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Video-Botschaft

Regensburgs Alt-OB Schaidinger wirbt für ein Ja zur Stadtbahn

Alt-Oberbürgermeister Hans Schaidinger outet sich in einem Video der Stadt Regensburg als glühender Verfechter der Stadtbahn. Das hörte sich letzten August noch anders an.

Wollte sich eigentlich nicht mehr in die Stadtpolitik einmischen, doch bei der Stadtbahn meldet sich Hans Schaidinger nun doch zu Wort. Foto: Screenshot Youtube

Auch zehn Jahre nach seiner Amtszeit ist er noch für Überraschungen gut. Letzten August musste Alt-Oberbürgermeister Hans Schaidinger noch als vermeintliche Stimme der Stadtbahn-Kritiker bzw. der Regensburger CSU herhalten. Zumindest wurde dies über den Kreisvorsitzenden Michael Lehner gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung so dargestellt.

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Man habe mit Schaidinger, Regensburger Oberbürgermeister von 1996 bis 2014, Kontakt aufgenommen und dieser habe „unmissverständlich“ klar gemacht, dass eine Stadtbahn für Regensburg zu teuer sei und er eine konkrete Planung abgelehnt habe, so Lehner gegenüber der MZ. Diese Aussage stammt allerdings, das wird durchaus erwähnt, droht aber etwas unterzugehen, aus dem Jahr 2008. Was Schaidinger aktuell von einer Stadtbahn und deren Realisierbarkeit hält, geht weder aus dem damaligen Artikel noch aus Lehners Kolportage hervor.

Als Stadtbahn-Kritiker taugte Schaidinger schon letztes Jahr nicht

Insofern ist es zwar nicht wirklich ein Widerspruch, wenn sich der heute 75-Jährige in einem Youtube-Video, das diesen Dienstagmittag veröffentlicht wurde, deutlich für eine Fortsetzung der Stadtbahn-Planungen ausspricht. Doch es scheint doch eine etwas verkürzte Darstellung gewesen zu sein, dass Schaidinger vor einem dreiviertel Jahr noch von der CSU als vermeintlicher Kronzeuge dafür herangezogen wurde, dass eine Stadtbahn nicht finanzierbar sei und dass der größte Koalitionspartner auf dieser dürren Basis Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer für die Aussage angegriffen hatte, dass sie dieses Projekt von ihrem Vorgänger Schaidinger „geerbt“ habe.

In dem zweiminütigen Video outet sich der frühere OB nämlich als glühender Befürworter des Projekts und er legt diese Überzeugung, auch das ist bemerkenswert, binnen kürzester Zeit weitaus schlüssiger dar, als es die derzeitige Oberbürgermeisterin bei ihren diversen Auftritten zu diesem Thema jemals getan hat.

„Bussystem gelangt ans technische Ende“

Selbst wenn man „gravierend“ in das Bussystem investieren würde, wisse man, dass dieses an ein technisches Ende gelangt. „Es geht dann nicht mehr weiter“, zeigt sich Schaidinger überzeugt. Deshalb sei es wichtig, zu sagen, ob man ein anderes, leistungsfähigeres System – die Stadtbahn – wolle. „Ich glaube, wenn man gerade schaut, wie sich die Stadt verändern wird, dann kommt man zu einer positiven Entscheidung.“

Das Video erscheint in der Reihe „Stadtbahngesichter“, in der die Stadt Regensburg im Vorfeld des Bürgerentscheids am 9. Juni Stimmen von (bislang knapp 20) Befürwortern des Verkehrsprojekts einfängt. Dabei macht Schaidinger zumindest indirekt auch klar, warum eine Stadtbahn noch nicht früher realisierbar war.

Voraussetzungen waren 2008 noch andere

Man habe 2004 und 2008 schon Kosten-Nutzen-Berechnungen durchgeführt, so der Alt-Oberbürgermeister. Damals, das zeigt unter anderem eine Konzeptstudie von 2006 sowie ein Zwischenbericht von 2008, war man noch zu dem Ergebnis gekommen, dass eine solche (Regio-)Stadtbahn nicht finanzierbar und damit auch nicht realisierbar wäre – allerdings auf Basis anderer Planungen und einer deutlich schlechteren Fördersituation.

Ad acta gelegt wurde das Projekt allerdings trotz alledem nicht – im Gegenteil. Die Verwaltung wurde im September 2008 per einstimmigen Beschluss unter anderem beauftragt, die ÖPNV-Datengrundlage zu verbessern, das Verkehrsmodell fortzuschreiben und einen potentiellen Stadtbahn-/Straßenbahn-Korridor zu ermitteln.

„Das Verkehrssystem wird sich verändern.“

16 Jahre danach zeigt sich Alt-OB Schaidinger überzeugt von dem Projekt und davon, dass man es nun auch umsetzen müsse. Der Kosten-Nutzen-Koeffizient liege bei der standardisierten Bewertung deutlich über dem Wert Eins, führt er in dem Video aus. „Der Nutzen ist belegt.“ Das bedeutet, es gebe „ordentlich Zuschüsse“ und deshalb sei es jetzt an der Zeit, sich dafür zu entscheiden.

Man müsse immer schauen, in welcher Stadt man in 20 oder 30 Jahren wohnen wolle, so Schaidinger. „In dieser Zeit wird sich die Stadt verändern, in dieser Zeit wird sich das Verkehrssystem verändern. Und jetzt wissen wir, dass es geht – mit einer Stadtbahn.“

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Kommentare (53)

  • Mr. B.

    |

    Kommentar gelöscht. Bitte keine Behauptungen, die strafbares Verhalten suggerieren.

  • Native

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    Quanto Costa
    Und wer zahlts? Knapp daneben ist auch vorbei.
    „Wo du nicht bist Herr Organist, da schweigen alle Flöten.“
    „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss seh’n, was übrig bleibt.“ (Bauernweisheit)

  • Jonas Wiehr

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    Spätestens jetzt weiß ich, dass ich mit “Nein” stimmen werde!

  • Informant

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    Wie vernünftig und klar im Kopf ein Mensch sein kann, wenn er es nicht mehr nötig hat, nach jeder Wählerstimme zu fischen. Erfrischend.

  • Mr. T.

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    Was mich an der Stadtbahn-Diskussion nervt, ist der luftleere Raum, der hier vorherrscht. Schlüssige Konzepte werden nicht klar kommuniziert. Es müsste doch mit vertretbarem Aufwand möglich sein, ein 3D-Modell der geplanten Stadtbahn auf ihren angedachten Streckenvarianten zu erstellen, um sich dieses und die Platzverhältnisse quasi “live” anzusehen. Dann könnte man auch sehen, wie sie über die Donau, über die Eisenbahn oder ums Eck zum Vaulschink kommt. Man wüsste, was noch für andere Verkehrsteilnehmer*innen bleibt und wie sie wo verkehrt. Die Bürger*innen könnten sich sind deutlich besseres Bild machen.
    Bei Schaindinger muss man ja immer Quitten Bono fragen. Da mir aber nicht klar ist. wie er von der Bahn profitieren könnte, muss ich fast annehmen, dass das eine fundierte Meinung von ihm ist.

  • joey

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    Kommentar gelöscht. Wenn Sie so etwas behaupten, dann bitte mit Belegen.

  • Native

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    Die einen sagen so, die anderen sagen so.
    Die Unterstützung für die Stadtbahn durch Ex-OB Hans Schaidinger, zum jetzigen Zeitpunkt verwundert schon. Ist das eine verspätete gute Tat für seine Versäumnisse bei der Gestaltung, in Sachen Verkehrsinfrastruktur als OB in Regensburg 1996-2014. Damals war die Finanzsituation der Stadt wesentlich positiver als zurzeit. Er glänzte in seiner aktiven Amtszeit hauptsächlich als „Bob der Baumeister“ mit ortsbekannten Bauträgern. Die Zuschüsse für eine Stadtbahn sind noch lange nicht gesichert und im übrigen Steuermittel, die von der gesamten Bevölkerung geleistet werden müssen und an anderer Stelle fehlen. Die Entlastung des RVV-Busnetzes durch eine Stadtbahn wird überschätzt und kein Ersatz für klimafreundliche, emissionsfreie ÖPNV-Busse. Im Übrigen ist es schon sehr mutig mit einem gleisgebundenen Verkehrsmittel, (Standard des letzten Jahrhunderts) Prognosen für das Mobilitätsverhalten und Bedürfnisse in dreißig Jahren, zu wagen. Aber noch haben die Bürger nicht entschieden.

  • idefix

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    Hinsichtlich der Planungsgeschichte soll zur Trassenführung einer Straßenbahn nochmals folgendes grundsätzliches in Erinnerung gerufen werden und auf mögliche gravierende Versäumnisse hingewiesen werden:
    Beim Neubau der Nibelungenbrücke musste eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden, ob die Konstruktion beider Donaubrücke statisch und konstruktiv auch auf einen späteren Straßenbahnbetrieb ausgelegt werden soll. Im Planungsbeschluss zum Neubau der Nibelungenbrücke vom 15.11.1994 wurde das Thema der Straßenbahnführung auf der Brücke (Mittellage, einseitige/beidseitige Seitenlage) eingehend behandelt. Da damals noch eine alternative Trassenführung noch offen war, wurde als Vorgabe für den Wettbewerb und die Planung als „sinnvollste Lösung auf der gesamten Nibelungenbrücke die beidseitige Seitenlage“ beschlossen. Dies war sinnvoll, weil man sich die Option eine Führung über die Weißenburgstraße unter Umgehung der engen Wöhrdstraße, der nicht straßenbahntauglichen Eisernen Brücke und der engen D.-Martin-Luther-Straße zu einem möglichen Straßenbahnknotenpunkt Stöbäusplatz außerhalb der Altstadt offenhalten wollte. Im Maßnahmenbeschluss vom 24.05.2000 zur Nibelungenbrücke heißt es: „Die Option für die Straßen-bahn ist in der Außenspur zwischen Fahrbahn und Gehweg (Anm.: heute Busspur) vorgesehen“.
    Diese Option hat sich die Stadt selbst verbaut, in dem sie das frei gewordene riesige Areal am Stobäusplatz nicht vorsorglich für die eigene Daseinsvorsorge (Stadtbahn) selbst erworben hat, sondern es dem freien Immobilienmarkt und damals schon fragwürdigen Investoren zur Bebauung mit Aussicht auf lukrative Rendite überließ, wie man heute sehen kann. Dies hätte vorausschauend in der Ära Schaidinger geschehen müssen. Ein gravierendes Versäumnis. Denn von einem Straßenbahnknoten „Stobäusplatz“ ähnlich dem altstadtnahen Halteknotenpunkt „Königsplatz Augsburg“ hätten sich ideal die Linien in Richtung Landshuter Straße mit ihrer dichten Bebauung und über die innere Landshuter Straße Richtung Bahnhof und Galgenbergbrücke, wo westlich der Brücke im Brückenwettbewerb eine eigene Stadtbahnbrücke vorgesehen war, verzweigen können. Jetzt muss sich eine Trasse durch das zwischenzeitlich dichter bebaute ruhige Wohnviertel Unterer Wöhrd weiter zur engen D.-Martin-Luther-Straße durch die östliche Altstadt zwängen. Die filigrane Eiserne Brücke, die ursprünglich statisch nur für einen eingeschränkten Schwerverkehr (Busse) ausgelegt wurde, muss deswegen wegen der Führung der Straßenbahn jetzt planerisch und konstruktiv ertüchtigt werden, was das ursprüngliche Aussehen der Brücke verändern wird. Für die erhöhten statischen und dynamischen Lasten eines Straßenbahnbetriebs wurde die Eiserne Brücke also nicht dimensioniert.
    Die Eiserne Brücke ist ein Unikat einer statisch höchst anspruchsvollen bogenartigen Stahlrahmenkonstruktion, die sich mit ihrer filigranen, bogenartigen Wirkung unauffällig in den Stadt- und Flussraum einfügt. Deswegen wurde sie preisgekrönt. Sie beeindruckt in der öffentlichen Wahrnehmung als Bestandteil des Welterbeensembles seit ihrem Neubau Ende der 80-iger Jahre. Die Eiserne Brücke in ihrer unverfälschten Form und Erscheinung im Stadt- und Flussraum dürfte mit Recht nach über 30 Jahre und erst recht in der Zukunft (2040/50) schon Denkmalschutzcharakter haben. Der Denkmals-schutzstatus (Eintrag in die Denkmalschutzliste) wurde bisher verweigert, was die Veränderungen an der Brücke wegen der Straßenbahn zu Lasten ihrer Ursprünglichkeit erleichtert.
    Diese Trassenführung führt jetzt, weil man sich die andere Option verbaut hat, den Straßenraum verändernd und damit störend mitten durch das Welterbeensemble (=außergewöhnlicher universeller Wert als Kulturerbe der Menschheit!). Interessiert dieser alle verpflichtende Status heute niemanden mehr von den Verantwortlichen der Stadt, der Politik, der Verwaltung, den euphorisierten Befürwortern einer Stadtbahn und keinen Regensburger mehr? Welterbe nur noch zur Werbung aber nicht als Verantwortung?
    Wichtig für die Entscheidung der Bürger bei dem Bürgerentscheid am 9. Juni 2024 wäre zu wissen, ob wie von der Pressestelle in der MZ am 14.05.2022 behauptet das Welterbekomitee tatsächlich eingebunden wurde. Im extremen Fall könnte ja durch die straßenbahnbedingten Veränderungen im Welterbe durchaus der Welterbestatus gefährdet sein, wie dies bei der Diskussion um die Ersatztrasse zur Steinernen Brücke im Westen bekanntlich angedroht wurde. Es ist nicht bekannt, ob das Welterbekomitee eine Stellungnahme abgegeben hat. Wurde diese scheinbar bewusst nicht eingeholt oder im Entscheidungsprozess unterschlagen, um das Projekt Stadtbahn nicht schon in der Vorplanung durch eine negative Aussage zu gefährden, wo doch der Kosten-Nutzen-Faktor wegen der damit einhergehenden Fördereuphorie so hoch ist? Dies wäre ein großes Versäumnis, was sicherlich entscheidenden Einfluss auf die Abstimmung hätte. Deswegen müsste dann die Abstimmung zum Bürgerentscheid gestoppt werden. Es ist nicht bekannt, dass in den Beschlussvorlagen über eine Beteiligung des Welterbekomitees berichtet wurde, damit der Bürger weiß, was Sache ist. Auffällig, keine Reaktion z.B. der sonst so aktiven und kritischen Freunde der Altstadt um ihren Stadtbahnfreund Prof. Morsbach und anderer. Ist scheinbar plötzlich alles halb so schlimm und sind die Eingriffe im Welterbe altstadtverträglich? Soll sie Grundsatzentscheidung nicht gefährdet werden?
    Auch der Landesdenkmalrat Bayern (LDR) wurde von der Stadt und den Denkmalpflegern außen vorgelassen. Zum Beispiel wurde der LDR in München schon bei den planerischen Vorüberlegungen, eine Trambahntrasse durch den Englischen Garten (hochwertiges Denkmal) zu führen sowie zur geplanten Trambahn im Bereich des Ensembles ehem. Ortskern Ramersdorf, rechtzeitig beteiligt und hat dazu eine Stellungnahme abgegeben. (s. Beschlüsse vom 23.02.2018 und 30.09.2022). Der Landesdenkmalrat ist das höchste Denkmalschutzgremium in Bayern, der nach Art. 14 BayDSchG (Bayerisches Denkmalschutzgesetz) an wichtigen Fragen von Denkmalschutz und Denkmalpflege mitwirkt mit. Diese werden gerade in Regensburg im Welterbeensemble durch die Stadtbahnplanung aufgeworfen oder womöglich unterschlagen, um das Projekt nicht zu gefährden.
    Die genannten Zusammenhänge zu wissen und offene Fragen aufzuwerfen ergänzen die grundsätzlichen Ausführungen von AltOB Schaidinger. Sie verweisen auf positiv Vorausschauendes (Planung und Bau Nibelungenbrücke, Stadtbahnbrücke neben Galgenbergbrücke) und Versäumtes (Stobäusplatz) in seiner Regierungszeit und hinterfragen heute scheinbar unterlassene wichtigen Abstimmungen (Welterbekommitee, LDR), die bei AltOB Schaidinger sicherlich nicht vorgekommen wären. Dies alles müssen die Bürger bei der Entscheidung für oder gegen ein sehr teures Mammutprojekt wissen, das sie mit ihren Steuergeldern auf Jahrzehnte hinaus zu bezahlen haben.
    Auch eine prominente Stimme von AltOB Schaidinger ist nur eine Stimme von vielen. Beim Bürgerentscheid ist jede einzelne Stimme genauso so viel wert. Es kommt darauf an, dass viele Bürgerin einem demokratischen Beteiligungsprozess nutzen, ihre Meinung, ob Pro oder Kontra kundtun. Die Folgen einer Abstimmung muss dann jedoch jeder, ob positiv oder negativ, selbst tragen.

  • Hindemit

    |

    @Mr. T: Die von Ihnen gewünschte Simulation einzelner Streckenabschnitte gibt es bereits seit ein paar Wochen.
    https://www.youtube.com/watch?v=7NYxYuci0ao
    Bin kein Freund von Schaidinger, aber finde es gut dass er sich zu Wort meldet und die CSU-Strategie relativiert.

  • Madame

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    Alt ob macht reklame für die stadtbahn. kosta quante für den alt ob? Umsonst bestimmt nicht?

  • Stefan Aigner

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    @Mr. T

    Die Stadtbahn fährt nicht ums Eck zum Vaulschink

  • Günther Herzig

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    Immer wieder stellt sich bei Großprojekten, das trifft sicher hier für Regensburg zu, die Erkenntnis ein, dass prognostizierte Kosten aus dem Ruder laufen, egal, aus welchen plausiblen Gründen. Wenn dann Kosten nicht sicher in einer konkreten Höhe angenommen werden können, und die Bahn einem größeren Teil der Bevölkerung gar nicht zu Gute kommt, halte ich das Projekt für fragwürdig. Natürlich interessiert mich das ebenso als Anwohner in der Periphärie, weil die Stadtbahn auch für uns das Erreichen konkreter Ziele in der Stadt erleichtern soll.

  • KW

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    @Idefix
    Die Stadtbahn fährt über die schon vorhandene Autoschneise Galgenbergstr. – Dr. Martin-Luther-Str. – Adolph-Kolping-Str., es ist mMn sehr unwahrscheinlich, dass davon der Welterbestatus tangiert wird. Eher wird der jetzige Zustand durch die Tram noch aufgewertet.
    @All
    Das Schaidinger Video habe ich mir nicht angeschaut, aber je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, umso mehr bin ich für die Bahn.
    Warum hat sich seinerzeit eigentlich keine BI gegen den offensichtlich sinnfreien 6-streifigen Ausbau der BAB3 gebildet? Das dürfte ähnlich viele Bundes-Steuergelder gekostet haben und u.a. diese Steuergelder (Stichwort Förderung) werden ja gerne von den Gegnern der Bahn als Argument eingebracht.

  • Native

    |

    Der lange Weg der Mobilität im urbanen Raum. Von der Pferdedroschke zum individuell bestellten, bedarfsgerechten, emissionsfreien, autonomen Fahren. Die Zeit schreitet fort und die Entwicklung ebenso. Was kommt möglicherweise in dreißig Jahren auf uns zu? Ich weiß es nicht, genauso wenig wie viele andere. Ob in dreißig Jahren eine schienengebundene Stadtbahn noch „State Of The Art“ ist, nur weil man h e u t e mit großen Augen auf übergeordnete Fördermittel geschielt hat? Die Zeiten, wo man mit dem Füllhorn alle Wünsche erfüllt hat, sind vorbei. Bestes Beispiel in Regensburg ist das Haus für bayerische Geschichte (100 Millionen Euro). Hoffentlich verkalkuliert man sich bei der Fortführung der Planung, der Stadtbahn nicht bei verbleibenden Folgekosten, Kostensteigerungen, unvorhersehbaren Hindernissen und den Unterhaltskosten für dieses Verkehrsmittel. Die Stadt hat auch noch andere wichtige Aufgaben zu erledigen und darf sich finanziell nicht übernehmen. Utopische Träume, (was ist in dreißig Jahren?), sind, wenn auch unrealistisch, erlaubt. Erledigt dann die KI und Avatare die Arbeit der Menschen (mich betrifft es sowieso nicht mehr) und sie erledigen ihr Mobilitätsbedürfnis mit einer Magnetschwebebahn, Hyperloop, Flugtaxi, unbemannte Drohnen oder sie lassen sich beamen, (Beam me up Scotty!)? Man weiß es nicht! :-)
    Auch solche Überlegungen sollten die Regensburger Bürger bei ihrer Entscheidung beim Bürgerentscheid am 09.06.2024 mit bedenken.

  • Dennis

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    Baut die Bahn doch endlich! Regensburg braucht dringend Verstärkung beim ÖPNV, und da hadert man Jahrzehnte herum.

  • Kreisky

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    Ich bin wirklich kein Fan von Schaidinger, aber bei allen Vorbehalten gegenüber der aktuellen Planung gibt es in dem Video aus meiner Sicht wenig, dem ich nicht zustimmen könnte. Die Stadt wird weiter wachsen, man braucht eine Alternative zum Busverkehr, der nicht mehr weiter ausgereizt werden kann und man muss endlich handeln, wenn man mit Sicht auf die nächsten Jahrzehnte eine Veränderung haben will.

  • Burgweintinger

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    @KW, da bin ich voll bei Ihnen!

    Baut endlich die Stadtbahn! Unglaublicher Mehrnutzen für Stadt- und Landbürger!

    ich kanns nicht mehr hören, das Argument der Steuerverschwendung!

    Aus Sicht eines Rentner ist vielleicht die Investition in Kindergarten und Schulen auch eine Steuerverschwendung, aus Sicht eines 20jährigen Arbeitnehmer ist das einzahlen in das Rentensystem auch eine Verschwendung. Aus Sicht der ÖdP ist der Ausbau der BAB A3 auch eine Steuerverschwendung…, usw.

  • HS

    |

    Ich denke die Stadtbahn hat (wie jedes andere Verkehrsmittel auch) Vorteile und Nachteile, die es gilt abzuwägen und das jeweilige Verkehrsmittel muss für den am besten geeigneten Einsatz optimiert und so umgesetzt werden.

    Ich bin tendenziell für die Stadtbahn, da ich schon die begrenzte Kapazität der Busse sehe. Klar müssen die auch mal alle noch auf E umgestellt werden. Wenn man beim bayerischen Museum steht düst tatsächlich alle 2 Minuten ein Bus vorbei – diese Frequenz kann nicht mehr erhöht werden.

    Den Verlauf der Stadtbahn kann ich nicht komplett nachvollziehen, da beide Strecken ziemlich in die gleiche Richtung gehen. Würde es nicht mehr Sinn machen die rote Strecke über die Uni zu führen und die blaue Strecke dann eher in West-Ost Richtung auszubauen zB. zum Prüfeninger Bahnhof. Damit könnte man den gesamten Westen anbinden und nicht nur den Norden und den Süd-Osten. Die Erweiterung des Stadtbahnnetzes nach Westen oder Osten auf die Zukunft zu schieben finde ich nicht sinnvoll – das wird ja dann erst in mehreren Jahrzehnten Realität. Die Umsetzung wird ja bei Stufe 1 schon ewig dauern.

    Weiß jemand ob die Strecke für die Stadtbahn schon richtig festgelegt ist oder ob das noch eine erste Idee ist? Wi viel SPielraum hat die Stadt da noch?
    Wenn man schon die Stadtbahn plant, dann gleich so, dass möglichst viele Menschen davon profitieren.

  • Sokrates

    |

    Auch ein positives Votum von Alt-OB Schaidinger oder von Franz-Josef Strauß kann keine Fakten ändern: Das Bussystem ist überhaupt nicht ausgereizt. In Hamburg werden auf einer einzigen Linie mit Großraumbussen fast so viele Fahrgäste befördert, wie das städtische Busunternehmen im ganzen Liniennetz schafft. Durch die Stadtbahn wird die Zahl der einpendelnden Autofahrer nicht vermindert. Dafür werden vorhandene ÖPNV-Fahrgäste mit Zwangsumstiegen beglückt.

  • KW

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    @Sokrates
    Äpfel und Birnen? Oder besser Äpfel und Wassermelonen?

  • Burgweintinger

    |

    Sokrates, bitte nennen Sie mir doch die Linie mit Graumbus in Hamburg und die dazuegörige Zahl der Fahrgäste mit Quellenangabe.
    Dann hat Ihre Aussage vielleicht Kraft…

  • Arno Nym

    |

    Was ist eigentlich aus der Fahrradbrücke zum Spitz geworden? für immer tot, oder nur bis wieder GEld da ist?

  • Bernd

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    Ich bin für die Stadtbahn, weil die CSU dagegen ist.

    Dieser Ansatz funktioniert erschreckend oft.

  • Dugout

    |

    @Arno Nym:

    Ab 10. Juni gibts Geld genug.
    Wenn sie dann nicht gebaut wird, dann will man hald nicht

  • Native

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    Kommentar gelöscht. Bitte nicht persönlich werden.

  • El

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    Ich sehe seitens der RVV kein wirkliches Bemühen, das Bussystem zu verbessern.

    Als Beispiel möchte ich die Linie 18 wählen. Sie fungiert als Fortsetzung des Altstadtbusses und es fährt auf ihr ein kleiner Elektrobus mit vllt. 40 Plätzen.
    Abfahrt Maximilianstraße und dann über die Galgenbergbrücke via Antoniuskirche und Safferlingstraße ins Kunstviertel. Endhaltestelle Runtingerstraße.
    Für Menschen, die in der Ecke wohnen eine super Alternative zum 2er Bus, der vorne id Landshuterstraße fährt.

    So wird diese neue Linie auch viel genutzt – allerdings fährt der Bus dort tagsüber nur alle 30 Minuten und nach ca. 20.00 gar nicht mehr….
    Sonntags auch nicht.

    Vermutlich gehen die RVV-planerinnen davon aus, dass die BewohnerInnen von Guerickestraße, Kunstparkecke usw. mit dem Gongschlag der Heute-Nachrichten vor der Glotze hocken und sonntags sowieso….

    Oder wie erklärt sich so ein absurder Zeittakt?

    Das ist nur ein Beispiel von vielen
    Änderungen finden statt – diese aber nur halbherzig oder extremst langsam.
    U.a. bietet der RVV einen grottenschlechten Service. Nicht angekündigte Umleitungen, Buspläne, die nur noch digital verfügbar sind (was machen die vielen alten Menschen ?)

    Dem Bussystem mangelt es meiner Beobachtung nach nicht daran, dass ein technisches Ende absehbar ist (wie Altob Schaidinger prognostiziert ) sondern, dass die verfügbaren Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden ….womöglich gar nicht mal angedacht. Da wäre ein innovativer Geist notwendig

    Stattdessen wird eine Stadtbahn aufgepropft, die in ihren Ausmaßen in jeglicher Hinsicht monströs ist — Hauptsache schneller.höher.weiter und mit dem richtigen Kostennutzenkoeffizienten.

    Ich darf hier nochmals “Haindling” mit “Ruckzuck” zitieren –
    das Lied ist im Zusammenhang mit diesem Größenwahn schon mal von einem, der hier schreibt, genannt worden.

    “Do hau ma no a Straß her und do hau ma no a Straß her.
    Do hau ma an Kanal her und do hau ma no an Hafn her
    Do muas da Woid weg und do kummt a Beton her: Dreihundatfuchsigdausnd Kubikmeta Beton.

    Hauruck, hauruck, des geht bei uns Ruckzuck
    Hauruck, hauruck, ja kruzifix ruckzuck.
    Im Gleichschritt alle mitananda : KOANA KON MEA ZRUCK

  • Michael Straube

    |

    Die Kritiker hier möchte ich gerne mal fragen, wie sie denn in 10 Jahren und den Jahrzehnten danach in Regensburg von A nach B kommen werden?
    Als Beispiel möchte ich auf andere Städte mit ÖPNV auf Schienen verweisen: wer fährt denn zb durch München mit U-, S- und Trambahn bzw wie kommt man dort mit dem Auto zurecht?
    Und zu den Kosten: Ist denn alles andere wirklich billiger und auch nachhaltiger? Genau das wurde doch untersucht und man hat einen positiven Effekt mit der Stadtbahn prognostiziert.

    Natürlich ist so ein riesiges Projekt eine riesige Herausforderung und das ist die Zukunft einer wachsenden Region immer, dafür muss man Lösungen suchen und finden!
    Wenn die Stadtbahn abgelehnt wird, kommen dann nur noch Seilbahnen, Flugobjekt, U-Bustunnel in die künftige Diskussion …?

  • Gürteltier

    |

    Mir fehlt von Stadtseite und den Befürwortern hier ein Hinweis auf ein Konzept hinter der Stadtbahn. Klar kann diese mehr Fahrgäste transportieren aber wo sind diese Fahrgäste und woher sollen sie kommen? Die zwei geplanten Trassen bzw die Stammstrecke die sich daraus ergibt: wann wäre die Bahn da so ausgelastet dass sich ein Eigenanteil von hunderten Millionen an Steuergeld lohnen würde?
    Für Pendler ist sie jedenfalls keine Lösung. Wenn ich schon mal ins Auto gestiegen bin dann parke ich nicht bei der Contiarena um dort umzusteigen. Der komplette Westen ist sowieso komplett abgeschnitten von dem Vorhaben und von dort brauche ich mit den Övis trotzdem noch fast so lang wie zu Fuß in einen anderen Stadtteil.
    Regensburg ist flächenmäßig zu klein und zu eng und wird mittendurch von der Donau getrennt die man mit größeren Gefährten an nur wenigen Stellen queren kann. Ein Vergleich mit München und dem dortigen S-,U-, Tramnetz hinkt gewaltig.

  • Bruckmandlsepp

    |

    @Burgweintinger: Ich bin mir zu 99% sicher, dass Sokrates die Linie 5 in Hamburg meint. Zwischen Hbf und Burgwedel. Busse in Überlänge in 4-5-Minuten-Taktung und jeder einzelne ist gerammelt voll; Fahrgastzahlen jenseits der 60.000. Tag für Tag. Und diese Zahl ist von 2019..
    Ich habs gehasst, wenn ich mich gegen die U1 entschieden habe nach der Arbeit. Jedes Mal. Einfach weil die Auslastung nicht mehr mit dem Fahrgastaufkommen mithalten kann. Eigentlich ist für (in etwa) diese Achse auch ein U-Bahn (seit locker 40-50 Jahren) angedacht, wenn wir Glück haben, kommt sie bis 2050.
    Hamburg hat witzigerweise auch eine ähnliche Problematik mit der Elbquerung wie Regensburg mit der Donau bzgl. der Stadtbahn. Ein Brückenkorridor und das wars..

  • Jürgen

    |

    Lasst uns “Technologieoffen” sein. Das scheint das neue Modewort zu sein.
    Technologieoffenheit heißt jedoch nichts anderes als keine Entscheidung treffen zu wollen.
    Fakt ist, eine Schienengebundene Straßenbahn kann autonom und wirtschaftlich zuverlässig betrieben werden. Auch wenn es Zukunftsmusik ist, wird eine Straßenbahn / Stadtbahn den Verkehr in der Stadt langfristig reduzieren.

    Am Besten diskutieren wir das Thema zu Tode. War ja mit der Stadthalle genauso.
    Die Gegner damals wollten den Wochenmarkt und die Parkplätze an dieser Stelle (ein ehemaliger Bombentrichter) erhalten. Was haben sie jetzt: Ein schickes Museum der bayerische Geschichte.

  • thomas otto

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    wird ein (mgl.weise) positiver ausgang des bürgerentscheids dazu führen, dass juristische schritte ab dann wirkungslos werden?

  • Informat

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    @Gürteltier
    Fahren Sie doch einfach mal – ein einziges mal – an einem Werktag um 8:00 vom Hauptbahnhof zur Universität. Um nur ein Beispiel zu nennen. Sie werden über Ihre eigene Frage “aber wo sind diese Fahrgäste und woher sollen sie kommen?” lachen.

  • Mr. T.

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    Hindemit, danke für das Video. Ich würde eben gerne so eine Simulation für die komplette Strecke sehen, auch die neuralgischen Punkte,, nicht nur die Stellen, wo die Bahn problemlos in den Verkehr integriert werden kann. Um wirklich an jeder Stelle sehen zu können, wie das realisiert werden kann. Die Bahn muss auf 100% der geplanten Strecke funktionieren und ich habe noch immer den Eindruck, dass die Planung nicht zu 100% durchgedacht ist. Ich teile auch manche Zweifel an der Streckenführung, die den Westen nicht berücksichtigt. Ansonsten fände ich es gut, wenn eine funktionierende Stadtbahn den ÖPNV in der Stadt zukungstfest macht.

    Stefan Aigner, eigentlich habe ich mit dem Eck zum Vaulschink extra einen so absurden Ort verwendet, um keinen halbwegs konkreten zu nennen, der dann diskutiert wird 😉

  • Trambahnfan

    |

    Wenn die Stadtbahn schon nicht ums Eck zum Vaulschink fährt,
    dann könnte man sie vielleicht durch Kuhgässel oder durch Gäßchen ohne End fahren lassen.

  • El

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    @ Trambahnfan

    welch konstruktiver Plan!
    Diese Linienführung taufe ich auf den Namen TRAMpelpfad.

  • Native

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    Kommentar gelöscht. Bitte zum Thema.

  • Mane

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    Viele Städte versuchen mit Maut und Beschränkungen Verkehr aus den Innenstädten zu bekommen. Mit konsequenten Gegenmaßnahmen ist politisch kein Blumentopf zu gewinnen und so wird das Problem ständig größer. Wir sind eine Gemeinschaft von Individualisten und wollen gewaschen werden ohne nass zu werden.
    Immerhin war unsere Stadt so vorausschauend, alle neu gebauten Brücken als mögliche Stadtbahntrassen anzulegen. Diese Mehrkosten können unsere Kinder abzahlen ohne etwas dafür zu bekommen, wenn jetzt der laufende Prozess gestoppt werden soll. Die Stadtbahngegner zeigen uns auf Sand gebaute Finanzgebäude welche „nice to have“ mit Investitionen in die Zukunft gleichsetzen. Ich habe höheres Vertrauen in die unbekannten Fachleute der Stadt als in unbekannte Leserbriefschreiber, das wir so ein Projekt finanziell stemmen zu können. Wieso mir Brexit Befürworter in den Sinn kommen, die auch glaubten sich Geld sparen zu können, weis ich jetzt nicht.
    Ohne solche Großprojekte in Angriff zu nehmen hätte Regensburg im Mittelalter keine Steinerne Brücke bekommen und mit Jahrhunderte Wohlstand einen gotischen Dom finanziert, der nach einem halben Jahrtausend noch Touristengeld hereinbringt. Ohne den Bahnknotenpunkt und Luitpoldhafen hätten wir die Gründerzeit komplett verschlafen und Regensburg hätte hilflos der Abwanderung seiner klügsten Köpfe zusehen können. Ohne Autobahn gäbe es keine bedeutende Industrieansiedlung wie BMW und viele andere hochwertige Arbeitsplätze die darauf folgten. Wir hätten kein Klinikum der höchsten Versorgungsstufe wenn ohne Bürgersinn und Tatkraft auf die Finanzierung der Landesregierung gewartet worden wäre. Selbst so profane Dinge wie ein Eisstadion, oder eine Fußball-Arena wären ohne vernetzte Verkehrswege und den Steuern der Firmen, die diese nutzen und sich hier niederlassen nicht denkbar. Ein öffentliches, rein auf Omnibusverkehr setzendes System für Nahverkehr ist sowas von 60er Jahre. Da waren wir 1904 schon mal weiter. Wer auf mehr Elektrobusse setzt, hat noch nicht registriert, dass in der Innenstadt Metzgereien schließen, weil Personal fehlt. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen rechnet mit 87.000 fehlenden Busfahrern bis zum Jahr 2030. Abgesehen davon, dass eine solche Flotte ohne Förderung finanziert werden muss. Na ja, wer es sich leisten kann.

  • Mane

    |

    Große Aufregung um die wenige hundert Meter Abstand der ersten vorläufigen Endhaltestellen. Geht’s noch? Anstatt den Planern zu gratulieren, dass sie es schaffen gleich im ersten Anlauf zwei Linien auf einem größtenteils gemeinsamen Weg über den, in Regensburg kritischen Donauübergang und am Hauptbahnhof vorbei zu schicken, wird der Sinn infrage gestellt? Für mich ein Dagegen-sein-Argument ohne intellektuellen Anspruch. Erst wenn entschieden ist eine Stadtbahn einzuführen, kann der Landkreis daran gehen Anbindungen von Lappersdorf, Wenzenbach, Neutraubling und Bad Abbach zu planen, die sich ihre Wege überwiegend nicht mit regionalem und überregionalem Güterverkehr teilen müssen.

  • Native

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    In Regensburg fehlen für die Verkehrsinfrastruktur vor allem Brücken und Tangenten („Verkehrs-Bypässe“) um den Verkehr zu entzerren und einen prosperierenden Wirtschaftsgroßraum Regensburg zu bedienen und gewährleisten. Nur so sorgt man für die notwendige Finanzkraft, um die vielfältigen Aufgaben zu meistern. Man muss sich öffnen und nicht einigeln – so wird ein Schuh draus! Es gibt genügend positive Beispiele von Städten Bundes – und weltweit, wo wirtschaftlich „der Bär brummt“ und trotzdem die Attraktivität der Städte nicht leidet. In Regensburg wird mit einer gutgemeinten Stadtbahn, die nur einen Teil der Mobilitätsbedürfnisse der Bürger abdeckt, nicht der „große Wurf“ gelingen. Der Stadtwesten, der Stadtosten, die Innenstadt und die Bedürfnisse der Einpendler werden nur gering berücksichtigt. Und nicht alle Mobilitätsziele liegen in der Stadtmitte. Das Modell „Freizeit und Touristenfreiluftmuseum Regensburg“ a l l e i n e, halte ich langfristig nicht für erfolgsversprechend.
    https://www.brueckenweb.de/4content/bruecken/4brueckenanzahl.php

  • Mane

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    Einflussmöglichkeiten der Politik sind Förderungen und Verbote. In unserer liberalen Gesellschaft wird ersteres bevorzugt. Um Verbote nicht durchsetzen zu müssen, lenkt Politik die Einführung von hochwertigen attraktivem öffentlichen Nahverkehr mit Zuschüssen. Das ist wie mit der Abwrackprämie. Wenn der Topf leer ist gibt’s nix mehr. Wer‘s verpasst, muss später mehr ausgeben um Vergleichbares zu erhalten. Beim letzten Haushaltsstreit der Bundesregierung lernten wir: Aus einem solchen, im Haushalt eingestellten Topf wird keine Brücke saniert, kein Kindergarten gebaut und kein Omnibus finanziert. Zur Corona-Eindämmung gab es einen Topf aus welchem 60 Milliarden Euro nicht abgerufen wurden. Dieses im vorigen Bundes-Haushalt schuldenfinanzierte Geld für andere Zwecke im laufenden Haushalt umzuwidmen verbot unser Bundesverfassungsgericht.
    In dem Topf zur Förderung eines hochwertigen öffentlichen Nahverkehrs befindet sich auch Steuergeld, das hier erwirtschaftet worden ist. Wenn Regensburg es nicht schafft, eine förderbare Planung vorzulegen, könnte uns München zur Mitfinanzierung ihrer nagelneuen zweiten Stammstrecke danken und zumindest eine Haltestelle mit „Regensburger Klammerbeutel“ beschriften. Damit sind wir nämlich gepudert worden, weil die größte Fraktion in der städtischen Regierungskoalition sich von Prosperität und einer Investition in die Zukunft dieser Stadt abwendet und im substanzlosen, lauten Trommeln Mehrheiten sehen will.

  • Margot

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    Warum wird ständig von 880 000 000 € (Steuergeld!) gesprochen, die Zahl ist nicht das Papier wert, auf das sie ständig gedruckt wird. Die Finanzierung hat mit den sorgfältig ermittelten Werten zu erfolgen, die bei der Ausführung zu erwarten sind . Wie üblich, wird die Bezuschussung von Land und Bund zu einem Festpreis bezuschusst. Die Mehrkosten sind demnach von der Gemeinde zu bezahlen.
    Aber was soll’s, auch der hochgerechnete Betrag 1 200 000 000 € wird, wenn die Stadtbahn kommen sollte, sowieso überschritten und die Stadt Regensburg ist dann Pleite.
    Bereits heute werden immensen Einschränkungen im aktuellen Haushalt gefordert. (MZ 8.5.24:CSU warnt vor „finanziellem Crash“ der Stadt Regensburg – und fordert „schmerzhaften Sparkurs“)
    Bereits jetzt sind die Brücken,Straßen und Gehwege sind in desolatem Zustand , öffentliche Gebäude benötigten dringend eine Sanierung oder stehen leer.

  • Native

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    Bestehende Defizite sollten pragmatisch, zeitnah für ein gelingendes Zusammenleben der Bürger, j e t z t, angegangen werden und die Fertigstellung nicht mit finanziellem Risiko und technischer Weiterentwicklung in die Zukunft verlagert werden. Es gibt nicht nur eine Lösung.
    Auch sind kostspielige ÖPNV-Lösungen (Stadtbahn) oder die Luxustoilette (900000€) am Schwanenplatz für Touristen sind Angebote, die nur einen Teil möglicher Nutzer abdecken. In der Innenstadt besteht nach wie vor ein Mangel (Anzahl und Qualität) an öffentlichen Toiletten. Es ist zwar lobenswert, dass jetzt öffentliche Trinkwasserspender aufgestellt werden. Genauso wichtig ist aber auch das Bedürfnis der „Entsorgung“. Sonst braucht man sich nicht zu wundern, dass es in dunklen Ecken und Hauseingängen, häufig „streng“ riecht. Viele Anrainer am Protzenweiher zur Dultzeit, Bürger in Stadtamhof, am Donauufer oder in der Altstadt (immerwährende Partyszene), könnten über negative Erfahrungen berichten.

  • Lars Riemenschmid

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    Je tiefer ich in die Planung eintauchen, umso unerklärlichen wird für mich dieses Straßenbahnvorhaben.
    Als bekennender Trambahnfan stellt sich für mich die Frage:
    “Wo soll diese teure Stadtbahn (ja sie wird nur in der Stadt fahren können!) ihren Vorteil, nämlich schnell viele Menschen von A nach B zu transportieren, ausspielen können?
    Durch die Mischverkehrsanteile wird diese Bahn wie die Autos im Stau stehen.
    Durch die kurzen Haltestellenabstände kann sie ihre mögliche Höchstgeschwindigkeit so gut wie nie erreichen.
    Von Nord nach Süd:
    Bei der künftig angedachten Fortführung durch die Sandgasse müsste sie durch die notwendige Eingleisigkeit abgebremst werden.
    Auf der Nordgaustraße kann sie wegen der kurzen Haltestellenabstände zwischen Alexcenter, Landratsamt und DEZ nicht beschleunigen.
    Die Kreuzungen Nordgaustraße/ Donaustauferstraße und Nordgaustraße/Frankenstraße bergen höchstes Staupotential.
    Das Gleiche gilt für die Querung der Nibelungenbrücke.
    In der Wöhrdstraße ist kein Platz für einen räumlich getrennten Radweg und die Stadtbahn muss im Mischverkehr fahren, ist also nicht schneller als ein Bus.
    Auf der Eisernen Brücke (ist das nun ein Baudenkmäler oder nicht?) ist die Befestigung der Schienen dauerhaft nicht möglich und müsste alle paar Jahre erneuert werden. Kosten dafür: nicht bekannt!
    Galgenbergstraße: Räumlichkeiten getrennte Fahrradwege sind nicht angedacht und räumlich nicht möglich.
    Die Querung des Unicampus wird zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität führen.
    Uniklinik: wegen der Höhenlage der Klinik ist ein direktes Anfahren des Haupteingangs so wie heute per Bus nicht mehr möglich, die Patienten müssten auf einem Serpentinenweg erst hinaufsteigen.
    Südspange: eine reine Fakelinie mit kaum Fahrgastpotential.
    Burgweinting Aubachtal: mit der Stadtbahn soll das erst kürzlich aufwändig restaurierte naturschutzwürdige Aubachtal zerstört werden.
    Und für was?
    Damit man angeblich ein paar Minütchen schneller sein soll.
    Für rund 1,2 Milliarden EURO stelle ich mir eine Verbesserung des ÖPNV vor und keine Kastration des Busnetzes mit massiver Umweltzerstörung., welche de facto eine extreme Verschlechterung darstellen wird.
    Alles in allem haben mich diese Gründe eindeutig gegen die Stadtbahn bewogen. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass sich der Autoverkehr nur um lächerliche 0,8% reduzieren soll.

  • Treckingradler

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    @Native:
    Man soll also jetzt vorsichtshalber keine Stadtbahn planen, weil man sich in 30 Jahren vielleicht – mit einer astronomisch geringen Wahrscheinlichkeit – durch die Gegend beamt?
    Und baut aber trotzdem weiterhin immens viele Straßen…

  • Native

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    @Treckingradler 14. Mai 2024 um 07:27
    Das heißt nicht, dass man die nächsten 30 Jahre nicht weiter an der Verbesserung des ÖPNV für sinnvolle Umsetzung arbeiten soll. Nichts gemacht hat man in den letzten 30 Jahren. Es gibt aber noch andere Lösungen als eine auf die Stadt begrenzte Stadtbahn, die den gesamten Großraum Regensburg miteinschließt. Mit dieser Meinung bin ich Übrigens nicht allein.
    Man darf bespannt sein, wie die Mehrheit der Regensburger beim Bürgerentscheid am 09.06.2024 abstimmt.
    PS.: Es tut mir für sie leid, wenn sie die satirische Überzeichnung mit dem „Beamen“ nicht erkannt haben und einordnen können. Mit dem Lastenfahrrad allein sind die Probleme nicht zu lösen. Strampeln sie weiter!

  • Mitleser

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    Immer mein Lieblibgs“argument“ der Stadtbahngegner: „Es gibt andere Lösungen“. Viel ausgefeilter wird es nicht. Konstruktiv sowieso nicht.

  • Treckingradler

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    @Native:
    Ich habe Ihre satirische Überstilisierung natürlich schon verstanden.
    Ich bin jahrzehntelang per Bus in die Arbeit/Uni gefahren und hatte täglich mit überfüllten Bussen zu kämpfen, teilweise einige Busse auslassen müssen etc.
    Wir haben in der Stadt auch schon genug Binnenaufkommen, was die Busse überlastet. Die Achse Alex-Center/Weichs – HBF – Uni ist recht stark belastet, auch wenn nicht jeder einzelne Bus zwischen Alex Center – HBF überfüllt ist. Oft ist es ja so, dass ein Bus jede Menge Fahrgäste “ausspuckt” und dann gleich weiterfährt und der Bus 2 Minuten später ist dafür wieder umso voller, dass niemand mehr reinpasst. Das sind halt auch Varianzen in der Verteilung, die gibt es immer wieder.
    Alleine für den Binnenverkehr (innerorts) auf den stark belasteten Relationen würde sich schon eine Stadtbahn lohnen, zumal die Fahrzeuge auch ein wesentlich angenehmeres Fahrverhalten als Busse haben.

  • Native

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    @Mitleser14. Mai 2024 um 09:41
    Sehr geehrter Herr Mitleser, wo sind denn ihre Beiträge zur sinnvollen Verbesserung des ÖPNV in Regensburg? Außer verbalem „Sniping“ auf RD und Nachbeten von träumerischen, überteuerten „Wünsch Dir Was“ Argumentationen, habe ich von Ihnen leider nichts vernommen. Den Kosten-Nutzen-Faktor der Stadtbahn, in Bezug auf Pendlerzahlen ist wackelig und auch kein unumstößliches Evangelium.
    Sie wollen wissen wie meine „Lösung“ aussieht? Bitte sehr! Sie ist zwar schon etwas betagt und setzt schon etwas Moos an, ist aber deshalb nicht diskussionsunwürdig, im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes.
    Er lautet Regio-S-Bahn (Regensburger Stern), hat leider schon einen Bart, aber nur weil er nicht konsequent weiterverfolgt, umgesetzt und verschnarcht wurde (es wäre aber auch jetzt noch möglich).
    Was in München auf der S-Bahn-Strecke mit häufigen innerstädtischen Haltestellen möglich ist (München Hbf.-Hackerbrücke-Donnersbergerbrücke-München-Pasing-Langwied-Obermenzing-Untermenzing-Obermenzing-Allach-Karlsfeld-usw.) sollte auch in Regensburg möglich sein. „Aber wer nicht will, der hat schon!“

  • Unentschiedener

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    Kann mir mal einer den Unterschied zwischen Bahn und Bus erklären?
    1. Bus hat Räder (Vorteil: flexibler ggüber Schienen), ansonsten alle Eckdaten wie Bahn
    2. Bahn fährt auf Schienen (Nachteil: orts- bzw. streckengebunden, daher unflexibler), ansonsten alle Eckdaten wie Bus.

    Im Ernst: Wieso kann eine Bahn mit x Waggons mehr Personen pro Zeit befördern als x Busse? Konnte mir bisher niemand erklären. Gibt’s da irgendeine magische vierte Dimension, weshalb in einen Kubikmeter Bahn mehr Fahrgäste passen als in einen Kubikmeter Bus…?

  • Treckingradler

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    @Unentschiedener 15. Mai 2024 um 16:06
    Ein Stadtbahnzug wird in Regensburg etwa 45 Meter lang sein und Platz für bis zu 300 Personen bieten.
    Natürlich bieten jetzt Züge im Inneren auch kein Taschenuniversum mit unendlich viel Platz an. Aber ein Zug, in dem Fall eine Stadtbahn, kann von einem Fahrer bewegt werden und bietet in etwa die Transportleistung von 3 Gelenkbussen und damit 3 Fahrern. 3 Gelenkbusse brauchen mehr Platz als eine Stadtbahn, denn es müssen ja auch Abstände eingehalten werden, Busse fahren nicht so exakt wie Bahnen und an Ampeln stauen sich die Busse auch oft. Gerade die Unilinien und die Verbindungen auf der Relation DEZ-HBF brauchen sehr viel Kapazität, da sind oft genug die Busse überfüllt, so dass man sich nicht einmal mehr festhalten kann. Auch die Verteilungsvarianzen ließen sich bei größeren Kapazitäten pro Fahrzeug besser handhaben.

  • Oberpfälzer Leberkas

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    Argument 1 (weniger benötigte Fahrer) … ok, akzeptiert, das ist aber wohl nicht der einzige Grund für eine Stadtbahn, oder?!
    Außerdem bedeuten weniger Fahrer ja im Umkehrschluss mehr Unbeschäftigte (sprich: nicht Arbeitende Sozialhilfe-Empfänger)… kostet den Steuerzahler also auch nicht relevant weniger…
    Argument 2 (Gelenkbusse brauchen mehr Platz) … naja. Vielleicht a bisserl mehr, aber auch das macht wohl das Kraut nicht fett. Abstände? Also bitte… der eine Bus zum nächsten braucht ein paar Meter, auch das ist nicht wahnsinnig viel, was da an Platz “verloren” geht.
    Argument 3 (an Ampeln stauen sich Busse) … das ist kein Argument. Wenn die Bahn freie Fahrt über Ampeln bekommen können, kann man derlei auch für Busse einrichten (gibt’s ja ohnehin bereits längst). Und wenn ein Auto auf dem Gleis steht, ist auch die Bahn blockiert…
    —- Also, so richtig überzeugt bin ich jetzt noch immer nicht davon, dass eine Stadtbahn so doll viel mehr Fahrgäste pro Wagen zu transportieren vermag…

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drin