Mit einer gynäkologischen Abteilung wären Sie in der Lage, Frauen am Wochenende diese wichtige medizinische Leistung anzubieten, solange die Rezeptpflicht für die Pille danach noch nicht abgeschafft ist. Es wäre ferner eine Überlegung, auch ambulante Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, auch dies würde Ihrer Verpflichtung als einzigem weltlichem Haus gerecht werden und einer Mangelsituation in Regensburg abhelfen. Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, Peter Sturm, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stadtosten

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Kommentare (4)

  • Joachim Datko

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    Wir sollten darauf achten, dass die Krankenkassenkosten nicht noch weiter steigen.

    Besser wäre es zu fordern, dass sich die Ärzte von der Bevormundung durch die Priester befreien. Es gibt viel mehr Ärzte als Priester. Lieber moderaten passiven Widerstand leisten, als gegen die eigenen Überzeugungen handeln. Soll man sich von Menschen, die uralten mystischen Geschichten nachhängen, Vorschriften machen lassen?

  • peter sturm

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    lieber gondrino,

    natürlich ist ihre forderung prima und nachahmenswert.
    es sollten noch andere dies tun.

    wir haben ihre forderung gerne noch etwas erweitert.

    morgen haben wir unser erstes gespräch mit der uniklinik, wenn sie möchten werde ich ihnen ausführlich berichten.

    mit besten grüßen,

    peter sturm

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