Verhüllungsaktion zum Tag der Menschenrechte: Demokratie und Frieden statt Monarchie und Krieg!

„Bund für Geistesfreiheit“ und „Förderverein für unter- und überirdische Urbanismusforschung“ fordern Kurt-Eisner- statt König-Ludwig I.-Denkmal

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Regensburg, den 5. Dezember 2015 • Zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2015, der seit drei Jahren ein Feiertag des „Bund für Geistesfreiheit“ (bfg) ist, veranstalten die Humanisten und Freidenker vom bfg Regensburg auch dieses Jahr eine außergewöhnliche Aktion. Am heutigen Samstag, dem 5. Dezember 2015 hat der bfg mit künstlerischer Unterstützung des „Fördervereins für unter- und überirdische Urbanismusforschung/ Fvfu-uüiUF e. V.“ ab 13:30 Uhr den Sockel des König-Ludwig-Denkmals am Dom verhüllt. Aus aktuellem Anlass wurde die Aktion außerdem als Versammlung und Kundgebung gegen die deutsche Beteiligung am Syrienkrieg genutzt. Erwin Schmid, Vorsitzender des bfg Regensburg und des bfg Bayern, begründet dies: „Die Behörden haben uns aus denkmalpflegerischen Gründen die vollständige Verhüllung des Denkmals untersagt. Doch wir halten das zugrunde liegende Gutachten für falsch und wollen daher am 10. Dezember 2015 das Denkmal vollständig verhüllen dürfen. Wir setzen uns für Aufklärung und die universellen Menschenrechte ein, wozu vor allem Demokratie und Frieden gehören. Dazu passt keine Vergötzung eines König Ludwig I. oder der völkerrechtwidriger Bundeswehr-Kriegseinsatz in Syrien, der noch mehr Hass schürt.

Denkmäler für Demokraten und Pazifisten statt für Monarchen und Kriegstreiber!“

Erwin Schmid ergänzt: „Wir fordern, dass in Regensburg zentral gegenüber dem Dom anstelle des Königsdenkmals eine Gedenkstätte für Kurt Eisner eingerichtet wird. Eisner war erster demokratischer Ministerpräsident Bayerns und der Begründer des modernen Freistaats.“ Der an der Aktion beteiligte Künstler Jakob Friedl fügt hinzu: „Kurt Eisner war nicht nur ein Demokrat. Er war auch Revolutionär, Pazifist, Laizist, Freigeist, Sozia-list, Humanist, Journalist, Bildungspolitiker, Verteidiger der Pressefreiheit und entschie-dener Gegner des Obrigkeitsstaates jeder Couleur. Der Pazifist Eisner bildet ein starkes künstlerisches Gegensymbol zu Ludwig I., der sich an mehreren Kriegen beteiligt hat.“ Schmid und Friedl betonen gemeinsam: „Wir sind froh, dass wir am 10. Dezember 2015 ein hochwertiges Programm anbieten können, im Rahmen dessen das Denkmal voll-ständig verhüllt werden soll. Daniel Rimsl liest aus seinen Schriften zur Denkmalpolitik, ‚Der Politiker!‘. Zudem gibt es einen Lichtbildvortrag am Denkmalsockel mit Prof. Dr. Mane Schneckenburger über Monumentalbildhauerei und (symbolische) Staatsgewalt. Nach der Auszeichnung des passendsten Lastenrades, das den Denkmalsockel in zeitgemäße Form überführen könnte, begründet der bfg, warum Kurt Eisner ein Denkmal verdient hätte. Diese Aktion eignet sich ideal für die Bildberichterstattung.“

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Kommentare (1)

  • Deppi Blödmann

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    Ich bin zwar nicht für die Partei von Kurt Eisner. Aber Graf Arco hätte ihn niemals erschießen dürfen. Diese Gewalt damals in den 20ern, kaum dass die Demokratie dawar, tut mir noch nach 100 Jahren weh.
    Mein stiller Protest: Ich trinke kein Arco-Bier. (Weil’s ma eh net schmeckt).
    Und Euch BfG’lern wünsche ich gutes Gelingen Eurer Aktion! (Wenni Zeit hou, kimmi dazou.)

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