270 Beschäftigte beim Warnstreik

Bild 1

„Wir freuen uns über die breite Beteiligung der Beschäftigten am heutigen Aktionstag. Das ist ein gelungener Warnstreikauftakt im ver.di Bezirk Oberpfalz!“ freut sich Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz)

Rund 270 Beschäftigte waren der Einladung von ver.di zur Aktiven Mittagspause am heutigen Donnerstag in Regensburg gefolgt. „Wir beginnen frühzeitig mit ersten Nadelstichen, damit den Arbeitgebern klar wird, dass sie mit der Geduld der Beschäftigten im öffentlichen Dienst spielen. Wir erwarten in der nächsten Verhandlungsrunde am Montag, den 11. April 2016 ein konkretes Verhandlungsangebot“ so Gröbner weiter.

In ihren Beiträgen vor den versammelten Beschäftigten bei der MedBo sowie dem Alten Rathaus in Regensburg machten die Rednerinnen und Redner deutlich, dass die Forderung der Gewerkschaft ver.di von 6 % mehr Geld sowie 100 € monatlich mehr für Auszubildende mehr als gerechtfertigt seien. Darüber hinaus forderten sie unter großem Beifall die Abschaffung der sachgrundlosen Befristungen im öffentlichen Dienst sowie eine klare Beschäftigungsperspektive für Auszubildende nach abgeschlossener Berufsausbildung im Rahmen einer unbefristeten Übernahme.

In seinem Grußwort betonte der Geschäftsführer der DGB Region Oberpfalz, Christian Dietl, vor den rund 150 Beschäftigten vor dem Alten Rathaus, dass die öffentliche Hand nicht nur in Straßen oder Gebäude sondern vor allem auch in Menschen investieren müsse. Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner und ver.di-Vertrauensleutesprecher Christoph Wagner-Neisinger brachten ihre Freude zum Ausdruck über die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Regensburg, welche dem 3-stündigen Warnstreikaufruf von ver.di gefolgt waren. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen u. a. des Jobcenters, des Wasser- und Schifffahrtsamts Regensburg sowie der REWAG begleiteten die Streikenden in ihrer Mittagspause solidarisch.

Bild 2

„Wir haben davon abgesehen, an diesem ersten Aktionstag Dienststellen komplett zu schließen. Schließlich soll es nur ein Warnschuss gewesen sein. Jedoch waren beispielsweise im Recyclinghof Regensburg deutliche Behinderungen feststellbar. Beim nächsten Mal werden wir sicherlich weitere Dienststellen in den Warnstreik einbeziehen“ erläutert Bezirksgeschäftsführer Gröbner

„Die Beschäftigten setzen sich auf jeden Fall klar gegen die von Seiten der kommunalen Arbeitgeber geplanten Einschnitte bzw. Leistungskürzungen bei der Betriebsrente (Zusatzversorgung) zur Wehr und wir werden täglich mehr!“ stellt Gröbner für die kommenden Wochen klar.

 

Am 8. April 2016 wird ver.di in einer Funktionärskonferenz die ersten Eindrücke der Warnstreiks analysieren und weitere Konsequenzen für die bevorstehenden Verhandlungsrunden beraten.

 

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (4)

  • erik

    |

    alle 2 bis 3 Jahre 5 bis 6 Prozent mehr, das gibt es vermutlich nur im öffentlichen Dienst und wenn man bedenkt, das in Rathäusern, Ämtern, Anstalten und ähnlichem oft nur der Klüngel und die Bagage der Politiker bzw. der oberen Führungsebenen bei Stellenbesetzungen zum Zuge kommt, könntet ihr meiner Meinung solange Warnstreiks durchführen bis euch ein Bart wächst. Schon klar das ihr jetzt mit dem Argument einer Neiddiskussion und der Armen Krankenschwester die vor dem Dienstbeginn ihr Essen zusammenschnorren muss, damit sie nicht mit leerem Magen erscheinen muss euren Kritikern entgegentretet.

  • erik

    |

    Aufgrund der Politik der letzten Jahre insbesondere die Agenda 2010 bzw. die Hartz-Reformen (von ver.di mitbeschlossen und ausgearbeitet, siehe:
    http://www.theonussbaum.de/seiten/hartz/hartz.htm )
    ist in Zukunft mit einem Zunami an Altersarmut zu rechnen!

    Durchschnittshöhen der Altersbezüge 2012
    Altersversorgung in Deutschland (brutto)
    Euro/Monat

    Rente
    West
    Männer 985
    Frauen 484
    Witwer 223
    Witwen 579
    Ost
    Männer 1079
    Frauen 715
    Witwer 268
    Witwen 616

    Beamten-Pensionen
    Bund
    Ruhegehalt 2750
    Witwengehalt 1580
    Länder
    Ruhegehalt 2940
    Witwengehalt 1690
    Gemeinden
    Ruhegehalt 2840
    Witwengehalt 1060
    Bahn
    Ruhegehalt 1930
    Witwengehalt 1060
    Post
    Ruhegehalt 1900
    Witwengehalt 1050

    Abgeordneten-Pensionen
    Bundestag
    Pensionäre 3011
    Witwen 1996

    Minister-Pensionen
    Bund
    Pensionäre 5673
    Witwen 3369
    Quelle: Alterssicherungsbericht des Bundessozialministeriums

  • Timo Beil

    |

    @erik: beim lostreten einer Neiddebatte sollten Sie sich an die eigene Nase fassen. Diese auch noch mit einer offensichtlichen Lüge (Harz-Reformen von Verdi mit beschlossen und ausgearbeitet) zu untermauern ist obendrauf eine Frechheit.
    Eine alte Gewerkschaftsweisheit ist es, dass Tarifverträge nicht vom Himmel fallen. Sich um seinen Lohn zu kümmern und dafür 1% seines Einkommens an Gewerkschaftsbeiträgen abzudrücken ist das mindeste was Arbeitnehmer zu machen haben. Den Arsch hochzukriegen und mit einer „Mittagspause!“ aktiv und unterstützend der eigenen Tarifkommission den Rücken zu stärken ist noch nicht mal ein Streik.
    Aber zu ihrer Beruhigung, auch im öffentlichen Dienst geht die Zahl der organisierten Mitglieder zurück so dass die öffentlichen Arbeitgeber in Zukunft die Forderungen ihrer Beschäftigten gefahrlos ignorieren können und sich die Löhne den unorganisierten Arbeitnehmern angleichen. Da dies natürlich Auswirkungen auf Renten und Pensionen hat ist die Welt aus ihrer Sicht wieder etwas gerechter geworden.

Kommentare sind deaktiviert