„Unbequeme Denkmale“

„Unbequeme Denkmale“ – unter diesem Motto steht der „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag. Auch die Neupfarrkirche ist solch ein unbequemes Denkmal: Ihre Geschichte ist eng verbunden mit der Vertreibung der Juden aus Regensburg 1519. Anstelle der Synagoge wurde erst eine Wallfahrtskirche und später – nach der Reformation – die evangelische Neupfarrkirche errichtet. Heute erinnert der Grundriss der Synagoge, den der israelische Künstler Dani Karavan neben der Neupfarrkirche geschaffen hat, an diesen Zusammenhang. Als die evangelisch gewordenen Regensburger ihre „Neue Pfarre“ errichteten, stellten sie diese – wie den Dom – auch auf einen Sockel. Dieses Zeugnis einstigen Bürgerstolzes freilich stellte für viele ein Hindernis dar: Kinderwagen, Rollstühle und gehbehinderte Menschen hatten ihre Not beim Besuch der Kirche. Der Einbau eines Fahrstuhls gehörte deshalb bei den Renovierungsarbeiten zu den vordringlichen Aufgaben. Wichtig war zudem die grundlegende Sanierung des Sockels und die Erneuerung der Außenfassade, die auch einen neuen – denkmalgerechten – Anstrich erhielt. Im Zuge der Grabungen unterhalb der Südhalle wurden dort auch Toiletten eingebaut. Finanziert wurden die Baumaßnahmen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der evangelischen Landeskirche, der Gemeinde und durch Welterbemittel. Der erste Bauabschnitt der Restaurierung der Neupfarrkirche ist nun abgeschlossen. Am „Tag des offenen Denkmals“ werden mehrere Führungen durch die Kirche angeboten (13 Uhr, 14 und 16 Uhr). Mit einer Fotoausstellung dokumentiert der Kirchenbauverein die gelungene Sanierung. Beim Gottesdienst um 11 Uhr möchte die Kirchengemeinde dafür danken, dass bei den Bauarbeiten niemand verunglückt ist. Zugleich soll der Einsatz des Architekten und der beteiligten Handwerker gewürdigt werden.

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