ÖDP kritisiert Wachstumswirtschaft

„Kehrseiten des permanenten Wachstums werden spürbar“ Regensburg – Der Siegerplatz für Regensburg im Wachstums-Ranking der Städte hat für die ÖDP zwei Seiten. „Sicher bringt die boomende Wirtschaft Geld in die öffentlichen Kassen, auch in Regensburg; das ist nicht zu verachten“, stellt ÖDP-Stadtrat Joachim Graf fest, „aber die Kehrseiten des Wachstums sind auch vor Ort immer deutlicher zu spüren.“ Neben der globalen Abnahme natürlicher Ressourcen und steigenden Abfallmengen zählt der ÖDP-Politiker den Anstieg des allgemeinen Miet- und Preisniveaus und eine Zunahme des Verkehrs im Bereich der Stadt mit wachsender Abgas- uns Lärmbelastung dazu: „Jedes Prozent Wirtschaftswachstum bringt fünf Prozent mehr Verkehr.“ Im sozialen Bereich nennt Graf Probleme, die er als indirekte Folgen der Wachstumswirtschaft bezeichnet, weil Jahrzehnte lang permanentes Wirtschaftswachstum als Ersatz für Bemühungen um eine gerechte Verteilung habe herhalten müssen: „Steigende Ausgaben für Arbeitslosigkeit und Jugendschutz und für die öffentliche Ordnung könnten steigende Steuereinnahmen bald überrunden. Nutznießer ist letztlich nur eine kleine Schicht, alle anderen spüren nur die steigenden Belastungen.“ Seine grundsätzliche Kritik an der „Ideologie eines permanenten Wirtschaftswachstums“ sieht der ÖDP-Politiker durch neuere wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Post-Wachstums-Ökonomie bestätigt.

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