SOZIALES SCHAUFENSTER

Oberpfälzer Grundwasserbestände sind nitratbelastet

PM von MdL Jürgen Mistol

Jürgen Mistol ist alarmiert über die Situation in betroffenen Gemeinden 

Wegen zu hoher Nitrat-Belastungen des Grundwassers bereitet die EU-Kommission derzeit ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland vor. Ursache ist die konventionelle Landwirtschaft. Besonders in NRW werden die Grenzwerte häufig überschritten, aber auch in Bayern und in der Oberpfalz ist das Grundwasser nitratbelastet. Jürgen Mistol, kommunalpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion und grüner Abgeordneter für die Oberpfalz, informierte sich schon im letzten Jahr mit einer schriftlichen Anfrage an die bayerische Staatsregierung (siehe Anhang) zur aktuellen Situation der Nitratbelastung des Oberpfälzer Grundwassers. Bei Wasseranalysen von 24 öffentlichen Versorgungsunternehmen in der Oberpfalz übersteigen die Nitratwerte 40 mg/l. Die Trinkwasserverordnung sieht einen Grenzwert von 50 mg/l vor. Wie nun konkrete Nachfragen der grünen Landtagsfraktion bei betroffenen Gemeinden ergaben, befindet sich die Nitratbelastung schon seit mehreren Jahren auf einem hohen Niveau.

So stellte Wiesent im Landkreis Regensburg bereits 1994 Nitratwerte über 40 mg/l an einem ihrer Brunnen fest. Den Messungen zufolge verzeichnet die Gemeinde seit 2006 für dieselbe Wasserstelle nahezu durchgängig Nitratwerte in diesem Bereich. Für das Jahr 2015 wurde noch immer ein Wert von 41 mg/l gemessen.

Ähnlich alarmierend ist die Situation in Pfreimd (Landkreis Schwandorf), wo im Zeitraum von 2007-2011 durchweg an einem Brunnen Werte über 40 mg/l erhoben wurden. Hier lag die Messung von 2013 bei grenzwertnahen 47,3 mg/l. Beim Zweckverband Mantel-Weiherhammer (LK Neustadt a.d. Waldnaab) wies die Hälfte der Brunnen in den letzten Jahren einen erhöhten Nitratwert auf. Auch in Bechtsrieth im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab liegt die Nitratbelastung des zur Trinkwasserentnahme vorgesehenen Grundwassers oberhalb von 40mg/l.

Anlass zur Sorge bereitet Jürgen Mistol auch die gegenwärtige Lage im Markt Regenstauf (Landkreis Regensburg), wo die Nitratwerte im Grundwasser auf hohem Niveau stagnieren. An einem der Brunnen (Diesenbach I), verzeichnet die Gemeinde seit 2008 sogar jährlich Überschreitungen des Grenzwerts von 50 mg/l. 

Die Antwort der betroffenen Gemeinden machen deutlich, dass eine grundwasserschonende Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen – wie sie Jürgen Mistol für die Oberpfalz fordert – nur teilweise praktiziert und selten als primärer Lösungsansatz zur Verbesserung des Trinkwasserzustands in Betracht gezogen wird. “Häufig werden stattdessen scheinwirksame Maßnahmen wie etwa das Vermischen von nitrathaltigem mit unbelastetem Wasser bevorzugt“, kritisierte der Oberpfälzer Abgeordnete. 

Mistol verwies angesichts der Lage in den betroffenen Kommunen auf die Notwendigkeit, die Landwirtschaft weiter umfassend für dieses Thema zu sensibilisieren und oberpfalzweit für den Schutz unseres Grundwassers zu gewinnen. „Dabei kommt es konkret auf eine Landbewirtschaftung an, die auf die Verwendung von Stickstoffdünger verzichtet, der sich später in Nitrat umwandelt. Nur mit einer grundwasserverträglichen Agrarwirtschaft und deutlich mehr Biobetrieben ist die Sauberkeit unseres Oberpfälzer Wassers langfristig und nachhaltig gesichert.“

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