Offener Brief an Regensburger Politiker

„Wie fänden Sie es, so behandelt zu werden?“

Möchten sie so behandelt werden wie Flüchtlinge in Deutschland? Jugendliche stellen Fragen an Peter Aumer, Margit Wild, Joachim Wolbergs, Hans Schaidinger und Horst Meierhofer. Fotos: Archiv

Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Bürgermeister Joachim Wolbergs, die Landtagsabgeordnete Margit Wild und die Bundestagsabgeordneten Horst Meierhofer (FDP) und Peter Aumer (CSU) – sie gehören zu den Adressaten eines offenen Briefs, den mehrere Jugendlichen am Freitag verschickt haben. Die Mitglieder der Jugendgruppe von „SJD – die Falken“ im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren haben die Asylunterkunft in Regensburg besucht. Und die Fragen, die sie nun an die verantwortlichen Behörden und herausgehobenen Politiker in Regensburg stellen ergeben sich eigentlich ganz von selbst – wenn man einen menschlichen Blick auf die Zustände wirft und nicht den politisch-bürokratischen. Zentral dabei ist vor allem eine: Wie fänden Sie es, so behandelt zu werden? Wir veröffentlichen das Schreiben (das bislang noch nicht bei allen Adressaten angekommen ist) im Originalwortlaut und werden auch über die Antworten berichten.

– Offener Brief –

SJD – Die Falken Gruppe „Red Cracks“ Wollwirkergasse 8 93047 Regensburg An die Stadt Regensburg (Abteilung für Ausländerangelegenheiten sowie Amt für Soziales), die Regierung der Oberpfalz (Sachgebiet 14: Flüchtlingsbetreuung, Lastenausgleich, Integration), die Agentur für Arbeit Regensburg, Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Bürgermeister Joachim Wolbergs, die Bundestagsabgeordneten Peter Aumer (CSU) und Horst Meierhofer (FDP) sowie die Landtagsabgeordnete Margit Wild (SPD) Sehr geehrte Damen und Herren, wir sind eine Gruppe 12- bis 14-jähriger Jugendlicher und zweier Helfer der SJD – Die Falken. Wir treffen uns einmal in der Woche in Gruppenstunden, fahren gemeinsam ins Zeltlager und auf Freizeiten. Dabei beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichsten Inhalten, die uns persönlich interessieren. In letzter Zeit haben wir uns intensiv mit dem Thema „Asyl“ auseinandergesetzt und deswegen im November 2011 auch das Regensburger Flüchtlingslager in der Plattlinger Straße besucht, wo uns einige Asylbewerber in ihre Unterkunft einluden. Wir waren von ihren Lebensumständen und Erzählungen so schockiert, dass wir uns dazu gezwungen sehen, etwas zu unternehmen. Das ist auch der Grund, warum wir uns mit einigen Fragen an Sie wenden. Finden Sie es in Ordnung, wie die Flüchtlinge untergebracht sind? Wir haben selbst gesehen, wie heruntergekommen die Häuser sind und wie beengt die Menschen dort leben müssen. Halten Sie es denn für menschenwürdig, dass sich teilweise vier von ihnen ein 12m²-Zimmer teilen müssen, obwohl sie sich nicht einmal kennen? Finden Sie es in Ordnung, wie die Flüchtlinge leben müssen? Wie Sie wissen, erhalten die Flüchtlinge ein Jahr lang gar keine Arbeitserlaubnis und danach drei Jahre lang nur für Arbeiten, für die keine Deutschen, EG-AusländerInnen oder sonstige „Bevorrechtigte“ vermittelt werden können. Anstelle von menschlich vertretbaren „Sozial“-Leistungen bekommen sie aber nur mickrige 40,90 Euro „Taschengeld“ pro Monat. Deshalb können sie nichts anderes machen als beschäftigungslos im Lager vor sich hin zu leben und darauf zu hoffen, dass ihr Asylantrag irgendwann angenommen wird. Die Flüchtlinge, mit denen wir gesprochen haben, waren sehr deprimiert, weil sie gerne arbeiten würden und bereit wären, jeden Job anzunehmen – es ist ihnen aber schlichtweg verboten. Finden Sie es in Ordnung, was die Flüchtlinge essen müssen? Der größte Teil der Sozialleistungen, die ihnen offiziell zustehen (224,97 Euro/Monat), wird ihnen nicht ausgezahlt, sondern in Form von „Sachleistungen“ zur Verfügung gestellt, also unter anderem in Form von Essenspaketen. Jeden Monat müssen sie aus einer begrenzten Liste auswählen, welche Lebensmittel sie erhalten wollen. Die Flüchtlinge dürfen also noch nicht einmal frei entscheiden, was sie gerne essen würden! Finden Sie es in Ordnung, dass den Flüchtlingen keine Chance gegeben wird, sich zu integrieren?

Die Asylunterkunft in der Plattlinger Straße.

Das wenige Geld, das ihnen monatlich zur Verfügung steht, reicht nicht einmal für ein RVV-Monatsticket der Zone 1 (42,50 Euro). Auch wenn viele von ihnen das eigentlich gerne möchten, haben die AsylbewerberInnen so oft gar nicht erst die Möglichkeit, die von der Caritas angebotenen Deutschkurse zu besuchen, die in der Innenstadt stattfinden. Außerdem wird der Kontakt zu „Einheimischen“ durch das Arbeitsverbot und die Abschottung in einem einzigen Lager am Stadtrand erschwert. Wir finden diese Zustände jedenfalls nicht in Ordnung. Wir finden es ungerecht, dass Menschen nicht die gleichen Rechte haben wie wir, nur weil sie in einem anderen Land geboren wurden und von dort fliehen mussten. Angenommen, Sie selbst müssten aus Deutschland fliehen: Wie fänden Sie es, so behandelt zu werden? Wir würden gerne von Ihnen wissen, wie Sie zu diesen Fragen stehen und was Sie gegen die schlimmen Lebensbedingungen der Flüchtlinge in Regensburg, Bayern und Deutschland unternehmen bzw. ob Sie vorhaben, das zu tun. Warum haben nicht alle Menschen, die hier leben, die gleichen Rechte? Warum wird den Flüchtlingen kein menschenwürdiges Leben ermöglicht? Warum dürfen sie nicht arbeiten? Warum wird nichts unternommen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern? Warum wird verhindert, dass sie sich integrieren? Warum werden ihnen keine erreichbaren Deutschkurse und kein einziges Freizeitangebot zur Verfügung gestellt? Warum dürfen sie ihr Essen nicht selbst kaufen? Und was spricht gegen die Forderung der Sozialen Initiativen Regensburg nach einem „Sozialticket“, mit dem Flüchtlinge mit Arbeitsverbot und nur 40,90 Euro Taschengeld für 1 Euro pro Monat Bus fahren könnten? Wir hoffen auf eine baldige Stellungnahme! Mit freundlichen Grüßen Die Gruppe „Red Cracks“ Devi, Jannik, Korbinian, Lucca, Milena, Pablo, Simon, Valentin, Lena, Johannes

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Kommentare (56)

  • sonja münderlein

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    Ich kenne dieses Asylheim von damls noch, bin in der Plattlingerstraße 10 groß geworden,also das letzte Haus vor dem Asylheim. Es war damals schon „menschenunwürdig und verachtend“, wie die Menschen damals zusammen gepfercht wurden, wie eine „Herde Vieh“, und es hat sich seit damals nichts verändert, es sind sogar noch diese alten scheusslichen grauen Platten an den Hauswänden und wahrscheinlich gibt es diesen kleinen „Spielplatz“ auch noch.
    Es wurde damals viel versprochen,genauso wie Heute und nichts aber auch gar nichts hat sich geändert. Es ist eine Schande.

    Mit freundlichen Grüssen Fr. Münderlein

  • Gondrino

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    Hallo Red Cracks,

    finde Eure Aktion und Euren Brief super. Bleibt dran und lasst Euch nicht abspeisen. Die ganze Asylgeschichte ist in Deutschland und Europa schon lange ein Skandal, der zum Himmel stinkt. Eine Schande für unser Gemeinwesen.

  • Relativ

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    Naja, der Skandal liegt je eher in der Dauer des Asylverfahrens begraben. Oder anders gesagt: Ein paar Wochen, notfalls auch eineinhalb Monate kann man es schon jemandem zumuten, dort auszuharren – ist immerhin besser als im Herkunftsland verfolgt und/oder verletzt zu werden.

    Will sagen: Dass „die Aufenthaltsgestattung für die Zeit der Antragsbearbeitung räumlich beschränkt ist auf einen Ort, den die zuständigen Behörden festlegen“, ist verschmerzbar.

    ABER: Warum muss das so lange dauern? Der Sinn dieser Unterkunft ist ja eine ZEITLICH BEGRENZTE Unterbringung – bis der Antrag angenommen oder abgelehnt ist.

    Aus einem Artikel von 2010: „Nach dem Willen der EU-Kommission soll die Dauer für Asylverfahren auf sechs Monate begrenzt werden.“

    Höchstens sechs Monate?? Das bedeutet, in der Praxis dauerts oft deutlich längert??? Diese Verschleppung ist der eigentliche Skandal…

  • Hans

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    Der Skandal ist, dass humanitäre Erwägungen eine völlig untergeordnete, mithin nicht vorhandene Rolle beim staatlichen Umgang mit Asylbewerbern spielen. Es geht nicht um Menschen. Es geht um Zahlen, Paragraphen, um Geld.

    Die Ausführungsbestimmungen – insbesondere in Bayern – verpflichten die Mitarbeiter in den zuständigen Behörden ja fast schon zu unmenschlichem Verhalten. Durch die Aushöhlung des Asylrechts in den 90ern wird sowieso nur noch einem Bruchteil der Asylsuchenden ein Aufenthaltsstatus gewährt.

    Und dass – wie im Fall Irak – der Aufenthaltsstatus plötzlich wiederrufen werden kann ubnd man sagt „Tja, Du warst zwar jetzt zehn Jahre hier und hast dich an Deine neue Heimat gewöhnt, aber jetzt verzieh Dich wieder“ zeigt, wie menschenverachtend, ja rassitisch sich ein Gutteil der Politik hier verhält.

  • Relativ

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    @Hans: „Der Skandal ist, dass humanitäre Erwägungen eine völlig untergeordnete, mithin nicht vorhandene Rolle beim staatlichen Umgang mit Asylbewerbern spielen. Es geht nicht um Menschen. Es geht um Zahlen, Paragraphen, um Geld.“

    Naja, nenn mir einen einzigen Bereich, wo das nicht der Fall ist…

  • Hans

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    @Relativ

    Und wenn es so wäre?
    Muss man das dann einfach hinnehmen, in einem Land, dass sich weltoffen und demokratisch nennt?

    Und wenn wir schon beim Relativieren sind:

    Bei HartzIV- und Sozialhilfeempfängern ist immerhin noch gesetzlich festgeschrieben, dass die Unterstützung für ein menschenwürdiges Dasein reichen soll(te). Bei Asylbewerbern wurde das ausdrücklich gestrichen.

  • Corinna

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    schade, dass die sozialistische Jugend sich nicht mal mit ihrer eigenen Gesinnung auseinandersetzt und einmal ein paar Stasi Opfer besucht. Oder aber eine Führung durch den Stasiknast in Bautzen macht. Ich hoffe dass diese engagierten “ Jungpolitiker“ dann auch mal gefragt werden, wie sie sich dort gefühlt hätten…

  • Hans

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    @Corinna

    Informier Dich erst Mal, bevor die hier groß die Klappe aufreißt. Man höre und staune: Auch in der SPD gibt es noch Menschen, die das Wort Sozialismus benutzen. Das darf dann auch ne Jugendorgaanisation, die Gründungsmitglied des bayerischen Jugendrings ist. Was das mit Bautzen, „Stasiopfern“ und der DDR zu tun hat, bleibt wohl Dein Geheimnis.

    Zum Thema hat die werte Dame ja wohl nichts beizutragen. Aber das ist ja offensichtlich auch nicht das Ziel. Es geht ums Diffamieren ohne Plan.

  • Relativ

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    @Hans: „Muss man das dann einfach hinnehmen, in einem Land, dass sich weltoffen und demokratisch nennt?“

    Nö, muss man nicht. Aber es wäre viel billiger, das Asylverfahren abzukürzen, als es so zu lassen wie’s ist und dazu tolle Asylbewerberwohnungen zu bauen.

    Fände ich halt schlicht simpler. Wieso kompliziert, wenns auch einfach geht?

    PS: Und ehe jetzt wieder jemand mit „Träum weiter“-Sprüchen kommt – beides ist wohl Träumerei. Die da oben werden weder das Verfahren abkürzen (sprich: dafür mehr Bearbeiter abstellen) noch tolle Wohnheime bauen. That’s the way it is.

  • M. A.

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    @ Corinna
    Du hast recht, die Jugendlichen werden alles kleine stalinistische Spitzel sein, die die DDR verherrlichen, Gulags toll finden und Kinder fressen. Denau so wird es sein!
    Zu Deiner Information diese Gruppe möchte sich mit dem Thema DDR kritisch auseinandersetzen, aber das heißt nicht, dass man jeder Guido Knopp Horror-Doku glauben muss

  • Immanuel K. Anti

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    Liebe Red Cracks (bitte gestattet mir noch ein freundliches duzen),
    Euren Brief zu lesen war das Highlight meines heutigen Tages.
    Nicht nur, weil er zeigt, dass der Kulturpessimismus der üblichen Miesepeter Unfug ist (dass die heutige Jugend schlecht, faul und verdorben ist, habe auch ich seinerzeit dauernd gehört), sondern vor Allem, weil ich sehe, dass es etwas Natürliches ist, zu sagen, was einem nicht passt. Und wenn es um Unrecht geht, gerne nachdrücklich, wiederholt und deutlich.
    Die Antworten, die Ihr erhalten werdet, kenne ich schon: sie werden von peinlicher Berührtheit bis bockigem Relativieren reichen, alle werden sie in Verwaltungsvorschriften, in Gesetzestexte und nach München oder Berlin deuten, um Euch einzuwickeln, vielleicht kann ja jemand der Adressaten ein Photo aus dem Hut zaubern, wie er/sie mal einen Weihnachtsbaum ins Asylantenheim gebracht hat.
    Nehmt es zur Kenntnis, merkt es Euch, in ein paar Jahren dürft Ihr wählen. Nicht, dass das auf Anhieb etwas verändern würde. Aber fragt mal rum, wie es früher so war, Ihr werdet feststellen, dass sich vieles massiv zum Besseren geändert hat. Das kam aber nur, weil manche nicht die Klappe gehalten haben. Genießt es und macht damit weiter.
    Vielen Dank dafür!

  • Veronika

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    „Die Falken“? Ist das nicht auch wieder so eine Gruppe, die zusammen mit der Linken überwacht wird/ werden muss?
    Danke liebe „Falken“, dass wenigstens Ihr Euch hier für die Flüchtlinge in diesem Land einsetzt. Irgendwann nämlich werden in Deutschland so viele ältere Leute sein, dass einem jetzt schon Angst und Bange werden müsste, wenn hier dann Migranten uns so behandeln würden, wie wir diese über Jahrzehnte menschenunwürdig behandelt haben.
    Zum „Überwachen“: Ist doch hächst interessant, dass die „C“-Parteien nahezu Alle(s) als verfassungsfeindlich ansehen, aber mit einigen Personen aus den eigenen Reihen in den letzten Jahrzehnten dennoch gezeigt haben, dass mit einem „christlich“ im Parteinahmen scheinbar alle Menschlichkeit und Grundrechtstreue abgegolten sein soll.

  • Marion Puhle

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    Herzlichen Dank an die Jugendlichen, die das Thema aufgegriffen haben und sich jetzt an die PolitikerInnen wenden. Dieses Thema immer mal wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, ist richtig und wichtig.

    Liebe Jugendliche, seid aber nicht enttäuscht, wenn von der Politik nur Lippenbekenntnisse, aber keine wesentlichen Veränderungen zur Verbesserung der Lebenssituation der Flüchtlinge kommen.

    Ich erinnere mich noch sehr stark an die Lagerkampagne 2010. Die Flüchtlingsorganisationen haben die Schließung der Flüchtlingslager gefordert, aus bekannten Gründen.
    Es gab sogar eine Anhörung im Bayerischen Landtag, wo hochkarätige Experten über die Zustände in Lagern berichtet haben.
    Herausgekommen ist ein kleines Zuckerl. Flüchtlinge dürfen, sofern ihr Asylverfahren rechtskräftig abgeschlossen ist und sie einen Aufenthaltsstatus erlangt haben, ausziehen.
    Familien mit Duldung, die längstens 4 Jahre in der Unterkunft leben, dürfen ausziehen.
    Alleinstehende mit Duldung, die längstens 6-.8 Jahre in der Unterkunft leben, dürfen ausziehen, sofern sie sich nicht strafbar gemacht haben. Das sind wohl die Wenigsten, denn alleine die Tatsache, dass die Residenzpflicht verletzt wird u.o. schwarz mit dem Bus gefahren wird, sind was Flüchtlings anbelangt, Straftaten, die einen Auszug verhindern können.
    Können Flüchtlinge aus dem Lager ausziehen, ist das mitunter eine schwierige Angelegenheit, denn es ist kein Wohnraum vorhanden, schlichtweg sie finden keine Wohnung.

    Marion Puhle
    Regensburger Flüchtlingsforum

  • mkveits

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    Die beschriebenen Zustände sind verfassungswidrig:

    1. Sie verletzen die betroffenen Menschen in ihrer Würde, Satz 1 in Artikel 1 des Grundgesetzes.

    2. Wir alle (als nach dem Versagen der gewählten Repräsentanten in Bund und Ländern als ureigene „Träger der staatlichen Gewalt“) verletzen unsere Verpflichtung gemäß Satz 2 des gleichen Artikels indem wir wegschauen.

    Frage:
    Was können wir – Schwarmintelligenz! – gemeinsam bayernweit mit den Falken, den städtischen Bürgervereinen, den Nachhaltigkeitsbeauftragten der Handwerkskammern etc. über Einrichtung eines Spendentopfes unter Beschlusslage des Stadrates, jeden eingeganenen Euro zu verdoppeln via Vernetzung über FACEBOOK tun?

  • mkveits

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    Das »finale Leistungsverweigerungsgesetz« (Heribert Prantl, SZ) qualilfiziert sich durch:
    Gängelung, Entmündigung, Entrechtung, Aushungerung
    Quelle:
    http://www.proasyl.info/proasyl/rep98.htm

    Die namentlich genannten Falken erweisen sich in jungen Jahren als politisch reif, die richtigen Fragen zu stellen:
    Wer fragt, führt.

    Grundlage ihrer Fragen ist:

    Artikel 1 Grundgesetz
    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

    Die von den Falken geschilderten Zustände belegen in greifbarer Weise, dass unter den Augen der Verwaltung, mit Billigung von Politik und Gesellschaft Menschenrechte eben doch – permanent – VERLETZLICH UND VERÄUßERBAR sind. Es herrscht das Gesetz des Wegschauens.

    Der oben stehende Satz 2 („Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“) ist die meist verletzte Norm in diesem unseren Lande. Dabei war und ist die Anordnung dieses Artikels an der Spitze des Grundgesetzes die logische Konsequenz aus den Untaten des Dritten Reiches. Dieses fand seinen Eingang dadurch, dass die Demokraten wegzuschauen begannen …. und so wiederholt sich die Geschichte auf vielfältige Weise. Jedenfalls für jene, die Augen zum Sehen … und ihre sonstigen Sinne zum spüren haben. Es ist mit Händen greifbar, dass seit geraumer Zeit etwas schief läuft im Staate der Aufklärung … Wann finden wir den Ausgang aus unserer selbst verschuldeten Unmündigkeit und machen uns – gegen Verwaltung und Politk – gemein, mit den Schwächsten unserer Gemeinschaft?

  • Lisa

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    Liebe Red Cracks,

    mit eueren Fragen habt ihr schon mehr und bessere Antworten gegeben als es die Adressaten jemals könnten. Daher sind auch nicht die Antworten wichtig, sondern eure nächsten Aktionen. Bin gespannt davon zu erfahren!

    In diesem Sinne: Hoch die internationale Solidarität!
    Freundschaft,
    Lisa

  • Falken-Büro

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    Liebe Falken,
    Liebe Red Cracks,

    tolle Sache euere Arbeit!
    Weiter so, wir sind schon sehr neugierig, was euch- wer antworten wird!
    Denn:
    „Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stecken, einem das Brot entziehen, einem von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Selbstmord treiben, einen in den Krieg führen u.s.w. Nur weniges ist in unserem Staat verboten.“ – Bertolt Brecht

    Darum:
    Ändere die Welt, sie braucht es. – Bertolt Brecht

    Solidarische Grüße und Freundschaft
    Margit und Martin

  • mkveits

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    Anknüpfend an die trefflichen Brecht-Zitate will ich auf die Arbeit von Johan Galtung (Träger des Alternativen Nobelpreises) hinweisen. Er prägte u.a. den Begriff der STRUKTURELLEN GEWALT. Hierzu zählt auch (siehe Link) die BÜROKRATISCH-TECHNISCHE GEWALT. „Ein Beispiel dafür ist der Konflikt zwischen Ausländerbehörden und Asylrechtsgruppen.“

    Quelle:

    1. http://www.global-ethic-now.de/gen-deu/0c_weltethos-und-politik/0c-pdf/formen_gewalt.pdf

    2. Festvortrag Prof. Galtung – kommunale Friedensarbeit

    http://www.iicp.at/training/Friedensymposion.pdf

    (dort: Konfliktdynamiken in Salzburger Gemeinden im Zuge der Unterbringung von AsylwerberInnen, Dr. Josef Mautner, Salzburg

  • Bürger

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    Auf diese Frage;

    „Wie fänden Sie es, so behandelt zu werden?“

    will ich gerne antworten.

    Wer in seiner Heimat mit dem Tod bedroht wird und in einem anderen Land aufgenommen wird, dem dann eine Unterkunft Verpflegung, Bekleidung und ärztliche Versorgung zur Verfügung gestellt und dazu dann noch ein Taschengeld erhält, der kann sich glücklich schätzen.

    Vor dem Hintergrund, daß die allermeisten Menschen die hier Asyl beantragen gerade nicht politisch verfolgt werden (man mag mich korrigieren, wenn die Zahl nicht genau stimmt, aber etwa 95 % aller Asylanträge werden abgelehnt, weil eben kein Asylgrund vorliegt), würde ich es begrüßen, wenn die Asylverfahren wesentlich schneller abgeschlossen würden und die rechtswidrig eingereisten Besucher wieder in ihre Heimat zurück reisten.

  • Falken KV

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    liebe Red Cracks
    Ihr habt das Thema richtig auf den Punkt gebracht!
    Deswegen muss ich auch nicht mehr viel sagen… auser,
    macht weiter so, lasst euch nicht unterkriegen, ihr seit eine super Gruppe!

    Freundschaft!

    euer stellvertretender Kreisvorsitzender

    manel

  • L. G.

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    @Bürger:

    Auf ihre Antwort will ich gerne erwidern:

    wer in seiner Heimat mit dem Tod bedroht wird, hat wohl Ihrer Meinung nach nicht das Recht als Mensch behandelt zu werden.
    Wer also schlechtere Unterkunft als Schäferhunde (siehe http://www.taz.de/!71166/), kein Geld für Bekleidung, nicht mal ärztliche Grundversorgung und weniger Geld als das Existenzminimum in Deutschland erhält (und alle weiteren im Brief erwähnten Punkte), der/die soll sich also glücklich schätzen und die Schnauze halten, denn er/sie lebt ja noch!?
    Was hierzulande als Asylrecht definiert wird, ist ein blanker Hohn! Kein Wunder, dass so viele Asylanträge abgelehnt werden, weil beispielsweise Hunger und Krieg kein Asylgrund sind. Von bürokratischen Tricks wie der Drittstaatenregelung nach der es sowieso nahezu unmöglich ist, als Flüchtling in Deutschland anerkannt zu werden, spreche ich ja noch gar nicht.
    Es zeugt schon von ziemlicher Menschenverachtung, die Flüchtlinge als „Besucher“ zu bezeichnen und sie fast als Verbrecher („rechtswidrig“) hinzustellen.

    Eine qualifizierte Antwort auf die Frage „Wie fänden Sie es, so behandelt zu werden?“ ist Ihre Meinung garantiert nicht! Sie zeugt viel eher von nationalistischer Stammtischmentalität.

  • Kernel

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    Es gibt also auch noch Jugendliche, die sich engagieren – sehr gut und es stimmt hoffnungsvoll. Leider sind die Politiker schon viel zu satt, verbraucht und haben nur ihre Klientel im Blickfeld. Naja, wird auch von ganz oben so vorgelebt. Bitte gebt nicht auf – macht so weiter. Von den Politikern und den meisten Erwachsenen dürft ihr aber keine Hilfe erwarten.

  • Marion Puhle

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    Bürger sagte am 01.02.2012
    „Vor dem Hintergrund, daß die allermeisten Menschen die hier Asyl beantragen gerade nicht politisch verfolgt werden (man mag mich korrigieren, wenn die Zahl nicht genau stimmt, aber etwa 95 % aller Asylanträge werden abgelehnt, weil eben kein Asylgrund vorliegt), würde ich es begrüßen, wenn die Asylverfahren wesentlich schneller abgeschlossen würden und die rechtswidrig eingereisten Besucher wieder in ihre Heimat zurück reisten.“

    Es ist richtig, dass die Wenigsten „Politisches Asyl“ erhalten.
    Die Grundlage „Politisches Asyl“ zu bekommen geht auf eine Zeit (DDR-Flüchtlinge) zurück.

    Heute sind die Fluchtgründe ganz Andere. Hunger, Krieg, Naturkatastropen, Folter und andere Abscheulichkeiten,nur um Einige zu nennen. Menschen die sich zur Flucht entschließen und alles zurück lassen, haben ein Recht darauf, wie Menschen behandelt zu werden. Es muss ein Umdenken stattfinden, welches es ermöglicht, Menschen eine neue Heimat mit ausreichender Perspektive zu geben.

    Sind Sie etwa der Meinung, das Folter und Krieg kein Asylgrund sind? Ich möchte nicht in der Haut der Flüchtlinge stecken, die so viel Schlimmes erlebt haben und hier in Deutschland auch nicht willkommen sind.
    Wer Folter und Krieg miterlebt hat, der möchte an einen solch schrecklichen Ort nicht mehr zurückkehren und das ist mehr als verständlich.
    Man kann nur hoffen, dass Ihre Meinung nicht Schule macht und die Menschen, die zu uns kommen und berechtigt auf Hoffnung setzen, hier eine neue Heimat finden.
    Marion Puhle
    Regensburger Flüchtlingsforum

  • Dubh

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    Marion Puhle: „Die Grundlage “Politisches Asyl” zu bekommen geht auf eine Zeit (DDR-Flüchtlinge) zurück. “

    DDR Flüchtlinge mussten in der BRD Asyl beantragen?

    Und Fluchtgründe wie „Hunger, Krieg, Naturkatastropen, Folter und andere Abscheulichkeiten“ sind heutige, also neue Erscheinungen?

    Ich hoffe ja wirklich sehr, die Jugendlichen die sich löblicherweise mit der Thematik befassen sind deutlich besser informiert als Sie, die ja zudem Zeitzeugin wäre was die DDR anbetrifft – unter 20 oder 30 werden Sie ja kaum sein.

    Mit „gut gemeint“ aber grundfalsch ist niemand gedient, am allerwenigsten Flüchtlingen.
    Mit Ihren Behauptungen gießen sie ja noch Öl auf die Ansichten stramm nationalistischer Stammtischbrüder wie „Bürger“.

    Solchen kann es ja nur recht sein, wenn man das Asylrecht mit der DDR verbindet, und nicht mit den Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus, wie es die Mütter und Väter des GG taten, und deswegen das Grundrecht auf Asyl im GG verankerten.
    In der Zeit nämlich musste eine Vielzahl politisch verfolgter Deutscher in anderen Staaten Asyl suchen.

  • Bürger

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    *** um Einige zu nennen.***

    Sie sind mit der Materie vertraut und wissen, daß sie einen der häufigsten Gründe nicht angeführt haben: Viele kommen, weil sie auf dem selben Level wie wir leben möchten. Wir brauchen hier nicht darüber zu diskutieren, ob dies verständlich und nachvollziehbar ist. Es genügt vorerst, wenn diese Tatsache eingeräumt wird.

    +++Menschen die sich zur Flucht entschließen und alles zurück lassen, haben ein Recht darauf, wie Menschen behandelt zu werden.+++

    Unsere Väter und Großväter hätten sich glücklich geschätzt, wenn sie in den dunklen Jahren des Dritten Reiches bei einem Staat Zuflucht gefunden hätten und so versorgt worden wären, wie in Deutschland Asylbewerber behandelt werden, als Unterkunft, Ernährung, ärztliche Versorgung usw. erhalten hätten.
    <<>>

    Darüber könnte man sprechen. Um ein Beispiel zu geben: Wer bereit ist Fremde in seinem Haus aufzunehmen, der möchte gefragt werden und ein Mitspracherecht haben, wen er aufnimmt.
    Alle anderen Staate, insbesondere die klassischen Einwanderungsstaaten entscheiden sehr wohl mit, wen sie aufnehmen. Und das wollen wir in Deutschland auch. Im übrigen bin ich der Meinung, daß man den Menschen helfen sollte, in ihrer Heimat bleiben zu können (z.B. durch Hilfen vor Ort). Es sollte durchaus auch möglich sein, aus anderen Ländern nach Deutschland zu kommen. Aber da wollen die in Deutschlan lebenden Bürger mitreden können, wen wir zu uns einladen.

    —Man kann nur hoffen, dass Ihre Meinung nicht Schule macht und die Menschen, die zu uns kommen und berechtigt auf Hoffnung setzen, hier eine neue Heimat finden.—

    man kann hier ja schon froh sein, daß einem das Recht auf eine Meinung zuerkannt wird. Insofern danke. Dann ist es zumindest möglich Argumente auszutauschen. Andere Poster haben ja regelrecht Schaum vor dem Mund, sind intolerant bis zum Fanatismus. Zum Thema „meine Meinung möge keine Schule machen“. Ich bin davon überzeugt, daß ich mich in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Bevölkerung befinde.

  • Bernhard

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    @Bürger

    „Ich bin davon überzeugt, daß ich mich in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Bevölkerung befinde.“

    Das mag so sein. Richtig muss Ihre Meinung deshalb noch lange nicht sein.

    Nur weil andere (nicht alle Länder) irgendetwas so oder so machen, muss das nicht richtig sein.

    Nur weil heutzutage ein Menschenleben zunehmend nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit/ Verwertbarkeit bewertet wird, ist das noch lange nicht richtig.

    Wenn Menschen hierher kommen, damit es Ihnen „besser geht“, dann geht es in den allermeisten Fällen um den Unterschied zwischen verhungern und nicht verhungern. Für Zustände, unter denen diese Menschen in ihren Heimatländern leben, sind die U und Deutschland direkt verantwortlich. Unser Wohlstand resultiert aus deren Armut. Da geht es dann nicht darum, wen ich mir „hierher einlade“, sondern auch darum eine gewisse – humanistische – Verantwortung wahrzunehmen.

    Unsere Großväter (so sie denn geflüchtet sind) wären über eine solche Behandlung wie sie in Deutschland herrscht, froh gewesen? Vermutlich. Das ist aber zum einen nicht vergleichbar und zum anderen ist es beschämend, wenn ein reiches Land wie Deutschland Asylbewerrtbern eine medizinische Behandlung (etwa bei Zahnproblemen) nur bei akuten Schmerzzuständen zukommen lässt. Es gibt keinen Grund für eine Ungleichbehandlung von Deutschen und Nichtdeutschen. Das ist schlicht rassistisch.

  • Bürger

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    Diese Einsicht ist von Bedeutung. Dann bin ich mit der von mir geäußerten Auffassung kein einsamer „Geisterfahrer“ sondern mache darauf aufmerksam, wie die Mehrheit unserer Mitbürger denkt.

    <>

    Bei einer aufwendigen, kostenintensiven Behandlung (z.B. Rückenmarkstransplantation) macht es sehr wohl einen Unterschied, ob jemand nur während der Dauer des Asylverfahrens in Deutschland ist, oder ob es sich um einen Mitbürger handelt, der hier sein ganzes Leben verbringt.
    Beschimpfungen der Bevölkerungsmehrheit ala diese sei rassistisch, halte ich für absolut unangebracht und wenig hilfreich.

    Eine Frage zur Klarstellung: Sind Sie der Meinung, jeder kranke Mensch dieses Planeten könne nach Deutschland kommen uns sich auf Kosten von uns allen therapieren lassen?

  • Bernhard

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    Eine Ungleichbehandlung von Menschen wegen deren Herkunft ist rassistisch. Das ist keine Beschimpfung, sondern eine Tatsache. Ihr Behandlungsbeispiel ist an den Haaren herbeigezogen. Aber auch in diesem Fall bin ich dafür, jemanden zu behandeln; was würden Sie tun? Ihn sterben lassen? In der Regel geht es um weit weniger aufwändige Behandlungen, die Asylbewerbern aus Kostengründen verweigert werden.

    Ihre Frage kommt aus der Ecke „Hilfe, alle wollen nach Deutschland“ „Flüchtlingsschwemme“.

    Angesichts der Flüchtlingsströme weltweit kommen nur sehr, sehr wenige Menschen nach Europa/ Deutrschland. Insofern zeugt Ihre Frage von Unkenntnis oder bewusster Angstmacherei. So hetzt man die Merheit auf. Sonst nichts.

  • Bürger

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    Ich bin an einer persönlichen Auseinandersetzung nicht interessiert und beschränke mich auf den sachlichen Teil.

    *Ihr Behandlungsbeispiel ist an den Haaren herbeigezogen.*

    Nein, solche Fälle gibt es!

    **Aber auch in diesem Fall bin ich dafür, jemanden zu behandeln;**

    Vorab, selbstverständlich werden während eines Asylverfahrens die Kosten zur Behandlung einer akuten Erkrankung oder bei Schmerzzuständen übernommen. Das ist doch nicht die Frage, so ist die Rechtslage.

    Problematisch sind andere Konstallationen, etwa die:

    Ein Bürger eines anderen Staates leidet an einer schweren Erkrankung, die jedoch nicht akut lebensbedrohend (z.B eine Augenerkrankung, grauer Star, Bypass-OP etc.) ist, beschließt sich in Deutschland behandeln zu lassen. Er reist in Deutschland ein, stellt hier einen Asylantrag und läßt sich behandeln. Nach erfolgter Behandlung kehrt er in seine Heimat zurück.

    Da meine ich eben, das soll nicht bezahlt werden. Die geltende Regelung, wonach während des Asylverfahrens Behandlungskosten nur bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen zu übernehmen, halte ich für angemessen.

    *In der Regel geht es um weit weniger aufwändige Behandlungen, die Asylbewerbern aus Kostengründen verweigert werden.*

    Noch einmal: Bei akuten Erkrankungen und Schmerzzustände werden die Behandlungkosten auf jeden Fall übernommen. Darüber hinaus können und werden auch noch zur Aufrechterhaltung der Gesundheit unerlässliche Leistungen übernommen.

  • Bernhard

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    @Bürger

    Nochmal: Ihre Beispiele sind an den Haaren herbeigezogen, weil nicht repräsentativ.

    Nochmal: Es werden eben nur akute Schmerzzustände etc. behandelt; bei Zahnproblemen wird der Zahn gerissen und nicht plombiert, aus Kostengründen.

    Sie implizieren mit Ihren Beispielen, dass Menschen massenhaft Asylanträge stellen würden, nur um sich hier teuerbehandeln zu lassen. Das ist schlicht falsch. Sie scheinen eben bewusst Ängste schüren zu wollen, die mit den Tatsachen nichts zu tun haben.

    Und auch wenn Sie nicht darauf eingehen oder antworten wollen: Sie fordern eine Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund Ihrer Herkunft.

    Das ist rassistisch. Das hat auch nichts mit einer „persönlichen Auseinandersetzung“ zu tun, sondern mit einer Bewertung Ihrer pseudosachlichen Argumentation.

  • mkveits

    |

    Was sagt uns Alt-Präsident Scheel quasi analog zu seiner Wortmeldung in der SZ (siehe Link auf meiner Site) die würdelosen Zustände in der bundesdeutschen Pflege betreffend? Dort wie hier: Ist der Ansatz, nämlich der permanente Verstoß gegen Artikel 1 GG, nicht der gleiche und geht es nicht immer gegen die Schwächsten in unserer Gesellschaft und wirft das nicht ein bezeichnendes Bild auf das von uns „gepflegte“ christlich-abendländische Menschenbild, auf das sich z.B. MP Seehofer so gerne bezieht?

  • Armin Schmid

    |

    Danke für diesen Brief! Vielen Dank! Lasst uns dran bleiben.

  • Pragmatiker

    |

    @Bernhard:
    „Eine Ungleichbehandlung von Menschen wegen deren Herkunft ist rassistisch.“

    Das ist, mit Verlaub, grober Unsinn. Bin ich beispielsweise in Norwegen, Mexiko, Kanada, Israel oder sonstwo im Urlaub, so genieße ich als deutscher Staatsbürger keineswegs die gleichen Rechte (und habe natürlich auch nicht die gleichen Pflichten) wie die dort lebenden Staatsbürger.

    Nicht einmal in EU-Ländern (Dänemark, Schweden, Frankreich…) habe ich die gleichen Rechte und Pflichten wie die dort Lebenden.

    Zum Beispiel … (man könnte tausende anführen):

    1. Als Deutscher darf ich nicht die norwegischen Parlamentsabgeordneten wählen.
    2. Als Deutscher darf ich kein mexikanischer Polizist werden.
    3. Als Deutscher unterliege ich nicht dem „Aboriginal Law“ Kanadas.
    4. Als Deutscher muss ich nicht zwangsweise für 2 Jahre in die israelische Armee einrücken.
    5. Als Deutscher darf ich kein dänischer Grenzbeamter werden.

    Diskriminiert oder gar von Rassisten verfolgt fühle ich mich deswegen keinesfalls. Also bitte, lieber Bernhard, unterlasse derlei Polemik.

  • Bernhard

    |

    @Pragmatiker

    Ich gestehe zu: Bei den von Ihnen genannten Beispielen mag meine – ja – Pauschalisierung nicht zutreffen.
    Hier habe ich aber mit „Bürger“ die ganze Zeit etwas anderes diskutiert.

    z.B.:

    Haben alle in D. lebenden Menschen das Recht auf gleichen Zugang zu medizinischer Versorgung?

    Haben alle ein Recht auf Unterstützung, die (per definition) für ein menschenwürdiges Leben reicht?

    Für Flüchtlinge gilt das nicht (Behandlung nur bei akuten Notfällen/ Schmerzzuständen; materielle und geldwerte Unterstützung weit unter dem Hartz IV-Satz). Und diese Ungeleichbehandlung, um es jetzt genauer auszudrücken, bezeichne ich als rassistisch.

  • Pragmatiker

    |

    @Bernhard:
    Selbst die von Ihnen monierte Ungleichbehandlung (Deutscher Staatsbürger/Asylbewerber) möchte ich nicht rassistisch nennen.

    Und zwar nicht nur, weil „rassistisch“ per Wortbedeutung etwas mit „Rasse“ (biologisch: Subspezies) zu tun hat (Asylbewerber gehören keineswegs immer einer anderen Rasse, Subspezies, Hausfarbe etc. an als hier Lebende).

    Sondern weil „rassistisch“ schlicht ein persönlich-attackierendes, polemisches Nicht-Argument weit unter der Gürtellinie ist. Seine Verwendung führt zu sinnlosem Streit, nicht aber zu einer sachlichen Auseinandersetzung.

    Abgesehen davon: Ist’s dann auch rassistisch, wenn Millionäre weniger Steuern zahlen als Normalverdiener; wenn Staatsbeamte bei gleicher Leistung eine höhere Rente erhalten als Normalos; wenn die kleine Pia im Kindergarten einen kleineren Lutscher zur Nachspeise bekommt als der kleine Björn? Wo fängt „rassistisch“ bei Ihnen an und wo hört’s auf?

    Die Rassismus-Keule ist ähnlich doof wie die Nazi-Keule. Sowas benutzen Leute, denen vernünftige Argumente fehlen.

  • Bernhard

    |

    @Pragmatiker

    Da sind wir dann eben nicht einer Meinung.
    Ihre unten angeführten Beispiele erschließen sich mir nicht (aber hier vielleicht: ungerecht, unsozial?).

    Es gibt auch den Begriff des „Kulturrassismus“ und der grenzt eben Menschen aus, die nicht unserem „Kulturkreis“ angehören; entspricht also nicht ihrer streng biologistischen Definition.

    Der „Keule“-Vorwurf…na ja. Der greift auch nicht immer.

    Aber dann lasse4n wir mal die Wortklaubereien und versuchen uns auf einen genehmen Begriff zu verständigen.

    „Unmenschlich“ vielleicht?

    Oder auch nicht für eine „sachliche Auseinandersetzung“ geeignet? Kein Argument? Zu polemisch?
    Möglicherweise jemanden unter der Gürtellinie treffend, der eine Haltung vertritt, die mittelbar dafür verantwortlich ist, dass Flüchtlinge entweder im Meer ersaufen oder hier in irgendwelchen Löchern zur Untätiogkeit und jahrelangen Unsicherheit verurteilt sind?

    Verzeihen Sie, aber dieses Herumtheoretisieren kann schon nerven.

    Sind an den Haaren herbeigezogene Beispiele und Pseudoargumente wie von „Bürger“ „sachlich“, weil sich der Tonfall sachlich anhört und er kein Wort benutzt, das irgendjemandes Gefühle verletzen könnte?

    Ist diese, durch Tatsachen nicht zu belegende, „Das Boot ist voll“-Rhetorik sachlich?

    Gibt es tatsächlich einen „sachlichen“ Grund, Menschen so zu behandeln?

    Angesichts der Zahl von Asylbewerbern – unter einer Million – ist die ausgrenzende und menschenunwürdige Behandlung durch ein reiches Land wie Deutschland beschämend. Die wenigen Flüchtlinge, die es überhaupt nach Europa/ Deutschland schaffen könnten problemlos integriert/ aufgenommen werden. Sie müssten es sogar, weil das Gros der Fluchtursachen durch uns mitverursacht wurde und den den Reichtum mitfabriziert, in dem wir hier leben, den wir aber auf Teufel komm raus nicht teilen wollen.

  • Bürger

    |

    ***Sondern weil “rassistisch” schlicht ein persönlich-attackierendes, polemisches Nicht-Argument weit unter der Gürtellinie ist. ***
    ***Seine Verwendung führt zu sinnlosem Streit, nicht aber zu einer sachlichen Auseinandersetzung.***

    ***Die Rassismus-Keule ist ähnlich doof wie die Nazi-Keule. Sowas benutzen Leute, denen vernünftige Argumente fehlen.***

    Das sehe ich auch so.

  • Dubh

    |

    Pragmatiker: „Zum Beispiel … (man könnte tausende anführen):
    Als Deutscher darf ich nicht die norwegischen Parlamentsabgeordneten wählen.
    Als Deutscher darf ich kein mexikanischer Polizist werden.
    Als Deutscher unterliege ich nicht dem “Aboriginal Law” Kanadas………..“

    Ah ja, und all das Angeführte usf. gehört zu den individuellen Grundrechten der dort jeweils geltenden Verfassungen?
    Sie sollten sich mal über die Bedeutung von verfassungsgemäß verankerten Grundrechten informieren!

    „Und zwar nicht nur, weil “rassistisch” per Wortbedeutung etwas mit “Rasse” (biologisch: Subspezies) zu tun hat (Asylbewerber gehören keineswegs immer einer anderen Rasse, Subspezies, Hausfarbe etc. an als hier Lebende).“

    Keineswegs „immer“ einer anderen „Rasse“?!
    Welche Menschenart/Rasse außer dem Homo sapiens gibt es denn derzeit auf dem Planeten, oder welche Subspezies der Gattung Homo? Das interessiert mich aber wirklich brennend!
    Teilen Sie es mir dringend mit, bitte sehr!
    Sind/waren Juden etwa eine Unterart von Homo?!

    „Sondern weil “rassistisch” schlicht ein persönlich-attackierendes, polemisches Nicht-Argument weit unter der Gürtellinie ist. Seine Verwendung führt zu sinnlosem Streit, nicht aber zu einer sachlichen Auseinandersetzung.“

    Welch ein Unsinn! Rassismus hat ein klare und eindeutige Definition – und übrigens nicht das geringste mit Biologie zu tun und mit Polemik schon gar nichts.

    Jegliche pauschalisierte und generelle Abwertung beliebiger Menschengruppen (Herkunft, Ethnie, Hautfarbe Geschlecht, Alter, Behinderung, „Hartzler“, ……), aus welchen Gründen und anhand welcher BIOLOGISTISCH zugeschriebener Eigenschaften und Fähigkeiten auch immer IST Rassismus!

    Wer seinen Rassismus so ungeheurer wissenschaftlich grundfalsch und wahrlich ahnungslos dumm auf Biologie begründen will wie Sarrazin, der ist und bleibt nichts anderes als ein Rassist!

    „Positiver“ Antisemitismus ist übrigens nicht weniger rassistisch als negativer, was wiederum für jede Art von Rassismus/ Sexismus gilt.

    Das biologistische Abwerten von ANDEREN fängt allerdings schon in der abendländischen Antike an:
    „Bei Platon gab es neben dieser dichotomen Sichtweise, die alles Unathenische als weibisch (bzw. weiblich), fremd, feige, verlogen, standpunktlos, primitiv oder dekadent abtat, ………………“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus

  • Dubh

    |

    Bürger: ***Die Rassismus-Keule ist ähnlich doof wie die Nazi-Keule. Sowas benutzen Leute, denen vernünftige Argumente fehlen.***

    Nein, guter Mann, DAS behaupten Leute, die gerne meinen, sie wären Übermenschen – zum Herrschen über andere minderwertige Menschengruppen geboren – v.a wenn sie real über gar nichts herrschen dürfen – heutzutage ja häufig nicht mal mehr über eine Ehefrau…………….

  • Immanuel K. Anti

    |

    Wenn man die Keule nennt, dann erwarte ich auch den Begriff des Gutmenschen, der sie munter zum Totschlagen schwingt.

    Nachdem uns Humangenetiker längst darüber aufgeklärt haben, dass der Begriff Rasse nicht auf Menschen anzuwenden ist, kann es Rassismus eigentlich garnicht geben. Das muss also auch so ein Hirngespinst sein.

    Und jetzt weiss ich auch endlich darüber bescheid, dass Menschenrechte mit Bürgerrechten gleichzusetzen sind.

    Danke!

  • Pragmatiker

    |

    Lieber Dubh,
    leider argumentieren Sie genauso, wie ich’s bei jemandem mit „Rassismus“-Keule befürchte: Sie drehen einem die Worte im Mund herum und ferwenden Sie anschließend dazu, um zu „beweisen“, wie unlogisch man argumentiert.

    Nichts von dem, was Sie mir vorwerfen, habe ich gesagt, geschrieben oder gemeint. Ich habe ganz spezifisch auf eine bestimmte Äußerung von „Bernhard“ geantwortet. Seine Antwort war weitgehend sachlich. Sie hingegen beziehen eine Antwort auf alles Mögliche – bloß nicht auf Bernhards Äußerung. Tja, das nenne ich dann mal unsachlich.

    Lieber Dubh: Vielleicht erst mal ruhig durchatmen, dann konzentriert nochmal meinen Beitrag lesen, und mir dann Contra geben? Wie wär’s?

  • Pragmatiker

    |

    „Nachdem uns Humangenetiker längst darüber aufgeklärt haben, dass der Begriff Rasse nicht auf Menschen anzuwenden ist…“

    Naja, „längst“ ist gut – der legendäre Ernst Mayr (gestorben 2005), einer der größten und einflussreichsten Evolutionsbiologen überhaupt, war immerhin der Meinung: „… a subspecies is a geographic race that is sufficiently different taxonomically to be worthy of a separate name“.

    Insofern trifft der Begriff locker noch auf diverse Naturvölker in allen Ecken dieser Welt zu – sofern sie nicht allzuoft mit dem Flugzeug reisen und auf anderen Kontinenten Nachwuchs zeugen.

    Sprich: Der Begriff „Rasse“ kann und darf durchaus in Zusammenhang mit H. sapiens angewendet werden. Er ist nur dann nicht sinnvoll, wenn man ihn in Zusammenhang mit unserer globalisierten Welt (und der daraus folgenden Genomvermischung) verwendet.

    Aber das führt hier natürlich zu weit. Schon allein deswegen, weil der Rasse-/Rassismus-Begriff hier ja hauptsächlich als Herabwürdigung Mitdiskutierender verwendet wird. Eine politisch korrekte Diskussion halt…

  • Pragmatiker

    |

    Weil ich’s vorhin übersehen haben:

    „Sind/waren Juden etwa eine Unterart von Homo?!“

    Mir so ne Aussage, selbst in einem (hoffentlich) rhetorisch gmeinten Satz, zu unterstellen, ist dann ja wohl der Gipfel. Schämen Sie sich, lieber Dubh.

    Damit verabschiede ich mich aus dieser Diskussion. Da ist mir zuviel Blut in den Augen.

  • Dubh

    |

    @ Pragmatiker
    Ich habe Ihnen anhand IHRER Zitate ganz konkrete Fragen gestellt – warum beantworten Sie diese nicht?

    Mich interessiert weder was Sie nun plötzlich gemeint haben wollen, noch auf welche Antwort Sie von andern warten, an wen Sie geschrieben haben, sondern nur das was SIE nachweislich geschrieben haben!

    Beantworten Sie bitte meine eindeutigen Fragen!

  • Pragmatiker

    |

    An die Adresse „Dubh“:

    „Wie fänden Sie es, so behandelt zu werden?“

    (Was Du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu… überdenken Sie bitte Ihre Diskussionskultur)

  • Immanuel K. Anti

    |

    Wenn man die Taxonomie anhand oberflächlicher Merkmale wie „Hautfarbe“, „Haarfarbe“, „Schädelform“ und „Nasenform“ erstellt, kommt man zu den Ergebnissen, die Sie hier anführen, keine Frage.

    Die deutsche Wikipedia sagt mir zu dem Begriff „Rasse“ unter dem Unterpunkt „Anthropologie“, dass man ihn hier seit den 1970ern nicht mehr verwendet.

  • Bürger

    |

    ***Weil ich’s vorhin übersehen haben:

    “Sind/waren Juden etwa eine Unterart von Homo?!”

    Mir so ne Aussage, selbst in einem (hoffentlich) rhetorisch gmeinten Satz, zu unterstellen, ist dann ja wohl der Gipfel. Schämen Sie sich, lieber Dubh.

    Damit verabschiede ich mich aus dieser Diskussion. Da ist mir zuviel Blut in den Augen.***

    Ich würde eher sagen „zuviel Schaum vorm Mund“. Schlicht nicht dialogfähig.

  • Pragmatiker

    |

    @ImmanuelKanti:

    Sie sollten bedenken, dass es in der Wissenschaft nie nur eine Denkrichtung gibt. Genau deswegen ist es auch Wissenschaft und eben nicht Dogmatismus, Glaube o.ä.

    Zur Wissenschaft gehört aber immer auch (neben der Lehre) die Forschung, also die Suche nach neuen Erkenntnissen. Und bei dieser Suche exisitieren immer mehrere, nicht unbedingt kompatible Ansichten (groß: Theorien; klein: Hypothesen) nebeneinander.

    Wissenschaft sollte ferner nie „politisch korrekt“ sein. Auch dann ist es keine Wissenschaft mehr. In D existieren einige solcher Tabus und Denkverbote (Atomkraft ist gut; Photovoltaik ist in summa unrentabel; Klimawandel ist nicht bewiesen; Wassersparen hat – in D – keinerlei Sinn; etc.)

    Insofern mag das, was bei Wikipedia steht, der kleinste gemeinsame Nenner dieser divergierenden Theorien/Hypothesen sein (oftmals ist es auch nur die „eine“, mehrheitsfähige Theorie – während die anderen bei Wikipedia schlicht verschwiegen werden).

    Dass der Begriff “Rasse” in der Anthropologie seit den 1970ern nicht mehr verwendet wird, ist, nun ja, auch richtig.

    Aber eben auch falsch. Weil es durchaus – politisch unkorrekte – Anthropologen gibt (mit denen ich nicht unbedingt sympatisiere), die ihn eben noch verwenden. Vielleicht nicht in Deutschland – das jedoch liegt an unserer unseligen Vergangenheit.

    – Aber worum ging’s denn eigentlich? Ah ja, genau: Es ging darum, dass Berndhard meinte „Eine Ungleichbehandlung von Menschen wegen deren Herkunft ist rassistisch.“

    – worauf ich ihm entgegnete: „Die Rassismus-Keule ist ähnlich doof wie die Nazi-Keule. Sowas benutzen Leute, denen vernünftige Argumente fehlen.“

    Alles andere war doch nur Prinzipienreiterei und Rechthaber-Geplänkel (von mir, von Ihnen, von Bernhard, etc.).

  • Immanuel K. Anti

    |

    Wie Wissenschaft funktioniert, ist mir – hoffe ich – klar.

    Das könnte ich nun gerne mit Theorien untermauern, die sich als unhaltbar erwiesen haben, aber die Forschung interessanterweise durchaus in die richtige Richtung geführt haben. Aber lieber zurück zum eigentlichen Thema.

    Es geht um die elenden Zustände, unter denen Asylsuchende hierzulande zu leben gezwungen sind. Schuld daran ist eine Auslegung des Grundgesetzes, die ich persönlich ebenso als (unter Anderem) rassistisch bezeichne.

    Wenn Sie durch das Wort „rassistisch“ beleidigt sind, weil Sie diese Auslegung womöglich für gut heissen, dann nehmen wir doch „unmenschlich“. Und schon sind wir wieder dort, wo wir angefangen haben, denn letztendlich stelle ich somit alle, die diesen Standpunkt vertreten als nicht zur Gemeinschaft der Menschheit gehörend dar, bezeichne sie also somit als Tiere. Und mit großem Hurrah sind wir wieder beim keulenschwingenden Gutmenschen…

    (Zu diesem noch ein weiterer, kleiner Exkurs: wenn man political correctness als ein Höflichkeitsgebot statt als Denkverbot begreift, lebt es sich leichter. Also beschreibe ich jemanden besser neutral z.B. als „Italiener“, statt gedankenlos „Ithaker“ oder „Spaghettifresser“ zu sagen. Sollte ich die Person nicht ausstehen können, gibt es andere, oft bessere Mittel das auszudrücken.)

    Egal, ich habe mich über diesen offenen Brief von jungen Leuten (12-14) sehr gefreut, sie haben sich selbst ein Bild von etwas gemacht, sind zu dem Urteil gekommen, dass das so nicht sein darf und haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gehandelt. Ruhig, überlegt und doch sehr bestimmt. Einfach gut.

  • Pragmatiker

    |

    „Egal, ich habe mich über diesen offenen Brief von jungen Leuten (12-14) sehr gefreut, sie haben sich selbst ein Bild von etwas gemacht, sind zu dem Urteil gekommen, dass das so nicht sein darf und haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten gehandelt. Ruhig, überlegt und doch sehr bestimmt. Einfach gut.“

    Damit kann ich mich schon eher anfreunden!

  • Dubh

    |

    @ pragmatiker
    Sachliche Fragen zu Behauptungen, die Sie aufgestellt haben nicht beantworten, IST aber Diskussionskultur?
    Ihr Abtauchen, Ablenken, polemisch angreifen IST Diskussionskultur?
    Sie machen sich lächerlich.

    2005 war Mayr fast 100, und den Begriff Race, den er noch benutzte definierte er selbst keineswegs wissenschaftlich biologisch, gar genetisch, sondern als Abstraktion – und Rassismus ist auch bei ihm SOZIALES KONSTRUKT nicht biologische Realität!

    Und es geht hier allerdings um Rassismus, wofür ich Ihnen bereits eine wissenschaftlich gültige Definition geliefert habe.

    Sie hingegen vermengen Bürger- und Menschenrechte, Biologie Soziales, alles hübsch durcheinander, her und hin, und ganz woanders hin, damit am liebsten gar nichts mehr dingfest zu machen wäre.

    ***“Sind/waren Juden etwa eine Unterart von Homo?!”
    Mir so ne Aussage, selbst in einem (hoffentlich) rhetorisch gmeinten Satz, zu unterstellen, ist dann ja wohl der Gipfel. Schämen Sie sich, lieber Dubh.****

    Was wollen Sie mit diesem Manöver nun bezwecken?
    Wollen Sie behaupten, dass die Shoa NICHTS mit Rassismus zu tun gehabt hätte?
    Dass Nazis nicht rassistisch waren/sind?
    Es gibt keinen Rassismus und Nazis gab/gibt es auch nicht?
    Wer nicht (offen) antisemitisch ist, kann kein Nazi sein, keine rechtsextreme, rassistische Einstellung haben? – eine sehr beliebte Behauptung heutzutage!

    SIE reden von Rasse und Biologie, und leiten Rassismus davon ab, und wenn sie es „Art“, „geografische Rasse“ oder wie immer nennen – Falsch!

    There has been a constant pressure from social and political practice and the coincidence of racial, cultural and social class divisions reinforcing the social reality of race, to maintain “race” as a human classification. If it were admitted that the category of “race” is a purely social construct, however, it would have a weakened legitimacy. Thus, there have been repeated attempts to reassert the objective biological reality of human racial categories despite the evidence to the contrary.
    http://raceandgenomics.ssrc.org/Lewontin/

    Rassistische soziale Konstrukte schaffen allerdings durchaus soziale Realitäten, über Abwertung, Ausgrenzung und reale Benachteiligung – aber NICHT über Biologie oder genetische Vererbung!

    Artikel 2 GG
    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

    Artikel 3 GG
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Da steht NICHT Deutsche!
    Wer in einem Lager/“Heim“ de fakto fast eingesperrt ist, nicht mal essen kann was er will, kann sich also frei entfalten?
    Oder verletzt ein selbst einkaufender und in der Stadt frei herumlaufender Ausländer, Flüchtling per se die Rechte anderer – Ihre?

    Da muss er wohl aufpassen, der brave deutsche Staatsbürger, insbesondere in Bayern, dass er nicht morgen schon auch zu denen gehört, für die nicht im eigenen Dreck erstickt und satt gemacht, womit auch immer, an freier Entfaltung der Persönlichkeit reichen muss, und das dann eine „Mehrheit“ der Bevölkerung absolut o.k. findet, denn Alter steht ja nicht mal drin im GG, dumm, dass ALLE ganz sicher alt werden, sofern sie nicht rechtzeitig sterben.

    Und übrigens, nicht mal reichlich Kohle sichert wirklich ein menschenwürdiges Alter – freilaufende tattrige Alte sind schließlich echt gemeingefährlich, zumal wenn die „mein“ Erbe sinnlos verschleudern!……………..

    Rassismus, welchen MenschenGruppen auch immer Rechte pauschal abzusprechen zu wollen ist immer dumm, denn morgen kann man selber zur gerade bevorzugt abgewerteten Gruppe gehören, und Inhaber der deutschen Staatsbürgerschaft zu sein schützt vor gar nichts, wie die Geschichte gerade Deutsche lehren sollte.

    Ja, Werter Pragmatiker (im Gegensatz zum blöd idealistischen Gutmenschen, gelle)
    „Was Du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu… “
    Genau DAS sollten SIE sich hinter die Ohren schreiben!

  • StuhloderSessel

    |

    Zur historisch-politischen Einordnung des „Grundrechts auf Asyl“ in der BRD empfehle ich folgenden Artikel (erschienen zum 15. Jahrestag der sog. „Asylrechtsreform“):

    http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=574&print=

  • Pragmatiker

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    Oje, komm wieder runter. Ist ja gut.

  • Pragmatiker

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    Ich meinte selbstredend Herrn Dubh, nicht StuhloderSessel.

  • Gleiche Rechte statt Gnadenbrot | Regensburg Digital

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    […] BI Asyl über die im Stadtrat vertreten Parteien Grüne, Linke und SPD bis hin zu Gewerkschaften, Falken und Sozialen Initiativen. Ab kommenden Dienstag wollen sie gemeinsam mit Bewohnern der Regensburger […]

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