ReNeNa – ein Leuchtturmprojekt aus Regensburg

Zum internationalen Tag der Nachbarn Regensburgs nette Nachbarn machen bundesweit Schlagzeilen und finden immer mehr Nachahmer! Die Aktion ReNeNa wurde vor vier Jahren aus der Taufe gehoben und gilt inzwischen als Leuchtturmprojekt. Und jene, die den „Leuchtturm“ zum „erstrahlen“ bringen, sind die Stadtteilkümmerer und die vielen ehrenamtlichen Helfer. Und ein wichtiger Baustein von ReNeNa ist gute Nachbarschaft. Am 31. Mai wird der „Internationale Tag der Nachbarschaft“ begangen. Ziele sind, soziale Bindungen und Kontakte zwischen den Menschen zu fördern, vor allem in den Städten. Bei ReNeNa wird dies mit Erfolg praktiziert. Und wenn Not am Mann ist, helfen die Stadtteikümmerer nicht nur älteren, alleinstehenden und behinderten Menschen. „Der Hilferuf war kompliziert“, erinnert sich Stadtteilkümmerer Karl Frimberger: „Ein glücklich-verzweifelter Vater von frisch geborenen Drillingen bat mich um schnelle Unterstützung bei der Suche nach einer Kinderfrau. Ich konnte helfen. Über Facebook bekam er schnell, was er suchte.“ Vom damals frisch ernannten Stadtteilkümmerer Manfred Rohm wünschte sich eine wackere Seniorin doch gleich eine schnellere Busverbindung von Stadtamhof in die Altstadt. „Bis jetzt konnte ich den Wunsch nicht erfüllen, es könnte aber noch was werden“, hofft Rohm. Diese Wünsche sind zwar nicht alltäglich, aber so groß und bunt ist der Katalog, der an die Stadtteilkümmerer herangetragen wird. Diese ehrenamtlichen Helfer sind der Dreh- und Angelpunkt von ReNeNa von „Regensburgs netten Nachbarn“, wie sie offiziell heißen. Inzwischen genießt die Einrichtung volles Vertrauen bei den Menschen in den Regensburger Wohnquartieren. „Den älteren und alleinstehenden Bürgern kann notwendige fachliche Hilfe rasch vermittelt werden“, bilanziert Bürgermeister Joachim Wolbers. Ihm ist ReNeNa ans Herz gewachsen, und er ist vom großen Erfolg der Aktion „richtig überrascht und glücklich“. Gute Nachbarschaftsprojekte haben Konjunktur. Das stellen die Stadtteilkümmerer bei ihrer Arbeit in den verschiedenen Stadtteilen fast täglich fest. „Ich brauch euch zwar noch nicht, aber es ist gut, dass ihr da seid“, solche und ähnliche Sätze bekommen Manfred Rohm und Karl Frimberger immer öfter zu hören. Karl Frimberger aus dem Stadtteil Kumpfmühl ist ein „Kümmerer der ersten Stunde“. Er hat nicht nur – wie erwähnt – einem dreifachen Vater in Not eine Kinderfrau verschafft, er hat „Leihomas“ fürs Babysitten vermittelt oder einer in finanzielle Not geratenen Familie fachliche Unterstützung vermittelt, und diese so vor dem finanziellen Ruin gerettet. Aber das sind nur die Spitzen des Eisbergs, die aus Dutzenden ganz spezifischer Hilfsanfragen herausragen, und bei denen die Stadtteilkümmerer von ReNeNa umgehend und nachhaltig haben helfen können. „Eine tolle Sache“, nennt Karl Frimberger seine Arbeit inzwischen, und er hat festgestellt: „Oftmals hilft auch schon ein einfaches Gespräch über den Gartenzaun. Diese Begegnungen sind für die vielen alleinwohnenden Menschen genauso wichtig, wie die Suche nach einer Kinderfrau oder eine rettende Auskunft über Geldangelegenheiten.“ Die Regensburger Stadtteilkümmerer kennen inzwischen viele Menschen im Quartier und wissen Bescheid über ihre oftmals schwierigen Lebensverhältnisse: Die Kinder wohnen weit weg, Freunde sterben, die Kräfte lassen nach. Bei ihren Gesprächen erfahren die Stadtteilkümmerer immer wieder, wie wichtig privates Engagement für eine lebendige, nachhaltige Nachbarschaftshilfe ist. Vor vier Jahren hat das Senioren- und Stiftungsamt der Stadt Regensburg das Projekt ReNeNa aufgebaut. „Oberstes Ziel ist es, den älteren, alleinstehenden und zum Teil behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung und der eigenen Umgebung zu ermöglichen, sagt Herbert Lerch, der Leiter des Senioren- und Stiftungsamts. Und Petra Frauenstein ergänzt: „Ältere Menschen benötigen die Sicherheit, dass es im Bedarfsfall Hilfe gibt, die wohnungsnah und unbürokratisch zur Verfügung steht.“ Beide Ziele hat das Nachbarschaftsprojekt in Regensburg erreicht. ReNeNa wird inzwischen von 18 Kooperationspartnern wie den Kirchen, vielen Vereinen, den Wohlfahrtsverbänden, von freiwilligen Helfern und dem Treffpunkt Seniorenbüro Regensburg unterstützt und gefördert. Das Netzwerk bietet größtmögliche Hilfe und das Angebot umfasst alle Lebensbereiche, reicht vom Kleinreparaturdienst, über Einkaufshilfen bis hin zum Spazier- und Gesprächsangebot, zur Wohnungsanpassung im Alter und hilft bei Suchtproblemen. Die Aktion ReNeNa steht inzwischen auch nicht mehr allein da: Bundesweit haben Städte und Gemeinden ähnliche Nachbarschaftsprojekte aufgebaut.

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