Abschiebungen von Romaflüchtlingen

Gemeinsame Pressemitteilung: Regensburger Flüchtlingsforum/ Bürger_Innnen- Initiative Asyl Regensburg Auch in Regensburg drohen Abschiebungen von Romaflüchtlingen aus Serbien und dem Kosovo Während in einigen anderen Bundesländern Abschiebungen von Romaflüchtlingen aus Serbien, Mazedonien und dem Kosovo zumindest über den Winter ausgesetzt worden sind, fährt das Bayerische Innenministerium eine besonders unmenschliche Linie. Es hat vorgegeben, Romaflüchtlinge so schnell als möglich „ außer Land zu schaffen“. Auch aus Stadt Regensburg und Landkreis sind bereits erste erschütternde „Romarückführungen“ erfolgt. Nun werden in Regensburg gegen mindestens 3 weitere Romaflüchtlinge aus dem Kosovo und Serbien konkrete Abschiebungsmaßnahmen vorbereitet, ihre in Kürze auslaufenden Aufenthaltspapiere wurden nicht mehr verlängert. Die Betroffenen sind psychisch kranke, traumatisierte Menschen, die unbedingt behandlungsbedürftig sind. Eine Behandlung in Serbien und dem Kosovo ist für sie nicht möglich, weil sie so wie die meisten Romas dort keinen Zugang zur staatlichen medizinischen Versorgung haben. Sie haben keine Krankenversicherung und müssten für eine Behandlung viel Geld bezahlen, das sie nicht haben. Pro Asyl, Amnesty International, UNHCR und andere Menschenrechtsvereinigungen haben in vielen Stellungnahmen eine systematische Ausgrenzung, Diskriminierung und Verelendung von Romas in Serbien, Mazedonien und dem Kosovo dokumentiert. Häufig haben Romas dort keine Arbeit, keine Krankenversicherung, keine Wohnung, sind obdachlos oder leben in Slums ohne Wasseranschluss und bestreiten ihren Lebensunterhalt aus Sammeln von Kartonagen oder Altmetallen, die sie auf Müllhalden finden. Asylanträge von Romaflüchtlingen werden vom Bundesamt in einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 8-9 Tagen „abgewickelt“ mit standardisierten, pauschalen Ablehnungsbegründungen ohne individuelle Einzelfallprüfung, wie sie rechtstaatlich gefordert wäre. Wir hoffen und fordern, dass die Ausländerbehörde der Stadt Regensburg unter Berücksichtigung des jeweiligen Einzelfalles ihr Ermessen großzügig auslegt, und die eingeleiteten Abschiebemaßnahmen zurücknimmt

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Kommentare (1)

  • schleiereule

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    Da merkt man mal wieder die besondere Verantwortung, die Deutschland aufgrund des Holocaustes gegenüber den Roma hat. Autsch!

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