Studierendenvertreter fordern mehr Masterplätze

Pressemitteilung des studentischen SprecherInnenrates der Universität Regensburg vom 7. September 2012 Einschreibungen an den Hochschulen beginnen: Studierendenvertreter fordern Masterplätze für alle Bachelorabsolventinnen und -absolventen Anfang September haben an den meisten Universitäten die Einschreibefristen für das Wintersemester begonnen. Auch in diesem Jahr sind viele AbsolventInnen von Bachelorstudiengängen auf der Suche nach einem Masterstudienplatz, um ihre Kenntnisse zu vertiefen oder um Spezialgebiete ihres Faches zu erweitern. Allerdings steht auf Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) durchschnittlich nur für 50 Prozent aller AbsolventInnen eines Bachelorstudienganges ein Masterstudienplatz zur Verfügung. Der SprecherInnenrat der Universität Regensburg fordert hingegen, dass alle AbsolventInnen eines Bachelorstudienganges die Möglichkeit zu einem Masterstudium erhalten sollen. „In vielen Fächern werden die Studienplätze so streng reglementiert, dass nur Einser-Absolventen oder Studierende, die ihren Bachelor an der gleichen Hochschule gemacht haben, die Chance auf einen Masterplatz bekommen“, berichtet Stefan Christoph, studentischer Sprecher der Universität Regensburg. „Meistens jedoch ist der Masterabschluss eine unabdingbare Voraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.“ Ein Bachelorabschluss reicht beispielsweise in den meisten naturwissenschaftlichen Disziplinen nicht aus, um später eine Anstellung im Forschungsbereich zu bekommen. Angehende PsychologInnen können ohne einen Masterabschluss ihre weiterführende Psychotherapieausbildung nicht beginnen – diese ist aber Voraussetzung, um später in Kliniken oder Praxen therapeutisch tätig zu sein. Auch in vielen anderen Fachbereichen lassen sich solche Beispiel finden. Der SprecherInnenrat sieht die Schuld an der bestehenden Situation in der mangelhaften Umsetzung der Bologna-Reform und der fehlenden staatlichen Ausfinanzierung der Hochschulen: „Die Bologna-Reform hatte unter anderem zum Ziel, Studierenden bereits nach drei Jahren einen berufsqualifizierenden Abschluss zu ermöglichen. Aus der Möglichkeit zum verkürztem Studium ist für viele Studierende ein Zwang geworden“, sagt Christophs Kollege Ssaman Mardi. „Viele Bachelorabsolventinnen und -absolventen werden auf einen Arbeitsmarkt gezwungen, dessen Anforderungen sie nicht erfüllen können.“ Grund dafür seien auch staatliche Mittelkürzungen, die es nicht erlauben, in allen Fächern eine angemessene Zahl an Masterstudienplätzen bereitzustellen. Der SprecherInnenrat fordert, gegen den politisch gewollten „Studienabbruch“ vieler Studierender nach dem Bachelor-Abschluss vorzugehen: Die Hochschulen sollten mit Mitteln ausgestattet werden, die es ermöglichen, dass allen Studierenden Zugang zu einem vollwertigen wissenschaftlichen Studium gewährt wird.

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