„Dialog zum Hochwasserschutz und Flussraumkonzept in Regensburg muss fortgeführt werden“

Regensburg, 30. Mai 2016 – Zu einem Vor-Ort-Termin im bayernhafen Regensburg trafen sich auf Einladung von Stadtrat und MdL Jürgen Mistol (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) der Vorsitzende des Umweltausschusses des Bayerischen Landtags, Dr. Christian Magerl, der dritte Bürgermeister der Stadt Regensburg, Jürgen Huber, und die Geschäftsleitung der bayernhafen Gruppe; sie sprachen darüber, wie Hochwasserschutz, Flussraumkonzept und die Sicherstellung der Funktionen des bayernhafen Regensburg nachhaltig unter einen Hut gebracht werden können.

Wie erhalten wir den Naturraum der Donau? Wie nutzen wir in Zukunft den Wirtschaftsraum der Donau? Und was tun wir, um uns gegen Hochwasser zu schützen? Diese drei zentralen Fragen behandelt der offene Planungsdialog zum Thema „Hochwasserschutz und Flussraumkonzept“, den die Stadt Regensburg und die Wasserwirtschaftsverwaltung im Jahr 2009 auf den Weg brachten. Eingebunden in diesen Planungsdialog waren von Beginn an Bürgervertreter, Verbände und Vereine wie der Bund Naturschutz, Fachstellen der Stadt Regensburg sowie staatliche Fachstellen und Behörden und auch die bayernhafen Gruppe. All diese Interessenvertreter beteiligten sich aktiv an vier von der Stadt Regensburg einberufenen Planungskonferenzen. Die Ergebnisse in den Bereichen Wasserwirtschaft (Hochwasserrückhalt und -abfluss), Stadtentwicklung und Landschaftsplanung sind im Infoblatt 6 „Flussraumkonzept – Hochwasserschutz Regensburg HW100“ zusammengefasst.

Das Flussraumkonzept bildet für die Wasserwirtschaftsverwaltung und die Stadt Regensburg eine wesentliche Grundlage für alle Hochwasserschutzplanungen und Projekte an Donau und Regen. Der Regensburger Stadtrat hat durch seinen Beschluss am 28.10.2010 bestätigt, die Leitlinien des Flussraumkonzepts für die künftige städtebaulichlandschaftsplanerische Entwicklung der Flussauen zugrunde zu legen. Die bayernhafen Gruppe ist dabei, auf der Basis der dort gemeinsam vereinbarten Schwerpunkte, Ziele und Maßnahmenvorschläge sowie der Anforderungen durch die jüngsten Hochwasserereignisse vertiefende Gedanken zu entwickeln, wie Hochwasserschutz, Naturschutz und Sicherstellung der Funktionen des bayernhafen Regensburg unter einen Hut gebracht werden können – und stimmt dies regelmäßig mit der Stadt Regensburg ab.

Alle Planungsüberlegungen beruhen darauf, keinen Retentionsraum zu „vernichten“ und die Fließdynamik der Donau nicht nachteilig zu beeinflussen – im Gegenteil, zusätzlicher Retentionsraum soll geschaffen werden. Im weiteren Verlauf werden diese Gedanken dann mit den anderen Partnern aus dem Dialog zum Flussraumkonzept erörtert. „Genauso verstehen wir den von der Stadt Regensburg initiierten Prozess des offenen Planungsdialogs“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der bayernhafen Gruppe: „auf der gemeinsam erarbeiteten Grundlage weitere Planungsgedanken zu entwickeln und zu verfeinern. Diesem partizipativen Vorgehen fühlen wir uns auch weiterhin verpflichtet. Wir haben kein Verständnis dafür, wenn dieser vorbildliche Planungsdialog in Frage gestellt wird.“

Hafenentwicklung und Stadtentwicklung sind untrennbar verbunden. So verzichtete man 1993 auf das im damaligen Regionalplan vorgesehene zweite Hafenbecken beim Osthafen, dies ermöglichte erst die Gewerbegebietsentwicklung im Bereich der Möbelhäuser und auch die Renaturierungsmaßnahmen am Aubach, die für den Hochwasserschutz von Irl und Burgweinting von großer Bedeutung waren. Im Rahmen eines Flächenverkaufs sowie mit der Aufgabe des Schiffsumschlags in einem Teilbereich der Donaulände schuf die bayernhafen Gruppe zudem die Voraussetzungen für die Stadt Regensburg, dass das Marina-Quartier in der jetzigen Dimension entstehen konnte und Hochwasserschutzmaßnahmen an der Donaulände möglich werden. Dabei war es immer Konsens, dass als Ersatz für die Reduzierung der Umschlagsmöglichkeiten entsprechende Flächenanpassungen im Bereich des Osthafens erfolgen sollen – dies wurde so bereits in den Regionalplänen der Region Regensburg von 1993 und 2003 festgelegt.

„Wir haben über viele Jahre mit der Stadt Regensburg kooperiert, um durch die Umnutzung von Flächen städtebauliche Entwicklungen der Stadt Regensburg überhaupt erst zu ermöglichen“, sagt Joachim Zimmermann, „wir sehen es daher nur als fair und notwendig an, dass der Dialog im Rahmen des Flussraumkonzeptes jetzt fortgeführt wird. Es freut uns in diesem Zusammenhang, dass Dr. Christian Magerl als Vorsitzender des Umweltausschusses des Bayerischen Landtags nach Regensburg gekommen ist. Zu den Grundsätzen seiner Verkehrspolitik stellen wir zahlreiche Berührungspunkte fest: u.a. die Verkehrsverlagerung von stärker umweltbelastenden hin auf weniger belastende Verkehrsmittel wie Schiff und Bahn sowie die bestmögliche Vernetzung aller Verkehrssysteme und die Rationalisierung des Verkehrsablaufs. Wo sollte dies besser möglich sein als in einem funktionierenden Hafen.“

Der bayernhafen Regensburg verknüpft als trimodales Güterverkehrszentrum die drei Verkehrswege Straße, Schiene und Wasserstraße – dieses Schnittstellenfunktion macht den Hafen für die Stadt und den Landkreis Regensburg und für ganz Ostbayern besonders wertvoll. Wesentlich zum Geschäftsmodell der bayernhafen Gruppe gehört auch die Steuerung der Flächenverfügbarkeit durch kontinuierliche Anpassung und Revitalisierung. Als Grundstückseigentümer sorgt bayernhafen mit Miet- und Erbbaurechtsverträgen dafür, dass durch eine Art permanenter Konversion sparsam mit Flächen umgegangen wird und auch Folgenutzungen immer in den Logistikkontext passen. Standorte und Flächen werden immer wieder neu an die Anforderungen der Ansiedler und der verladenden Wirtschaft angepasst. „Nur im Dialog bringen wir Hochwasserschutz und Flussraumkonzept in Regensburg voran und bringen damit Ökologie und Ökonomie in Einklang“, sagt Joachim Zimmermann.

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